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Sabrina Schuh: Unter schwarzen Federn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum elften Band der Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn von Sabrina Schuh, einer Adaption von Hans-Christian Andersen’s „Das hässliche Entlein“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Egal wo Fee hinkommt, irgendwann wird sie überall ausgeschlossen und gemobbt. Es zerrt an ihr und irgendwann sieht sie keinen anderen Ausweg als es permanent zu beenden.

Grade noch rechtzeitig kommt Markus hinzu und kann sie davon abhalten, schafft es sogar sie dazu überreden sich Hilfe in einer Therapie zu suchen.

Doch wird es Fee schaffen, sich ihrer inneren Dunkelheit zu stellen oder wird sie nur wieder enttäuscht werden?

Das Leseerlebnis

In recht kurzen Kapiteln wechselt der Erzähler zwischen Fee und Markus, was oft interessant, teils aber auch anstrengend ist. Ich mag es, wenn Geschehnisse von mehreren Seiten beleuchtet werden, hier hat es mich hin und wieder gestört, denn die Ich-Erzähler reden mit dem Leser ähnlich wie mit einem Tagebuch, wodurch die Stimmung, die der eine Charakter geschaffen hat, von der Reaktion des Zweiten gelegentlich geschmälert wird. Aber vielleicht störe ich mich hier zu sehr an den jugendlichen Reaktionen, die die doch noch recht jungen Charaktere mit sich bringen. Man könnte das Buch durchaus zu Young Adult zählen und das ist ja eher nicht so meins.

Der Verlauf der Geschichte, die gezeigten Therapie-Ansätze und der Kampf, den Fee durchmacht, macht das Ganze wieder wett. Bei einigem davon fühlte ich mich an mich selbst erinnert, denn wie ich beim Axolotl schon schrieb, habe ich ähnliches durchgemacht, nur nicht so schlimm wie die beiden jeweiligen Protagonistinnen. Ihre Entwicklung war gut nachzuvollziehen und wenn man auf die Scherenschnitte am Seitenende achtet, sieht man auch, wenn sie einen wichtigen Schritt gemacht hat. Ein Daumenkino ist das auch. 😀

Die Charaktere

Fee schwankte für mich ein wenig zwischen nervigem/zickigem Teenager und jemand den ich einfach nur in den Arm nehmen wollte, um ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Für viele Dinge habe ich daher Verständnis aufgebracht, hin und wieder hätte ich sie doch gerne geschüttelt. Ihr Wandel war nachvollziehbar und gut gezeigt.

Markus war allerdings noch frustrierender was das anging. Ich bin mir nicht sicher, wie gut ich es finde, dass er sich in Fees Leben eingemischt hat und wie falsch die eigenen Dinge waren, die er gelegentlich eingebracht hat um ihr zu helfen und es dadurch schlimmer gemacht hat, weil er sie nicht ganz durchdacht hat.

Die Freundschaft/Beziehung der beiden wirkte zum Teil etwas konstruiert, etwas zu … passend (convenient) … ich fand es gut, dass gerade auch das von den Charakteren selbst angesprochen wurde und vor allem, dass die beiden auch wirklich über Dinge gesprochen haben. Offene Kommunikation ist ja doch etwas, dass in Geschichten oft untergeht, um ja noch etwas mehr Konflikt zu erzeugen. Hier ist es ein Mittel um die Charaktere vorwärts zu bringen, um ihnen einen neuen Weg aufzuzeigen und das wurde wunderbar umgesetzt.

Die Nebencharaktere wurden nicht sehr ausgezeichnet, aber man merkte ihnen ihre Bestimmung an. Die positiven Helfer in der Klinik, die Unbeteiligten in Markus‘ Band und die Mobber als Gegenspieler. Für die Erzählung, die doch darauf beruhte Fees Entwicklung zu folgen, war das auch nicht notwendig und hätte nur von der Tiefe abgelenkt.

Generelle Meinung

Fees Teil der Geschichte spielt eigentlich hauptsächlich in der Klinik, aber es fällt nicht auf und es stört auch nicht, denn ihre Entwicklung vom Entchen zum Schwan steht im Fokus. Ein Szenenwechsel wäre hier sicherlich nicht hilfreich gewesen und den bekommen wir durch Markus Außensicht etwas.

Wie schon der Axolotl ist diese Geschichte wichtig, denn viel zu viele Leute leiden unter ähnlichen Problemen. Mobbing, Suizidgedanken und Depressionen sind leider viel zu häufig in unserer Gesellschaft. Ohne Zeigefinger wird gezeigt, dass es Hilfe gibt, das es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu holen und vor allem, das man nicht alleine ist. Und das manchmal die Hilfe aus ganz unerwarteten Quellen kommen kann. Und das ist die beste Botschaft, die man dieser Adaption entnehmen kann.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Dieses Buch ist immer noch eine Märchenadaption. Das heißt, einige Dinge wurden verschönert, so zum Beispiel das wunderbare Klinikpersonal, dass Fee auf ihrem Weg begleitet und essentiell zu ihrer Veränderung beiträgt. Leider ist eine solch individuelle Behandlung und vor allem positive Behandlung nicht immer gewährleistet. Sei es, weil das Personal überfordert ist oder sie einfach alle Patienten über den gleichen Kamm geschert wird. Ich weiß es nicht, frage mich aber wie solche Menschen überhaupt in ihre jeweiligen Positionen gekommen sind, da sie ja doch nicht das tun, was in ihrer Jobbeschreibung steht …

Im Verlauf der Geschichte macht Sabrina eine Anspielung auf einen Sänger, der sich aufgrund seiner Depression das Leben genommen hat. Das hat es für mich realistischer gemacht, denn das war damals auch für mich ein Schock gewesen, dass auch er den Kampf nicht gewonnen hat. Eines seiner Lieder spielt eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte, irgendwie hatte ich nachdem die Band genannt wurde allerdings ein anderes Lied im Kopf, aber das ausgewählte passt wesentlich besser.

Oh! Schaut! Da hat sich doch tatsächlich eine Ente in diesen Beitrag verirrt und die Kombination 13-H mitgebracht!

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Ein weiteres E-Book von Unter schwarzen Federn könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Morgen gibt es dann hier ein Interview mit Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eleventh volume of the Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn (Under Black Feathers) by Sabrina Schuh, an adaption of Hans-Christian Andersen’s „The ugly duckling“.

What is it about?

4 of 5 stars

No matter where Fee goes, at some point she is excluded and bullied everywhere. It draws on her and at some point she sees no other way out than to end it permanently.

Just in time Markus arrives and can stop her, even manages to persuade her to seek help in a therapy.

But will Fee be able to face her inner darkness or will she only be disappointed again?

The reading experience

In quite short chapters the narrator changes between Fee and Markus, which is often interesting, but sometimes exhausting. I like it when events are illuminated from several sides, here it bothered me now and then, because the first-person narrators talk to the reader in a manner similar to a diary, whereby the mood created by one character is occasionally diminished by the reaction of the second. But maybe I’m too bothered here by the youthful reactions that the still quite young characters bring with them. You could count the book to Young Adult and that’s rather not mine.

The course of the story, the therapy approaches shown and the struggle that Fee is going through make up for this. Some of them reminded me of myself because, as I wrote with the Axolotl, I’ve been through similar things, not as bad as the two respective protagonists. Her development was easy to understand and if you look at the silhouettes at the bottom of the page, you can also see when she took an important step. Making it a flipbook. 😀

The characters

Fee wavered for me a little between annoying/bitchy teenager and someone I just wanted to hug to prove to her that she is not alone. That’s why I showed understanding for many things, now and then I would have liked to shake her. Her metamorphosis was understandable and well demonstrated.

Markus was even more frustrating in that respect. I’m not sure how good I think it was that he interfered in Fee’s life and how wrong the things he occasionally brought in to help her were, which made matters worse because he hadn’t thought them through.

The friendship/relationship between the two seemed to be somewhat constructed, something too… convenient … I liked the fact that this was also mentioned by the characters themselves and above all that they really talked about things. Open communication is something that often falls short in stories in order to create even more conflict. Here it is a means to bring the characters forward, to show them a new way and this was done wonderfully.

The side characters weren’t very distinguished, but you could tell their purpose. The positive helpers in the clinic, the uninvolved in Markus‘ band and the mobbers as opponents. For the story, which was based on Fee’s development to follow, this wasn’t necessary and would have only distracted from its depth.

General Opinion

Fee’s part of the story actually takes place mainly in the clinic, but it goes unnoticed and doesn’t interfere, because the focus is on her development from duckling to swan. A change of scene would certainly not have been helpful here and we get it from Markus‘ outside view.

Like with the Axolotl, this story is important, because far too many people suffer from similar problems. Bullying, suicidal thoughts and depression are unfortunately far too frequent in our society. Without lecturing it is shown that there is help, that it is not bad to get help and above all, that you are not alone. And that sometimes the help can come from quite unexpected places. And this is the best message that can be taken from this adaptation.

Stuff I’d like to add

This book is still a fairy tale adaptation. This means that some things have been brightened up, such as the wonderful clinic staff who accompany Fee on her way and make an essential contribution to her improvement. Unfortunately, such individual treatment and above all positive treatment is not always guaranteed. Be it because the staff is overwhelmed or because all patients are simply lumped together. I don’t know, but I wonder how such people got into their respective positions, since they don’t do what is written in their job description…

In the course of the story Sabrina makes an allusion to a singer who has taken his own life because of his depression. That made it more realistic for me, because it was a shock for me at the time that he did not win the fight either. One of his songs plays an important role in the course of the story, somehow after the band was named I had another song in mind, but the selected one fits much better.

Tomorrow there will be an interview with Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Julia Maar: Der Siebte Sohn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum neunten Band der Märchenspinnerei:Der Siebte Sohn von Julia Maar, einer Adaption von „Aschenputtel“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Robin ist mit seinem Leben als Lehrling in der Schmiede eigentlich ganz zufrieden, doch viel lieber würde er ein echter Ritter sein und gemeinsam mit seinen royalen Halbbrüdern an Turnieren teilnehmen. Als sein ältester Bruder Dante ihn schließlich zu seinem Knappen macht, könnte er nicht glücklicher sein.

Seine Freude wird jedoch schnell getrübt, als er einen seiner Brüder davon abhält, wie er sich an der jungen Magd Vivienne vergehen will.
Doch diese Tat könnte das Ende seines Traums bedeuten …

Das Leseerlebnis

Auch wenn ich das Buch kurz nach erscheinen auf der BuchBerlin – inklusive Autogramm von Julia – erstanden habe, habe ich es erst kurz vor dem Märchensommer tatsächlich gelesen. Zu dem Zeitpunkt war es bereits auf der Long- und später auf der Shortlist des  Deutschen Phantastik Preises (noch könnt ihr abstimmen dafür). D.h. meine Erwartungen waren relativ hoch, auch wenn ich versucht habe sie zu drücken.

Da es ein relativ kurzes Buch ist, hatte ich es auch relativ schnell durch, was aber auch bedeutete, dass einige Handlungsstränge oder Hintergrunde nur angedeutet und nicht ausgebaut wurden.
Das störte in den meisten Fällen allerdings nicht, da selbst das schon genügte das entsprechende Bild zu zeichnen.

Der finale Twist wirkte etwas sehr konstruiert, aber doch auf eine gewisse Art glaubwürdig. Man konnte es sich denken, vielleicht nicht unbedingt so, aber es war doch recht offensichtlich, das hinter dem Charakter mehr steckte.

Die Charaktere

Robin ist ein Niemand, ein Außenseiter, der Bastard des Königs, der eher geduldet als gemocht wird. Ich gehöre ja zu denen, die eher Kontakt zu den Außenseiter knüpfen kann, wodurch er mir sehr sympatisch war. Auch wenn mich seine Naivität gegenüber seinen Brüdern doch etwas genervt hat. Glücklicherweise hat er das ja schnell abgelegt.

Vivienne und Karl waren eine wunderbare Ergänzung. Clever, witzig und gefühlvoll, neugierig und loyal.
Hinter allen dreien steckt noch so viel mehr Geschichte, die leider auf den Seiten keinen Platz mehr gefunden hat.

Über die Prinzen hingegen muss ich gar nicht mehr wissen, es würde mich vermutlich zu sehr aufregen … solche Kotzbrocken … *grummel* oder in anderen Worten: Sehr gute, unsympathische Charaktere.

Die Eltern der ganzen Leute hier spielten zwar eine Nebenrolle, so ganz genau konnte ich ihren Argumentationen allerdings nicht folgen. Einiges erschien mir zu unlogisch, aber vielleicht bin ich hier auch wieder zu sehr Realist und mein romantisches Unverständnis lässt das nicht zu. 😀

Welchen Charakter ich allerdings nicht wirklich verstanden habe, war der Hund – und ein bisschen das doch recht menschliche Pferd … Die Enthüllung zu ihm, war für mich ein „Hä? Wie jetzt?“- Moment und mir fehlt hier einfach die essentielle Information wer zuerst da war … und wie das überhaupt funktioniert …

Generelle Meinung

Das Originalmärchen wurde auf wunderbare Weise eingebaut. Der Schuh, die Magie und das alles ohne tote Eltern und Stiefgeschwister. 😀 Na gut, nicht ganz ohne tote Eltern, aber die waren nicht auf Aschenputtels, ähm, Robins Seite der Familie …

Meiner Meinung nach hat das Buch seinen Platz auf der Liste verdient, selbst wenn für mich hier und da noch an Schräubchen gedreht oder noch was ergänzt werden könnte, damit es komplett rund ist.

Alles in Allem hat die Geschichte einfach ein Happy End, das man den Charakteren von Herzen gönnt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Die Märchenspinnerei ist dafür bekannt, ungewöhnliche Adaptionen zu schreiben. Zusammen mit der Anthologie „Es war einmal …. ganz anders“ ist dies die erste von drei Aschenputtel-Adaptionen, die nicht den traditionellen Geschlechterrollen entsprechen. Auf Twitter habe ich mich ein bisschen genauer dazu ausgelassen: Cinderella Funfacts.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Julia. Ein E-Book von Der Siebte Sohn könnt ihr während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the nineth volume of the Märchenspinnerei: Der Siebte Sohn (The Seventh Son) by Julia Maar, an adaptation of the Cinderella.

What is it about?

4 of 5 stars

Robin is quite happy with his life as an apprentice in the forge, but he would much rather be a real knight and take part in tournaments together with his royal half-brothers. When his eldest brother Dante finally makes him his squire, he couldn’t be happier.

However, his joy is quickly clouded when he prevents one of his brothers from wanting to molest the young maid Vivienne.
But this act could mean the end of his dream…

The reading experience

Even though I bought the book shortly after it was published on BuchBerlin – including Julia’s autograph – I only read it shortly before the fairytale summer. At that time it was already on the long list and later on the shortlist of the Deutschen Phantastik Preises (German Fantasy Prize – you can still vote for it). Meaning my expectations were relatively high, even if I tried to push them down.

Since it is a relatively short book, I went through it relatively quickly, which also meant that some storylines or backgrounds were only hinted at and not expanded.
This did not disturb in most cases, however, since even that was already enough to draw the corresponding pictures.
The final twist seemed very constructed, but in a certain way credible. You could have figured it out, maybe not necessarily like that, but it was quite obvious that there was more to the character.

The characters

Robin is a nobody, an outsider, the king’s bastard, who is tolerated rather than liked. I am one of those who rather like to socialize with the outsiders, which made me very fond of him. Even if I was a little annoyed by his naivety towards his brothers. Fortunately, he got rid of that quickly.

Vivienne and Karl were a wonderful addition. Smart, funny and soulful, curious and loyal.
Behind all three of them there is so much more to tell, which unfortunately has not found a place on the pages.

About the princes, however, I don’t need to know any more, it would probably agitate me too much… such scoundrels … *grumble* or in other words: Very good, unsympathetic characters.

The parents of all the people here played a supporting role, but I couldn’t follow their arguments exactly. Some things seemed too illogical to me, but maybe I am too much of a realist here again and my romantic incomprehension does not allow that. 😀

However, the character I didn’t really understand was the dog – and a little bit the quite human horse… The revelation regarding him was a „Huh? What now?“ moment for me and I just lack the essential information of who was there first… and how that even works…

General Opinion

The original Fairy Tale was wonderfully incorporated. The shoe, the magic and all this without dead parents and stepsiblings. Well, not entirely without dead parents, but they weren’t on Cinderella’s, um, Robin’s side of the family…

In my opinion, the book deserves its place on the list, even if here and there I would have liked to have some fine tuning or something added so that was completely round.

All in all, the story just has a happy ending, which you grant the characters from the bottom of your heart.

Stuff I’d like to add

The fairy tale spinning mill is known for writing unusual adaptations. Together with the anthology „Es war einmal …. ganz anders“ (Once upon a time…. quite different), this is the first of three Cinderella adaptations that do not conform to traditional gender roles. On Twitter I explained a little bit more about it: Cinderella Funfacts.

Tomorrow there will be an interview with Julia.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Anna Holub: Meerschaum

Read in English

Auch in diesem Märchensommer werde ich wieder ein paar Bücher rezensieren. Anfangen möchte ich dabei mit dem siebten Band der MärchenspinnereiMeerschaum von Anna Holub, einer Adaption von Hans-Christian Andersens „Kleinen Meerjungfrau„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Journalist Oliver steckt in der Krise, die Schreibblockade hat ihn voll erwischt. Als er auf drängen seiner „Chefin“ endlich etwas abliefert, kommt er vom Regen in dir Traufe. Anstatt seines Enthüllungsberichts über illegalen Menschenhandel in einem Großkonzern, soll er eine Jobhudelei auf eben jenen verfassen. Doch hinterrücks bittet der junge Firmenchef ihn ein paar weitere Nachforschungen für ihn anzustellen.

Und was hat das Ganze eigentlich mit der unbekannten Schönheit zu tun, von dem sein Freund Mathieu so angetan ist?

Die Kleine Meerjungfrau als Skandinavien-Krimi.

Das Leseerlebnis

Meerschaum war der letzte Band, der während des letzten Sommers herausgekommen ist. Schon die ersten Veröffentlichungsteaser hatten mich neugierig gemacht und das obwohl ich nicht unbedingt ein Krimileser bin, die schaue ich mir lieber als Serien an. Anna hat die Geschichte um Oliver und die stumme Fremde jedoch so gut aufgearbeitet, dass es ich es nicht weiter bemerkte, denn der eigentliche Krimi Aspekt war eher in eine hautnah-Recherche umgewandelt.

An ein paar Stellen gingen mir die Übergänge zu schnell, da hätte ich mir etwas mehr Inhalt, mehr Erklärung gewünscht, um besser nachvollziehen zu können, warum ein Charakter was nun gerade macht – und wie viel Einfluss tatsächlich die Undine darauf hatte.

Die Einbindung dieser Sagengestalten ist einerseits gut gelungen, andererseits für meinen Geschmack etwas kurz geraten, aber ich bin jemand der gerne ausschweifende Erklärungen über magische Wesen liest. Selbst zum Schluss wusste ich leider nicht genau, was die Undinen dieser Geschichte nun eigentlich konnten.

Was auch sehr offen geblieben ist, ist das Ende an sich und solange Anna nicht explizit irgendwo schreibt, dass der eine Charakter tatsächlich tot ist, werde ich der festen Überzeugung sein, dass es noch eine Rettung gab … und selbst wenn, werde ich es eventuell einfach öhm … ignorieren. 😀

Die Charaktere

Wie ich bereits im letzten Sommer gesagt habe, war mir Oliver von vornherein sympatisch und er ist es auch im Verlaufe des Buches geblieben. Seine doch recht zynische Art die Dinge anzugehen, machen ihn definitiv zu einem der Highlights des Buches.

Mathieu hingegen war mir schon zu anstrengend, zu sehr versessen darauf das Mädchen zu finden und zu labil, was nur darauf hinweist, dass seine Charakterisierung als der besessene Freund gut funktioniert.

Neben Oliver war Komissarin Berg mir noch am sympatischsten, die zwar den Regel folgt, aber doch ihren eigenen Weg geht, ihr Kollege ging mir einfach nur auf den Keks, aber das war vermutlich so beabsichtigt.

Die Meerjungfrau selbst schwankte zwischen sehr genialen Momenten und solchen, die sich für mich nur schlecht mit diesen verbinden ließen. Als wäre sie zwei verschiedene Personen. Was in gewisser Weise ja auch irgendwie stimmt …

Viele der Nebencharaktere werden nur kurz eingeführt und verschwinden dann, um später nochmal einen kleinen Auftritt zu haben, was dafür sorgte, dass hin und wieder die Zusammentreffen leider schon etwas konstruiert wirkten.

Generelle Meinung

Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut. Je mehr Details zum Vorschein kommen, umso mehr fügt sich das große Rätsel zu einem stimmigen Ganzen zusammen, so wie es bei einem guten Krimi der Fall sein muss. Auch wenn mir wie gesagt, kleinere Details dann doch fehlten.

Die Stimmung des Ganzen ist wunderbar festgehalten, die Charaktere wirken für ihre Zwecke realistisch, trotz konstruierter Treffen und ich staune über den Kaffeekonsum der Dänen …

Ich hätte mir wie gesagt auch ein bisschen mehr zur Undinenlegende gewünscht, aber das ist persönliche Meinung.

Gefallen hat es mir definitiv und meine Vorfreude wurde bestätigt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Aus irgendeinem Grund habe ich mich sehr schwer getan mit dieser Rezension. Ob Olivers Schreibblockade abgefärbt hat? Ich weiß es nicht … es kann also sein, dass ich den Text oben immer mal wieder noch ein Stück anpasse, wenn mir etwas einfällt, an das ich bisher nicht gedacht habe.

Morgen gibt es dann nicht nur hier ein Interview mit Anna, sondern bei Trimagie und Drachengeschichten und Nordlichter auf Facebook auch die ersten Bilderrätsel.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

This Fairy Tale Summer I will again review a few books. I would like to start with the seventh volume of the Märchenspinnerei: Meerschaum by Anna Holub, an adaptation of Hans-Christian Andersen’s „Little Mermaid„.

What is it about?

4 of 5 stars

Journalist Oliver is in a slump, the writer’s block has hit him hard. When he finally delivers something at the insistence of his „boss“, he comes out of the frying pan into the fire. Instead of his disclosure report about illegal human trafficking in a large corporation, he is to write an adulation of the same. But behind closed doors the young company boss asks him to do some more research for him.

And what does all this have to do with the unknown beauty his friend Mathieu is so taken with?

The Little Mermaid as a Scandinavian thriller.

The reading experience

Meerschaum was the last volume that came out during the last summer. Already the first release teasers had made me curious and this although I am not necessarily a detective story reader, I prefer to watch them as series. Anna worked out the story about Oliver and the mute stranger so well, however, that I didn’t notice it further, because the actual thriller aspect was rather transformed into first-hand research.

In a few places the transitions went too fast for me, I would have wished for a bit more content, more explanation, in order to be able to understand better why a character does something – and how much influence the Undine actually had on it.

The integration of these legendary creatures has succeeded well on the one hand, on the other hand it is a little short for my taste, but I am someone who likes to read excessive explanations about magical beings. Even at the end I didn’t know exactly what the undines of this story actually could do.

What also remained very open is the end itself and as long as Anna does not explicitly write somewhere that one character is actually dead, I will be convinced that there was still a rescue… and even if she does, I might just, um … ignore it. 😀

The characters

As I said last summer, I liked Oliver right from the start and he remained so throughout the book. His cynical way of doing things definitely makes him one of the highlights of the book.

Mathieu, on the other hand, was already too stressful, too eager to find the girl and too unstable, which only indicates that his characterization as the obsessed friend works well.

Besides Oliver, Commissioner Berg was the one I liked most, she follows the rules but still goes her own way, her colleague just got on my nerves, but that was probably the intention.

The mermaid herself wavered between very ingenious moments and moments that I found difficult to connect to them. Like she’s two different people. Which is in a way somehow true…

Many of the side characters are introduced only briefly and then disappear in order to have a small performance later on, which unfortunately made the encounters seem somewhat constructed now and then.

General Opinion

The story has a fascinating composition. The more details come to light, the more the big mystery merges into a coherent whole, as it must be with a good thriller. Even though, as I said, some minor details were missing.

The mood of the whole thing is wonderfully captured, the characters seem realistic for their purposes, despite constructed meetings and I am amazed about the coffee consumption of the Danes…

As I said, I would have liked a little more on the undine legend, but that is my personal opinion.

I definitely liked it and my anticipation was justified.

Stuff I’d like to add

For some reason I had a hard time with this review. I wonder if Oliver’s writer’s block has rubbed off? I don’t know… so it may be that I adjust the text above every now and then, if I remember something I have not thought of so far.

Tomorrow there will not only be an interview with Anna here, but also the first picture puzzles at Trimagie and Drachengeschichten und Nordlichter  on Facebook.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Marion B. Harmon: Karriere: Superheldin

Read in English

Im Rahmen meiner Nerdwoche zum Thema Superheldinnen erhaltet ihr meine Rezension für Karriere: Superheldin, dem ersten Band der Wearing the Cape Reihe von Marion B. Harmon.

Worum geht’s?

3 of 5 stars

In einer Welt in der es seit mehr als einem Jahrzehnt Superhelden gibt, deren Kräfte plötzlich erwachten, ist Hope eine ganz normale Schülerin kurz vorm College. Zumindest bis sie in einen Angriff des Tea Time Anarchist gerät und plötzlich das Dach ihres Autos mit bloßen Händen aufdrücken kann.
Schnell wird sie von Atlas, dem Anführer des Chicagoer Prestige Teams Sentinels eingesammelt und sie beginnt ihr Training zur Superheldin als sein Side Kick. Bald stellt sich heraus, dass der Anschlag vielleicht doch nicht vom Anarchist verübt wurde und Hope, nun Astra, versucht der Verschwörung auf die Schliche zu kommen.

Das Leseerlebnis

Nachdem ich das Buch bei der Blogtour zur Veröffentlichung beim Feder&Schwert Verlag gewonnen und die entsprechenden Beiträge gelesen hatte, war ich neugierig, denn die Welt und das Buch klangen interessant. Ich bin mir relativ sicher, dass ich vorm Lesen allerdings Booknappings Rezension schon vorher gelesen habe, denn dadurch bin ich schon mit einem gemilderten Enthusiasmus an die Sache herangegangen.

Das Buch an sich hat auf die relativ vielen Seiten eine extrem kleine Schrift, man gewöhnt sich daran, aber es ist trotzdem anstrengend. Woran ich mich nicht gewöhnen konnte, war die Vorhersehbarkeit der Handlung in gewissen Aspekten … was mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat … Und die wenigen Twists DIE es gab, waren dann doch etwas arg … abstrus …

Auch sehr schwierig war es zu folgen von welchen Charakteren nun die Rede war, denn die ich-Erzählerin Astra wechselte gerne mal zwischen Superheldenname und Realnamen oder sogar einem Spitznamen … und das gefühlt ständig …

Die Charaktere

Hauptsächlich waren es aber die Charaktere, die mir regelmäßig ein Augenrollen entlockten mit ihrer Klischeehaftigkeit.

Hope ist mal wieder der typische Hauptcharakter: Kaum hat sie ihre Kräfte, muss sie alles im Alleingang erledigen. Und von Geheimhaltung hält sie auch nicht viel, denn als alle ihr Raten niemandem etwas davon zu erzählen und sie damit anzulügen, tut sie das genaue Gegenteil.
Sie wird uns als die tragische Charakterin verkauft, die schreckliches mitgemacht hat und trotzdem ihren eigenen Weg weitergeht, aber ich finde hier wurde es übertrieben: Tote Schwester, Tote beste Freundin, schlimme Krankheit überstanden, in Katastrophe verwickelt wodurch sie erwacht ist und das alles hübsch verpackt in einem „elfenähnlichen“ doch gar nicht soo hübschen Körper …

Ihr männlicher Counterpart Atlas ist aber auch nicht viel besser … oder seine Kollegen von den Sentinels. Im Prinzip sind sie alle Abziehbilder bekannter Superhelden und Schurken. Ein paar interessantere Fähigkeiten und Hintergrundgeschichten sind mit bei, aber die sind von unbedeutenden Nebencharakteren.

Wobei ob nun Haupt- oder Nebencharakter, eine wirkliche Verbindung konnte ich zu keinem von ihnen aufbauen und meine eigene Emotionalität zum Ende hin galt der Szene an sich, nicht ihnen, mit Beerdigungszeremonien komm ich selten klar.

Auch Astras Entwicklung, wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte, folgte dem bekannten Prinzip und ich wusste schon sehr schnell, dass eine andere Figur ihr Love Interest wird und habe nur noch drauf gewartet, dass sie es doch endlich mal tun. Als gut erzogenes katholisches Mädchen, natürlich erst nach der Hochzeit und er hat auch seine ganze Art für sie geändert und fand sie die stärkste Frau, die er je kennengelernt hat, will sie aber trotzdem auf immer beschützen und  … ARG … diese Entwicklung hat mir im Prinzip die ganze Welt und das Buch kaputt gemacht … was wirklich schade ist … denn die war wirklich großartig.

Kurz gesagt: Wo ich die Supermamas für ihre Menschlichkeit loben konnte, wirkt hier leider alles sehr gekünstelt…

Generelle Meinung

Wie eben schon gesagt, fand ich die Welt großartig. Superkräfte entstehen, die Welt wird neu geordnet, Konflikte, Teams, die nur als glorifizierte Rettungs- und Einsatzkräfte genutzt werden, Kräfte, die einer Aufgabe entsprechend entstehen und eingesetzt werden. Alles super. Alles sehr faszinierend, hätte ich gerne mehr von gelesen, aber die Charakterentwicklung schreckt mich einfach ab mir weitere Bände zu Gemüte zu führen.

Auch der letzte Twist erscheint mir unplausibel. Abgesehen davon, dass es ein mutiger Schritt ist diverse Haupt- und Hauptnebencharaktere zu töten, war die Erklärung – und der ganze Zeitreiseaspekt, der der Geschichte beschwang – irgendwie unglaubwürdige, irgendwie ZU viel des Guten … getrennte Plots, eine Auflösung im zweiten Teil, soetwas hätte der Story vermutlich geholfen etwas mehr zu atmen und die Charaktere hätten sich dann vielleicht auch besser entwickelt.

Wirklich schade, dass sie so enttäuschend waren, ich hatte mich wirklich auf das Buch gefreut …

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Als zusätzlichen Preis zum Buch habe ich eine Zeichnung gewonnen, aber davon werde ich an anderer Stelle vielleicht einmal mehr erzählen.

Morgen geht es dann weiter mit einem Gastbeitrag von Diandra Linnemann in dem sie mal ein bisschen über die Arbeitskleidung von Superheld*innen erzählt.

Anne

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

As part of my nerdweek on superheroes, you’ll receive my review for Karriere: Superheldin, the first volume in Marion B. Harmon’s Wearing the Cape series.

What is it about?

3 of 5 stars

In a world where superheroes have been around for more than a decade whose powers have suddenly awakened, Hope is a normal student close to college. At least until she is caught in an attack by the Tea Time Anarchist and can suddenly push the roof of her car open with her bare hands.
Quickly collected by Atlas, leader of the Chicago Prestige Team Sentinels, she starts her superhero training as his side kick. Soon it turns out that the attack may not have been carried out by the anarchist after all and Hope, now Astra, tries to unravel the conspiracy.

The reading experience

After winning the book during the blog tour for the publication at Feder&Schwert Verlag and having read the corresponding articles, I was curious, because the world and the book sounded interesting. I’m relatively sure that I’ve read Booknapping’s review before reading it, because I’ve already approached the matter with a softened enthusiasm.

The book itself has an extremely small font on the relatively many pages, you get used to it, but it is still exhausting. What I couldn’t get used to was the predictability of the plot in certain aspects… which didn’t necessarily make reading it easier for me… And the few twists that existed were a quite … abstruse…

It was also very difficult to follow which characters were actually mentioned, because the narrator Astra liked to switch between superhero name and real name or even a nickname… and it felt like she was doing it all the time…

The characters

But it was mainly the characters who regularly enticed me to roll my eyes because of their clichédness.

Hope is once again the typical main character: As soon as she has her powers, she has to do everything on her own. And she doesn’t think much of secrecy either, because when everybody advises her not to tell anyone about it and to lie to them, she does the exact opposite.
She is sold to us as the tragic character who has gone through terrible things and still continues on her own path, but I think it was exaggerated here: Dead sister, dead best friend, survived a bad illness, got involved in a catastrophe which caused her to awaken and all this nicely packed in an „elf-like“ but not so pretty body…

But her male counterpart Atlas is not much better… or his colleagues from the Sentinels. Basically, they’re all decals of well-known superheroes and villains. A few interesting abilities and background stories are included, but they are from insignificant side characters.

I could not establish a real connection to any of them and my own emotionality towards the end was directed at the scene itself, not to them, I can rarely cope with funeral ceremonies.

Also Astra’s development, if you want to call it that, followed the well-known principle and I knew very quickly that another character would become her love interest and I was just waiting for them to finally do it. As a well brought up catholic girl, of course only after the wedding and he also changed his whole nature for her and found her the strongest woman he’s ever met, but still wants to protect her forever and… ARG… this development basically ruined the whole world and the book for me… which is a real pity… because it was really great.

In short: Where I could praise the Supermamas for their humanity, everything seems very artificial here…

General Opinion

As I said above, I really liked the world. Superpowers are emerging, the world is being reorganized, conflicts, teams that are only used as glorified rescue and emergency troops, powers that arise and are deployed according to a task. Everything’s great. Everything is very fascinating, I would have liked to have read more about it, but the character development just deterred me from reading more volumes.

Even the last twist seems implausible to me. Apart from the fact that it is a courageous step to kill several main and main supporting characters, the explanation – and the whole time travel aspect that influenced the story – was somehow unbelievable, somehow Too much overkill… separate plots, a resolution in the second part, that would probably have helped the story to breathe a little more and the characters might have developed better.

Too bad they were so disappointing, I was really looking forward to the book…

Stuff I’d like to add

As an additional prize to the book I won a drawing, but perhaps I will talk about it some more later.

Tomorrow we continue with a guest post by Diandra Linnemann in which she tells a little bit about the work clothes of superhero*ines.

Anne

© For the cover belongs to its rightful owner.

Tina Skupin: Die Supermamas

Read in English

Im Rahmen meiner Nerdwoche zum Thema Superheldinnen erhaltet ihr meine Rezension für  Die Supermamas – Windeln wechseln und Welt retten von Tina Skupin, deren Werk Hollerbrunn ich bereits letztes Jahr im Märchensommer vorgestellt habe.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Maira ist schwanger und obwohl sie regelmäßig sie umkreisende Monde sucht, ist alles normal, bis … bis ihr Sohn Peter unter schwierigen Umständen zur Welt kommt. Plötzlich ist da nicht nur ein neues Leben, um das sie sich kümmern muss, sondern auch die Tatsache, dass sie nicht mehr ganz auf dem Boden der Tatsachen ist: Maira kann fliegen.

Bald begegnet sie anderen Frauen, die ähnliches wie sie erlebt haben und auch Kräfte davongetragen haben, mit deren Hilfe sie nun einer finsteren Verschwörung auf die Schliche kommen. Den gemeinsam sind sie Die Supermamas.

Das Leseerlebnis

Wie schon bei Hollerbrunn hat Tinas Schreibstil mich schnell gefesselt und mir regelmäßig ein Schmunzeln oder Lachen entlockt. Als nicht-Mutter habe ich zwar mit vielen der beschrieben Sachen keine Verbindung, kann aber vollkommen verstehen, wenn die Protagonistin von den „Windeln des Todes“ und anderen Sachen spricht.

Besonders toll fand ich die ganzen Superhelden-Referenzen, Maira war z.B. so hungrig wie Hulk und noch vieles mehr, was ich jetzt nicht vorweg nehmen möchte. Man merkt aber auf alle Fälle, dass Tina nicht nur Informationen des Genres aneinandergeklatscht hat, sondern weiß, wovon sie redet. Sie ist halt auch nur ein Nerd. 😀

Das Buch selbst hat ein recht großes Format, was es etwas unhandlich macht, aber das ist eher ein Luxusproblem.

Die Charaktere

Maira hatte zwar ein paar „ernsthaft?!“ Momente, aber im Großen und Ganzen war sie ein sehr sympathischer Charakter. Ihre Entwicklung ist dennoch verständlich und nicht erzwungen in die Superheldinnen-Rolle gepresst.

Ihre Schwester Jenny und Mairas Mann haben dahingegend mir wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereitet mit ihren doch nicht so ganz nachvollziehbaren Handlungen – auch wenn Putin, der Pinguin schon ziemlich lustig war.

Besonders schwierig war für mich Maira und Jenny nicht mit Pegg und Marie aus Hollerbrunn zu vergleichen, aber irgendwann ging es dann, weil die beiden Geschwisterpaare doch sehr verschieden sind. Mal gucken, ob es wieder Schwestern in der Valkyrie gibt, in ihrer Geschichte in der Märchenspinnerei Anthologie hat sie ja auch wieder welche. 😉

Die anderen Mamas hatten eine gute Balance zwischen „Nach mir die Sintflut“-Attitüde, stink normale Mama und „Badass“-ness und besonders fand ich die Interaktionen zwischen den Charakteren wieder herrlich.

Tina schreibt einfach super MENSCHEN. 😀

Generelle Meinung

Ich hätte bitte gerne eine Fortsetzung, einen Comic und eine Fernsehserie über die Supermamas. Danke! 😀
Spaß Beiseite: Ich finde das Konzept klasse und das Lesen hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich würde gerne mehr aus der Welt der Supermamas erfahren. Die Verbindung vom alltäglichen Mutterdasein mit den Kräften und Abenteuern ist einfach so unbeschreiblich passend.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Hat euch gefallen, was ihr hier gelesen habt? Dann schaut nächsten Samstag wieder vorbei und hüpft in den Lostopf, um ein von Tina signiertes Exemplar zu gewinnen!

Wenn ihr außerdem einer Supermama oder Superheldin aus eurem eigenen Umfeld sagen möchtet, wie super ihr sie findet, könnt ihr euch von Trimagie einen Heldenbutton abholen: Wer ist eure Superheldin?

(Wer nicht auf Facebook ist, kann sich den Button auch gern hier abholen, ich leite dann weiter. )

Morgen geht es dann weiter mit einem Gastbeitrag von Sarah Wagner, die uns etwas über die Schwächen von Superheld*innen erzählt und ihr könnt selbst testen, welcher Typ Held*in ihr seid.

Leider konnte meine eigene Supermama dieses Buch nie lesen und auch wenn sie nicht alle Referenzen verstanden hätte, bin ich mir sicher, dass es ihr gefallen hätte.
Alles Gute zum Geburtstag, Mama.

Anne

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

As part of my nerd week on the topic of Superheroines, you will receive my review for „Die Supermamas – Windeln wechseln und Welt retten“ (The Supermamas – Changing diapers and saving the world) by Tina Skupin, whose novel Hollerbrunn I reviewed last year during the Fairy Tale Summer.

What is it about?

4 of 5 stars

Maira is pregnant and although she regularly looks for orbiting moons, everything is normal until… until her son Peter is born under difficult circumstances. Suddenly there is not only a new life to worry about, but also the fact that she is no longer completely down to earth: Maira can fly.

Soon she meets other women who have experienced something similar to her and have also gained abilities, with whose help they now come to grips with a sinister conspiracy. Together they are: The Supermamas.

The reading experience

As with Hollerbrunn, Tina’s writing style quickly captivated me and regularly made me smile or laugh. As a non-mother I have no connection with many of the things described, but I can fully understand when the protagonist talks about the „diapers of death“ and other things.

I especially liked all the superhero references, Maira was as hungry as Hulk and many more things I don’t want to spoil. But you can definitely see that Tina isn’t just sprinkling information of the genre into it, but knows what she is talking about. She’s after all a nerd. 😀

The book itself is quite large, which makes it a bit unwieldy, but that’s more of a luxury problem.

The characters

Maira had some „seriously?!“ moments, but on the whole she was a very likeable character. Her development is nevertheless understandable and not forced into the role of a superheroin.

Her sister Jenny and Maira’s husband, on the other hand, caused me much more headaches with their not quite comprehensible actions – even if Putin, the penguin, was actually quite funny.

It was especially difficult for me not to compare Maira and Jenny to Pegg and Marie from Hollerbrunn, but at some point it worked because the two siblings are very different. I’m curious if there are sisters in the Valkyrie again, in her entry in the Märchenspinnerei anthology she also has them. 😉

The other mamas had a good balance between „devil-may-care“-attitude, totally normal mum* and „Badass“-ness and especially  the interactions between the characters were amazing again.

Tina simply writes amazing PEOPLE*. 😀

General Opinion

I’d like to have a sequel, a comic book and a TV series about the Supermamas, please. Thank you! 😀
All kidding aside: I think the concept is great and the reading was unbelievably fun and I would like to learn more about the world of Supermamas. The connection of being a mother in everyday life with the powers and adventures is simply so indescribably fitting.

Stuff I’d like to add


Tomorrow we will continue with a guest post by Sarah Wagner, who tells us something about the weaknesses of superhero*ines and you can test yourself which type of hero*ine you are.

Unfortunately, my own Supermama could never read this book and even if she wouldn’t have understood all the references, I’m sure she would have liked it.
Happy birthday, Mom.

Anne

© For the cover belongs to its rightful owner.

* This post was translated using deepl.com and a few very funny mistranslations were involved.

Ankündigung: Superheldinnen Nerdwoche

Bei meinem LBM-Bericht habe ich es ja schon erwähnt, dass es bald wieder eine Nerdwoche (Nerdweek ) gibt, und zwar eine

Superheldinnen Nerdwoche

Eine ganze Woche in der ihr die unterschiedlichsten Beiträge zum Thema Superheldinnen genau hier finden könnt.

Was erwartet euch?

Rezensionen von mir zu:

Gastbeiträge von:

Und nicht nur das!

Am Ende der Nerdwoche könnt ihr verschiedene Comics vom Gratis Comic Tag (aktuelle und auch aus den Vorjahren!) UND ein signiertes Exemplar der „Supermamas“ von Tina Skupin gewinnen!

Schreibt es euch also genau in den Kalender ein:

4.5. – 13.5. Nerdwoche Superheldinnen

(Ist einfach zu merken, umspannt ganz nett die Zeit vom Free Comic Book Day bis zum Gratis Comic Tag 😉 )
Hier nochmal ein zusammenfassendes Banner, das die großartige Ela Schnittke für mich designed hat:

Ich bin schon gespannt auf die Gastbeiträge. 😀

Bis dann

Anne/Poisonpainter

Back and Forth

The old year ended, the new has begun and as I didn’t feel like writing two posts, you get a combined look back and ahead.

2017 has been a year of firsts

  • The first time I’ve become part of a RPG group, where I wasn’t just a visitor.
  • My first own Blog-thing (Fairy Tale Summer)
  • The first time I had Guest Authors on my Blog
  • My first time visiting Vienna and Budapest
  • My first time at the Connichi.
  • I had my first ever Tonsillitis.
  • My first time at a book fair (BuchBerlin)
  • My first proper publication (Wintermond)
  • The first time I organized the writing of a story with more than one other authoress. (Adventskalender 2017)
  • The first time I really felt like an authoress.

and maybe some other things I can’t remember right now.

I’ve also met a lot of incredible people through Blogging and the Nornennetz that I’m very grateful to and for.

What else did I do?

  • I helped translate Gamers: The Series 0 and The Shadow Menace by Zombie Orhpeus Entertainment & Dead Gentlemen Production
  • I started working on The Queens Wish.
  • I participated in several Blog Parades, some concerning writing, others about books.
  • I send in three stories for anthologies (one mentioned above, two don’t have a result yet, but one is the English version of an old story).
  • Two more of my stories were published through the Bücherstadt Kurier.
  • I revisited Prague and Kassel.

and so forth …

What does this year hold in store?

  • I’ll be attending the Leipziger Buchmesse for the first time, I’ve already gotten accredited as Blogger.
  • I hope to finish re-working an old Project and publishing it – infos on the progress can me found under the Hashtag #AKWP 😉
  • I hope to finish at least one bigger project and potentially publish.
  • I hope to get positive feedback from the stories I sent in.
  • I want to do another Fairy Tale Summer, though not in Summer.
  • I want to do another Nerd-Week, probably in the week from Free Comicbook Day to Gratis Comic Tag.
  • I want to write more regularly.
  • I want to keep at reading the books that are waiting for my on my to-read pile and try not to buy that many new ones …

I’m not sure if I’ll be travelling that much this year, but I guess I’ll concentrate on exploring Germany again.

But the one thing I have to consider most this year:

Do I keep blogging in English or do I change to permanently bilingual or even German entirely?
I haven’t gotten much feedback from English readers and with something published in German and me being part of a German network makes it kind of hard to only write in English … but both are quite exhausting …
I’ll have to think on this a little more – feedback appreciated.

Well everyone:

Happy New Year! May all your plans and wishes come true!

PoiSonPaiNter

Blogparade: #Geheimtipp

I’m aware that this has nothing to do with Fairy Tales, but I want to share my „insider tips“ (Geheimtipps) with you and Aleshanee’s Blogparade is the fitting wrap for it.

Aleshanee asks:

Present up to 5 book insider tips, that excited you and where you think they didn’t get noticed in the masses of hypes and new releases.

First of all: I will tell you why the books are great, you can read what they are about through clicking on the covers which will lead you to their Goodreads pages.
Also: None of the books I want to introduce you to was published this year. The „youngest“ is from 2016, the oldest from 1986 as I just realized. 😀
We’ll then let’s start with that one:

The Hyde Effect

I’m fairly certain this was one of my very first Werwolf novels, both in regards to reading and buying. I was so excited when I first saw it in the catalogue of the EMP and wanted to have it right away, even if it might have been an age 16 novel and I might have not been that age. Luckily it was just as great as I expected it to be. I’m still fascinated by the cover and the story itself is – from what I remember after reading it about ten years ago – pretty amazing. It has action, great and fun characters, thrilling life-and-death situations and is just a not so cuddly Werwolf story. The sequel Shapes did unfortunately not keep up with that and was rather disappointing. 🙁

Wolfsbane and Mistletoe

on the other hand consists mostly of the cuddly wolf kind. 😀 It’s an anthology by and with Sookie Stackhouse authoress Charlaine Harris. It has many different kinds of stories about Werwolves around Christmas time (including a Sookie special). Though the two things I remember most are the rogue Santa’s hunting Werwolves and of course the Wer-Coral. That is just such a weird idea that I keep telling people about it whenever the topic of wer-creature comes around. Which is surprisingly often. 😀
Speaking of weird stories, ever heard of

Fledermausland? (Bat Country)

Named after a certain scene from Fear and Loathing in Las Vegas this German novel is one of the strangest and most hilarious I’ve ever come across. Dierssen uses ordinary every day things and turns them into something strange and unexpected. Back in the day when The Forum was still fresh and new we read this alongside the author, but unfortunately those topics don’t exist any more, so I can’t check what I wrote. What I do know is that everyone who liked the novel got a free PDF of an additional story about one of the characters. He has created several of them, but that’s the only one I’ve read (so far?).
Speaking of series:

PWNED

As part of The Gamers universe this is a different perspective into the way those stories work. Where the webseries switches between Pen&Paper players and characters, this does the same with video game characters and their players. I already talked about this while reading it, so have a small excerpt here:

It’s a bit strange to read the switch between gamer and character, but it’s well done and you still know when the perspective is no longer the one looking at it from the outside. As in all of his (their) work you really know that it’s done by a gamer who loves what he’s doing. It reflects in the chosen words, the descriptions, the little things added to the story (like tips for new gamers at the start of every chapter). It’s just great to have something like this, combined with great characters.

How can I now lead over to the last one? It’s both a series and it has great characters; it’s more or less old (2003/2005) and just sounded interesting. Ah to hell with it:

Sam Linnifer: Waywalkers (Lucifer) & Timekeepers (Satan)

When I first saw this book in my local library I was intrigued. Lucifer being the good guy, saving the day? It is as strange as it sounds, but at the same time absolutely fascinating and great. Webb weaves the world of Myths & Legends and Ancient Gods & Goddesses like they are just normal characters, yet you still know that it’s not a trivial challenge they face. I really need to re-read these two. I’ve been putting it off for quite some time now and I think it might be especially interesting now that I’ve read Good Omens, but maybe I should wait until after I read American Gods
Anyway, these are the five I was allowed to introduce you to (Number five is no cheating, you have to read both to fully understand the story 😉 ). Still as a Bonus I want to give you this one because it’s not the genre I usually read, but it still impressed me:

Why Angels never play Harmonica

I’m really not the kind of person who reads books like this, which already seem like love stories, but when I read the blurb after Tintenfleck mentioned it after Karin’s story during the #Projekt24 I was simply curious about it. The whole thing just sounded hilarious and fun and that’s what it was in the end. Sure it had a few passages where it was obvious what would happen in the end, but the way there was incredibly hilarious. It’s just a great and fluffy story that I really wanted to recommend you, after all those not so fluffy ones above. 😀
Anything you can recommend? Do any of mine sound interesting to you?
PoiSonPaiNter

Sylvia Rieß: Der Axolotlkönig

Read in English

Im Rahmen des Märchensommer erhaltet ihr meine Rezension zu Der Axolotlkönig von Sylvia Rieß.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Fynn, ein beliebter Musiker, findet sich 20 Zentimeter groß und mit seltsamen Auswüchsen, wo sein Hals sein sollte, in einem Aquarium; ohne eine Ahnung, wie er hierher kam.

Aber es scheint, dass es genau zur rechten Zeit war, denn seine neue Zimmergenossin Leonie hat nicht nur die letzte Verbindung zu ihrer Großmutter verloren, sondern sieht auch nur einen Ausweg….

Kann der axolotifizierte Fynn sie davon überzeugen, dass es eine schreckliche Idee ist?

Der Froschkönig trifft die Schneekönigin in dieser Märchenadaption der Märchenspinnerei.

Das Leseerlebnis

Aus irgendeinem Grund habe ich eine ganze Weile gewartet, um es zu lesen, nachdem ich es im Februar gewonnen hatte. Was wahrscheinlich nicht so schlimm war, da ich deswegen den Märchensommer geschaffen habe….

Wie auch immer, da Sylvia bereits auf Facebook (Märchenspinnerei Turmcafé) Einträge in der Lesegruppe veröffentlicht hat, konnte ich gleich ein paar Gedanken mit ihr besprechen. Das war eine tolle Erfahrung und ich bin wirklich froh, dass sie die Gelegenheit dazu gegeben haben. Darüber hinaus habe ich auch meine Gedanken über Goodreads festgehalten, so dass einige Dinge vielleicht vertraut klingen.

Ansonsten war ich nicht auf die Rückblende zu dem, was mit Leonies Großmutter geschah, vorbereitet. Es traf mich ziemlich hart, zumal es viel zu vertraut klang. Dieses und andere Dinge wie das Mobbing, die Depression und die Flucht in eine Online-Welt waren sehr gut dargestellt und sicherlich realistischer als das, was man manchmal von einem YA-Roman erwarten würde. Ich fand auch einige Ähnlichkeiten zu meinen eigenen Erfahrungen in dem Buch und sprach mit Sylvia darüber; anscheinend ist sie eine „Realitätsbändigerin“ und kreiert manchmal Charaktere, die sie später im wirklichen Leben trifft, was gleichermaßen erstaunlich und erschreckend ist.

Die Geschichte wird mit einem Ich-Erzähler geschrieben, der zwischen Leonies und Fynns Perspektive wechselt, was mir normalerweise nicht gefällt, aber ich habe mich mit der Zeit daran gewöhnt. Besonders gegen Ende war es die bessere Wahl, da die Gedankengespräche zwischen Leonie und Lurchi-Fynn noch komplizierter gewesen wären, als sie es bereits waren. Was übrigens eine interessante Wendung war, wie der Frosch mit der Prinzessin kommunizierte. Das einzige Mal, wenn sie von diesem Muster bricht, sind der Prolog und eine Passage in der Mitte aus einer dritten Perspektive. Die Geschichte hat auch einige Einfügungen wie Flashback (Oma, wie ich oben erwähnt habe), private Nachrichten von Leonies Online-Freunden, Facebook-Kommentare von ihren Klassenkameraden und ihre Tagebucheinträge. Seitdem ich Dracula gelesen habe, genieße ich gut gemachte Tagebuchnotizen und das war ein Beispiel dafür. Man wusste, dass es von einem Kind/jungen Erwachsenen stammt, aber zumindest nicht von einem nervigen.

Die Charaktere

Leonie ist im Grunde dein typisches gemobbtes Schulkind, außer dass sie eher dünn statt fett ist. Nur wenn man sie besser kennen lernt, was man beim Lesen des Buches tut ;), wird sie so viel mehr. Für mich war es schwer zu lesen, was sie durchmachen musste und wo sie anfing, nur um zu sehen, wo sie landete. Aber ich glaube nicht, dass ich sie bemitleidet habe. Sicher, ich wollte sie umarmen und mich mit ihr anfreunden, denn was ich über ihre Hobbys gelernt habe, klang großartig, aber ich war wütender auf ihre Klassenkameraden, weil sie ignorante A-Löcher waren…. Ich habe die Reise, die sie durchmacht, sehr genossen und war gegen Ende stolz auf sie. Sicher ist sie manchmal ziemlich melodramatisch und hat ein paar dumme Entscheidungen getroffen, aber ich denke, das ist für Kinder in ihrem Alter „normal“.

Am Anfang war ich sicher, dass Fynn definitiv verdiente, was er bekam und ich schätze, dass ich es immer noch bin, aber auch er hat eine realistische Reise hinter sich. Ich denke, dass seine Zeit weg von seinen Mitschülern, die er mit Selbstreflexion verbrachte, in diesem Prozess sehr geholfen hat. Seine Art, Leonie zu helfen, war nicht immer die klügste, aber zumindest versuchte er es. 😀 Mir gefiel auch, wie er mit den anderen Charakteren – und anderen Aquarienbewohnern – interagierte. Letzteres war sogar ein Osterei, das ich nicht näher erläutern will und nur sage, dass ich es als Erste gefunden habe 😉 Und es sorgte für eine unglaublich originelle Idee, wie man eine SMS verschickt, eines meiner Highlights.

Eine kleinere, aber nicht weniger bedeutende Rolle übernahmen Leonies Online-Freundin Mamba/Cecille, die Leonie so gut wie möglich unterstützt, und Fynns älterer Bruder Rob, der eine Offenbarung macht, die seinen Bruder sprachlos lässt. Die beiden rundeten das Ensemble ab und waren großartig und notwendig für die Reise der beiden Charaktere. Sie hatten auch eine großartige Dynamik und ich fand mich wieder mehr an Seiten- als an Hauptfiguren interessiert, auch wenn ich Leonie noch umarmen wollte….

Und natürlich gibt es Poison….einen Charakter, dessen Namen ich für einen lustigen „Zufall“ hielt (Poison ist nicht wirklich ein in der Gothic-Szene unbekannter Spitzname), auch wenn meine Alarmglocken läuteten, als ich eine seiner ersten Nachrichten las. Leonies Interaktion mit ihm führt zu einem faszinierenden und frustrierenden Wendepunkt der Ereignisse und ich bin stolz darauf, wie sie damit umgegangen ist: 🙂
Lustige Seite Anmerkung: Als ich eine Mail über die E-Book Verlosung verschickte und es mit “ Poison “ signierte, war die Empfängerin der Nachricht ein wenig irritiert, da sie dieses Buch bereits gelesen hatte. 😀

Die Charaktere haben in den Kapiteln immer mehr Gestalt angenommen und sind gut dargestellt. Jeder der vier Hauptdarsteller hat Ecken und Kanten, die ich an Charakteren sehr mag. Leonies Eltern und Klassenkameraden waren im Vergleich etwas blass, aber mehr Konzentration auf sie hätte es nicht besser gemacht.

Generelle Meinung

Das Ende gefällt mir sehr gut, besonders wenn man das Original-Märchen betrachtet. Außerdem sind die Spiegelstücke eine tolle Metapher für Depressionen, es ist nur traurig, dass es im wirklichen Leben nicht so funktioniert, also ist das Nachwort genauso wichtig.

Mit Leonies Erfahrungen wird ein sehr wichtiges Licht auf die Entwicklung der Mobbing-Kultur und deren Folgen und natürlich auf Depressionen im Allgemeinen geworfen. Es gab ein paar schwere Passagen im ganzen Buch, einige vor allem, weil ich ähnliche Dinge durchgemacht habe. Es gab auch etwas sehr Ernstes über on-line-dating für Minderjährige, die Nachrichten nicht sorgfältig genug lesen. Kurz gesagt: Während ich dies als eine YA-Geschichte betrachten würde, enthält sie auch reife Inhalte, die häufiger diskutiert werden müssen, vor allem mit jungen Erwachsenen.

Ich hätte mir auch einen näheren Einblick in die Magie der Verwandlung gewünscht, aber ich schätze, das wäre über den Rahmen der Geschichte hinausgegangen. Es gibt auch zwei Szenen, die ich gerne gesehen hätte: Cecille und Rob auf der Polizeiwache und Leonies Schultag gegen Ende. Aber ich verstehe, warum Sylvia sich entschieden hat, sie nicht hinzuzufügen.

Alles in allem ist es eine runde und tolle Geschichte über ein junges Mädchen, das lernt, um Hilfe zu bitten und es schafft, aus einem sehr tiefen Loch herauszukommen. Es hat Spaß gemacht, die Geschichte zu verfolgen und in der Gruppe zu diskutieren.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Zur Erinnerung: Als Teil der Herausforderung kannst du Punkte sammeln, indem du selbst Märchen rezensierst 😉

[Edit]

Sylvia hat der Geschichte eine Bonus-Szene hinzugefügt und sie mir und ihren Lesern geschenkt, oder zumindest ist es meine Schuld, dass sie sie geschrieben hat…. Wie auch immer, ich bin begeistert! Es ist fantastisch! Jetzt geh und lies sie: „Ich will sie sehen.“ Bonus-Szene!

Und natürlich: Danke, Sylvia, dass du uns die Geschichte von Leonie noch ein Stück weiter abgeschlossen hast! 🙂

[/Edit]

In ein paar Tagen bekommst du ein Interview mit Sylvia über das Buch und andere märchenhafte Dinge. Also bleibt dran!

Poison

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

P.S. PoiSonPaiNter 😉
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Lies auf Deutsch

As part of the Fairy Tale Summer you get my review for Der Axolotlkönig (The Axolotlking) by Sylvia Rieß.

What is it about?

4 of 5 stars

Fynn, a well liked musician, finds himself 20 centimetres tall and with strange outgrowth where his neck should be, in an aquarium; with no idea how he got here.

But it seems it was quite on time, as his new room mate Leonie has not just lost the last connection she had had to her grandmother, but because of being bullied in school she also only sees one way out of this…

Can axolotified Fynn convince her that it’s a horrible idea?

The Frog King meets The Snow Queen in this Fairy Tale adaptation by the Märchenspinnerei.

The reading experience

For some reason did I wait quite a while to read it after I won it back in February. Which probably wasn’t that bad, seeing as I created the Fairy Tale Summer because of it…

Anyway, as Sylvia already posted entries into the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) I could right away discuss a few thoughts with her. This was a great experience and I’m really glad she/they provided the opportunity. In addition to that did I also keep track of my thoughts on Goodreads, so some things might sound familiar.

Other than that was I not prepared for the flashback to what happened with Leonie’s grandmother. It hit me pretty hard, especially as it sounded far too familiar. This thing and others like the Bullying, the depression and the flight into an online world were very well portrayed and certainly more realistic than what you’d sometimes expect from a YA novel. I also found several similarities to my own experiences in the book and talked to Sylvia about it; apparently she’s a „Realitybender“ and sometimes creates characters that she later meets in Real Life, which is equally amazing and terrifying.

The story is written with a first person narrator switching between Leonie’s and Fynn’s perspective, which I usually don’t like, but I got used to it over time. Especially towards the end was it the better choice as the thought-conversations between Leonie and Lurchi-Fynn would have been even more complicated than they already were. Which by the way was an interesting twist on how the Frog communicated with the Princess. The only time she breaks from this pattern are the prologue and a passage in the middle from a third perspective. The story also has some insertions as flashback (granny, as I mentioned above), private messages from Leonie’s online friends, Facebook comments from her classmates and her diary entries. Ever since reading Dracula I enjoy well made diary-narration and this was one example for it. You knew it was made by a child/young adult, but at least not an annoying one.

The characters

Leonie is basically your typical bullied school kid, except that she’s rather skinny instead of fat. Only if you get to know her better, which you do while reading the book ;), does she become so much more. For me it was hard to read about the things she had to go through and where she started only to see where she ended up. But I don’t think I pitied her. Sure, I wanted to hug her and befriend her, because what I learned about her hobbies sounded amazing, but I was more angry with her classmates for being ignorant a-holes… I really enjoyed the journey she goes through and was proud of her towards the end. Sure she’s quite melodramatic at times and made a few stupid decisions along the way, but I guess that’s „normal“ for kids her age.

At the beginning I was certain Fynn definitely deserved what he got and I guess I still am, but he too went through a realistic journey. I think his time away from his peers that he spent with self-reflection helped quite a bit in this process. His way of helping Leonie wasn’t always the smartest, but at least he tried. 😀 I also liked the way he interacted with the other characters – and other aquarium dwellers. The latter was even an Easter Egg, which I will not further explain and only say that I was the first one to find it. 😉 And it caused an incredibly original idea of how to send a SMS, one of my highlights. 😀

Smaller but not less significant roles were taken up by Leonie’s online friend Mamba/Cecille, who supports Leonie however she can and Fynn’s older brother Rob who makes a revelation that leaves his brother speechless. Those two rounded the ensemble and were great and necessary for both characters‘ journey. They also had a great dynamic and I again found myself more interested in side- than main characters, even if I still wanted to hug Leonie…

And of course there is Poison…a character whose name I considered a funny „coincidence“ (Poison isn’t really a nickname unfamiliar to the Goth-scene) even if my alarm bells went ringing when I read one of his first messages. Leonie’s interaction with him leads to a fascinating and frustrating turning point of the events and I’m proud of the way she handled it. 🙂
Funny side Note: When I send out a mail regarding the e-book give-away and signed it with, as I usually do, „Poison“ the receiver of said message was a little irritated as she had already read this book. 😀

The characters gained more and more shape throughout the chapters and are well portrayed. Every one of the four main ones has rough edges, which I really like in characters. Leonie’s parents and classmates where a bit pale in comparison, but more focus on them wouldn’t have made it better.

General Opinion

I really like the ending, especially considering the original Fairy Tale. In addition to that are the mirror pieces a great metaphor for depression, it’s just sad that it doesn’t work like that in Real Life, so the afterword is just as important.

With Leonie’s experiences some very important light is shone on the development of the Bullying culture and on its consequences and of course depressions in general. There were a few heavy passages throughout the book, some mostly because I went through similar things. There was also some very serious stuff about online dating for minors who do not read messages carefully enough. In short: While I would consider this a YA story does it also contain mature content which needs to be discussed more often, especially with young adults.

I would also have liked a closer into the magic of the transformation, but I guess that would have went beyond the scope of the story. There are also two scenes that I would have liked to see: Cecille and Rob at the police station and Leonie’s day at school towards the end. But I understand why Sylvia chose not to add them.

All in all is it a round and great story about a young girl that learns to ask for help and manages to get out of a very deep hole. It was fun to follow the story and discuss it in the group.

Stuff I’d like to add

As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉

[Edit]

Sylvia added a Bonus-scene to the story and pretty much gave it as a gift to me and her readers, or at least it’s my fault that she wrote it … Anyway, I’m excited! It’s awesome! Now go read it: Bonus-scene!

And of course: Thank you, Sylvia, for giving us a little more closure to Leonie’s story! 🙂

[/Edit]

In a couple of days you’ll get an interview with Sylvia about the book and some other Fairy Tale related stuff. So stay tuned!

Poison

© For the cover belongs to its rightful owner.

P.S. PoiSonPaiNter 😉

Reading Together #19

As I told you on Twitter will my entry for this weeks #LoveWritingChallenge be published on Thursday. It’s just easier for me to do it that way…
Instead I give you this post, as I want to talk about my newest read. 😉
You can obviously participate in these questions by either using my translated or the original German version.

What is Reading Together?

Gemeinsam Lesen” as it is originally called, is a project by German book bloggers Schlunzenbuecher. Each Tuesday you have to answer four questions regarding your current read.
For more information and my old participations take a look at this page: Reading Together.
Without any further ado, let’s take a look at today’s, obviously translated, questions:

1. Which Book are you currently reading and which page are you on?

As I saw the package on Sunday I knew I had to put away Irving’s essay collection and start with this: PWNED by Matt Vancil.
PWNED is part of the Gamers universe by Dead Gentlemen Productions (DGP) and Zombie Orpheus Entertainment (ZOE) and Matt Vancil is one of the masterminds behind it and JourneyQuest (and more). It tells the story of a young man that tries to win back his girlfriend from the clutches of the MMORPG Fatherall Online by entering the world himself. But as one knows from The Gamers: Nothing is as it seems.
As it’s hard to put down and easy to read am I already on page: 105
 

2. What is the first sentence on your current page?

English:

TIP: Grouping with other players is a great way to earn experience points!

German:

TIP: Sich mit anderen Spielern zu verbinden, ist ein guter Weg Erfahrungspunkte zu sammeln!

3. What do you desperately need to tell about your current book? (Thoughts, Feelings, a Quote, whatever you want!)

For those that don’t want to read the Gamers post a short summary:

The respective stories [of the three Gamers movies] follow[s] a group of table top gamers (one in the first one, one for part two and three) and their campaigns, but instead of just talking the audience through what the characters are doing, the actors also take up the roles of their characters and show what is happening during the game, sometimes narrating or commenting it with gaming terms (Attack names, “Critical Hit”, etc.).

PWNED tells a Gamers story that never made it on screen. It takes place alongside the third movie, but before the upcoming series. The characters from the „2nd generation“ (Lodge, Cass and Leo) are the side characters in this one. When I saw it amongst the add-ons after the Orcish Dictionary campaign I just thought it sounded interesting to read this story rather than seeing it.
The more you get into the Gamers universe, the larger it becomes and with the upcoming Hopjockey-novels (also by Vancil) it’ll be clear HOW MUCH, everything DGP and ZOE created over the years is connected. I’m quite excited for this, but for now I’m thoroughly enjoying this one.
It’s a bit strange to read the switch between gamer and character, but it’s well done and you still know when the perspective is no longer the one looking at it from the outside. As in all of his (their) work you really know that it’s done by a gamer who loves what he’s doing. It reflects in the chosen words, the descriptions, the little things added to the story (like tips for new gamers at the start of every chapter). It’s just great to have something like this, combined with great characters.
I’m really curious how this story will play into the overall story arc and if there will be a connection to The Shadow! The Shadow? The Shadow… 😉

4. Is it important for you to inspire other people (e.g. your children, friends, colleagues, family, etc.) to read?

Uhm….good question…I think it is. At least it always feels great when someone reads something I enjoyed and even better if they enjoy it as well. But I wouldn’t push others into reading. When I gush about something and they decide to check it out, well, that’s definitely a win. 😉

Additional thoughts

As it’s sunny today I went to get some ice cream after work, but they also served waffles, which made for the more appropriate dish for continued reading. 😀
As far as I know is this story only available in English and it is pretty much a gaming-genre read, but maybe there is someone out there who hasn’t heard of it yet and thinks it sounds interesting enough to check out?
By the way: If you like stuff by DGP (& ZOE): They have a Kickstarter running for a new series of Demon Hunter’s.
PoiSonPaiNter
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