Category Archives: Review

Nora Bendzko: Kindsräuber

Read in English

Im letzten Märchensommer hatte ich euch bereits die Galgenmärchen von Nora Bendzko vorgestellt.
Dieses Jahr bekommt ihr die Rezensionen zu den Büchern. Angefangen mit Band 2, weil von vorne anfangen kann ja jeder.

Worum geht’s?

5 of 5 stars

Schon seit ihrer Kindheit kann Alene Geistern sehen und ihr wurde immer eingebläut vor ihnen wegzurennen. Doch diesem einen Geist kann sie nicht entkommen.

Sie sieht das schwarze Rumpelstilzchen zum ersten Mal, als die königliche Familie in Prag einzieht und hört seinen finsteren Reim. Kurz danach verschwinden oder sterben Kinder, deren Mütter zuvor den Geist gesehen haben.

Nun ist Alene selbst schwanger und begegnet nicht nur dem Rumpelstilzchen, sondern auch ihrem Kindheitsfreund Patrik Emil erneut. Auf ihrer Suche nach Antworten gelangt sie ins Prager Schloss und erfährt mehr über das dunkle Geheimnis des Geistes …

 

Das Leseerlebnis

Die Welt, die in dieser Geschichte aufgebaut wird ist düster und faszinierend. Ich wollte das Buch streckenweise gar nicht weglegen, weil da doch wieder etwas interessantes gerade passierte und ich wissen wollte, was dahinter steckte. Einige erzählerische Elemente (wie z.B. die Schwangerschaft, die ganz andere Gründe hat, als man ursprünglich annimmt) machten das nur noch umso stimmiger.

Dadurch, dass ich grade erst ein paar Monate zuvor selbst noch einmal in Prag gewesen bin, und auf der Burg, die in dieser Geschichte ein Hauptschauplatz ist, habe ich beim Lesen versucht die Orte aus dem Text mit den Bildern in meinem Kopf zu verknüpfen. Ich muss sagen, es hat erstaunlich gut geklappt. Andersherum wäre es eventuell gruselig geworden, mal schauen, ob es mich irgendwann nochmal dahin verschlägt. 😀

Die Charaktere

Ich mag Alene. Sie macht, was sie für richtig hält, stellt sich grausigen Geistern und verliert doch nicht ihre Güte und vor allem sich selbst, auch wenn sie manchmal kurz davor ist. Sie ist ein Charakter, der viel durchmachen muss und auch entsprechend menschlich auf diese Geschehnisse reagiert.

Patrik war mir hingegen etwas zu … hmm … undurchsichtig? Man wusste nie genau, woran man bei ihm ist und ich glaube kurzzeitig hätte ich ihm auch eine Beziehung zu einem der männlichen Nebencharaktere zugetraut. Eventuell wurde darauf sogar eingegangen und ich hab es wieder vergessen, ich sollte mir wirklich angewöhnen Rezensionen zeitnaher zu schreiben … Wie auch immer. Das zwischen ihm und Alene war das einzige, was ich nicht vollkommen nachvollziehen konnte, weil er so verschlossen wirkte.

Die Königin war ein ebenso wunderbarer Charakter. Wie so oft würde hier mehr sagen, aber einiges der Geschichte vorwegnehmen. 🙁

Der Großteil der restlichen Königsfamilie und Figuren haben mich mit dem Wunsch nach mehr Informationen zurückgelassen, aber dadurch, dass die Hauptfigur so wunderbar war, kann ich darüber hinweg sehen.

Generelle Meinung

Allein durch Alenes Charakter, der Einarbeitung des historischen Materials und der Umsetzung der Märchenelemente ist Kindsräuber verdient auf der Shortlist des Indie Seraph gelandet. Ich habe mehrfach mit einem breiten Grinsen dagesessen, wenn wieder eines der oben genannten Elemente anders war, als man es erwarten würde und es hat einfach Spaß gemacht diesen düsteren Thriller im Prag des 30-jährigen Kriegs zu verfolgen.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

In der Hintergrundgeschichte eines der Charakteren gibt es ein Easter Egg zum Galgenmärchen Wolfsucht, das ich im Juli rezensieren werde. Hab ich mich sehr drüber gefreut, als ich das entdeckt habe. 😀

Letztes Jahr habe ich Nora bereits interviewed, wer also gerne nachlesen möchte, kann das gerne tun. Gerade arbeitet sie an einem weiteren Galgenmärchen zu Rapunzel.

Einen Print dieses Buches könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
____________________________
Lies auf Deutsch

Last Märchensommer I already introduced you the Galgenmärchen (hangman’s tales) by Nora Bendzko.
This year  you get the reviews for the books. Starting with volume 2, because starting from the beginning is simple.

What is it about?

5 of 5 stars

Alene has been seeing ghosts since she was a child and has always been told to run away from them. But she cannot escape this one ghost.

She sees the black Rumpelstiltskin for the first time when the royal family arrives in Prague and hears his sinister rhyme. Shortly afterwards, children whose mothers have seen the spirit disappear or die.

Now Alene herself is pregnant and meets not only Rumpelstiltskin but also her childhood friend Patrik Emil again. In her search for answers, she enters Prague Castle and learns more about the ghost’s dark secret…

The reading experience

The world that is established in this story is dark and fascinating. I didn’t even want to put the book down at times, because something interesting was happening and I wanted to know what was behind it. Some narrative elements (such as the pregnancy, which has completely different reasons than originally assumed) only made this all the more consistent.

Having just been back to Prague, and at the castle, which is the main stage in this story, a few months before, I tried to link the places in the text with the images in my head while reading it. I must say, it worked out surprisingly well. The other way around, it might have been spooky, let’s see if I will ever visit it again. 😀

The characters

I like Alene. She does what she thinks is right, faces gruesome spirits and yet does not lose her goodness and above all herself, even if she is sometimes on the brink. She is a character who has to go through a lot and also reacts humanly to these events.

Patrik, on the other hand, was a little too… hmm … obscure? You never knew exactly where you stood with him and I think for a moment I would have thought he had a relationship with one of the male side characters. Maybe it was even discussed and I forgot again, I should really get used to writing reviews sooner… However. The thing between him and Alene was the only thing I couldn’t fully understand, because he seemed so withdrawn.

The queen was an equally wonderful character. As so often would telling more reveal too much of the story. 🙁

Most of the rest of the royal family and characters left me wanting more information, but because the main character was so wonderful, I can overlook it.

General Opinion

Through Alene‘ s character alone, the incorporation of the historical material and the implementation of the fairy tale elements, Kindsräuber deserved to be placed on the Shortlist of the Indie Seraph. I have sat here several times with a broad grin when one of the above elements was different than one would expect and it was simply fun to follow this dark thriller in Prague during the 30-year war.

Stuff I’d like to add

In the background story of one of the characters there is an Easter Egg to the Galgenmärchen Wolfsucht, which I will review in July. I was very happy when I found this. 😀

Last year I already interviewed Nora, so if you’d like to read it, you’re welcome to do so. She is currently working on another Galgenmärchen  about Rapunzel.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Sabrina Schuh: Unter schwarzen Federn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum elften Band der Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn von Sabrina Schuh, einer Adaption von Hans-Christian Andersen’s „Das hässliche Entlein“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Egal wo Fee hinkommt, irgendwann wird sie überall ausgeschlossen und gemobbt. Es zerrt an ihr und irgendwann sieht sie keinen anderen Ausweg als es permanent zu beenden.

Grade noch rechtzeitig kommt Markus hinzu und kann sie davon abhalten, schafft es sogar sie dazu überreden sich Hilfe in einer Therapie zu suchen.

Doch wird es Fee schaffen, sich ihrer inneren Dunkelheit zu stellen oder wird sie nur wieder enttäuscht werden?

Das Leseerlebnis

In recht kurzen Kapiteln wechselt der Erzähler zwischen Fee und Markus, was oft interessant, teils aber auch anstrengend ist. Ich mag es, wenn Geschehnisse von mehreren Seiten beleuchtet werden, hier hat es mich hin und wieder gestört, denn die Ich-Erzähler reden mit dem Leser ähnlich wie mit einem Tagebuch, wodurch die Stimmung, die der eine Charakter geschaffen hat, von der Reaktion des Zweiten gelegentlich geschmälert wird. Aber vielleicht störe ich mich hier zu sehr an den jugendlichen Reaktionen, die die doch noch recht jungen Charaktere mit sich bringen. Man könnte das Buch durchaus zu Young Adult zählen und das ist ja eher nicht so meins.

Der Verlauf der Geschichte, die gezeigten Therapie-Ansätze und der Kampf, den Fee durchmacht, macht das Ganze wieder wett. Bei einigem davon fühlte ich mich an mich selbst erinnert, denn wie ich beim Axolotl schon schrieb, habe ich ähnliches durchgemacht, nur nicht so schlimm wie die beiden jeweiligen Protagonistinnen. Ihre Entwicklung war gut nachzuvollziehen und wenn man auf die Scherenschnitte am Seitenende achtet, sieht man auch, wenn sie einen wichtigen Schritt gemacht hat. Ein Daumenkino ist das auch. 😀

Die Charaktere

Fee schwankte für mich ein wenig zwischen nervigem/zickigem Teenager und jemand den ich einfach nur in den Arm nehmen wollte, um ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Für viele Dinge habe ich daher Verständnis aufgebracht, hin und wieder hätte ich sie doch gerne geschüttelt. Ihr Wandel war nachvollziehbar und gut gezeigt.

Markus war allerdings noch frustrierender was das anging. Ich bin mir nicht sicher, wie gut ich es finde, dass er sich in Fees Leben eingemischt hat und wie falsch die eigenen Dinge waren, die er gelegentlich eingebracht hat um ihr zu helfen und es dadurch schlimmer gemacht hat, weil er sie nicht ganz durchdacht hat.

Die Freundschaft/Beziehung der beiden wirkte zum Teil etwas konstruiert, etwas zu … passend (convenient) … ich fand es gut, dass gerade auch das von den Charakteren selbst angesprochen wurde und vor allem, dass die beiden auch wirklich über Dinge gesprochen haben. Offene Kommunikation ist ja doch etwas, dass in Geschichten oft untergeht, um ja noch etwas mehr Konflikt zu erzeugen. Hier ist es ein Mittel um die Charaktere vorwärts zu bringen, um ihnen einen neuen Weg aufzuzeigen und das wurde wunderbar umgesetzt.

Die Nebencharaktere wurden nicht sehr ausgezeichnet, aber man merkte ihnen ihre Bestimmung an. Die positiven Helfer in der Klinik, die Unbeteiligten in Markus‘ Band und die Mobber als Gegenspieler. Für die Erzählung, die doch darauf beruhte Fees Entwicklung zu folgen, war das auch nicht notwendig und hätte nur von der Tiefe abgelenkt.

Generelle Meinung

Fees Teil der Geschichte spielt eigentlich hauptsächlich in der Klinik, aber es fällt nicht auf und es stört auch nicht, denn ihre Entwicklung vom Entchen zum Schwan steht im Fokus. Ein Szenenwechsel wäre hier sicherlich nicht hilfreich gewesen und den bekommen wir durch Markus Außensicht etwas.

Wie schon der Axolotl ist diese Geschichte wichtig, denn viel zu viele Leute leiden unter ähnlichen Problemen. Mobbing, Suizidgedanken und Depressionen sind leider viel zu häufig in unserer Gesellschaft. Ohne Zeigefinger wird gezeigt, dass es Hilfe gibt, das es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu holen und vor allem, das man nicht alleine ist. Und das manchmal die Hilfe aus ganz unerwarteten Quellen kommen kann. Und das ist die beste Botschaft, die man dieser Adaption entnehmen kann.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Dieses Buch ist immer noch eine Märchenadaption. Das heißt, einige Dinge wurden verschönert, so zum Beispiel das wunderbare Klinikpersonal, dass Fee auf ihrem Weg begleitet und essentiell zu ihrer Veränderung beiträgt. Leider ist eine solch individuelle Behandlung und vor allem positive Behandlung nicht immer gewährleistet. Sei es, weil das Personal überfordert ist oder sie einfach alle Patienten über den gleichen Kamm geschert wird. Ich weiß es nicht, frage mich aber wie solche Menschen überhaupt in ihre jeweiligen Positionen gekommen sind, da sie ja doch nicht das tun, was in ihrer Jobbeschreibung steht …

Im Verlauf der Geschichte macht Sabrina eine Anspielung auf einen Sänger, der sich aufgrund seiner Depression das Leben genommen hat. Das hat es für mich realistischer gemacht, denn das war damals auch für mich ein Schock gewesen, dass auch er den Kampf nicht gewonnen hat. Eines seiner Lieder spielt eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte, irgendwie hatte ich nachdem die Band genannt wurde allerdings ein anderes Lied im Kopf, aber das ausgewählte passt wesentlich besser.

Oh! Schaut! Da hat sich doch tatsächlich eine Ente in diesen Beitrag verirrt und die Kombination 13-H mitgebracht!

Wenn ihr auf Facebook der Spur des Hashtags #Märchenente folgt, könnt ihr noch zwölf weitere Position-Buchstaben-Kombinationen finden! Alle zusammen ergeben ein Lösungswort mit dem ihr hier: #Märchenente an der Verlosung von tollen Preisen teilnehmen könnt! (U.a. ein E-Book und jede Menge signierte Goodies), wenn du Hilfe brauchst schau hier vorbei: Hilfe!

Ein weiteres E-Book von Unter schwarzen Federn könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Morgen gibt es dann hier ein Interview mit Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
____________________________
Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eleventh volume of the Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn (Under Black Feathers) by Sabrina Schuh, an adaption of Hans-Christian Andersen’s „The ugly duckling“.

What is it about?

4 of 5 stars

No matter where Fee goes, at some point she is excluded and bullied everywhere. It draws on her and at some point she sees no other way out than to end it permanently.

Just in time Markus arrives and can stop her, even manages to persuade her to seek help in a therapy.

But will Fee be able to face her inner darkness or will she only be disappointed again?

The reading experience

In quite short chapters the narrator changes between Fee and Markus, which is often interesting, but sometimes exhausting. I like it when events are illuminated from several sides, here it bothered me now and then, because the first-person narrators talk to the reader in a manner similar to a diary, whereby the mood created by one character is occasionally diminished by the reaction of the second. But maybe I’m too bothered here by the youthful reactions that the still quite young characters bring with them. You could count the book to Young Adult and that’s rather not mine.

The course of the story, the therapy approaches shown and the struggle that Fee is going through make up for this. Some of them reminded me of myself because, as I wrote with the Axolotl, I’ve been through similar things, not as bad as the two respective protagonists. Her development was easy to understand and if you look at the silhouettes at the bottom of the page, you can also see when she took an important step. Making it a flipbook. 😀

The characters

Fee wavered for me a little between annoying/bitchy teenager and someone I just wanted to hug to prove to her that she is not alone. That’s why I showed understanding for many things, now and then I would have liked to shake her. Her metamorphosis was understandable and well demonstrated.

Markus was even more frustrating in that respect. I’m not sure how good I think it was that he interfered in Fee’s life and how wrong the things he occasionally brought in to help her were, which made matters worse because he hadn’t thought them through.

The friendship/relationship between the two seemed to be somewhat constructed, something too… convenient … I liked the fact that this was also mentioned by the characters themselves and above all that they really talked about things. Open communication is something that often falls short in stories in order to create even more conflict. Here it is a means to bring the characters forward, to show them a new way and this was done wonderfully.

The side characters weren’t very distinguished, but you could tell their purpose. The positive helpers in the clinic, the uninvolved in Markus‘ band and the mobbers as opponents. For the story, which was based on Fee’s development to follow, this wasn’t necessary and would have only distracted from its depth.

General Opinion

Fee’s part of the story actually takes place mainly in the clinic, but it goes unnoticed and doesn’t interfere, because the focus is on her development from duckling to swan. A change of scene would certainly not have been helpful here and we get it from Markus‘ outside view.

Like with the Axolotl, this story is important, because far too many people suffer from similar problems. Bullying, suicidal thoughts and depression are unfortunately far too frequent in our society. Without lecturing it is shown that there is help, that it is not bad to get help and above all, that you are not alone. And that sometimes the help can come from quite unexpected places. And this is the best message that can be taken from this adaptation.

Stuff I’d like to add

This book is still a fairy tale adaptation. This means that some things have been brightened up, such as the wonderful clinic staff who accompany Fee on her way and make an essential contribution to her improvement. Unfortunately, such individual treatment and above all positive treatment is not always guaranteed. Be it because the staff is overwhelmed or because all patients are simply lumped together. I don’t know, but I wonder how such people got into their respective positions, since they don’t do what is written in their job description…

In the course of the story Sabrina makes an allusion to a singer who has taken his own life because of his depression. That made it more realistic for me, because it was a shock for me at the time that he did not win the fight either. One of his songs plays an important role in the course of the story, somehow after the band was named I had another song in mind, but the selected one fits much better.

Tomorrow there will be an interview with Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Julia Maar: Der Siebte Sohn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum neunten Band der Märchenspinnerei:Der Siebte Sohn von Julia Maar, einer Adaption von „Aschenputtel“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Robin ist mit seinem Leben als Lehrling in der Schmiede eigentlich ganz zufrieden, doch viel lieber würde er ein echter Ritter sein und gemeinsam mit seinen royalen Halbbrüdern an Turnieren teilnehmen. Als sein ältester Bruder Dante ihn schließlich zu seinem Knappen macht, könnte er nicht glücklicher sein.

Seine Freude wird jedoch schnell getrübt, als er einen seiner Brüder davon abhält, wie er sich an der jungen Magd Vivienne vergehen will.
Doch diese Tat könnte das Ende seines Traums bedeuten …

Das Leseerlebnis

Auch wenn ich das Buch kurz nach erscheinen auf der BuchBerlin – inklusive Autogramm von Julia – erstanden habe, habe ich es erst kurz vor dem Märchensommer tatsächlich gelesen. Zu dem Zeitpunkt war es bereits auf der Long- und später auf der Shortlist des  Deutschen Phantastik Preises (noch könnt ihr abstimmen dafür). D.h. meine Erwartungen waren relativ hoch, auch wenn ich versucht habe sie zu drücken.

Da es ein relativ kurzes Buch ist, hatte ich es auch relativ schnell durch, was aber auch bedeutete, dass einige Handlungsstränge oder Hintergrunde nur angedeutet und nicht ausgebaut wurden.
Das störte in den meisten Fällen allerdings nicht, da selbst das schon genügte das entsprechende Bild zu zeichnen.

Der finale Twist wirkte etwas sehr konstruiert, aber doch auf eine gewisse Art glaubwürdig. Man konnte es sich denken, vielleicht nicht unbedingt so, aber es war doch recht offensichtlich, das hinter dem Charakter mehr steckte.

Die Charaktere

Robin ist ein Niemand, ein Außenseiter, der Bastard des Königs, der eher geduldet als gemocht wird. Ich gehöre ja zu denen, die eher Kontakt zu den Außenseiter knüpfen kann, wodurch er mir sehr sympatisch war. Auch wenn mich seine Naivität gegenüber seinen Brüdern doch etwas genervt hat. Glücklicherweise hat er das ja schnell abgelegt.

Vivienne und Karl waren eine wunderbare Ergänzung. Clever, witzig und gefühlvoll, neugierig und loyal.
Hinter allen dreien steckt noch so viel mehr Geschichte, die leider auf den Seiten keinen Platz mehr gefunden hat.

Über die Prinzen hingegen muss ich gar nicht mehr wissen, es würde mich vermutlich zu sehr aufregen … solche Kotzbrocken … *grummel* oder in anderen Worten: Sehr gute, unsympathische Charaktere.

Die Eltern der ganzen Leute hier spielten zwar eine Nebenrolle, so ganz genau konnte ich ihren Argumentationen allerdings nicht folgen. Einiges erschien mir zu unlogisch, aber vielleicht bin ich hier auch wieder zu sehr Realist und mein romantisches Unverständnis lässt das nicht zu. 😀

Welchen Charakter ich allerdings nicht wirklich verstanden habe, war der Hund – und ein bisschen das doch recht menschliche Pferd … Die Enthüllung zu ihm, war für mich ein „Hä? Wie jetzt?“- Moment und mir fehlt hier einfach die essentielle Information wer zuerst da war … und wie das überhaupt funktioniert …

Generelle Meinung

Das Originalmärchen wurde auf wunderbare Weise eingebaut. Der Schuh, die Magie und das alles ohne tote Eltern und Stiefgeschwister. 😀 Na gut, nicht ganz ohne tote Eltern, aber die waren nicht auf Aschenputtels, ähm, Robins Seite der Familie …

Meiner Meinung nach hat das Buch seinen Platz auf der Liste verdient, selbst wenn für mich hier und da noch an Schräubchen gedreht oder noch was ergänzt werden könnte, damit es komplett rund ist.

Alles in Allem hat die Geschichte einfach ein Happy End, das man den Charakteren von Herzen gönnt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Die Märchenspinnerei ist dafür bekannt, ungewöhnliche Adaptionen zu schreiben. Zusammen mit der Anthologie „Es war einmal …. ganz anders“ ist dies die erste von drei Aschenputtel-Adaptionen, die nicht den traditionellen Geschlechterrollen entsprechen. Auf Twitter habe ich mich ein bisschen genauer dazu ausgelassen: Cinderella Funfacts.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Julia. Ein E-Book von Der Siebte Sohn könnt ihr während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
____________________________
Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the nineth volume of the Märchenspinnerei: Der Siebte Sohn (The Seventh Son) by Julia Maar, an adaptation of the Cinderella.

What is it about?

4 of 5 stars

Robin is quite happy with his life as an apprentice in the forge, but he would much rather be a real knight and take part in tournaments together with his royal half-brothers. When his eldest brother Dante finally makes him his squire, he couldn’t be happier.

However, his joy is quickly clouded when he prevents one of his brothers from wanting to molest the young maid Vivienne.
But this act could mean the end of his dream…

The reading experience

Even though I bought the book shortly after it was published on BuchBerlin – including Julia’s autograph – I only read it shortly before the fairytale summer. At that time it was already on the long list and later on the shortlist of the Deutschen Phantastik Preises (German Fantasy Prize – you can still vote for it). Meaning my expectations were relatively high, even if I tried to push them down.

Since it is a relatively short book, I went through it relatively quickly, which also meant that some storylines or backgrounds were only hinted at and not expanded.
This did not disturb in most cases, however, since even that was already enough to draw the corresponding pictures.
The final twist seemed very constructed, but in a certain way credible. You could have figured it out, maybe not necessarily like that, but it was quite obvious that there was more to the character.

The characters

Robin is a nobody, an outsider, the king’s bastard, who is tolerated rather than liked. I am one of those who rather like to socialize with the outsiders, which made me very fond of him. Even if I was a little annoyed by his naivety towards his brothers. Fortunately, he got rid of that quickly.

Vivienne and Karl were a wonderful addition. Smart, funny and soulful, curious and loyal.
Behind all three of them there is so much more to tell, which unfortunately has not found a place on the pages.

About the princes, however, I don’t need to know any more, it would probably agitate me too much… such scoundrels … *grumble* or in other words: Very good, unsympathetic characters.

The parents of all the people here played a supporting role, but I couldn’t follow their arguments exactly. Some things seemed too illogical to me, but maybe I am too much of a realist here again and my romantic incomprehension does not allow that. 😀

However, the character I didn’t really understand was the dog – and a little bit the quite human horse… The revelation regarding him was a „Huh? What now?“ moment for me and I just lack the essential information of who was there first… and how that even works…

General Opinion

The original Fairy Tale was wonderfully incorporated. The shoe, the magic and all this without dead parents and stepsiblings. Well, not entirely without dead parents, but they weren’t on Cinderella’s, um, Robin’s side of the family…

In my opinion, the book deserves its place on the list, even if here and there I would have liked to have some fine tuning or something added so that was completely round.

All in all, the story just has a happy ending, which you grant the characters from the bottom of your heart.

Stuff I’d like to add

The fairy tale spinning mill is known for writing unusual adaptations. Together with the anthology „Es war einmal …. ganz anders“ (Once upon a time…. quite different), this is the first of three Cinderella adaptations that do not conform to traditional gender roles. On Twitter I explained a little bit more about it: Cinderella Funfacts.

Tomorrow there will be an interview with Julia.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Katherina Ushachov: Zarin Saltan

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum achten Band der Märchenspinnerei: Zarin Saltan von Katherina Ushachov, einer Adaption von des russischen Märchens „Zar Saltan„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Slavistik Studentin Anna will eigentlich nur eins: Endlich ihren Abschluss in der Tasche haben. Es kommt dann allerdings doch alles anders, als Viktor in einer kitschigen Russenbar begegnet.

Als ihre Freundinnen sie schließlich einfach zu einer russischen Heiratssendung anmelden und sie in gerade dieser Sendung erneut auf Viktor trifft, ist gar nichts mehr so, wie sie es sich vorstellt.

Ihre Freundinnen allerdings gönnen ihr ihr neues Glück nicht und hecken einen perfiden Plan aus. Nur eine kann Anna nun noch helfen: Eichhörnchen Irina.

Das Leseerlebnis

Anfang des Jahres habe ich Katherina bei ihrer Aktion #Schusselhörnchen unterstützt, kurz darauf, habe ich dann angefangen es endlich selbst zu lesen.

Mit einer netten Prise Humor führt sie leicht durch die Handlung, die Streckenweise aber auch sehr dunkle und psychotische Züge annimmt.

Das Originalmärchen habe ich erst im Zusammenhang mit der Veröffentlichung gelesen und finde, dass die Elemente des Originalmärchens auf faszinierende Weise eingebunden wurden. Besonders die Umsetzung des schnell heranwachsenden Sohns fand ich klasse, auch wenn das für werdende Mütter vielleicht keine allzu nette Szene ist. Im „echten Leben“ wäre das aber SEHR merkwürdig gewesen … und eher in Richtung Science Fiction als Fantasy.
Was ich auch hier wieder großartig fand, ist das es das Märchen im Märchen gibt und darauf Bezug genommen wird, wie schon bei Hollerbrunn.

Allerdings merkt man der Geschichte an, dass Katherina selten Romantik schreibt, denn in der Hinsicht habe ich an einigen Stellen nicht so sehr mit den Charakteren mitgefiebert, wie ich es bei anderen getan hätte. Nichtsdestotrotz waren die Szenen während der Heiratssendung zum Fremdschämen gut geschrieben. 😀

Die Charaktere

Anna ist eine kluge, unabhängige Frau. Selbst als sie mit Viktor zusammenkommt schmeißt sie nicht sofort alles hin um nur noch Hausfrau zu sein, sondern kümmert sich weiterhin um ihren Abschluss. Wunderbar, ganz anders als die Zarin im Märchen. Selbst als alles verloren scheint, gibt sie nicht auf, reißt sich zusammen und tut was ihr das sprechende Eichhörnchen sagt. 😀

Viktor hingegen wirkt etwas platt, da sein Hauptstreben ist, der Frau in die er verliebt ist hinterherzutrauern oder sie zu vergöttern. Also genau das, was normalerweise die Rolle der Frau ist, was es wieder irgendwie … lustig macht. Dennoch hat auch er ein paar Momente, vor allem in Interaktion mit seinem Kollegen Kurschakov, die das wieder etwas wett machen.

Was mich am meisten störte, war der schnelle Abriss der Beziehung zwischen Anna und Viktor. Auf nur einer Seite rast Katherina durch genau die Momente, die für mich die Beziehung glaubhaft und mich den Charakteren näher gebracht hätte. Dadurch konnte mich der Schicksalsschlag, der Anna widerfährt erst viel später treffen und das fand ich schade. Diese kleinen Szenen und Momente, die fast zum Schluss erzählt werden hätte ich mir viel früher gewünscht.

Annas Freundinnen waren den Schwestern der ursprünglichen Zarin nachempfunden und waren so hinterhältig und arg, dass ich mich mehrmals fragte, warum Anna immer noch mit ihnen befreundet war, warum sie ihnen immer wieder eine Chance gab.

Die anderen Charaktere spielten nur kleinere Rollen, hatten aber zum Teil trotzdem ein bisschen Hintergrundgeschichte, wie zum Beispiel die Moderatorin der Heiratssendung.

Wen ich noch vergessen habe ist natürlich das quirlige Eichhörnchen, das Anna zu ihrem Glück verhilft. Zu viel will ich über sie gar nicht verraten, nur, dass ich bei jeder Erwähnung eines Eichhörnchens bereits die Ohren gespitzt hatte. 😀

Generelle Meinung

Als jemand, der mit russischen Märchenfilmen und den Überbleibseln der ehemaligen russischen Besatzungszone/DDR aufgewachsen ist, hatte ich, denke ich, eine andere Herangehensweise an diese Adaption. Ich wusste, wie bizarr russische Märchen sein können. Bei Lesern, die diesen Hintergrund nicht haben, könnte es sein, dass hier ein bisschen der Bezug und dadurch der Wunsch es zu lesen, fehlen könnte, was sehr schade ist.

Auch wenn Katherina an der Romantik und die dadurch verbundene Nähe zu den Charakteren noch etwas feilen muss, fühlte ich mich gut unterhalten. Humor und Ernsthaftigkeit wechselten sich passend ab und langweilig war die Geschichte nie. 😀

Dinge, die ich hinzufügen möchte

In „Magisches Erbe“ aus der Reihe „Schuld der Ahnen“ von Anna Kleve, hat das Buch sogar einen Gastauftritt, aber dazu mehr, wenn ich das Buch in ein paar Wochen rezensiere.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Katherina. Ein Exemplar von Zarin Saltan könnt ihr in der Märchenrallye nächste Woche als E-Book und durch das Sammeln von Punkten während des Sommers als E-Book und signiertem Print gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
____________________________
Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eighth volume of the Märchenspinnerei: Zarin Saltan(Tzaritza Saltan) by Katherina Ushachov, an adaptation of the Russian Fairy Tale „Tzar Saltan„.

What is it about?

4 of 5 stars

Slavic studies student Anna only wants one thing: to finally have her degree. But then everything goes differently when she meets Viktor in a kitschy Russian bar.

When her friends eventually register her for a Russian marriage show and she once again meets Viktor on this show, nothing is the way she imagined it.

Her friends, however, do deny her her new happiness and hatch a perfidious plan. Only one can help Anna now: Squirrel Irina.

The reading experience

Earlier this year I supported Katherina with her promotion #Schusselhörnchen, shortly afterwards, I finally started to read it myself.

With a nice pinch of humor she leads easily through the plot, which also takes on very dark and psychotic features.

I read the original fairy tale only in context with the publication and think that the elements of the original fairy tale were incorporated in a fascinating way. I especially liked the realization of the rapidly growing son, even though this may not be too nice a scene for expectant mothers. But in „real life“ this would have been VERY strange… and more science fiction than fantasy.
What I found great here again is that there is the fairy tale in the fairy tale and it is referred to, like it was in Hollerbrunn.

But you can tell from the story that Katherina seldom writes romance, because in that respect I wasn’t as excited about the characters in some places as I would have been with others. Nevertheless, the scenes during the marriage show were well written to feel ashamed for them (fremdschämen as we call it in German). 😀

The characters

Anna is a smart, independent woman. Even when she meets Viktor, she doesn’t immediately throw everything away to be just a housewife, but continues to take care of her graduation. Wonderful, very different from the Tsarina in the fairy tale. Even when everything seems lost, she doesn’t give up, pulls herself together and does what the talking squirrel tells her to. 😀

Viktor, on the other hand, seems a little bland because his main striving is to mourn or worship the woman he is in love with. So exactly what is normally the role of the woman, which somehow makes it … funny. Nevertheless, he also has a few moments, especially in interaction with his colleague Kurschakov, which make up for that somewhat.

What bothered me the most was the quick breakdown of the relationship between Anna and Viktor. On only one page Katherina races through exactly the moments that would have made the relationship credible for me and brought me closer to the characters. Thus, the blow of fate that happens to Anna only hit me much later and that was unfortunate. Those little scenes and moments that are told almost at the end I would have wished for much earlier.

Anna’s friends were based on the sisters of the original Czarina and were so deceitful and despicable that I asked myself several times why Anna was still friends with them, why she always gave them another chance.

The other characters only played smaller roles, but still had some background stories, like for example the host of the marriage show, which was a nice addition.

Who I forgot is of course the lively squirrel, which helps Anna achieve her happiness. I don’t want to tell you too much about her, only that I had already pricked up my ears every time a squirrel was mentioned. 😀

General Opinion

As someone who grew up with Russian fairy tale films and the remnants of the former Russian occupation zone / GDR, I think I had a different approach to this adaptation. I knew how bizarre Russian fairy tales could be. For readers who do not have this background, it could be that the connection and therefore the desire to read it could be missing, which is a pity.

Even though Katherina still needs to work on the romance and the resulting closeness to the characters, I felt well entertained. Humour and seriousness alternated and the story was never boring. 😀

Stuff I’d like to add

In „Magisches Erbe“ (Magical Heritage) from the series „Schuld der Ahnen“ (Sins of the Ancestors) by Anna Kleve, the book even has a guest appearance, but more about that when I review the book in a few weeks.

Tomorrow there will be an interview with Katherina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Anna Holub: Meerschaum

Read in English

Auch in diesem Märchensommer werde ich wieder ein paar Bücher rezensieren. Anfangen möchte ich dabei mit dem siebten Band der MärchenspinnereiMeerschaum von Anna Holub, einer Adaption von Hans-Christian Andersens „Kleinen Meerjungfrau„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Journalist Oliver steckt in der Krise, die Schreibblockade hat ihn voll erwischt. Als er auf drängen seiner „Chefin“ endlich etwas abliefert, kommt er vom Regen in dir Traufe. Anstatt seines Enthüllungsberichts über illegalen Menschenhandel in einem Großkonzern, soll er eine Jobhudelei auf eben jenen verfassen. Doch hinterrücks bittet der junge Firmenchef ihn ein paar weitere Nachforschungen für ihn anzustellen.

Und was hat das Ganze eigentlich mit der unbekannten Schönheit zu tun, von dem sein Freund Mathieu so angetan ist?

Die Kleine Meerjungfrau als Skandinavien-Krimi.

Das Leseerlebnis

Meerschaum war der letzte Band, der während des letzten Sommers herausgekommen ist. Schon die ersten Veröffentlichungsteaser hatten mich neugierig gemacht und das obwohl ich nicht unbedingt ein Krimileser bin, die schaue ich mir lieber als Serien an. Anna hat die Geschichte um Oliver und die stumme Fremde jedoch so gut aufgearbeitet, dass es ich es nicht weiter bemerkte, denn der eigentliche Krimi Aspekt war eher in eine hautnah-Recherche umgewandelt.

An ein paar Stellen gingen mir die Übergänge zu schnell, da hätte ich mir etwas mehr Inhalt, mehr Erklärung gewünscht, um besser nachvollziehen zu können, warum ein Charakter was nun gerade macht – und wie viel Einfluss tatsächlich die Undine darauf hatte.

Die Einbindung dieser Sagengestalten ist einerseits gut gelungen, andererseits für meinen Geschmack etwas kurz geraten, aber ich bin jemand der gerne ausschweifende Erklärungen über magische Wesen liest. Selbst zum Schluss wusste ich leider nicht genau, was die Undinen dieser Geschichte nun eigentlich konnten.

Was auch sehr offen geblieben ist, ist das Ende an sich und solange Anna nicht explizit irgendwo schreibt, dass der eine Charakter tatsächlich tot ist, werde ich der festen Überzeugung sein, dass es noch eine Rettung gab … und selbst wenn, werde ich es eventuell einfach öhm … ignorieren. 😀

Die Charaktere

Wie ich bereits im letzten Sommer gesagt habe, war mir Oliver von vornherein sympatisch und er ist es auch im Verlaufe des Buches geblieben. Seine doch recht zynische Art die Dinge anzugehen, machen ihn definitiv zu einem der Highlights des Buches.

Mathieu hingegen war mir schon zu anstrengend, zu sehr versessen darauf das Mädchen zu finden und zu labil, was nur darauf hinweist, dass seine Charakterisierung als der besessene Freund gut funktioniert.

Neben Oliver war Komissarin Berg mir noch am sympatischsten, die zwar den Regel folgt, aber doch ihren eigenen Weg geht, ihr Kollege ging mir einfach nur auf den Keks, aber das war vermutlich so beabsichtigt.

Die Meerjungfrau selbst schwankte zwischen sehr genialen Momenten und solchen, die sich für mich nur schlecht mit diesen verbinden ließen. Als wäre sie zwei verschiedene Personen. Was in gewisser Weise ja auch irgendwie stimmt …

Viele der Nebencharaktere werden nur kurz eingeführt und verschwinden dann, um später nochmal einen kleinen Auftritt zu haben, was dafür sorgte, dass hin und wieder die Zusammentreffen leider schon etwas konstruiert wirkten.

Generelle Meinung

Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut. Je mehr Details zum Vorschein kommen, umso mehr fügt sich das große Rätsel zu einem stimmigen Ganzen zusammen, so wie es bei einem guten Krimi der Fall sein muss. Auch wenn mir wie gesagt, kleinere Details dann doch fehlten.

Die Stimmung des Ganzen ist wunderbar festgehalten, die Charaktere wirken für ihre Zwecke realistisch, trotz konstruierter Treffen und ich staune über den Kaffeekonsum der Dänen …

Ich hätte mir wie gesagt auch ein bisschen mehr zur Undinenlegende gewünscht, aber das ist persönliche Meinung.

Gefallen hat es mir definitiv und meine Vorfreude wurde bestätigt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Aus irgendeinem Grund habe ich mich sehr schwer getan mit dieser Rezension. Ob Olivers Schreibblockade abgefärbt hat? Ich weiß es nicht … es kann also sein, dass ich den Text oben immer mal wieder noch ein Stück anpasse, wenn mir etwas einfällt, an das ich bisher nicht gedacht habe.

Morgen gibt es dann nicht nur hier ein Interview mit Anna, sondern bei Trimagie und Drachengeschichten und Nordlichter auf Facebook auch die ersten Bilderrätsel.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
____________________________
Lies auf Deutsch

This Fairy Tale Summer I will again review a few books. I would like to start with the seventh volume of the Märchenspinnerei: Meerschaum by Anna Holub, an adaptation of Hans-Christian Andersen’s „Little Mermaid„.

What is it about?

4 of 5 stars

Journalist Oliver is in a slump, the writer’s block has hit him hard. When he finally delivers something at the insistence of his „boss“, he comes out of the frying pan into the fire. Instead of his disclosure report about illegal human trafficking in a large corporation, he is to write an adulation of the same. But behind closed doors the young company boss asks him to do some more research for him.

And what does all this have to do with the unknown beauty his friend Mathieu is so taken with?

The Little Mermaid as a Scandinavian thriller.

The reading experience

Meerschaum was the last volume that came out during the last summer. Already the first release teasers had made me curious and this although I am not necessarily a detective story reader, I prefer to watch them as series. Anna worked out the story about Oliver and the mute stranger so well, however, that I didn’t notice it further, because the actual thriller aspect was rather transformed into first-hand research.

In a few places the transitions went too fast for me, I would have wished for a bit more content, more explanation, in order to be able to understand better why a character does something – and how much influence the Undine actually had on it.

The integration of these legendary creatures has succeeded well on the one hand, on the other hand it is a little short for my taste, but I am someone who likes to read excessive explanations about magical beings. Even at the end I didn’t know exactly what the undines of this story actually could do.

What also remained very open is the end itself and as long as Anna does not explicitly write somewhere that one character is actually dead, I will be convinced that there was still a rescue… and even if she does, I might just, um … ignore it. 😀

The characters

As I said last summer, I liked Oliver right from the start and he remained so throughout the book. His cynical way of doing things definitely makes him one of the highlights of the book.

Mathieu, on the other hand, was already too stressful, too eager to find the girl and too unstable, which only indicates that his characterization as the obsessed friend works well.

Besides Oliver, Commissioner Berg was the one I liked most, she follows the rules but still goes her own way, her colleague just got on my nerves, but that was probably the intention.

The mermaid herself wavered between very ingenious moments and moments that I found difficult to connect to them. Like she’s two different people. Which is in a way somehow true…

Many of the side characters are introduced only briefly and then disappear in order to have a small performance later on, which unfortunately made the encounters seem somewhat constructed now and then.

General Opinion

The story has a fascinating composition. The more details come to light, the more the big mystery merges into a coherent whole, as it must be with a good thriller. Even though, as I said, some minor details were missing.

The mood of the whole thing is wonderfully captured, the characters seem realistic for their purposes, despite constructed meetings and I am amazed about the coffee consumption of the Danes…

As I said, I would have liked a little more on the undine legend, but that is my personal opinion.

I definitely liked it and my anticipation was justified.

Stuff I’d like to add

For some reason I had a hard time with this review. I wonder if Oliver’s writer’s block has rubbed off? I don’t know… so it may be that I adjust the text above every now and then, if I remember something I have not thought of so far.

Tomorrow there will not only be an interview with Anna here, but also the first picture puzzles at Trimagie and Drachengeschichten und Nordlichter  on Facebook.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Janna Ruth: Im Bann der zertanzten Schuhe

Read in English

Im Rahmen des Märchensommers bekommt ihr meine Rezension zu Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth.

Worum geht’s?

5 of 5 stars

Auch nach zwei Jahren hat der Krieg immer noch Einfluss auf Jonas und Albträume und Visionen sind seine ständigen Begleiter. Als er eines Tages durch eine neue Stadt wandert, erreicht er die DeModie und die fröhliche Sophie, die daraus herausstolpert, verzaubert ihn unerwartet mit ihrer Lebendigkeit. Kurz danach erfährt er, dass der Job, für den er sich bewirbt, von ihrem Vater ist, der ihn einstellen will, um zu wissen, was seine Tochter jeden Abend macht. Wie Jonas bald herausfindet, tanzt die ehemalige Ballerina mit ihrem Prinzen Luca im DeModie, einem verzauberten Reich mitten im Nachtleben.

Die zertanzten Tanzschuhe mit weniger Prinzessinnen, aber noch magischer durch die Märchenspinnerei.

Das Leseerlebnis

Auch hier habe ich einige Gedanken in der Lesegruppe auf Facebook (Märchenspinnerei Turmcafé) aufgeschrieben und auch auf Goodreads festgehalten, so dass die meisten Dinge vielleicht vertraut klingen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jonas und Sophie erzählt, aber nicht in der ersten Person. Die Kapitel sind viel länger als die der anderen Märchenspinnerei-Bücher und es ist eine schöne Abwechslung. Jeder Kapiteltitel verwendet eine Phrase und Silhouette aus dem Ballett, da es ein integraler Bestandteil von Sophies Leben ist. Wo Sophies Kapitel meist magisch und phantastisch sind, bringt Jonas‘ einen realistischeren Blick auf die Seiten und es ist ein toller Kontrast, die Dinge mit ihren ganz anderen Augen zu sehen. An einem Punkt bekommen wir sogar eine Szene aus beiden Perspektiven zu sehen, was mir in verschiedenen Medien immer Spaß macht. Die Geschichte selbst schafft es, zwischen sehr weichen, ruhigen Passagen und energetischen Höhepunkten zu wechseln, wie in einer guten Ballade.

Apropos Musik: Als ich anfing, das Buch zu lesen, musste ich meine Musik hervorholen, damit ich mich auf das Lesen konzentrieren konnte, aber mein Shuffle wählte bereits sehr passende Musik, die den Übergang in die Geschichte noch magischer machte. Ich bin sicher, wenn ich mehr Musik gehört hätte, wäre auch das noch passendere „To Hell and Back“ von Sabaton aufgetaucht. (Wie bei YouTube, als ich diese Rezension vorbereitet habe) 😉

Im Kern ist das Buch eine Liebesgeschichte und hat daher die notwendigen Elemente: Ein Mädchen mit einer rosaroten Brille, einem Liebesschwur und sofortiger Zuneigung. Einiges davon wird durch die Charaktereigenschaften und -situationen erklärt, aber für jemanden wie mich, der nicht so sehr auf Romantik steht, ist es schwer, es ernst zu nehmen. Dennoch bekommt es nicht allzu viel Aufmerksamkeit und ist schön und natürlich integriert – vor allem die Reaktionen in manchen Situationen. Im Allgemeinen sind die Wechselwirkungen zwischen den Charakteren und ihren jeweiligen Reaktionen auf bestimmte Ereignisse sehr natürlich. So fühlt es sich nicht wie das Lesen eines Buches an, sondern eher wie das Verfolgen der Reise an ihrer Seite.
Da es sich um eine Adaption handelt, wurden einige Dinge vom ursprünglichen Märchen wie die Alte Dame und natürlich der Fluch selbst geändert – und dass es nur eine „Prinzessin“ ist, aber die anderen Elemente sind schön integriert: Der Unsichtbarkeitsmantel, der goldene und silberne Wald, der Fluss und die Boote. Die herrliche Beschreibung ließ einen alles direkt vor Augen sehen und der gelegentliche Blick hinter die Kulissen des DeModie ist ebenso unglaublich gut gelungen.

Dazu kamen noch ein paar sehr starke Kapitel, vor allem zwei kurz nach der unglaublichen Sylvester-Szene, die für die Charakterentwicklung notwendig waren. Sie waren faszinierend und spannend, aber auch herzzerreißend und emotional. Und ich war sicher nicht auf diese Friedhofs-Szene vorbereitet….

Abgesehen davon ist die Stärke des Zaubers meist durch den Kontrast zwischen allem, was außerhalb des DeModie geschieht und allem, was innerhalb des DeModie geschieht, dargestellt, es ist einfach aufregend, so wie die Veränderungen, die wir durch Sophies Augen sehen, je mehr die Geschichte fortschreitet. Durch Jonas‘ Augen sehen wir, was PTSD dem Leben einer Person antun kann und es ist etwas das sich viel zu wenige Leute trauen zuzugeben, dass es passiert und noch weniger Autoren, die darüber schreiben.
Die Autorin selbst sprach von einem Punkt ohne Wiederkehr beim Lesen, und ich kann das durchaus nachvollziehen, da ich das Buch nicht wirklich weglegen wollte…. Ich habe sogar von mindestens zwei Aspekten des Abschnitts geträumt, den ich vorher gelesen hatte….
Das Buch rief mir wirklich laut zu, als ich es beiseite legte, und es ist etwas gruselig, wenn der gleichnamige Zauber die Seiten verlässt…. >_<

Und ich möchte das Finale immer noch als Tanzwettbewerb bezeichnen, auch wenn es das gar nicht beschreibt =D Obwohl ich zugeben muss, dass ich ein wenig verwirrt war über die verschiedenen Orte, an denen der Kampf stattfand, und mich nur auf die Charaktere und nicht auf ihre Bewegungen konzentrierte.

Die Charaktere

Während der Release-Party für dieses Buch hat Janna selbstgezeichnete Bilder der Charaktere gepostet, so dass ich bereits ein Bild von ihnen im Kopf hatte, bevor ich anfing zu lesen (und Luca sieht für mich immer noch wie Benedict Cumberbatch aus….), was nicht bedeutet, dass ich daran festhielt, sondern nur erwähnen wollte, dass es sie gibt. 😉

Wie ich bereits erwähnt habe, sind die Interaktionen zwischen den Charakteren sehr natürlich, was das Verfolgen ihrer Geschichte so viel einfacher macht. Man kann diese Interaktion besonders bei Jonas und Sophie sehen: Sie motivieren und helfen sich gegenseitig, ohne etwas dafür zu wollen. Das Beste an den Charakteren ist, dass sie alle fehlerhaft sind. Sophie ist stur (genau wie ihre Cousine ;)) und weiß nicht, wann sie aufhören soll, jemandem zu helfen (Helper-Syndrom) und stattdessen auf sich selbst aufpassen soll. Jonas hat seine PTSD Rückblenden und Luca kann ein arroganter Arsch sein. Willst du wissen, was noch besser ist? Dass diese Dinge tatsächlich behandelt werden! Das PTSD wird nicht als eine nicht-konsequente Überreaktion beiseite gelegt, es macht Jonas sogar zu einem sichtbar gefährlicheren Charakter als andere. Die Wendung(en) dazu gehören zu den besten Teilen des Buches. Sophie wird immer wieder mit anderen Menschen konfrontiert, die sich um sie sorgen, während sie sich um jemand anderen sorgt, aber das bedeutet nicht, dass nicht alles auf sie einstürzt. Was mir auch gefallen hat, ist, dass Jonas, obwohl man wusste, dass er ziemlich schnell in Sophie verknallt war, sie nicht gedrängt hat oder besonders eifersüchtig auf Luca war. Er trat einfach zur Seite und respektierte ihre Wahl.
Kurzum: Ihre Reise ist einfach unglaublich und ihre Charakterentwicklung ist sehr natürlich und keineswegs erzwungen.

Je weiter die Geschichte ging, desto mehr machten mir das DeModie und die hübschen Prinzchen Angst, vor allem ihre sprudelnden Energizer und ihre Apathie gegenüber allem, was Sophie betrifft, aber hier mehr zu sagen würde den Spaß verderben.

Sogar die anderen Charaktere wie Sophies Vater, Luca’s Brüder und Jonas‘ Familie, die nicht so lange auftauchen, haben ihre eigene, einzigartige Atmosphäre. Im Fall von Jonas‘ Familien gibt es auch einen weiteren großen Kontrast, wenn es darum geht, mit seiner PTBS umzugehen, und es ist einfach großartig.

Generelle Meinung

Ich weiß, ich habe mich immer wieder wiederholt, wie toll ich bestimmte Aspekte gefunden habe, aber ich kann einfach nicht anders. Ich schreibe Rezensionen, wie ich Dinge sehe, und dieses Buch war wirklich etwas Besonderes, das mich sicherlich in seinen Bann gezogen hat (Wortspiel beabsichtigt ;)).

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass ich kein Buch, sondern eine geschriebene Komposition gelesen habe. Die Sprache des Tanzes ging in das Erzählen der Geschichte über und verwandelte den Fluss des Lesens in ein Leseerlebnis, das zwischen schnellen, spannenden Hauptthemen, emotionalen Höhepunkten und langsamen Einlagen variierte. Die angesprochenen Themen (PTSD, Helfersyndrom, Abhängigkeit, Verlust) wurden realistisch dargestellt und die Charaktere reagierten und interagierten natürlich und individuell.

Alles in allem eine schöne Komposition über das Leben in seinen vielen Facetten. 🙂

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Weißt du noch, was ich dir gesagt habe, als ich über Märchen-Crossover sprach? Sophie ist die Cousine von Leonie vom Axololtkönig. (Der übrigens eine Bonusszene über Leonies ersten Schultag bekommen hat! Sieh dir das an: Bonusszene!)

Zur Erinnerung: Als Teil der Herausforderung kannst du Punkte sammeln, indem du selbst Märchen rezensierst. 😉 Man kann auch weiterhin an der von Janna organisierten Märchenrallye teilnehmen.

Am Donnerstag gibt es ein Interview mit Janna über das Buch und andere Märchensachen und am Samstag spricht sie ein wenig über die Adaption von Märchen. Also bleibt gespannt!

PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

_________________________________
Lies auf Deutsch

As part of the Fairy Tale Summer you get my review for Im Bann der zertanzten Schuhe (Under the Spell of the worn-out Dancing Shoes) by Janna Ruth.

What is it about?

5 of 5 stars

Even after two years  the war still has its hold on Jonas and nightmares and visions are his constant companions. As he one day wanders through a new town he reaches the DeModie and stumbling out of it is the cheerful Sophie who unexpectedly enchants him with her liveliness. Shortly after he learns that the job he’s applying for is from her father who wants to hire him to know what his daughter is doing every night. As Jonas soon finds out is the former ballerina off to dance with her prince, Luca, in the DeModie, an enchanted realm right within the nightlife.

The worn-out dancing Shoes with less princesses, but even more magical by the Märchenspinnerei.

The reading experience

For this one I as well wrote down some thoughts in the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) and also kept track of them on Goodreads, so most things might sound familiar.

The story is told in turns from Jonas‘ and Sophie’s perspectives, but not in first person. The chapters are much longer than the ones from the other Märchenspinnerei books and it’s a nice change. Every chapter title uses a phrase and silhouette from ballet, as it is an integral part of Sophie’s life. Where Sophie’s chapters are mostly magical and phantastic, Jonas‘ brings a more realistic view to the page and it’s a great contrast to see things through their very different eyes. At one point we even get to see a scene from both their perspectives, something I always enjoy in different media. The story itself manages to switch between very soft, quiet passages and energetic climaxes, just like in a good ballad. 😀

Speaking of music: When I started reading the book I had to take out my music, so I could concentrate on reading, yet my shuffle already picked some very fitting music that just made the transition into the story even more magical. I’m sure if had listened to more music the even more fitting „To Hell and Back“ by Sabaton would have come up too. (Like the YouTube one did when I prepared this review) 😉

At the core of it, the book is a love story and therefore has the necessary elements: A girl with rose-coloured glasses, a lover’s oath and instant affection. Some of it is explained through the characters situations and characteristics, but for someone like me, who’s not that much into romance it’s hard to take serious. Still, it doesn’t get too much attention and is integrated nice and naturally – especially the reactions in some situations. In general are the interactions between the characters and their respective reactions to certain turns of events very natural. Thus it doesn’t feel like your just reading a book, it feels more like you’re following their journey by their side.
As it is an adaptation some things were changed from the original Fairy Tale like the Old Lady and of course the curse itself – and that it was only one „princess“, but the other elements where nicely integrated: The invisibility cloak, the golden and silver forest, the river and the boats. The beautiful description made you see everything right before your eyes and the occasional peek behind the curtains of the DeModie is just as incredibly well done.

In addition to that were there a few very strong chapters, especially two shortly after the incredible Sylvester scene, that were necessary for the characters development. They were fascinating and thrilling, but also heart-wrenching and emotional. And I was certainly not prepared for that cemetery scene…

Other than that is the strength of the spell mostly portrayed by the contrast between everything happening/said outside and everything happening/said inside the DeModie it’s just thrilling, just as the changes we witness through Sophie’s eyes the more the story progresses. Through Jonas‘ eyes we see what PTSD can do to a persons life and it’s something far too few people dare to admit is happening and even less authors to write about.
The authoress herself talked about a point of no return while reading and I can certainly relate to that as I did not really want to put down the book…I even dreamed about at least two aspects of the part I had previously read…
The book was really loudly calling out to me when I put it aside and it’s a bit creepy when the eponymous spell leaves the pages… >_<

And I still want to call the finale a dance-off, even if that does not describe it, at all. =D Though I do have to admit that I was a little confused about the different places the fight took place in and started to only concentrate on the characters and not their movements.

The characters

During the release party for this book Janna posted self-drawn images of the characters so I already had a picture of them in my head before I started reading (and Luca still looks like Benedict Cumberbatch to me…), which doesn’t mean that I stuck to it, but well just wanted to mention that they exist.  😉

As I’ve mentioned before are the interactions between the characters very natural, which makes following their story so much easier. You can see this interaction especially with Jonas and Sophie: They motivate and help each other without wanting anything in return. What’s best about the characters is that all of them are flawed. Sophie is stubborn (just like her cousin 😉 ) and doesn’t know when she should stop helping someone (Helper Syndrome) and take care of herself instead. Jonas has his PTSD flashbacks and Luca can be quite the arrogant prick. You want to know what’s even better? That these things are actually dealt with! The PTSD isn’t put aside as some non-consequential overreaction, it even makes Jonas a more visibly dangerous character than others. The twist(s) regarding it are amongst the best parts of the book. Sophie is again and again confronted with others worrying about her, while she worries about someone else, but it doesn’t mean it all doesn’t come crashing down on her. What I also enjoyed is that even though you knew Jonas had a crush on Sophie pretty fast, he didn’t push her or was especially jealous towards Luca. He just stepped aside and respected her choice.
In Short: Their journey is just incredible to follow and their character development is very natural and not at all forced.

The further the story went the more did the DeModie and the pretty princelings creep me out especially their bubbly energizers and their apathy towards anything concerning Sophie, but saying more here would spoil the fun. 😉

Even the other characters like Sophie’s father, Luca’s brothers and Jonas‘ family, who don’t get that much screen time, have their own unique air about them. In Jonas‘ families case there is also another great contrast when it comes to them dealing with his PTSD and it’s just awesome.

General Opinion

I know I’ve repeated myself over and over how great I found certain aspects, but I just can’t help it. I write reviews the way I see stuff and this book really was something special that certainly put me under its spell (pun intended 😉 ).

The more I thought about it, the more I believed that I didn’t read a book but a written composition. The language of the dance crossed over into the telling of the story and turned the flow of reading into a reading experience that varied between fast, exciting main themes, emotional climaxes and slow interludes. The addressed topics (PTSD, Helper Syndrome, Dependency, Loss) were portrayed realistically and the characters reacted and interacted naturally and individually.

All in all a beautiful composition about life in its many complexities. 🙂

Stuff I’d like to add

Remember what I told you when I talked about Fairy Tale Crossovers? Sophie is the cousin of Leonie from the Axololtking. (Which by the way got a bonus scene about Leonie’s first day in school! Check it out: Bonusszene!)

As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉 You can also still participate in the Märchenrallye that Janna organized.

On Thursday you’ll get an interview with Janna about the book and some other Fairy Tale related stuff and on Saturday she’ll talk a bit about adapting Fairy Tales. So stay tuned!

PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Susanne Eisele: Kein Schnee im Hexenhaus

As part of the Fairy Tale Summer/Märchensommer you get my review for Kein Schnee im Hexenhaus (No Snow in the Witch House) by Susanne Eisele.

What is it about?

3 of 5 stars


Hansjörg and Margarete are lost in the woods. Eventually they get picked up by the police, but everything goes downhill from there. Due to their repeated drug abuse their parents send them to a reformatory in the middle of nowhere. There they meet a real witch, monsters and poisonous plants.
But at least they are together and this way it’ll be easier for them to escape; or so they think…
Hänsel & Gretel are facing their drug problems in this adaptation by the Märchenspinnerei.

The reading experience

For this one I as well wrote down some thoughts in the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) and also kept track of them on Goodreads, so most things might sound familiar.
The story is told in different chapters that start with low page beginnings and in a mixture of outside-look and Hansi’s/Gretel’s-perspective. Towards the end there is a great perspective change to a different character, that I truly enjoyed as it felt much more mature and coherent than anything the youths‘ brains could come up with…
Even if it starts off and ends with the typical Fairy Tale quotes the narration itself feels like a report of what happened. At first the chapter beginnings irritated me a bit, but I’ve gotten used to it. The perspective change was strange too, but what bugged me most, was the combination of teeny-slang-speech with high, sometimes even seemingly contrived language.
Knowing the original Fairy Tale Hansi’s paranoia took me in and I just wanted to continue reading to see, if my brain send me the correct images for the hog roast and what that implied, but at some point it turned into frustration on my part, because of the youths‘ behaviour and I was curious whether Hansi’s and Gretel’s behaviour would change in the end. At the same time I was also kind of waiting for a big twist. Was it all really happening or just a figment of their drug-abused brains? Never saw THAT ending coming though…
I was impressed by the way the drug-therapy was incorporated into the story and turned into something I would indeed expect from a witch and I’m sure it would be something a lot of therapists could benefit from, if it were real. There was also a very funny comparison of a crystal ball and a webcam. This and the end-twist to the original were some of my favourite things.

The characters

It’s not strange for me to have troubles liking main characters, but when they are stupid teenagers like Hansi and Gretel, they make it so much easier for me not to. It’s not a reason for me to put the book aside if the story is worth it, and that it absolutely was. On the one hand can you see how damaged Hansi and Gretel are, on the other hand do they seem as superficial as the side characters. In a few scenes a bit more about them is explored and you also see how horribly co-dependent the two of them are, but that’s about it. They are far away from being „perfect“ main characters, unfortunately did that not change their annoying-ness.
The characters I liked most, though, were Frau Hag (Mrs. Hag) – the witch and director of the reformatory and her assistant Bodo, even if the latter didn’t get that much screen time. 🙁 Unfortunately I can’t tell you why again without spoilers, but that’s just more reason for you to read it and form your own opinion. 😉
What I liked though were the names as someone really had fun with naming troublesome children: Hansjörg, Kevin, Serena…they already paint a fitting picture. 😀
But the other names were chosen just as well:
Frau Hag, the witch; Waldmann (Forestman) for the Woodchopper-family; Krude (crude) the slimy social worker and the fairies Tinky (Tinkerbell) and Ali (Galadriel), even the Bodo, that I associate with a wiener dog. 😀

General Opinion

An alternate version I enjoyed to venture into. An interesting take on the original stuff, with many great ideas (Bodo, the detox, the roles of witch and children), that portrays many important topics (e.g. drug abuse, co-dependence of siblings). Unfortunately did I not like the linguistic realization in some passages and the characters stayed pretty superficial…
It still was fun to follow the events and be carried by the paranoia. 🙂
And there were too few moments with Bodo. 😉

Stuff I’d like to add

As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉
Next Tuesday you’ll get an interview with Susanne about the book and some other Fairy Tale related stuff. So stay tuned!
PoiSonPaiNter
© For the cover belongs to its rightful owner.

Tina Skupin: Hollerbrunn

Lies auf Deutsch

As part of the Fairy Tale Summer you get my review for Hollerbrunn by Tina Skupin.

What is it about?

4 of 5 stars

Everything changes for Marie after her mothers death, especially when her father brings home her stepmother Desiree and her stepsister Pegg. When she has to take part in an internship everything goes topsy-turvy, as she isn’t allowed to take care of her mother’s restaurant as she had hoped, and Desiree doesn’t yet have a clue how to handle things. Instead she has to help out Frau Hollerbrunn (Ms. Hollerbrunn) at the Hollerhof (Hollergrange) and soon learns that not everything there is at it seems…

Frau Holle meets Alpine legends (with a hint of The Snow/Ice Queen) by the Märchenspinnerei.

The reading experience

For this one I as well wrote down some thoughts in the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) and also kept track of them on Goodreads, so most things might sound familiar.

As I told you before was this the adaptation I feared the most, because the premise is too familiar. When Tina and other readers assured me that the “mean” parts were well executed or rather in the first chapter that calmed me down a little. As I soon discovered myself it really isn’t as bad as I had feared; the description in the Axolotlking was worse…Here the focus is on the description of the loss not on what really happened and that made it easier for me.

Reading the blurb of the book I was confused at the description that it used „a hint of Ice Queen“, but it soon turned out that this Ice Queen is more like the Snow Queen than the Disney-version that I kept thinking about.
The story itself is parted into different chapters that are fittingly titled after characters, places and a few other things that play a major role in the chapter. It prepares you a little of what’s to come, but at the same time doesn’t give away too much. Some titles are also references to the original Fairy Tale, which is a nice nod in that direction. Towards the middle there is a really incredible perspective change that makes the story just a little more interesting.

Other than that did I directly dive into the Hollertal (Hollervalley). I can easily see the place before my inner eye. From bureaucratic nonsense to the general interactions, all of it felt natural and realistic. I was taken in by the descriptions pretty fast and later didn’t want to put the book down as it was nearing its end. It had some quite surprising and exciting twists and portrayed certain dangers quite well. I was quite excited while reading some parts of it, even if some stuff was – and still is – quite confusing regarding the backstory of certain characters. Unfortunately including that would have been too much for the story. 🙁

The characters

I never thought I’d find a version of Frau Holle where I prefer the Pechmarie (Pitchy Marie) over the Goldmarie (Golden Marie). I’m not even sure why… It feels like I should feel more connected to the golden one, as we’ve suffered a similar loss, but I guess I’m too annoyed by her, but that could just be me not liking main-characters again. Marie seems a little too well loved by everyone, even if she’s certainly not a perfect character, as she definitely has her flaws. Two of her more prominent ones include rose-coloured glasses and a tendency to just accept other peoples opinion/orders without questioning them. And I guess I’m also a little frustrated that she’s still stuck in her grief after six months and doesn’t want to get out of her safety bubble. Sure such a loss is horrible, but not continuing is something I don’t think anyone passing away would really want for their bereaved… Still, in the end it fit for the character, even if I wouldn’t like her as a person.

Besides: The other one is snarkier and I like snark… Pegg is… Pegg is awesome, even if I felt bad for her at times. Sure she’s rough and says what she thinks, which is not always nice, but in the end was she way more useful than lovey-dovey Marie and actually gets things done. She’s a great contrast to her half-sister (and yes there is a great explanation for that Frau Holle-reference!). The way she’s treated is horrible, but unfortunately also very realistic, both in a working and a living environment. To have her as strong as she is regardless of that turns her into an incredible character. She’s like the tragic anti-hero that doesn’t want you to root for them, but in the end you’ll do it anyway…

Though even if I liked one sister more than the other, as she got on my nerves quite a bit in parts, that balanced itself out quite well.

Desiree is the typical stepmother with too high standards that wants too much in too little time and Marie’s and Pegg’s father is not really helping the whole family matter…he’s pretty frustrating too…

The other inhabitants of the valley are barely mentioned/seen so there is not much I can say about them, other than that they sure are great with prejudices. The Librarian being one of the more fascinating background characters.

Florian and the other employees of the Hollerhof (Waldemar, Ronan, Gustl and Gerda) are bit windy (pun intended 😉 ) and therefore have quite some mood swings, but the concept behind them is pretty cool and they make for some very funny scenes and play an incredible role in the finale.

Frau Hollerbrunn is a whole different story by herself and like Grischa from A Cloak as Red would describing her give too much away. Let’s just say: There is a lot more to her than „just“ being Frau Holle. 😉

General Opinion

I like the combination of Frau Holle with the idea of the Snow/Ice Queen and some Alpine legends, it just worked very well together. Also great were the twists on the original tales elements like the he whole baking and picking apples part (two of my favourite scenes), and the stepmother. There were also a lot of magical rituals at play throughout the story and it’s a pity that the different magical backgrounds (of characters and rituals) were only scratched on the surface. Though, more attention to them – and the backstory of certain characters – would have been beyond the scope of the story. I know, I’d really enjoy reading another book just about that. 😀

The story also sets good examples of what jealous and prejudiced people are capable of doing and how other people have to pay for it. I enjoyed the character development and I especially enjoyed the finale – and the epilogue that had a pretty cool scene that made me like a certain character just a little more. 😉

All in all: A beautiful story about two sisters that overcome their differences in an incredible adventure after a blow of fate.

Stuff I’d like to add

Today the new book of the Märchenspinnerei is released: Brighblack Ravenmoon

As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉

On Saturday you’ll get an interview with Tina about the book and some other Fairy Tale related stuff. So stay tuned!

PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.
____________________________
Read in English

Im Rahmen des Märchensommer erhaltet ihr meine Rezension für Hollerbrunn von Tina Skupin

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Nach dem Tod ihrer Mutter ändert sich alles für Marie, besonders nachdem ihr Vater ihre Stiefmutter Desiree und ihre Stiefschwester Pegg nach Hause bringt. Als sie dann auch noch Praktikum machen muss, geht alles schief. Denn anders als gehofft, darf sie sich nicht um das Restaurant ihrer Mutter kümmern von dem Desiree noch keine Ahnung hat, wie die Dinge dort laufen. Stattdessen muss sie Frau Hollerbrunn auf dem Hollerhof  aushelfen und erfährt bald, dass nicht alles dort so ist, wie es scheint …

Frau Holle trifft auf Alpenlegenden (mit einem Hauch von Die Schnee-/Eiskönigin) der Märchenspinnerei.

Das Leseerlebnis

Auch hier habe ich einige Gedanken in der Lesegruppe auf Facebook (Märchenhafte Leserunden) aufgeschrieben und auch auf Goodreads festgehalten, so dass die meisten Dinge vielleicht bekannt klingen.

Wie ich bereits schrieb, war dies die Adaption, die ich am meisten fürchtete, weil die Prämisse zu vertraut ist. Nachdem Tina und andere Leser mir versicherten, dass die „gemeinen“ Stellen gut verarbeitete waren bzw. im ersten Kapitel, beruhigte mich das ein wenig. Als ich bald selbst feststelte, war es nicht so schlimm, wie befürchtet; die Beschreibung im Axolotlkönig war schlimmer…. Hier liegt der Fokus auf der Beschreibung des Verlustes, nicht darauf, was wirklich passiert ist, und das machte es mir leichter.

Beim Lesen des Klappentextes war ich verwirrt über die Beschreibung, dass es „einen Hauch von Eiskönigin“ verwendet wurde, aber es stellte sich bald heraus, dass diese Eiskönigin eher der Schneekönigin gleicht als der Disney-Version, an die ich immer wieder dachte.
Die Geschichte selbst ist in verschiedene Kapitel unterteilt, die passend nach Charakteren, Orten und einigen anderen Dingen benannt sind, die im Kapitel eine große Rolle spielen. Es bereitet einen ein bisschen auf das vor, worum es darin geht, gibt aber nicht zu viel preis. Einige Titel sind auch Verweise auf das ursprüngliche Märchen, was eine schöne Referenz in diese Richtung ist. Zur Mitte hin gibt es einen wirklich unglaublichen Perspektivwechsel, der die Geschichte ein wenig interessanter macht.

Ansonsten bin ich direkt ins Hollertal getaucht. Ich kann den Ort leicht vor meinem inneren Auge sehen. Vom bürokratischen Unsinn bis zu den allgemeinen Interaktionen fühlte sich alles natürlich und realistisch an. Ich war von den Beschreibungen ziemlich schnell angetan und wollte das Buch später nicht mehr weglegen als es sich seinem Ende näherte. Es hatte einige ziemlich überraschende und aufregende Wendungen und stellte einige Gefahren ziemlich gut dar. Ich war ziemlich gespannt, als ich einige Abschnitte gelesen habe, auch wenn einige Dinge in Bezug auf die Hintergrundgeschichte bestimmter Charaktere ziemlich verwirrend waren – und immer noch sind. Das ebenfalls aufzuführen, wäre leider zu viel für die Geschichte gewesen. 🙁

Die Charaktere

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Version von Frau Holle finden würde, wo ich die Pechmarie der Goldmarie vorziehe. Ich bin mir nicht mal sicher, warum…. Es fühlt sich an, als sollte ich mich mehr mit der Goldenen verbunden fühlen, da wir einen ähnlichen Verlust erlitten haben, aber ich denke, ich bin zu verärgert über sie, aber das könnte nur wieder meine Abneigung gegen Hauptcharaktere sein. Marie scheint ein wenig zu sehr von allen geliebt zu werden, auch wenn sie sicherlich kein perfekter Charakter ist, da sie definitiv ihre Fehler hat. Zwei ihrer bekannteren sind rosafarbene Brillengläser und die Tendenz, die Meinung anderer Leute zu akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen. Und ich schätze, ich bin auch ein wenig frustriert, dass sie nach sechs Monaten immer noch in ihrer Trauer steckt und nicht aus ihrer Sicherheitsblase herauskommen will. Sicher ist solch ein Verlust schrecklich, aber nicht fortzufahren ist etwas, von dem ich denke, dass sich Verstorbene es für die Hinterbliebenen nicht wünschen würden … Aber am Ende passte es zum Charakter, auch wenn ich sie als Person nicht mögen würde.

Außerdem: Die andere ist scharfzüngig und ich mag fiese Kommentare … Pegg ist … Pegg ist fantastisch, auch wenn ich mich manchmal schlecht für sie gefühlt habe. Sicher ist sie grob und sagt, was sie denkt, was nicht immer nett ist, aber am Ende war sie viel nützlicher als die turtelnde Marie und setzt Dinge auch tatsächlich um. Sie ist ein toller Kontrast zu ihrer Halbschwester (und ja, es gibt eine tolle Erklärung für diese Frau Holle-Referenz!). Die Art, wie sie behandelt wird, ist schrecklich, aber leider auch sehr realistisch, sowohl in einem Arbeits- als auch in einem Lebensumfeld. Sie so stark zu haben, wie sie ist, macht sie zu einem unglaublichen Charakter. Sie ist wie der tragische Antiheld, der nicht will, dass du sie anfeuerst, aber am Ende wirst du es trotzdem tun….

Auch wenn ich die eine Schwester mehr mochte als die andere, da sie mir teilweise ziemlich auf die Nerven ging, so hat sich das doch recht gut ausgeglichen.

Desiree ist die typische Stiefmutter mit zu hohen Ansprüchen, die in zu kurzer Zeit zu viel will und der Vater von Marie und Pegg hilft nicht wirklich in dem ganzen Famliendrama  … er ist auch ziemlich frustrierend …

Die anderen Bewohner des Tales werden kaum erwähnt/gesehen, so dass ich nicht viel über sie sagen kann, außer, dass sie unglaublich toll mit Vorurteilen umgehen können. Die Bibliothekarin ist eine der faszinierenderen Hintergrundfiguren.

Florian und die anderen Mitarbeiter des Hollerhofs (Waldemar, Ronan, Gustl und Gerda) sind etwas windig (Wortspiel beabsichtigt 😉 ) und haben daher einige Stimmungsschwankungen, aber das Konzept dahinter ist ziemlich cool und sie sorgen für einige sehr lustige Szenen und spielen eine unglaubliche Rolle im Finale.

Frau Hollerbrunn ist eine ganz andere Geschichte für sich und wie Grischa aus Ein Mantel so Rot würde sie zu beschreiben zu viel verraten. Sagen wir einfach: Sie ist viel mehr als „nur“ Frau Holle. 😉

Generelle Meinung

Ich mag die Kombination von Frau Holle mit der Idee der Schnee-/Eiskönigin und einigen Alpenlegenden, es hat einfach sehr gut funktioniert. Großartig waren auch die Änderungen an den originalen Geschichtenelementen wie der ganze Back- und Pflückteil (zwei meiner Lieblingsszenen) und die Stiefmutter. Es waren auch viele magische Rituale im Spiel und es ist schade, dass die verschiedenen magischen Hintergründe (von Charakteren und Ritualen) nur an der Oberfläche angekratzt wurden. Doch mehr Aufmerksamkeit für sie – und die Hintergrundgeschichte bestimmter Charaktere – hätte den Rahmen der Geschichte sprengen können. Ich weiß, ich würde wirklich gerne ein weiteres Buch darüber lesen. 😀

Die Geschichte ist auch ein gutes Beispiel dafür, was eifersüchtige und voreingenommene Menschen bereit sind zu tun und wie andere Menschen dafür bezahlen müssen. Mir hat die Charakterentwicklung gefallen und besonders das Finale – und der Epilog, der eine ziemlich coole Szene hatte, die mir einen bestimmten Charakter etwas sympathischer machte. 😉

Alles in allem: Eine schöne Geschichte über zwei Schwestern, die nach einem Schicksalsschlag ihre Differenzen in einem unglaublichen Abenteuer überwinden.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Heute erscheint das neue Buch der Märchenspinnerei: Leuchtendschwarzer Rabenmond

Zur Erinnerung: Als Teil der Challenge könnt ihr Punkte sammeln, indem ihr selbst Märchen lest. 😉

Am Samstag bekommst ihr ein Interview mit Tina über das Buch und andere märchenhafte Dinge. Also bleibt dran!

PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

Barbara Schinko: Ein Mantel so rot

As part of the Fairy Tale Summer/Märchensommer you get my review for Ein Mantel so Rot (A Cloak as Red) by Barbara Schinko.

What is it about?

5 of 5 stars


It’s not enough that the war has taken its toll on the land, but when Zoyas husband Venko returns to her as a wolf she can’t fathom what misfortune will befall her and her village. Right away they call him a “Raging Wolf” and Zoya has to fear and fight for her love.
Will she succeed in breaking the curse?
Little Red Riding Hood meets a human wolf in a tsarist-era in this mature adaptation by the Märchenspinnerei.
 

The reading experience

For this one I as well wrote down some thoughts in the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) and also kept track of them on Goodreads, so most things might sound familiar.
When I first saw the book in comparison to the others I couldn’t keep in the chuckle at how adorably short it is. At the same time did I fear that the 118 pages might be too short to tell a round story. Dude, was I wrong.
The story is divided into two parts and an epilogue telling the story of Zoya in chapter-like episodes without actual chapter titles. Within these chapters the sentences themselves are rather short as well. It was weird at first if you’re used to elaborate writing styles, but I soon realized that no more description was needed to create the fitting atmosphere and the characters. E.g. are those scenes were Zoya interacted with the other villagers or was with a man only shorty or vaguely described, but that didn’t mean you didn’t get a bad feeling about some of them.
The only thing that irritated me a bit was that I couldn’t properly sort the story into a time frame (tsar-time) and fully understand the references to old (Russian?) burial traditions and beliefs. Though they are well enough incorporated and it isn’t necessary for the Fairy Tale to fully understand those things, but it still feels like I’m missing out on something to fully understand Zoyas world.
One of the things I loved most about this story was that instead of the bite to become a wolf the old superstitions were used where you turn into a wolf by wearing a wolf pelt coat. The change through the pelt and the accompanying distrust was well portrayed, even if I can never understand why it’s always the wolfs‘ fault if something goes wrong…
The tone is completely different to the first Märchenspinnerei-book and much more mature. It’s a nice change.

The characters

Through the short descriptions no real connection to the characters is created, yet you can still feel the atmosphere they leave behind and you get a certain feeling about them. And I still wanted things for Zoya to get better. She’s an interesting character that goes through a lot during the story and makes a few decisions that are bad for her and I can only attribute some of them to her gradual decent into madness. Her way is interesting to follow and I was relieved once she figured some things out for herself. I’m still amazed at Zoya. To make such decisions, to make such sacrifices that can’t have been easy and yet she continued to go her own way and I think that’s what impressed me the most.
We don’t learn much about Venko, her husband, but what we do is enough to know that he deeply cares about her, which can even be seen when he’s a wolf.
The other man at Zoya’s side is the huntsman Grischa, who usually is the hero of the story, but here he gets a different turn and it’s partly terrifying. I can’t really describe him that much without giving away one of the two twists of this story. What I can tell you is, that I didn’t like him and that I was relieved when Zoya finally realized the same thing about him. Let it be said: When I finished the book I wasn’t sure who really was the „Raging Wolf“… (I talked more about this in the Reading Group, but there I wanted to spoiler, so. 😉 )
Another interesting twist on the original Fairy Tale was the grandmother. In the beginning there was the memory of Zoyas grandmother aiding her, towards the end there was an old woman taking up the place.

General Opinion

In the beginning I was skeptical about the length and the writing style of the book, but that soon changed. The short sentences and scarce description created a thick atmosphere where at some point it did no longer matter how detailed things were described. My personal highlight was the usage of the wolf pelt, as I have mentioned above, as that is really something modern werwolf stories usually ignore.
In addition to that did the story manage to surprise me twice, both times at the end of each part. I didn’t expect them and the real ending was good and I believe somewhat important. Not every Fairy Tale can have a Happy End.
The story alternates between relatively realistic and truly fantastical and is definitely something for more experienced readers.

Stuff I’d like to add

The blurb lies. 😉
As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉
On Thursday you’ll get an interview with Barbara about the book and some other Fairy Tale related stuff. And you’ll also get an update on the Neubrandenwolf, tomorrow. So stay tuned!
Plus: This is a scheduled post as I’m off to the Rockharz again. Accepting any comments will probably take me until Sunday/Monday. Sorry, for that, but I hadn’t expected that the Fairy Tale Summer would become this big…I already suffered for this decision as I had to prepare last weeks, this weeks and next Mondays post ahead of time….
So yeah, see you next week! 😉
PoiSonPaiNter
© For the cover belongs to its rightful owner.

Sylvia Rieß: Der Axolotlkönig

Read in English

Im Rahmen des Märchensommer erhaltet ihr meine Rezension zu Der Axolotlkönig von Sylvia Rieß.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Fynn, ein beliebter Musiker, findet sich 20 Zentimeter groß und mit seltsamen Auswüchsen, wo sein Hals sein sollte, in einem Aquarium; ohne eine Ahnung, wie er hierher kam.

Aber es scheint, dass es genau zur rechten Zeit war, denn seine neue Zimmergenossin Leonie hat nicht nur die letzte Verbindung zu ihrer Großmutter verloren, sondern sieht auch nur einen Ausweg….

Kann der axolotifizierte Fynn sie davon überzeugen, dass es eine schreckliche Idee ist?

Der Froschkönig trifft die Schneekönigin in dieser Märchenadaption der Märchenspinnerei.

Das Leseerlebnis

Aus irgendeinem Grund habe ich eine ganze Weile gewartet, um es zu lesen, nachdem ich es im Februar gewonnen hatte. Was wahrscheinlich nicht so schlimm war, da ich deswegen den Märchensommer geschaffen habe….

Wie auch immer, da Sylvia bereits auf Facebook (Märchenspinnerei Turmcafé) Einträge in der Lesegruppe veröffentlicht hat, konnte ich gleich ein paar Gedanken mit ihr besprechen. Das war eine tolle Erfahrung und ich bin wirklich froh, dass sie die Gelegenheit dazu gegeben haben. Darüber hinaus habe ich auch meine Gedanken über Goodreads festgehalten, so dass einige Dinge vielleicht vertraut klingen.

Ansonsten war ich nicht auf die Rückblende zu dem, was mit Leonies Großmutter geschah, vorbereitet. Es traf mich ziemlich hart, zumal es viel zu vertraut klang. Dieses und andere Dinge wie das Mobbing, die Depression und die Flucht in eine Online-Welt waren sehr gut dargestellt und sicherlich realistischer als das, was man manchmal von einem YA-Roman erwarten würde. Ich fand auch einige Ähnlichkeiten zu meinen eigenen Erfahrungen in dem Buch und sprach mit Sylvia darüber; anscheinend ist sie eine „Realitätsbändigerin“ und kreiert manchmal Charaktere, die sie später im wirklichen Leben trifft, was gleichermaßen erstaunlich und erschreckend ist.

Die Geschichte wird mit einem Ich-Erzähler geschrieben, der zwischen Leonies und Fynns Perspektive wechselt, was mir normalerweise nicht gefällt, aber ich habe mich mit der Zeit daran gewöhnt. Besonders gegen Ende war es die bessere Wahl, da die Gedankengespräche zwischen Leonie und Lurchi-Fynn noch komplizierter gewesen wären, als sie es bereits waren. Was übrigens eine interessante Wendung war, wie der Frosch mit der Prinzessin kommunizierte. Das einzige Mal, wenn sie von diesem Muster bricht, sind der Prolog und eine Passage in der Mitte aus einer dritten Perspektive. Die Geschichte hat auch einige Einfügungen wie Flashback (Oma, wie ich oben erwähnt habe), private Nachrichten von Leonies Online-Freunden, Facebook-Kommentare von ihren Klassenkameraden und ihre Tagebucheinträge. Seitdem ich Dracula gelesen habe, genieße ich gut gemachte Tagebuchnotizen und das war ein Beispiel dafür. Man wusste, dass es von einem Kind/jungen Erwachsenen stammt, aber zumindest nicht von einem nervigen.

Die Charaktere

Leonie ist im Grunde dein typisches gemobbtes Schulkind, außer dass sie eher dünn statt fett ist. Nur wenn man sie besser kennen lernt, was man beim Lesen des Buches tut ;), wird sie so viel mehr. Für mich war es schwer zu lesen, was sie durchmachen musste und wo sie anfing, nur um zu sehen, wo sie landete. Aber ich glaube nicht, dass ich sie bemitleidet habe. Sicher, ich wollte sie umarmen und mich mit ihr anfreunden, denn was ich über ihre Hobbys gelernt habe, klang großartig, aber ich war wütender auf ihre Klassenkameraden, weil sie ignorante A-Löcher waren…. Ich habe die Reise, die sie durchmacht, sehr genossen und war gegen Ende stolz auf sie. Sicher ist sie manchmal ziemlich melodramatisch und hat ein paar dumme Entscheidungen getroffen, aber ich denke, das ist für Kinder in ihrem Alter „normal“.

Am Anfang war ich sicher, dass Fynn definitiv verdiente, was er bekam und ich schätze, dass ich es immer noch bin, aber auch er hat eine realistische Reise hinter sich. Ich denke, dass seine Zeit weg von seinen Mitschülern, die er mit Selbstreflexion verbrachte, in diesem Prozess sehr geholfen hat. Seine Art, Leonie zu helfen, war nicht immer die klügste, aber zumindest versuchte er es. 😀 Mir gefiel auch, wie er mit den anderen Charakteren – und anderen Aquarienbewohnern – interagierte. Letzteres war sogar ein Osterei, das ich nicht näher erläutern will und nur sage, dass ich es als Erste gefunden habe 😉 Und es sorgte für eine unglaublich originelle Idee, wie man eine SMS verschickt, eines meiner Highlights.

Eine kleinere, aber nicht weniger bedeutende Rolle übernahmen Leonies Online-Freundin Mamba/Cecille, die Leonie so gut wie möglich unterstützt, und Fynns älterer Bruder Rob, der eine Offenbarung macht, die seinen Bruder sprachlos lässt. Die beiden rundeten das Ensemble ab und waren großartig und notwendig für die Reise der beiden Charaktere. Sie hatten auch eine großartige Dynamik und ich fand mich wieder mehr an Seiten- als an Hauptfiguren interessiert, auch wenn ich Leonie noch umarmen wollte….

Und natürlich gibt es Poison….einen Charakter, dessen Namen ich für einen lustigen „Zufall“ hielt (Poison ist nicht wirklich ein in der Gothic-Szene unbekannter Spitzname), auch wenn meine Alarmglocken läuteten, als ich eine seiner ersten Nachrichten las. Leonies Interaktion mit ihm führt zu einem faszinierenden und frustrierenden Wendepunkt der Ereignisse und ich bin stolz darauf, wie sie damit umgegangen ist: 🙂
Lustige Seite Anmerkung: Als ich eine Mail über die E-Book Verlosung verschickte und es mit “ Poison “ signierte, war die Empfängerin der Nachricht ein wenig irritiert, da sie dieses Buch bereits gelesen hatte. 😀

Die Charaktere haben in den Kapiteln immer mehr Gestalt angenommen und sind gut dargestellt. Jeder der vier Hauptdarsteller hat Ecken und Kanten, die ich an Charakteren sehr mag. Leonies Eltern und Klassenkameraden waren im Vergleich etwas blass, aber mehr Konzentration auf sie hätte es nicht besser gemacht.

Generelle Meinung

Das Ende gefällt mir sehr gut, besonders wenn man das Original-Märchen betrachtet. Außerdem sind die Spiegelstücke eine tolle Metapher für Depressionen, es ist nur traurig, dass es im wirklichen Leben nicht so funktioniert, also ist das Nachwort genauso wichtig.

Mit Leonies Erfahrungen wird ein sehr wichtiges Licht auf die Entwicklung der Mobbing-Kultur und deren Folgen und natürlich auf Depressionen im Allgemeinen geworfen. Es gab ein paar schwere Passagen im ganzen Buch, einige vor allem, weil ich ähnliche Dinge durchgemacht habe. Es gab auch etwas sehr Ernstes über on-line-dating für Minderjährige, die Nachrichten nicht sorgfältig genug lesen. Kurz gesagt: Während ich dies als eine YA-Geschichte betrachten würde, enthält sie auch reife Inhalte, die häufiger diskutiert werden müssen, vor allem mit jungen Erwachsenen.

Ich hätte mir auch einen näheren Einblick in die Magie der Verwandlung gewünscht, aber ich schätze, das wäre über den Rahmen der Geschichte hinausgegangen. Es gibt auch zwei Szenen, die ich gerne gesehen hätte: Cecille und Rob auf der Polizeiwache und Leonies Schultag gegen Ende. Aber ich verstehe, warum Sylvia sich entschieden hat, sie nicht hinzuzufügen.

Alles in allem ist es eine runde und tolle Geschichte über ein junges Mädchen, das lernt, um Hilfe zu bitten und es schafft, aus einem sehr tiefen Loch herauszukommen. Es hat Spaß gemacht, die Geschichte zu verfolgen und in der Gruppe zu diskutieren.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Zur Erinnerung: Als Teil der Herausforderung kannst du Punkte sammeln, indem du selbst Märchen rezensierst 😉

[Edit]

Sylvia hat der Geschichte eine Bonus-Szene hinzugefügt und sie mir und ihren Lesern geschenkt, oder zumindest ist es meine Schuld, dass sie sie geschrieben hat…. Wie auch immer, ich bin begeistert! Es ist fantastisch! Jetzt geh und lies sie: „Ich will sie sehen.“ Bonus-Szene!

Und natürlich: Danke, Sylvia, dass du uns die Geschichte von Leonie noch ein Stück weiter abgeschlossen hast! 🙂

[/Edit]

In ein paar Tagen bekommst du ein Interview mit Sylvia über das Buch und andere märchenhafte Dinge. Also bleibt dran!

Poison

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

P.S. PoiSonPaiNter 😉
____________________________
Lies auf Deutsch

As part of the Fairy Tale Summer you get my review for Der Axolotlkönig (The Axolotlking) by Sylvia Rieß.

What is it about?

4 of 5 stars

Fynn, a well liked musician, finds himself 20 centimetres tall and with strange outgrowth where his neck should be, in an aquarium; with no idea how he got here.

But it seems it was quite on time, as his new room mate Leonie has not just lost the last connection she had had to her grandmother, but because of being bullied in school she also only sees one way out of this…

Can axolotified Fynn convince her that it’s a horrible idea?

The Frog King meets The Snow Queen in this Fairy Tale adaptation by the Märchenspinnerei.

The reading experience

For some reason did I wait quite a while to read it after I won it back in February. Which probably wasn’t that bad, seeing as I created the Fairy Tale Summer because of it…

Anyway, as Sylvia already posted entries into the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) I could right away discuss a few thoughts with her. This was a great experience and I’m really glad she/they provided the opportunity. In addition to that did I also keep track of my thoughts on Goodreads, so some things might sound familiar.

Other than that was I not prepared for the flashback to what happened with Leonie’s grandmother. It hit me pretty hard, especially as it sounded far too familiar. This thing and others like the Bullying, the depression and the flight into an online world were very well portrayed and certainly more realistic than what you’d sometimes expect from a YA novel. I also found several similarities to my own experiences in the book and talked to Sylvia about it; apparently she’s a „Realitybender“ and sometimes creates characters that she later meets in Real Life, which is equally amazing and terrifying.

The story is written with a first person narrator switching between Leonie’s and Fynn’s perspective, which I usually don’t like, but I got used to it over time. Especially towards the end was it the better choice as the thought-conversations between Leonie and Lurchi-Fynn would have been even more complicated than they already were. Which by the way was an interesting twist on how the Frog communicated with the Princess. The only time she breaks from this pattern are the prologue and a passage in the middle from a third perspective. The story also has some insertions as flashback (granny, as I mentioned above), private messages from Leonie’s online friends, Facebook comments from her classmates and her diary entries. Ever since reading Dracula I enjoy well made diary-narration and this was one example for it. You knew it was made by a child/young adult, but at least not an annoying one.

The characters

Leonie is basically your typical bullied school kid, except that she’s rather skinny instead of fat. Only if you get to know her better, which you do while reading the book ;), does she become so much more. For me it was hard to read about the things she had to go through and where she started only to see where she ended up. But I don’t think I pitied her. Sure, I wanted to hug her and befriend her, because what I learned about her hobbies sounded amazing, but I was more angry with her classmates for being ignorant a-holes… I really enjoyed the journey she goes through and was proud of her towards the end. Sure she’s quite melodramatic at times and made a few stupid decisions along the way, but I guess that’s „normal“ for kids her age.

At the beginning I was certain Fynn definitely deserved what he got and I guess I still am, but he too went through a realistic journey. I think his time away from his peers that he spent with self-reflection helped quite a bit in this process. His way of helping Leonie wasn’t always the smartest, but at least he tried. 😀 I also liked the way he interacted with the other characters – and other aquarium dwellers. The latter was even an Easter Egg, which I will not further explain and only say that I was the first one to find it. 😉 And it caused an incredibly original idea of how to send a SMS, one of my highlights. 😀

Smaller but not less significant roles were taken up by Leonie’s online friend Mamba/Cecille, who supports Leonie however she can and Fynn’s older brother Rob who makes a revelation that leaves his brother speechless. Those two rounded the ensemble and were great and necessary for both characters‘ journey. They also had a great dynamic and I again found myself more interested in side- than main characters, even if I still wanted to hug Leonie…

And of course there is Poison…a character whose name I considered a funny „coincidence“ (Poison isn’t really a nickname unfamiliar to the Goth-scene) even if my alarm bells went ringing when I read one of his first messages. Leonie’s interaction with him leads to a fascinating and frustrating turning point of the events and I’m proud of the way she handled it. 🙂
Funny side Note: When I send out a mail regarding the e-book give-away and signed it with, as I usually do, „Poison“ the receiver of said message was a little irritated as she had already read this book. 😀

The characters gained more and more shape throughout the chapters and are well portrayed. Every one of the four main ones has rough edges, which I really like in characters. Leonie’s parents and classmates where a bit pale in comparison, but more focus on them wouldn’t have made it better.

General Opinion

I really like the ending, especially considering the original Fairy Tale. In addition to that are the mirror pieces a great metaphor for depression, it’s just sad that it doesn’t work like that in Real Life, so the afterword is just as important.

With Leonie’s experiences some very important light is shone on the development of the Bullying culture and on its consequences and of course depressions in general. There were a few heavy passages throughout the book, some mostly because I went through similar things. There was also some very serious stuff about online dating for minors who do not read messages carefully enough. In short: While I would consider this a YA story does it also contain mature content which needs to be discussed more often, especially with young adults.

I would also have liked a closer into the magic of the transformation, but I guess that would have went beyond the scope of the story. There are also two scenes that I would have liked to see: Cecille and Rob at the police station and Leonie’s day at school towards the end. But I understand why Sylvia chose not to add them.

All in all is it a round and great story about a young girl that learns to ask for help and manages to get out of a very deep hole. It was fun to follow the story and discuss it in the group.

Stuff I’d like to add

As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉

[Edit]

Sylvia added a Bonus-scene to the story and pretty much gave it as a gift to me and her readers, or at least it’s my fault that she wrote it … Anyway, I’m excited! It’s awesome! Now go read it: Bonus-scene!

And of course: Thank you, Sylvia, for giving us a little more closure to Leonie’s story! 🙂

[/Edit]

In a couple of days you’ll get an interview with Sylvia about the book and some other Fairy Tale related stuff. So stay tuned!

Poison

© For the cover belongs to its rightful owner.

P.S. PoiSonPaiNter 😉