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#Blogvent2020: Weihnachtsmann

Das letzte Adventskalender-Türchen öffnet sich und bei vielen ist heute Abend Bescherung. Auch in Lexa’s (Meergedanken) #Blogvent2020 dreht sich heute alles um den Bringer der Geschenke, den …

Instagram Grafik des #Blogvent2020: Alle Daten und Themen sind vor einem weihnachtlichen Hintergrund zweireihig aufgelistet - welche das sind findet ihr im verlinkten Blogbeitrag.

Weihnachtsmann

Über die Tage hinweg, habe ich euch ja schon von meinem #Eishörnchen erzählt und mittlerweile wisst ihr, dass es im Adventskalender 2017 um die Weihnachtsfamilie geht. Ich habe mir dafür ganz eigene Gedanken zu den Fähigkeiten der Santas gemacht. U.a. dass sie Fähigkeiten haben, aber auch, dass sie nicht jedes Kind beliefern. Das ist ja sowieso das größte Geheimnis des Weihnachtsmannes. Allerdings wird dabei, wie auch generell in der Advents-/Weihnachtszeit, zu sehr der Fokus auf die christliche/westliche Welt gelenkt. Wenn man die Familien abzieht, die Weihnachten überhaupt nicht Feiern, dann sind es schon eine ganze Reihe Kinder weniger. Trotzdem hält sich das Bild des Geschenkebringers hartnäckig im kulturellen Bewusstsein.

Sei es nun über tonnenweise Weihnachtsfilme wie Hüter des Lichts und Klaus (Netflix) oder Comics wie Klaus: Die wahre Geschichte des Weihnachtsmannes oder Cartoons wie Weihnachtsmann & Co KG usw. usf. das Thema scheint zu faszinieren. Nicht ohne Grund gibt es Weihnachtsmann-Postämter wie in Himmelpfort. Vor Jahren habe ich mal davon erzählt, dass ich selbst einen solchen Brief geschrieben und natürlich eine Antwort bekommen habe. Heute möchte ich ihn euch zeigen:

Plaste-Weihnachtsmann Larve mit Wattebart und roter Mütze. Daneben ein grüner Brief mit nachgezeichneten Sternen und Motiven und ein Umschlag mit Stempel von HImmelpforten

Natürlich schön mit der alten Plastelarve, die mein Vater früher immer getragen hat. Schon seltsam, was man als Kind als real ansieht, wenn es doch so gruselig und seltsam aussieht. Ich meine mich zu erinnern, dass ich bei dem Brief enttäuscht war, dass sie nicht auf meinen Weihnachtswunsch eingegangen sind. Irgendwann später hab ich dann die Linien der Bilder nachgezogen, eventuell auch die Schrift selbst, aber das weiß ich nicht mehr und konnte ich auch nicht erkennen.

Die Idee an sich und die ganze Arbeit, die seitens der Helfer dahintersteckt finde ich aber immer noch beeindruckend und toll. Ein bisschen Weihnachtszauber für die Kleinen ist doch immer schön, vor allem in Zeiten wie diesen.

Also dann, habt ein paar ruhige Tage, auch in dieser seltsamen Zeit.
Passt auf euch auf.

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr vor allem auf der Übersichtsseite. Von Britta Redweik gibt es zum Beispiel wieder eine Geschichte.

Anne/Poisonpainter

#Blogvent2020: Schnee und Eis

Die Tage werden immer kälter, aber nicht so kalt, wie noch vor ein paar Jahren. In Lexa’s (Meergedanken) #Blogvent2020 dreht sich heute alles um das was einigen von uns schon ein bisschen fehlt …

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Schnee und Eis

Ja, ich weiß, kratzen und im Schnee fahren ist doof, aber da wir ja sowieso alle Zuhause bleiben sollen, ist das doch überhaupt kein Problem. Und nach Jahren in denen wir nur ganz wenig Schnee hatten, wäre es doch schön gerade in diesem seltsamen Jahr welchen zu bekommen, den wir aus der Ferne beobachten können.

Auch in meinen Geschichten kamen Eis und Schnee immer wieder vor. Am eindeutigsten ist es im #Eishörnchen, schließlich ist es da nicht nur im Namen. Protagonist Nicholas hat nämlich die Fähigkeit Eiszapfen aus den Tattoos an seinen Handgelenken zu erschaffen. Seine Schwester Nicole kann es übrigens schneien lassen, während ihr Bruder Klaus direkt einen Blizzard beschwören kann. Sie können sich also ihre weiße Weihnacht selbst erschaffen.

Im Projekt Your Picture – A Story spielte es auch schon ein paar mal eine Rolle und zwar in diesen hier:

Und auch mein Adventskalender 2014 hat neben weihnachtlichen Themen auch ein paar, die sich mit Schnee und Eis beschäftigen:

Vielleicht ist ja bei einer was für euch dabei zum Lesen.

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr vor allem auf der Übersichtsseite.

Anne/Poisonpainter

#Blogvent2020: Tradition

Adventskalender sind eine Tradition in der Weihnachtszeit. Welche es sonst so gibt, das ist heute Thema in Lexa’s (Meergedanken) #Blogvent2020.

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Tradition

Vor einer ganzen Weile (2013) habe ich einem Bericht über Weihnachten in Deutschland (Englisch), für The Fairytale Traveler geschrieben. Ich kann nur leider nicht sagen, ob der Beitrag immer noch gelesen wird, da die Spezialisierung doch sehr auf Promotionen umgeschwenkt ist, aber er existiert noch. Als Begleitbeitrag habe ich auch hier noch ein bisschen ergänzte: Frohe Weihnachten (Englisch). 2018 erschien dann ein weiterer Beitrag im Nornennetz, in dem ich über unsere wohl wichtigste Weihnachtstradition geschrieben habe. Nämlich die, dass wir jedes Jahr eine ganze Menge Märchenfilme mitnehmen. Wer hätte bei vier Jahren Märchensommer erwartet, dass die Leidenschaft auch bis in den Winter reicht?

Da ich evangelisch erzogen wurde, haben wir einige weihnachtliche Traditionen, die sich daran orientieren. Als ich noch klein war, sind wir an Heilig Abend (24.12.) immer 17 Uhr in die Kirche gegangen, danach gab es dann die Bescherung und danach gibt es dann Kartoffelsalat mit Bockwurst. Heute gibt es meist nur das Essen. Letzten Mittwoch habe ich von der Pyramide erzählt, die gehört z.B. neben einer Holzkrippe zu unserer Standarddekoration. Normalerweise haben wir auch einen Baum, den wir am 24. schmücken und auf einen extra dafür präparierten Hocker schrauben. Dieses Jahr wird es vermutlich nur ein kleiner, alter Plastikbaum sein, der schon seit bestimmt einen Jahrzehnt ungenutzt in meiner Abstellkammer steht.

Generell werden dieses Weihnachten viele Traditionen anders sein. Bei uns fängt es schon damit an, dass ich den großen Weihnachtseinkauf alleine machen muss, um meinen Vater vor den rücksichtslosen Menschen zu schützen. Wir haben den „Vorteil“, dass wir nie mit anderen zusammen gefeiert haben, zumindest nicht in den Jahren meines Lebens an die ich mich erinnern kann, dadurch wird das für uns keinen Unterschied machen. Für andere wird es eine Umstellung, vor allem für jene, die sich über Aktionen wie #KeinerBleibtAllein zusammengefunden haben, um gemeinsam gegen die feiertägliche Einsamkeit anzugehen. Die Aktion wurde online gelegt, wer auf Twitter oder Instagram den Hashtag nutzt wird auch dort digitale Gesellschaft finden. Ich werde auch immer mal reinschauen, ihr könnt euch aber auch gerne direkt bei mir melden, falls ihr wen zum Quatschen oder für Prokrastinatonsempfehlungen braucht. 🙂

Was sind eure Lieblingsweihnachtstraditionen?

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr zum Beispiel bei Britta Redweik. Passend zu den Märchentraditionen hatte sie auch schon eine Gastgeschichte in meinem Adventskalender 2018. Ansonsten schaut doch mal auf der Übersichtsseite vorbei

Anne/Poisonpainter

#Blogvent2020: Lichtermeer

Ein weiteres Türchen des Adventskalenders öffnet sich und vielleicht habt auch ihr schon eure Fenster geschmückt? In Lexa’s (Meergedanken) #Blogvent2020 geht es heute um genau dieses Thema.

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Lichtermeer

Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, versuche ich gerade mein Urban Fantasy Projekt #Neubrandenwolf zu beenden. Vorrangig tue ich das zwar nur im Schreibstream bei Elenor Avelle, aber es geht voran.

Was vielleicht nicht so viele wissen: Das erste Kapitel war als alleinstehende Kurzgeschichte gedacht bevor die Plotbunnies kamen und zwölf daraus machten. Dieses erste Kapitel spielt zur Weihnachtszeit und in einer Szene beschreibt Protagonist Thomas ein wenig das Lichtermeer des Neubrandenburger Datzebergs:

Auf seinem Weg passierte Thomas viele Fenster, die von Lichterketten, Schwibbögen und anderem Weihnachtsschmuck in allen Formen und Farben erhellt wurden. An anderen Abenden betrachtete er die Wohnungen und Häuser gern, die sich besonders viel Mühe bei der Beleuchtung gaben, zumal er selbst keine hatte. Das Lichterspiel zeigte für ihn eine ganz andere Seite des Weihnachtsfestes. Eine besinnliche und hoffnungsbringende, an der Thomas sich gern ergötzte. Heute jedoch betrachtete er die Beleuchtung ohne das wohlige Gefühl, das er sonst dabei empfand. Sein Blick wanderte von links nach rechts; über die schlichten Beleuchtungen, die extravaganten und auch die übertriebenen. Jedes noch so kleine Licht nutzte er, um an etwas Anderes als das Kommende zu denken.

#Neubrandenwolf – Kapitel 1: Wolfsmond

In der Ursprungsfassung ging diese Szene sogar noch ein Stückchen weiter, aber das Lektorat, dass ich damals dafür bekam, hat es dann doch rausgeschmissen. Aber heute hier teile ich es mit euch:

Sein Favorit war ein blattloser Baum aus Draht, der von einer Lichterkette umzogen war und in einer der Nebenstraßen stand. Doch die Krone gebührte einem Haus im Nachbarort Neddemin, das schon an die Dekorationswut der Amerikaner erinnerte und mit hunderten, wenn nicht gar tausenden von Lichtern aufwartete. Hier oben jedoch war nichts dergleichen zu sehen.

#Neubrandenwolf – Kapitel 1: Wolfmond Outtake

Da es Lokalkollorit ist, kann ich euch auch sagen, dass diese Lichterbauten tatsächlich existieren. Dieses Jahr werde ich das Haus vermutlich nicht in voller Pracht sehen, da ich nicht abends dran vorbeifahre, aber schaut euch doch mal hier die Fotos aus dem Nordkurier an. Und auch in der Innenstadt von Neubrandenburg gibt es seit ein paar Jahren immer diese Lichtinstallationen aus Draht.

Zuhause ist es bei uns eher weniger. Früher haben wir die Balkonkästen mit Tannen ausgelegt und fast den gesamten Balkon mit der Lichterkette umrandet. Da das vom Hof aus aber aussah wie eine Weihnachtsmarktbude, wurde es dann irgendwann zu einem kleinen Geflecht in der Ecke reduziert. Immer schon hatten wir auch einen – selbstausgesägten – Schwibbogen, der ins Küchenfenster kommt. In meinem Zimmer hingen jahrelang einige lila Kugeln. Seit ich zur Weihnachtszeit aber nur für zwei Wochen Zuhause bin hat mein Vater letzteres nicht mehr aufgehängt. Dieses Jahr hängen sie wieder und ich schalte sie an, sobald ich mit der Arbeit fertig bin. Sobald der Adventskranz weg ist kommt dann auch wieder die Pyramide deren Kerzenflammen wunderbare Schattenbilder an die Decke zaubert. Irgendwie ist das doch ganz schön ein bisschen Licht in die momentane Dunkelheit zu bringen.

Im Schreibprojekt Your Picture – A Story gibt es mit Der Beobachter auch eine Geschichte, die sich um die Lichter in der Welt dreht oder etwa doch nicht?

Was war der ausgefallenste Fensterschmuck den ihr je gesehen und/oder genutzt habt?

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr vor allem auf der Übersichtsseite.

Anne/Poisonpainter

#Blogvent2020: Bastelein

Der heutige Tag des #Blogvent2020 von Lexa (Meergedanken) dreht sich um all die schönen Kleinigkeiten, die wir in der Weihnachtszeit durch Kleben, Schneiden und Fingerfertigkeit zu neuen Kunstwerken erschaffen.

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Kurz gesagt:

Basteleien

Wenn es um filigrane Handarbeit geht habe ich zwei linke Hände. Ich kann weder eine gerade Linie ziehen, noch etwas ohne zu knicken aufkleben. Was sehr verwunderlich ist, da meine Mutter immer sehr gerne gebastelt hat – als Werklehrerin war das auch irgendwie Teil ihres Jobs.

Dadurch sitze ich jetzt in einer Zwickmühle: In meiner Abstellkammer steht noch eine große Kiste voll mit Bastelzubehör. Mein Vater würde sie am liebsten direkt in den Müll schmeißen, ich würde ihm gerne ein neues Zuhause finden.

Und da kommt ihr ins Spiel!

In diesem Drive-Ordner findet ihr eine Reihe von (mehr oder weniger guten) Fotos des Inhalts der Bastelbox. Schaut euch um, vielleicht ist etwas für euch oder jemanden den ihr kennt dabei (gerne auch wenn ihr Personen oder Organisationen kennt, die sich über dieserart Spenden freuen würden)!

Die Galerie

Nicht abgebildet:

  • Bunt-, Blei- und Filzstifte
  • Farbiges Druckerpapier
  • Foto-Druckerpapier (aus ~2005)
  • Technische Zeichenblöcke
  • Zeichenblöcke (A4)

Ganz wichtig: Alle Preise sind auf Verhandlungsbasis, macht mir einen Vorschlag – und wenn das Geld gerade knapp ist, ihr es aber gerne haben würdet, finden wir da sicherlich auch eine Lösung, da bin ich mir sicher. 🙂
Ansonsten wäre es schön, wenn ihr euch bei den größeren Sachen mit einem Euro am Porto beteiligen könntet.

Schreibt mir alles wissenswerte bitte hier in das Formular ein – Nachfragen, falls etwas nicht erkennbar ist, gerne darüber oder in den Kommentaren.

Also dann: Auf eine schöne Bastelzeit.

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr auch bei:

und vor allem auf der Übersichtsseite.

Anne/Poisonpainter

#Blogvent2020: Nikolaus

Ein weiteres Türchen des Adventskalenders öffnet sich und vielleicht hattet ihr auch eine kleine Süßigkeit im Schuh? In Lexa’s (Meergedanken) #Blogvent2020 geht es heute um genau dieses Thema.

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Nikolaus

Da alle heute vermutlich von bunt gefüllten Stiefeln und Traditionen sprechen, möchte ich die Chance nutzen, um ein bisschen über die Weihnachtsfamilie aus meinem Adventskalender 2017 und dem darauf aufbauenden Projekt #Eishörnchen zu sprechen. Denn die hat eine ganz besondere – oder nervige, je nachdem, wen man fragt – Tradition: Jedes Familienmitglied, dass in die Familie hineingeboren wird hat einen Namen, der an „Nikolaus“ bzw. „Santa C/Klaus“ angelehnt wurde. Wann genau das beschlossen wurde, kann man eigentlich nur noch mit einem das ist „historisch gewachsen“ abtun.

Somit heißen die Geschwister meines Protagonisten Nicholas aus dem #Eishörnchen: Nicole, Klaus und Nick. In wievielter Generation sie diese Namen tragen wird nicht verraten, aber es wird schon einige Kläuse gegeben haben. Allerdings wird auch immer mal geschummelt, wenn es aktive Doppelungen gibt, z.B. beim Bibliothekar des Weihnachtsdorfes Joulky, der nur bei seinem Zweitnamen, Ephraim, genannt wird. Er ist übrigens der Neffe des alten Familienoberhauptes Nikolaus, und somit der Cousin des aktuellen, Nikolai. Verwirrt? Ich auch. 😀 Und nun stellt euch vor ihr wärt in den Schuhen einer Person, die sich in eine:n dieser geborenen Santas verguckt – oder auch nur im Dorf anfängt zu arbeiten. Chaos vorprogrammiert! Vermutlich haben alle Mitarbeitenden insgeheim einen Spickzettel im Zimmer, wo sie sich abends immer die Namen einprägen.

Aber Nicholas erklärt das viel passender:

“Nikolai, Nicholas, Klaus, das klingt nach Absicht”, vermutete Katrin und drehte sich zu ihm, woraufhin Nicholas auflachte.
“Ja, es ist Absicht. Irgendwann wurde mal festgelegt, dass unsere Namen alle ähnlich klingen sollen, um die Tradition zu wahren”, erklärte er, “Mein Großvater heißt sogar Nikolaus.”
“Das ist doch albern”, lachte Katrin.
“Wirklich? Was meinst du wie es ist damit aufzuwachsen gerufen zu werden und erstmal abzuwarten, ob es bei Nick bleibt oder noch weiter geht?”, scherzte Nicholas.
“Warum macht ihr es dann?”, wollte Katrin wissen.
“Weil es Tradition ist”, zuckte Nicholas mit den Schultern, “wir haben eine Weile versucht auch Jack-Varianten als Vornamen zu nehmen, als Jack Frost beliebt war, aber das hat sich nicht wirklich gehalten. Nur Claudia konnte sich bisher durchsetzen, dass ihre Kinder nicht dem Namensschema folgen. Das war ein Kampf mit Großvater …aber sie hat ihn gewonnen”, ergänzte er beeindruckt.
“Warte. Heißt dein Bruder dann Klaus Claus?”
“Claus?”, Nicholas lachte. “Nein, wir heißen nicht Claus, wir haben vor Ewigkeiten unseren Namen an das russische Väterchen Frost angepasst.” Als Katrin ihn verwirrt ansah, ergänzte er: “Djed Moros heißt es im Original und wir haben Maros daraus gemacht.”
“Nicholas Maros, also”, schlussfolgerte Katrin daraus und wurde etwas rot. Es war ihr peinlich, auch hier wieder auf die amerikanischen Filme hereingefallen zu sein.
“Genau.”

Kapitel 11 – Die alten Santas

Der andere Nikolaus

Wusstet ihr eigentlich, dass es in einigen Orten neben bzw. anstatt des Nikolaus-Brauchs auch einen Krampus-Brauch gibt? Der soll sich die unartigen Kinder schnappen und verspeisen. Ein bisschen habe ich in der Kurzgeschichte „Krampus“ aus meinem Adventskalender 2014 damit gespielt.

Auch im #Eishörnchen spielt er eine ganz besondere Rolle, welche das ist, wäre allerdings ein zu großer Spoiler für die Geschichte. Also wer jetzt neugierig geworden ist, und das am 1. Dezember noch nicht gemacht hat, kann hier den kompletten Adventskalender lesen: Adventskalender 2017

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr zum Beispiel bei die Trotzphase, die die Nikolausgeschichte erzählt. Und natürlich mehr auf der Übersichtsseite.

Anne/Poisonpainter

#Blogvent2020: Adventskalender

Da ich auch in diesem Jahr keinen eigenen Adventskalender mache, nutze ich die Chance ich Lexa’s (Meergedanken) #Blogvent2020, um euch ein bisschen durch die Weihnachtszeit zu begleiten. Bis zum 24. gibt es Thementage zu denen Blogger:innen Beiträge beisteuern können. Ich habe mir ein paar herausgesucht zu denen ich etwas sagen kann und bin schon gespannt, was die anderen Teilnehmenden schreiben werden.

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Natürlich macht den Anfang das Thema

Adventskalender

Wie eingangs erwähnt, habe ich selbst Adventskalender geschrieben und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich keinen von ihnen bis Dezember fertig hatte.

Aber lasst uns mal einen Blick zurückwerfen.

Poisons Adventskalender #1: Alles begann in 2014 mit der Idee einen Adventskalender zu Bildern zu erstellen. Es hat auch ganz gut geklappt, ich hatte bald mehr als 24 Bilder zusammen, die wir z.T. später für die Aktion Dein Bild – Eine Geschichte weiterverwendet habe. Die entstandenen Geschichten habe ich damals sogar mal zu einem Verlag in Neubrandenburg gebracht, nur um festzustellen, dass es ein DKZ-Verlag ist. Dennoch habe ich sie mir lektorieren lassen – damals noch ohne vorher Testlesende drübergeschickt zu haben, jetzt bin ich schlauer – und vor allem einschätzen lassen, was davon tatsächlich Kurzgeschichten und was Fragmente sind. Ich habe Pläne für die Fragmente, aber wann ich sie tatsächlich umsetzten werden, tja, wir werden sehen …

Poisons Adventskalender #2: Weiter ging es in 2015, ich wurde ambitioniert, versuchte mich nicht nur an einer Folge-dem-Charakter Geschichte, sondern vor allem an einer Figur, die kein Geschlecht hat. Dafür half mir Hannes Laumeier bei der Entwicklung eines passenden Pronomen. Das diese Neopronomen heißen, lernte ich erst später. Da die Geschichte auf einem kleinen Cliffhänger endet, wollte ich sie eigentlich immer mal fortsetzen, aber mir ist bisher nichts passendes eingefallen, vor allem, da die Charaktere auch erstmal gemeinsam unterwegs sein werden und eine Aufspaltung wenig Sinn ergibt. Aber vielleicht habe ich ja irgendwann mal die zündende Idee.

Poisons Adventskalender #3: Nach Folge-dem-Charakter hieß es 2016 dann: Wähle-dein-eigenes-Abenteuer oder wie ich es gerne spaßhaft beschreibe: 6 1/2 Wege zu sterben. Könnten auch 7 1/2 gewesen sein, ich verzähle mich da regelmäßig. Auch hier habe ich eigentlich vor, dass mal in ein Spielbuch umzuwandeln, zwei Testlesende hatten mir schon Anmerkungen zugearbeitet, umgesetzt habe ich davon aber noch nicht viel … aber irgendwann kann die Berg-Quest dann auch mal in Buchform nachgelesen werden!

Poisons Adventskalender #4: Erschöpft vom Planungsaufwand der vorherigen Jahre und mitten in einer Mandelentzündung suchte ich mir 2017 Hilfe, um die 24 Tage zu füllen. Aus verschiedenen Ecken kamen sie und übernahmen Kapitel oder Abschnitte aus der Geschichte rund um den Weihnachtsmann Nicholas und seine Familie, aber davon werde ich euch an den anderen Tagen noch ein bisschen mehr erzählen. Bleibt also gespannt.

Poisons Adventskalender #5: Nach vier Jahren ging mir die Puste aus. Ich wollte die Adventskalender abrunden, hatte aber keine Energie oder Ideen um eine neue Geschichte zu verwesen. Also habe ich einen Schnipsel-Adventskalender gemacht, in dem ich meine verschiedenen offenen Projekte vorstelle und Einblicke darin gewähre. Das ganze gespickt mit Kurzgeschichten von Gastautor:innen. Von Cupric Art habe ich dafür noch extra diese wunderschöne Grafik bekommen, die seither nicht mehr benutzt wurde:

Poisons Adventskalender Grafik. Auf hölzernem Untergrund liegen abgerissene Ecken aus einem Tagesplaner mit Dezemberdaten, darüber liegt der Schriftzug "Poisons Adventskalender" und ein Leuchtpunkte-Filter. Unten in der Ecke ist mein Logo.

Über die Jahre hinweg, habe ich aber nicht nur meine eigenen Adventskalender bestückt, sondern auch bei anderen mitgemacht:

Nornennetz

Bücherstadt Kurier

Die Krippe – Literarischer Adventskalender 2016, in dem eine sehr interessante Weihnachtskrippe beschrieben wird.

[#RACVillainz] Operation „Joker“ eine Kooperation mit June Is – #litkalender 2018, bei der es Cosplayer ein bisschen zu ernst nehmen mit ihrer Rolle.

[#RACVillainz] Unter dem Mistelzweig #litadvent 2019, Fortsetzung von Operation „Joker“ als Weihnachtsspecial.

Tintenfleck-Blog #Projekt24

Blind Date – Mein Beitrag zur Anthologie „Dinner for Two“ von fruehstuecksflocke auf dem Tintenfleck-Blog, bei der zwei sehr unterschiedliche Wesen sich gezwungenermaßen kennen lernen (müssen).

In diesem Jahr

Da ich keinen eigenen Kalender ausrichte wird es dieses Jahr in erster Linie die Beiträge zum #Blogvent2020 geben, mit denen ich euch ein bisschen auf die Reise durch meinen Blog mitnehme – und am Bastel-Tag auch einen kleinen Gabentisch für euch aufbauen werde.

Das Nornennetz hat sich dieses Jahr entschieden keinen Adventskalender, sondern einen Rauhnächte-Kalender zu machen, diesen eröffne ich am 25.12.

An einem der Adventssonntage wird auch eine weitere Geschichte von mir im Bücherstadt Kurier erscheinen, aber ich verrate noch nicht an welchem.

Ansonsten wünsche ich euch einen guten Start in die Adventszeit.

Weitere Beiträge zum heutigen Thema findet ihr auch bei:

und vor allem auf der Übersichtsseite.

Anne/Poisonpainter

Blogparade: Aus Freizeit wird Freuzeit

Da sie, wie so vieles in diesem Jahr nicht stattfindet, hat die modell-hobby-spiel zu einer Blogparade aufgerufen, an der ich gerne teilnehme. Das wurde mir von einem Buchfink zugezwitschert, aus dessen Team ebenfalls einen Beitrag dazu geschrieben wurde.

Die Prämisse ist dabei Folgende:

Logo der Blogparade unterlegt mit bunten Linien und Formen

2020: das Jahr der Hobbys. Weniger Reisen, mehr Zeit zu Hause und damit jede Menge Freiraum fürs eigene Hobby. Zeit, um neue Hobbys zu entdecken; alte wiederzuentdecken oder einfach nur das geliebte Hobby in Ruhe auszuleben. […]

Wir wollen wissen, welche Hobbys dir dieses Jahr die freie Zeit versüßt und in Freuzeit verwandelt haben.

Für mich hat sich in den vergangenen Monaten was meine Freizeit angeht wenig geändert, da ich immer noch Vollzeit im Home Office arbeite. Dadurch, dass allerdings alle Messen und Reisen ausfallen, für die ich sonst meine Wochenenden und Urlaubstage verwende, musste auch ich mich etwas umorientieren.

Binge doch mal

Zuhause bleiben ist für mich eher der Normalzustand als die Ausnahme, daher ist es nicht verwunderlich, dass ich wieder vermehrt Serien und Filme schaue. Dabei ist mir aufgefallen, das wenn ich sonst eher mal zu einem Drama oder Krimi greife, ich nun mehrere durchgeschaut habe, die eher unter „seichte Kost“ fallen. Der Babysitter Club, Diebische Elstern, aber besonders Mr. Iglesias waren Serien, die ich sehr genossen habe. Zwar behandeln sie auch ernste Themen wie den Verlust eines Elternteils, Rassismus oder Konzentrationslager, aber sie verpacken sie in leicht verdauliche, humorvolle Happen, die die Stimmung nicht zu sehr senken. Und das tut gerade doch irgendwie gut. Ich muss aber auch gestehen, dass ich anstatt neue Dinge zu erkunden, tatsächlich noch ein oder zwei weitere Male (mein Zeitgefühl ist mir mittlerweile vollständig abhanden gekommen, tut mir Leid) Good Omens angesehen habe, einfach weil es eine großartige Umsetzung des Romans ist. Und natürlich zeigt die Serie, dass man eine Apokalypse durch Köpfchen, Zusammenarbeit und gute Argumente abwenden kann. Wäre das doch nicht nur fiktiv …

Als Film ist übrigens The Babysitter’s Guide To Monster Hunting sehr zu empfehlen. Wer besser als ich darin war, zu erkennen, wer sich hinter der Maske des Bösewichts verbirgt, möge sich bitte bei mir melden.

Vermutlich werde ich mir demnächst auch die ein oder andere Weihnachtsschnulze ansehen für das Wohlgefühl, oder zumindest den Spaß, wenn ich mich darüber lustig mache, wie albern die verwendeten Klischees doch alle sind.

Die andere Art des Zuschauens

Wenn nichts live stattfindet, muss man die Dinge eben online verlegen. Viele Messen und Veranstaltungen nutzen dafür nicht nur Discord, sondern vor allem Twitch, um Panel und Workshops für die Leute zugängig zu machen. Doch auch außerhalb gibt es ein breit gefächertes Angebot.

Dadurch habe ich Twitch für mich entdeckt. Zumindest als Zuschauer. Anderen Leute mit der digitalen Anwesenheit in den Kommentaren dabei zu unterstützen ihre Projekte voranzubringen – sich vielleicht selbst auch zu den eigenen motivieren zu lassen – oder Spiele zu bestreiten, hat was. Und je regelmäßiger die Leute streamen, umso besser kann man es auch im Alltag unterbringen.

Gerne und regelmäßig bin ich vor allem bei Elenor Avelle (Schreib- und Zeichenstream, Gaming und wissenswertes) und Michaela Harich (Schreib- und Lektoratsstreams, gelegentlich Gaming) bzw. ihrem Verlag Alea Libris (Lesungen, Verlagsgeplauder, Lektorat, Spielerunden) dabei, aber das sind noch längst nicht alle, denen ich folge.

Um euch nicht zu sehr zu beeinflussen, benenne ich aber nicht noch mehr. Schaut euch doch selbst ein bisschen in der noch immer wachsenden Deutschen Twitch-Szene um, ob vielleicht auch was für euch dabei ist. Vor allem für Schreibende findet sich mehr und mehr.

In kleinen Schritten vorwärts

Wo wir gerade dabei sind. Ein weiteres Hobby, dem ich zur Zeit wieder vermehrt nachgehe ist das Schreiben. Vor allem durch den Schreibstreams am Mittwoch von Elenor in dem wir gemeinsam vor der Kamera sitzen und an unseren Projekten #Schneerot und #Neubrandenwolf arbeiten. Na gut, in erster Linie liegt es an den dafür geschaffenen Motivationswaschbären …

Waschbären? Wie bekommt man denn Waschbären?

Es gib mehrere Möglichkeiten einen digitalen Waschbären zu bekommen, um sich ein bisschen Motivation mitzunehmen. Vor allem für Leute, die ein Bullet Journal über ihre Schreibtätigkeit führen, dürfte das interessant sein, denn Ausdrucken und als Sticker einkleben kann man sie nämlich auch.

Diese sind:

  • Arbeitet man am Tag mindestens 15 Minuten an einem Schreibprojekt, verdient man sich einen Waschbären, den man sich auf Twitter bei Elenor oder mir abholen kann.
  • Schreibt man während des Streams in einer 15-Minuten-Einheit mit, verdient man einen Waschbären, nimmt man noch vier weitere mit, dann sind es sogar zwei für den Mittwoch.
  • Sammelt man von Schreibstream zu Schreibstream fünf davon, bekommt man eine Waschbären-La Ola, die man sich im Stream abholen kann.

Das könnt ihr auch nochmal hier nachschauen:

Manche nutzen die Motivationsmonster, andere die Pomodoro-Methodik oder Apps mit denen man virtuell Bäume pflanzt. Wir nutzen Waschbären und zumindest mir macht es sehr viel Spaß. Auch wenn ich unter der Woche gelegentlich damit „schummele“, dass mein Schreibprojekt nicht der Neubrandenwolf, sondern eine Fanfiction ist. Manchmal will der Kopf nach einem langen Arbeitstag aber auch nicht mehr und wenn man die La Ola dann trotzdem möchte, dann muss man sich anderweitig darum bemühen.

Und die La Ola ist wirklich toll … schaut gerne mal zu Streambeginn (17 Uhr) am kommenden Mittwoch vorbei und freut euch mit uns über erreichte Schreibziele.

Lesen in „einfach“

Wie ich schon im August schrieb, habe ich momentan nicht wirklich die Muße zu lesen. Dadurch, dass mir meine Busstrecke wegfällt, die ich morgens und abends sonst immer gependelt bin, fehlt mir schlichtweg der Rahmen um zu lesen. Bücher gehen dadurch nur beschwerlich wenige Seiten vorwärts, wenn ich mich dann doch einmal an eines setze.

Was ich aber feststellen musste, ist, dass ich Comics momentan wesentlich besser lesen kann. So habe ich zumindest ein paar Bände von meinem SuB nehmen können und vermutlich wird meine Lesestatistik in diesem Jahr auch weiterhin sehr Comic-lastig bleiben. Es ärgert mich ein wenig, dass ich reine Textgeschichten zur Zeit schwer verarbeiten kann – wenn es nicht gerade digitales Testlesen oder, nun ja, Fanfictions sind – aber irgendwann werde ich wieder Busfahren können, dann wird das nachgeholt. Wäre nicht das erste Jahr, dass lesetechnisch etwas flautig ist. Abgesehen davon bedeutet eine gezeichnete Unterlegung einer Geschichte noch lange nicht, dass sie weniger anspruchsvoll ist. Mein aktueller Comic ist Unerschrocken Band 1, eine Sammlung von kurzen Lebensgeschichten bedeutender und beeindruckender Frauen der Weltgeschichte. Da habe ich zum Beispiel gelernt, dass die Schauspielerin Margaret Hamilton, die „Wicked Witch of the West“ aus den alten Zauberer von Oz-Filmen, zum Teil mit Verbrennungen die Dreharbeiten beendete. Oder das Tove Jansson, die Mumin-Erschafferin, sich in regelrechten Mumin-Hass reingearbeitet hat, bis sie ihre Lebensgefährtin kennenlernte und sie dank ihr mit einer neuen Figur ihrer Welt neues Leben einhauchte. Und viele andere faszinierende Persönlichkeiten, die Teils als Kuriositäten (Frau mit Bart, Meerjungfrau) abgestempelt wurden, teils Errungenschaften erzielten, die man Frauen in der damaligen Zeit nicht zutraute und dennoch sich ihren ganz eigenen Erfolg erarbeitet haben. Mindestens die Kaiserin von China erwartet mich noch in diesem Band und ein weiteres Dutzend im Zweiten. Es bleibt also interessant.

Und mit was habt ihr euch vermehrt beschäftigt?

Anne/Poisonpainter

Weitere Beiträge zur Blogparade findet ihr hier: Blogparade modell-hobby-spiel

Wie die Märchen in die Rap-Songs kamen …

Read in English

In den letzten Märchensommern hat Jan Laumeier sich mit Sprache (Mär vom Chen, Einfluss der Brüder Grimm auf die deutsche Sprache) und Adaptionen im Japanischen beschäftigt. Diesmal geht er wieder einen neuen Weg und nimmt uns mit in die Texte seines Lieblings-Rappers.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Teilnehmerin der ersten Stunde, reiht sich Anne Danck nun in die Reihen der Märchensommer Gastbeitragschreiber:innen ein und erzählt euch ein bisschen was zu verschiedenen Märchenadaptionen.

Das Märchen von Marshall Mathers

Wenn ich an Märchen denke, habe ich zuerst Disney-Filme vor Augen, manche habe ich gesehen und manche nicht. Dann kommen mir die Brüder Grimm in den Sinn, gelesen habe ich ihre Ausführungen meist nicht oder vielleicht doch. Natürlich gibt es 1001 Weg, Märchen zu erleben, doch das Interessante ist: Selbst wer sie nicht aktiv aufsucht, kennt eine Handvoll genug um Referenzen zu verstehen. Märchen schlagen tiefe Wurzeln in unsere Kultur.

Es sollte daher nicht überraschen, dass Märchen nicht nur in Disney-Filmen sondern auch in Fernsehserien auftauchen, dass sie für Kinder aufbereitet werden aber auch in Erwachsenenunterhaltung vorkommen. Es gibt sie in Büchern und im Theater und in Comics und in der Musik.

Beispielsweise: Eminem. Der erste Gedanken bei diesem Künstlername ist sicherlich Rapper, manche glauben zu wissen, dass er frauen- und schwulenfeindliche Lieder schreibt (darüber kann man streiten) und vielleicht finden sie ihn lustig oder eklig oder inspirierend – je nachdem welches Lied gerade aus den Kopfhörern tönt. Lose Yourself lautet das Motto.

Was nicht jeder sofort sieht, Eminem ist ein ziemlicher Nerd, nicht nur was Hip Hop angeht sondern auch die typischen Dinge des Nerdtums wie Comics und Videospiele. In seinen Liedern finden sich dazu ständig Referenzen.

„So you’ll be Thor, I’ll be Odin
You rodent, I’m omnipotent“
(Tr.: Also wirst du Thor sein, und ich werde Odin sein. Du ein Nagetier, ich allmächtig)

(Rap God, Marshall Mathers LP 2)

Im Zuge der Comic-Verfilmungen von Marvel wissen nun auch viele nicht-Comicleser, dass es die nordischen Götter in eben diesem Medium gibt. So kann Eminem hier eine schnelle Referenz zum Allvater Odin aufbauen und seine eigene Überlegenheit hervorheben. Eminem als Allvater des Hip Hop, als Gott der Dichtung und des Kampfes – zwei wichtige Zutaten des Battleraps, aus dessen Szene Eminem einst hervortrat und in dessen Geist er heute noch an seine Kunst herangeht. Rap God ist, wie der Titel des Liedes bereits verrät, eine hyperbolische Prahlerei seiner Fähigkeiten und Erfolge im Rap. Unter anderem ausgewiesen durch den Fast Rap im dritten Vers, wo er stellenweise 4 Wörter pro Sekunde rappt.

Von den nordischen Göttern ist es nicht weit zu europäischen Märchen, Legenden und anderen Mythen, die in der westlichen Kultursphäre weit verbreitet sind. Im gleichen Song kommt diese Zeile vor:

„And I don’t know what the fuck that you rhyme for
You’re pointless as Rapunzel with fuckin‘ cornrows“
(Tr.: Und ich weiß nicht, wozu zur Hölle du reimst. Du bist sinnlos wie Rapunzel mit verdammten Cornrows)

(Rap God, Marshall Mathers LP 2)

Rapunzel ist für ihr sehr langes, wallendes Haar bekannt und dies wird häufig offen oder in einem einfachen Zopf dargestellt. Cornrows bezeichnet eine Flechtfrisur, die aus Afrika stammt und zum Markenzeichen hat, dass die Zöpfe sehr eng an der Haut anliegen – also nichts mit Wallen. Der schnelle Hinweis auf die beiden Haartraditionen und ihre gegensätzlichen Herangehensweisen werden damit zum Sinnbild der Inkompetenz des Gegenübers.

Aber Eminem nutzt Referenzen auf Märchen nicht nur, um sich über sich selbst zu prahlen, sondern auch um seine Lebensgeschichte präzise zusammenzufassen. Seine Lebensgeschichte kann anderen als Inspiration dienen.

„turn nothin‘ into somethin‘, still can make that
Straw into gold, chump, I will spin—Rumpelstiltskin in a haystack“
(Tr.: wandel nichts in etwas um, trotzdem kann ich das Stroh zu Gold machen, Trottel, ich werde spinnen – Rumpelstilzchen in einem Heuhaufen)

(Monster ft. Rihanna, Marshall Mathers LP 2)

Aus Stroh Gold spinnen, aus dem Nichts etwas Erschaffen ist im Grunde genau das, was Eminem mit seinem Leben getan hat. Ihm waren nicht viele Möglichkeiten auf den Weg gegeben, sich eine Karriere aufzubauen und in seinem Leben erfolgreich zu sein. Man kennt die Geschichte vielleicht: alleinerziehende Mutter, auf Sozialhilfe angewiesen, Schulabbrecher; dazu noch die Spannung wie er als Weißer in einer Musikrichtung von und für Schwarze Fuß fassen will. Geschafft hat er es dennoch, trotz der widrigen Umstände – aus dem Stroh hat er eine der langlebigsten und erfolgreichsten Karrieren im Hip-Hop geschaffen.

Ein letztes Beispiel, wie eine künstlerische Umformung von Märchen und Sprichwörtern neuen und personalisierten Sinn gibt.

„Unicorn in human form, saw a gift horse
Looked him dead in the mouth“
(Tr.: Einhorn in Menschengestalt, sah einen geschenkten Gaul und sah ihm direkt ins Maul)

(Lord Above ft Mary J. Blige & Eminem, Family Ties von Fat Joe & Dr. Dre)

Bekannt sind Einhörner als weiße, meist pferdeähnliche Wesen mit einem Horn auf der Stirn. Ein märchenhaftes Wesen als Vergleich zu seinem märchenhaften Leben. Einhörner sind magisch aber auch wild, das gleiche lässt sich leicht über seine Lieder sagen. Seine Gabe, Wörter in komplexe Reime zu verpacken, wird von vielen Meistern des Genres hochgelobt. Gleichzeitig umgeben ihn immer wieder Kontroversen bezüglich seiner Texte, über vermeintliche frauen- und schwulenfeindliche Äußerungen, die blutrünstigen Horror-Elemente und die Verherrlichung von Drogen, ganz abgesehen von all dem Fluchen. Aber statt, dass ihn harsche Kritik zähmt, macht er unbeirrbar weiter.

Die Abwandlung des auch im Englischen vorkommenden Sprichworts: einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, spielt auf sein schwieriges Verhältnis mit Ruhm an. Seine Fähigkeiten im Rap sind ihm sowohl Segen als auch Fluch manchmal, ein wiederkehrendes Thema in seiner Musik.

Es zeigt sich also, Referenzen auf Märchen, Legen und Mythen sind nicht nur althergebrachte Elemente des westlichen Kulturkreises, sie können noch heute produktiv eingesetzt werden. Auch in einer Kunstform, die man nicht sofort mit den Brüdern Grimm assoziiert.

Der Gastautor:

In Greifswald studierte Jan Laumeier Sprachwissenschaft und trat mit dem Autorenverein GUStAV zu Lesungen auf. Das Publikum lachte, weinte und staunte mit seinen Kurzgeschichten. Er schreibt von Problemen der Liebe und des Alltags, von Mythen, Magie und Tod, von fremden Kulturen und Sprachen. Sein Lieblingszitat ist: „Habe keine Angst vor der Perfektion: du wirst sie nie erreichen.“ (Salvador Dalí)

Homepage: Tintenlöwe
Twitter: @Ingenius11


Lies auf Deutsch

During the last Märchensommers (Fairy Tale Summrs) Jan Laumeier talked about language (Tale of Chen, Influence of the Brothers Grimm on German) and about adaptions in Japanese. This time he takes a new route and takes a closer look at the lyrics of his favourite rapper.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

The Eminem Tale

When I think about fairy tales, I think about Disney movies first, some I watched and some I haven’t. Second thought goes to Brothers Grimm, which I probably haven’t read or maybe I did. Of course there are 1001 ways to consume fairy tales, but the interesting thing is: Even if we don’t engage with them actively, we know about a handful well enough to understand references. Fairy tales have deep roots in our culture.

It’s then unsurprising, that fairy tales don’t only appear in Disney movies but also in TV shows, they are sanitized for children to enjoy but are also part in more adult content. They are present in books and in theaters, in comics and in music.

Case and point: Eminem. Your first thought reading that name probably is: rapper, some think he writes misogynistic and homophobic song (which is debatable), but some might find him funny or disgusting or inspiring – depends entirely on the song you’re listing to. Lose yourself in the music.

What you might not know is that Eminem is quite the nerd, not just all things hip hop, but also about rather typical aspects of nerd culture like comic books and video games. In his songs are numerous references to this.

„So you’ll be Thor, I’ll be Odin
You rodent, I’m omnipotent“

(Rap God, Marshall Mathers LP 2)

Now with all of Marvel’s movies even people without much knowledge about comic books know, that the nordic gods are very well present in this medium. So, Eminem can throw a quick line about allfather Odin to show his own superiority. Eminem as the allfather of hip hop, as the god of poetry and battle – two important pieces of competitive rap, which is where Eminem comes from and how he still views his work. Rap God, as the title implies, is a hyperbolic bravado about his skills and success in rap. Not the least exemplified by the fast rap in the third verse, when he gets as fast as four words per second.

Close to the nordic pantheon are European fairy tales, legends and myths, which are common in Western culture. In the same song we hear this line:

„And I don’t know what the fuck that you rhyme for
You’re pointless as Rapunzel with fuckin‘ cornrows“

(Rap God, Marshall Mathers LP 2)

Rapunzel is widely known for her very long and flowy hair, often depicted open or in a simple pigtail. Cornrows describe a hair tradition from Africa, in which the hair is braided very close to the scalp – the opposite of flowy. This quick juxtaposition of hair traditions highlights the opposing strategies and the mix of them signifies the incompetence of Eminem’s opponent.

But he uses references to fairy tales not just to overtly brag about himself, but also to concisely sum up his life’s story. A life story that shall inspire the listener.

„turn nothin‘ into somethin‘, still can make that
Straw into gold, chump, I will spin—Rumpelstiltskin in a haystack“

(Monster ft. Rihanna, Marshall Mathers LP 2)

Make straw into gold, make something out of nothing is precisely what Eminem did with his life. He didn’t have many opportunities growing up to build himself a better life or a career. You heard the story before: single mom, dependent on welfare, high school drop-out. On top of that, the tension of him, a white guy, wanting to be a respected part of a music genre made by and for Black people. Nevertheless, he succeeded despite all adversity – from straw he made one of the long-lasting and most successful careers in hip hop.

A last example of how art can reshape fairy tales and proverbs into a new and personalized truth.

„Unicorn in human form, saw a gift horse
Looked him dead in the mouth“

(Lord Above ft Mary J. Blige & Eminem, Family Ties von Fat Joe & Dr. Dre)

Basic knowledge about unicorns is that they are white, horse-like creatures with a horn on their head. A legendary creature to compare a legendary life. Unicorns are magic but also wild, the same can be said about his music. His skill to put words into complex rhyme schemes is broadly praised but other masters of the craft. At the same time, Eminem is surrounded by controversy: His songs are often perceived as misogynistic and homophobic, the horror elements are often too bloodthirsty and there’s some glorification of drug use; also all the cursing. But the harsh critic never tamed him, instead he raps on single-mindedly.

The modification of the proverb: never look a gift horse in the mouth, alludes to the difficult relationship he has with fame. His skills sometimes feel like a gift but also like a curse, a recurring motive in his songs.

Although fairy tales, legends and myths are old and traditional elements of Western culture, they are still productive pieces of our shared imagination. Equally so in an art form one may not readily associate with the Brothers Grimm.

The Guest-Author:

Jan Laumeier studied linguistics in Greifswald and performed readings with the author association GUStAV. The audience laughed, cried and marveled at his short stories. He writes about the problems of Love and everyday life, about myths, magic and death, about foreign cultures and language. His favourite quote is: „Don’t fear perfection: You will never reach it.“ (Salvador Dalí)

Homepage: Tintenlöwe
Twitter: @Ingenius11

Anne/Poisonpainter

Tiere im Märchen

Im heutigen Märchensommer Gastbeitrag erzählt uns Christina Löw ein bisschen was zu Tieren in Märchen, besonders ihren eigenen beiden.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

– und wo sie in meinen Adaptionen zu finden sind

Beim Thema »Tiere im Märchen« fallen den meisten sicherlich einige ganz bekannte Vertreter:innen ein: der Wolf in »Rotkäppchen«, der titelgebenden Frosch im »Froschkönig«, die Zicklein samt Ziegenmutter in »Die sieben Geißlein« und viele andere. Die Liste an Märchen, in denen Tiere eine Haupt- oder Nebenrolle spielen, Prota- oder Antagonist:innen sind, ist ziemlich lang – und könnte das eine oder andere Buch füllen.

Deshalb beschränke ich mich für meinen Beitrag im Märchensommer 2020 lieber auf die Märchen, mit denen ich mich bisher in meinen Adaptionen beschäftigt habe, und natürlich die Tiere darin.

Von Eichhörnchen, Meerschweinchen und einer Gans

Als ich überlegt habe, welches Märchen ich für meinen Debütroman adaptieren möchte, hat die tierische Besetzung von »Der Zwerg Nase« von Wilhelm Hauff eine gar nicht so kleine Rolle bei meiner Entscheidung gespielt. Ich erinnerte mich an das Kunstmärchen noch aus meiner Kindheit, hatte direkt das Eichhörnchen vor Augen, in das Protagonist Jakob zwischenzeitlich verwandelt wurde, und auch die Gans, die ihm später half, anstelle seiner zwergischen wieder eine ›normale‹ menschliche Gestalt zu bekommen.

Rational kann ich es nicht wirklich erklären, ich mag hilfreiche Tiere in Märchen einfach. Und bei der Figur der Mimi (der Tochter eines Zauberers, die in der Gestalt einer Gans feststeckt) gefiel mir von Anfang an, dass sie absolut nicht auf den Schnabel gefallen ist. Bei den Eichhörnchen und Meerschweinchen wiederum, die der Fee des Märchens in Küche und Haushalt zu Diensten sind, fand ich den Spagat zwischen tierischem und menschlichem Gebaren spannend. Sie sind Tiere und doch irgendwie auch wieder nicht.

Ein Thema, das sich durch das ganze Märchen zieht: Schein und Sein, Charakterzüge, die sich auf die eine oder andere Weise im Äußeren niederschlagen, das wahre Antlitz, die verwandelte Gestalt. Und oft genug die Frage: Was ist wirklich und was nicht?

Knuffige Tiere, untote Tiere und eine Gans mit schrägem Humor

Cover Träume voller Schatten

Für meinen Roman »Träume voller Schatten« habe ich die tierische Besetzung aus »Der Zwerg Nase« ein kleines bisschen erweitert … Und so tummeln sich neben den bereits erwähnten Meerschweinchen und Eichhörnchen dort auch Zombie- bzw. Skelett-Varianten eben dieser Tiere, die meinem Protagonisten für eine gewisse Zeit im Schlafen wie auch im Wachen ziemlich zusetzen. Die Gans durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen – mit einem durchaus etwas eigenen Humor. Wer sich hier hinter dieser Gestalt verbirgt, habe ich bewusst offen gelassen, aber meine Leser:innen haben durchaus schon die eine oder andere Vermutung angestellt.

Auch mein Protagonist Patrick durchläuft in der Geschichte so einige (Ver-)Wandlungen, äußerer wie innerer Natur, manche echt, manche vielleicht auch nur geträumt oder in seiner Wahrnehmung begründet. So stellt er sich irgendwann die Frage, die wir alle uns wahrscheinlich hin und wieder auch stellen: Tragen wir nicht alle eine Maske? Oder manchmal gleich mehrere?

Wer wir sein wollen und wer wir sind, mag durchaus voneinander abweichen. Ebenso offenbaren wir ganz sicher nicht jedem, dem wir begegnen, (direkt) unser tiefstes Inneres. Wer in unserem Leben bekommt welche Facette von uns zu sehen? Was gestehen wir uns selbst ein?

Tierische Gestalten und was wirklich dahintersteckt

In vielen Märchen, in denen die tierische Gestalt der Figuren nicht zwangsläufig dauerhaft ist, geht es darum, jemanden trotz eben jener Verwandlung zu erkennen – und zu erlösen. Es geht darum, die Wesenszüge der vertrauten Person trotz der fremden Gestalt zu identifizieren und dadurch zu beweisen, dass man als Paar zusammengehört. Und natürlich, dass man bereit ist, alle möglichen Prüfungen füreinander zu bestehen.

Im Märchen »Der Zwerg Nase« sieht das etwas anders aus. Hier hat Jakob bei seiner Rückverwandlung zwar auch Hilfe (durch die Gans Mimi), aber er muss einiges an Entwicklung erst einmal selbst leisten. Zum Beispiel erkennen, dass das Äußere nicht alles ist, wie verletzend es sein kann, wenn andere einen plötzlich so vorschnell verurteilen, wie man selbst es wenige Zeit vorher getan hat. Und dass einen das Glück ganz unverhofft finden kann, wenn man nicht nur auf sich selbst bedacht ist, sondern z.B. anderen hilft, ohne direkt eine Gegenleistung zu erwarten.

Ähnliche Aspekte greife ich in meiner Adaption auf, denn auch hier hat Patrick auf seiner albtraumhaften Reise durch die Geschichte Unterstützung – er muss sie nur erst erkennen und auch zulassen –, viele Schritte muss er aber selbst gehen. Oft reicht im Leben nun mal nicht ein bloßes Fingerschnippen, um eine Veränderung zu bewirken, ist in den meisten Fällen harte Arbeit nötig.

Von Wünschen und magischen Katzentieren

Cover Kater unterm Korallenbaum

Dass das mit dem Fingerschnippen – oder in ihrem Fall: dem Wünschen – durchaus so eine Sache sein kann, muss auch die Protagonistin aus meinem zweiten Roman »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein« erkennen. Ganz im Gegensatz zu dem Märchen, auf dem diese Geschichte basiert. Denn in »Der gestiefelte Kater« von den Brüdern Grimm kommt der jüngste Müllersbursche doch recht einfach an das, was er sich von dem titelgebenden Flauschtiger wünscht.

Ich persönlich stand der Figur des gestiefelten Katers immer recht zwiespältig gegenüber. Denn einerseits mag ich wie gesagt hilfreiche Tiere im Märchen, aber andererseits sind die Methoden, mit denen der Kater die Wünsche des Müllersburschen erfüllt, gelinde gesagt, etwas fragwürdig. Und auch das ganze Märchen hat mich nach dem Lesen immer etwas unbefriedigt zurückgelassen … Was ist schließlich hier die Moral der Geschichte? Was lernt unser Held?

Da sagt mir doch die umgedichtete Version aus »Janosch erzählt Grimms Märchen« deutlich mehr zu. Diese war es schließlich auch, die mich zu meiner Adaption des Märchens inspirierte – zusammen mit einem gewissen realen Katzentier, das beim Schreiben sehr oft auf meinen Beinen oder irgendwo in meiner Nähe flauscht. Aus der Sicht dieses Kätzchens war ein Roman mit Katze bzw. Kater längst fällig!

Kommt ein Kater aus Japan nach Köln

Schlussendlich habe ich in dem Roman »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein“ sowie der Novelle »Maneki-neko«, welche die Vorgeschichte des Romans erzählt, nicht nur das Grimmsche Märchen, sondern auch die Legende der japanischen Glückskatze aufgegriffen. Die Maneki-neko (japan. Winke-Katze) ist heute vor allem als beliebter Glücksbringer in Gestalt einer aufrecht sitzenden Katze bekannt, die Betrachter:innen mit ihrer rechten oder linken erhobenen Pfote herbeizuwinken scheint.

Gemeinsam ist beiden literarischen Katzengestalten, dass sie denjenigen helfen, mit denen es das Schicksal (scheinbar) nicht sonderlich gut gemeint hat. In der japanischen Legende sind es z.B. eine alte Frau, die durch eine fehlende Einkommensquelle Not leidet, oder die Bewohner:innen eines Tempels, die nur durch die Unterstützung einer Maneki-neko einem Überfall entgehen. Und im Grimmschen Märchen kümmert sich der gestiefelte Kater um den jüngsten Müllersburschen, der im Gegensatz zu seinen älteren Brüdern nicht die Mühle oder den Esel erbt, sondern eben ›nur‹ den Kater.

In meinen beiden katzigen Geschichten kommt die (magische) Samtpfote in der Gestalt von Kater Sasuke daher. Dieser steht in der Novelle erst Mamoru Saito bei und hilft im Roman, rund 25 Jahre später, seiner jüngsten Tochter Yuki.

Ein Kater, der alle deine Wünsche erfüllen kann?

Da sagt der Müllersbursche aus dem Grimmschen Märchen bekanntlich nicht gerade Nein. Und auch meine Protagonistin Yuki zögert nicht lange, als Kater Sasuke ihr offenbart, dass er nicht nur sprechen kann, sondern auch über gewisse Fähigkeiten verfügt, mit denen ihre Wünsche Wirklichkeit werden können.

Allerdings liest sie dabei das Kleingedruckte nicht bzw. hört nicht wirklich zu, als der Kater ihr sagt, dass Magie nicht leichtfertig verwendet werden sollte … Was darauf folgt, könnt ihr euch sicherlich schon denken, denn im Gegensatz zum Märchen hört meine Adaption nicht damit auf, dass Yuki alles bekommt, was sie sich wünscht. Im Gegenteil.

Vielmehr lernt sie etwas ähnliches wie das, was der gestiefelte Kater aus »Janosch erzählt Grimms Märchen« zu seinem Schützling sagt: »Ich bin reicher als reich. […] Denn ich brauche nicht reich zu sein. Und das ist mehr. Obendrein bin ich noch lustig. Und gesund.«

Das märchenhaft-tierische Fazit

In meinen bisherigen Märchenadaptionen helfen die Tiere den Protagonist:innen der Geschichten nicht ›einfach nur so‹, sondern sie unterstützen sowohl Patrick wie auch Yuki dabei, sich selbst zu helfen. Ihr Leben in die eigenen zwei Hände zu nehmen, herauszufinden, was sie wirklich wollen, was ihnen wichtig ist – und wer sie tief in ihrem Innen sind bzw. sein wollen. Das zieht sich als ein gemeinsames Thema durch beide Romane, so unterschiedlich sie ansonsten auch sein mögen.

Für meine zukünftigen Märchenadaptionen, die aktuell in Planung sind bzw. gerade geschrieben werden, kann ich auf jeden Fall schon verraten, dass es auch in ihnen wieder die eine oder andere tierische Rolle geben wird … möglicherweise bietet sich also im nächsten Jahr eine Neuauflage dieses Beitrags an. Mit mehr Tieren, mehr Märchen – und auch ein paar ganz neuen tierisch-märchenhaften Aspekten.

Die Gastautorin

Christina würde am liebsten den ganzen Tag über schreiben, um allen Ideen, die ihr durch den Kopf hüpfen, die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Im Moment müssen sich ihre Plotbunnies jedoch auf die Abendstunden beschränken. Tagsüber arbeitet sie als Literatur-Übersetzerin und Lektorin/Korrektorin sowie Journalistin und Kunstvermittlerin.

Homepage: Christina Löw
Facebook: Christina Löw
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Anne/Poisonpainter