Märchenspinnerei im Interview: Christina Löw und Julia Maar

Ein Märchensommer ohne Interview-Updates mit der Märchenspinnerei? Das geht nicht! Deswegen folgen diese und nächste Woche wieder Mini-Bögen zu den aktuellsten Adaptionen!

Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Letzten Montag vorgestellt, machen diese beiden den Anfang:

Christina Löw: Das Lied des Herbstmondes

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Mein Roman „Das Lied des Herbstmondes“ ist Teil einer Doppel-Adaption – zusammen mit Julia Maar habe ich das Märchen „Jorinde und Joringel“ adaptiert – und dabei war es zunächst gar nicht so einfach, die Geschichte unter uns aufzuteilen bzw. zu überlegen, welche Aspekte in welcher Adaption auftauchen sollen. Gemäß der Reihe „Licht und Schatten“ der Märchenspinnerei erzählt eine Adaption die ‚gute‘ und eine die ‚böse‘ Seite des Originalmärchens neu, ich habe die ‚böse‘ Seite übernommen und mich schließlich dafür entschieden, eine mögliche moderne Vorgeschichte zu dem Märchen zu schreiben. Das bot mir einerseits eine gewisse gestalterische Freiheit, andererseits war es gar nicht so einfach, genug Elemente aus dem Originalmärchen einzubauen, sodass zumindest ‚Kenner*innen‘ des Märchens diese wiederentdecken können – ohne dabei zu viel von Julias Seite des Märchens vorwegzunehmen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Mein Plot. 😀 Ich bin es zwar aus meinen vorherigen Romanen (und auch einigen Kurzgeschichten) gewohnt, dass meine Figuren mir beim Schreiben hier und da noch weitere Ideen vor die Füße werfen und die Geschichte (trotz vorherigen Plottens) etwas in die eine oder andere Richtung zerren, die ich nicht geplant hatte, aber bei „Das Lied des Herbstmondes“ haben meine Figuren damit echt den sprichwörtlichen Vogel abgeschossen … Schlussendlich habe ich mich, nachdem die erste Rohfassung stand, nochmal hingesetzt, den Plot in einigen Teilen ganz neu gedacht – und danach große Teile des Romans neugeschrieben.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Tatsächlich kenne ich gar nicht sooo viele Adaptionen von „Jorinde und Joringel“ und ich muss gestehen, dass ich oft kein Fan der klassischen Filmadaptionen bin. *versteck*
Ich meine mich an einen Webcomic zum Märchen zu erinnern, den ich ganz interessant fand, aber leider finde ich ihn aktuell nicht mehr, wäre also für Hinweise dankbar – und bin immer interessiert an Adaptionsempfehlungen. 😊

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Puh, das ist eine sehr gute Frage! Wobei ich mir bei einigen Figuren von „Das Lied des Herbstmondes“ tatsächlich ein klareres (äußeres) Bild als sonst oft gemacht habe – schließlich sollte Julia Maar in der Lage sein, auch welche von meinen Figuren für ihre Geschichte zu übernehmen, und dazu brauchte sie natürlich alle nötigen Infos.
Trotzdem hinge bei einer Verfilmung natürlich bei der Besetzung viel davon ab, ob es z.B. eine deutsche Produktion wäre oder eine internationale. Da nehme ich gerne Wünsche von Lesenden. 😉

Mehr zu Christina gibt es hier:

Interview zu

HomepageChristina Löw
FacebookChristina Löw
Twitter@christina_loew

Julia Maar – Die Stille der Herbstblume

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Tatsächlich alles Magische. Die Magieelemente sollten sich gut in das reale Setting einfügen und nicht an der Nase herbeigezogen wirken. Das fiel mir schwerer als gedacht, vor allem da sie erst in der zweiten Hälfte des Buches wirklich präsent werden. Letztendlich bin ich aber zufrieden mit dem Endergebnis und mir persönlich gefällt es gut, dass sie sich eher unauffällig in die Handlung einfügt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Es gibt eine Szene, in der ein Ritual durchgeführt wird und ich habe mich wirklich lange davor gedrückt diese zu schreiben. Recherchen sind absolut nicht meins und mit dem Wissen, dass Christina darin top ist, habe ich mich beim Schreiben ziemlich schwergetan. Dazu kam, dass ich nicht wusste, wie ausführlich die Szene werden sollte. Es war eine Quälerei und ich sehr froh, als ich mich nicht mehr damit auseinandersetzen musste.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Abgesehen von Christinas Adaption zu Jorinde und Joringel habe ich tatsächlich noch keine andere Version gelesen oder gesehen. Ich freue mich aber über weitere Empfehlungen. 😊

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Solche Fragen zu beantworten, fällt mir immer schwer, da mein Gesichter- und Namensgedächtnis wirklich miserable ist. Ich hoffe daher, dass die Besetzungen für Emily und Emil ausreichen. Bei Emily habe ich mich für Olivia Rodrigo entschieden, sie passt auch gesanglich sehr gut. Emil war dann schon etwas schwieriger. Letztendlich denke ich aber, dass Marlon Wessel sich ganz gut in der Rolle machen würde. Zumindest sehe ich vieles [von dessen Rolle] Maxi auch in Emil.

Mehr zu Julia gibt es hier:

Interview zu Der siebte Sohn (Rezension)

Facebook: Julia Maar

Vielen Dank, Christina & Julia!

Am 2.8. 18 Uhr wird es mit allen neu vorgestellten Adaptionen einen Einen märchenhaften Abend mit Licht und Schatten bei Gipfelbasilisk auf Twitch geben! Schaut also unbedingt vorbei, wenn ihr mehr über die Reihe und die Bände erfahren wollt!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

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