Monthly Archives: Juni 2019

#fairytaleandmefacts

Heute mal ein bisschen was anderes. Auf Twitter und Facebook habt ihr es vielleicht schon gesehen, aber hier noch mal ausführlicher.

June Is erstellte Anfang des Märchensommers diese kleine Challenge für Twitter. Für jeden Like galt/gilt es einen Fakt zu beantworten. Das ist bei mir rausgekommen:

1. Was magst du an/in Märchen?

Ich mag an Märchen, das sie sich eigentlicj alles erlauben und total absurd sein können. Sprechende Tiere? Verzauberte Menschen? Geister, die einem zur Hilfe eilen? Klar! Gibt’s alles!

2. Bücherverbrennung. Welches einzige Märchen rettest du? Warum?

Ich rette … öhm … ein Märchen, das von ganz vielen anderen erzählt. So wie 1001 Nacht, nur halt mit allen Märchen, die es gibt.

3. Mit wem würde sich Schneewittchen in Hogwarts anfreunden?

Denke, Schneewittchen würde sich mit den Hauselfen anfreunden. Die Disney-Version hat ja das ganze Tierlieb-Zeugs, aber alle eint, dass sie gern gemocht wird, außer von ihrer Stief/mutter also wird sie so Anschluss finden.

Zum Thema Stiefmutter empfehle ich Eva-Maria Obermanns Gastbeitrag. Wer mehr über Schneewittchen lernen mlchte, widme sich Katherina Ushachovs.

4. Wenn Hänsel und Gretel in deiner Stadt spielte – wer wäre die Hexe?

Puh, ich kenne zwar ein paar Leute, die über Kochen mit Kindern nachdenken, aber ich denke, da müsste man doch eher ein paar Orte weiter im Penzliner Hexenkeller nachsehen, ob da noch wer überlebt ubd sich verkrümelt hat …

5. Du wachst auf und bist auf einmal Aschenputtel. Deine Lösung?

Nach anfänglicher Verwirrung, würde ich das Gespräch mit Vaddern suchen. Sollte das nicht helfen, vertraue ich auf meine natürliche Haushaltsunfähigkeit und Faulheit, dass sie sich dann jemanden vernünftiges anschaffen oder mithelfen.

6. Rapunzel – Past or Future of Dating?

Im Turm rumsitzen und darauf warten, das irgendwer an den Haaren hochklettert? Näääh … da meine Haare eh viel zu kaputt & dünn dafür sind, zieh ich lieber selbst hinaus in die weite Welt & guck, wer so guckt. Reisen macht eh viel mehr Spaß.

7. Nenne ein Märchen, das dir Kopfzerbrechen bereitet (+ Grund).

Hans. Im. Glück. Ich werde es wohl nie verstehen … er ist einfach so … aaargh … ich mein Goldklumpen … er tauscht nen verdammten Goldklumpen gegen nen bockiges Pferd und freut sich drüber …

Etwas ausführlicher, könnte ihr meine Jammerei *hier* nachlesen.

8. Dornröschen als Film – welche Schauspieler wählst du als Regisseur?

Schauspieler … puh … iwie mag ich Tessa Thompson als Dornsröschen nehmen, damit sie sich neben ihren Kickass-Rollen mal ausruhen kann. Königspaar kann irgendwer Altes sein. Maleficent … hmm … der Film hat sie recht sympatisch gemacht, daher bin ich versucht einen gewissen Pinguin dafür nehmen zu wollen und eine männliche Fee hätte auch mal was … als Frau wäre Kate Blanchett vermutlich zu dicht an Jolies Version, wenn man Hel bedenkt … und ich höre besser auf, bevor ich mir noch ein Plotbunny einfange …

9. Roleplay Wolf. Frisst du Rotkäppchen oder den Inhalt ihres Korbes?

Ich denke, ich nehm den Korb. Rotkäppchen lass ich lieber andere Abenteuer bestreiten … und schau ihr dabei Kuchen futternd und Wein schlürfend bei zu …

10. Welcher Song passt für dich zum tapferen Schneiderlein?

Zum Tapferen Schneiderlein passt glaube ganz gut Schandmauls „Drei Prüfungen“, auch wenn es da um andere Prüfungen als Einhorn-, Wildschweinjagd und Riesenbekämpfung geht.

11. Welches Tier wärst du bei den Bremer Stadtmusikanten? Warum?

Da ich irgendwie immer diejenige bin, die bei Projekten am meisten macht, bin ich wohl der Esel … sieht man schließlich auch an meinem Maskottchen … was ja doch eher nach Esel aussieht, auch wenn ich es gelegentlich noch als „Deer“ also Reh bezeichne.

12. Magst du eigentlich Frösche?

Ja, doch, Frösche sind in Ordnung. Bin mir nicht sicher, ob ich irgendwann mal Froschenkel probieren würde, aber doch, vermutlich schon … als Kind Grasfrösche fangen und als Erwachsene Susi essen hab ich mich schließlich auch getraut.

Aufgepasst!

Unter allen, die jetzt Gefallen an den Fragen gefunden haben und sich auch beantworten wollen, verlost June bis zum Ende des Sommers noch ein mobi E-Book von „Das Haus am grünen See“, einer Anthologie des OhneOhren Verlag, mehr Infos: hier. Die Challenge ist auf Twitter ausgelegt, da sie nur da einen Account hat. Wer es über FB ausprobieren will, verlinkt mich oder kann auch hier mit einem Link in den Kommentaren reagieren, um in den Lostopf zu hüpfen.

Da ich wesentlich mehr als die zwölf notwendigen Likes bekommen habe, bat ich um noch ein paar Fragen.

Diese drei bekam ich von Christina Löw:

13. Siehst du dich eher als Rapunzel oder Schneewittchen?

Oben schrob ich ja schon was zu beiden, aber ich denke Rapunzel passt eher, vielleicht liegt das aber auch daran, dass mir noch kein vernünftiges Schneewittchen begegnet ist. Sie sind zwar beide leichtgläubig, aber ich denke Rapunzel ist eigenständiger und sie muss sich bis zum Prinzen nur mit ihrer Mutter rumärgern und nicht mit sieben Mitbewohnern, die bekocht und betüttelt werden wollen … und wieso lauern da schon wieder Plotbunnies?

14. Was würdest du der Ziege aus „Tischlein deck dich“ gerne mal sagen?

Gute Frage … hmmm … ich denke, ich würde sie an eine Stelle binden, wo man den Fraß sehen kann und dann den Vadder dazu holen, das er es sieht, sie ihn aber nicht und dann fragen: „Na, satt geworden?“ Ist glaube lustiger als mein initiales „Dann friss halt nicht du dummes Vieh“ …

15. Wie sähe dein perfektes Date mit einem Märchenprinzen oder einer Märchenprinzessin aus?

Schlosserkundung muss drin sein, tolles Essen auch und vielleicht irgendwas sportliches zum Spaß, Bogen schießen oder so.

Mehr Zusatzfragen habe ich leider nicht erhalten, wer mag kann aber gerne hier noch welche stellen, ich ergänze sie dann. 🙂

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #123

wegWas ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Leser*innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das vierte Märchenrätsel werfen:

Himmelfarbende Erleuchtung

Welches Märchen suche ich?

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Anne/PoiSonPaiNter

Stella Delaney: Das Leuchten am Rande des Abgrunds

Auch heute gibt es im Märchensommer wieder eine Rezension. Diesmal zu Stella Delaneys Leuchten am Rande des Abgrunds. Einer Dystopie, die Elemente aus der kleinen Meerjungfrau verwendet.

Worum geht’s?

5 of 5 stars

Sam schwankt zwischen Monotonie des Alltags und den Konsequenzen seiner Trennung. Wie banal beides ist, lernt er, als er auf Alexis trifft, denn sie hütet ein dunkles Geheimnis.

Sieben Tage haben sie Zeit dieses zu entschlüsseln, um eine Katastrophe zu verhindern, die das Leben, wie sie es kennen, auslöschen würde.

Können sie es schaffen? Und was hat Sams verstorbene Familie damit zu tun? Und wer ist eigentlich Alexis?

Das Leseerlebnis

Stella schafft es durch eine ruhige Atmosphäre die nahende Bedrohung auf faszinierende Art herbeizuführen. Unterstrichen wird dies durch ein wässriges und fließendes Layout, das einen schönen Kontrast zum komplexen Thema bildet. Es ist zwar nur ein kurzes Buch, es wirkt aber, als wenn viel mehr darin erzählt wurde.

Vor jedem Kapitel gibt es eine Art Rückblick beziehungsweise Einblick in die Gedanken eines Charakters. Erst ganz zum Schluss wird klar, wessen Blickwinkel diese sind und ich musste die Passagen gleich noch einmal lesen, da ich einen anderen dahinter vermutete.

Die Charaktere

Sam ist ziemlich naiv aber irgendwie kauft man es ihm eher ab, als so manch einem anderem Charakter in der Literatur. Sein Umgang mit Alexis wirkte entsprechend unbeholfen. Die Beziehung zu dieser war auch etwas verwunderlich, durch die Glaubwürdigkeit seiner Art wirkte es allerdings wieder passend. Sie selbst wurde zu einem immer faszinierenderen Charakter, je mehr man über sie erfuhr.

Die anderen Nebencharaktere sind zwar hauptsächlich einfach nur für ihre Aufgaben da, ein paar unerwartete Wendungen gibt es dennoch.

Generelle Meinung

Durch Stellas wunderbaren Schreibstil entsteht eine dystopische Welt, deren Gefahren schleichend und nicht bombastisch auf einen einstürzen. Dadurch entsteht eine faszinierende Atmosphäre, die für ein tolles Lesevergnügen sorgt.

Die Meerjungfrau-Elemente sind interessant eingebunden und runden das Ganze weiter ab.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Leuchtem am Rande des Abgrundes hat es 2019 bis auf die Shortlist des Indie Phantast gebracht.

Die Geschichte ist nicht als Adaption zur kleinen Meerjungfrau gedacht, die eingebundenen Elemente lassen sie dennoch wie eine solche wirken. Daher auch die Inklusion in den Märchensommer.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

Schreiberlinge im Interview: Odine Raven

Nicht nur die Märchenspinnerrinnen kommen im Märchensommer zu Wort. Auch ein paar anderen Autorinnen habe ich Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Odine Raven

Ein paar Daten zu dir:

Seit 2016 veröffentliche ich im Selbstverlag meine Fantasyromane, darunter auch mehr oder weniger magische Märchen, wie „Rotkäppchens Lied der Wölfe“, „Dornröschen spinnt!“ und „Schneewittchens Sieben“. Spätestens nächstes Jahr erscheint meine „Hex vom Tann‘ am Berge“, und eine kleine Meerjungfrau ist auch am Enstehen. Ansonsten bin ich Frontfrau einer Punkrock Band – Ein Rudel Möwen – und Mama von drei wunderbaren Töchtern.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen Märchen:

1. Welches Element deiner Märchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Das Märchen so zu schreiben, dass es etwas völlig Neues wird und trotzdem wiedererkennbar bleibt

2. Was hat dich bei der Arbeit an den Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nichts. Es war eine traumhafte Reise in fantastische Welten.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) der Märchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Die vom Sonntagsmärchen auf KIKA!

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Unbekannte, unverbrauchte Schauspieler! Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen zu begleiten, die ihren Weg gehen!

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deiner Märchen?

Verfilmen wäre toll, also Dornröschen sehe ich schon vor mir auf KIKA das würde vielen Mädchen glaub ich ganz gut gefallen, wie die Prinzessin einem jungen Mann das Tischlern beibringt! Und Schneewittchen, das wäre was fürs Kino, humorvoll und spritzig, mit Figuren, die zwar leicht überzeichnet, aber eigentlich doch ein typischer Querschnitt unserer Gesellschaft sind.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Nach der Schule aufs Bett geflackt und Grimms Märchen – ein irre dicker Wälzer – aufgeschlagen und aus der Vielzahl an Märchen mein aktuell liebstes herausgepickt. Allerleirauh fällt mir da ein …

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy! The world is bad enough!

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Da stört mich gar nix. Sie sind perfekt – für jedes Alter, für jede Leseabsicht. Ihre Sprache ist gar zauberhaft und lehrt uns genau das – mit Sprache umzugehen, zu spielen. Und an Action und Splatter können sie mit der heutigen Welt der Computerspiele locker mithalten!

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Es war einmal, er küsst sie, und wenn sie nicht gestorben sind … wobei das mit dem Küssen … also vielleicht sollte sie mal den Anfang machen … aber das wäre halt nicht typisch 🙂

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Also wenn’s knuddelig ist würd ich es schon knutschen – aber wahrscheinlich würde ich wie meine Königin Rosamunde in „Dornröschen spinnt!“ rational abwägen, was sinnvoll ist.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Weltfrieden. Zack. Mehr braucht die Welt nicht, und ich dann auch nicht.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Aus dem … aus dem Weg … räumen?! Umbringen? Alle machen? Ja bin ich denn Don Vito Corleone?! Ich will gar nicht, dass jemand Schaden nimmt – aber grundsätzlich wünsche ich jedem genau das, was er mir wünscht! Ein magischer Spiegel also?

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Rumpelstilzchen. Hat Ahnung vom Backen und Brauen und schert sich einen Scheiß um die Welt außenrum. Ist finanziell unabhängig ob dieser Sache mit dem Stroh-zu-Gold-spinnen. Alle Welt wüsste dank Facebook meinen Namen und ich müsste mich als Mega-Influencer nicht der zermürbenden Aufzucht von Königskindern widmen.

Mehr zu Odine gibt es hier:

Facebook: Odine Raven Autorin

Vielen Dank, Odine!

Anne/PoiSonPaiNter

Märchensommer: Montagsfrage #4

Herzlich willkommen zur vierten Woche des Märchensommers! Schön das ihr euren Weg hergefunden habt!


Auch heute könnt ihr wieder einen Punkt für die Gesamtpreise des Märchensommers ergattern indem ihr die unten gestellte Frage in den Kommentaren beantwortet.

Doch vorweg eine kleine Buchvorstellung …

Nach den drei Nornen letzte Woche, gibt es heute eine weitere mit drei märchenhaften Geschichten – Odine Raven:

Mit Rotkäppchens Lied der WölfeDornröschen spinnt! und Schneewittchens Sieben schafft sie kurze Geschichten, die die bekannten – und ableitbaren – Märchen neu erzählt.

Der Wolf rettet Rotkäppchen, Dornröschen wird als Mann erzogen und Schneewittchen wird in die Moderne geholt. Das Ganze ist zum Teil mit Liebesgeschichte unterlegt und aufgrund der Länge nette Häppchen für zwischendurch.

Noch habe ich die drei nicht gelesen, aber vermutlich ist Dornröschen noch am ehesten etwas für mich.

Am Donnerstag wird es übrigens auch noch ein Interview mit Odine geben, bleibt also gespannt!

Aber nun zur Frage des Tages:

Was ist dein Lieblingsviech aus einem Märchen?

Für mich bleibt es das Hexenhäuschen von Baba Jaga (Teil 1, Teil 2 der Gastbeiträge von Katherina Ushachov zu dieser wunderbaren Märchenfigur). B)

Anne/PoiSonPaiNter

© Für die Cover gehört ihren rechtmäßigen Besitzern und dienen hier lediglich zur Veranschaulichung.

Märchenspinnerei im Interview: Susanne Eisele & Katherina Ushachov

Und zwei weitere Märchenspinnerinnen dürfen sich erneut den Märchensommer Fragen über ihre zweite Adaptionen stellen.

Letzte und diese Woche rezensiert, geht es mit diesen beiden weiter:

Susanne Eisele – Das erste Lied

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Eigentlich das klassische Stroh zu Gold spinnen. Ich habe das dann umgesetzt, indem ich auf die Metapher des Stimmgolds zurückgegriffen habe.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Verzweiflung würde ich es nicht nennen. Nachdem der grobe Plot mal stand, lief’s eigentlich recht gut.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich mag die Figur des Rumpelstilzchens/Mr. Gold aus Once Upon a Time, weil sie so schön facettenreich ist.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich glaube, ich würde Kissin’ Dynamite als Flo Circus vorschlagen, mit Hannes als Florian. Ande müsste dann halt für den Film von der Gitarre zur Keyboard wechseln. 🙂 In der Rolle des Adrian Teufel könnte ich mir jemanden wie Jay Hernandez vorstellen, für die Rolle des Dietmar Weiß wäre Dieter Bohlen prädestiniert.

Mehr zu Susanne gibt es hier:

Interview zu Kein Schnee im Hexenhaus: Susanne Eisele

Facebook: Susanne Eisele

Katherina Ushachov – Der tote Prinz

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Der verendende Hund. Im Originalmärchen von Puschkin wird nämlich so die Giftigkeit des Apfels gezeigt: Der Haushund der sieben Recken frisst den Apfel, der von der Zarewna angeknabbert wird und verendet auf der Stelle, wodurch die „Todesursache“ dargestellt wird.

In einer Welt, die einen nuklearen Winter überstanden hat, irgendwie einen Hund herzubekommen, der demonstrativ was frisst, war leider eher Fehlanzeige. Letzten Endes hatte ich dann eine Idee, die gleichzeitig erklärt, wie und warum Dario überhaupt gefunden und vergiftet werden kann.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Teils mein eigener Zynismus, der fast dafür gesorgt hätte, dass das Buch ein paar Kapitel früher sein Ende findet.

Teils einige Nebenaspekte. Was zur Hölle essen die in so einer Welt eigentlich? Was trinken die? Wie stellen sie Alkohol her? Ich trinke zwar selbst keinen, aber so ziemlich jede Kultur findet einen Weg, Zeug zu brauen oder zu brennen – was nimmt man da in einer Welt praktisch ohne pflanzliche Rohstoffe?

Ich glaube, manchmal recherchierte ich mehrere Stunden, um dann genau einen Satz zu schreiben.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich kenne nur die sowjetische Trickfilmfassung. Die mag ich aber recht gerne, auch wenn mich einige Aspekte an ihr im Nachhinein sehr amüsieren.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich bin gesichtsblind und kenne daher keine Schauspieler*innen – aber ich habe diese Agentur gefunden: http://blackuniverseagency.com Deren Leute hätte ich gerne im Cast. Es gibt ja nur eine einzige dezidiert weiße Person im gesamten Buch und mehrere als asiatisch beschriebenen Nebenfiguren, aber ansonsten sind alle PoC (people of color).

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Interview zu Zarin Saltan: Katherina Ushachov

Homepage: Keller im 3. Stock
Lektorat: Phoenixlektorat
Weltenbau: Weltenschmiede
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Vielen Dank, Susanne & Katherina!


Anne/PoiSonPaiNter

The Weekend Guess #122

wegWas ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Leser*innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das dritte Märchenrätsel werfen:

Karrieresprung durch Tanzvergnügen

Welches Märchen suche ich?

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Anne/PoiSonPaiNter

Katherina Ushachov: Der tote Prinz

Auch heute gibt es im Märchensommer wieder eine Rezension. Diesmal zum sechszehnten Band der Märchenspinnerei: Der tote Prinz von Katherina Ushachov, einer Steampunk-Adaption von „Die tote Prinzessin und die sieben Recken„, der russischen Version von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

In einer zerstörten Welt arbeitete sich Aino von einer Müllsammlerin zur Warlady hoch. Nun ist es an ihr, mit Hilfe ihrer Tochter Elessa, Frieden zu schaffen zwischen ihrem und dem Reich der Warlady Alixena. Spontan beschließt Elessa dies durch einer Ehe mit Alixenas Sohn Dario zu besiegeln.

Doch niemand ahnt, das Lord Felix, Alixenas zweiter Mann, ganz andere Pläne hat, um sicherzustellen, dass er der schönste Mann im Reich ist und die Macht bekommt, die ihm zusteht.

Wir Elessa Felix vor seinem Stiefvater beschützen können?

Das Leseerlebnis

Die Geschichte beginnt in der Vergangenheit und macht einen Zeitsprung in die Gegenwart. Alles was geschieht wird aus erstaunlich vielen und unterschiedlichen Perspektiven erzählt.  Ein oder zwei Mal fragte ich mich, warum nun noch eine weitere hinzu kam, aber ohne diese hätten gewisse Erzählstränge nicht weitergeführt werden können, ohne alles nochmal von anderen Charakteren durchkauen zu lassen. Hier stellt sich die Frage, ob man das mit von Beginn an anderen Perspektiven hätte umgehen können, aber ich fand die bunte Mischung interessant, da jede auch ihre eigene Erzählstimme mitbrachte.

Zum Ende hin, ging es mir ein bisschen zu schnell und wurde zu märchenhaft. Wo vorher ausreichend Zeit für den wunderbaren Weltenbau verwendet wurde, wurde die Problemlösung innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Das fand ich schade, hat das Ende aber nicht schlechter gemacht.

Die Charaktere

Wo fang ich bei den Charakteren am besten an? Bei der Tatsache, dass alle Rollen umgekehrt sind? Oder das es nur einen nicht-PoC Charakter gibt? Oder, dass die Machtverhältnisse komplett umgekrempelt sind? Oder einfach damit, dass ich den Weltenbau dieser Geschichte unglaublich genial finde?

Es ist eine Welt voller (Plastik)Müll und Schadstoffen unter einer brennenden Sonne. Von der Beschreibung her, würde ich die Handlungsorte nach Afrika stecken, entsprechend ist, wie oben bereits erwähnt, die Mehrheit der Charaktere PoC. Aino bildet hier eine Ausnahme und es wird deutlich gemacht, dass sie definitiv nicht den geltenden Schönheitsidealen entspricht. Denn die sind: Umso dunkler die Haut, umso hübscher der Mensch. Dies ist auch der Hauptantrieb von Felix. Anstatt eines Zauberspiegels hat er eine KI, die anhand von Statistiken ausrechnet, wie hübsch er im Vergleich zu anderen Menschen, die sie gescannt hat, ist. Passenderweise heißt sie Narzissa. 😀

Aino und Elessa sind wunderbare Frauenfiguren, die ihren eigenen Kopf haben und genau wissen, was sie wollen. Sie schrecken vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen und lassen sich nicht so einfach unterkriegen. Sie sind kein perfektes Mutter-Tochter Paar, ergänzen sie sich dennoch auf ihre eigene großartige Weise.
Aus Alixenas Perspektive hätte ich mir etwas mehr Inhalt gewünscht, da wir das wahre Ausmaß ihrer Zerbrochenheit leider nur durch andere (teilweise angedeutet) erfahren, eventuell wäre es hier dann aber notwendig gewesen schärfere Warnungen einzufügen für häusliche Gewalt/Missbrauch. Ihr Wandel war auf alle Fälle interessant zu verfolgen.

Die männlichen Figuren waren dahingehend eher flach ausgelegt, was aufgrund der umgekehrten Verhältnisse schon ironisch ist. Unterwürfige, eindimensionale Figuren. Genau das, was sonst immer die Frauen im Märchen sind. B)
Felix, der manipulative Schönling ein echtes Aas, dem man den Sieg nicht gönnt. Dario, der Prinz, der erst durch Elessa und Amazonen, bei denen er auf seiner Flucht unterkommt, lernt, wie man kocht, putzt und generell arbeitet. Und Avital, der loyale Diener, der alles tut was sein Herr ihm aufträgt und sich nicht traut gegen ihn zu agieren.

Es gibt noch zwei andere Charaktere, die Elessa auf ihrer Suche nach Felix helfen, deren Sinn ich nur ansatzweise verstanden habe. Außer, dass sie, wie in russischen Märchen üblich, die gängigen Wegweiser sind. Sie wirkten leider trotzdem etwas … random.

Zum Ende hin gab es noch einen Verliebtheits-Subplot, der für mich aus heiterem Himmel kam … wenn, dann hätte ich eher Avital zugetraut Gefühle zu gestehen, aber nicht jener Person … das war etwas zu subtil und erinnert mich daran, dass ich auch schon in Zarin Saltan die Romantik bekrittelte. 😀

Generelle Meinung

Auf Twitter und bei den Charakteren hab ich ja schon darüber geschwärmt, aber der Weltenbau ist einfach nur genial. Die Art wie Katherina den Plastikmüll, der nach der „großen Dunkelheit“ übrig geblieben ist eingebaut hat, ist einfach nur faszinierend. Kleidung, Schmuck, Baumaterial, das sollte man mal in echt umsetzen. 😀
Hinzu kommt die Umkehrung der Machtverhältnisse und die sehr spezielle Insekten-Küche. Einfach wunderbar. Ich hätte mich noch wesentlich länger in der Welt aufhalten können, um sie zu erkunden.

Leider hat das zum Ende hin nicht so ganz geklappt, denn der Schluss kam dann doch recht plötzlich und unerwartet. Da hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.

Alles in allem aber eine großartige „Schneewittchen“ Fassung, die mit so ziemlich allem bricht, was man traditionell kennt – und das nicht nur, weil es auf der russischen Version basiert.

Wie auch schon bei Eva-Maria Obermanns „Tropfen der Ewigkeit„, ist dies eine gute Einstiegsmöglichkeit in das Genre Steam Punk, wobei es bei Katherina eher „Plastik-Punk“ ist. Faszinierend ist es alle mal.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Wie bereits bei der Buchvorstellung gesagt, ist „Die tote Prinzessin“ eines der Märchen, die ihr letztes Jahr im Märchensommer Bilderrätsel erraten musstet. Vielleicht habt ihr ja Lust, das Originalmärchen von Puschkin zu lesen um das Bild nun besser zu verstehen? Denn auch schon da, wurde es sehr oft mit Schneewittchen verwechselt.

Schaut gerne auch bei Katherinas Gastbeitrag vorbei. Darin erzählt sie noch ein bisschen mehr zum Unterschied zwischen der bekanntesten Schneewittchen Variante und der russischen Version.

Im Verlauf des Märchensommers könnt ihr übrigens ein E-Book von „Der tote Prinz“, aber auch von „Zarin Saltan“ gewinnen. Ihr müsst nur auf die entsprechende Punktzahl kommen. 🙂

Bleibt gespannt!

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

Schneewittchen oder doch nicht?

Auch diesen Märchensommer widmet sich Katherina Ushachov einem Vergleich. Dieses Mal:


Russische & Amerikanische Märchenfilme: Schneewittchen

Kurz vorneweg:

Dieser Artikel behandelt ausschließlich die gezeichnete und animierte Fassung von „Schneewittchen“ bzw. „die tote Prinzessin“. Über die zahlreichen Realverfilmungen wird ein anderes Mal zu schreiben sein und nicht zwingend von mir. Entsprechend lässt der Artikel einige Aspekte bewusst aus. Einige Quellen sind auf Russisch, hier ist der Google Translator zu bemühen.

Wer an animierte Umsetzungen der großen Märchenklassiker denkt, wird in erster Linie an Disney denken – dies ist so verbreitet, dass bisweilen sogar Trickfilme Disney zugeschrieben werden, mit denen das Studio nichts zu tun hat, wie beispielsweise „The Swan princess[1] aus dem Hause Columbia TriStar/New Line Cinema. Jüngere Leser*innen kennen zusätzlich noch die Barbie-Filme, von denen zumindest die ersten sich sehr oft mit Märchenstoffen beschäftigen[2] und diese mit Hilfe von Barbie-Figuren darstellen (von denen anschließend einige käuflich zu erwerben waren und teils noch sind).

Sowjetische Kinder – und später auch junge Leute wie ich, die in der Postsowjetzeit in russischsprachigen Ländern aufgewachsen sind – lernten jedoch zuerst andere Trickfilme kennen. Die von „Sojusmultfilm“. Anders als Disney, eine Privatfirma und geleitet von einem einzelnen, handelte es sich dabei um ein staatliches Animationsstudio.

Beide bezogen und beziehen ihre Stoffe aus Märchen. Doch die Ergebnisse sind bisweilen sehr unterschiedlich. Ich möchte untersuchen, warum dies der Fall sein könnte und ein wenig auf die verschiedenen Ansätze der beiden Filmstudios eingehen.

Allgemeiner Vergleich:

Ein wichtiger Unterschied lag bereits im System begründet: Disney ist ein privates, 1923 zum ersten Mal gegründetes Filmstudio, das mehrere Anläufe gebraucht hat[3]. Walt Disney hat Anfang der 30er nicht zuletzt darum die Idee von einem abendfüllenden Zeichentrickfilm entwickelt, weil die Einnahmen für seine Kurzfilme zunehmend stagnierten und er sie nicht – anders als andere Studios – mit anderen Produktionen gegenfinanzieren konnte[4].

Diesen Druck hatte Sojusmultfilm – 1936 gegründet – nicht. Alle dortigen Filmschaffenden waren im Grunde genommen staatliche Angestellte, deren Honorare nicht vom kommerziellen Erfolg der Trickfilme abhängig waren. Somit konnten sich die Künstler*innen in gewissem Sinne austoben und schufen insgesamt über 1500 Trickfilme[5], die meisten davon sehr kurz.

Hierbei dienten interessanterweise die Walt-Disney-Studios anfangs als Vorbild für die Sowjetunion, nicht zuletzt, weil dort zum damaligen Zeitpunkt einige Erfindungen gemacht wurden, die das Erstellen von Trickfilmen maßgeblich veränderten (wie beispielsweise die erste Nutzung des Storyboards im heutigen Sinne[6] oder die Einführung der Arbeitsteilung bei der Erstellung von Trickfilmen[7]) – später wollte man sich bewusst von ihnen abgrenzen. Dem ersten Zeichentrickfilm, damals noch in Schwarz-Weiß und nur acht Minuten lang, sieht man den Einfluss in Hinblick auf Bewegung, Animation und Figurenstil tatsächlich noch recht gut an: YouTube-Video.

Interessanterweise haben beide Filmstudios während des zweiten Weltkriegs auch Propagandafilme und Instruktionen für die Armee gemalt – Sojusmultfilm auf staatliche Verordnung hin, Walt Disney hingegen, um mit der eigenen Firma über die Runden zu kommen. Durch einen Streik und daraus folgende Gehaltserhöhungen, drei aufeinander folgende teure Flops und die Tatsache, dass „Bambi“ auf einem von den Nazis verbotenen Buch basierte und somit nicht in besetzten Gebieten gezeigt werden konnte, brachte das Studio an den Rand des Ruins. Auch wenn er „Victory through air power“ tatsächlich aus Überzeugung gezeichnet und gedreht hat.[8] Sojusmultfilm hat allerdings nur wenige Monate Kriegstrickfilme gezeichnet, diese Aufgabe betrachtete man später als „nicht so wichtig“ und ließ das Studio wieder Trickfilme schaffen.[9]
Die große Blütezeit der Trickfilme mit „All Age“-Zielgruppe begann vor allem nach 1946, wobei in den Jahren 46 bis 53 dezidiert der Wunsch nach einer eigenen Ästhetik in Abgrenzung zu Disney gewünscht wurde – so fällt beispielsweise auf, dass Sojusmultfilm den Schritt zu abendfüllenden Zeichentrickfilmen eigentlich erst in den 90ern vollzogen hat – alle in diesem Artikel vorgestellten Filme aus ihrem Studio sind deutlich kürzer als die Disney-Pendants, darauf werde ich in den einzelnen Abschnitten genauer eingehen. Selbst Filme, die ich als vergleichsweise lang in Erinnerung habe (wie „Die zwölf Monate“ haben eine Laufzeit unter einer Stunde[10], mit wenigen Ausnahmen, wie dem Märchen vom buckligen Pferdchen, das 1975 um einige neue Szenen ergänzt und neu synchronisiert wurde[11] . Interessanterweise ist es genau dieser Trickfilm, der in der Fassung aus den 40ern von Walt Disney seinen Zeichner*innen gezeigt wurde – während die ersten Trickfilme von Sojusmultfilm noch nach amerikanischen Lehrbüchern aus seiner Zeichenschule entstanden.
Teilweise fanden aber auch parallele Entwicklungen statt – so stiegen beide Filmstudios annähernd zeitgleich auf die Rotoskopietechnik[12] um, nicht zuletzt, um Zeit und Geld einzusparen. Kurioserweise in beiden Fällen bei Tierfilmen: „101 Dalmatiner“ bei Disney, „Kashtanka[13] bei Sojusmultfilm.

Andere Entwicklungen verliefen in einigem zeitlichen Abstand – so hat Disney recht früh und recht oft das Aussehen der Figuren den Synchronsprecher*innen angepasst (auch wenn das nicht immer aufgegangen ist, ein plakatives Beispiel dafür sind die Rollen der Geier im „Dschungelbuch[14]). Dies wurde bei Sojusmultfilm erst Mitte der 50er Jahre üblich.

Beide Filmstudios bestehen im Übrigen bis heute – auch wenn Sojusmultfilm vom Zusammenbruch der Sowjetunion arg gebeutelt wurde.

„Schneewittchen“ (1936) vs. „Die tote Prinzessin und die sieben Recken“ (1951)

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass hier das Ausgangsmaterial nicht zu 100% identisch ist. Die Disneyverfilmung basiert auf dem Märchen der Brüder Grimm, während die Variante von Sojusmultfilm – wie auch am Namen ersichtlich – vom Kunstmärchen von A. S. Puschkin abgeleitet wird.
Während also das amerikanische Kinostudio ein „deutsches“ Märchen adaptiert, greifen die Filmemacher*innen aus der Sowjetunion auf Stoff zurück, der unter anderem die Funktion einer gesamtsowjetischen Sinnstiftung hat. Die Amtssprache in allen Republiken ist Russisch, Puschkins Lyrik und seine Dramen sind zumindest in Russland bis heute Schulstoff und gelten als hochliterarisch, während Volksmärchen nach wie vor den Ruf von „Kinderkram“ haben.

Etwas, das Sojusmultfilm auch – soweit möglich – für andere Märchenstoffe fortgeführt hat. Die Märchen der Brüder Grimm waren in der Sowjetunion durchaus bekannt, das beweisen mehrere meiner aus der Zeit stammenden Märchenbücher. Ebenso beispielsweise die Märchen von Charles Perrault, jedoch wurden meist die russischen Pendants adaptiert, sofern vorhanden. „Die scharlachrote Blume[15] statt „Die Schöne und das Biest“ ist ein weiteres Beispiel dafür.

Dabei halten sich beide Filmstudios mal mehr, mal weniger akribisch an die literarische Vorlage, wobei Sojusmultfilm in der Regel und so auch bei diesem Beispiel näher am Original bleibt.

Interessanterweise sorgen jedoch ausgerechnet Disneys Kürzungen an der Grimm’schen Geschichte dafür, dass die Handlungsverläufe mehr Parallelen haben, als die ursprünglichen Märchen. So sieht die russische Variante von vornherein nur einen Mordanschlag auf die Prinzessin vor, der durch den vergifteten Apfel erfolgt. Bei den Brüdern Grimm versucht die böse Königin, Schneewittchen vorher noch mit einem Kamm und einem Gürtel zu töten. Beide Versuche kommen in Disneys Verfilmung nicht vor.

Dadurch, dass Disney außerdem die Anfangssequenz weglässt, bei der Schneewittchens Äußeres vorhergesagt wird („weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz“) ähneln sich hier teilweise die Anfänge, diese Metaphorik fehlt in der russischen Variante weitestgehend. Zwar wird auch hier die Zarentochter als „weiß von Angesichts mit schwarzen Brauen“[16] beschrieben, dies ist jedoch nicht so stark mit Symbolismen aufgeladen, wie der Grimm’sche Anfang. Eine weitere Gemeinsamkeit entsteht dadurch, dass in der Anfangssequenz von „Snow White and the Seven Dwarfs“ der Prinz zumindest einmal mit Schneewittchen singt und sie dem Wunschbrunnen vorsingt, dass sie gerne von einem Prinzen gefunden und gerettet werden würde. Anders als im Originalmärchen findet er sie also nicht zufällig, sie haben eine Begegnung, bei der Schneewittchen jedoch in Panik vor dem Prinzen flieht, offensichtlich aufgrund ihrer Lumpen beschämt. Sie teilen sich sogar einen zarten Taubenkuss.

Ein wichtiger Unterschied besteht außerdem in der Art, wie der Film erzählt wird. Beide beginnen zwar mit einer reich illustrierten Märchenseite, doch während Disney frei erzählt, hält sich die russische Variante strikt an die Verse des Originals. Mehr noch, sie werden zumindest zu Beginn im Hintergrund von einer weiblich klingenden Person rezitiert, während der Beginn des Märchens in Standbildern dargestellt wird. In diese wird gezoomt, um den Eindruck von Bewegung zu erzeugen, die ersten Sequenzen sind nicht animiert und erinnern in ihrer Ästhetik an ein Ölgemälde.

Erst ab der Wiederverheiratung des Zaren ist der Trickfilm weitestgehend durchgängig animiert. Das führt im Übrigen zu einem interessanten Effekt – da die negativen Eigenschaften der neuen Zarin in der Versform aufgezählt werden, müssen sie nicht von den Zuschauer*innen durch konkrete Taten der Figur erschlossen werden:

weiß, von stolzem Gliederbau,
eine schöne, kluge Frau;
doch voll Hochmut nebenbei,
auch von Eifersucht nicht frei,
eigenwillig, eigensinnig,
aber wirklich schön und minnig.[17]

Die längere Spielzeit der Disneyvariante kommt nicht zuletzt durch die zahlreichen Lieder. Das erste singt Schneewittchen in der dritten Filmminute, während sie die Treppe schrubbt. Andere dadurch, dass die Protagonistin bei Disney durch Kleinigkeiten zusätzlich charakterisiert wird – in der achten Minute spricht Schneewittchen recht lange mit einem aus dem Nest gefallenen Vögelchen.

Weitere Sequenzen, die zur Länge beitragen, bestehen beispielsweise in Schneewittchens recht gruselig gestalteter Flucht durch den Wald, an deren Ende sie weinend auf der Erde liegt. Die gruseligen Gestalten entpuppen sich als niedliche (und fortan hilfreiche) Tiere des Waldes (10./11. Filmminute). Darunter auch das kleine, blaue Vögelchen, das sie vorher gerettet hat. Es sind auch die Tiere, die ihr den Weg zum Haus der Zwerge zeigen.

Szenen, die in der Märchenfassung fehlen, werden hinzugefügt – wie die Beratung der Zwerge, als sie ihr hell erleuchtetes Haus sehen und die folgende Anschleichsequenz, die sich über mehr als sieben Filmminuten hinzieht. Auch die Szene, in der die Zwerge Schneewittchen mit Musik und Tanz unterhalten, kommt weder im originalen Märchen noch in der sowjetischen Variante vor und beinhaltet unter anderem einige Slapstickeinlagen und jodelnde Zwerge. Die sowjetische Variante verzichtet weitestgehend auf jede Form von Füllszenen, einzig die Episode, in der sich die Magd und die Zarentochter im Wald immer wieder anrufen, könnte als solche gesehen werden.

Interessant sind hier auch die Kleider der Figuren. Während das Kleid, das Schneewittchen die meiste Zeit trägt und das der Königin streng genommen gar nicht während der gleichen Epoche getragen werden würden – das Kleid der Königin erinnert an mittelalterliche Hofkleidung, das von Schneewittchen eher an eine Art Dirndl, ohne dass Epoche oder Ort näher dargestellt werden würden – sind die Kleider der Figuren bei Sojusmultfilm eindeutig russisch. Alle Frauen tragen einen Kokoschnik auf dem Kopf, auch die Magd der bösen Zarin.

In beiden Trickfilmfassungen sieht man die „gute“ Frau im Übrigen auffällig oft bei häuslichen Tätigkeiten:
Schneewittchen

  • Schrubbt die Treppen
  • Räumt erst einmal ausgiebig im Haus der Zwerge auf
  • Backt einen Kuchen
  • Achtet darauf, ob die Zwerge ihre Hände vor dem Essen waschen
  • Gibt den Zwergen mütterliche Abschieds- und Gute-Nacht-Küsse auf die Stirn

Die Zarentochter

  • Wird in ihrer ersten Sequenz beim Sticken am Rahmen gezeigt
  • Wird fortgelockt, um Pilze und Beeren zu sammeln (im Vergleich dazu soll Schneewittchen mit dem Jäger lediglich Blümchen pflücken)
  • Bringt den unordentlichen Haushalt der Recken erst einmal in Ordnung und deckt den Tisch mit traditionell russischem Geschirr
  • Spinnt Wolle, als die verkleidete Zarin auf dem Hof der Recken ankommt

Die Antagonistin sieht man dahingehend in weiten Teilen des Trickfilms ausschließlich entweder dabei, den Spiegel zu befragen (und sich vor dem Spiegel zu putzen) oder dabei, ihre Gefolgsleute (jeweils den Jäger oder die Magd) auszuschicken. Ihr letzter Gang besteht dann darin, sich selbst auf den Weg zu ihren Opfern zu machen.

Auch Sojusmultfilm kürzt Details um der Dramatik willen aus der Handlung – so wird nicht erwähnt, dass das Paar aus Zarentochter und Zarewitsch Jelissej an dem Tag heiraten soll, an dem die Zarin ihre Stieftochter aussetzen lässt. Diese Verse werden nicht mehr verlesen, ebenso fehlt im Trickfilm eine Auflistung ihrer Mitgift (laut der Übersetzung von „Projekt Gutenberg“ hundertvierzig Prunkpaläste und sieben große Städte[18].
Während die Szene, in der Schneewittchen den Jäger verängstigt anschaut und er sie schließlich gehen lässt, in der Disney-Variante groß ausgeführt wird, fehlt eine ähnliche Szene im sowjetischen Pendant vollkommen. Sie kommt zwar im Originalmärchen vor, im Film wird jedoch lediglich gezeigt, wie die Magd sich zurückzieht und allein zur Zarin zurückkehrt. Die Konfrontation der beiden Frauen wird ausgelassen.[19]

Interessanterweise kürzt die sowjetische Fassung außerdem heraus, dass die Recken nicht nur jagen, sondern zumindest im Originalmärchen auch in den Krieg ziehen. Sie ändert außerdem ab, dass die Zarentochter im Original vor Erschöpfung unter der Ikone einschläft. Sie versteckt sich vor den Recken und tritt hervor, als sie nach ihr fragen.

Andere Änderungen lassen sich auf den Einfluss von Disneys „Schneewittchen“ zurückführen, darauf gehe ich etwas später ein.

Für das Filmen von „Snow White and the seven Dwarfs” entwickelte Disney ein Filmverfahren, bei dem Teile der Landschaft auf verschiedene Glasplatten aufgetragen wurden. Dadurch schien sich der Hintergrund beim Reinzoomen oder bei Kamerafahrten zu bewegen, es entstand der Eindruck von Tiefe. Darüber hinaus konnte so beispielsweise Regen auf eine separate Platte aufgetragen und so gefilmt werden. Darüber hinaus ließ er die Zeichner*innen die Bewegungen von Tänzer*innen studieren, um für damalige Zeit revolutionär realistische Bewegungen von Menschen zu animieren[20].

Welche Filmtechniken Sojusmultfilm zur Verfügung standen, ist für mich schwer zu sagen, aber rein optisch hatte ich beim Anschauen öfter das Gefühl, dass der Hintergrund im Vergleich eher statisch blieb, oft ähnelte er einem Ölgemälde. Zumindest das Verwenden verschiedener Ebenen scheint aber nicht gänzlich unbekannt zu sein, die Sequenz im letzten Drittel, bei dem Jellisej mit der Zarentochter durch ein Blumenfeld reitet und bei der sich eine halb transparente Blumenhecke vor die Figuren schiebt, legt nahe, dass diese auf einer anderen Ebene gewesen sein muss als der Hintergrund und die drei Figuren.

Interessanterweise übernimmt Sojusmultfilm, dessen Fassung wesentlich später entstanden ist, einige Motive und Handlungselemente aus dem Disneyfilm und unterscheidet sich in diesen Punkten vom Original. So schickt im Originalmärchen die Zarin ihre Magd mit dem vergifteten Apfel aus, doch in der Filmfassung von 1951 ist es die verkleidete Stiefmutter, die zudem in einer sehr ähnlichen Kutte und mit einem ähnlichen Wanderstock zum Haus der Recken geht.

Eine Verwandlung oder der Einsatz schwarzer Magie erfolgt hier jedoch nicht.

Auch dass der Hofhund die Recken holt und versucht, sie rechtzeitig nach Hause zu führen, ehe die Zarentochter in den Apfel beißen kann, könnte von der Szene inspiriert sein, in der die Tiere des Waldes die Zwerge aus dem Bergwerk holen, damit sie verhindern, dass Schneewittchen in den Apfel beißen kann. In beiden Fällen kommen die Retter zu spät. Im Original des russischen Märchens springt der Hund lediglich um die Tote herum und demonstriert die giftige Wirkung des Apfels, indem er davon frisst und verendet. Dies tut er in der Filmversion erst, nachdem er die Recken zu ihr geführt hat. Ein weiterer möglicher Einfluss von Disney liegt in der Szene, in der Jelissej die Zarentochter findet – und mit einem Kuss erweckt. Im Original zerbricht er den Sarg und kann sie so erwecken.
Der Filmkuss ist im Falle von Schneewittchen allerdings eine Erfindung von Disney. Die ursprünglichen Märchenfassungen sehen hier verschiedene Varianten vor (je nach Ausgabe) – die ursprünglichste schildert, wie Schneewittchen von den Diener*innen des Prinzen geschlagen wird[21], die es unheimlich finden, wie der Prinz all seine Zeit mit einer Leiche verbringt, sodass der Apfel rausspringt. Kinderfreundlichere und vor allem bekanntere Varianten lassen einen Diener des Prinzen oder dessen Pferd straucheln, sodass der Apfel aus Schneewittchens Kehle fällt, noch ehe es vom Prinzen ins Schloss gebracht werden kann[22].
Film-Schneewittchen ist an dieser Stelle mit ihrem Prinzen – den sie ja am Anfang kennen gelernt hat – vereint und alle sind glücklich. Da die Königin bereits anderweitig eliminiert wurde, hat also die Disneyfassung keine Notwendigkeit, die Hochzeit (und die Rolle der Königin dort) darzustellen. Also gibt es keine glühenden Schuhe, in denen sie sich tottanzen muss.

Anders als in der Disneyfassung, wird in der sowjetischen Fassung die Zarin nicht gejagt und getötet. Sie kann erfolgreich nach Hause zurückkehren und führt sogleich die Spiegelprobe zu ihren Gunsten durch. Anders als bei Disney besteht somit die Notwendigkeit, die Filmhandlung auch nach dem Kuss fortzuführen. Entsprechend blendet der Film noch einmal zu einer Spiegelprobe ab und zeigt, wie die Zarin erfährt, dass die angeblich tote Widersacherin lebt. Sie sieht die namenlose Zarewna auf den Hof einreiten und fällt tot um. Hier setzt die Erzählstimme vom Anfang wieder ein und schildert das Ende – die Liebenden werden getraut.

Weitere Unterschiede ergeben sich schlicht aus den Unterschieden in der Fassung, die jeweils adaptiert wird und haben nichts mit dem Unterschied zwischen Disney und Sojusmultfilm zu tun. Sie würden hier an dieser Stelle somit zu weit führen.

Für den Vergleich wurden die Filmfassungen mehrfach angeschaut:
„Das Märchen von der toten Zarentochter und den sieben Recken“ zu finden auf YouTube.
„Snow White and the seven Dwarfs“ – in Deutschland über YouTube nicht zugänglich.

Screenshots sind jeweils aus diesen Videos.

Fazit

Auch wenn der Kalte Krieg spätestens seit Kriegsende unerbittlich tobte, ist es unmöglich, die größten Filmstudios der beiden rivalisierenden Staaten vollkommen getrennt von einander zu betrachten.

Nicht nur, weil sich Sojusmultfilm anfangs Disneys Arbeiten zum Vorbild nimmt und die eigenen Zeichner*innen anhand seiner Materialien unterrichtet, sondern auch, weil sich die beiden Studios später gegenseitig immer wieder beeinflussen. Und sei es, indem das eine versucht, sich zwingend vom anderen abzugrenzen.

Liebt man die Zeichentrickversionen von Märchen, kann es sehr bereichernd sein, das gleiche Märchen jeweils in verschiedenen Fassungen zu sehen und zu vergleichen. Das ist nicht nur vergnüglich, sondern auch höchst lehrreich.

[1] The Swan Princess -Wikipedia
[2] Barbie Filme – Wikipedia
[3]The Walt Disney Company (Gründung und Anfänge (1923-1927)) – Wikipedia
[4][20] It All Started with a Fairy Tale: Disney’s Snow White and the Seven Dwarfs – Tor.online
[5]Союзмультфи́льм – Wikipedia (Ru)
[6] Storyboards (Origins) – Wikipedia
[7] Советская фабрика грёз: как появился «Союзмультфильм»
[8] Animation as War Propaganda: Disney’s Victory Through Air Power
[9] Непростая история студии «Союзмультфильм», мультфильмы которой нас вырастили
[10] Die zwölf Monate (1956) – Wikipedia
[11] Конёк Горбунок (мультфильм) Редакция 1975 года 2 – Wikipedia (Ru)
[12] Rotoskopie
[13] Каштанка (мультфильм, 1952)
[14] Buzzie, Flaps, Ziggy, and Dizzy
[15] The Scarlet Flower – Wikipedia
[16] Eigene Übersetzung, „Projekt Gutenberg“ übersetzt die Stelle mit „blendend von Gesicht, schönre Jungfrau sah man nicht“ und lässt somit die expliziten Farbzuweisungen verschwinden
[17] [18] Märchen von der toten Zarentochter und den sieben Recken
[19] Projekt Gutenberg übersetzt dies so:
Bald
kam Tschernawka in den Wald
mit dem schönen Zarenkinde,
schickt sich an, daß sie es binde.
Und das Zarenkind erschrickt,
jammernd auf zur Zofe blickt,
fleht mit ausgestreckten Armen
sie um Mitleid und Erbarmen:
»Gott, was ist denn mein Verschulden,
daß ich solches soll erdulden?
Rette mich, laß mich am Leben,
reichen Lohn will ich dir geben
künftig, wenn ich Zarin werde!«
ruft sie flehender Gebärde.
Und die Zofe hört ihr Flehen,
kann, gerührt, nicht widerstehen,
denn sie liebt die schöne Maid,
spricht: »Ich tue dir kein Leid,
mög der Himmel mit dir sein!«
Ließ sie, kam nach Haus allein.

[21] Schneewittchen (Genese der Grimmschen Fassung) – Wikipedia
[22] Schneewittchen (Schneewittchens Erlösung und der Tod der Königin) – Wikipedia

Die Autorin

Katherina Ushachov zog im Alter von sechs Jahren aus dem sonnigen Odessa nach Deutschland. Zwanzig Jahre später machte sie Vorarlberg zur neuen Wahlheimat. Sie schreibt seit der Schulzeit, weil sie ohne das Schreiben nicht mehr leben kann. Wenn die freie Lektorin nicht gerade an einem ihrer Romane arbeitet, textet sie für mehrere gemeinschaftlich geführte Blogs oder erzählt auf ihrer Homepage vom Alltag als junge Autorin.

Homepage: Keller im 3. Stock
Lektorat: Phoenixlektorat
Weltenbau: Weltenschmiede
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Anne/Poisonpainter

Märchensommer: Montagsfrage #3

Herzlich willkommen zur dritten Woche des Märchensommers! Schön das ihr euren Weg hergefunden habt!


Auch heute könnt ihr wieder einen Punkt für die Gesamtpreise des Märchensommers ergattern indem ihr die unten gestellte Frage in den Kommentaren beantwortet.

Doch vorweg eine kleine Buchvorstellung …

Die wird ein bisschen bunter, denn die einzige Gemeinsamkeit, die diese Märchenadaptionen haben, ist, dass die Autorinnen Mitglieder des Nornennetzwerks sind:

Letztes Jahr habe ich Anna Kleves Die Schuld der Ahnen I: Magisches Erbe gelesen & rezensiert, mittlerweile gibt es einen zweiten Band, der die Geschichte von Eldan und Caleb weitererzählt.
Den habe ich aber noch nicht in der Hand gehabt, also zumindest nicht zum Lesen, eventuell hab ich in Leipzig das Buch hin und her geschubst. 😀

Ganz anders die anderen beiden, die dieses Jahr für den Phantast nominiert waren.

Zum einen das nächste Galgenmärchen aus Nora Bendzkos Feder: Hexensold. Auf der BuchBerlin habe ich mir das Sonderexemplar gleich mitgenommen. Kurz darauf dann Nora bei ihrer offiziellen Online-Releaseparty unterstützt, während sie in Wien aus der dunklen Rapunzel-Adaption las.

Zum anderen Stella Delaneys Leuchten am Ende des Abgrundes, dass sie mir zur BuchBerlin schenkte. Eine ruhige Dystopie, die mit den Elementen der kleinen Meerjungfrau spielt.

Für die letzten beiden wird es im Sommer auch noch Rezensionen geben, bleibt also gespannt!

Aber nun zur Frage des Tages:

Film oder (Vor)lesen, wie konsumierst du deine Märchen am Liebsten?

Puh … warum stell ich eigentlich immer so schwierige Fragen? 😀

Ich glaube mittlerweile bevorzuge ich Filme, weil es einfach Spaß macht sich die verschiedenen Varianten anzuschauen. Allerdings ist der Märchensommer auch ein großer Hinweis drauf, dass ich noch immer sehr gerne Märchen(adaptionen) lese, also von daher. 😀

Was vorlesen angeht, bin ich meist diejenige die es tut, fällt also fast komplett raus …

Anne/PoiSonPaiNter

© Für die Cover gehört ihren rechtmäßigen Besitzern und dienen hier lediglich zur Veranschaulichung.