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Märchenspinnerei im Interview: Sabrina Schuh & Christina Löw

Ein letztes Märchenspinnerinnen Doppelinterview gibt es heute im Märchensommer.

Die eine Adaption ist schon etwas älter, die andere gerade frisch geschlüpft …

Sabrina Schuh – Unter pinken Sternen

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

„Sterntaler“ verschenkt ja ihren ganzen Besitz. Meine Protagonistin kann das nicht so extrem tun, aber allgemein dieses Verschenken einzubauen, war ziemlich herausfordernd, denn es sollte ja glaubwürdig in die Geschichte integriert werden und zu moderner Obdachlosigkeit passen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Hmm… die Recherche. Sie hat mich nicht direkt zur Verzweiflung gebracht, aber sie hat mich extrem mitgenommen, denn die ganzen Gespräche und Schicksale gehen einem schon an die Nieren.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich liebe das Original am meisten, das ist einfach mein Lieblingsmärchen seit dem Kindergarten. Außerdem gibt es von den Öffentlich-Rechtlichen eine Verfilmung von 2011, die ich ganz gut finde.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich habe auf der Straße beim Recherchieren einen jungen Mann kennengelernt, der die Rolle von Fabian perfekt besetzen könnte. Für die Nebenrolle des Sicherheitsmanns habe ich einen ehemaligen Arbeitskollegen vor Augen und für Silke eine bestimmte Bloggerin. Ich stehe auf unverbrauchte Gesichter, daher wird euch das vermutlich wenig weiterhelfen.

Mehr zu Susanne gibt es hier:

Interview zu Unter schwarzen Federn: Sabrina Schuh

Facebook: Sabrina Schuh  – Autorin

Christina Löw – Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Idee, mich an einer Adaption des gestiefelten Katers zu versuchen, kam mir zum ersten Mal im Herbst 2017, als ich eigentlich an meiner Zwerg-Nase-Adaption arbeiten sollte … doch irgendwie wurde der Plot nicht rund. Einige Zeit später entwarf ich mehrere Kurzgeschichten rund um den gestiefelten Kater, doch auch dabei kam ich nicht zum Abschluss. Etwas fehlte, etwas passte noch nicht.

Bis ich mich Mitte Juli 2018 erneut hinsetzte und im brainstormenden Ping-Pong mit meinem Mann nicht nur die grobe Geschichte, die heute »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein« heißt, mehr oder minder in einem Rusch plottete, sondern auch gleich noch die Vorgeschichte mit entwarf. (Letztere schlummert bislang unveröffentlicht, aber fertig geschrieben in meiner Schublade.)

Langer Rede kurzer Sinn: Am schwierigsten auf dem Weg vom Märchen zu meiner Adaption fiel es mir, unter allen möglichen Ideen, die mir durch den Kopf schwirrten, diejenige auszuwählen, die aus dem Märchen am besten ›meine‹ Geschichte macht. Denn der Stoff des Märchens reicht bei mir dramaturgisch gesehen maximal bis zum ›Midpoint‹ meines Buchs.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nachdem der Plot endlich rund war? Nicht mehr viel. 😀

Das Schreiben selbst hat mir Spaß gemacht und danach habe ich aus dem Lektorat und von meinen Testleserinnen so viel hilfreiches Feedback bekommen, dass ich selbst den Überarbeitungsprozess eher als bereichernd wahrgenommen habe.

Und auch die Recherchen, die stellenweise ziemlich (!) zeitaufwendig waren, haben mir eher erneut gezeigt, wie spannend ich es finde, mir ganz viel Detailwissen anzueignen. Immerhin kann ich jetzt z.B. allen, die es wahrscheinlich nicht wissen wollen, genau erklären, wie in Japan der Ticketkauf beim Busfahren funktioniert. (Nicht, dass das später im Buch gelandet wäre.) 😉

Einiges Nerven hat mich dagegen die Titelsuche gekostet … Es brauchte mehrere Wochen, unzählige Stunden und auch die helfenden Hirnzellen einiger Menschen, bis der Titel endlich stand.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich bin vor einiger Zeit auf das Buch »Janosch erzählt Grimms Märchen« gestoßen und mag die darin enthaltene Adaption vom gestiefelten Kater recht gern. Im Unterschied zur grimmschen Fassung, in der der Kater dem jüngsten Sohn einfach alle seine Wünsche (und noch mehr) erfüllt, zeigt Janoschs Kater dem Protagonisten, was im Leben einem wirklich Zufriedenheit schenkt – und das ist nicht ein Überfluss an materiellen Gütern.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Meine Protagonistin ist – wie auch alle Mitglieder ihrer Familie – japanischer Abstammung. Das schränkt bei einer deutschen Verfilmung das Casting schon deutlich ein, fürchte ich. Bei einer internationalen Produktion hätte ich aber ein paar Ideen. 🙂

Noch etwas schwieriger als Yuki wäre es wahrscheinlich, Sasuke zu casten … denn natürlich kann diesen Kater nicht jedes Katzentier spielen. 😉

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Interview zu Träume voller SchattenChristina Löw

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Facebook: Christina Löw
Twitter: @christina_loew

Vielen Dank, Sabrina & Christina!


Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Monja Schneider

Nicht nur die Märchenspinnerrinnen kommen im Märchensommer zu Wort. Auch ein paar anderen Autorinnen habe ich Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Monja Schneider

Ein paar Daten zu dir:

Geboren wurde ich am Valentinstag des Jahres 1971 in Heidelberg.

Zum Schreiben gekommen bin ich durch meine ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirchengemeinde. Irgendwie meinten meine Mitstreiter immer: »Mach mal, du kannst das doch«, wenn es eine Geschichte oder ein Theaterstück zu schreiben gab. Die Storys wurden immer länger, irgendwann habe ich auch mal mit eine paar Freundinnen angefangen, StarWars Fanfiction zu schreiben. Und irgendwann meinten sie, ich solle doch mal was an den Verlag schicken.

Glücklicherweise war ich schüchtern und habe erstmal ein Fernstudium im Schreibhandwerk gemacht, um Sicherheit zu bekommen. Meine ersten Veröffentlichungen (2009/2010) waren Kurzgeschichten in Anthologien. Mein erster Roman »Rabenschwester« erschien noch in einem Verlag, aber 2015 habe ich einen Vortrag über Selfpublishing (das damals noch in den Kinderschuhen steckte) gehört und es einfach mal ausprobiert. Heute bin ich überzeugte Selfpublisherin und Mitglied im Selfpublisher-Verband.

Ich lebe zusammen mit zwei Katzen, zwei Katern und zwei Meerschweinchen an der badischen Bergstraße und arbeite »nebenbei« noch als Verwaltungsangestellte.

Meine Veröffentlichungen:

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen Märchen:

1. Welches Element deiner Märchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Puh, schwierig. Ich denke, die sieben Brüder der Rabenschwester mit ihren Charakteren und Eigenheiten zu »erschaffen«, war eine Herausforderung. Zumal Rabenschwester ja mein Debüt war und ich es so gar nicht mit dem Planen hatte.

2. Was hat dich bei der Arbeit an den Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Naja, wie gesagt, mit dem Planen hatte ich es nicht so. Und diese sieben Brüder haben irgendwann gemacht, was sie wollen. Und dann kam noch dieser Frosch in Nebenrolle, der plötzlich eine Hauptrolle haben wollte. Aber alles in allem ist es dann doch gut ausgegangen und sie lebten glücklich bis zum Ende ihrer Tage.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) der Märchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Puh, da könnte ich mich jetzt gar nicht entscheiden. Es gibt so viele tolle Märchenverfilmungen. Ich gestehe, ich schaue mir sonntags immer die Märchenfilme an. Außergewöhnlich finde ich Maleficent, die dunkle Fee, weil der Film mal eine neue Perspektive auf die Geschichte wirft. Fand ich sehr eindrücklich.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Definitiv Alain Delon. 95% meiner Hauptcharaktere sehen aus wie Alain Delon. Also in seinen älteren Filmen. Auch wenn er selbst mit 73 in »Asterix bei den olympischen Spielen« eine super Schauspielleistung erbracht hat (und seine blauen Augen so richtig zur Geltung kamen). So war zum Beispiel ein Bild von ihm in »Die schwarze Tulpe« mein Vorbild für Enzio aus Principessa. Heute würde ich ihm die Rolle des Vaters der sieben Brüder und der Rabenschwester geben.

Sheena Rabenschwester und Principessa Stella müsste ich wohl eine unbekannte Neuentdeckung suchen, da die beiden noch sehr jung, erst 16 bzw. 14 Jahre alt, sind. Habe noch mit meiner Freundin gechattet. Sie meinte, Laura Berlin, die Charlotte aus Rubinrot, würde zu Rabenschwester Sheena passen und Jennifer Lawrence zu Principessa Stella. Stimmt, das passt Aber Miranda Otto (Eowyn) wäre eine super Besetzung für Stellas Mutter. Und Stella sieht ihrer Mutter sehr ähnlich.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deiner Märchen?

Dass sie weiter bestehen und weiter so populär bleiben. Märchenadaptionen als Roman oder auf großer Leinwand sind ja erst in den letzten Jahren, im Zuge der Fantasy-Welle, aufgekommen. Was zeigt, wie zeitlos sie sind.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Das alte Märchenbuch, das mir meine Oma geschenkt hat. Ein richtig dickes Buch mit schönen Bildern.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ein Happy End, das wahre Leben ist schwierig und traurig genug.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Eben dass es ein Happy End gibt begeistert mich, das Gute gewinnt und der/die Böse wird bestraft.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Wie oben schon erwähnt, sie sind zeitlos. Und das Gute und die Liebe gewinnen immer, auch wenn die Beteiligten durch schweres Leid/schwere Prüfungen müssen. Man kann fast sagen, dass Märchen etwas Pädagogisches an sich haben.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Wenn ich jetzt gemein wäre, würde ich sagen, dass ich nichts mache, weil Tiere die besseren Menschen sind O:-) Bin ich aber nicht – natürlich würde ich helfen, wenn es in meiner Macht steht.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Oh … einen Goldesel. Nicht, weil ich geldgierig bin, sondern weil ich dann an ganz vielen Stellen helfen könnte. Bei Kindern in Not oder Tierschutztieren. Und klar, ich würde mir schon auch ein paar Wünsche erfüllen, die ich mir jetzt nicht leisten kann.

Ich würde mir wünschen, dass keine meiner Freundinnen und Freunde (und Haustiere, das hatte ich auch schon zweimal) mehr an Krebs erkrankt und diese blöde Krankheit am besten vollständig ausgerottet wird.

Und der dritte Wunsch? Ich glaube, ich würde mir den irgendwie als Vorrat aufheben, falls ich mal dringend einen brauchen würde. Und hätte immer Angst, ihn »auszugeben«

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Ups, ich bin viel zu nett für sowas O:-)
Besonders eindrücklich fand ich ja, die böse Stiefmutter in glühenden Schuhen tanzen zu lassen, bis sie tot umfiel. Aber ich denke, das ist wenig praktikabel. Dann lieber schlafen lassen, den Bauch aufschlitzen, mit Steinen füllen und einfach abwarten, bis der Wolf in den Brunnen fällt und ertrinkt.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Hm, wenn ich genau darüber nachdenke – ich glaube, Hans im Glück oder der Müllerssohn mit der goldenen Gans. Klar wäre es schön, eine Prinzessin zu sein. Aber wenn ich an Aschenputtel denke, oder an Dornröschen oder Schneewittchen – sie hatten es alle nicht leicht. Hans im Glück hat das Leben leicht genommen und ist heiter seines Weges gezogen, egal, was passiert ist. Das wünsche ich mir auch. manchmal, das zu können.

Mehr zu Monja gibt es hier:

Facebook: Monja Schneider
Homepage: Monja Schneider

Vielen Dank, Monja!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberling im Interview: Nora Bendzko

Vor zwei Jahren, war Nora Bendzko bereits als Interview-Gast im Märchensommer vertreten. Da sie seit dem, wie ihr vorgestern lesen konntet, ein weiteres Galgenmärchen veröffentlicht hat, gibt es auch für sie das Auffrischungsinterview.

Auch wenn im ursprünglichen Interview mit angesprochen, hier nochmal explizit:

Kindsräuber

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich hatte hier so viele Ideen, dass ich mich zwingen musste, bei den Märchenelementen zu bleiben und nicht völlig abzudriften. Es war nicht leicht, die wichtigsten Motive aus „Rumpelstilzchen“ herauszuziehen und neu zu interpretieren, sodass die Story überraschend bleibt. Aber es scheint geklappt zu haben. Ich höre oft bei „Kindsräuber„, dass die Story – in gutem Sinne – überhaupt nicht vorhersehbar sei.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Das Thema Schwangerschaft. Meine Protagonistin ist schwanger, womit ich überhaupt keine Erfahrungen habe. Auch wenn ich hier entsprechende Testleserinnen zu Rate gezogen habe, hat es mich fertiggemacht, nicht zu wissen, ob ich was halbwegs Realistisches abliefere. Ein paar Kardinalsfehler (die ich verschweige, hihi) habe ich dann auch gemacht und wurde von meinen Testleserinnen gerettet.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Eine Folge der ehemaligen KiKa-Serie „Simsalagrimm“ hat Rumpelstilzchen adaptiert und ein Computerspiel dazu gemacht, das ich als Kind verdammt geliebt habe. Ein erstaunlich undunkles Beispiel, ich weiß. Aber für mich mit einer herrlichen Nostalgie verbunden.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Bei einer Verfilmung wäre mir wichtig, die Rollen mit ethnisch passenden Schauspieler_innen zu besetzen. Die Story spielt in Prag, hat einige Charaktere tschechischer Herkunft und mit Protagonistin Alene eine Figur, deren Mutter Roma ist. Auch fände ich es schön, in Teilen Tschechisch und rekonstruiertes Pragerdeutsch zu hören.

Natürlich darf das neuste Galgenmärchen, dessen Releaseparty ich unterstützte, hier nicht fehlen:

Hexensold

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das Plotting dieses Buches hat mir einige traumlose Nächte beschert. Aus irgendeinem Grund konnte ich gerade mal die Hälfte des Buches planen und stand dann vor einem Loch. Wie ich Rapunzel als Figur umsetzen wollte, wusste ich schnell, aber nicht, wie ich weitere Elemente verarbeiten sollte, ganz besonders was die Hexe anging. Ich habe einfach zu schreiben angefangen in der Hoffnung, im Schreibprozess kommen mir Ideen. Es war ein ziemliches Abenteuer.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Weniger „verzweifelt“ als „depriminiert“ wegen meines historischen Stoffs. Die Galgenmärchen sind generell tragisch mit dem 30-jährigen Krieg als Setting, aber der Veltliner Protestantenmord, den „Hexensold“ verarbeitet, gehört zu jenen grausamen Ereignissen, die für mich einfach nur unfassbar sind. Die Recherche kann dann emotional echt belastend sein. Vielleicht mit ein Grund, warum mir das Plotting so schwerfiel.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Hier würde ich tatsächlich die Disney-Version „Tangled“ nennen. Für mich gehört der Film zu den letzten von Disney, der noch den Witz und Charme ihrer 2D-Animationen hatte. Gleichzeitig waren die Figuren schön modern, Rapunzel nicht auf den Kopf gefallen und ihr Love Interest Flynn Ryder selten unterhaltsam. Eine schöne Schnittstelle zwischen altem und neuem.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Schwer zu sagen, wen ich in einer „Hexensold“-Verfilmung sehen wollen würde. Elegio ist so ein besonderer Charakter, ich glaube, ich möchte am liebsten kein bekanntes Gesicht, sondern jemand völlig Unbekanntes in seiner Rolle haben. Jemanden, der ein unbeschriebenes Blatt ist und die Figur richtig ausleben kann. Da Crossdressing ein wichtiges Element meiner Adaption ist, wäre ein androgyner oder queerer Schauspieler großartig.

Mehr zu Nora gibt es hier:

Interview zu Wolfssucht/Bärenbrut und Kindsräuber: Nora Bendzko

Homepage: Nora Bendzko
Facebook: Nora Bendzko
Twitter: @NoraBendzko
Instagram: @Nora_Bendzko

Vielen Dank, Nora!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Tanja Steinborn

Nicht nur die Märchenspinnerrinnen kommen im Märchensommer zu Wort. Auch ein paar anderen Autorinnen habe ich Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Tanja Steinborn

Ein paar Daten zu dir:

Ich bin 34 Jahre alt, gelernte Buchhändlerin und absoluter Märchenfan. Dies spiegelt sich auch in meiner Fantasy Trilogie „Die Legenden Lýsistratas“ wieder, von der bisher die ersten beiden Bände erschienen sind (Teil 3 ist in Arbeit).
In die Geschichte habe ich einige (mehr oder weniger) bekannte Sagen und Fabelfiguren eingebaut und ihnen meinen eigenen Stempel aufgedrückt.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen Märchen:

1. Welches Element deiner Märchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich fand bei beiden Büchern den Start am schwierigsten, ein guten Anfang und in die Geschichte hineinzufinden. Nachdem das geschafft war, erzählte sich alles von selbst.

2. Was hat dich bei der Arbeit an den Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Während dem Schreiben eigentlich nichts. Bei mir stellt sich die Verzweiflung immer erst hinterher ein, wenn ich in der Korrekturphase stecke. Da bin ich dann immer ein kleines Häufchen Elend und sehne mich nach der kreativen Schreibphase zurück.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) der Märchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Da in meinen Büchern ja eher unbekanntere Fabelfiguren (z.B. die russischen Ljeschis) auftreten, muss ich gestehen, dass ich gar nicht so viele andere Fassungen kenne. Habe diese Legenden in klassischen Fabelsammlungen gelesen. So grundsätzlich mag ich eigentlich alle Variationen von Märchen sehr gerne, egal ob Buch oder Film, aber besonders hat es mir die Serie „Once Upon A Time“ angetan, die die alten Märchen auf wie ich finde extrem originelle Weise neu erzählt. Für alle Märchenfans absolut empfehlenswert! Und ich finde die alten, tschechischen Märchenverfilmungen sind die besten!

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Für meine männliche Hauptfigur unbedingt meinen Lieblingsschauspieler Luke Evans. Für Meyla, die weibliche Hauptrolle, fände ich Jennifer Lawrence ganz passend.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deiner Märchen?

Ich glaube, dass wir  in unserer heutigen Zeit mehr denn je einen Hauch von Fantasie und Magie in unserem Leben gebrauchen können. Deswegen wünsche ich mir, dass sich Alt und Jung von meinen Büchern und den darin auftauchenden Legend verzaubern und in eine sagenhafte Welt entführen lassen.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Die Zeit vor Weihnachten, vor allem die Adventssonntage, an denen ich immer zusammen mit meinen Eltern Märchen geschaut habe. Außerdem gab es in unserem Kurhaus jedes Jahr im Dezember eine andere Märchentheateraufführung, wo wir hingegangen sind. Auch heute noch gehören Märchen für mich einfach zur Weihnachtsstimmung dazu.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Während ich bei anderen Geschichten wie z.B. Krimis auch gerne mal ein Bad End mag, gehört für mich zu einem gelungenen Märchen einfach ein Happy End. Was das betrifft, habe ich ein rührseliges Herz. 😉

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Stören fällt mir grade eigentlich gar nichts ein. Begeistern einfach die Fantasie, die in den Märchen steckt. Außerdem mag ich grade den düsteren und erschreckenden Charakter, den viele Märchen haben sehr, weil es so ein schöner Gegensatz zu den anderen, eher verspielteren Elementen ist.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Siehe oben: der Kontrast zwischen verspielter Romantik (z.B. arme Mädchen, die am Ende den Prinzen heiraten) und gruseligen/makaberen Momenten (Mädchen haut sich die Ferse ab, damit der Schuh passt etc.). Das macht grade den Reiz von guten Märchen aus.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Im ersten Moment würde ich mir wahrscheinlich in die Hosen machen vor Angst, aber nach einer Weile wäre ich begeistert, wahnsinnig neugierig, abenteuerlustig und voller Hoffnung, dass ich endlich den verzauberten Prinzen gefunden habe. 🙂

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Weltfrieden, Gesundheit für mich und meine Lieben und dass die Menschen etwas liebevoller mit der Natur umgehen.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Ich fände es ganz schön, wenn ich andere in Tiere verwandeln könnte. Das ist nicht ganz so grausam wie manch‘ anderer Zauber, lässt aber dennoch ein bisschen Spielraum für Gehässigkeiten. 😉

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Mit Belle aus die Schöne und das Biest. Als Bücherwurm muss es doch ein Traum sein, so eine tolle Bibliothek zu besitzen.  Außerdem ist sie eine sehr selbstbewusste Heldin, die im Gegensatz zu anderen Prinzessinnen auch mal Widerworte gibt. Das gefällt mir. 🙂

Mehr zu Tanja gibt es hier:

Facebook: Tanja Steinborn 

Vielen Dank, Tanja!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Odine Raven

Nicht nur die Märchenspinnerrinnen kommen im Märchensommer zu Wort. Auch ein paar anderen Autorinnen habe ich Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Odine Raven

Ein paar Daten zu dir:

Seit 2016 veröffentliche ich im Selbstverlag meine Fantasyromane, darunter auch mehr oder weniger magische Märchen, wie „Rotkäppchens Lied der Wölfe“, „Dornröschen spinnt!“ und „Schneewittchens Sieben“. Spätestens nächstes Jahr erscheint meine „Hex vom Tann‘ am Berge“, und eine kleine Meerjungfrau ist auch am Enstehen. Ansonsten bin ich Frontfrau einer Punkrock Band – Ein Rudel Möwen – und Mama von drei wunderbaren Töchtern.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen Märchen:

1. Welches Element deiner Märchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Das Märchen so zu schreiben, dass es etwas völlig Neues wird und trotzdem wiedererkennbar bleibt

2. Was hat dich bei der Arbeit an den Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nichts. Es war eine traumhafte Reise in fantastische Welten.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) der Märchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Die vom Sonntagsmärchen auf KIKA!

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Unbekannte, unverbrauchte Schauspieler! Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen zu begleiten, die ihren Weg gehen!

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deiner Märchen?

Verfilmen wäre toll, also Dornröschen sehe ich schon vor mir auf KIKA das würde vielen Mädchen glaub ich ganz gut gefallen, wie die Prinzessin einem jungen Mann das Tischlern beibringt! Und Schneewittchen, das wäre was fürs Kino, humorvoll und spritzig, mit Figuren, die zwar leicht überzeichnet, aber eigentlich doch ein typischer Querschnitt unserer Gesellschaft sind.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Nach der Schule aufs Bett geflackt und Grimms Märchen – ein irre dicker Wälzer – aufgeschlagen und aus der Vielzahl an Märchen mein aktuell liebstes herausgepickt. Allerleirauh fällt mir da ein …

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy! The world is bad enough!

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Da stört mich gar nix. Sie sind perfekt – für jedes Alter, für jede Leseabsicht. Ihre Sprache ist gar zauberhaft und lehrt uns genau das – mit Sprache umzugehen, zu spielen. Und an Action und Splatter können sie mit der heutigen Welt der Computerspiele locker mithalten!

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Es war einmal, er küsst sie, und wenn sie nicht gestorben sind … wobei das mit dem Küssen … also vielleicht sollte sie mal den Anfang machen … aber das wäre halt nicht typisch 🙂

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Also wenn’s knuddelig ist würd ich es schon knutschen – aber wahrscheinlich würde ich wie meine Königin Rosamunde in „Dornröschen spinnt!“ rational abwägen, was sinnvoll ist.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Weltfrieden. Zack. Mehr braucht die Welt nicht, und ich dann auch nicht.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Aus dem … aus dem Weg … räumen?! Umbringen? Alle machen? Ja bin ich denn Don Vito Corleone?! Ich will gar nicht, dass jemand Schaden nimmt – aber grundsätzlich wünsche ich jedem genau das, was er mir wünscht! Ein magischer Spiegel also?

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Rumpelstilzchen. Hat Ahnung vom Backen und Brauen und schert sich einen Scheiß um die Welt außenrum. Ist finanziell unabhängig ob dieser Sache mit dem Stroh-zu-Gold-spinnen. Alle Welt wüsste dank Facebook meinen Namen und ich müsste mich als Mega-Influencer nicht der zermürbenden Aufzucht von Königskindern widmen.

Mehr zu Odine gibt es hier:

Facebook: Odine Raven Autorin

Vielen Dank, Odine!

Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Susanne Eisele & Katherina Ushachov

Und zwei weitere Märchenspinnerinnen dürfen sich erneut den Märchensommer Fragen über ihre zweite Adaptionen stellen.

Letzte und diese Woche rezensiert, geht es mit diesen beiden weiter:

Susanne Eisele – Das erste Lied

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Eigentlich das klassische Stroh zu Gold spinnen. Ich habe das dann umgesetzt, indem ich auf die Metapher des Stimmgolds zurückgegriffen habe.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Verzweiflung würde ich es nicht nennen. Nachdem der grobe Plot mal stand, lief’s eigentlich recht gut.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich mag die Figur des Rumpelstilzchens/Mr. Gold aus Once Upon a Time, weil sie so schön facettenreich ist.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich glaube, ich würde Kissin’ Dynamite als Flo Circus vorschlagen, mit Hannes als Florian. Ande müsste dann halt für den Film von der Gitarre zur Keyboard wechseln. 🙂 In der Rolle des Adrian Teufel könnte ich mir jemanden wie Jay Hernandez vorstellen, für die Rolle des Dietmar Weiß wäre Dieter Bohlen prädestiniert.

Mehr zu Susanne gibt es hier:

Interview zu Kein Schnee im Hexenhaus: Susanne Eisele

Facebook: Susanne Eisele

Katherina Ushachov – Der tote Prinz

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Der verendende Hund. Im Originalmärchen von Puschkin wird nämlich so die Giftigkeit des Apfels gezeigt: Der Haushund der sieben Recken frisst den Apfel, der von der Zarewna angeknabbert wird und verendet auf der Stelle, wodurch die „Todesursache“ dargestellt wird.

In einer Welt, die einen nuklearen Winter überstanden hat, irgendwie einen Hund herzubekommen, der demonstrativ was frisst, war leider eher Fehlanzeige. Letzten Endes hatte ich dann eine Idee, die gleichzeitig erklärt, wie und warum Dario überhaupt gefunden und vergiftet werden kann.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Teils mein eigener Zynismus, der fast dafür gesorgt hätte, dass das Buch ein paar Kapitel früher sein Ende findet.

Teils einige Nebenaspekte. Was zur Hölle essen die in so einer Welt eigentlich? Was trinken die? Wie stellen sie Alkohol her? Ich trinke zwar selbst keinen, aber so ziemlich jede Kultur findet einen Weg, Zeug zu brauen oder zu brennen – was nimmt man da in einer Welt praktisch ohne pflanzliche Rohstoffe?

Ich glaube, manchmal recherchierte ich mehrere Stunden, um dann genau einen Satz zu schreiben.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich kenne nur die sowjetische Trickfilmfassung. Die mag ich aber recht gerne, auch wenn mich einige Aspekte an ihr im Nachhinein sehr amüsieren.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich bin gesichtsblind und kenne daher keine Schauspieler*innen – aber ich habe diese Agentur gefunden: http://blackuniverseagency.com Deren Leute hätte ich gerne im Cast. Es gibt ja nur eine einzige dezidiert weiße Person im gesamten Buch und mehrere als asiatisch beschriebenen Nebenfiguren, aber ansonsten sind alle PoC (people of color).

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Interview zu Zarin Saltan: Katherina Ushachov

Homepage: Keller im 3. Stock
Lektorat: Phoenixlektorat
Weltenbau: Weltenschmiede
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Vielen Dank, Susanne & Katherina!


Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Sylvia Rieß & Sabrina Schuh

Wie schon bereits erwähnt, haben einige der Märchenspinnerinnen erneut die Feder geschwungen und ein weiteres Märchen verfasst. Da ich bereits im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre erste Adaptionen und Märchen gestellt habe, wollte ich sie nicht den ganzen Bogen nochmal ausfüllen lassen.

Montag vorgestellt, machen diese beiden den Anfang:

Sylvia Rieß – Die Tränen der Sidhe

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Märchenelemente selbst fand ich bei den „Tränen der Sidhe“ gar nicht schwierig. Mein Problem war eher, mit einer vorgegebenen Länge (Kürze) zu arbeiten. Oft hat man einfach so viele Ideen, aber man muss sich dann auf das beschränken, was der Umfang auch sinnig verarbeiten kann. Allerdings glaube ich, in dem Fall hat es das bessere Buch draus gemacht.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Siehe oben. Nein ernsthaft. Ich neige ja dazu, immer alles episch auswalzen zu wollen. So musste ich mir überlegen: Welche Brennpunkte sind eigentlich zentral in meiner Geschichte?

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich muss zugeben, von „Der Gänsehirtin am Brunnen“ kennen ich gar nicht so viele Varianten. (Und nein, das ist nicht „Die Gänsemagd“ mit „Falada oh, Falada!“)

Wir besitzen eine Kinderschallplatte, da ist sie als gelesenes Märchen drauf und die habe ich schon immer geliebt.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Arthur König: Anthony Hopkins
Der Graf: Jake Gylenhal
Rosie König: Amber Heard
Flora König: India Eisley

Mehr zu Sylvia gibt es hier:

Interview zum Axolotlkönig: Sylvia Rieß

Homepage: Der Stern von Erui
Facebook: Der Stern von Erui – Fantasy Roman
Twitter: @LadyAljana

Sabrina Schuh – Das Herz der Sidhe

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich habe ja hinter dem eigentlichen Ende des Märchens angefangen, daher war nichts davon so super schwierig. Allerdings wollte ich der Figur, der helfenden Frau einen anderen Drall geben, der allerdings wohl nur zwischen den Zeilen für Märchenkenner sichtbar wird, denn das ist tatsächlich etwas, das ein Deutschlehrer als Interpretationsaufgabe stellen könnte. Allgemein habe ich hier viel mit Märchenelementen zwischen den Zeilen gearbeitet, die geschickt einzubauen sicherlich am kompliziertesten war.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Länge der Geschichte. Es ist ja eine bestimmte Wortzahl vorgegeben gewesen und man musste innerhalb einer gewissen Spanne liegen. Da ich keine große Plotterin bin, war das extrem anstrengend, weil ich immer zwischen „Mist, das wird viel zu kurz“ und „Oje, wie soll ich das alles unterkriegen“ geschwankt habe. Am Ende war es dann eine absolute Punktlandung.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich habe davon ehrlich gesagt weder eine Adaption noch einen Film gefunden. Vielleicht ist mir was entgangen, aber ich werde mich da wohl mit dem Original begnügen müssen. 😉

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich stehe ehrlich gesagt auf unverbrauchte Gesichter. Ich würde immer am liebsten Schauspieler haben, die eben noch keine Rollen hatten, weil sie dann 100% diese Rolle sind und nicht noch die Schatten anderer Rollen mit sich tragen.

Mehr zu Sabrina gibt es hier:

Interview zu Unter schwarzen Federn: Sabrina Schuh

Facebook: Sabrina Schuh  – Autorin

Vielen Dank, Sylvia & Sabrina!


Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Eva-Maria Obermann

Wie schon im letzten Jahr, habe ich ein paar Märchenspinnerinnen im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt. Einige werdet ihr wiedererkennen. 😉

Eva-Maria Oberman – Autorin von „Tropfen der Ewigkeit“

Ein paar Daten zu ihr:

Eva-Maria Obermann wuchs in einer pfälzischen Kleinstadt auf und liebt gute Geschichten seit jeher. Sie hat in Mannheim Literaturwissenschaften studiert, vier Kinder bekommen und promoviert über die Mutterfigur. 2017 erschien der erste Teil ihrer Urban Fantasyreihe „Zeitlose“ und der humoristische Liebesroman „Ellas Schmetterlinge“. Die fantastische Trilogie wird 2019 beendet. Für die Märchenspinnerei hat sie Rapunzel in ein Steampunk-Setting gebracht und arbeitet bereits an einer zweiten Märchenadaption.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Tropfen der Ewigkeit“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Abgeschiedenheit war eine Herausforderung. Rapunzel wächst im Turm auf und wird allein durch die (sexuellen) Avancen des Prinzen von dort verbannt. Die Intention ihrer Ziehmutter bleibt im Märchen unbenannt. Ich wollte keinen Prinzen und dafür eine gute Begründung, warum die „Mutter“ handelt, wie sie es tut. Außerdem musste mein „Rapunzel“ gerade am Anfang sehr naiv sein und vorsichtige Schritte machen. Das war nicht leicht umzusetzen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Eine meiner wichtigsten Nebenfiguren, Minna, ist stumm. Hier Kommunikation zu zeigen war komplex und gleichzeitig hat es riesigen Spaß gemacht, sie und mein Protagonistin Valeria miteinander interagieren zu lassen. Aber manchmal hätte ich mir schon gewünscht, Minna hätte es einfacher gehabt.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich mag die Disney Version von Rapunzel, obwohl sie mit einem der elementarsten Merkmale des Märchens bricht, denn Rapunzel ist die Tochter einfacher Menschen, keine Prinzessin, aber die Botschaft im Film ist schön erzählt. Außerdem gibt es in der Anthologie „Wer kann für böse Träume“ eine großartige Adaption, die sehr düster an die erste Version der grimmschen Sammlung angelehnt ist. Dort geht es um die Zwillinge, die Rapunzel vom Prinzen bekommt, und ihr Schicksal.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Puh. Mein Rapunzel ist eine WoC, eine Woman of Color. Ihr Vater ist schwarz, ihre Mutter weiß. Vielleicht Alisha Wainwright oder Tessa Thompson.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Natürlich jede Menge Bestseller ^^ Die Märchenspinnerei bringt ja nicht nur Märchen in eine moderne Form, sondern behandelt auch immer aktuelle Themen in vielen Facetten. Schön wäre, wenn die Ideen dafür nicht ausgehen und wir nicht nur gute Geschichten, sondern auch unsere Botschaften übermitteln können.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Ich habe Märchen schon immer geliebt. Als kleines Kind hatte ich ein Pop-up Buch von Rotkäppchen, das mir meine Mutter immer wieder vorlesen musste. Ich konnte es auswendig. Einmal habe ich bei meiner Freundin übernachtet und uns wurde Rotkäppchen vorgelesen. Ich habe jedes zweite Wort korrigiert, weil es nicht so wie in „meiner“ Fassung war.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Irgendwas dazwischen. Ich mag es, wenn das Potential zum Happy End durchaus da ist, aber nicht wie ein rosa Wattebausch präsentiert wird. Ein durchwachsenes Ende, sozusagen.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Die Passivität der Frauenfiguren und die Kopplung von Adoleszenz mit Heirat stört mich.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Märchen sind im Grunde einfach gestrickt und behandeln oft allzu menschliche Eigenschaften wie Eifersucht, Angst, Begehren. Viele Märchen sind Adoleszenzgeschichten mit eindeutiger Gut-Böse Einordnung.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Nachforschen, warum er in ein Tier verwandelt wurde. Vielleicht gab es einen guten Grund und es wäre besser, alles genauso zu lassen, wie es ist. Wenn nicht, würde ich natürlich helfen, die Verwandlung aufzuheben, falls der- oder diejenige das überhaupt will, denn so ein Tierleben kann seinen Vorteil haben.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Kommt darauf an, wie umfassend die Wünsche sein dürfen. So auf einen Schlag Hunger, Krieg und Diskriminierungen wegwünschen zu können, wäre etwas Feines. Wenn sie wirklich auf mich gerichtet sein müssten, würde ich mir wünschen jeden Tag einen guten Grund zum Lachen zu haben, dass meine Familie nie hungrig ins Bett muss und dass mir die Literatur immer so treu bleibt, wie ich ihr.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Mein Vater hat einen Teich und sich vor kurzem Frösche zugelegt. Die können bestimmt noch den ein oder anderen Mitquaker gebrauchen.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Tauschen? Freiwillig mit keiner, die werden ja alle so reduziert, dass sie nur noch Abziehbilder sind.

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Vielen Dank, Eva!


Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Anna Kleve

Read in English

Im Rahmen des Märchensommers habe ich auch ein paar anderen AutorInnen Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Anna Kleve – Autorin von „Schuld der Ahnen“

Ein paar Daten zu dir:

Ich wurde 1986 im Bergischen Land geboren. Aufgrund des Aufbaus unserer Wohnung befand sich das große Bücherregal (eine ganze Wand) bei mir im Zimmer. Irgendwann habe ich angefangen die alten Kinderbücher meiner Mutter zu lesen.
Damals habe ich auch Bilder zu den gelesenen Büchern gemalt. Es hat mich also auch teilweise zum Malen gebracht.
In der Schule fing ich irgendwann an kleine Geschichten zu schreiben. Meistens kleine Szenen zu Büchern, die ich gelesen hatte. Deshalb bin ich als nächstes wohl auch zum Fanfiction schreiben gekommen und darüber zur Gay-Fantasy.
Zwar schreibe ich meistens Gay-Fantasy, wie mein Debüt “Seelenband“ oder das Liebste von meinen eigenen Büchern “Das Geheimnis seiner Aura“ oder einige Kurzgeschichten wie meine Neueste und wohl auch Verrückteste “Orkisch verliebt“, aber ich habe auch Romantasy, wie “Elementarblut“ und Kinderfantasy, wie meine “Drachenmärchen“ geschrieben.
Deshalb sehe ich mich auch mehr als Fantasyautorin und nicht auf ein Subgenre beschränkt.

Vorneweg ein paar Fragen zu deiner Reihe „Schuld der Ahnen“:

1. Was war/ist an deinen Märchenbestandteilen am Schwierigsten umzusetzen?

Mit den magischen Kräften, die ich mir auf Umwegen hergeleitet habe, nicht zu übertreiben. Oder die Fähigkeiten sich nicht zu schnell entfalten zu lassen.

2. Was hat dich/bringt dich bei der Arbeit an der Reihe am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Das aus dem geplanten einen Buch plötzlich zwei wurden und ich im ersten Teil noch einiges umschreiben musste, damit “nicht nur“ die Beziehung der Protagonisten vorkommt.

3. Warum hast du dich dafür entschieden, dass die eigentlichen Märchen zwar tatsächlich passiert, aber nicht nacherzählt werden?

Ich habe einen Thementag gesehen, bei dem es um die Herkunft der Märchen (z. B. Schneewittchen, der Rattenfänger von Hameln) ging. Dabei kam mir der Gedanke, dass ich das in einer Geschichte kombinieren kann. Um das zu tun, war eine andere Welt nicht schlecht (man bedenke wie viele Königreiche es braucht, bei so vielen Prinzen und Prinzessinnen). Aber ich habe das dann auch noch mit abgeleiteten magischen Kräften gewürzt.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Reihe umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Ehrlich bin ich mir da nicht so sicher. Wenn ich komplett selbstaussuchen sollte, würde ich vermutlich unbekannte Schauspieler aussuchen. Die Idee hätte was, aber um mal einen Namen in den Raum zu werfen. Wenn er jünger wäre, hätte ich für Eldan vielleicht Orlando Bloom gesagt. Aber bei Caleb? Keine Ahnung.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Reihe?

Dass mich meine Figuren auch weiterhin beim Schreiben überraschen, selbst wenn das heißt, dass dann wieder mehr als die geplanten Teile bei rauskommen. Auch, wenn mich das gelegentlich in den Wahnsinn treibt.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Früher, wenn in der Vorweihnachtszeit Märchenfilme gezeigt wurden, die ich vorher noch gar nicht kannte, weil bei uns halt die Grimmschen Märchen mehr im Fokus stehen.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Das kommt immer darauf an, wie es gemacht ist. Ich mag auch “Die kleine Meerjungfrau“, obwohl es ja kein Happy End im klassischen Sinn ist. Die Liebesgeschichte endet für “Die kleine Meerjungfrau“ ja nicht gut, aber immerhin bekommt sie als Luftgeist eine unsterbliche Seele. Andererseits finde ich auch Märchen wie “Die Schöne und das Biest“ schön, wo es ja zu einem richtigen Happy End kommt. Ich denke, ich muss die Art eines Endes gefühlsmäßig nachempfinden können, um es zu mögen, egal was es für ein Ende ist. Ein Happy End nach dem Motto: Ist so, weil es muss ein Happy End sein. Das eher nicht.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Am meisten stört es mich, dass in vielen Märchen die Frauen einfach nur rettungsbedürftig sind (auch, wenn ich weiß, dass es oft der Zeit, in der es geschrieben wurde geschuldet ist). Besonders begeistert bin ich dann, wenn eine Frau dann auch mal in einem Märchen etwas aktiver sein darf.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Ein Konflikt oder ein Dilemma, mit dem die Figuren zu tun haben.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Kommt auch auf die Umstände an. Aber eventuell erst einmal nach Details fragen, nachdem ich gecheckt habe, ob irgendwo in der Nähe nicht ein Lautsprecher angebracht ist, weil mich jemand reinlegen will.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Die Zeit manipulieren können (hätte ich mehr Zeit zum Schreiben), an mehreren Orten gleichzeitig sein können (so könnte ich unangenehme und angenehme Dinge gleichzeitig erledigen) und meine Bücher in den Buchhandlungen stehen haben (ich will die einfach mal im Buchladen in die Hand nehmen können).

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Die glühenden Schuhe der Stiefmutter von Schneewittchen oder den Ofen der Hexe aus Hänsel und Gretel, selbst wenn das brutal klingen mag. Das sind einzigen Todesarten, die mir auf Anhieb einfallen, bei denen die Toten tatsächlich tot geblieben sind.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Allerleirauh! Aus mehreren Gründen: Zuerst konnte sie ihren späteren Weg teilweise selbst beeinflussen und zum zweiten zeigt sich in dieser Geschichte, dass es nicht immer nur um Schönheit gehen muss. Mit dem Pelz gilt sie ja nicht, als besonders schön. Und sie ist erfindungsreich.

Mehr zu Anna gibt es hier:

Blog: Anna Kleve – Fantasyautorin
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Twitter: @klevefantasy

Vielen Dank, Anna!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

During the Fairy Tale Summer I also asked a few other author*esses questions about their adaptations and Fairy Tales.

Anna Kleve – Authoress of „Schuld der Ahnen“ (Guilt of the ancestors)

A few things about you:

I was born in 1986 in the Bergisches Land. Due to the layout of our apartment, the large bookcase (a whole wall) was in my room. At some point I started reading my mother’s old children’s books.
At that time I also drew pictures of the books I had read. So it also partly made me draw.
I started writing little stories at school. Mostly small scenes from books I’d read. That’s probably why I next came to write fan fiction and through that to gay fantasy.
Although I usually write gay fantasy, like my debut „Seelenband“ (Soulbond) or the favorite of my own books „Das Geheimnis seiner Aura“ (The secret of his Aura) or some short stories like my latest and probably also the craziest „Orkisch verliebt“ (Orkish in love), I have also written romantasy, like „Elementarblut“ (Elementblood) and Kinderfantasy, like my „Drachenmärchen“ (Dragongirl).
That’s why I see myself more as a fantasy author and not limited to a subgenre.

Beforehand a few questions about your series „Schuld der Ahnen“

1. What was/is the most difficult to realize about your Fairy Tale components?

Not to exaggerate with the magical powers that I have derived in a divergent way. Or the ability not to develop too quickly.

2. What brings you/has brought you most to despair while working on the series?

That the planned one book suddenly became two and I had to rewrite some things in the first part, so that „not only“ the relationship of the protagonists is present.

3. Why did you decide that the actual fairy tales actually happened but were not retold?

i watched a theme day about the origin of Fairy Tales (e.g. Snow White, the Pied Piper of Hamelin). It occurred to me that I could combine that in a story. To do this, another world wasn’t bad (consider how many kingdoms it takes, for so many princes and princesses). But I also spiced it up with derived magical powers.

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn series into a movie, whom do you see in the leading roles?

Honestly, I’m not so sure. If I had to choose completely by myself, I would probably choose unknown actors. That’s an idea, but to put a name to it. If he was younger, I might have said Orlando Bloom for Eldan. But Caleb? I don’t know.

5. What’s your wish for the future of the series?

That my characters continue to surprise me while I‘ m writing, even if that means that more than the planned parts might be the result again. Even if that sometimes drives me crazy.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tales …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

In the past, when Fairy Tale films were shown in the pre-Christmas period, which I didn’t even know before, because the Grimm Fairy Tales are more in focus here.

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

It always depends on how it’s done. I also like „The Little Mermaid“, although it’s not a happy ending in the classical sense. The love story doesn’t end well for „The Little Mermaid“, but at least she gets an immortal soul as an air spirit. On the other hand I also like Fairy Tales like „Beauty and the Beast“, where it comes to a real happy end. I think I must be able to feel the kind of ending to like it, no matter what the end. A happy end according to the motto: It‘ because it has to be a happy end. No, I don’t think so.

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

What bothers me most is that in many Fairy Tales women are simply in need of saving (even if I know that it is often due to the time in which it was written). I am especially enthusiastic when a woman can be a bit more active in a Fairy Tale.

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

A conflict or dilemma the characters have to face.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

Depends on the circumstances. But maybe first ask for details after I checked if there is a loudspeaker somewhere in the vicinity, because someone wants to fool me.

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

To manipulate time (if I could have more time to write), be in several places at once (so I could do unpleasant and pleasant things at the same time) and have my books in the bookstores (I just want to be able to pick them up in the bookstore).

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

The red-hot shoes of the stepmother of Snow White, or the oven of the witch of Hansel and Gretel, even if that may sound brutal. These are the only deaths I can think of right away that actually left the dead dead.

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

Allerleirauh! For several reasons: At first she could partly influence her later path herself and secondly this story shows that it doesn’t always have to be about beauty. She’s not considered particularly beautiful with the fur. And she’s inventive.

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Thank you very much, Anna!

Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Christina Löw

Read in English

Wie schon im letzten Jahr, habe ich ein paar Märchenspinnerinnen im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Christina Löw – Autorin von „Träume voller Schatten“

Ein paar Daten zu dir:

Sie würde am liebsten den ganzen Tag lang schreiben, um allen Ideen, die ihr durch den Kopf hüpfen, angemessen Aufmerksamkeit zu schenken. Vor allem da ihre Plotbunnies alles zwischen historischem Kinderbuch, Regionalkrimi, Phantastik in unterschiedlichen Ausprägungen, Dystopie und auch englischen Stoffen einschließen. Märchen durften da natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Hauptberuflich arbeitet Christina als Literatur-Übersetzerin und Lektorin/Korrektorin. Daneben beschäftigt sie sich als Journalistin vor allem mit kulturellen und sozialen Themen. Außerdem ist sie als Kunstvermittlerin in Museen tätig.

Neben „Träume voller Schatten“ stammt auch die Kurzgeschichte „Eine Krone für die Freundschaft“ in der Märchenspinnerei Anthologie „Es war einmal … ganz anders“ und „Herbstgedanken“ bei neobooks (Wettbewerb „Hallo Herbst“ (2017), 2. Platz) von ihr.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Träume voller Schatten“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Mein Protagonist. Patrick ist in vielerlei Hinsicht in seinem Verhalten das komplette Gegenteil von mir – allein beim Gedanken an Schönheitswettbewerbe stellen sich mir die Nackenhaare auf und Menschen, die andere aus vollem Bewusstsein schlecht behandeln, verstehe ich einfach nicht. Auch bin ich eine Person, die sehr (!) viel nachdenkt, geradezu ununterbrochen, da musste ich mich bei ihm an einigen Stellen zusammenreißen, um ihn nicht zu früh zu viel reflektieren zu lassen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Beim Schreiben selbst? Da fällt mir tatsächlich nichts Konkretes ein. Klar, hier und da sind meine Figuren mal etwas vom Plot abgewichen oder haben Entscheidungen getroffen, die ich so nicht vorhergesehen hatte … aber schlussendlich hat all das die Geschichte an einigen Stellen runder und an anderen noch etwas tiefergehender gemacht. Geflucht habe ich eher ein bisschen bei der Formatierung bzw. dem Buchsatz, aber auch das ließ sich schließlich bezwingen.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Kennengelernt habe ich das Märchen durch ein illustriertes Kinderbuch und auch bis heute kenne ich Zwerg Nase vorrangig in Buchform. Da gibt es viele schöne illustrierte Fassungen, die über die Jahre erschienen sind. Mit den klassischen Märchenverfilmungen tue ich mich schwer … ich bin da aber auch sehr kritisch.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Oh je. Dafür sollte ich wohl erst einmal genau darüber nachdenken, wie meine Figuren aussehen. 😀 Das überlasse ich für gewöhnlich gerne der Vorstellung der Leser*innen. Wobei, ein paar Anhaltspunkte gibt es: Patrick hat mir erzählt, dass er blaue Augen hat und meine Cover-Designerin hat ihm instinktiv braune Haare dazugegeben. Bei Melissa wird es tatsächlich gar nicht erwähnt im Buch, für mich hat sie aber auf jeden Fall ein freundliches, offenes Gesicht und wirre Locken.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Mehr Märchenadaptionen? Wobei das nicht wirklich ein Problem werden dürfte. An neuen Ideen mangelt es uns eindeutig nicht!

Ich denke, ich wünsche mir weiterhin ein gutes Miteinander, ein stetiges Wir-Gefühl, denn trotz unserer Unterschiedlichkeit – ob bei den Adaptionen oder uns Autorinnen – ist es die Gemeinschaft, die uns verbindet. Wir alle sind Einzelteile, die ineinandergreifen, ein Ganzes, das deutlich mehr ist als ‚nur‘ die Summe seiner Teile.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

In den Anfängen war es das Vorlesen bzw. das wohlige Gefühl, die Geschichten vorgelesen zu bekommen. Mit großen Augen und gespitzten Ohren zu lauschen, mit den Helden mitzufiebern, ab und an auch zu bibbern, und am Ende erleichtert aufzuatmen, wenn alles gut ausgegangen ist.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Früher war mir das Happy End sehr wichtig, das gehörte einfach dazu. Inzwischen ist mir das am liebsten, was am besten zur jeweiligen Geschichte passt.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Heute stört es mich, wenn ich allzu sehr mit Stereotypen beworfen werde oder gefühlt in jedem zweiten Satz darüber stolpere. Bei der Adaption von Märchen kommt mir so etwas aber natürlich gerade recht, das sind dankbare Ansatzpunkte, um damit zu brechen. Ich mag Märchen mit Heldinnen, die z.B. nicht auf einen Prinzen warten, sondern eher einen befreien/retten – gibt es nicht ständig, aber doch hier und da. Und irgendwie habe ich eine kleine Schwäche für Tier-Begleiter … wie einem vielleicht auch in meiner Adaption auffällt. 😉

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Hm, das ist wirklich schwierig. Ich könnte jetzt alle möglichen Merkmale herunterbeten, die einem bei einem klassischen Märchen so einfallen können, aber das wäre langweilig, finde ich. Was mir als Autorin besonders auffällt, ist, dass es selten Erklärungen gibt – zum Beispiel funktioniert Magie für gewöhnlich ‚einfach so‘, es steckt kein erkennbares Magie-System dahinter. Auch sind die Motivationen, wieso eine Reise unternommen, ein besonderer Gegenstand gefunden werden soll, oft eher weniger existent. Doch auch da gibt es natürlich Ausnahmen.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Wahrscheinlich würde ich mich erst einmal freuen, endlich ein Tier gefunden zu haben, dem ich nicht zuschreiben muss, was es mir sagen könnte, sondern das wirklich mit mir redet. Und dann würde ich wohl ausprobieren, ob ich diesen Menschen nicht erlösen kann – es sei denn, er/sie ist als Tier viel glücklicher.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Kann ich mir damit auch erst einmal wünschen, dass ich unendlich viele Wünsche bekomme, die zudem auf andere Menschen übertragbar sind? Ich finde, hier und da kann jede/r mal einen Wunsch gebrauchen, der sich wie durch Magie erfüllen lässt. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass damit niemand anderem Schaden zugefügt wird.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Ganz pauschal? Keinen. Erst einmal wüsste ich gerne, wer genau aus welchem Grund ‚aus dem Weg geräumt‘ werden soll und ob damit automatisch ‚umbringen‘ gemeint ist oder ob das auch anders interpretiert werden kann.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Puh. Kann ich bitte einen Crash-Kurs haben, mit dem ich alle existierenden Märchenfiguren in meinen Kopf trichtern und nach Pros und Cons sortieren kann? Denn mit denen, die mir auf Anhieb einfallen – und das sind schon recht viele –, mag ich nicht unbedingt tauschen.

Mehr zu Christina gibt es hier:

Homepage: Christina Löw
Facebook: Christina Löw
Twitter: @christina_loew

Vielen Dank, Christina!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

Like last year, I asked a few Märchenspinnerinnen (Fairy Tale spinnerettes) a few questions about their adaptations and fairy tales as part of the Fairy Tale Summer.

Christina Löw – Authoress of „Träume voller Schatten“ (Dreams filled with shadows)

A few things about you:

She would love to write all day long to pay appropriate attention to all the ideas that jump through her mind. Especially since her plot bunnies include everything between historical children’s books, regional crime novels, fantasy in different forms, dystopia and also English materials. Of course, fairy tales shouldn’t be missing either.

Christina works as a literary translator and proofreader. In addition, as a journalist she mainly deals with cultural and social topics. She also works as an art agent in museums.

In addition to „Träume voller Schatten“ (Dreams filled with Shadows, the short story „Eine Krone für die Freundschaft“ (A Crown for Friendship) in der Märchenspinnerei Anthologie „Es war einmal … ganz anders“ (Once Upon a Time … quite different) and „Herbstgedanken (Autumn Thoughts) at neobooks (competition „Hallo Herbst“ – Hello Autumn (2017), 2nd place).

Beforehand a few Questions regarding your book „Träume voller Schatten“ and the Märchenspinnerei:

1. Which element of your Fairy Tale was the hardest to transfer?

My protagonist. Patrick is in many ways the complete opposite of me in his behaviour – just when I think about beauty contests, my neck hair stands up and I just don’t understand people who treat others badly in full consciousness. I am also a person who thinks a lot (!), almost without interruption, so I had to pull myself together in some places in order not to let him reflect too much too early.

2. What reduced you most to despair working on your Fairy Tale?

While writing? I can’t think of anything specific. Sure, here and there my characters have deviated a bit from the plot or made decisions I hadn’t foreseen… but in the end all this has made the story rounder in some places and deeper in others. I rather cursed a little during the formatting or the book typesetting, but even this could finally be overcome.

3. Which Version (Movie, Tale, Adaptation) of your story, except your own, do you like most?

I got to know the fairy tale through an illustrated children’s book and even today I know Nose, the Dwarf primarily in book form. There are many beautiful illustrated versions that have appeared over the years. With the classic fairy tale adaptations I have a hard time… but I’m also very critical here.

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn your Fairy Tale into a movie, whom do you see in the leading roles?

Oh, dear. I guess I should think about what my characters look like first. I usually leave that to the imagination of the readers. Patrick told me that he has blue eyes and my cover designer instinctively gave him brown hair. With Melissa it is actually not mentioned in the book, but for me she definitely has a friendly, open face and chaotic curls.

5. What’s your wish for the future of the Märchenspinnerei?

More fairy tale adaptations? Which shouldn’t really be a problem. There is clearly no shortage of new ideas!

I think I wish for a good togetherness, a constant we-feeling, because despite our differences – whether in adaptations or us authoresses – it is the fellowship that unites us. We are all individual parts that interlock, a whole that is much more than ‚just‘ the sum of its parts.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tale …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

In the beginning it was the reading aloud or the comforting feeling to have the stories read aloud. To listen with big eyes and sharpened ears, to share the excitement with the heroes, to shiver from time to time, and finally to breathe a sigh of relief when everything has gone well.

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

In the past, the happy ending was very important to me, that was just part of it. Meanwhile, I prefer what fits best to the respective story.

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

Today it bothers me when I find myself too much pelted with stereotypes or stumbled upon them in every other sentence. But when it comes to adapting fairy tales, these are grateful starting points for breaking with them. I like fairy tales with heroines who, for example, don’t wait for a prince, but rather rescue a prince – there are not many, but still here and there. And somehow I have a little weakness for animal companions… as you might notice in my adaptation. 😉

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

Hm, that’s really difficult. I could now recite all sorts of characteristics that can come to mind in a classic fairy tale, but that would be boring, I think. What particularly strikes me as an author is that there are rarely explanations – for example, magic usually works ‚just like that‘, there is no discernible magic system behind it. Also the motivations, why a journey should be undertaken, a special object should be found, are often rather less existent. But even there are of course exceptions.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

I would probably be happy to have finally found an animal to whom I don’t have to attribute what it could tell me, but who really talks to me. And then I would probably try to see if I can’t save this person – unless he/she is much happier as an animal.

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

Can I wish I had an infinite number of wishes that can also be transferred to other people? I think that here and there everyone can use a wish that can be fulfilled as if by magic. However, always under the condition that no harm is done to anyone else.

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

All in all? None. First of all, I would like to know exactly who is to be ‚getting rid of‘ for what reason and whether this automatically means ‚killed‘ or whether this can also be interpreted differently.

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

Whew. Can I have a crash course with which I can funnel all existing fairy tale characters into my head and sort them by pros and cons? Because I don’t necessarily like to swap with those who come to my mind right away – and there are quite a few of them.

More about Christina here:

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Twitter: @christina_loew

Thank you very much, Christina!


Anne/PoiSonPaiNter