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Schreiberlinge im Interview: Kaja Paulan

Diesen MĂ€rchensommer gibt es ein Interview mit einer Neuentdeckung: Kaja Paulan, deren Werk Ragnamar – Einbruch der DĂ€mmerung ich euch Montag vorstellte, aber lest selbst, was sie zur Arbeit daran zu sagen hat!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kaja Paulan

Ein paar Daten zu dir:

Kaja Paulan ist eine Autorin, die bereits als Kind ihre Liebe zum Schreiben entdeckte. Sie verbrachte Stunden damit, abenteuerliche und spannende Geschichten zu erfinden und in fantastischen Buchwelten zu versinken.

Besonders fasziniert Kaja die Fantasy-Literatur, da sie hier komplexe Welten, Charaktere und Geschichten erschaffen kann, die in der realen Welt nicht möglich wĂ€ren. Ihre BĂŒcher sind oft von MĂ€rchen und Mythen beeinflusst. Inspirieren lĂ€sst sich die Autorin von der Ostsee und dem Wald, die sie oft auf ausgedehnten SpaziergĂ€ngen erkundet.

Sie hat bereits mehrere Veröffentlichungen vorzuweisen, darunter Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Es folgten das Adventskalenderbuch „Aufregung im Advent – Wo ist Herr Polymorf?“ und ein Fantasyroman „Ragnamar – Einbruch der DĂ€mmerung“. „Die Wildparkdetektive“ ist ihr zweites Kinderbuch, das vor kurzem erschien. Eine Fortsetzung von „Ragnamar“ folgt im Herbst. 

Die Leidenschaft fĂŒr das ErzĂ€hlen von Geschichten begleitet sie auch in ihrer Arbeit als Grundschullehrerin. Kaja Paulan hat zwei erwachsene Kinder und wohnt mit ihrem Mann in der NĂ€he der Ostsee. Dort arbeitet sie unermĂŒdlich an weiteren Geschichten und Romanen.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem MĂ€rchen Ragnamar:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Am schwierigsten war es, die HandlungsfĂ€den alle miteinander zu verknĂŒpfen, sodass es am Schluss keine losen Enden gab und die verschiedenen Charaktere im Blick zu behalten. Darauf aufzupassen, dass im Verlauf der ziemlich komplexen Handlung keiner verloren ging. 

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ich war immer eine Bauchschreiberin. Aber wĂ€hrend der Arbeit an „Ragnamar“ wurden mir die Grenzen dieser Schreibmethode aufgezeigt. Es gab immer wieder Zeiten, in denen ich nicht schreiben konnte, weil Arbeit und Privates meine volle Aufmerksamkeit erforderten. Nach Phasen des Nichtschreibens jedes Mal neu in die Handlung einzusteigen, brachte mich manchmal fast an den Rand der Verzweiflung, und ich hĂ€tte beinahe aufgegeben. Nachdem ich dieses Manuskript beendet hatte, wurde ich zu einer ĂŒberzeugten Planerin meiner folgenden Geschichten.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Da es in meinem MĂ€rchen und in der Welt Ragnamar, die ich erschaffen habe, um den ganzen MĂ€rchenkosmos der BrĂŒder Grimm geht, kann ich keine vergleichbare MĂ€rchenadaption nennen. Philip Pullman hat die MĂ€rchen in seinem Buch „Grimms MĂ€rchen“ auf eine eigene Art erzĂ€hlt und versucht, ihren Kern zu erfassen und sie auf das Wesentliche zu reduzieren. Es ist mein liebstes MĂ€rchenbuch, auch dank der Illustrationen von Shaun Tan.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Ich mochte Saoirse Ronan in „Wer ist Hanna?“ sehr gern. Aber sie dĂŒrfte mittlerweile zu alt fĂŒr die Rolle von Mila sein.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Dass es bekannter wird, natĂŒrlich. Dass es gelesen und weiterempfohlen wird. Und dass die Fortsetzung „Ragnamar – Im Reich der Nachtschatten“ erfolgreich an seinen VorgĂ€nger anknĂŒpfen kann.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Die Vorlesestunden mit meiner Mutter sind meine schönsten Erinnerungen. Es war ein regelmĂ€ĂŸiges Ritual, und ich erinnere mich noch gut an das MĂ€rchenbuch, aus dem sie vorgelesen hat, und seine Illustrationen.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ich liebe natĂŒrlich Happy Endings. Dann kann ich beruhigt einschlafen, und alles ist gut. Aber sie mĂŒssen nachvollziehbar und dĂŒrfen nicht kitschig sĂŒĂŸ sein. In meinen eigenen Geschichten bevorzuge ich offene Enden, so wie das Leben sie schreibt. Es bleibt immer etwas UngeklĂ€rtes ĂŒbrig.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Mich stört nichts an den MĂ€rchen. Es sind universale Geschichten, die unendlich viele Interpretationen zulassen. Sozusagen die Schablonen fĂŒr alle Geschichten der Welt. Außerdem begeistert mich an den MĂ€rchen, dass alle Wesen ziemlich gleichberechtigt sind. Jeder kann ein König, eine Königin werden und sein, sogar Tiere und Pflanzen. Und zu jeder Zeit kann ein Wunder passieren, man muss nur geduldig darauf warten.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Das ist zum einen ihre einfache und klare Handlung, die archetypischen Charaktere und natĂŒrlich die fantastischen Elemente, magische GegenstĂ€nde und Zahlen, Zauberer, Feen, sprechende Tiere 


Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Das wĂŒrde ich ihm natĂŒrlich sofort glauben, aus welchem Grund sollte dieses Tier sonst mit mir in menschlicher Sprache kommunizieren? Nur, wenn es ein Papagei wĂ€re, hĂ€tte ich Zweifel. Ich wĂŒrde mir anhören, was es von mir will und dann versuchen, ihm zu helfen.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Als Kind hĂ€tte ich mir den Weltfrieden gewĂŒnscht, aber das liegt außerhalb der Macht einer Fee, das weiß ich inzwischen. Ich kann nur WĂŒnsche fĂŒr eine ĂŒberschaubare Personenzahl Ă€ußern. Also zunĂ€chst einmal wĂŒrde ich mir Gesundheit und GlĂŒck fĂŒr meine Familie wĂŒnschen. Das ist das Wichtigste. Mein zweiter Wunsch wĂ€re, dass ich meinen Geschichten Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt erreichen könnte. Und zum Schluss eine magische Bibliothek, so wie ich sie mir fĂŒr den dritten Band von Ragnamar vorstelle.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Ich wĂŒrde einen machtvollen Zauberspruch wĂ€hlen.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Ich wĂŒrde mit keiner MĂ€rchenfigur wirklich tauschen wollen. Vielleicht wĂ€re ich gern eine Figur in einem BĂŒcherreich. Dann hĂ€tte ich Zugang zu einer unendlichen Vielfalt von BĂŒchern und könnte in verschiedenste BĂŒcherwelten gehen, es gĂ€be aber auch jederzeit einen Weg hinaus.

Mehr zu Kaja gibt es hier:

Homepage: Kaja Paulan
Facebook: Kaja Paulan Autorin
Instagram: @kajapaulan_fantasy oder @kajapaulan_kinderbuch

Vielen Dank, Kaja!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Ria Winter

Letztes Jahr habe ich die ersten beiden BĂ€nde ihrer Feuervogel-Chroniken vorgestellt und gemeinsam mit ihr und Christian Handel und Saskia Dreßler ĂŒber die slawische MĂ€rchenwelt gesprochen. Heute gibt es das MĂ€rchensommer Interview mit Ria Winter.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Ria Winter

Ein paar Daten zu dir:

Ria Winter ist in St. Petersburg aufgewachsen, hat dann aber die Newa gegen die Elbe eingetauscht. Heute lebt und schreibt sie in Hamburg. Von den VerkĂ€ufen ihrer BĂŒcher finanziert sie sich die großen Notwendigkeiten des Lebens: BĂŒcher, Tee und Katzenfutter. Am liebsten ist sie in Fantasy-Welten unterwegs, die so bunt und vielseitig sind wie das reale Leben. Mit ihrem queeren Jugendbuch „Tal der Toten“ schaffte sie es 2020 auf die Shortlist des SERAPH in der Kategorie „Bestes DebĂŒt“. Danach nahm sie sich in ihrer inzwischen abgeschlossenen Tetralogie „Feuervogel-Chronik“ russische MĂ€rchengestalten vor und interpretierte sie in ihrer eigenen Welt neu.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In meiner Feuervogel-Chronik habe ich Elemente und vor allem Figuren aus ganz unterschiedlichen russischen MĂ€rchen verwendet. Es hat Spaß gemacht, meine eigene Version von Baba Yaga, dem Feuervogel und anderen MĂ€rchengestalten zu schreiben. Gerade am Anfang fiel es mir schwer, zu entscheiden, wie weit ich mich vom Original entfernen „durfte“. Aber dann habe ich beschlossen, die MĂ€rchenwelt eher als Inspiration und weniger als direktes Vorbild zu nehmen, und so war ich dann frei, ganz eigene Charaktere und VerknĂŒpfungen zu schaffen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Das Gleiche, was mich auch bei anderen Geschichten zur Verzweiflung treibt: Plotlöcher 😉 Aber bei der Feuervogel-Chronik kam noch hinzu, dass ich immer wieder abwĂ€gen musste, wie viel von dem russischen Hintergrund fĂŒr ein deutsches Publikum auch so verstĂ€ndlich war und was ich lieber erklĂ€ren sollte. Das fing schon bei einzelnen Wörtern an (kennen alle Deutschen „Babuschka“ oder „Banja“?) und betraf natĂŒrlich auch die MĂ€rchengestalten. So hat eine russischstĂ€mmige Leserin geschrieben, dass sie die Darstellung der Baba Yaga relativ konventionell fand und sich eine originellere Neuinterpretation gewĂŒnscht hĂ€tte. Gleichzeitig waren andere Lesende ganz begeistert und fanden meine Baba Yaga sehr cool und ungewöhnlich. Klar, man kann es nicht allen recht machen, aber dieser Spagat hat mich doch sehr beschĂ€ftigt.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Da ich nicht nur ein MĂ€rchen, sondern viele verschiedene verwendet habe, kann ich gar nicht richtig auf diese Frage antworten. Aber wenn es generell um Adaptionen von russischen MĂ€rchenstoffen geht, war ich sehr beeindruckt von dem Roman „Deathless“ von Catherynne Valente. Darin verwebt sie die MĂ€rchengestalt Koschei der Todlose mit den Ereignissen der Russischen Revolution – eine spannende und aufwĂŒhlende Kombi, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Es tut mir leid, aber ich bin sehr schlecht darin, mir meine Figuren visuell vorzustellen 
 Ich wĂŒrde das Casting den Filmmenschen ĂŒberlassen, aber auf manchen Details bestehen, zum Beispiel dass Nadja von einer mehrgewichtigen Schauspielerin gespielt wird.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Ich wĂŒnsche mir, dass die Feuervogel-Chronik noch viele weitere Lesende findet 🙂 Und mein (sehr unrealistischer) Wunsch wĂ€re es, zumindest den ersten Band ins Englische ĂŒbersetzen zu lassen, allein schon damit meine italienische Illustratorin ihn mal lesen kann.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Wie ich mir als Kind die schönen Illustrationen in meinem MÀrchenbuch anschaue.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Bittersweet End 😀 Also, ich möchte schon, dass es ĂŒberwiegend gut ausgeht, aber bitte mit Konsequenzen, denn die Geschichte sollte schon ihre Spuren hinterlassen.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Ich liebe die unbegrenzte Fantasie in MĂ€rchen und dass die absurdesten Dinge nicht erklĂ€rt werden mĂŒssen, weil sie einfach Teil des Genres sind. Was mich stört, ist die HeteronormativitĂ€t, die oft eine tragende Rolle spielt (und am Ende gewinnt der Held die schöne Prinzessin fĂŒr sich und sie heiraten und leben glĂŒcklich bis an ihr Lebensende 
).

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

SelbstverstÀndlicher Zauber.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich wĂŒrde es fragen, ob es fĂŒr mich mit meinen Katzen sprechen kann.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Alle Sprachen auf der Welt sprechen zu können, TeleportationsfÀhigkeit und mehr Zeit pro Tag.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Ich wĂŒrde diese Person in irgendwas anderes verwandeln.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Bezeichnenderweise fallen mir zuerst nur welche ein, mit denen ich ganz bestimmt nicht tauschen wĂŒrde 
 Aber Baba Yaga zu sein stelle ich mir ziemlich cool vor!

Mehr zu Ria gibt es hier:

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Instagram: @riawinter_autorin
Twitter: @RiaSchreibt

Vielen Dank, Ria!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Katharina Gerlach

Am Montag habe ich ihre Reihe SchÀtze neu erzÀhlt vorgestellt, heute gibt es das MÀrchensommer Interview mit Katharina Gerlach.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Katharina Gerlach

Ein paar Daten zu dir:

Als zweisprachige Deutsche aufgewachsen bin ich ein ganz normaler BĂŒcherwurm. Oder besser gesagt eine BĂŒcherpackratte. Ich trage eine Brille und habe etwa 2000 BĂŒcher auf Englisch und Deutsch, davon etwa fĂŒnf laufende Meter MĂ€rchen.

Schon als ich zur Schule kam und das Schreiben lernte, begann ich Geschichten zu erfinden und zu Papier zu bringen, aber erst im Studium machte ich ernst. Meine erste Veröffentlichung (Engels Freiheit) war ein historischer Roman, der mir zwar mehrere Lobpreisungen von Lektoren der großen Verlage einbrachte, aber da er nicht im Mittelalter spielte, erschien er letztlich in einem kleinen Verlag.

Als Amazon 2009 in den USA die Tore fĂŒr Selfpublisher öffnete war ich von Anfang an dabei. Ich schrieb noch einen weiteren historischen Roman, eine Social (oder Soft) SciFi und tonnenweise Fantasy (mal mit, mal ohne Romance). Sogar dĂŒstere Kurzgeschichten fließen mir regelmĂ€ĂŸig aus der Feder (Ă€hm aus den Fingern in die Tastatur).

Am liebsten sind mir aber nach wie vor die MĂ€rchen. Diese Geschichten sind so unglaublich zeitlos. Sie haben jedem etwas zu bieten und lehren jeden etwas anderes. Mittlerweile habe ich ein Dutzend MĂ€rchenadaptionen in einer Serie (SchĂ€tze neu erzĂ€hlt) geschrieben, sowie ein interaktives Krimi-Abenteuer, das im MĂ€rchenland spielt und eine Romantasy, die ganz lose auf der Regentrude von Theodor Storm beruht. Ich denke, dass ich auch in Zukunft immer wieder auf MĂ€rchen zurĂŒckgreifen werde.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

FĂŒr den letzten Band meiner Serie „SchĂ€tze neu erzĂ€hlt“ habe ich mir ein ziemlich unbekanntes MĂ€rchen ausgesucht, das ich als Kind sehr geliebt habe. Es ist „Die drei Schwestern mit den Glasherzen“ und ist im Buch [Anm. Obsidianherz] enthalten. Zur selben Zeit hörte mein Sohn „Jet Black Heart“ by 5SOS in Dauerschleife und da der Text so gut zu meiner Adaption passte, begann ich, ihn in die Geschichte einfließen zu lassen. Wegen der Copyrightrichtlinien durfte ich dabei keine Zitate nutzen, was alles andere als einfach war. Doch Fans der Band, die das Buch gelesen haben, haben mir versichert dass sie alle Elemente des Lieds gefunden haben. Das macht mich rĂŒckblickend ein wenig stolz.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Gar nichts. Da ich in Vollzeit schreibe, setze ich mich zu Beginn meiner „Schicht“ hin und schreibe. Das ist alles. Manchmal, wenn die Familie viel Zeit braucht, kommt es zu Konflikten, da mir meine Schreibzeit „heilig“ ist, aber bisher habe ich immer einen Kompromiss gefunden.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Von der Geschichte „Die drei Schwestern mit den Glasherzen“ gibt es keine weiteren Adaptionen. Von den Adaptionen der anderen von mir bearbeiteten MĂ€rchen [Anm. Der Wettstreit ] mag ich die DEFA-Fassung von „Das kalte Herz“ am liebsten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Ach herje
 Am liebsten hĂ€tte ich Schauspieler und Schauspielerinnen aus der ganzen Welt, denn in meinem MĂ€rchenreich gibt es Menschen aus vielen verschiedenen LĂ€ndern. Auch hĂ€tte ich gerne ĂŒbergewichtige Schauspielerinnen fĂŒr die Rollen der Schwester der Hauptperson (und damit meine ich kein MĂ€dchen, das bei 1,70m GrĂ¶ĂŸe 75kg wiegt: das ist NORMALGEWICHT!). Die beiden Zarewnas werden davon abgehalten, sich körperlich zu betĂ€tigen, da das ihre Glasherzen beeintrĂ€chtige könnte. Also wĂ€ren diese Hungerhaken, die so in sind, eine absolute Fehlbesetzung.

Aber im Prinzip wĂ€re es mir ziemlich egal und ich wĂŒrde mich ĂŒberraschen lassen. Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der mir einen Filmvertrag schickt
 😉

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Das es möglichst viele Menschen lesen und lieben lernen. Es ist so ein zauberhaftes, wenig bekanntes MĂ€rchen, das durch die VerĂ€nderungen, die ich eingebracht habe, noch an Tiefe gewinnt (sagen jedenfalls meine Leserinnen). Ich wĂŒnsche mir sehr, dass die Begeisterung fĂŒr MĂ€rchen und deren Adaptionen noch lange anhĂ€llt.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Meine Mutter hat uns frĂŒher immer vorgelesen und jede Geschichte hat sie bewegt. Manchmal musste sie sogar weinen. Das sind schöne Erinnerungen, die ich freiwillig nicht hergeben werde (hoffentlich bekomme ich keine Demenz
)

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Eindeutig ein Happy End, manchmal auch ein Happy Anfang, denn das Ende des einen ist meist der Beginn von etwas Neuem. In seltenen FĂ€llen (allerdings nicht bei den MĂ€rchen) gibt es bei mir auch mal ein Bad End, aber immer mit Hoffnung, dass es besser werden kann, wenn alle dran arbeiten.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Es begeistert mich alles und stört mich nichts.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Die zeitlosen Wahrheiten, die scheinbar simple Sprache, die dennoch große Emotionen erzeugen kann, und die Details, die so viel vom Leben in anderen Zeiten verraten, wenn man genau genug hinsieht.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich wĂŒrde versuchen herauszufinden, wie es erlöst werden kann (denn das schöne an MĂ€rchen ist ja, dass eine Erlösung immer möglich ist).

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

  1. Wann immer ein Mensch einen Gegenstand als Waffe einsetzen will, soll er sich in Blumen verwandeln (das gilt auch fĂŒr HĂ€nde, die dĂŒrfen dann aber nach einiger Zeit wieder nachwachsen).
  2. Wann immer ein Mensch einen anderen herabsetzten und schlecht machen will, egal ob die andere Person anwesend ist oder nicht, sollen ihm die Worte fehlen.
  3. Mögen mir nie die Ideen ausgehen und die Zeit, diese in Geschichten festzuhalten.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Bevorzugt eine Verwandlung, die den Betroffenen zwingt zu erkennen, warum ich sauer genug war, ihn/sie zu verwĂŒnschen. Und wenn die Lektion gelernt ist, gibt es eine Erlösung.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Ehrlich gesagt mit keiner. In so gut wie keinem MĂ€rchen gibt es Enkelkinder, die einer grĂ¶ĂŸere Rolle spielen, und ich habe seit einiger Zeit das GlĂŒck meinen ersten Enkel genießen zu können. Das möchte ich nicht fĂŒr eine Sekunde verpassen.

Mehr zu Katharina gibt es hier:

Homepage: Katharina Gerlach
Facebook: Katharina Gerlach Autorin

Vielen Dank, Katharina!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Anne Danck und Christian Handel

Auch diesen MĂ€rchensommer gibt es wieder Interviews und wir starten mit einem Update zu Anne Danck und Christian Handel und ihren aktuellsten Adaptionen, die ich letzte Woche vorstellte.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne Danck – Es war einmal im dunklen Wald

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In „Es war einmal im Dunklen Wald“ tauchen einige MĂ€rchen auf, am prominentesten sind dabei RotkĂ€ppchen, Die Schöne und das Biest und Dornröschen – wobei RotkĂ€ppchen dabei vor allem die Hintergrundgeschichte der Protagonistin JĂ€ger darstellt. Allerdings ist JĂ€ger natĂŒrlich durch die Begegnung mit dem Wolf in ihrer Kindheit geprĂ€gt und wird von den Ereignissen damals immer mal wieder eingeholt. Diese Flashbacks darzustellen war eine echte Gratwanderung: Wer RotkĂ€ppchen mal genauer unter die Lupe genommen hat, weiß, dass der Wolf im MĂ€rchen nicht fĂŒr das Tier steht, sondern fĂŒr jemanden, der ahnungslosen MĂ€dchen auflauert. Diese Thematik einzubauen und gleichzeitig nicht zu abgrundtief zu werden, hat einiges an Ausprobieren und RĂŒckmeldung-sammeln erfordert.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nach dem ersten Lektoratsdurchgang habe ich festgestellt, dass ich die zweite HĂ€lfte noch einmal komplett umschreiben muss, damit der Spannungsbogen und das Finale besser funktionieren. Da bedeutete unter anderem: Das Magiesystem ĂŒberarbeiten, Personen streichen, am zeitlichen Ablauf feilen … Aber im Endeffekt war es all die Verzweiflung wert.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Von RotkĂ€ppchen: „Cruel Beauty“ von Rosamund Hodge. Von „Die Schöne und das Biest“: „Crimson Bound“, ebenfalls von Rosamund Hodge. Beide BĂŒcher haben eine einmalige AtmosphĂ€re und Protagonistinnen mit Ecken und Kanten, sie dĂŒrfen scheitern und eben dadurch siegen.

FĂŒr „Dornröschen“ fĂ€llt mir vor allem der Film „Maleficient“ ein, der schafft es auch auf ganz wundervolle Weise, das MĂ€rchen bezaubernd dĂŒster neu zu erzĂ€hlen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Definitiv Samira Wiley als JĂ€ger  – sobald ich sie als Moira in „Handmaid’s Tale“ gesehen habe, hatte ich ich sie beim Schreiben immer vor Augen. Und Naomie Harris ist als Prinzessin im Turm auch gesetzt, vor allem ihre Darstellung von Tia Dalma in „Fluch der Karibik“ hat mich sehr beeinflusst. Bei Crop fĂ€llt mir die Wahl etwas schwerer 
 Vielleicht Trevante Rhodes („Moonlight“) oder Michael B. Jordan („Black Panther“).

Mehr zu Anne gibt es hier:

Interview zu Spielmannsbraut

Homepage: Anne Danck
Instagram: @annedanck

Christian Handel – Schattengold

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Liebesgeschichte zwischen der MĂŒllerstochter und dem König. Im Original zwingt der König die MĂŒllerstochter als seine Gefangene ja, Stroh zu Gold zu spinnen und bedroht sie bei NichterfĂŒllung mit dem Tod. Als es ihr gelingt, nimmt er sie zur Frau. Ziemlich gruselig. Es hat eine Weile gedauert, bis ich einen Lösungsansatz gefunden habe: Aus dem König im MĂ€rchen wurde ein Prinz, die Rolle des Königs ĂŒbernimmt – ganz mĂ€rchenhaft – eine Stiefmutter. Bei der Liebesgeschichte hat mir auch grundsĂ€tzlich meine Lektorin Julia Adrian sehr geholfen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Zeit zwischen der dritten Nacht, in der der Spinnenmann fĂŒr Farah Stroh zu Gold spinnt und seinem Auftauchen nach der Geburt von Farahs Kind. Beim Planen hatte ich mir ĂŒber diese Phase nicht allzu viele Gedanken gemacht – beim Schreiben habe ich dann realisiert, dass ich die nicht einfach mit einem Sprung ĂŒberbrĂŒcken konnte: Die Liebesgeschichte zwischen Farah und ihrem Prinzen, seine Besteigung des Thrones, Schwangerschaft und Geburt – all das wollte und konnte ich nicht in einer kurzen einzelnen RĂŒckblende-Szene erzĂ€hlen. Zumal ich einen plausiblen Grund finden musste, warum Farah und der Prinz so schnell heiraten und sich nicht mehr Zeit lassen. Und dann war da ja auch noch die Sache mit dem Kind, das 
 nein, das wĂ€re ein Spoiler


3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich fand ich die ARD-Verfilmung von 2009 mit Robert Stadtlober ganz charmant. Allzu viele Adaptionen des MĂ€rchens gibt es sonst bisher ja leider nicht. Die US-Autorin Patricia Briggs (Mercy Thompson-Reihe) hat allerdings unter dem Titel „Der Preis“ eine wunderschöne Kurzgeschichte zum MĂ€rchen geschrieben, die ich in meiner zweiten MĂ€rchenanthologie „In HexenwĂ€ldern und FeentĂŒrmen“ in deutscher Sprache veröffentlichen durfte.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Eine schöne Frage, aber selbst beim Schreiben sehe ich die Gesichter meiner Figuren nur verschwommen. Wie sollte ich da eine real existierende Schauspielerin nennen können? Wenn es eine deutschsprachige Schauspielerin sein soll, fÀnde ich Henriette Confurius ziemlich cool.

Mehr zu Christian gibt es hier:

Interview zu Rosen & Knochen: Christian Handel
Interview zu Rowan & Ash und Palast aus Gold und TrÀnen

Homepage: Christian Handel
Twitter: @DarkstarGermany
Facebook: Christian Handel Autor
Instagram: @christian.handel

Vielen Dank Anne und Christian!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Carolin Gmyrek

Und schon sind wir beim letzten Interview dieses MÀrchensommers angelangt.
Viel Spaß mit den Antworten von …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Carolin Gmyrek

Ein paar Daten zu dir:

Mein Name ist Carolin Gmyrek, Autorin fĂŒr Phantastik- und Horrorliteratur, Lektorin und literarisch sehr begeistert. Ich veröffentliche seit 2012 phantastische Kurzgeschichten und Anthologien. Seit 2015 veröffentliche ich regelmĂ€ĂŸig in der Reihe „Zombie Zone Germany“.

Ich habe schon sehr frĂŒh die Literatur und im Besonderen die phantastische Literatur fĂŒr mich entdeckt. WĂ€hrend meines Studiums habe ich mich deshalb eben genau mit diesem Genre auseinandergesetzt, sowie mit der MĂ€rchenforschung und Kinder- und Jugendliteratur.

Mittlerweile arbeite ich an verschiedenen Kurzgeschichten, einem Zombie Pen’n’Paper und meiner SelbststĂ€ndigkeit als Lektorin. Juni 2022 erschien meine MĂ€rchendystopie „Kaputter Nebel“ im AmrĂ»n Verlag.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Kaputter Nebel:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In „Kaputter Nebel“ sind viele verschiedene internationale MĂ€rchen verarbeitet worden. Das Hauptthema ist jedoch Kreuztwalds MĂ€rchen „Des Nebelbergs Königs“. TatsĂ€chlich ließen sich fast alle Motive gut verarbeiten und einbringen. Allein die Brosche – der SchlĂŒssel in das Reich des Nebels – schien nicht vollstĂ€ndig hineinpassen zu wollen. Sie kam nur sehr kurz vor, so rudimentĂ€r, dass sie kaum einer Rolle zu spielen scheint. Dabei ist es eben genau diese, die den Stein ins Rollen bringt und den Menschen TĂŒr und Tor in die MĂ€rchenwelt öffnet. Die Eltern der Hauptfigur Tiuu entdeckten das SchmuckstĂŒck und entdeckten das Reich des Nebelkönigs. In ihrer Panik offenbaren sie diesen SchlĂŒssel der ganzen Welt und der Stein kommt ins Rollen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Das Ende. So blöd es klingen mag, aber das Schreiben der Geschehnisse und Verzweigungen, den EinflĂŒssen der MĂ€rchen auf die Gesellschaft hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die Figuren mochten sich fĂŒgen, bis auf eine: Tiuu, die Hauptfigur. Sie konnte sich weder den Menschen ihrer Welt, noch mir wirklich öffnen und so war das Ende der Geschichte schwer. Ich hĂ€tte sie gerne weiter beleuchtet, sie deutlicher gezeichnet und ihren Gang durch die MĂ€rchen stĂ€rker skizziert. Doch 
 und das scheint ein Widerspruch zu sein, in dieser Geschichte ging es nicht um sie. Aus diesem Grund war oft schwer ihre Sichtweise, ihre Gedanken festzuhalten. Die Geschichte war nie auf ein Ende konzipiert gewesen, weshalb dieses zu schreiben, mir am Schwersten fiel.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich wĂŒsste ich nicht, dass es weitere Fassungen zu diesem MĂ€rchen gibt. Nun, ich habe versucht viele MĂ€rchen einzubauen, doch auch diese orientieren sich eher an den Underdogs. So kann ich nur sagen: Kreutzwalds Fassung ist nun einmal die Beste. Geht man jedoch von den Motiven aus, so kann man viele verschiedene Sagen und Legenden in dem MĂ€rchen entdecken. So erinnert der Nebelkönig sehr an Wodan aus der keltischen Mythologie.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Bei dieser Frage bin ich tatsĂ€chlich etwas raus, ich kann es nur probieren. In der Rolle des vermeintlichen Bösewichts sehe ich Mads Mikkelsen. FĂŒr unsere verfĂŒhrerische Hexe brauchen wir Sophia Santi oder Natalie Dormer. Ashley Grene oder Tilda Swinton wĂ€ren vielleicht eine gute Tiuu? Terry Crews oder Idris Elba wĂ€ren ein perfekter Caven.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Ich möchte die Welt weiterspinnen, vielleicht eine kleine Serie aus mehreren Heften machen, die uns durch die MĂ€rchen dieser Welt fĂŒhren. Sequels und Prequels kann ich mir da gut vorstellen. Kurzgeschichtensammlungen, sowie vielleicht auch einen ganzen Roman. Diese Welt wird mich so schnell nicht mehr loslassen.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Vermutlich eben genau das, was man mit MĂ€rchen verbindet: meine Oma. Wenn ich bei meinen Großeltern ĂŒbernachtet habe, erzĂ€hlte sie mir Geschichten und MĂ€rchen. Auch meine Uroma war immer dabei gewesen, mir von dem verwunschenen Wald, dem bösen Wolf oder der gemeinen Hexe zu berichten. TagsĂŒber spielte ich diese MĂ€rchen nach und verfeinerte sie. So begann ich meine ersten Geschichten zu „schreiben“. MĂ€rchen haben mich mein Leben lang begleitet und zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ach
 Happy Ends kann doch jeder. Bad Ends jedoch auch. Ich möchte mich nicht beschrĂ€nken und versuche meine Geschichte eben zu jenem Ende zu bringen, was sie verdient. Ob es eben gut oder schlecht ist, liegt meistens im Auge des Betrachters. So gesehen mag ich weder das Happy- noch das Bad End.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

TatsĂ€chlich stört mich an MĂ€rchen selbst nicht viel, an deren Verarbeitung, Bearbeitung und Darstellung jedoch um einiges mehr. Dabei geht es um teilweise religiöse Verflechtungen, Verharmlosungen oder kindgerechte Sprache. Die verwendete Sprache trĂ€gt ebenfalls seinen Teil dazu bei, dass MĂ€rchen ihren Charme verlieren.  

Was ich an MĂ€rchen liebe ist die Bandbreite an möglichen Interpretationen. Die Figuren sind so dargestellt, dass sich fast jeder mit ihnen identifizieren kann. Die Geschichten sind mehrdeutig und experimentell. Viele weibliche Figuren sind klĂŒger und stĂ€rker, als die mĂ€nnlichen Helden, die oft nur mit Muskeln protzen können. MĂ€rchen zeigen, dass Intelligenz und Freundlichkeit mehr zĂ€hlt, als bloße Kraft und Übermut.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Es war einmal


Es gibt eine ganze Bandbreite an Merkmalen und Vorrausetzungen, um eine ErzÀhlung MÀrchen oder gar VolksmÀrchen zu nennen. Das wiederholende Motiv, die einfachen Charaktere, die einfache Handlung. Die fehlenden Orts- und Zeitangaben. Die allgegenwÀrtige Magie und das SelbstverstÀndnis eben dieser. Nein, ein MÀrchen braucht keine Moral oder einen Zweck. MÀrchen sind Unterhaltung und der Wunsch nach etwas Wunderbarem.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Zuerst gibt es etwas zu fressen, dann eine Streicheleinheit und zum Schluss wird evaluiert, wie man das Problem lösen könnte. Immerhin könnte es sich auch einfach um ein sprechendes Tier handeln, anstatt um einen Prinzen. Ob ich dieser Kreatur dann helfen kann, steht auf einem anderen Blatt.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Dies ist eine gĂ€ngige Frage, die sich jeder Mensch sicherlich mehrmals in seinem Leben gestellt hat und sich die Antworten je nach Lebensabschnitt Ă€ndern wĂŒrden. Ich muss gestehen, ich habe eine Ahnung, aber ich weiß nicht, was ich mir wĂŒnschen wĂŒrde. Ich möchte diese WĂŒnsche auch nicht Ă€ußern. Zum einen, weil sie dann nicht mehr wahr werden könnten und zum anderen weil sie eben auch viel mit mir zutun haben. Das ĂŒbliche: Geld, Macht und Ruhm
 nein, dass sind nicht die WĂŒnsche, die ich habe. Ich gestehe, auch der Weltfrieden steht nicht auf der Liste, diesen Egoismus mute ich mir durchaus zu.

Man sollte ĂŒbrigens stehts im Hinterkopf behalten, dass solche Art der WĂŒnsche immer einen Haken haben.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Keinen, denn wann hat schon einer dieser Zauber funktioniert, um jemanden endgĂŒltig loszuwerden? Nie! Der Mist kam immer wieder auf einen zurĂŒck. Da bleibe ich lieber bei den herkömmlichen Wegen.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Die MĂ€rchenwelt ist grausam und gefĂ€hrlich. Auch wenn es immer heißt: Sie leben glĂŒcklich bis an ihr Lebensende, so war der Weg dorthin mit viel Leid und Entbehrung gepflastert. Vermutlich ist da Dornröschen noch am besten weggekommen. Sie verschlĂ€ft das Schlimmste und wacht zu ihrer Hochzeit wieder auf. Andererseits lebte sie in ihrer Kindheit in einem goldenen KĂ€fig.

Mehr zu Carolin gibt es hier:

Facebook: Carolin Gmyrek Autorin
Instagram: @carottenmoehre
Twitter: @bookcarrot

Vielen Dank, Carolin!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Anne Danck

Seit Anfang an ein fester Bestandteil des MĂ€rchensommers als Teilnehmerin, nun auf der anderen Seite der Ereignisse. Viel Spaß mit den Antworten von …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne Danck

Ein paar Daten zu dir:

Ich bin große MĂ€rchen-Liebhaberin und folge daher Annes MĂ€rchensommer gewissermaßen schon seit erster Stunde. Es ist fĂŒr mich eine große Ehre, hier jetzt selbst mein Buch vorstellen zu dĂŒrfen. Ich komme aus Berlin, bin promovierte Verhaltensbiologin, habe eine Rasselbande an Farbratten adoptiert und trinke normalerweise erst nachmittags Kaffee.

Ich sage immer, ursprĂŒnglich komme ich aus der „Kurzgeschichten-Ecke“. Ich liebe Kurzgeschichten zu lesen und zu schreiben und habe daher jahrelang auch vor allem in diesem Bereich veröffentlicht. (Übrigens auch in einer Anthologie, in der auch Anne selbst vertreten ist: „Dunkle Federn, scharf Krallen“ Die mĂŒsst ihr unbedingt lesen! Nicht nur, weil alle Geschichten darin sehr gut sind, sondern weil der Gewinn der Antho auch fĂŒr einen guten Zweck gespendet wird.)

Aber dann hatte eine gewisse Prinzessin in einer der Kurzgeschichten doch mehr zu erzĂ€hlen und daraus wurde ein ganzer Roman: „Spielmannsbraut“, erschienen 2021 im Drachenmond Verlag, ist das MĂ€rchen „König Drosselbart“ aus der Sicht der angeblich so hochmĂŒtigen Prinzessin. Sie selbst findet nĂ€mlich, dass ihr Spott eigentlich berechtigt und reine Selbstverteidigung war …

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Spielmannsbraut:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das Finale. Es gibt davon so viele verschiedene Versionen in so unterschiedlicher LĂ€nge! Ich kann hier leider nicht zu sehr ins Detail gehen, sagen wir nur: Es gibt viele Personen, die teilweise unterschiedliche Sachen voneinander wissen, sehr kontrĂ€re Meinung voneinander haben, sich gegenseitig bestimmte Ziele und Motive unterstellen 
 Genau so herausfordernd wie sich das anhört, war es auch. Im Endeffekt habe ich sehr viel reduziert, damit die Botschaft klarer wird und man den Überblick behalten kann. Aber das war ein langer, zĂ€her Kampf, den ich auch nie ohne meine tapferen Testleser:innen gewonnen hĂ€tte.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Prinzessin selbst. Mirelle ist selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen. In die Ecke gedrĂ€ngt, ist sie nicht zimperlich, sondern teilt ordentlich aus. Das kann auf Anhieb sehr abschreckend und unsympathisch wirken. Zu zeigen, dass sie eigentlich auch sehr liebenswĂŒrdig ist, ohne ihr gleich ganz die ZĂ€hne zu ziehen, war wahrlich nicht einfach. Aber wenn ihr euch beim Lesen an ihrer etwas rĂŒcksichtslosen Art stoßt, dann rate ich euch: Haltet durch, bis der Spielmann seinen Auftritt hat. Er verpasst ihr eine ganz schöne Abreibung und ist in vielen Punkten das Gegenteil zu ihr.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich ist es ja ein eher selten adaptiertes MĂ€rchen, daher ist die Auswahl nicht so groß. Als Kind mochte ich sehr die Version, die meine Oma auf Schallplatte hatte, und die uralte Schwarz-weiß-Verfilmung von 1954. Allerdings habe ich meine Meinung zu dem MĂ€rchen an sich inzwischen grĂŒndlich geĂ€ndert, und aus moderner Perspektive einige Probleme mit der Moral. Wie kann es ein Happy End geben, wenn die Auflösung ist, dass König Drosselbart die Prinzessin die ganze Zeit belogen hat? Wie kann man in einer Beziehung den anderen umerziehen wollen? Das klingt nicht nach Gleichberechtigung und erst Recht nicht nach Liebe. Ich finde, so etwas sollten aktuelle Rezeptionen auch beachten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Gerne ein paar (noch) unbekannte Schauspieler:innen. Solange sie passend und Talent haben, bin ich da nicht wÀhlerisch.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Da von einigen Seiten schon der Wunsch geĂ€ußert wurde: Vielleicht die Zeit, eine Fortsetzung zu schreiben. Nicht ĂŒber Prinzessin Mirelle, aber ich wĂŒsste da so eine Person, die auch ein paar Lektionen vom Leben verdient hĂ€tte …

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Jedes Jahr aufs Neue: Im Winter „Drei HaselnĂŒsse fĂŒr Aschenbrödel“ mit meiner Schwester (und oft auch dem Rest der Familie) zu schauen. Ich liebe diese Version des MĂ€rchens, sie macht so vieles richtig, was ich bei anderen Adaptionen vermisse. Und ich entdecke jedes Jahr neue Details. Zum Beispiel, dass es hier der Prinz ist, der eigentlich dafĂŒr sorgt, dass Aschenbrödel ihre ZaubernĂŒsse bekommt. Oder dass Aschenbrödel auf dem Ball einen Phönix auf ihrem Kleid trĂ€gt 
 Weil der aus der Asche geboren wird.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy End. Aber bitte nicht zu ĂŒbertrieben, es darf eine Wehmutsnote dabei sein. Eine Person, die sich nicht bekehren lĂ€sst, eine Konsequenz, die man trotz allem nicht verhindern konnte 
 So etwas.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Wo soll ich anfangen? Mich begeistert so vieles! Sie stecken voller Symbole, die auf so unterschiedliche Weisen interpretiert werden können. Und sie haben so viele Ungereimtheiten – die fordern geradezu dazu auf, eine ErklĂ€rung dafĂŒr zu finden. Die gleiche Ausgangsgeschichte kann dadurch auf so vollkommen verschiedene Arten und Weisen erzĂ€hlt werden.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

In MĂ€rchen mĂŒssen die Hauptpersonen nicht die Welt retten, sondern sie kĂ€mpfen fĂŒr ganz persönliche Dinge – den Weg aus dem Wald, den Schutz des Bruders, ein Heilmittel fĂŒr den Vater. Außerdem steht ihnen dabei kein ganzes Heer zur Seite, sondern oft nur ihr eigener Mut und Verstand.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Das Tier ausfragen natĂŒrlich! Als Verhaltensbiologin hĂ€tte ich so unglaublich viele Fragen: Wie ist das so in einem Tierkörper? Welche Sinne sind besser, welche schlechter? Gibt es dann Instinkte, die manchmal greifen und gegen die man dann in der Gestalt nichts tun kann?

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Den Trick kenne ich, darauf falle ich nicht herein. Kann ja jede:r behaupten, gut zu sein, aber aus „Once Upon A Time“ weiß ich ganz genau: Every magic has its price. Darauf lasse ich mich also lieber nicht ein.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Ganz klar die Verwandlung in ein Tier. Damit bekommt die Person die Lebenslektionen gratis dazu – und falls man sich doch geirrt hat, kann man es (hoffentlich) wieder rĂŒckgĂ€ngig machen.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Wenn ich ehrlich bin: mit keiner. Ich bleibe lieber der allwissende ErzÀhler.

Mehr zu Anne gibt es hier:

Homepage: Anne Danck
Instagram: annedanck

Vielen Dank, Anne!

Anne/PoiSonPaiNter

MĂ€rchenspinnerei im Interview: Katherina Ushachov und Rabea Blue

Ein Weiteres Interview-Update MĂ€rchensommer mit der MĂ€rchenspinnerei mit den Mini-Bögen zu den aktuellsten Adaptionen!

Banner der MĂ€rchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene MĂ€rchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Vorletzten Montag vorgestellt, geht es mit diesen beiden weiter:

Katherina Ushachov: Zwergenschatz

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Da ich das Prequel zu „Schneeweißchen und Rosenrot“ geschrieben habe, war es das Kniffligste, die Zwerge respektvoll darzustellen und gleichzeitig im Genre zu bleiben und mich nicht ZU weit von der Vorlage zu entfernen. Ich stand auf einmal vor der Erkenntnis, dass ich mir ein MĂ€rchen ausgesucht habe, das im Kern antisemitische Stereotypen bedient und musste mich damit auseinandersetzen, wie ich meine Adaption davon gelöst bekomme.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ich wĂŒrde ja gerne sagen, das Drumherum (das MĂ€rchen hatte einen sehr holprigen Fehlstart hingelegt, ich musste mich mehrfach aus dem Motivationsloch ziehen und es gingen stĂ€ndig technische Dinge schief) – aber das ist vermutlich nicht gemeint.

Neben der Frage „wie kriege ich es hin, das MĂ€rchen respektvoll ins Heute zu ĂŒbertragen“, brauchte ich auch einen legitimen Grund fĂŒr das Handeln der Zwerge. Schließlich sollte beim Prequel mit ihnen mitgefiebert werden.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Es gibt von diesem MĂ€rchen eine von meiner verstorbenen Oma eingelesene, russische Fassung. Die, konkurrenzlos.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Okay, das ist ausnahmsweise sehr einfach. Karen Gillan fĂŒr Nina, Arthur Darvill fĂŒr Paul. Kaitlyn Alexander (nicht-binĂ€re Person) fĂŒr Aelfrida und unbedingt Robert Palfrader als Erik von Bosapan. FĂŒr die anderen habe ich keinen Cast (ich tue mich mit Schauspielenden schwer), aber ich hĂ€tte auch fĂŒr Aethelwold gern eine Person, die nicht cis ist und ein respektvolles Casting fĂŒr die Zwerge.

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Interview zu

Homepage: Keller im 3. Stock
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Instagram: evanesca_feuerblut

Rabea Blue – Schwesternmacht

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Katherina und ich wollten bewusst die Zwerge nicht in dem schlechten Licht darstellen, in dem sie in der Originalversion erscheinen. Doch da sie nun mal die Antagonisten sind, war es gar nicht so einfach, sie liebenswĂŒrdig wirken zu lassen. Gerade in meinem Teil der Geschichte, in dem die Zwerge genau genommen nur Gastauftritte haben, war es herausfordernd, sie nicht als „böse“ zu umschreiben.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Als sich das Korrektorat fast schon als zweites Lektorat herausgestellt hat. Ich habe damit gerechnet, dass ich nur ein paar Rechtschreib- oder Kommafehler korrigieren muss, aber es kam noch ein ganz schöner Berg an Arbeit auf mich zu. Im Nachhinein bin ich jedoch sehr froh, dass die letzte Phase so intensiv war. Vielen Dank, Christina 🙂

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Seit ich als Kind mal eine Verfilmung von „Schneeweißchen und Rosenrot“ gesehen habe, es mĂŒsste die aus der DDR und ČSSR gewesen sein, hatte ich einen regelrechten Horror vor dem MĂ€rchen. „Schwesternmacht“ zu schreiben, könnte man fast als eine Art Therapie beschreiben, denn jetzt gibt es endlich eine Version, die mit vielen positiven Erinnerungen verbunden ist.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Solche Fragen zu beantworten, fÀllt mir immer schwer, da mein Gesichter- und Als Mutter der Schwestern könnte ich mir Katja Riemann vorstellen. Ein deutsches ZwillingspÀrchen im Schauspielbereich kenne ich spontan nicht, aber ich wÀre z.B. auch mit Jella Haase in einer Doppelrolle zufrieden.

Mehr zu Rabea gibt es hier:

Interview zu Saving Rapunzel

Facebook: Rabea Blue Autorin
Twitter: @RabeaBlue
Instagram: BlueRabea

Vielen Dank, Katherina & Rabea!

Am 2.8. 18 Uhr wird es mit allen neu vorgestellten Adaptionen einen Einen mĂ€rchenhaften Abend mit Licht und Schatten bei Gipfelbasilisk auf Twitch geben! Schaut also unbedingt vorbei, wenn ihr mehr ĂŒber die Reihe und die BĂ€nde erfahren wollt!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Kerstin G. Rush

Mit diesem Interview sind dann alle Autorinnen der MĂ€rchensommer Leserunde #MĂ€rchenDreier an der Reihe gewesen. Viel Spaß mit den Antworten von …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kerstin G. Rush

Ein paar Daten zu dir:

 Ich heiße Kerstin, komme aus der Pfalz und liebe Fantasy und Sci-Fi. Alle meine Werke sind bis jetzt im Bereich Selfpublishing erschienen. Diesen Weg habe ich aus freien stĂŒcken gewĂ€hlt, weil ich Herausforderungen liebe.

Meine BĂŒcher:

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Yukina:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das VerstÀndnis, warum Yukina und Schneewittchen sich nicht ausstehen können, obwohl sie Mutter und Tochter sind.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ehrlich gesagt fÀllt mir da nichts ein. Die Geschichte sprudelte gerade so aus mir heraus.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Florence Hunt

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Das viele Menschen es lesen und ein paar schön Stunden in einer anderen Welt verbringen können.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Das WegtrÀumen in eine andere Welt, in der so viele möglich ist.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy End

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Hm schwere Frage. Manchmal stört mich das Bild der Frau in MÀrchen. Auf jeden Fall begeistert mich die Leichtigkeit mit den Geschichten erzÀhlt werden. Selbst bei schwierigen Themen.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Das die Magie nicht erklÀrt werden muss. Wenn Tiere sprechen können, dann ist das einfach so.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich wĂŒrde es sehr penibel Ausfragen und ihm dann gegebenenfalls helfen.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

1. Geld, es macht zwar nicht GlĂŒcklich, aber sorgenlos.
2. Gesundheit
3. Ein fast ewiges Leben, bei dem ich selbst entscheiden kann, wann ich sterbe.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Uh, was fĂŒr eine Frage. Jemanden wie bei HĂ€nsel und Gretel in einen Ofen zu schubsen, ist zwar sehr brutal, aber eben auch effektiv.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Noch so eine Gemeine Frage. Wenn ich mich wirklich entscheiden muss, dann wĂŒrde ich wohl Goldmarie aus Frau Holle wĂ€hlen. NatĂŒrlich hatte sie es auch schwer. Da Frau Holle ja eigentlich eine Göttin ist, wĂ€re das schon interessant.

Mehr zu Kerstin gibt es hier:

Homepage: Kerstin G. Rush – Autorin
Facebook: Kerstin G. Rush Autorin
Twitter: @RushKerstin
Instagram: kerstin.g.rush.autorin
Twitch: kerstingrush

Vielen Dank, Kerstin!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Elenor Avelle

Als ein Drittel der Autorinnen der MĂ€rchensommer Leserunde #MĂ€rchenDreier fangen wir heute mit der Person, die mich im Hintergrund mit am meisten unterstĂŒtzt (u.a. durch Komposition des Banners, Videoschnitt, Arschtritte, …) und sich durch den Sommer ein Bunny einfing.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Elenor Avelle

Ein paar Daten zu dir:

Elenor Avelle ist seit ihrer frĂŒhesten Kindheit Autorin und Zeichnerin aus Leidenschaft. Die in Berlin geborene Österreicherin mit internationalen Wurzeln, lebt aktuell mit ihrer Familie in Baden-WĂŒrttemberg. Ihr erstes Buch „Infiziert“ – ein postapokalyptischer Zombieroman mit Genreumbruch zu Sci-Fi – erschien 2017. Sie liebt es mit Konventionen zu brechen, Genregrenzen zu ĂŒberschreiten und zu ĂŒberraschen. In ihren vorwiegend dystopischen Romanen, legt sie viel Wert auf die Charaktere, das Setting und den Subtext bezĂŒglich der menschlichen Gesellschaft und Zivilisation.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Schneerot:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Keines. Die Basiselemente von Schneeweißchen und Rosenrot fand ich alle leicht umzusetzen. Die Einarbeitung in ein futuristisches Clockpunksetting war interessant, aber nicht schwierig.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Adaption war das aufwÀndigste Buch, das ich jemals geschrieben habe. Die GenderneutralitÀt, die Entwicklung der Sprache, das gesamte Worldbuilding waren extrem arbeitsintensiv. Daran bin ich schon hin und wieder ein bisschen verzweifelt.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Die Originalfabel von Karoline Stahl. Die Prinzen in der bekannten MÀrchenfassung wirken zurecht wie ein Fremdkörper neben den eigentlichen Hauptpersonen, den Schwestern.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Amandla Stenberg stelle ich mir als Rota vor, Chloë Grace Moretz als ihre Schwester Wite und Cole Sprouse als Juliano.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass die wertschĂ€tzende Art der ErzĂ€hlung viele Menschen erreicht und dadurch zu einem Umdenken in Sachen gegenseitiger sozialer Akzeptanz fĂŒhrt. Vielleicht trauen sich noch andere Geschichten zu erzĂ€hlen, die nicht ausschließlich von Konflikten leben.

[Anm. Poison wĂŒnscht sich außerdem ein erfolgreiches Crowdfunding von Teil 2, damit sie beide BĂŒcher wunderbar im Schrank haben kann. B)]

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

MĂ€rchenerzĂ€hlungen sind fĂŒr mich unweigerlich mit meiner Kindheit verknĂŒpft. Jede Osterferien sind wir zu meinen Großeltern gefahren und auf der Fahrt hat meine Großmutter MĂ€rchen erzĂ€hlt. Das war eine wertvolle Zeit, an die ich mich gerne erinnere. Im Haus meiner Großeltern kam ich mir oft selbst wie eine MĂ€rchenfigur vor. Alles schien möglich und war abenteuerlich.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ich bin ganz klar Team Happy End. Traurige Enden kann ich zwar ertragen, aber ich finde im Leben gibt es schon so viel auszuhalten, da möchte ich in Geschichten die Möglichkeiten von GlĂŒck erleben.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

MĂ€rchen sind mit Absicht simpel gestrickt. Das kann zum einen das Erleben der Geschichte leicht machen. Hin und wieder sind simple Darstellungen erfrischend und kurzweilig ohne viel Komplikation. Zum anderen kann gerade diese Eigenheit auch zu Klischees fĂŒhren und sehr eindimensionalen Figuren, an denen viel mehr im Verborgenen dran sein könnte, ohne, dass es erzĂ€hlt wird.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Die Menschen mit fieser Gesinnung bekommen immer was sie verdienen. Diesen Aspekt liebe ich sehr.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich wĂŒrde mich zuerst einmal freuen, weil ich mich schon immer mal mit einem Tier unterhalten wollte. Danach kĂ€me es sehr darauf an, was das Tier von mir will. Es darf gerne einziehen, aber ob ich helfen könnte den Bann zu brechen, kĂ€me darauf an, wie.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

DarĂŒber habe ich schon oft nachgedacht. Diese WĂŒnsche mĂŒssen ja meist sehr genau formuliert werden, damit kein Haken dran ist. Ich wĂŒrde mir als erstes wĂŒnschen, dass in allen LĂ€ndern der Welt nur noch Menschen an die Macht kommen, die sozial, altruistisch, umweltbewusst, friedlich und reflektiert sind. Dann wĂŒrde ich mir wĂŒnschen, dass die Umweltverschmutzung verschwindet und der ganze Energiebedarf von erneuerbaren Energien gedeckt ist. Den dritten Wunsch wĂŒrde ich fĂŒr mich behalten und mir und meiner Familie 100% Gesundheit bis zum Tod wĂŒnschen.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Ich wĂŒrde mir den roten Stier halten, der meine Widersacher ins Meer treibt.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Mit gar keiner. Ich mag mein Leben, auch wenn es nicht perfekt ist.

Mehr zu Elenor gibt es hier:

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Twitch: ElenorAvelle

Vielen Dank, Elenor!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Christian Handel

Ein kleinen Interview-NachzĂŒgler gibt es diesen MĂ€rchensommer gibt es noch. Christian Handel hat sich fĂŒr seine neusten Werke dem Mini-Bogen noch einmal gestellt.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Palast aus Gold und TrÀnen

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In Palast aus Gold und TrĂ€nen verwebe ich vor allem osteuropĂ€ische MĂ€rchen in meine Geschichte. Eine bedeutende Rolle nimmt vor allem die berĂŒhmte Hexe Baba Yaga ein. In den Sagen, Mythen und MĂ€rchen, die sich um sie ranken, ist sie mal die Antagonistin, mal die Helferin der Held:innen. Ihr zwielichtiges Wesen so einzufangen, dass ihr auch die Leser:innen nicht ganz ĂŒber den Weg trauen, war eine Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Der Lektoratsprozess. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Ich arbeite sehr gern mit meinen Lektoren zusammen. Beim Palast merkte mein Lektor jedoch an, dass fĂŒr ihn zum einen das Buch mit einem anderen Antagonisten besser funktionieren wĂŒrde, zum anderen der Anfang zu ausfĂŒhrlich geschildert sei und sich dadurch arg zöge. Das Dumme war: er hatte recht. Das hatte zur Folge, dass ich ca. 200 Seiten noch mal gelöscht und neu geschrieben habe. Durch das Raffen des Anfangs lernten sich manche Figuren anders kennen als zunĂ€chst geplant. Und das war in den Überarbeitungsrunden wirklich extrem anstrengend, weil so eine Änderung Auswirkung auf spĂ€tere Kapitel hatte. Das war echt noch mal krass viel Arbeit. Auch fĂŒr meinen Lektor. Allerdings bin ich froh, dass wir das gemacht haben, das Ergebnis liest sich meinem Empfinden nach jetzt so viel besser.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Spontan fÀllt mir der Roman Wildwood Dancing von Juliet Marillier ein. Sie erzÀhlt zwar eigentlich das MÀrchen von den Zertanzten Schuhen, versetzt es jedoch nach Transsilvanien und arbeitet osteuropÀische MÀrchenmotive mit ein. Diese Vorgehensweise fand ich faszinierend und ich liebe den Roman.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Eigentlich ist sie dafĂŒr zu schön, aber Adelaide Kane (Reign) wĂ€re sicher als Muireann phantastisch. Und Marlehn Loose wĂ€re eine großartige Rose. Wenn wir dann gleich beim TrĂ€umen sind: Was hĂ€ltst du von Helen Mirren als zwielichtige Baba Yaga?

Rowan & Ash

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Rowan und Ash beginnt mit einer mĂ€rchenhaften ErzĂ€hlung um eine Schattenhexe, die eine augenzwinkernde Verbeugung an das Grimm’sche MĂ€rchen Die sechs SchwĂ€ne darstellt. Es kommt zwar nicht zu einer Schwanen-Verwandlung. Aber die Hexe, die zur bösartigen Königin wird und Schlossbewohner ihrer menschlichen Gestalt beraubt: das sind wichtige Elemente. In der zweiten HĂ€lfte des Romans, in der es darum geht, dass Rowan sich aufmacht, seine große Liebe Ash zu retten, erfĂ€hrt er mehr ĂŒber die Herkunft der Schattenhexe – und diese Erkenntnisse in die Handlung einfließen zu lassen, ohne dass die Spannungskurve einknickt, war eine Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Zur Verzweiflung gebracht hat mich bei diesem Roman eigentlich nichts. Es war ein wunderbares Abenteuer.

Rowans Prozess, zu sich selbst zu stehen, fĂŒr sich anzunehmen, dass er schwul ist und sich auf einen jungen Mann einzulassen stellt fĂŒr mich den Kern des Romans dar. Ich wollte ein Buch schreiben, in dem sich sowohl queere Menschen wiederfinden und das ihnen Mut gibt, als auch eines, das heterosexuellen Menschen zeigt: so fĂŒhlt sich (fĂŒr manche von uns) das Coming Out an. Diese Sorgen und Ängste quĂ€len viele von uns in dieser Phase. Kein Coming Out gleicht jedoch dem anderen. Ich habe mich also an meinen Erinnerungen orientiert, noch mal alte TagebucheintrĂ€ge gelesen – und das hat teilweise schmerzliche Erlebnisse wieder stark in Erinnerung gerufen.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Rowan & Ash erzĂ€hlt mehr ein eigenes MĂ€rchen, als dass es eine Adaption ist. Da aber Elfen eine große Rolle spielen, möchte ich euch unbedingt die Comicreihe ElfQuest – Abenteuer in der Elfenwelt ans Herz legen. Diese wunderschöne, epische Fantasy-ErzĂ€hlung hat mich sehr geprĂ€gt.

[Anm. In Zusammenarbeit mit The Fantasy Network wird gerade ein Audiomovie erschaffen nachdem es ĂŒber Crowdfunding finanziert werden konnte.]

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Die Schauspieler, an die ich gerade denke, sind eigentlich inzwischen zu alt, aber Ash sah vor meinem inneren Auge Sam Claflin in seiner Rolle als Finnick Odair aus den Hunger Games sehr Ă€hnlich. Und da zwischen den beiden die Chemie zu stimmen scheint, wĂŒrde Josh Hutcherscon (Peetah) als Rowan gut passen.

Mehr zu Christian gibt es hier:

Interview zu Rosen & Knochen: Christian Handel

Homepage: Christian Handel
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Facebook: Christian Handel Autor

Vielen Dank, Christian!

Anne/PoiSonPaiNter