Daily Archives: 13. Dezember 2015

Advent Calendar: Door/TĂŒrchen #13

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Damian

Damian hatte es geschafft aus der Stadt zu verschwinden, ohne Mina oder dem Wirt noch einmal ĂŒber den Weg zu laufen. Er war einfach auf den Wagen eines Bauern aufgesprungen und hatte sich zwischen leeren FĂ€ssern und Decken versteckt. Schon seit einer Weile ĂŒberlegte er abzuspringen, aber ihm war einfach noch nicht danach. Es war zwar nicht bequem, aber dennoch angenehm zur Abwechslung mal nicht selbst laufen zu mĂŒssen. Vom stetigen Wackeln des Wagens schlief er schließlich ein.
„Hey!“, weckte ihn der Bauer unverwandt aus seinen TrĂ€umen und rĂŒttelte an seinem Bein.
Verschlafen stĂŒtze Damian sich auf seine Ellenbogen und blickte zu ihm hinauf.
„Was hast du auf meinem Wagen zu suchen?“, klĂ€ffte der Mann ihn an.
Damian richtete sich auf und wischte sich ĂŒber die Augen.
„Runter mit dir, Bursch!“, befahl der Bauer ohne auf eine Antwort zu warten und zog Damian an den Beinen vom Wagen.
Der junge Mann versuchte sich festzuhalten, aber es nĂŒtzte nichts. Mit einem dumpfen Laut landete er auf dem Boden.
„Au“, jammerte Damian und rieb sich das Hinterteil, auf das er unsanft gefallen war.
„Geschieht dir recht, nu‘ sie zu, dass du Land gewinnst!“, befahl der Bauer.
Damian richtete sich mĂŒhsam auf, kramte seinen Rucksack aus einem Fass hervor und verschwand ohne ein weiteres Wort, bevor der Bauer sich noch entschied mit einer Mistgabel auf ihn loszugehen.
Der Hof des Bauern lag weit abseits des nĂ€chsten Dorfes, also blieb ihm nichts anderes ĂŒbrig, als dort hinzulaufen. Vielleicht sollte er sich bei nĂ€chster Gelegenheit ein Pferd besorgen oder gleich eine Kutsche, ĂŒberlegte er. Er hatte das erbeutete Geld noch nicht gezĂ€hlt, vielleicht wĂŒrde er sich davon ein Pferd leisten können. WĂ€hrend er die Vor- und Nachteile eines Reittiers abwog nĂ€herte er sich immer weiter dem nĂ€chsten Dorf.
Als es zu dÀmmern begann konnte er es schon am Horizont sehen und mit Anbruch der Dunkelheit war er auch endlich am Gasthaus angelangt. Sogleich bestellte er sich Essen und ein Zimmer und setzte sich in den Schankraum.
Um ihn herum saßen viele Reisende in geselliger Runde und Damian musste unweigerlich an das GesprĂ€ch des Vorabends denken. Zwar hatte er versucht Mina auf seine gute Seite zu bringen, aber dennoch hat es ihm Spaß gemacht sich mit dem Waldlings-MĂ€dchen zu unterhalten. Er fragte sich, ob sie wohl sehr sauer auf ihn war und entschied, dass dem bestimmt so war, schließlich hatte er ihre gesamten Ersparnisse mitgehen und sie auf ihrer Zeche sitzen lassen.
Als sein Essen schließlich kam stocherte Damian nur lustlos darin herum. Ihm war der Appetit vergangen.
Er verstand einfach nicht, was in seinem Kopf vor sich ging.
Er hatte schon oft interessante Unterhaltungen mit seinen Opfern gefĂŒhrt, bevor er sie erleichterte, aber irgendetwas war diesmal anders.
Aus irgendeinem Grund hatte er ein schlechtes Gewissen.
Den ganzen Abend und die halbe Nacht zerbrach er sich noch den Kopf, warum das so war, aber er kam zu keinem Ergebnis, außer, dass er nicht mit ihrem Geld bezahlen wollte.
Am nĂ€chsten Morgen stahl er sich schließlich aus dem Fenster und verschwand nahezu mĂŒhelos ĂŒber die DĂ€cher, bevor der Wirt ihn nach seiner Zeche fragen konnte.
Vielleicht wĂŒrde es ihm leichter fallen das gestohlene Geld auszugeben, wenn ein bisschen Gras ĂŒber die Sache gewachsen war.

Hinter den Kulissen

Mit Damian’s Geschichte geht es weiter hinter dem 16. TĂŒrchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei TĂŒrchen 1 und entscheidet euch zwischen Sasha und Mina.
Ich hab hier noch gar nicht erzĂ€hlt, dass Damian eigentlich gar nicht Damian heißen sollte. Am Anfang hieß er nĂ€mlich Dorian (wie Das Bildnis des Dorian Gray), aber immer öfter hab ich dann anstatt Dorian Damian geschrieben und irgendwann war mir das dann zu bunt und ich hab einfach den Namen geĂ€ndert. Charaktere machen es einem schon gut verstĂ€ndlich, wenn sie mit unseren Entscheidungen nicht einverstanden sind und das war ziemlich deutlich…
Ich hoffe euch gefÀllt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© FĂŒr Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Damian

Damian had managed to leave the town without running into Mina or the innkeeper again. He had simply jumped onto the cart of a farmer and had hid between the empty barrels and blankets. For a while now he thought about jumping off, but he just didn’t felt like it. It wasn’t comfortable, but it was nice to not walk for a change. Due to the continues rocking of the cart he soon fell asleep.
“Hey!” The farmer suddenly woke him from his dreams and shook his leg.
Dozily Damian got up to his elbows and looked up to him.
“What are you doing in my cart?” The man bellowed at him.
Damian straightened up and wiped over his eyes.
“Down you go, boy!” The farmer ordered without warning and pulled Damian by the legs out of the cart.
The young man tried to hold on to something but it was useless. With a thud he landed on the ground.
“Ouch”, Damian whined and rubbed his bottom.
“Suits you just right. Now get lost!” The farmer ordered.
Damian struggled to his feet, dug out his backpack from one of the barrels and left without another word before the farmer decided to go after him with his pitchfork.
The farm was far away from the next village so he didn’t have a choice but to walk there. Maybe he should get a horse, next chance he got or even a whole carriage; he reflected. He hadn’t counted the looted money, maybe it would be enough to be able to afford a horse. While he considered the pros and cons of a mount ne got closer and closer to the next village.
As the night was slowly creeping up he could see it at the horizon and with nightfall he had finally reached an inn. Right away he ordered food and a room and sat down in the bar.
Around him many travellers sat in convivial rounds Damian inevitably had to thing back to his conversation from the evening before. Even though he had tried to get Mina on his good side, he had had fun talking with the Woodling-girl. He wondered if she would be very mad at him and decided that that certainly was the case. He had taken all her savings with him and left her unable to pay her bill, after all.
When his meal arrived he only pocked it half-heartedly. He had lost his appetite.
He didn’t understand what was happening inside his own head.
It wasn’t the first time he had had an interesting conversation with one of his victims prior to disburdening them, but something was different this time.
For some reason he had a bad conscience.
The whole evening and half the night racked his brain why this was the case, but he didn’t come to any conclusion aside from knowing that he did not want to pay with her money.
The next morning he sneaked out of the window and left nearly effortless across the rooftops before the innkeeper could ask him for his bill.
Maybe it would be easier for him to use the stolen money when it was all water under the bridge.

Behind the Scenes

Damian’s story will continue behind the 16th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Mina and Sasha.
I’ve yet to tell you here that Damian wasn’t supposed to be called Damian. In the beginning he was called Dorian (as in The Picture of Dorian Gray), but more often than not did I write Damian instead of Dorian and at some point I had had enough and simply changed the name. Characters simply do telly you, if they don’t like your decisions and this one was pretty obvious…
I hope you enjoy the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.