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Schreiberlinge im Interview: Christian Handel

Ein kleinen Interview-Nachzügler gibt es diesen Märchensommer gibt es noch. Christian Handel hat sich für seine neusten Werke dem Mini-Bogen noch einmal gestellt.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Palast aus Gold und Tränen

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In Palast aus Gold und Tränen verwebe ich vor allem osteuropäische Märchen in meine Geschichte. Eine bedeutende Rolle nimmt vor allem die berühmte Hexe Baba Yaga ein. In den Sagen, Mythen und Märchen, die sich um sie ranken, ist sie mal die Antagonistin, mal die Helferin der Held:innen. Ihr zwielichtiges Wesen so einzufangen, dass ihr auch die Leser:innen nicht ganz über den Weg trauen, war eine Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Der Lektoratsprozess. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Ich arbeite sehr gern mit meinen Lektoren zusammen. Beim Palast merkte mein Lektor jedoch an, dass für ihn zum einen das Buch mit einem anderen Antagonisten besser funktionieren würde, zum anderen der Anfang zu ausführlich geschildert sei und sich dadurch arg zöge. Das Dumme war: er hatte recht. Das hatte zur Folge, dass ich ca. 200 Seiten noch mal gelöscht und neu geschrieben habe. Durch das Raffen des Anfangs lernten sich manche Figuren anders kennen als zunächst geplant. Und das war in den Überarbeitungsrunden wirklich extrem anstrengend, weil so eine Änderung Auswirkung auf spätere Kapitel hatte. Das war echt noch mal krass viel Arbeit. Auch für meinen Lektor. Allerdings bin ich froh, dass wir das gemacht haben, das Ergebnis liest sich meinem Empfinden nach jetzt so viel besser.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Spontan fällt mir der Roman Wildwood Dancing von Juliet Marillier ein. Sie erzählt zwar eigentlich das Märchen von den Zertanzten Schuhen, versetzt es jedoch nach Transsilvanien und arbeitet osteuropäische Märchenmotive mit ein. Diese Vorgehensweise fand ich faszinierend und ich liebe den Roman.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Eigentlich ist sie dafür zu schön, aber Adelaide Kane (Reign) wäre sicher als Muireann phantastisch. Und Marlehn Loose wäre eine großartige Rose. Wenn wir dann gleich beim Träumen sind: Was hältst du von Helen Mirren als zwielichtige Baba Yaga?

Rowan & Ash

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Rowan und Ash beginnt mit einer märchenhaften Erzählung um eine Schattenhexe, die eine augenzwinkernde Verbeugung an das Grimm’sche Märchen Die sechs Schwäne darstellt. Es kommt zwar nicht zu einer Schwanen-Verwandlung. Aber die Hexe, die zur bösartigen Königin wird und Schlossbewohner ihrer menschlichen Gestalt beraubt: das sind wichtige Elemente. In der zweiten Hälfte des Romans, in der es darum geht, dass Rowan sich aufmacht, seine große Liebe Ash zu retten, erfährt er mehr über die Herkunft der Schattenhexe – und diese Erkenntnisse in die Handlung einfließen zu lassen, ohne dass die Spannungskurve einknickt, war eine Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Zur Verzweiflung gebracht hat mich bei diesem Roman eigentlich nichts. Es war ein wunderbares Abenteuer.

Rowans Prozess, zu sich selbst zu stehen, für sich anzunehmen, dass er schwul ist und sich auf einen jungen Mann einzulassen stellt für mich den Kern des Romans dar. Ich wollte ein Buch schreiben, in dem sich sowohl queere Menschen wiederfinden und das ihnen Mut gibt, als auch eines, das heterosexuellen Menschen zeigt: so fühlt sich (für manche von uns) das Coming Out an. Diese Sorgen und Ängste quälen viele von uns in dieser Phase. Kein Coming Out gleicht jedoch dem anderen. Ich habe mich also an meinen Erinnerungen orientiert, noch mal alte Tagebucheinträge gelesen – und das hat teilweise schmerzliche Erlebnisse wieder stark in Erinnerung gerufen.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Rowan & Ash erzählt mehr ein eigenes Märchen, als dass es eine Adaption ist. Da aber Elfen eine große Rolle spielen, möchte ich euch unbedingt die Comicreihe ElfQuest – Abenteuer in der Elfenwelt ans Herz legen. Diese wunderschöne, epische Fantasy-Erzählung hat mich sehr geprägt.

[Anm. In Zusammenarbeit mit The Fantasy Network wird gerade ein Audiomovie erschaffen nachdem es über Crowdfunding finanziert werden konnte.]

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Die Schauspieler, an die ich gerade denke, sind eigentlich inzwischen zu alt, aber Ash sah vor meinem inneren Auge Sam Claflin in seiner Rolle als Finnick Odair aus den Hunger Games sehr ähnlich. Und da zwischen den beiden die Chemie zu stimmen scheint, würde Josh Hutcherscon (Peetah) als Rowan gut passen.

Mehr zu Christian gibt es hier:

Interview zu Rosen & Knochen: Christian Handel

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Vielen Dank, Christian!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Jenny Völker

Seit Jahren ist sie eine feste Instanz des Märchensommer, ob als Rallyestation oder Preisgeberin, ihre Bücher auch dieses Jahr wieder unter den Preisen. Nun endlich auch das Interview ihren Adaptionen!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Jenny Völker

Ein paar Daten zu dir:

Hallo zusammen,

mein Name ist Jenny Völker und ich schreibe Märchenromane für Erwachsene, weil ich der festen Überzeugung bin, auch wie Großen wollen fantastische Abenteuer erleben, ein magisches Portal entdecken und auf einem Ball mit einem Prinzen tanzen. Meine Bücher starten immer in unserer Welt, damit ihr euch vorstellt, euch könnte auch einmal so etwas passieren. Ob es ein Zwerg ist wie beim „Sternmarie“, der euch abholt, oder Piraten, die euch entführen wie bei „Die gefallene Fee“, oder ob ihr von heute auf morgen Hexenkräfte habt und mitten in einem Wald steht, obwohl ihr euch eigentlich mitten in der Frankfurter Innenstadt befindet wie bei „Die Weltenfalten“ – durchdrungen werden meine Romane immer von Hoffnung und Magie, Spannung und Liebe.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen Märchen:

1. Welches Element deiner Märchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich finde es immer eine Herausforderung, den richtigen Weg zu finden zwischen dem kindlichen Zauber von Märchen und dem, was wir Erwachsenen uns vorstellen können, was wirklich passieren könnte.

2. Was hat dich bei der Arbeit an den Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Wenn ich mal in einem Loch stecke und nicht weiß, wie es weitergeht, das lässt mich verzweifeln – aber zum Glück immer nur, bis die Muse wieder zu flüstern anfängt.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deiner Märchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich finde die klassischen Erzählvarianten immer am schönsten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Also den Piraten von „Die gefallene Fee“ könnte definitiv Colin O’Donoghue spielen!

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deiner Märchen?

Dass die Leser sich darauf einlassen. Ich glaube, solange wir Märchen lesen, bleibt die Hoffnung in unseren Herzen.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Als ich noch klein war und mir meine Mutter abends aus meinem Märchenbuch vorgelesen hat. Darin war zwar nur wenig Test, aber die Bilder waren traumhaft schön.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Auf jeden Fall Happy End, das ist mir sehr wichtig, um die Hoffnung zu transportieren, die in meinen Augen Märchen ausmachen.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Ich finde es wunderbar, dass egal wie aussichtslos deine Situation am Anfang ist, am Ende findest du das große Glück.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Die Guten werden belohnt und die Bösen bestraft.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Ich nehme das Abenteuer an und versuche, das Tier zu erlösen. Wer weiß, wen ich auf dem Weg kennenlerne und welche fantastische Geschichte ich erleben würde.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Mehr Zeit (was würde eine Stunde mehr am Tag ausmachen?), Gesundheit und Gelassenheit. Ich bin definitiv zu ungeduldig 😉

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Schwere Frage. Mit der Bestrafung der Bösewichte tue ich mich in meinen Büchern immer schwer. Ich bin einfach zu nett. Aber eine gerechte Strafe ist immer das Ziel.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Mit Belle aus die Schöne und das Biest. Einen Tag in der Bibliothek verbringen, zwischendurch eine Schneeballschlacht im Garten und abends ein märchenhafte Ball. Wunderbar.

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Vielen Dank, Jenny!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Katrin Ils

Im Märchensommer ist das Plotbunny zu Das Rot der Nacht entstanden, heute beantwortet Katrin Ils die Interviewfragen dazu.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Katrin Ils

Ein paar Daten zu dir:

Ich bin Katrin Ils und lebe in Wien, wo ich viel zu viel Kaffee trinke und düstere Fantasy Romane schreibe. Neben dem Wintermärchen „Das Rot der Nacht“, habe ich bis jetzt drei Bände der Fantasy-Serie „Unstern“ und den Einzelroman „Splitter der Nacht“ veröffentlicht. Neben dem Schreiben bastele ich auch irrsinnig gerne, mach YouTube Videos und ich habe neben der schon fast obligatorischen Notizbuch-Sucht auch eine ausgewachsene Liebe zu Stickern und Washi Tape.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Märchen:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das herausgetrennte Tierherz als Beweis dafür, dass jemand tot ist. Ich wusste, dass es vorkommen wird, aber wie genau ich es so unterbringe, dass es organisch (ha!) in die Handlung einfließt und nicht aufgedrückt wirkt, wer es warum und wem überbringt – da stand am Anfang ein großes Fragezeichen dahinter. Doch letztendlich hat es sich ganz natürlich in den Plot gefügt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Der größte Knackpunkt war, wie sehr ich das Umfeld der Heldin ausbauen soll. Im Märchen bleibt es dann doch sehr vage, zu vage für einen Roman. Und dann war die Frage, wie viel ich mich mit den Vorstellungen vom Märchenmittelalter spielen soll und wie viel „tatsächliches Mittelalter“ ich einfließen lassen soll. Und dann die Recherche zu der Zeit um 1200. Ich hatte bei dem Buch nicht damit gerechnet, dass ich Stunden danach googeln werde, wann Knöpfe in welchen Schichten an welcher Kleidung üblich waren …

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Red Riding Hood von Sarah Blakley-Cartwright. Es ist ein „Buch zum Film“, und den Film selbst habe ich nicht gesehen, aber das Buch fand ich toll! Die Art, wie sie Stimmung aufbaut und dann natürlich die Umsetzung des Rotkäppchenstoffes ist einfach super.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Schwierige Frage. Ich weiß nicht, ob ich da nach Aussehen oder schon gespielten Rollen gehen soll. Da schummle ich mich jetzt drüber und lasse dem Castingteam freie Hand, solange ich einmal am Set dabei sein und zuschauen darf.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deines Märchens?

Also über den Film-Menschen würde ich mich sehr freuen *g*

Ich würde unglaublich gerne einmal eine Märchenlesung mit „Das Rot der Nacht“ machen, und zwar als Stationslesung nachts im Wald. Die Zuhörenden würden von Station zu Station geführt werden, und an jeder würde aus einem Märchen gelesen werden. Das fände ich unheimlich toll, und vielleicht gelingt die Organisation ja, wenn man sich wieder näher als 2 Meter kommen darf.

Ansonsten hoffe ich, dass Belanca noch ganz viele Lesenden mit in den Winterwald nimmt, und dass die Krähenhexe vielleicht beim nächsten Schneefall ihre Geschichte erzählen kann.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Mein Großvater hat mir ein Märchenbuch geschenkt, in dem nicht nur die von den Grimms gesammelten, sondern auch andere waren und ich bin völlig in dem Buch versunken. Es ist eines der ersten Bücher, wo ich mich bewusst an das Lesen von ihm erinnern kann: Die Stimmung, das Gewicht des Buches, die Seiten unter den Fingern und das Gefühl, nach Hause zu kommen und eine vertraute Zeichnung auf der Seite zu sehen.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy End. Von der anderen Sorte gibt es auf der Welt bereits genug.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Ich mag, dass Märchen trotz ihrer Einfachkeit so viel Raum für Interpretation und Fantasie lassen. Obwohl die Figuren und die Handlung sehr gradlinig erzählt werden – oder gerade weil – , lädt der Leeraum zu Fragen ein. War der König wirklich so gut? Warum waren die Stiefschwestern so böse? Warum haben Prinzen einen Fetisch für schlafende und/oder tote Frauen?

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Märchen sind kleine Welten ohne Grauzonen, in denen Magie alltäglich ist. Es gibt klare Regeln, was gut und was böse ist, und ein falsch abgezupfter Salatkopf hat schon schlimme Konsequenzen. Über sprechende Tiere, Wunscherfüllung, Zwerge oder selbst deckende Tische hebt sich hingegen nicht einmal eine halbe Augenbraue. Ach ja, und drakonische Strafen. In einer Märchenwelt möchte ich mich wirklich nicht danebenbenehmen.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Auf ein gemeinsames Abenteuer gehen! (Ich gehe einmal ganz naiv davon aus, dass er:sie erlöst werden will.)

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Ich glaube, ich würde erst einmal das Kleingedruckte sehen wollen. (Merkt man, dass ich der Märchenwelt nicht so recht traue?) Damit wäre ein Wunsch vermutlich schon weg.

Ansonsten: Ich würde mir wirklich von Herzen wünschen, dass Gier aufhört, zu existieren. Es ist für mich die zerstörerischste Charaktereigenschaft, die die Menschheit hat. Weniger Gier, mehr Einsicht, mehr Geduld miteinander und weniger Stolz – wenn es das als Kombipaket gäbe, gäbe es mehr Happy Ends.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Gute Frage, vor allem nachdem Märchen uns gezeigt haben, dass die meisten Methoden sehr unzuverlässig sind. Ich glaube, ich würde die Backofen-Methode aus Hänsel und Gretel wählen: Da sind auch gleich alle Beweise mitbeseitigt.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Mit jede:r, der:die gerade das Tischlein-deck-dich hat!

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Vielen Dank, Katrin!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Jana Jeworreck

Gerade erst habe ich euch im Rahmen des Märchensommers ihr neustes Werk vorgestellt, kommt sie nun auch selbst zu Wort und beantwortet meine Interviewfragen zu ihrer Adaption.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Heute im Gespräch:

Jana Jeworreck

Ein paar Daten zu dir:

Meine Name ist Jana Jeworreck, ich lebe im Ruhrgebiet, bin Fantasyautorin und habe inzwischen fünf Bücher im Eigenverlag veröffentlicht. Das erste Buch war „Reise in die Mitte von Mera“, mit einigem Abstand dann die Fantasytrilogie „Dreiland“ und letztes Jahr die Märchennovelle „Die Töchter des Henkers“. Hinzukommen einige kleinere Sachen, wie ein Kurzgeschichten und Gedichtebüchlein und eine Kurzgeschichte in der Anthologie „Schicksal, Schuld und Werden“.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Märchen:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich springe bei dieser Frage direkt in den Spoileralert, denn es geht um ein zentrales Element, nämlich um einen Körpertausch. Ich wusste nicht, wie oft ich für den Leser wiederholen musste, dass X im Körper von Y ist. Möglicherweise habe ich es für den einen übertrieben und für den anderen zu wenig klar gemacht. Es war definitiv der schwierigste Teil.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Geschichte drohte ab der Mitte epischer zu werden, also sich zu einem richtigen Fantasyroman ausdehnen zu wollen und da fiel es mir schwer, mich zurückzuhalten. Der Weltenbau rumort noch immer in mir. Folgegeschichten sind also nicht ausgeschlossen.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Da ich kein Märchen adaptiert, sondern ein eigenes erfunden habe, gibt es keine andere Fassung. Der Schwerpunkt meiner Geschichte ist aber etwas, das mir einerseits in Märchen wichtig ist und zugleich enthält es ein Spiel mit den Rollenbildern und Rollenmustern, die mir nicht mehr zeitgemäß erschienen.

Also Zauber, Magie, geheimnisvolle Wesen und Natur liebte ich immer im Märchen, auch die royalen Machtstrukturen, Schlösser und der Kampf von Arm und Reich, Sieg des Guten etc. Auch das Element der Wandlung und Verwandlung gefiel mir immer sehr.

Mir war aber wichtig, dass das hässliche Entlein nicht einfach schön wird, oder das arme Mädchen eine Prinzessin, ich wollte die Frage nach der Identität stellen und auch durch zwei gleichwertige Frauenfiguren spiegeln, deren Rollen als Gut und Böse ständig wechseln. Muster, die mir zu simpel vorkamen, wollte ich brechen, aber die romantische Stimmung und Verzauberung beibehalten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Die Töchter wären Ruth Wilson als Tonja und Mia Wasikowska als Felia. Der Henker wäre Kristofer Hivju, der Prinz James Norton und der Graf Kid Harrington.  Ich gestehe, das sprengt jedes Budget. Außerdem glaube ich, dass fast alle zu alt für die jeweiligen Rollen sind. Aber man darf ja mal träumen.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deines Märchens?

Weniger Prinzessinnen mehr Königinnen. Der einscheidende Unterschied ist: Die eine ist von Beruf Tochter. Die andere ist Kanzlerin. Es geht um das Umdenken von Mustern und diese in neuen Heldengeschichten vereinfacht erzählen.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Verzauberung. Däumelinchen beispielsweise, das auf einem Blatt von einem Schmetterling gezogen wird und so auf dem Wasser reist. Das hat mich fasziniert und mir als Kind einen völlig anderen Blick auf die Natur gegeben. Jedes Blatt wurde zu einem Boot, jede Blume zu einem Zauberhut und kleinste Tiere ganz groß.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Eine Weile dachte ich, ich würde ein Bad Ende bevorzugen, glaube aber inzwischen, dass es um positive Ideale geht. Unsere Moral oder Ethik haben sich stark verändert, auch weil alte Muster nicht mehr greifen. Für ein gesellschaftliches Miteinander muss es aber Ideale geben, die erstrebenswert sind. Ein Happy End, was eine „Moral der Geschichte“ passend zu unserer heutigen Zeit gibt, finde ich inzwischen wohltuend und auch wichtig.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Siehe oben, das Prinzessinnen/Königinnen-Beispiel. Wichtig wäre eben auch, dass das Rollenbild des Prinzgemahls auch nichts Ungewöhnliches mehr ist. Aktuell ja schön am Beispiel des verstorbenen Prinz Philip zu erkennen. Weibliche wie männliche Rollenbilder müssten sich erneuern. Natürlich muss man sich auch generell fragen, wofür das Bild der Monarchie im Märchen überhaupt noch steht und welche Geschichten man damit oder abseits davon erzählen kann. Mir fällt es schwer, mich von der romantischen „alten Welt“ zu trennen, aber Märchenmuster passen natürlich auch in ein Science Fiction Setting. Wobei ich dann denke, hier fließt die Grenze zur epischen Fantasy, bzw. richtigem Science Fiction.

(weiter bei der nächsten Frage)

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Typisch für Märchen ist für mich, dass es nach gewissen Mustern abläuft und an mancher Stelle mehr Tell als Show hat. Manches wird eben nicht ausgearbeitet, wie in der epischen Fantasy, sondern nur „zentrale Szenen“. Außerdem gibt es einen starken Symbolismus. Es sind Analogien, Allegorien und Metaphern, die sich durch die Geschichten ziehen und komplexe Sachverhalte vereinfacht darstellen. Man kann sich mit den dahinterliegenden Themen auseinandersetzen oder auch nicht.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Ich würde ihn/sie/es erst ein wenig prüfen und wenn ich ihm glaubte, dann würde ich helfen.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Das weiß ich wirklich nicht. Die Superkraft „Glück“ in Deadpool 2 fand ich einfach genial. Vielleicht wäre das mein einziger Wunsch und zwei verschenke ich. Aber da ja das Meiste in Märchen ungeahnte Konsequenzen hat, wäre ich vorsichtig.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Das Duell mit Schwertern. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, bin ich für ehrliche Konfrontation. Auch wenn es natürlich verlockend wäre, jemanden mit Zauberei oder Gift zu beseitigen. Meist hat heimtückiger Mord aber verheerende Konsequenzen.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Ich denke, ich wäre gerne für einige Zeit Däumelinchen, könnte in einer Walnussschale schlafen, würde auf einem Seerosenblatt von einem Schmetterling über Wasser gezogen. Aber am Ende bin ich lieber die Strippenzieherin, die Schreibende.

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Vielen Dank, Jana!

Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Barbara Schinko

Am Montag stellte ich euch im Märchensommer die neuen Bände der Märchenspinnerei vorgestellt. Heute gibt es passend dazu die kleinen Interviewbögen von Barbara Schinko.
Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Das Meer so tief

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich würde mal sagen der Pferdekopf. Wobei das nicht ganz richtig ist, weil ich ja schon von Anfang an gewusst habe, was ich mit diesem Element anfangen würde. Es gibt schließlich mehrere Gründe, warum ich beschlossen habe, meine Adaption im keltischen Sprachraum anzusiedeln. 😉

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ganz ehrlich: gar nichts. Ich habe mir dieses Märchen ausgesucht und ich liebe Irland, daher war es eine Geschichte, die ich wirklich, wirklich, wirklich gerne schreiben wollte.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich liebe die Version der Brüder Grimm trotz oder gerade wegen seiner schrägen Charaktere. Ein König, der sich null für das Regieren seines Reichs interessiert und stattdessen die ganze Zeit auf der Gänseweide Detektiv spielt, und ein Prinz, der nicht mal merkt, dass er die falsche Braut hat? Damit eröffnen sich doch wunderbar viele gedankliche Möglichkeiten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Emma Watson als Deidre, und was Murrough angeht – der „Pooljunge“ auf dem Cover entspricht ziemlich genau meiner Vorstellung von ihm.

Der Wind so frei

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Gänse, aber wie schon beim ersten Band waren diese von Anfang an ein Teil meiner Planung. Irische Söldner trugen früher mal den Spitznamen „Wildgänse“, und als ich das gelesen habe, stand für mich sofort fest, wo meine Adaption spielen würde.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nichts. Es gibt andere Projekte, an denen man als Autor wirklich zu kämpfen hat, aber dieses hat einfach Spaß gemacht.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Die Version der Brüder Grimm. Allein schon wegen des genialen Windspruchs.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Sophie Turner als Aoife. Und für Kevin einen jüngeren Brian Austin Green.

Mehr zu Barbara gibt es hier:

Interview zu Ein Mantel so rot: Barbara Schinko

Homepage: Barbara Schinko Welten zwischen den Zeilen
Facebook: Barbara Schinko

Vielen Dank, Barbara!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Fabienne Siegmund

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Schon sind wir auch beim letzten Interview in diesem Märchensommer angelangt.

Fabienne Siegmund

Ein paar Daten zu dir:

Fabienne Siegmund, geboren 1980, lebt in der Nähe von Köln. Ihre Liebe zum Märchen begleitet sie schon seit Kindertagen und so kam es beinahe wie von selbst, dass in den meisten ihrer Bücher und geschriebenen Welten immer wieder märchenhafte Elemente zu finden sind, wenn sie Märchen nicht gleich ein neues Kleid verpasst. So finden sich in den Büchern „Sommerkuss“ und „Winterträne“ Märchenfiguren im heutigen New York wieder und in „Das Nebelmädchen von Mirrors End“ muss eine junge Frau einen gefährlichen Weg auf sich nehmen, um einen Fluch zu brechen, der die ganze Welt zu verschlingen droht.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Märchen:

1. Welches Element deiner Märchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Puh, gar nicht so leicht zu beantworten. Die Elemente kommen meistens wie von selbst, aber sie schlüssig miteinander zu verbinden, ohne dabei zu sehr in Klischees abzudriften, empfinde ich immer als Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Bislang gab es da noch nichts, aber ich merke, dass die Planung meines nächsten Buches mich aufgrund einer Vielzahl von märchenhaften Prüfungen vermutlich dicht an den Rand der Verzweiflung bringen wird.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) der Märchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Da ich selbst selten direkte Märchenadaptionen nehme, sondern eher Elemente aus Märchen nutze, muss ich eine Kurzgeschichte zur Rate ziehen, die ich als Adaption der Schneekönigin für Christian Handels Anthologie „Durch Eiswüsten und Flammenmeere“ geschrieben habe. In der Anthologie ist noch eine andere Variante der Geschichte der Schneekönigin, geschrieben von Nora Bendzko, die ich wahnsinnig liebe. Und ansonsten ist und bleibt meine allerliebste Variante dieses Märchens „Frostfeuer“ von Kai Meyer.

Wenn ich die Werke anderer nennen sollte, was Märchenadaptionen im Allgemeinen angeht, wären es im Buch: Julia Adrian, „Winters zerbrechlicher Fluch“ und „Saint Falls“ (diverse Autoren), als Film wäre es „Auf immer und ewig“

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Hui. Kommt auf das Märchen an. In dem Buch, dass ich gerade geschrieben habe: Emma Watson und Dominic Sherwood, Cate Blanchett, Helena Bonham Carter und Zoe Krawitz

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchen?

Was meine eigenen Geschichten angeht, natürlich, dass sie gelesen werden – denn dafür sind Geschichten da. Geschichten erwachen zum Leben durch die Augen Lesender. Und ich hoffe, dass die Märchen nie in Vergessenheit geraten, da sie unendlich wichtig sind. Vielleicht sind meine Geschichten ein kleiner Weg dorthin – zurück zu den Märchen. Denn die Welt braucht Märchen.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Meine Großeltern haben mir immer Märchen vorgelesen, als ich klein war. Ich sehe die Ausgabe der Grimms Märchen immer noch vor mir.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ich mag beides, es kommt immer darauf an, wie es zur Geschichte passt. Ein erzwungenes Happy End finde ich schrecklich.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Dass es oft Klugheit, Güte und Freundlichkeit sind, die ans Ziel bringen. Was mich stört – vielleicht, dass die Bösewichte nur selten beleuchtet werden. Sie sind einfach böse. Aber zum Glück gibt es ja Adaptionen.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Die Elemente. Magische Gegenstände. Sprechende Tiere. Prüfungen. Die Magie der Zahlen 3, 7, etc. – halt die ganz klassischen Sachen =)

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Mir erst seine Geschichte anhören. Und ihm dann vermutlich helfen, den Fluch zu brechen. (Es sei denn, ich komme zur Ansicht, dass dieser Mensch als Tier vielleicht besser dran ist. Weniger Schaden anrichten kann.)

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Weniger Ellbogengesellschaft. Gesundheit für meine Lieben und mich. Ein dritter Wunsch fällt mir gerade gar nicht ein.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Vielleicht würde ich diesen jemand in ein Tier verwandeln. Aber ich bin nicht sicher, ob ich dazu neige, jemandem aus dem Weg zu räumen.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Bei allen, die mir in den Sinn kommen, fallen mir sofort all die Dinge ein, die ich nicht erleben wollen würde …

Mehr zu Mika gibt es hier:

Facebook: Fabienne Siegmund
Instagram: @fabienne.s_autorin

Vielen Dank, Fabienne!

Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Mika M. Krüger

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Nicht nur die Märchenspinnerrinnen kommen im Märchensommer zu Wort. Auch ein paar anderen Autorinnen habe ich Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Mika M. Krüger

Ein paar Daten zu dir:

Hallo, schön, dass ihr vorbeischaut. Ich bin Mika und mein Metier ist das Düstere. Seit ungefähr 2012 veröffentliche ich Bücher und Kurzgeschichten in den Genres Krimi, Dystopie und Horror. Bevor ich mich dem Schreiben widmete, studierte ich im beschaulichen Halle Japanologie und Deutsch als Fremdsprache. Während meiner Studienzeit reiste ich zum Sprachlernen mehrmals nach Japan und lebte dort insgesamt zwei Jahre. Diese Erfahrung hat meinen Schreibstil und meine Sicht auf die Welt maßgeblich beeinflusst. Inzwischen wohne ich in Berlin und teile mein Zuhause mit zwei Kaninchen, die mich ganz schön auf Trab halten.

Meine bisherigen Veröffentlichungen:

2014: Sieben Raben, 2016: Totenläufer, 2019: Dystopische Kurzgeschichten (Heft) und einige gruslige oder kriminalistische Kurzgeschichten in Anthologien.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Märchen:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Hm… da muss ich jetzt erstmal etwas überlegen. Rückblickend betrachtet war der schwierigste Teil wohl das Tschechisch, das im Buch auftaucht. Ich wollte damals unbedingt einen Bezug zum Märchenland Tschechien herstellen, spreche allerdings kein Wort Tschechisch und war nur mal als Touristin in Prag. Letztlich habe ich mir die Sätze durch Stöbern in tschechischen Foren, Wörterbuchrecherche und Vergleichen von Übersetzungen zusammengeklaubt und mich auf sehr simple Worte konzentriert. Fertigkeiten, die ich durch mein Studium gelernt habe, denn Sprachen funktionieren eigentlich wie puzzeln, man muss am Ende nur die richtigen Teile zusammenfügen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ehrlich gesagt gab es da nicht wirklich was. Märchen funktionieren intuitiv und fügen sich wie von selbst zusammen. Sieben Raben habe ich damals in einem halben Jahr verfasst, korrigiert und dann veröffentlicht. Heute könnte ich das niemals mehr in dem Tempo und frage mich auch, wie ich das geschafft habe. So schnell zu schreiben hat den großen Vorteil, dass sich der Handlungsstrang fließend aufbaut und beim Lesen keine Brüche zu spüren sind.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Soweit ich weiß gibt es von den Sieben Raben nur wenige Fassungen. Mir sind damals bei der Recherche nur zwei untergekommen, und ich kenne auch keine Verfilmung. Es ist dennoch mein persönliches Lieblingsmärchen, weil eine Schwester ihre Brüder rettet und es nicht anders herum ist. Also klar, ich mag die tschechische Erzählung am liebsten, in der das Mädchen den Mond und die Sonne trifft und sich am Ende den Finger abschneidet, um den Glasberg aufzuschließen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Öhm, keine Ahnung. Jennifer Lawrence? Bitte ggfs. irgendeinen Namen einstreuen, der euch gefällt, ich habe keine realen Vorlagen für meine Figuren und suche auch nicht nach Abbildern. Ausnahmen bestätigen in dem Fall die Regel.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft deiner Märchen?

Ich habe den Plan, zumindest noch eine kurze Märchenadaption zu schreiben. Mir schwebt da eine Idee zu „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“ im Kopf herum, die ursprünglich als Roman geplant war. Daraus werde ich wohl eine Kurzgeschichte machen. Ansonsten habe ich noch nicht entschieden, was ich in Zukunft im Genre Märchen für Projekte angehen werde, daher kann ich keinen konkreten Wunsch formulieren. Sicher ist, dass sie mich niemals ganz loslassen werden und sich gerade in meinen Horrorgeschichten immer auch etwas Märchenhaftes verbirgt.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Das ist einfach. Wie ich als Kind aus dem Bücherregal meiner Mutter ein Märchenbuch nach dem anderen herausgezogen und gelesen habe. Nicht nur Grimms Märchen, sondern auch welche aus dem Orient oder aus Asien. Es gab wunderschöne Illustrationen und es waren fest gebundene Bücher mit dem Geruch von altem Papier. Das fühlte sich irgendwie besonders an.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Dazwischen. Ich mag beides nicht sonderlich. Weder das übermäßig Gute noch das übermäßig Schlechte. Es kommt mir einfach unrealistisch vor, dass etwas nur ‚toll‘ oder nur ‚schlecht‘ ist. In der Realität erleben wir ja auch eher eine Schattierung in der Mitte. Allerdings habe ich in meinen Geschichten einen Hang zu Buchausgängen, die man generell eher als negativ bezeichnet würde.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Also erstmal, gibt’s da wirklich was, was stören kann? Mir fällt da gerade nichts ein. Sicher gibt’s die eine oder andere Erzählung, die mich nicht umhaut, aber sonst… Ich bin offen für Neues, es muss mir ja nicht alles gefallen.

Was ich an Märchen mag: Dass ich in jeder Geschichte eine eigene Welt entdecken kann und mir nicht zu viel verraten wird. Dadurch ist viel Platz für Fantasie und das beflügelt mich zu eigenen Ideen.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Tiere. Ganz eindeutig Tiere. Sie gehören einfach dazu. Ob sprechend, singend, tanzend, völlig egal. Märchen mit Tierbezug sind mir die liebsten und deshalb sind meistens auch immer welche in meinen Geschichten zu finden. Katze, Kaninchen, Rabe, Eichhörnchen. Tiere bereichern uns nicht nur in der Realität, sondern auch in der Literatur.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Hm… Da gibt es mehrere Varianten. Ich würde wohl als erstes annehmen, dass ich halluziniere und eine weltliche Erklärung suchen. Wenn ich die nicht finde und das Tier weiter mit mir spricht, müsste ich mal herausfinden, ob der Mensch, der im Tier steckt, als Strafe verzaubert oder aber böswillig in einen Tierkörper gesteckt worden ist. Bei letzterem würde ich wohl versuchen zu helfen und mich auf eine Reise ins Ungewisse einlassen. Bei ersterem würde ich das Tier vielleicht füttern und darauf aufpassen, sonst aber nichts groß tun.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Ich bin relativ skeptisch, was solche Dinge betrifft und gehe erstmal davon aus, dass da vielleicht ein Trick hinter steckt. Also frage ich, was der Preis für das Erfüllen der Wünsche ist und tue nichts bevor ich nicht ganz sicher bin, dass es sich nicht um einen Trick handelt. Danach würde ich wochenlang darüber nachgrübeln, was ich mir wünschen könnte und wem ich vielleicht was Gutes tun könnte, bis die Fee ungeduldig wird und ihre nächste Klientin sucht.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Ich schreibe über Blut, Mord und Monster, aber ich kann keinem den Tod wünschen. Nicht mal meinen größten Feinden. Keine Frage für mich also.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Am ehesten mit dem gestiefelten Kater. Die Figur gefällt mir wahnsinnig gut. Obwohl ich zugeben muss, dass ich ungern mit Figuren aus Märchen tauschen wollen würde. Sie stecken ja in Geschichten, in denen sie etwas lernen sollen, und das oft auf unangenehme Art. Nicht selten müssen sie durch ziemlichen Mist durch, worauf ich ehrlich gesagt keine Lust habe. Ich lasse mir lieber im Nachgang alles erzählen und schreibe es auf wie die alten Minnesänger. 😉

Mehr zu Mika gibt es hier:

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Vielen Dank, Mika!

Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Elena Münscher

Heute im Interview im Rahmen des Märchensommers: Märchenspinnerin Elena Münscher.

Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Elena Münscher – Autorin von „Ein Funke Magie“

Ein paar Daten zu ihr:

Ich bin, was die Herkunft meiner Familie angeht, halb Oldenburgerin, halb Hannoveranerin und lebe in Niedersachsen. Ich schreibe schon mehrere Jahre, allerdings bislang in einem ganz anderen Genre, weshalb ich die Märchen unter einem Pseudonym veröffentliche.

Das Thema Märchen fand ich schon immer interessant. So habe ich schon früh besonders die Märchen mit guten und bösen Wassernixen, Berggeistern und Kobolden geliebt. Besonders fasziniert hat mich das Märchen von der Gänsemagd mit dem sprechenden Pferdekopf. Leicht morbid, aber als Kind liebte ich Grusel. Ich war damals auch Fan der Fernsehserie „The Addams Family“ und wünschte mir mehr als einmal ein hilfreiches eiskaltes Händchen. Bei dieser Märchen-Faszination war der Weg zur eigenen Märchen und damit zur Märchenspinnerei leicht.

Warum genau musste es dieses Märchen sein?

Wie oben bereits erwähnt, mag ich Kobolde, und ein solcher ist Rumpelstilzchen im Original-Märchen ja wohl. Ich habe mir immer Gedanken gemacht, was Rumpelstilzchen mit dem Kind der Müllerstochter überhaupt anfangen will. Jetzt habe ich eine Antwort gefunden. Eine … unkonventionelle, fürchte ich. Aber jetzt gibt es wenigstens einen richtigen Grund dafür.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Ein Funke Magie“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Da ich ein historisches Setting an einem real existierenden Ort gewählt habe, musste ich darauf achten, dass dieser Ort sich tatsächlich für die Handlung eignete. Das erforderte einige Recherchen, mit der Schwierigkeit, dass über genau die Orte, die ich brauchte, recht wenig überliefert war. Das historische Setting an sich war da bedeutend einfacher.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die schlichte Tatsache, dass ich dazu neige, mich kurz zu fassen, und meine Betaleserinnen mich dann dezent darauf hinweisen mussten, dass meine Leser ja das Buch lesen und nicht meine Gedanken dazu, ich ihnen also schon ein paar Sätze mehr bieten sollte.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Die Sylter Sage, in der Rumpelstilzchen ein Meermann mit Namen Ecke Nekkepenn ist.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Rumpelstilzchen als Animation, für Adelheid fände ich Emma Watson  ideal.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Das wir es schaffen, die Märchenspinnerei fest als Marke zu etablieren, die Qualität und vielfältige, gute Unterhaltung liefert. Und wer weiß, vielleicht werden wir entdeckt, und es wird sogar mal eine unserer Adaptionen verfilmt?

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Ganz traditionell meine Mutter, die mir Märchen als Gutenacht-Geschichten vorlas.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Bei Märchen tatsächlich das Happy End, ansonsten lese ich auch Geschichten mit (überzeugendem) Bad End gerne.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Was mich stört? Dass sie meist nur sehr kurz sind.

Was mich begeistert? Dass in den Märchen die Frauen nicht zu kurz kommen, auch wenn sie natürlich, der Entstehungszeit der Märchen geschuldet, meist ein sehr traditionelles Rollenbild zeigen.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Das Unbestimmte in Zeit und Raum Märchen könnten überall und zu jedem beliebigen Zeitpunkt spielen.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Ich würde es an einen guten Psychologen verweisen, der ihm klarmacht, dass ein ganz normales, sprechendes Tier besser dran ist als ein verzauberter Mensch.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

In der heutigen Zeit?
Gesundheit.
Ansonsten ein erfolgreiches Buch und ganz viele nette Menschen, mit denen ich meine Freude teilen kann.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Den klassischen Zauber. Dein Chef redet nur Quark? Dann wäre er die Idealbesetzung für einen Frosch.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Frau Holle. Sie ist trotz ihrer offenkundig großen Macht bodenständig und gerecht.

Mehr zu Elena gibt es hier:

Autorenblog: Elena Münscher

Vielen Dank, Elena!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Tina Skupin, Janna Ruth & Mira Lindorm

Das heutige Märchensommer Interview mit den  Märchenspinnerinnen gibt es in einem Dreigespann. 
Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Grad erst vorgestellt, geht es mit diesen dreien weiter:

Tina Skupin: Wild Hunt Casino

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Show. Mein Buch spielt ja in Las Vegas, und Brüderchen und Schwesterchen sind Artisten. Die Show, Fire and Stag, die sie auf die Beine stellen, ist der emotionale Kern des Buches.

Eine Show ist etwas Visuelles, ist ja schon im Namen SHOW! Es lebt von den Elementen auf der Bühne, und gleichzeitig von dem Live-Gefühl. Ein Video eines Konzerts ist nicht das gleiche Gefühl wie das Konzert selbst! Ich musste dieses Gefühl vermitteln, und gleichzeitig die Show, und ich glaub, das war eine der Schwierigsten Sachen überhaupt, die ich je in einem Buch gemacht hab.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Mein Hauptcharakter, Ti. Die basiert ja auf der bösen Stiefmutter im Originalmärchen. Ich wollte einen moralisch grauen Charakter, eine Person, mit der man mitfiebert, die sich aber nicht immer ok verhält, und manchmal sogar absolut scheußlich. Den ersten Rückmeldungen nach zu urteilen, ist mir das gelungen, aber das hat einige Durchgänge gebraucht, und die tatkräftige Hilfe meiner Schreibschwester Janna Ruth, die das Märchen aus der Richtung von Schwesterchen interpretiert hat. Wir haben uns gegenseitig lektoriert, und sie hat immer den Finger auf Wunde gelegt, wenn Ti gar zu böse wurde.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich bin da Traditionalist: das Original-Grimmärchen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ganz eindeutig Cate Blanchett als Ti – Ti ist Cate Blanchetts beste Rollen der letzten Jahre: Galadriel, Oceans 8 und Hela. Zendaya als Anita, ein sehr junger Antonio Banderas als Ernesto. Viggo Mortensen als Arawn und als Oberon… hmm, schwierig. Vielleicht Leonardo di Caprio? Ich glaube der hätte Spaß daran, mal so richtig richtig böse zu sein!

Mehr zu Tina gibt es hier:

Interview zu Hollerbrunn: Tina Skupin
Meine Rezension zu Die Supermamas

Homepage: Tina Skupin
Facebook: Tina Skupin Autor
Twitter: @TinaSkupin

Janna Ruth – Der Herr der wilden Jagd

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Mit Sicherheit war das Schwerste Dylans Autismus auf eine Art darzustellen, die realistisch aber unaufdringlich ist. Dazu habe ich mir sogar zum ersten Mal einen Sensitivity Reader dazugeholt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Eigentlich nichts. Kompliziert war es eine gute Adaption des Mords an Schwesterchen, ihrer Geistwerdung und letztendlichen Wiederbelebung zu finden, die immer noch in dieses eher realistisch gehaltene Märchen passt.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich kenne ehrlich gesagt keine andere Fassung außer dem Original. Mittlerweile weiß ich zwar, dass es schon ein paar Mal umgesetzt wurde, wenn auch längst nicht so oft wie bekanntere Märchen, aber gelesen oder gesehen habe ich noch keine.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Oje, da muss ich schon wieder passen. Ich sehe meine Charaktere recht selten mit Schauspielern besetzt. Eigentlich fast nie. Aber die Briten haben so wunderbare Jungschauspieler, vielleicht findet sich unter ihnen jemand, der noch nicht durch lauter andere Rollen bekannt ist und Arawn, Carys und Dylan seine ganz eigene Farbe geben kann.

Mehr zu Janna gibt es hier:

Interview zu Im Bann der Zertanzten Schuhe: Janna Ruth

HomepageJanna Ruth
FacebookAuthor Janna Ruth
Twitter@Janna_Mobs

Mira Lindorm – Ein Kind der Magie

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Am meisten Schwierigkeiten machte mir die Liebesgeschichte, die auch in der Handlung steckt. Ich hätte sie am liebsten weggelassen, aber dann wäre ein Happy End, wie es das Märchen haben sollte, nicht möglich gewesen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ganz prosaisch die Zeit. Als ich das Märchen schrieb, war es ja noch für eine Veröffentlichung im Zeilengold-Verlag bestimmt, und ich hatte eine enge Deadline. Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass ich es letzten Endes erst ein Jahr später und ganz woanders veröffentlichen würde, wäre die Arbeit um einiges leichter gewesen.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Der Film „Rumpelstilzchen“ von 2006 mit Katharina Thalbach als Rumpelstilzchen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Niemand bestimmtes, fürchte ich. Rumpelstilzchen sollte hager und klein sein, etwas struppig und mit ungehobelten Manieren, und die Müllerstochter ein schlichtes, ländlich naives Mädchen – denn der König im Märchen heiratet sie ganz bestimmt nicht wegen ihres Aussehens, sondern nur, weil sie das Gold beschafft hat.

Mehr zu Mira gibt es hier:

Interview zu Herzenswünsche kommen teuer: Mira Lindorm

Autorenblog: Mira Lindorm
Facebook: 1002 Märchennacht

Vielen Dank, Tina, Janna & Mira!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

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Märchenspinnerei im Interview: Rabea Blue

Heute im Interview im Rahmen des Märchensommers: Märchenspinnerin Rabea Blue.

Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Rabea Blue – Autorin von „Saving Rapunzel“

Ein paar Daten zu ihr:

Hi, ich bin Rabea, Jahrgang 1985 und lebe in Südhessen, am Rande des Odenwalds. Schon als Kind habe ich Geschichten über z.B. Außerirdische geschrieben und habe dieses Hobby nach meinem BWL-Studium glücklicherweise wieder aufgenommen, denn es ist ein für mich ein wunderbarer Ausgleich zu Familie und Brotjob.

Ich schreibe hauptsächlich Fantasy und habe bereits zwei Teile einer Reihe, eine Science-Fiction Novelle als auch mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Saving Rapunzel“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ehrlich gesagt das offensichtlichste: Rapunzels lange Haare.

Es war schwierig sich zu überlegen, wie lang die Haare sein durften, ohne dass Jane von den Mitgliedern der Sekte, in der sie aufwuchs, als zu ungewöhnlich auffiel.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Testleser in Form einiger anderer Märchenspinnerinnen waren nicht überzeugt von dem ursprünglichen Plot und ich war kurz davor alles einzustampfen. Irgendwann reifte die Idee, den Aufbau etwas individueller zu gestalten und so hat es sich schließlich durchgesetzt.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Disneys Rapunzel – Neu verföhnt 🙂

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Puh, vielleicht Jake Gyllenhaal als Diego und Emilia Clarke als Jane.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Dass wir weiter wachsen und nicht müde werden, mehr und mehr Märchen zu adaptieren 😉

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Dass mein Papa früher meiner Schwester und mir an den Wochenenden Märchen aus riesigen Bilderbüchern vorgelesen hat.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy 🙂

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Es steckt meistens eine Warnung oder ein Appell dahinter.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Die Originalfassungen sind oft echt grausam.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Es fragen, wie man helfen kann, es wieder zurückzuverwandeln.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Ewige Gesundheit für mich und meine Lieben, Hermines Zeitumkehrer und einen Blick in ein alternatives Leben.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Vermutlich die Art, wie die Geißlein den Wolf losgeworden sind: in den Brunnen schmeißen. Aber auch nur, weil wir einen uralten Brunnen in unserem Hof stehen haben.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Mit Disneys Arielle 😉

Mehr zu Rabea gibt es hier:

Facebook: Rabea Blue Autorin
Twitter: @RabeaBlue
Instagram: BlueRabea

Vielen Dank, Rabea!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter