Mina
Die Tage vergingen wie im Flug und Mina fĂŒhlte sich wohl bei Yagai. Es machte ihr SpaĂ ihr zu helfen und Neues zu lernen, aber dennoch merkte sie, wie sie mehr und mehr rastlos wurde. Ihre Gabe war es, die sie weiter drĂ€ngte. Noch immer konnte sie sie nicht beherrschen und dass sie sie nutzte, um der Alten zu helfen, machte es nicht besser. Es fĂŒhlte sich an, als ob sich etwas in ihrem Inneren zusammenbraute und auch Yagai bemerkte das.
âEs wird Zeit, dass du weiter ziehstâ, erwĂ€hnte sie nahezu beilĂ€ufig eines morgens.
Mina schaute verwundert von ihrem FrĂŒhstĂŒck auf.
âIch habe dir alles beigebracht, was du wissen musst ĂŒber HeilkrĂ€uter und âPflanzen und es bringt nichts, wenn du deine Gabe damit verschwendest die KrĂ€uter in meinem Garten schneller wachsen zu lassenâ, erklĂ€rte sie.
Mina musste ihr zustimmen, ob sie wollte oder nicht. Sie wusste noch immer nicht welche Konsequenzen genau welcher Zauber hatte, sie sah, dass der Boden schneller an Mineralien verlor, wenn sie ihre Gabe einsetzte, aber das genaue AusmaĂ kannte sie nicht. Ebenso beschrĂ€nkte sich ihre Erfahrung auf pflanzliches Leben, auch wenn Yagai ihr von anderen Waldlings-Magiern erzĂ€hlt hatte, die sogar das Wetter manipulieren konnten. Mina hatte versucht es regnen zu lassen, aber fĂŒr mehr als Kopfschmerzen hatte es nicht gereicht.
âDu brauchst einen richtigen Lehrmeister. Einen Magier aus der Stadt oder, wenn du ihn findest, einen der Einsiedler. Aber ich kann dir nicht helfen deine Gabe zu verstehen, aber das habe ich dir von Anfang an gesagtâ, fuhr die Alte fort.
Mina nickte. Das alles war ihr schon seit einiger Zeit bewusst.
âEs ist das Beste, wenn du dich auf deine Weiterreise vorbereitestâ, schlug Yagai abschlieĂend vor.
Wieder nickte Mina. Dies sollte nun also ihr endgĂŒltiger Abschied von der alten KrĂ€uterfrau werden. Ein Teil von ihr fĂŒhlte sich verraten, weil sie nahezu rausgeschmissen wurde, der andere aber war dankbar fĂŒr den StoĂ in die richte Richtung. Weiter hier bleiben wĂŒrde ihre Suche nur erschweren.
Die kommenden Tage sammelte Mina Proviant. Diesmal aber nicht nur in Form von Nahrung, sondern auch KrĂ€uter. Yagai erlaubte ihr einige ihrer Salben einzupacken, andere bereiteten Mina oder sie frisch zu, damit sie sie ebenfalls mitgenehmen konnte. Am dritten Tag fĂŒhlte sich Mina gut vorbereitet und verkĂŒndete ihre Abreise; Yagai war einverstanden.
Die beiden Frauen standen am TĂŒreingang und Mina verstaute den letzten Proviant.
âHier. Vergiss das nichtâ, entgegnete Yagai und reichte Mina ein BĂŒndel.
Diese nahm es vorsichtig und faltete es auseinander. Es war ein robuster Reisemantel, der einige Lotusblattfasern in den Stoff gewoben hatte, um vor Regen zu schĂŒtzen. Diese Art von Mantel war teuer und schwer zu beschaffen, umso freudiger war Mina ĂŒber das Geschenk. Ohne Umschweife umarmte sie die Alte fest.
âDanke. Vielen Dank fĂŒr Allesâ, sagte sie ihr ins Ohr.
âDu bist jederzeit gerne wieder hier willkommen, aber nur unter einen Bedigungâ, erwiderte die alte und hielt Mina auf armeslĂ€ge auf Abstand.
Sie nickte zur BestÀtigung.
âWenn du wiederkommst bist du eine ausgebildete Magierinâ, forderte die Alte und Mina bestĂ€tigte erneut mit einem Nicken.
Noch einmal umarmten sich die beiden, dann verstaute Mina auch den Mantel und setzte sich ihren jetzt wieder schwereren Rucksack auf. Mit wenigen Schritten hatte sie die HĂŒtte verlassen. Noch einmal drehte sie sich um und winkte, bevor sie voran schritt. Dieser Abschied war nicht so schwer wie der von ihrer Familie, aber auch diesmal kullerte ihr eine TrĂ€ne ĂŒber die Wange. Es war eine schöne Zeit gewesen und sie wusste nicht wann sie die Alte wiedersehen wĂŒrde, aber wenn es soweit war, da wir sie sich sicher, dann wĂŒsste sie wie sie es ĂŒber dem KrĂ€uterbeet regnen lassen könnte.
Hinter den Kulissen
Mit Mina’s Geschichte geht es weiter hinter dem 12. TĂŒrchen.
Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei TĂŒrchen 1 und entscheidet euch zwischen Damian und Sasha.
Ich hoffe euch gefÀllt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© FĂŒr Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch
Mina
Time flew and Mina enjoyed staying with Yagai. It was fun to help her and to learn new things, but she still noticed that she became more and more restless. Her gift was what urged her forward. She still had no real control over it and that she used it to help the hag didnât make this any better. It felt as if something was stirring inside of her and Yagai noticed this as well.
âItâs time you move onâ, she mentioned nearly casually one morning.
Mina looked up from her breakfast in surprise.
âI have taught you everything that you need to know about medical herbs and plants and itâs no use that you waste your gift on letting the herbs in my garden grow fasterâ, she explained.
Mina had to agree, if she wanted to or not. She still didnât knew what consequences which spell had exactly; she saw that the soil lost its minerals faster if she used her gift, but she didnât know the exact extent of it. Her experiences were also limited to plants, even if Yagai had told her about Woodling-Mages that were able to manipulate the weather. Mina had tried to let it rain, but the only thing she got was a headache.
âYou need a proper teacher. A Mage from the city or, if you find him, one of the hermits. But I canât help you to understand your gift, but I told you that from the beginningâ, the hag continued.
Mina nodded. She had known all this for quite some time now.
âItâs best if you prepare to continue your journeyâ, Yagai suggested as conclusion.
Mina nodded again. So this should be her final goodbye from the herb woman. A part of her felt betrayed as she was nearly booted out, but the other part was thankful for the push into the right direction. Staying here longer would just hinder her search.
The following days Mina collect supplies. Though this time not only food, but also herbs. Yagai allowed her to pack a few of her ointments, others she and Mina freshly prepared so she could take them with her. On the third day Mina felt prepared enough and announced her departure; Yagai agreed.
The two women stood at the entrance and stowed the last supplies.
âHere. Donât forget thisâ, Yagai told her and gave Mina a bundle.
Mina took it carefully and unfolded it. It was sturdy travelling coat that had a few lotus fibres woven into the cloth for rain protection. This kind of coat was expensive and hard to procure, all the more happy was Mina about the gift. Without further ado she tightly hugged the hag.
âThank you. Thank you for everythingâ, she told her into her ear.
âYou are always welcome here, but only under one conditionâ, the hag retorted and held Mina at armâs length.
She nodded in agreement.
âThe next time you come here you will be a trained Mageâ, the hag requested and Mina agreed again with a nod.
Once again they embraced each other; then Mina packed the coat as well and put on the heavy backpack. With a few steps she had left the hut. Once more she turned around and waved before she went ahead. This goodbye wasnât as hard as the one from her family, but a tear still found its way down her cheek. It had been a great time and she didnât know when sheâd see the hag again, but when she did she would be able to make it rain above the herb bed, that she was certain of.
Behind the Scenes
Mina’s story will continue behind the 12th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Damian and Sasha.
I hope you enjoy the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
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