Monthly Archives: Juli 2022

Schreiberlinge im Interview: Carolin Gmyrek

Und schon sind wir beim letzten Interview dieses MÀrchensommers angelangt.
Viel Spaß mit den Antworten von …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Carolin Gmyrek

Ein paar Daten zu dir:

Mein Name ist Carolin Gmyrek, Autorin fĂŒr Phantastik- und Horrorliteratur, Lektorin und literarisch sehr begeistert. Ich veröffentliche seit 2012 phantastische Kurzgeschichten und Anthologien. Seit 2015 veröffentliche ich regelmĂ€ĂŸig in der Reihe „Zombie Zone Germany“.

Ich habe schon sehr frĂŒh die Literatur und im Besonderen die phantastische Literatur fĂŒr mich entdeckt. WĂ€hrend meines Studiums habe ich mich deshalb eben genau mit diesem Genre auseinandergesetzt, sowie mit der MĂ€rchenforschung und Kinder- und Jugendliteratur.

Mittlerweile arbeite ich an verschiedenen Kurzgeschichten, einem Zombie Pen’n’Paper und meiner SelbststĂ€ndigkeit als Lektorin. Juni 2022 erschien meine MĂ€rchendystopie „Kaputter Nebel“ im AmrĂ»n Verlag.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Kaputter Nebel:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In „Kaputter Nebel“ sind viele verschiedene internationale MĂ€rchen verarbeitet worden. Das Hauptthema ist jedoch Kreuztwalds MĂ€rchen „Des Nebelbergs Königs“. TatsĂ€chlich ließen sich fast alle Motive gut verarbeiten und einbringen. Allein die Brosche – der SchlĂŒssel in das Reich des Nebels – schien nicht vollstĂ€ndig hineinpassen zu wollen. Sie kam nur sehr kurz vor, so rudimentĂ€r, dass sie kaum einer Rolle zu spielen scheint. Dabei ist es eben genau diese, die den Stein ins Rollen bringt und den Menschen TĂŒr und Tor in die MĂ€rchenwelt öffnet. Die Eltern der Hauptfigur Tiuu entdeckten das SchmuckstĂŒck und entdeckten das Reich des Nebelkönigs. In ihrer Panik offenbaren sie diesen SchlĂŒssel der ganzen Welt und der Stein kommt ins Rollen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Das Ende. So blöd es klingen mag, aber das Schreiben der Geschehnisse und Verzweigungen, den EinflĂŒssen der MĂ€rchen auf die Gesellschaft hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die Figuren mochten sich fĂŒgen, bis auf eine: Tiuu, die Hauptfigur. Sie konnte sich weder den Menschen ihrer Welt, noch mir wirklich öffnen und so war das Ende der Geschichte schwer. Ich hĂ€tte sie gerne weiter beleuchtet, sie deutlicher gezeichnet und ihren Gang durch die MĂ€rchen stĂ€rker skizziert. Doch 
 und das scheint ein Widerspruch zu sein, in dieser Geschichte ging es nicht um sie. Aus diesem Grund war oft schwer ihre Sichtweise, ihre Gedanken festzuhalten. Die Geschichte war nie auf ein Ende konzipiert gewesen, weshalb dieses zu schreiben, mir am Schwersten fiel.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich wĂŒsste ich nicht, dass es weitere Fassungen zu diesem MĂ€rchen gibt. Nun, ich habe versucht viele MĂ€rchen einzubauen, doch auch diese orientieren sich eher an den Underdogs. So kann ich nur sagen: Kreutzwalds Fassung ist nun einmal die Beste. Geht man jedoch von den Motiven aus, so kann man viele verschiedene Sagen und Legenden in dem MĂ€rchen entdecken. So erinnert der Nebelkönig sehr an Wodan aus der keltischen Mythologie.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Bei dieser Frage bin ich tatsĂ€chlich etwas raus, ich kann es nur probieren. In der Rolle des vermeintlichen Bösewichts sehe ich Mads Mikkelsen. FĂŒr unsere verfĂŒhrerische Hexe brauchen wir Sophia Santi oder Natalie Dormer. Ashley Grene oder Tilda Swinton wĂ€ren vielleicht eine gute Tiuu? Terry Crews oder Idris Elba wĂ€ren ein perfekter Caven.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Ich möchte die Welt weiterspinnen, vielleicht eine kleine Serie aus mehreren Heften machen, die uns durch die MĂ€rchen dieser Welt fĂŒhren. Sequels und Prequels kann ich mir da gut vorstellen. Kurzgeschichtensammlungen, sowie vielleicht auch einen ganzen Roman. Diese Welt wird mich so schnell nicht mehr loslassen.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Vermutlich eben genau das, was man mit MĂ€rchen verbindet: meine Oma. Wenn ich bei meinen Großeltern ĂŒbernachtet habe, erzĂ€hlte sie mir Geschichten und MĂ€rchen. Auch meine Uroma war immer dabei gewesen, mir von dem verwunschenen Wald, dem bösen Wolf oder der gemeinen Hexe zu berichten. TagsĂŒber spielte ich diese MĂ€rchen nach und verfeinerte sie. So begann ich meine ersten Geschichten zu „schreiben“. MĂ€rchen haben mich mein Leben lang begleitet und zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ach
 Happy Ends kann doch jeder. Bad Ends jedoch auch. Ich möchte mich nicht beschrĂ€nken und versuche meine Geschichte eben zu jenem Ende zu bringen, was sie verdient. Ob es eben gut oder schlecht ist, liegt meistens im Auge des Betrachters. So gesehen mag ich weder das Happy- noch das Bad End.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

TatsĂ€chlich stört mich an MĂ€rchen selbst nicht viel, an deren Verarbeitung, Bearbeitung und Darstellung jedoch um einiges mehr. Dabei geht es um teilweise religiöse Verflechtungen, Verharmlosungen oder kindgerechte Sprache. Die verwendete Sprache trĂ€gt ebenfalls seinen Teil dazu bei, dass MĂ€rchen ihren Charme verlieren.  

Was ich an MĂ€rchen liebe ist die Bandbreite an möglichen Interpretationen. Die Figuren sind so dargestellt, dass sich fast jeder mit ihnen identifizieren kann. Die Geschichten sind mehrdeutig und experimentell. Viele weibliche Figuren sind klĂŒger und stĂ€rker, als die mĂ€nnlichen Helden, die oft nur mit Muskeln protzen können. MĂ€rchen zeigen, dass Intelligenz und Freundlichkeit mehr zĂ€hlt, als bloße Kraft und Übermut.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Es war einmal


Es gibt eine ganze Bandbreite an Merkmalen und Vorrausetzungen, um eine ErzÀhlung MÀrchen oder gar VolksmÀrchen zu nennen. Das wiederholende Motiv, die einfachen Charaktere, die einfache Handlung. Die fehlenden Orts- und Zeitangaben. Die allgegenwÀrtige Magie und das SelbstverstÀndnis eben dieser. Nein, ein MÀrchen braucht keine Moral oder einen Zweck. MÀrchen sind Unterhaltung und der Wunsch nach etwas Wunderbarem.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Zuerst gibt es etwas zu fressen, dann eine Streicheleinheit und zum Schluss wird evaluiert, wie man das Problem lösen könnte. Immerhin könnte es sich auch einfach um ein sprechendes Tier handeln, anstatt um einen Prinzen. Ob ich dieser Kreatur dann helfen kann, steht auf einem anderen Blatt.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Dies ist eine gĂ€ngige Frage, die sich jeder Mensch sicherlich mehrmals in seinem Leben gestellt hat und sich die Antworten je nach Lebensabschnitt Ă€ndern wĂŒrden. Ich muss gestehen, ich habe eine Ahnung, aber ich weiß nicht, was ich mir wĂŒnschen wĂŒrde. Ich möchte diese WĂŒnsche auch nicht Ă€ußern. Zum einen, weil sie dann nicht mehr wahr werden könnten und zum anderen weil sie eben auch viel mit mir zutun haben. Das ĂŒbliche: Geld, Macht und Ruhm
 nein, dass sind nicht die WĂŒnsche, die ich habe. Ich gestehe, auch der Weltfrieden steht nicht auf der Liste, diesen Egoismus mute ich mir durchaus zu.

Man sollte ĂŒbrigens stehts im Hinterkopf behalten, dass solche Art der WĂŒnsche immer einen Haken haben.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Keinen, denn wann hat schon einer dieser Zauber funktioniert, um jemanden endgĂŒltig loszuwerden? Nie! Der Mist kam immer wieder auf einen zurĂŒck. Da bleibe ich lieber bei den herkömmlichen Wegen.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Die MĂ€rchenwelt ist grausam und gefĂ€hrlich. Auch wenn es immer heißt: Sie leben glĂŒcklich bis an ihr Lebensende, so war der Weg dorthin mit viel Leid und Entbehrung gepflastert. Vermutlich ist da Dornröschen noch am besten weggekommen. Sie verschlĂ€ft das Schlimmste und wacht zu ihrer Hochzeit wieder auf. Andererseits lebte sie in ihrer Kindheit in einem goldenen KĂ€fig.

Mehr zu Carolin gibt es hier:

Facebook: Carolin Gmyrek Autorin
Instagram: @carottenmoehre
Twitter: @bookcarrot

Vielen Dank, Carolin!

Anne/PoiSonPaiNter

#CroMĂ€r: Kapitel 16

Und nun sind wir auch schon beim letzten Teil des diesjĂ€hrigen #CroMĂ€rs angelangt …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Weiter geht’s …

Ralf fĂŒhrte sie in ein niedrigeres Zimmer des Turms, dessen WĂ€nde mit KleiderschrĂ€nken unterschiedlichster Bauart vollgesellt war. Einige von ihnen wirkten wie noch aus dem Mittelalter, einige etwas moderner.

»Wozu brauchst du so viele Klamotten?«, konnte Regina sich die Frage nicht verkneifen.

Ralf zuckte mit den Schultern. »Es hat sich ĂŒber die Jahre angesammelt und vielleicht kann man es ja mal wieder gebrauchen.«

Regina betrachtete ihn skeptisch. »Du hast hier Klamotten aus mehreren Jahrhunderten?«

Erneut tat er es mit einem Schulterzucken ab.

»Du wĂŒrdest vermutlich diversen Museen eine gigantische Freude damit machen, wenn du hier mal ausmistest  «, ĂŒberlegte Regina laut und verschrĂ€nkte die Arme, »fĂŒr meine Mutter wĂ€re das schon wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.«

Mit einem bestĂ€tigenden Brummen widmete Ralf sich einem der Ă€lteren SchrĂ€nke aus dunklem Holz. Zwischen MĂ€nteln zog er ein Leinenhemd hervor, dass ihm bis zu den Knien reichen musste. »Das trug man frĂŒher so«, erklĂ€rte er beilĂ€ufig auf ihren fragenden Blick und ging zu einem modernen Schrank aus dem er eine Jogginghose zog.

FĂŒr den Moment ging Regina nicht weiter darauf ein und entschied sich das Thema zu wechseln. »Ist Russisch eine der Sprachen, die du ĂŒber die Jahrhunderte gelernt hast?«

Ralf drehte sich von ihr weg, aber seine Anspannung war deutlich zu erkennen. Anstatt seines sonst lockeren Tons, wenn er ihr von seinen Erfahrungen berichtete, wirkte er eher bedrĂŒckt. Ganz so, als ob er es ihr nicht sagen wollte. »Es ist meine Muttersprache.«

Regina stutzte, verdrehte den Kopf und kniff die Augen zusammen. »Dann ist Ralf Stöckel wirklich nur ein Pseudonym.« Zumindest brachte sie ihn damit zum Lachen, auch wenn er immer noch verkrampft wirkte.

»Ich hatte ĂŒber die Jahre hinweg so viele Namen, dass ich mich gar nicht mehr an alle erinnere«, gab er schließlich zu. Ein trauriger Unterton schwang in seinen Worten mit.

»Magst«, Regina hielt inne, zumindest so viel MÀrchenbildung hatte sie, dass Rumpelstilzchen und Namen eine schwierige Kombination war, »beziehungsweise kannst du mir deinen echten Namen verraten?«

Er betrachtete sie sehr lange, dann senkte er den Kopf. »Als ich 
 jĂŒnger war, nannten sie mich Koschei.«

Irgendwie hatte Regina das GefĂŒhl, dass das nicht sein Name, sondern ein weiterer Titel war. Sie sollte spĂ€ter mal das Internet danach durchsuchen. »Und zwischendrin Rumpelstilzchen?«

Diesmal schĂŒttelte er den Kopf, ein leichtes LĂ€cheln im Gesicht. »Nein, das war tatsĂ€chlich ein anderes Wesen vor langer, langer Zeit.«

»Hast du es 
 getötet?«

Schnaubend verdreht er die Augen und verschrĂ€nkte die Arme ĂŒber die Kleidung, die er noch immer in den HĂ€nden hielt. »Wenn du nicht weißt, wie das MĂ€rchen endet, sollten wir vielleicht doch mehr Zeit in deine literarische Bildung investieren.«

Gerade als Regina auf diese UnverschÀmtheit eingehen wollte, begriff sie, was Ralf wirklich tat: Ablenken. Also schnaubte sie nur. »Soll ich dich dann weiter Ralf nennen?«

»FĂŒr den Moment«, antwortete er nach kurzem Zögern. »Wir sollten die Sachen hochbringen.«

Mit der Hand bedeutete Regina ihm vorauszugehen. Sie hatte mehr Fragen als vorher und holte sogleich ihr Smartphone hervor. Zum GlĂŒck hatte sie die Kunst des Treppensteigens-wĂ€hrend-sie-am-Handy-liest mehr als gemeistert. Der Turm hatte genĂŒgend Stufen, um es beim Lesen von Uni-LektĂŒre zwischen den Etagen zu ĂŒben. Bald schon hatte sie einen passenden Artikel gefunden, der sie unvermittelt innehalten ließ: Er war irgendwie mit der Baba Yaga verknĂŒpft. Und anscheinend unsterblich.

»Alles okay?«, rief Ralf von wesentlich weiter oben.

Mehrmals öffnete und schloss Regina den Mund, bevor sie ein wenig ĂŒberzeugendes »Alles okay« hervorpresste. Schnell steckte sie ihr Handy ein und schloss zu ihm auf. Einen besorgten Blick fing sie sich dennoch ein, auch wenn sie ihm nicht in die Augen sehen konnte.

Ein schweres Seufzen entwich Ralf. »Du hast den Namen nachgeschlagen oder?«

Ertappt konnte Regina das nur mit einem Nicken bestÀtigen.

Mit einem weiteren Seufzen setzte er sich auf die Stufen, die Kleidung im Schoß und klopfte auf den freien Platz neben sich. Regina folgte der Aufforderung, ließ geradeso einen Spalt zwischen ihnen frei. Sie richtete den Blick starr nach vorne. Nach unten schauen hĂ€tte vermutlich eher fĂŒr Schwindel gesorgt.

»Ein Aspekt der Baba Yaga ist meine Mutter«, verkĂŒndete Ralf schließlich in die Stille zwischen ihnen.

Regina drehte sich ruckartig zu ihm, schlug dabei mit ihrem Knie gegen seines und zog es wieder ein StĂŒck an sich.

Doch noch bevor sie fragen konnte antwortete er: »Die Yaga, die deine Großmutter angegriffen hat, ist ein anderer Aspekt.«

Sie verstand nicht was das genau bedeutete, aber es half, dass er nicht direkt mit Derjenigen verwand war, die sie und ihre Oma in Pantoffeln verwandelt hatte. »Wenn das hier vorbei ist, möchte ich die ganze Geschichte hören«, bat sie ihn dennoch.

»Irgendwann einmal«, versprach er, sein Mundwinkel zuckte leicht nach oben und Regina stöhnte.

»Jaaa, wenn ich mich ein bisschen mehr weitergebildet habe und meine KrĂ€fte besser unter Kontrolle habe, blablabla «, Ă€ffte sie ihn nach. Teils aus echter Genervtheit, teils um ihn ein wenig aufzuheitern.

»Wenn ich soweit bin«, widersprach Ralf ruhig.

Regina schluckte. Diese Variante hatte sie nicht bedacht. Empathie war definitiv auch etwas, an dem sie noch arbeiten musste. »Tut mir leid.«

Ralf schĂŒttelte den Kopf und stand auf. »Lass uns nach den beiden sehen. Irgendetwas sagt mir, dass wir sie sonst erstmal eine Weile allein lassen sollten, wenn wir uns nicht beeilen.«

Leichte Röte stieg in Reginas Gesicht als sie sich ebenfalls aufrappelte. Und tatsÀchlich: Als sie das Turmzimmer wieder betraten waren Marie und Maria in einen leidenschaftlichen Zungentango verwickelt. Ralf rÀusperte sich laut und die beiden sprangen regelrecht auseinander.

»Ich-wir-das-Àhm«, stammelte Marie und sah zwischen ihnen hin und her.

Ohne darauf einzugehen ĂŒberreichte Ralf die Kleidung und drehte sich um. »Du kannst jederzeit herkommen, wenn du Fragen hast oder sich etwas komisch anfĂŒhlt«, bot er ruhig an, bevor er etwas auf Russisch sagte.

Auch wenn er es vorhin gesagt hatte, war es seltsam zu hören, wie leicht er in die andere Sprache wechselte. Heute war Regina besonders deutlich geworden wie wenig sie ĂŒber ihn wusste. Was zwischen Mentor und Lehrling nicht verwunderlich war, aber irgendwie fĂŒhlte es sich an, als wenn sie vielleicht eines Tages Freunde werden könnten. Eine innere Stimme sagte ihr, dass ihre Oma sich nie soweit auf ihn eingelassen hatte.

Unerwartet sprang Marie Regina in die Arme und riss sie damit aus den Gedanken.

»Ich meld’ mich bald bei dir!«, versprach sie und drĂŒckte sie fest.

Regina tĂ€tschelte ihr etwas ĂŒberfordert den RĂŒcken und nach einer knappen Verabschiedung waren die beiden verschwunden. Unweigerlich musste Regina Lachen, ein richtig tiefes Lachen, dass sie beinahe in die Knie zwang. Sie hatte tatsĂ€chlich durch diese absurden Geschehnisse scheinbar eine Freundin gefunden.

Auf Ralfs fragenden Blick hin erklĂ€rte sie nur amĂŒsiert: »Die meisten Leute kenn’ ich aus dem Hörsaal nicht durch tierische RĂŒckverwandlungen.«

Das wiederum ließ ihn schnauben. Auf gewisse Weise waren auch sie enger zusammengewachsen. Vielleicht wĂŒrde er eines Tages genĂŒgend Vertrauen zu ihr finden, um ihr mehr zu erzĂ€hlen. Bis dahin und auch darĂŒber hinaus wĂŒrde sie sein Geheimnis fĂŒr sich behalten. Was war schon eines mehr in der Reihe von Dingen, ĂŒber die sie besser nicht mit Uninvolvierten sprach?

Nachwort

Könnt ihr erraten, welches MÀrchen hier thematisiert ist?

Ich hoffe euch hat diese kleine Fortsetzung des #CroMÀr gefallen, vermutlich wird es nÀchstes Jahr damit weitergehen und wenn alles klappt, könnt ihr vielleicht die ersten drei Teile eines Tages auf einer Messe erwerben. Haltet also die Augen offen!

Anne/Poisonpainter

MĂ€rchensommer Buchvorstellung #3

Willkommen in der vorletzten Woche des MĂ€rchensommers!

Nach der Vorstellung der LeserundenBĂŒcher und der MĂ€rchenspinnerei-BĂ€nde, gibt es heute eine bunte Mischung an MĂ€rchenadaptionen.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.
Cover Spielmannsbraut
Cover Kaputter Nebel

Letzte Woche hatten wir MĂ€rchensommer-Urgestein Anne Danck im Interview, natĂŒrlich darf ihre König Drosselbart Adaption Spielmannsbraut hier nicht fehlen!

Darin zeigt sie, welche GrĂŒnde die Königstochter wirklich hatte, um all die Bewerber abzulehnen und verdeutlicht noch einmal wie arschig der König – und auch ihr Vater – zu ihr ist, indem er sie von vorne bis hinten belĂŒgt. Wird es ein Happily Ever After geben in dieser Konstellation? Das mĂŒsst ihr selbst nachlesen!

Kaputter Nebel von Carolin Gmyrek ist dahingend eine bunte Mischung aus MĂ€rchen, wir RotkĂ€ppchen, Des Nebelbergs König und Blaubart mit einer ordentlichen Prise Urbananer Fantastik. Habt ihr euch schon mal gefragt, was fĂŒr Rechte sprechende Tiere eigentlich bekommen? Hier könnt ihr es herausfinden!

Mehr zu den HintergrĂŒnden der Geschichte erfahrt ihr Donnerstag im Interview!

Cover Winterhof
Cover Inventing Cinder

Winterhof von Sameena Jehanzeb erzÀhlt die Geschichte der Schneekönigin aus einer anderen Perspektive, nÀmlich Koras, die vergeblich in einer wÀrmer werdenden Welt den Schnee sucht und eine Wahl treffen muss, bei der sie nur verlieren kann.

Zur Novelle gibt es auch eine Kurzgeschichte Runa, die weitere HintergrĂŒnde zur Schneekönigin zeigt. Als BĂŒndel im Online Shop erhĂ€ltlich – und vermutlich werde ich das bei Gelegenheit mal hamstern …

In Inventing Cinder packt Anna Lisa Franzke Cinderella in ein Steampunk-Setting. „Cinderella“ Abby ist hier nicht nur die unterdrĂŒckte Stieftochter, sondern in erster Linie eine Erfinderin, die sich mit ihren Errungenschaften einen Weg in ein neues Leben ebnen will. Gelingt es ihr oder sind die Steine, die ihre Stiefmutter ihr in den Weg legt zu groß?

FunFact: Beim Lesen des Klappentextes hab ich mich direkt verlesen, das vermutlich ĂŒberhaupt gar nicht daran liegt, dass der #Neubrandenwolf zur Zeit bevorzugt zum Album „The Great War“ ĂŒberarbeitet zu werden.

Habt ihr eines der BĂŒcher schon gelesen?

Anne/Poisonpainter

Schreiberlinge im Interview: Anne Danck

Seit Anfang an ein fester Bestandteil des MĂ€rchensommers als Teilnehmerin, nun auf der anderen Seite der Ereignisse. Viel Spaß mit den Antworten von …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne Danck

Ein paar Daten zu dir:

Ich bin große MĂ€rchen-Liebhaberin und folge daher Annes MĂ€rchensommer gewissermaßen schon seit erster Stunde. Es ist fĂŒr mich eine große Ehre, hier jetzt selbst mein Buch vorstellen zu dĂŒrfen. Ich komme aus Berlin, bin promovierte Verhaltensbiologin, habe eine Rasselbande an Farbratten adoptiert und trinke normalerweise erst nachmittags Kaffee.

Ich sage immer, ursprĂŒnglich komme ich aus der „Kurzgeschichten-Ecke“. Ich liebe Kurzgeschichten zu lesen und zu schreiben und habe daher jahrelang auch vor allem in diesem Bereich veröffentlicht. (Übrigens auch in einer Anthologie, in der auch Anne selbst vertreten ist: „Dunkle Federn, scharf Krallen“ Die mĂŒsst ihr unbedingt lesen! Nicht nur, weil alle Geschichten darin sehr gut sind, sondern weil der Gewinn der Antho auch fĂŒr einen guten Zweck gespendet wird.)

Aber dann hatte eine gewisse Prinzessin in einer der Kurzgeschichten doch mehr zu erzĂ€hlen und daraus wurde ein ganzer Roman: „Spielmannsbraut“, erschienen 2021 im Drachenmond Verlag, ist das MĂ€rchen „König Drosselbart“ aus der Sicht der angeblich so hochmĂŒtigen Prinzessin. Sie selbst findet nĂ€mlich, dass ihr Spott eigentlich berechtigt und reine Selbstverteidigung war …

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Spielmannsbraut:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das Finale. Es gibt davon so viele verschiedene Versionen in so unterschiedlicher LĂ€nge! Ich kann hier leider nicht zu sehr ins Detail gehen, sagen wir nur: Es gibt viele Personen, die teilweise unterschiedliche Sachen voneinander wissen, sehr kontrĂ€re Meinung voneinander haben, sich gegenseitig bestimmte Ziele und Motive unterstellen 
 Genau so herausfordernd wie sich das anhört, war es auch. Im Endeffekt habe ich sehr viel reduziert, damit die Botschaft klarer wird und man den Überblick behalten kann. Aber das war ein langer, zĂ€her Kampf, den ich auch nie ohne meine tapferen Testleser:innen gewonnen hĂ€tte.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Prinzessin selbst. Mirelle ist selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen. In die Ecke gedrĂ€ngt, ist sie nicht zimperlich, sondern teilt ordentlich aus. Das kann auf Anhieb sehr abschreckend und unsympathisch wirken. Zu zeigen, dass sie eigentlich auch sehr liebenswĂŒrdig ist, ohne ihr gleich ganz die ZĂ€hne zu ziehen, war wahrlich nicht einfach. Aber wenn ihr euch beim Lesen an ihrer etwas rĂŒcksichtslosen Art stoßt, dann rate ich euch: Haltet durch, bis der Spielmann seinen Auftritt hat. Er verpasst ihr eine ganz schöne Abreibung und ist in vielen Punkten das Gegenteil zu ihr.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich ist es ja ein eher selten adaptiertes MĂ€rchen, daher ist die Auswahl nicht so groß. Als Kind mochte ich sehr die Version, die meine Oma auf Schallplatte hatte, und die uralte Schwarz-weiß-Verfilmung von 1954. Allerdings habe ich meine Meinung zu dem MĂ€rchen an sich inzwischen grĂŒndlich geĂ€ndert, und aus moderner Perspektive einige Probleme mit der Moral. Wie kann es ein Happy End geben, wenn die Auflösung ist, dass König Drosselbart die Prinzessin die ganze Zeit belogen hat? Wie kann man in einer Beziehung den anderen umerziehen wollen? Das klingt nicht nach Gleichberechtigung und erst Recht nicht nach Liebe. Ich finde, so etwas sollten aktuelle Rezeptionen auch beachten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Gerne ein paar (noch) unbekannte Schauspieler:innen. Solange sie passend und Talent haben, bin ich da nicht wÀhlerisch.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Da von einigen Seiten schon der Wunsch geĂ€ußert wurde: Vielleicht die Zeit, eine Fortsetzung zu schreiben. Nicht ĂŒber Prinzessin Mirelle, aber ich wĂŒsste da so eine Person, die auch ein paar Lektionen vom Leben verdient hĂ€tte …

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Jedes Jahr aufs Neue: Im Winter „Drei HaselnĂŒsse fĂŒr Aschenbrödel“ mit meiner Schwester (und oft auch dem Rest der Familie) zu schauen. Ich liebe diese Version des MĂ€rchens, sie macht so vieles richtig, was ich bei anderen Adaptionen vermisse. Und ich entdecke jedes Jahr neue Details. Zum Beispiel, dass es hier der Prinz ist, der eigentlich dafĂŒr sorgt, dass Aschenbrödel ihre ZaubernĂŒsse bekommt. Oder dass Aschenbrödel auf dem Ball einen Phönix auf ihrem Kleid trĂ€gt 
 Weil der aus der Asche geboren wird.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy End. Aber bitte nicht zu ĂŒbertrieben, es darf eine Wehmutsnote dabei sein. Eine Person, die sich nicht bekehren lĂ€sst, eine Konsequenz, die man trotz allem nicht verhindern konnte 
 So etwas.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Wo soll ich anfangen? Mich begeistert so vieles! Sie stecken voller Symbole, die auf so unterschiedliche Weisen interpretiert werden können. Und sie haben so viele Ungereimtheiten – die fordern geradezu dazu auf, eine ErklĂ€rung dafĂŒr zu finden. Die gleiche Ausgangsgeschichte kann dadurch auf so vollkommen verschiedene Arten und Weisen erzĂ€hlt werden.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

In MĂ€rchen mĂŒssen die Hauptpersonen nicht die Welt retten, sondern sie kĂ€mpfen fĂŒr ganz persönliche Dinge – den Weg aus dem Wald, den Schutz des Bruders, ein Heilmittel fĂŒr den Vater. Außerdem steht ihnen dabei kein ganzes Heer zur Seite, sondern oft nur ihr eigener Mut und Verstand.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Das Tier ausfragen natĂŒrlich! Als Verhaltensbiologin hĂ€tte ich so unglaublich viele Fragen: Wie ist das so in einem Tierkörper? Welche Sinne sind besser, welche schlechter? Gibt es dann Instinkte, die manchmal greifen und gegen die man dann in der Gestalt nichts tun kann?

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Den Trick kenne ich, darauf falle ich nicht herein. Kann ja jede:r behaupten, gut zu sein, aber aus „Once Upon A Time“ weiß ich ganz genau: Every magic has its price. Darauf lasse ich mich also lieber nicht ein.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Ganz klar die Verwandlung in ein Tier. Damit bekommt die Person die Lebenslektionen gratis dazu – und falls man sich doch geirrt hat, kann man es (hoffentlich) wieder rĂŒckgĂ€ngig machen.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Wenn ich ehrlich bin: mit keiner. Ich bleibe lieber der allwissende ErzÀhler.

Mehr zu Anne gibt es hier:

Homepage: Anne Danck
Instagram: annedanck

Vielen Dank, Anne!

Anne/PoiSonPaiNter

#CroMĂ€r: Kapitel 15

Heute geht es weiter mit dem #CroMĂ€r!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Weiter geht’s …

Viel spĂ€ter als es Regina lieb war kamen sie zurĂŒck an den Turm. Die Sonne hatte schon viel an Kraft verloren, nicht mehr lange und sie wĂŒrde untergehen. Hoffentlich funktionierte der Apparat auch unter diesen Bedingungen und sie mĂŒssten nicht erst bis morgen warten. Da Marie sie ĂŒberredet hatte, mit ihr Telefonnummern zu tauschen, als sie sich auf der Suche nach den Pilzen getrennt hatten, konnte Regina sich vorstellen, was sie entsprechend in der Nacht erwartete. UnzĂ€hlige Nachrichten, wenn nicht sogar ein stundenlanges Telefonat.

»Das seid ihr ja endlich!«, begrĂŒĂŸte sie auch Ralf als er die TĂŒr öffnete.

»Ja, Oma war neugierig  « Und das war noch eine Untertreibung.

Nicht nur, wollte sie wissen, warum Regina sich nicht gemeldet hatte, sondern auch alles ĂŒber Marie und die Ziege erfahren. Immer und immer wieder hatte Regina beide gedrĂ€ngt endlich loszugehen, wurde aber jedes Mal wieder ignoriert. Erst die kleine Schneewolke, die sich aus Wut ĂŒber ihrem Kopf gebildet hatte und den Sessel einweichte auf dem sie saß, sorgte fĂŒr ihren Erfolg.

Im Turmzimmer stand eine seltsame Konstruktion aus Rohren und Linsen so auf ein großes, offenes Dachfenster gerichtet, dass es wie ein umgedrehtes Teleskop aussah. An ihrem Ende stand eine tönerne SchĂŒssel in der ein Sonnenstrahl sich bĂŒndelte. Regina blinzelte mehrfach, aber es Ă€nderte nichts an der Tatsache, dass dieser sich verflĂŒssigt hatte. So ergab mit einem Sonnenstrahl zu kochen wesentlich mehr Sinn. Auch, wenn sie nicht verstand, wie das Ganze funktionierte. Sie legte die restlichen Zutaten auf den Tisch und Ralf nahm sie sogleich und zerbröselte sie in die SchĂŒssel. Anschließend vermengte er alles mit der Hand, bedacht darauf, die Maschine nicht anzustoßen. Erst als er mehrere Kugeln geformt hatte, drehte er die Linsen mit einem Hebel zur Seite und zog die SchĂŒssel vor. Mit dieser in der Hand kniete er sich vor die Ziege und bat sie zu essen.

Wie schon bei Wolf geschah zunĂ€chst nichts, dann begann die Ziege merkwĂŒrdig zu zucken. Schmerzensschreie hallten durch den Raum und Regina trat weiter von ihr zurĂŒck. Was, wenn sie zu spĂ€t waren und der Erlösungszauber sie nur noch tötete? Tief bohrte sie die Finger in ihre Oberarme und versuchte ruhiger zu atmen. Marie neben ihr erging es nicht besser. Dann war es still. Der Ziegenkörper nur noch eine PfĂŒtze auf dem Fußboden. Regina wollte etwas sagen, doch kein Ton gelangte ĂŒber ihre Lippen. Erst, als eine Hand sich aus der glibberigen Masse streckte schrie sie vor Schreck auf, krallte sich an Marie, die sich ebenso an ihr festhielt. Einige Minuten spĂ€ter kniete eine junge Frau vor ihnen, die Kleider zerrissen und viel zu klein fĂŒr ihren erwachsenen Körper.

»Sie ist hĂŒbsch!«, flĂŒsterte Marie und ließ Regina los, um sich vorsichtig vor die ehemalige Ziege zu hocken.

»Hi, ich bin Marie, aber das weißt du bestimmt. Wie heißt du?«, fragte sie schĂŒchtern und, wenn Regina es richtig deutete, nervös.

Die andere sah sich hilfesuchend um, öffnete den Mund und schloss ihn wieder und starrte auf den Boden.

»Kannst du nicht sprechen?«, fragte Marie und MitgefĂŒhl schwang in ihrer Stimme mit.

Das ZiegenmĂ€dchen zuckte mit den Schultern, schĂŒttelte den Kopf, als wĂ€re sie sich nicht sicher.

»Du konntest als Ziege sprechen«, erinnerte Ralf sie, bot ihr dennoch einen Zettel und Stift an, die sie dankbar entgegennahm.

Als sie ihn zu ihnen drehte stand ein einziges Wort darauf: Мароя

Regina kniff die Augen zusammen, das Wort wollte sich ihr nicht erschließen. Mapur? Sollte das ihr Name sein?

»Maria«, ĂŒbersetzte Ralf und ergĂ€nzte auf ihren fragenden Blick mit einem Schulterzucken: »Das sind kyrillische Buchstaben. So wie man sie zum Beispiel im Russischen verwendet.«

»Maria und Marie, wie passend!«, freute sich Marie und strahlte Maria an. Dann stand sie auf und bot Maria ihre Hand an. Zögerlich ließ diese sich aufhelfen und zu einer Bank am Tisch fĂŒhren.

»Hast du irgendwelche Klamotten, die sie nutzen kann?«, fragte Regina, um sich zumindest ein bisschen nĂŒtzlich zu fĂŒhlen.

Ralf nickte und bedeutete ihr, ihm zu folgen. Hinter ihnen sprach Marie leise zu Maria und hatte irgendwoher eine BĂŒrste geholt, mit der sie deren lange Haare sorgfĂ€ltig kĂ€mmte.

Nachwort

Könnt ihr erraten, welches MÀrchen hier thematisiert ist?

Es ist mir bewusst, dass es diesmal wirklich mit HĂŒhneraugen zukneifen nur erkennbar ist, aber vielleicht hat ja wer von euch ’ne Idee!

NĂ€chsten Mittwoch geht’s weiter.

Anne/Poisonpainter

MĂ€rchenspinnerei im Interview: Katherina Ushachov und Rabea Blue

Ein Weiteres Interview-Update MĂ€rchensommer mit der MĂ€rchenspinnerei mit den Mini-Bögen zu den aktuellsten Adaptionen!

Banner der MĂ€rchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene MĂ€rchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Vorletzten Montag vorgestellt, geht es mit diesen beiden weiter:

Katherina Ushachov: Zwergenschatz

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Da ich das Prequel zu „Schneeweißchen und Rosenrot“ geschrieben habe, war es das Kniffligste, die Zwerge respektvoll darzustellen und gleichzeitig im Genre zu bleiben und mich nicht ZU weit von der Vorlage zu entfernen. Ich stand auf einmal vor der Erkenntnis, dass ich mir ein MĂ€rchen ausgesucht habe, das im Kern antisemitische Stereotypen bedient und musste mich damit auseinandersetzen, wie ich meine Adaption davon gelöst bekomme.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ich wĂŒrde ja gerne sagen, das Drumherum (das MĂ€rchen hatte einen sehr holprigen Fehlstart hingelegt, ich musste mich mehrfach aus dem Motivationsloch ziehen und es gingen stĂ€ndig technische Dinge schief) – aber das ist vermutlich nicht gemeint.

Neben der Frage „wie kriege ich es hin, das MĂ€rchen respektvoll ins Heute zu ĂŒbertragen“, brauchte ich auch einen legitimen Grund fĂŒr das Handeln der Zwerge. Schließlich sollte beim Prequel mit ihnen mitgefiebert werden.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Es gibt von diesem MĂ€rchen eine von meiner verstorbenen Oma eingelesene, russische Fassung. Die, konkurrenzlos.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Okay, das ist ausnahmsweise sehr einfach. Karen Gillan fĂŒr Nina, Arthur Darvill fĂŒr Paul. Kaitlyn Alexander (nicht-binĂ€re Person) fĂŒr Aelfrida und unbedingt Robert Palfrader als Erik von Bosapan. FĂŒr die anderen habe ich keinen Cast (ich tue mich mit Schauspielenden schwer), aber ich hĂ€tte auch fĂŒr Aethelwold gern eine Person, die nicht cis ist und ein respektvolles Casting fĂŒr die Zwerge.

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Interview zu

Homepage: Keller im 3. Stock
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Instagram: evanesca_feuerblut

Rabea Blue – Schwesternmacht

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Katherina und ich wollten bewusst die Zwerge nicht in dem schlechten Licht darstellen, in dem sie in der Originalversion erscheinen. Doch da sie nun mal die Antagonisten sind, war es gar nicht so einfach, sie liebenswĂŒrdig wirken zu lassen. Gerade in meinem Teil der Geschichte, in dem die Zwerge genau genommen nur Gastauftritte haben, war es herausfordernd, sie nicht als „böse“ zu umschreiben.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Als sich das Korrektorat fast schon als zweites Lektorat herausgestellt hat. Ich habe damit gerechnet, dass ich nur ein paar Rechtschreib- oder Kommafehler korrigieren muss, aber es kam noch ein ganz schöner Berg an Arbeit auf mich zu. Im Nachhinein bin ich jedoch sehr froh, dass die letzte Phase so intensiv war. Vielen Dank, Christina 🙂

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Seit ich als Kind mal eine Verfilmung von „Schneeweißchen und Rosenrot“ gesehen habe, es mĂŒsste die aus der DDR und ČSSR gewesen sein, hatte ich einen regelrechten Horror vor dem MĂ€rchen. „Schwesternmacht“ zu schreiben, könnte man fast als eine Art Therapie beschreiben, denn jetzt gibt es endlich eine Version, die mit vielen positiven Erinnerungen verbunden ist.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Solche Fragen zu beantworten, fÀllt mir immer schwer, da mein Gesichter- und Als Mutter der Schwestern könnte ich mir Katja Riemann vorstellen. Ein deutsches ZwillingspÀrchen im Schauspielbereich kenne ich spontan nicht, aber ich wÀre z.B. auch mit Jella Haase in einer Doppelrolle zufrieden.

Mehr zu Rabea gibt es hier:

Interview zu Saving Rapunzel

Facebook: Rabea Blue Autorin
Twitter: @RabeaBlue
Instagram: BlueRabea

Vielen Dank, Katherina & Rabea!

Am 2.8. 18 Uhr wird es mit allen neu vorgestellten Adaptionen einen Einen mĂ€rchenhaften Abend mit Licht und Schatten bei Gipfelbasilisk auf Twitch geben! Schaut also unbedingt vorbei, wenn ihr mehr ĂŒber die Reihe und die BĂ€nde erfahren wollt!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

#CroMĂ€r: Kapitel 14

Heute geht es weiter mit dem #CroMĂ€r!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Weiter geht’s …

Erneut seufzte Regina, sah zwischen den anderen hin und her, dann fragte sie resigniert: »Und, was mĂŒssen wir dafĂŒr tun?«

»Wie beim letzten Mal auch schon, braucht es ein paar Zutaten. Einen Pilz, einen Laib Brot und Sonnenlicht.«

Regina blinzelte und sah Ralf verwirrt an. »Wie verwendet man denn bitte Sonnenlicht?«

»Oh, da ist wie bei Allerleirauh!«, rief Marie begeistert aus.

Regina musste definitiv mehr MĂ€rchen lesen, sie kam nicht mehr mit.

»Da mussten sie je ein Kleid aus Sonnenlicht, Mondstrahlen und Sternen machen«, erklÀrte Marie Stolz.

»Und wie haben sie das gemacht?«

Marie zuckte mit den Schultern. »Sowas wird im MÀrchen nicht erklÀrt.«

Brummend sah Regina zu Ralf, der ebenfalls mit den Schultern zuckte. »Keine Ahnung, wie die das gemacht haben, aber fĂŒr das Rezept habe ich etwas. Ich muss es nur vorbereiten, wĂ€hrend ihr den Rest sucht.«

»Hast du wieder etwas wie die Federn, dass uns den Weg zeigt?«, wollte Regina als nĂ€chstes Wissen. So ganz ohne irgendwelche Kenntnisse, was sie ĂŒberhaupt suchte, wollte sie nicht im Wald umherirren.

»Federn?«, fragte Marie verwirrt und Regina vertröstete sie auf eine spÀtere ErklÀrung.

»Nicht direkt.« Damit nickte Ralf zum Eingang des Turmes.

Im GĂ€nsemarsch folgten sie ihm die Wendeltreppe hinauf, die Ziege stolperte gelegentlich auf den Stufen. Ganz oben angekommen, sah Marie sich im Turmzimmer um. Die SchrĂ€nke und Tische waren mit allerlei magischem GerĂŒmpel gefĂŒllt. Da ihre Stunden hier stattfanden, kannte Regina das meiste davon, trotzdem entdeckte auch sie jedes Mal etwas Neues. WĂ€hrenddessen wuselte Ralf durch den Raum, öffnete diverse TĂŒren und Schubladen auf seiner Suche bis er eine alte hölzerne Schatulle auf eine freie Ecke einer Kommode stellte. Mit dem Ärmel wischte er den Staub davon ab und öffnete vorsichtig den Deckel.

Regina trat neben ihn als eine goldene Kugel sich gerade wieder in den Hohlraum legte, wo sie eben noch ĂŒber einen Spiegel getanzt war. »Und was kann das Ding?«, fragte sie synchron mit ihrem Spiegelbild.

»Wenn du dich konzentrierst, kann der Spiegel dir alles zeigen, was du – finden willst.«

»Finden?«, kommentierte Regina die zögerliche Wortwahl.

»Finden, begehren, es ist schwammig, wofĂŒr er genau da ist. Es hilft auf alle FĂ€lle sich darauf zu konzentrieren.« Ralf ging einen Schritt zur Seite.

»Also muss ich jetzt an einen Pilz denken und dann sagt uns das Ding, wo wir ihn finden?«, versuchte Regina noch einmal klarzustellen.

»Nicht irgendeinen Pilz«, widersprach Ralf, ein altes Buch in der Hand. Er drehte es zu ihr und auf der aufgeschlagenen Seite war ein glatter Pilz mit dunkler Kappe als Bleistiftzeichnung abgebildet. »Einen Butterpilz.«

Bevor Regina sagen konnte, dass sie keine Ahnung hatte, was das ĂŒberhaupt fĂŒr ein Pilz war, geschweige denn, wie sie sich ihn vorstellen sollte, drĂ€ngte Marie sie zur Seite und kniete sich vor das KĂ€stchen. »Oh, kann ich es ausprobieren?«

Wieder sprang die Kugel ĂŒber das nun milchige Bild, erst jetzt erkannte Regina, dass es ein goldener Apfel war. Nach mehreren Runden offenbarte es das Bild einer Pilzgruppe, die der Zeichnung Ă€hnelten.

»Und wo ist das jetzt?«, fragte Regina und legte den Kopf schief.

Marie tat es ihr gleich. Gemeinsam versuchten sie etwas in dem winzigen Ausschnitt zu erkennen. Erst ein Wink von Ralf zoomte aus dem Bild raus und es wurde eindeutiger.

»Die Stelle kenn ich!«, rief Marie begeistert aus. »Da ganz in der NĂ€he wohnt ‘ne verdammt coole alte Dame, die immer die besten Geschichten auf Lager hat!«

Regina konnte sich denken, wen sie damit meinte, Maries BekrĂ€ftigung, dass sie sehr genialen Apfelkuchen buk bestĂ€tigte es nur. Über die Schulter blickte sie zu Ralf. »Ist das Zufall?«

Dieser zuckte mit den Schultern. »Auf alle FÀlle seid ihr dann in der NÀhe von magischem Brot.«

Mit zusammengekniffenen Augen, starrte sie Ralf fĂŒr einen Moment an. NatĂŒrlich brauchten sie die FĂ€higkeit der Holle fĂŒr den Laib, einfach einen im Supermarkt kaufen, war auch zu viel verlangt. Da zutantenloses Backen noch nicht zu den Dingen gehörte, die Regina bereits gemeistert hatte, wĂ€ren sie so oder so auf ihre Oma angewiesen gewesen. »Okay, also holen wir erst den Pilz und backen damit das Brot?«

»Nein, ihr bringt beides her. Der Pilz und das Brot werden mit dem Sonnenlicht 
 nennen wir es verschmolzen.«

Wieder starrte Regina ihn verwirrt an, beließ es aber bei einem resignierten Schulterzucken.

»Bis ihr wieder da seid, habe ich die Maschine aufgebaut, mit der wir das Sonnenlicht einfangen können.«

Das schien Marie auszureichen, denn sie sprang direkt auf und zog Regina am Arm um sich auf den Weg zu machen. »Bis dann, Herr Stöckel, passen Sie gut auf die Ziege auf!«, verabschiedete sie sich und Regina blieb nichts Anderes ĂŒbrig, als ihr mit einem letzten verzweifelten Blick auf Ralf zu folgen.

Nachwort

Könnt ihr erraten, welches MÀrchen hier thematisiert ist?

Es gibt da ĂŒbrigens eine Verfilmung, in der gezeigt wird, wie die Materialien gesammelt werden. Mit KĂ€schern zum Beispiel die Sterne und der Mondschein wird aus dem Wasser gefischt.

Ob das „damals“ so wirklich war? Wer weiß!

NĂ€chsten Mittwoch geht’s weiter.

Anne/Poisonpainter

MÀrchenspinnerei im Interview: Christina Löw und Julia Maar

Ein MĂ€rchensommer ohne Interview-Updates mit der MĂ€rchenspinnerei? Das geht nicht! Deswegen folgen diese und nĂ€chste Woche wieder Mini-Bögen zu den aktuellsten Adaptionen!

Banner der MĂ€rchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene MĂ€rchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Letzten Montag vorgestellt, machen diese beiden den Anfang:

Christina Löw: Das Lied des Herbstmondes

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Mein Roman „Das Lied des Herbstmondes“ ist Teil einer Doppel-Adaption – zusammen mit Julia Maar habe ich das MĂ€rchen „Jorinde und Joringel“ adaptiert – und dabei war es zunĂ€chst gar nicht so einfach, die Geschichte unter uns aufzuteilen bzw. zu ĂŒberlegen, welche Aspekte in welcher Adaption auftauchen sollen. GemĂ€ĂŸ der Reihe „Licht und Schatten“ der MĂ€rchenspinnerei erzĂ€hlt eine Adaption die ‚gute‘ und eine die ‚böse‘ Seite des OriginalmĂ€rchens neu, ich habe die ‚böse‘ Seite ĂŒbernommen und mich schließlich dafĂŒr entschieden, eine mögliche moderne Vorgeschichte zu dem MĂ€rchen zu schreiben. Das bot mir einerseits eine gewisse gestalterische Freiheit, andererseits war es gar nicht so einfach, genug Elemente aus dem OriginalmĂ€rchen einzubauen, sodass zumindest ‚Kenner*innen‘ des MĂ€rchens diese wiederentdecken können – ohne dabei zu viel von Julias Seite des MĂ€rchens vorwegzunehmen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Mein Plot. 😀 Ich bin es zwar aus meinen vorherigen Romanen (und auch einigen Kurzgeschichten) gewohnt, dass meine Figuren mir beim Schreiben hier und da noch weitere Ideen vor die FĂŒĂŸe werfen und die Geschichte (trotz vorherigen Plottens) etwas in die eine oder andere Richtung zerren, die ich nicht geplant hatte, aber bei „Das Lied des Herbstmondes“ haben meine Figuren damit echt den sprichwörtlichen Vogel abgeschossen 
 Schlussendlich habe ich mich, nachdem die erste Rohfassung stand, nochmal hingesetzt, den Plot in einigen Teilen ganz neu gedacht – und danach große Teile des Romans neugeschrieben.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich kenne ich gar nicht sooo viele Adaptionen von „Jorinde und Joringel“ und ich muss gestehen, dass ich oft kein Fan der klassischen Filmadaptionen bin. *versteck*
Ich meine mich an einen Webcomic zum MĂ€rchen zu erinnern, den ich ganz interessant fand, aber leider finde ich ihn aktuell nicht mehr, wĂ€re also fĂŒr Hinweise dankbar – und bin immer interessiert an Adaptionsempfehlungen. 😊

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Puh, das ist eine sehr gute Frage! Wobei ich mir bei einigen Figuren von „Das Lied des Herbstmondes“ tatsĂ€chlich ein klareres (Ă€ußeres) Bild als sonst oft gemacht habe – schließlich sollte Julia Maar in der Lage sein, auch welche von meinen Figuren fĂŒr ihre Geschichte zu ĂŒbernehmen, und dazu brauchte sie natĂŒrlich alle nötigen Infos.
Trotzdem hinge bei einer Verfilmung natĂŒrlich bei der Besetzung viel davon ab, ob es z.B. eine deutsche Produktion wĂ€re oder eine internationale. Da nehme ich gerne WĂŒnsche von Lesenden. 😉

Mehr zu Christina gibt es hier:

Interview zu

HomepageChristina Löw
FacebookChristina Löw
Twitter@christina_loew

Julia Maar – Die Stille der Herbstblume

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

TatsĂ€chlich alles Magische. Die Magieelemente sollten sich gut in das reale Setting einfĂŒgen und nicht an der Nase herbeigezogen wirken. Das fiel mir schwerer als gedacht, vor allem da sie erst in der zweiten HĂ€lfte des Buches wirklich prĂ€sent werden. Letztendlich bin ich aber zufrieden mit dem Endergebnis und mir persönlich gefĂ€llt es gut, dass sie sich eher unauffĂ€llig in die Handlung einfĂŒgt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Es gibt eine Szene, in der ein Ritual durchgefĂŒhrt wird und ich habe mich wirklich lange davor gedrĂŒckt diese zu schreiben. Recherchen sind absolut nicht meins und mit dem Wissen, dass Christina darin top ist, habe ich mich beim Schreiben ziemlich schwergetan. Dazu kam, dass ich nicht wusste, wie ausfĂŒhrlich die Szene werden sollte. Es war eine QuĂ€lerei und ich sehr froh, als ich mich nicht mehr damit auseinandersetzen musste.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Abgesehen von Christinas Adaption zu Jorinde und Joringel habe ich tatsĂ€chlich noch keine andere Version gelesen oder gesehen. Ich freue mich aber ĂŒber weitere Empfehlungen. 😊

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Solche Fragen zu beantworten, fĂ€llt mir immer schwer, da mein Gesichter- und NamensgedĂ€chtnis wirklich miserable ist. Ich hoffe daher, dass die Besetzungen fĂŒr Emily und Emil ausreichen. Bei Emily habe ich mich fĂŒr Olivia Rodrigo entschieden, sie passt auch gesanglich sehr gut. Emil war dann schon etwas schwieriger. Letztendlich denke ich aber, dass Marlon Wessel sich ganz gut in der Rolle machen wĂŒrde. Zumindest sehe ich vieles [von dessen Rolle] Maxi auch in Emil.

Mehr zu Julia gibt es hier:

Interview zu Der siebte Sohn (Rezension)

Facebook: Julia Maar

Vielen Dank, Christina & Julia!

Am 2.8. 18 Uhr wird es mit allen neu vorgestellten Adaptionen einen Einen mĂ€rchenhaften Abend mit Licht und Schatten bei Gipfelbasilisk auf Twitch geben! Schaut also unbedingt vorbei, wenn ihr mehr ĂŒber die Reihe und die BĂ€nde erfahren wollt!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

#CroMĂ€r: Kapitel 13

Heute geht es weiter mit dem #CroMĂ€r!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Weiter geht’s …

Im Schneidersitz setzte Ralf sich vor die Ziege. Der Titel eines Films ging Regina durch den Kopf, »MÀnner, die Ziegen anstarren« oder so.

»Was tut er da?«, kommentierte Marie und lehnte sich dichter zu Regina, ebenfalls mit verschrĂ€nkten Armen. Ihre Schultern stießen dabei aneinander, oder zumindest Maries Schulter mit Reginas Oberarm, war sie doch einen Ticken grĂ¶ĂŸer.

»Irgendwie herausbekommen, ob die Ziege verzaubert ist?« Regina verzog das Gesicht. Trotz der Stunden bei ihrer Oma und Ralf, Ànderte es nichts daran, dass sie im Prinzip keine Ahnung von Magie hatte.

»Und dann?«

Tja, was kam dann, das war eine sehr gute Frage. Regina zuckte mit den Schultern. »Vielleicht gibt es einen Weg sie zu ent-zaubern.«

»Hast du das schon Mal gemacht?« Die Neugierde in Maries Stimme war eindeutig.

Unsicher scharrte Regina mit der Fußspitze ĂŒber den Rasen. »Jaaa «

»Oh, oh, wie lief das ab?« Marie hĂŒpfte neben ihr auf und ab.

Widerwillig erzĂ€hlte Regina von Wolfs RĂŒckverwandlung, ließ allerdings aus, um wen genau es sich handelte.

»Wow!«, entfuhr es Marie, die sie mit weit aufgerissenen Augen ansah. »Hoffentlich schaffen wir das auch, das wÀre so schön!«

Regina konnte den Enthusiasmus zwar nicht ganz nachvollziehen, aber einen Menschen aus einer Verwandlung retten klang gut. Und wenn nicht, wussten sie immerhin, dass diese Ziege definitiv nicht zum Melken oder Schlachten da war. Ein Schauer lief ihr den RĂŒcken hinunter bei der Vorstellung, dass jemand genau das mit ihr regelmĂ€ĂŸig getan haben könnte. Die drei Federn, die Ralf Wolf ausgerissen hatte waren schon fragwĂŒrdig gewesen, aber der Gedanke eine menschliche Ziege zu melken, nein, den wollte sie lieber nicht zu Ende fĂŒhren.

Es dauerte eine ganze Weile, bis Ralf mĂŒhsam aufstand und zu ihnen hinĂŒberkam, die Ziege im Schlepptau.

»Und, und?«, fragte Maria sogleich aufgeregt.

»Kennt ihr das MÀrchen vom Hirsch mit dem goldenen Geweih?«

Kurz ĂŒberlegte Regina mit zusammengekniffenen Augen, doch das einzige, das ihr dazu einfiel war zu fragen: »Das ist Russisch oder?«

Doch ihre Frage wurde von Maries enthusiastischen »Oh! Mein LieblingsmĂ€rchen! Die Mutter ist so badass!« ĂŒberdeckt.

Fragend sah Regina zu ihr hinĂŒber und sogleich startete Marie in eine Zusammenfassung: »Aaalso! Da war diese Mutter mit drei Kindern, ein Junge und zwei Zwillingsschwestern.«

Regina musste sich auf die Zunge beißen, um den Satz nicht zu korrigieren, konzentrierte sich stattdessen auf das weiter gesagte.

»Jedenfalls, wie kleine Kinder so sind, sind sie vom rechten Weg abgebogen um Pilze zu sammeln, die von den Waldgeistern fĂŒr sie gepflanzt wurden, damit sie in das Reich der Baba Yaga gelangen.«

»Baba Yaga?« Der Einwurf war schneller aus Regina heraus, als sie ihn aufhalten konnte. Noch zu genau erinnerte sie sich an die Hexe, die versucht hatte, die KrĂ€fte ihrer Oma zu rauben. Dass sie real war, stand außer Frage, aber was hatte sie mit der Ziege zu tun.

»NatĂŒrlich Baba Yaga, das ist immer die Hexe in Russischen MĂ€rchen!« Marie stemmte mit einem abwertenden Blick die HĂ€nde in die HĂŒften, so als ob Regina das doch wissen sollte. »Jedenfalls!«, begann sie von Neuem, »werden sie natĂŒrlich von der Baba Yaga gefunden und in Rehkitze verwandelt. Das bekommt dann die Mutter mit macht sich auf den Weg mit einem Hund und einem Laib Brot.«

Verwirrt blickte Regina zwischen den Beteiligten hin und her, wieso war das Brot wichtig? In der Geschichte ihrer Oma gab es auch welches, aber da hatte es keine tiefere Bedeutung als einen Test fĂŒr Hilfsbereitschaft.

»Der Junge folgt ihr auf alle FĂ€lle und wird in eine Ziege verwandelt und die Mutter bekommt dann durch den Hirsch mit dem goldenen Geweih KrĂ€fte, um die Baba Yaga zu besiegen. Als die Hexe tot ist, werden alle wieder zurĂŒckverwandelt.« Nun zuckte Marie mit den Schultern. »So zumindest die Grobfassung.«

»Sehr grobe Fassung«, stimmte Ralf zu und Regina glaubte einen bitteren Unterton herauszuhören.

Es war klar, dass Regina noch einiges ĂŒber MĂ€rchen lernen musste, bis sie eines Tages die Aufgaben ihrer Oma ĂŒbernehmen wollte. Wenn Lösungen in ihnen lagen, dann sollte sie diese auch kennen. Zumindest konnte sie sich denken, was Ralf ihr mit diesem MĂ€rchen sagen wollte. Nach einem Seufzen nickte Regina zur Ziege. »Du meinst-?«

»Jup.« Die Antwort war begleitet von einem verschmitzten LÀcheln, das er ihr immer gab, wenn er stolz auf eine ihrer Schlussfolgerungen war.

Um sich nicht anmerken zu lassen, wie sie sich gerade innerlich aufplusterte, bat sie ihn die Situation genauer zu erklÀren.

»Wie die Kinder im MĂ€rchen, wurde sie von der Baba Yaga verwandelt, warum, konnte sie mir nicht mehr sagen. Nur, dass sie mich bei ihren AusbrĂŒchen gesucht hat, um wieder menschlich zu werden.«

Das erklÀrte zumindest, warum sie Wolf damals hergescheucht hatte und seitdem öfter hier aufgeschlagen war.

»Die gute Nachricht: Ich weiß, wie wir sie zurĂŒckverwandeln.« Er machte eine dramatische Pause, in der auch er die Ziege betrachtete, die nahezu betrĂŒbt ihren Kopf senkte. »Die Schlechte: Sie wurde vor mehr als hundert Jahren verwandelt. Das heißt, ich habe keine Ahnung, ob sie danach zu Staub zerfĂ€llt und selbst wenn nicht, kann ich nicht sagen, ob ĂŒberhaupt noch jemand aus ihrer Familie lebt.« BedrĂŒckte Stille legte sich ĂŒber sie, doch Ralf war noch nicht fertig. »Und Yaga hat einen Warnzauber auf ihr, den ich erst lösen muss, damit sie nicht herausfindet, dass wir daran arbeiten. Auch, wenn sie vermutlich das Zicklein von damals lĂ€ngst vergessen hat.«

Nachwort

Könnt ihr erraten, welches MÀrchen hier thematisiert ist?

Ein paar Gedanken dazu, da es sich um ein Russisches MĂ€rchen handelt – und vor allem auch dem Stream ĂŒber Slawische MĂ€rchen (5.8. 18 Uhr) mit Ria Winter, Christian Handel und Saskia Dreßler auf Saskias Twitch-Kanal:

Wir sind uns (hoffentlich) alle einig sind, dass Krieg totaler Mist ist.

Von Anfang an waren Russische MĂ€rchen und BeitrĂ€ge (Russische MĂ€rchensammler, Baba Yaga – Teil 1, Teil 2, Verfilmungen – alle BeitrĂ€ge von Katherina Ushachov) dazu ein Bestandteil des MĂ€rchensommers, immerhin bin ich hauptsĂ€chlich damit aufgewachsen. Das #CroMĂ€r hat zudem schon 2018 den Baba Yaga-Charakter bekommen. Das jetzt einfach fallen zu lassen erscheint mir falsch.

Wenn die Schreibende Person selbst in negatives Verhalten gegen andere Menschen involviert ist verstehe ich es voll und ganze deren Werke nicht weiter zu bewerben. Aber einen kompletten kulturellen Bereich einfach ignorieren – ggf. sogar verteufeln – wegen aktueller politischer Ereignisse, das kann ich nicht nachvollziehen. Immerhin war das schon weit vorher da.

Da der MĂ€rchensommer immer einen Platz hat fĂŒr kritische Stimmen (s. Rachels Beitrag zu Antisemitismus in MĂ€rchen) nehme ich auch gerne einen Gastbeitrag der sich genau mit dieser Diskrepanz zwischen Kultur und aktueller politischer Lage befasst.

NĂ€chsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter

Schreiberlinge im Interview: Kerstin G. Rush

Mit diesem Interview sind dann alle Autorinnen der MĂ€rchensommer Leserunde #MĂ€rchenDreier an der Reihe gewesen. Viel Spaß mit den Antworten von …

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kerstin G. Rush

Ein paar Daten zu dir:

 Ich heiße Kerstin, komme aus der Pfalz und liebe Fantasy und Sci-Fi. Alle meine Werke sind bis jetzt im Bereich Selfpublishing erschienen. Diesen Weg habe ich aus freien stĂŒcken gewĂ€hlt, weil ich Herausforderungen liebe.

Meine BĂŒcher:

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen Yukina:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das VerstÀndnis, warum Yukina und Schneewittchen sich nicht ausstehen können, obwohl sie Mutter und Tochter sind.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ehrlich gesagt fÀllt mir da nichts ein. Die Geschichte sprudelte gerade so aus mir heraus.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Florence Hunt

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Das viele Menschen es lesen und ein paar schön Stunden in einer anderen Welt verbringen können.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Das WegtrÀumen in eine andere Welt, in der so viele möglich ist.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy End

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Hm schwere Frage. Manchmal stört mich das Bild der Frau in MÀrchen. Auf jeden Fall begeistert mich die Leichtigkeit mit den Geschichten erzÀhlt werden. Selbst bei schwierigen Themen.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Das die Magie nicht erklÀrt werden muss. Wenn Tiere sprechen können, dann ist das einfach so.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich wĂŒrde es sehr penibel Ausfragen und ihm dann gegebenenfalls helfen.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

1. Geld, es macht zwar nicht GlĂŒcklich, aber sorgenlos.
2. Gesundheit
3. Ein fast ewiges Leben, bei dem ich selbst entscheiden kann, wann ich sterbe.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Uh, was fĂŒr eine Frage. Jemanden wie bei HĂ€nsel und Gretel in einen Ofen zu schubsen, ist zwar sehr brutal, aber eben auch effektiv.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Noch so eine Gemeine Frage. Wenn ich mich wirklich entscheiden muss, dann wĂŒrde ich wohl Goldmarie aus Frau Holle wĂ€hlen. NatĂŒrlich hatte sie es auch schwer. Da Frau Holle ja eigentlich eine Göttin ist, wĂ€re das schon interessant.

Mehr zu Kerstin gibt es hier:

Homepage: Kerstin G. Rush – Autorin
Facebook: Kerstin G. Rush Autorin
Twitter: @RushKerstin
Instagram: kerstin.g.rush.autorin
Twitch: kerstingrush

Vielen Dank, Kerstin!

Anne/PoiSonPaiNter