Schreiberlinge im Interview: Anna Kleve

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Im Rahmen des Märchensommers habe ich auch ein paar anderen AutorInnen Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Anna Kleve – Autorin von „Schuld der Ahnen“

Ein paar Daten zu dir:

Ich wurde 1986 im Bergischen Land geboren. Aufgrund des Aufbaus unserer Wohnung befand sich das große Bücherregal (eine ganze Wand) bei mir im Zimmer. Irgendwann habe ich angefangen die alten Kinderbücher meiner Mutter zu lesen.
Damals habe ich auch Bilder zu den gelesenen Büchern gemalt. Es hat mich also auch teilweise zum Malen gebracht.
In der Schule fing ich irgendwann an kleine Geschichten zu schreiben. Meistens kleine Szenen zu Büchern, die ich gelesen hatte. Deshalb bin ich als nächstes wohl auch zum Fanfiction schreiben gekommen und darüber zur Gay-Fantasy.
Zwar schreibe ich meistens Gay-Fantasy, wie mein Debüt “Seelenband“ oder das Liebste von meinen eigenen Büchern “Das Geheimnis seiner Aura“ oder einige Kurzgeschichten wie meine Neueste und wohl auch Verrückteste “Orkisch verliebt“, aber ich habe auch Romantasy, wie “Elementarblut“ und Kinderfantasy, wie meine “Drachenmärchen“ geschrieben.
Deshalb sehe ich mich auch mehr als Fantasyautorin und nicht auf ein Subgenre beschränkt.

Vorneweg ein paar Fragen zu deiner Reihe „Schuld der Ahnen“:

1. Was war/ist an deinen Märchenbestandteilen am Schwierigsten umzusetzen?

Mit den magischen Kräften, die ich mir auf Umwegen hergeleitet habe, nicht zu übertreiben. Oder die Fähigkeiten sich nicht zu schnell entfalten zu lassen.

2. Was hat dich/bringt dich bei der Arbeit an der Reihe am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Das aus dem geplanten einen Buch plötzlich zwei wurden und ich im ersten Teil noch einiges umschreiben musste, damit “nicht nur“ die Beziehung der Protagonisten vorkommt.

3. Warum hast du dich dafür entschieden, dass die eigentlichen Märchen zwar tatsächlich passiert, aber nicht nacherzählt werden?

Ich habe einen Thementag gesehen, bei dem es um die Herkunft der Märchen (z. B. Schneewittchen, der Rattenfänger von Hameln) ging. Dabei kam mir der Gedanke, dass ich das in einer Geschichte kombinieren kann. Um das zu tun, war eine andere Welt nicht schlecht (man bedenke wie viele Königreiche es braucht, bei so vielen Prinzen und Prinzessinnen). Aber ich habe das dann auch noch mit abgeleiteten magischen Kräften gewürzt.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine Reihe umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Ehrlich bin ich mir da nicht so sicher. Wenn ich komplett selbstaussuchen sollte, würde ich vermutlich unbekannte Schauspieler aussuchen. Die Idee hätte was, aber um mal einen Namen in den Raum zu werfen. Wenn er jünger wäre, hätte ich für Eldan vielleicht Orlando Bloom gesagt. Aber bei Caleb? Keine Ahnung.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Reihe?

Dass mich meine Figuren auch weiterhin beim Schreiben überraschen, selbst wenn das heißt, dass dann wieder mehr als die geplanten Teile bei rauskommen. Auch, wenn mich das gelegentlich in den Wahnsinn treibt.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Früher, wenn in der Vorweihnachtszeit Märchenfilme gezeigt wurden, die ich vorher noch gar nicht kannte, weil bei uns halt die Grimmschen Märchen mehr im Fokus stehen.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Das kommt immer darauf an, wie es gemacht ist. Ich mag auch “Die kleine Meerjungfrau“, obwohl es ja kein Happy End im klassischen Sinn ist. Die Liebesgeschichte endet für “Die kleine Meerjungfrau“ ja nicht gut, aber immerhin bekommt sie als Luftgeist eine unsterbliche Seele. Andererseits finde ich auch Märchen wie “Die Schöne und das Biest“ schön, wo es ja zu einem richtigen Happy End kommt. Ich denke, ich muss die Art eines Endes gefühlsmäßig nachempfinden können, um es zu mögen, egal was es für ein Ende ist. Ein Happy End nach dem Motto: Ist so, weil es muss ein Happy End sein. Das eher nicht.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Am meisten stört es mich, dass in vielen Märchen die Frauen einfach nur rettungsbedürftig sind (auch, wenn ich weiß, dass es oft der Zeit, in der es geschrieben wurde geschuldet ist). Besonders begeistert bin ich dann, wenn eine Frau dann auch mal in einem Märchen etwas aktiver sein darf.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Ein Konflikt oder ein Dilemma, mit dem die Figuren zu tun haben.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Kommt auch auf die Umstände an. Aber eventuell erst einmal nach Details fragen, nachdem ich gecheckt habe, ob irgendwo in der Nähe nicht ein Lautsprecher angebracht ist, weil mich jemand reinlegen will.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Die Zeit manipulieren können (hätte ich mehr Zeit zum Schreiben), an mehreren Orten gleichzeitig sein können (so könnte ich unangenehme und angenehme Dinge gleichzeitig erledigen) und meine Bücher in den Buchhandlungen stehen haben (ich will die einfach mal im Buchladen in die Hand nehmen können).

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Die glühenden Schuhe der Stiefmutter von Schneewittchen oder den Ofen der Hexe aus Hänsel und Gretel, selbst wenn das brutal klingen mag. Das sind einzigen Todesarten, die mir auf Anhieb einfallen, bei denen die Toten tatsächlich tot geblieben sind.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Allerleirauh! Aus mehreren Gründen: Zuerst konnte sie ihren späteren Weg teilweise selbst beeinflussen und zum zweiten zeigt sich in dieser Geschichte, dass es nicht immer nur um Schönheit gehen muss. Mit dem Pelz gilt sie ja nicht, als besonders schön. Und sie ist erfindungsreich.

Mehr zu Anna gibt es hier:

Blog: Anna Kleve – Fantasyautorin
Facebook: Anna Kleve
Twitter: @klevefantasy

Vielen Dank, Anna!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

During the Fairy Tale Summer I also asked a few other author*esses questions about their adaptations and Fairy Tales.

Anna Kleve – Authoress of „Schuld der Ahnen“ (Guilt of the ancestors)

A few things about you:

I was born in 1986 in the Bergisches Land. Due to the layout of our apartment, the large bookcase (a whole wall) was in my room. At some point I started reading my mother’s old children’s books.
At that time I also drew pictures of the books I had read. So it also partly made me draw.
I started writing little stories at school. Mostly small scenes from books I’d read. That’s probably why I next came to write fan fiction and through that to gay fantasy.
Although I usually write gay fantasy, like my debut „Seelenband“ (Soulbond) or the favorite of my own books „Das Geheimnis seiner Aura“ (The secret of his Aura) or some short stories like my latest and probably also the craziest „Orkisch verliebt“ (Orkish in love), I have also written romantasy, like „Elementarblut“ (Elementblood) and Kinderfantasy, like my „Drachenmärchen“ (Dragongirl).
That’s why I see myself more as a fantasy author and not limited to a subgenre.

Beforehand a few questions about your series „Schuld der Ahnen“

1. What was/is the most difficult to realize about your Fairy Tale components?

Not to exaggerate with the magical powers that I have derived in a divergent way. Or the ability not to develop too quickly.

2. What brings you/has brought you most to despair while working on the series?

That the planned one book suddenly became two and I had to rewrite some things in the first part, so that „not only“ the relationship of the protagonists is present.

3. Why did you decide that the actual fairy tales actually happened but were not retold?

i watched a theme day about the origin of Fairy Tales (e.g. Snow White, the Pied Piper of Hamelin). It occurred to me that I could combine that in a story. To do this, another world wasn’t bad (consider how many kingdoms it takes, for so many princes and princesses). But I also spiced it up with derived magical powers.

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn series into a movie, whom do you see in the leading roles?

Honestly, I’m not so sure. If I had to choose completely by myself, I would probably choose unknown actors. That’s an idea, but to put a name to it. If he was younger, I might have said Orlando Bloom for Eldan. But Caleb? I don’t know.

5. What’s your wish for the future of the series?

That my characters continue to surprise me while I‘ m writing, even if that means that more than the planned parts might be the result again. Even if that sometimes drives me crazy.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tales …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

In the past, when Fairy Tale films were shown in the pre-Christmas period, which I didn’t even know before, because the Grimm Fairy Tales are more in focus here.

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

It always depends on how it’s done. I also like „The Little Mermaid“, although it’s not a happy ending in the classical sense. The love story doesn’t end well for „The Little Mermaid“, but at least she gets an immortal soul as an air spirit. On the other hand I also like Fairy Tales like „Beauty and the Beast“, where it comes to a real happy end. I think I must be able to feel the kind of ending to like it, no matter what the end. A happy end according to the motto: It‘ because it has to be a happy end. No, I don’t think so.

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

What bothers me most is that in many Fairy Tales women are simply in need of saving (even if I know that it is often due to the time in which it was written). I am especially enthusiastic when a woman can be a bit more active in a Fairy Tale.

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

A conflict or dilemma the characters have to face.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

Depends on the circumstances. But maybe first ask for details after I checked if there is a loudspeaker somewhere in the vicinity, because someone wants to fool me.

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

To manipulate time (if I could have more time to write), be in several places at once (so I could do unpleasant and pleasant things at the same time) and have my books in the bookstores (I just want to be able to pick them up in the bookstore).

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

The red-hot shoes of the stepmother of Snow White, or the oven of the witch of Hansel and Gretel, even if that may sound brutal. These are the only deaths I can think of right away that actually left the dead dead.

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

Allerleirauh! For several reasons: At first she could partly influence her later path herself and secondly this story shows that it doesn’t always have to be about beauty. She’s not considered particularly beautiful with the fur. And she’s inventive.

More about Anna here:

Blog: Anna Kleve – Fantasyautorin
Facebook: Anna Kleve
Twitter: @klevefantasy

Thank you very much, Anna!

Anne/PoiSonPaiNter

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