Märchenspinnerei im Interview: Sabrina Schuh & Christina Löw

Ein letztes Märchenspinnerinnen Doppelinterview gibt es heute im Märchensommer.

Die eine Adaption ist schon etwas älter, die andere gerade frisch geschlüpft …

Sabrina Schuh – Unter pinken Sternen

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

„Sterntaler“ verschenkt ja ihren ganzen Besitz. Meine Protagonistin kann das nicht so extrem tun, aber allgemein dieses Verschenken einzubauen, war ziemlich herausfordernd, denn es sollte ja glaubwürdig in die Geschichte integriert werden und zu moderner Obdachlosigkeit passen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Hmm… die Recherche. Sie hat mich nicht direkt zur Verzweiflung gebracht, aber sie hat mich extrem mitgenommen, denn die ganzen Gespräche und Schicksale gehen einem schon an die Nieren.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich liebe das Original am meisten, das ist einfach mein Lieblingsmärchen seit dem Kindergarten. Außerdem gibt es von den Öffentlich-Rechtlichen eine Verfilmung von 2011, die ich ganz gut finde.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich habe auf der Straße beim Recherchieren einen jungen Mann kennengelernt, der die Rolle von Fabian perfekt besetzen könnte. Für die Nebenrolle des Sicherheitsmanns habe ich einen ehemaligen Arbeitskollegen vor Augen und für Silke eine bestimmte Bloggerin. Ich stehe auf unverbrauchte Gesichter, daher wird euch das vermutlich wenig weiterhelfen.

Mehr zu Susanne gibt es hier:

Interview zu Unter schwarzen Federn: Sabrina Schuh

Facebook: Sabrina Schuh  – Autorin

Christina Löw – Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Idee, mich an einer Adaption des gestiefelten Katers zu versuchen, kam mir zum ersten Mal im Herbst 2017, als ich eigentlich an meiner Zwerg-Nase-Adaption arbeiten sollte … doch irgendwie wurde der Plot nicht rund. Einige Zeit später entwarf ich mehrere Kurzgeschichten rund um den gestiefelten Kater, doch auch dabei kam ich nicht zum Abschluss. Etwas fehlte, etwas passte noch nicht.

Bis ich mich Mitte Juli 2018 erneut hinsetzte und im brainstormenden Ping-Pong mit meinem Mann nicht nur die grobe Geschichte, die heute »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein« heißt, mehr oder minder in einem Rusch plottete, sondern auch gleich noch die Vorgeschichte mit entwarf. (Letztere schlummert bislang unveröffentlicht, aber fertig geschrieben in meiner Schublade.)

Langer Rede kurzer Sinn: Am schwierigsten auf dem Weg vom Märchen zu meiner Adaption fiel es mir, unter allen möglichen Ideen, die mir durch den Kopf schwirrten, diejenige auszuwählen, die aus dem Märchen am besten ›meine‹ Geschichte macht. Denn der Stoff des Märchens reicht bei mir dramaturgisch gesehen maximal bis zum ›Midpoint‹ meines Buchs.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nachdem der Plot endlich rund war? Nicht mehr viel. 😀

Das Schreiben selbst hat mir Spaß gemacht und danach habe ich aus dem Lektorat und von meinen Testleserinnen so viel hilfreiches Feedback bekommen, dass ich selbst den Überarbeitungsprozess eher als bereichernd wahrgenommen habe.

Und auch die Recherchen, die stellenweise ziemlich (!) zeitaufwendig waren, haben mir eher erneut gezeigt, wie spannend ich es finde, mir ganz viel Detailwissen anzueignen. Immerhin kann ich jetzt z.B. allen, die es wahrscheinlich nicht wissen wollen, genau erklären, wie in Japan der Ticketkauf beim Busfahren funktioniert. (Nicht, dass das später im Buch gelandet wäre.) 😉

Einiges Nerven hat mich dagegen die Titelsuche gekostet … Es brauchte mehrere Wochen, unzählige Stunden und auch die helfenden Hirnzellen einiger Menschen, bis der Titel endlich stand.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich bin vor einiger Zeit auf das Buch »Janosch erzählt Grimms Märchen« gestoßen und mag die darin enthaltene Adaption vom gestiefelten Kater recht gern. Im Unterschied zur grimmschen Fassung, in der der Kater dem jüngsten Sohn einfach alle seine Wünsche (und noch mehr) erfüllt, zeigt Janoschs Kater dem Protagonisten, was im Leben einem wirklich Zufriedenheit schenkt – und das ist nicht ein Überfluss an materiellen Gütern.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Meine Protagonistin ist – wie auch alle Mitglieder ihrer Familie – japanischer Abstammung. Das schränkt bei einer deutschen Verfilmung das Casting schon deutlich ein, fürchte ich. Bei einer internationalen Produktion hätte ich aber ein paar Ideen. 🙂

Noch etwas schwieriger als Yuki wäre es wahrscheinlich, Sasuke zu casten … denn natürlich kann diesen Kater nicht jedes Katzentier spielen. 😉

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Interview zu Träume voller SchattenChristina Löw

Homepage: Christina Löw
Facebook: Christina Löw
Twitter: @christina_loew

Vielen Dank, Sabrina & Christina!


Anne/PoiSonPaiNter

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