Monthly Archives: Juli 2023

#CroMĂ€r: Kapitel 19

Das #CroMĂ€r geht weiter.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kapitel 19

Als Ralf endlich ankam, stand Regina mehrere Meter von Mischa entfernt. Ihre Nase lief, ihre Augen trĂ€nten und am liebsten wĂ€re sie einfach weggerannt und hĂ€tte den Kater stehen lassen. Ihr schlechtes Gewissen ließ das nicht zu.

»Du siehst -«, noch bevor Ralf den Satz beenden konnte, tat Regina es fĂŒr ihn: »Scheiße aus. Ich weiß.«

Ohne, dass sie fragen musste, reichte er ihr eine Tinktur, die sie sogleich hinunterstĂŒrzte. Zum GlĂŒck dauerte es nicht lange bis die Wirkung einsetzte, sodass sie endlich wieder frei atmen konnte. Nach einem knappen Danke, brachte sie ihn auf den aktuellen Stand wĂ€hrend sie zu Mischa zurĂŒckkehrten.

»Der Zauber des gestiefelten Kater, lĂ€sst das Tier die neue Person spĂŒren, wenn der Besitz wechselt«, erklĂ€rte Ralf ruhig. »Das heißt, wenn du dich weiter durch die Stadt bewegst, wirst du irgendwann Hannchen begegnen und sie erkennen.«

»Dann is doch alles geregelt?«, wollte Regina die Situation so schnell wie möglich beenden. Vielleicht konnte sie so doch noch ein paar Vorlesungen heute mitmachen.

»So einfach ist das leider nicht. Ja, ohne die Stiefel aktiv zu tragen, kann die Verwandlung aufrechterhalten werden, aber nur fĂŒr einen begrenzten Zeitraum.« Ralf sah Mischa eindringlich an. »Je lĂ€nger es dauert, deine Stiefel oder deine neue Herrin zu finden, umso mehr wirst du vergessen wen du suchst und was deine Aufgabe ist.«

»Ich hasse Zeitfenster«, brummte Regina genervt und verschrÀnkte die Arme. Das hÀtte ihr bei der Entzauberung von Wolf schon mal fast das Genick gebrochen. »Wie schlimm wÀre es, wenn das passiert?«

»Das kommt auf Mischa an«, entgegnete Ralf und hob eine Augenbraue in Richtung des Katers. »Wenn du ein ganz normaler Kater werden willst, kannst du den Zauber auslaufen lassen.«

Entsetzt riss Mischa Augen und Mund auf. »Niemals!«, schrie er ihnen entgegen und Regina war sich sicher, ein Fauchen hinter dem Wort zu hören. »Meine Herrin hat mich Hannchen vermacht und ich werde sie unterstĂŒtzen und beschĂŒtzen, bis sie im hohen Alter einschlĂ€ft und mich weitergibt!«

Regina war sich nicht sicher, was sie davon halten sollte. Wenn sie den Zauber richtig verstand, war der Kater nahezu ein Sklave der Magie, allerdings schien er ihm auch gewisse Freiheiten wie den Gestaltwandel und die damit verbundenen Möglichkeiten zu geben. Und wer war sie ihm seinen Lebensstil auszureden?

»Seit wie vielen Generationen bist du schon Gestiefelt?«, fragte Ralf unvermittelt und kramte nebenbei in seiner Tasche.

Mischa kratzte sich mit der eingeknickten Hand am Ohr, sah hin und her, dann zuckte er mit den Schultern. »Die Zeit ist so lang, ich habe die ersten mittlerweile vergessen. Vor meiner alten Herrin erinnere ich mich an vier andere, aber ich weiß, da waren mehr.«

»Und du bleibst immer bei ihnen bis sie sterben?«, hakte Regina nach, wÀhrend sie im Kopf nachrechnete, wie alt der Kater sein musste und ob er dadurch Àlter war als Ralf.

»Oder sie mich weiterschicken«, kommentierte Mischa nur mit einem erneuten Schulterzucken.

»Es gibt einen Weg, wie wir die Suche beschleunigen können«, verkĂŒndete Ralf und setzte sich im Schneidersitz auf den Boden.

Mischa folgte ihm sogleich in die Hocke und sah ihn neugierig an, Regina betrachtete die Szene vor sich skeptisch. Auf Ralfs Schoß lag ein Zeichenblock, neben ihm ein schwarzes KĂ€stchen mit einem seltsamen Stein und einem Pinsel. Aus einer Flasche tropfte Ralf etwas Wasser in das KĂ€stchen und rieb dann in langsamen Kreisen den Stein darĂŒber. Diesen Vorgang wiederholte er einige Male, dann sah er Mischa erwartungsvoll an.

»Ich brauche einen Tropfen Blut von dir fĂŒr den Zauber.«

Erschrocken fiel Mischa auf den Hosenboden, aber dann streckte er pflichtbewusst die HĂ€nde ĂŒber die FlĂŒssigkeit, die sich im KĂ€stchen gesammelt hatte, und piekte sich mit dem spitzen Fingernagel in den Finger der anderen Hand. Ein einzelner Tropfen fiel in die seltsame Mischung und Ralf zog erneut einen Kreis, diesmal mit dem Pinsel. Dann setzte er diesen auf das Papier und begann zu zeichnen. Erst jetzt verstand Regina, dass er eine Art Kalligraphie-Technik verwendet, um den Zauber zu wirken.

Einen Zauber, der ein reales Ebenbild der gezeichneten Katze aus dem Papier steigen ließ.

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder mÀrchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier thematisiert ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Der Zauberer der Katzen malte

NĂ€chsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter

Schreiberlinge im Interview: Katharina Gerlach

Am Montag habe ich ihre Reihe SchÀtze neu erzÀhlt vorgestellt, heute gibt es das MÀrchensommer Interview mit Katharina Gerlach.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Katharina Gerlach

Ein paar Daten zu dir:

Als zweisprachige Deutsche aufgewachsen bin ich ein ganz normaler BĂŒcherwurm. Oder besser gesagt eine BĂŒcherpackratte. Ich trage eine Brille und habe etwa 2000 BĂŒcher auf Englisch und Deutsch, davon etwa fĂŒnf laufende Meter MĂ€rchen.

Schon als ich zur Schule kam und das Schreiben lernte, begann ich Geschichten zu erfinden und zu Papier zu bringen, aber erst im Studium machte ich ernst. Meine erste Veröffentlichung (Engels Freiheit) war ein historischer Roman, der mir zwar mehrere Lobpreisungen von Lektoren der großen Verlage einbrachte, aber da er nicht im Mittelalter spielte, erschien er letztlich in einem kleinen Verlag.

Als Amazon 2009 in den USA die Tore fĂŒr Selfpublisher öffnete war ich von Anfang an dabei. Ich schrieb noch einen weiteren historischen Roman, eine Social (oder Soft) SciFi und tonnenweise Fantasy (mal mit, mal ohne Romance). Sogar dĂŒstere Kurzgeschichten fließen mir regelmĂ€ĂŸig aus der Feder (Ă€hm aus den Fingern in die Tastatur).

Am liebsten sind mir aber nach wie vor die MĂ€rchen. Diese Geschichten sind so unglaublich zeitlos. Sie haben jedem etwas zu bieten und lehren jeden etwas anderes. Mittlerweile habe ich ein Dutzend MĂ€rchenadaptionen in einer Serie (SchĂ€tze neu erzĂ€hlt) geschrieben, sowie ein interaktives Krimi-Abenteuer, das im MĂ€rchenland spielt und eine Romantasy, die ganz lose auf der Regentrude von Theodor Storm beruht. Ich denke, dass ich auch in Zukunft immer wieder auf MĂ€rchen zurĂŒckgreifen werde.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

FĂŒr den letzten Band meiner Serie „SchĂ€tze neu erzĂ€hlt“ habe ich mir ein ziemlich unbekanntes MĂ€rchen ausgesucht, das ich als Kind sehr geliebt habe. Es ist „Die drei Schwestern mit den Glasherzen“ und ist im Buch [Anm. Obsidianherz] enthalten. Zur selben Zeit hörte mein Sohn „Jet Black Heart“ by 5SOS in Dauerschleife und da der Text so gut zu meiner Adaption passte, begann ich, ihn in die Geschichte einfließen zu lassen. Wegen der Copyrightrichtlinien durfte ich dabei keine Zitate nutzen, was alles andere als einfach war. Doch Fans der Band, die das Buch gelesen haben, haben mir versichert dass sie alle Elemente des Lieds gefunden haben. Das macht mich rĂŒckblickend ein wenig stolz.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Gar nichts. Da ich in Vollzeit schreibe, setze ich mich zu Beginn meiner „Schicht“ hin und schreibe. Das ist alles. Manchmal, wenn die Familie viel Zeit braucht, kommt es zu Konflikten, da mir meine Schreibzeit „heilig“ ist, aber bisher habe ich immer einen Kompromiss gefunden.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Von der Geschichte „Die drei Schwestern mit den Glasherzen“ gibt es keine weiteren Adaptionen. Von den Adaptionen der anderen von mir bearbeiteten MĂ€rchen [Anm. Der Wettstreit ] mag ich die DEFA-Fassung von „Das kalte Herz“ am liebsten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Ach herje
 Am liebsten hĂ€tte ich Schauspieler und Schauspielerinnen aus der ganzen Welt, denn in meinem MĂ€rchenreich gibt es Menschen aus vielen verschiedenen LĂ€ndern. Auch hĂ€tte ich gerne ĂŒbergewichtige Schauspielerinnen fĂŒr die Rollen der Schwester der Hauptperson (und damit meine ich kein MĂ€dchen, das bei 1,70m GrĂ¶ĂŸe 75kg wiegt: das ist NORMALGEWICHT!). Die beiden Zarewnas werden davon abgehalten, sich körperlich zu betĂ€tigen, da das ihre Glasherzen beeintrĂ€chtige könnte. Also wĂ€ren diese Hungerhaken, die so in sind, eine absolute Fehlbesetzung.

Aber im Prinzip wĂ€re es mir ziemlich egal und ich wĂŒrde mich ĂŒberraschen lassen. Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der mir einen Filmvertrag schickt
 😉

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Das es möglichst viele Menschen lesen und lieben lernen. Es ist so ein zauberhaftes, wenig bekanntes MĂ€rchen, das durch die VerĂ€nderungen, die ich eingebracht habe, noch an Tiefe gewinnt (sagen jedenfalls meine Leserinnen). Ich wĂŒnsche mir sehr, dass die Begeisterung fĂŒr MĂ€rchen und deren Adaptionen noch lange anhĂ€llt.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Meine Mutter hat uns frĂŒher immer vorgelesen und jede Geschichte hat sie bewegt. Manchmal musste sie sogar weinen. Das sind schöne Erinnerungen, die ich freiwillig nicht hergeben werde (hoffentlich bekomme ich keine Demenz
)

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Eindeutig ein Happy End, manchmal auch ein Happy Anfang, denn das Ende des einen ist meist der Beginn von etwas Neuem. In seltenen FĂ€llen (allerdings nicht bei den MĂ€rchen) gibt es bei mir auch mal ein Bad End, aber immer mit Hoffnung, dass es besser werden kann, wenn alle dran arbeiten.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Es begeistert mich alles und stört mich nichts.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Die zeitlosen Wahrheiten, die scheinbar simple Sprache, die dennoch große Emotionen erzeugen kann, und die Details, die so viel vom Leben in anderen Zeiten verraten, wenn man genau genug hinsieht.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich wĂŒrde versuchen herauszufinden, wie es erlöst werden kann (denn das schöne an MĂ€rchen ist ja, dass eine Erlösung immer möglich ist).

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

  1. Wann immer ein Mensch einen Gegenstand als Waffe einsetzen will, soll er sich in Blumen verwandeln (das gilt auch fĂŒr HĂ€nde, die dĂŒrfen dann aber nach einiger Zeit wieder nachwachsen).
  2. Wann immer ein Mensch einen anderen herabsetzten und schlecht machen will, egal ob die andere Person anwesend ist oder nicht, sollen ihm die Worte fehlen.
  3. Mögen mir nie die Ideen ausgehen und die Zeit, diese in Geschichten festzuhalten.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Bevorzugt eine Verwandlung, die den Betroffenen zwingt zu erkennen, warum ich sauer genug war, ihn/sie zu verwĂŒnschen. Und wenn die Lektion gelernt ist, gibt es eine Erlösung.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Ehrlich gesagt mit keiner. In so gut wie keinem MĂ€rchen gibt es Enkelkinder, die einer grĂ¶ĂŸere Rolle spielen, und ich habe seit einiger Zeit das GlĂŒck meinen ersten Enkel genießen zu können. Das möchte ich nicht fĂŒr eine Sekunde verpassen.

Mehr zu Katharina gibt es hier:

Homepage: Katharina Gerlach
Facebook: Katharina Gerlach Autorin

Vielen Dank, Katharina!

Anne/PoiSonPaiNter

MĂ€rchensommer Buchvorstellung #2

Willkommen in der dritten Woche des MĂ€rchensommers!

Auch dieses Mal stelle ich euch wieder MĂ€rchenadaptionen vor, die seit dem letzten Mal erschienen, bzw. die ich seit dem letzten Mal entdeckt habe!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Mit SchÀtze neu erzÀhlt hat Katharina Gerlach eine ganze Reihe Kurzgeschichten-MÀrchenadaptionen erschaffen, die ich euch heute vorstelle. Mehrere von ihnen gibt es auch jeweils in SammelbÀnden!

In einer Welt, in der Technik (Steampunk) und MĂ€rchen aufeinandertreffen, wandelt Katharina die bekannten und weniger bekannten MĂ€rchen ein wenig ab.

Cover "Der Zwerg und die Zwillinge"
Cover "Die Stiefmutter"
Alt "Des Königs Mechanikerin"

Der Zwerg und die Zwillinge (Schneeweißchen und Rosenrot) wir der Zwerg zum Flcuhthelfer, noch ehe die Schwestern geboren werden, Die Stiefmutter (BrĂŒderchen und Schwesterchen) wandelt die im MĂ€rchen dargestellte böse in eine besorgte Stiefmutter und Des Königs Mechanikerin (Die Schöne und das Biest) ist eine begabte junge Frau, die ihren Bruder und sich mit ihrer Handfertigkeit vor Unheil bewahrt oder doch eher stiftet?

Cover "Die WaldhĂŒtte"
Cover "Hannes und Maggie"
Cover "Bellarosa"

Die WaldhĂŒtte (Die HĂŒtte im Wald) ist tatsĂ€chlich ein MĂ€rche, dass ich noch nicht kenne. Ein Fluch auf einer HĂŒtte im Wald und ein Mechanik-Verbot, dass eindeutig nach einer Folge des letzten Bandes klingt …
Hannes und Maggie (HĂ€nsel und Gretel) sind zur Abwechslung mal keine Geschwister! Und werden entsprechend auch nicht ausgesetzt, stattdessen werden junge MĂ€dchen aus der Stadt entfĂŒhrt. Können sie das RĂ€tsel lösen? In Bellarosa (Dornröschen) finden wir heraus, was sie in ihrer langen Schlafenszeit trĂ€umt oder doch erlebt?

Cover "Schwanenprinz"
Cover "Der Wettstreit"
Cover "Amber Ash"

In der Schwanenprinz (Die wilden SchwĂ€ne) begeben wir uns in die MĂ€rchenwelt des Hans Christian Andersen und folgen der Geschichte von in SchwĂ€nen verwandelten BrĂŒdern, deren Flug ein jĂ€hes Ende findet. Im Der Wettstreit (Das kalte Herz) bekommt Willhelm Hauffs dĂŒsteres MĂ€rchen eine ganz anderen Hintergrund und nicht mehr der Schatzhauser, sondern zwei Wettstreitende experimentieren hier mit dem Herzen eines Menschen. Amber Ash gibt dem altbekannten Aschenputtel ein bisschen mehr Eigeninitiative und spannenderweise einen Stiefvater an die Seite.

Cover "Das Erbe"
Cover "Die Talkshow"
Cover "Obsidianherz"

Das Erbe (Der gestiefelte Kater) bedient ein MĂ€rchen, dass mich diesen MĂ€rchensommer ein bisschen verfolgt und auch hier gibt es einen Twist, denn das sprechende Katertier ist selbst verflucht! Die Talkshow (Der Teufel mit den drei goldenen Haaren) zeigt, wie der der Teufel seine goldenen Haare wiederbekommt – und warum er ĂŒberhaupt so viel Unheil anrichten musste. Obsidianherz (Die Schwestern mit den Glasherzen) ist auch wieder ein mir unbekanntes MĂ€rchen von Richard von Volkmann-Leander und verbindet den Inhalt mit dem Lied „Jet Black Heart“ von 5 Seconds of Summer und gibt auch hier wieder den Charakteren mehr Handlungsmacht.

Cover "Die Wiege"

Als Teaser der Reihe gibt es auch noch das ganz kurze Die Wiege (Der kleine HÀvelmann) in dem die Geschichte aus der Perspektive der Mutter erzÀhlt wird.

Zusammengefasst, lĂ€sst sich die Reihe beschreiben als: Was wĂ€re wenn die BrĂŒder Grimm/Andersen/etc. einen Aspekt der Geschichte falsch verstanden/interpretiert oder nicht berĂŒcksichtigt hĂ€tten?

Wirklich sehr spannenende Art eine Adaption zu schreiben!

Dieses Jahr gibt es noch ein Interview mit Katharina, bleibt also gespannt!

Habt ihr eines oder mehrere der BĂŒcher schon gelesen?

Anne/PoiSonPaiNter

#CroMĂ€r: Kapitel 18

Das #CroMĂ€r geht weiter.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kapitel 18

Resigniert nahm Regina das Handy aus der Tasche und schrieb Becky, dass sie es nicht schaffen wĂŒrde und dass sie sie bitte abmelden und ihr die Mitschrift schicken solle. Auf die Nachfrage, ob etwas Schlimmes sei, kommentierte Regina nur, es sei nervig und fragte sich wiederholt, ob sie ihre Freundin einweihen sollte und ob sie das ĂŒberhaupt durfte. Uni fĂŒr den Tag abgehakt, ging sie ein paar Schritte Beiseite und rief ihren Joker in Sachen magische Probleme an. Es dauerte einen Moment bis er mit einem verschlafenen »Guten Morgen« antwortete.

Verdammter LangschlĂ€fer, sie wollte auch zurĂŒck ins Bett!

»Raaaalf! Du musst mir helfen!«, flehte sie durch den Hörer. »Ich habe einen gestiefelten Kater ohne Schuhe und Herrin und muss die ganze Zeit niesen. Das pack ich nicht allein, wenn ich ihm helfen soll!« Zur BestÀtigung tat sie genau das.

»Kannst du nicht deine Oma fragen?«

»Was meinst du, von wem ich die Katzenhaar-Allergie habe?« Sie wusste nicht, ob das so stimmte, aber so konnte sie jemanden anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Immerhin hatte der Kater sie vermutlich aufgrund ihrer Magie oder magischen Aura oder so etwas ĂŒberhaupt erst angesprochen.

Ralf seufzte, rieb sich vermutlich die Augen, wie sie es schon oft gesehen hatte, wenn sie sich verquatscht hatten und es spĂ€t geworden war. »Okay«, sagte er schließlich. »Was ist genau passiert?«

Regina murmelte eine Kurzfassung, beschÀftigt damit, ihre laufende Nase zu bÀndigen.

Wieder seufzte Ralf, verstand sie ohne viele Worte. »Wo bist du?«

»In der Uni, wo ich eigentlich die Vorlesung hĂ€tte, auf die ich mich schon die ganze Woche freue!« Ihr Frust war unverkennbar in ihrer Stimme. Im Augenwinkel sah sie, wie Mischa sich zusammenkrĂŒmmte, aber das war ihr nur recht.

»Gib mir zwanzig Minuten, dann bringe ich dir was fĂŒr deine Nase. Bis dahin hast du vielleicht schon mehr aus dem Katerchen herausbekommen.«

»Einverstanden. Danke!«

Sie drehte sich wieder zu Mischa und nahm den vorherigen Faden wieder auf. »Du hast dir dann also Klamotten besorgt und bist hergekommen?«

»Genau, die hingen auf einer Leine!«

Regina nickte, das erklĂ€rte zumindest die unpassende Kleidung, aber eine Sache nicht: »Wie kannst du ĂŒberhaupt menschliche Gestalt annehmen ohne Stiefel?«

»Ich muss meine Stiefel nicht tragen, um es zu können, aber sie dĂŒrfen nicht zerstört werden, dann verwandel ich mich wieder zurĂŒck. Außer meine neue Herrin schenkt mir neue Stiefel.«

»Hast du denn den Namen von ihr?«

»Hannchen«, verkĂŒndete er stolz.

»Und sie geht hier zur Uni?«

Das ließ ihn in sich zusammensinken. »Meine Herrin hat immer gesagt, was fĂŒr ein kluges MĂ€dchen ihr Hannchen ist.«

»Das ist keine Antwort auf meine Frage.«

»Ich habe Orte gesucht, wo kluge Menschen sind und dann habe ich Euch bemerkt.« Der Kater verbeugte sich, was Regina noch mehr irritierte als die Förmlichkeit. Immerhin wusste sie jetzt, dass er ihre Magie tatsÀchlich erkannt.

»Du hast also keine Ahnung, wer sie ist, wo sie wohnt und wie du sie finden kannst«, fasste Regina die Situation zusammen.

Mischa zuckte mit den Schultern, ein unschuldiges LĂ€cheln im Gesicht.

»Großartig.«

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder mÀrchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier angedeutet ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Der Kater der auszog, sein neues Zuhause zu finden

NĂ€chsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter

Schreiberlinge im Interview: Anne Danck und Christian Handel

Auch diesen MĂ€rchensommer gibt es wieder Interviews und wir starten mit einem Update zu Anne Danck und Christian Handel und ihren aktuellsten Adaptionen, die ich letzte Woche vorstellte.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne Danck – Es war einmal im dunklen Wald

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In „Es war einmal im Dunklen Wald“ tauchen einige MĂ€rchen auf, am prominentesten sind dabei RotkĂ€ppchen, Die Schöne und das Biest und Dornröschen – wobei RotkĂ€ppchen dabei vor allem die Hintergrundgeschichte der Protagonistin JĂ€ger darstellt. Allerdings ist JĂ€ger natĂŒrlich durch die Begegnung mit dem Wolf in ihrer Kindheit geprĂ€gt und wird von den Ereignissen damals immer mal wieder eingeholt. Diese Flashbacks darzustellen war eine echte Gratwanderung: Wer RotkĂ€ppchen mal genauer unter die Lupe genommen hat, weiß, dass der Wolf im MĂ€rchen nicht fĂŒr das Tier steht, sondern fĂŒr jemanden, der ahnungslosen MĂ€dchen auflauert. Diese Thematik einzubauen und gleichzeitig nicht zu abgrundtief zu werden, hat einiges an Ausprobieren und RĂŒckmeldung-sammeln erfordert.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Nach dem ersten Lektoratsdurchgang habe ich festgestellt, dass ich die zweite HĂ€lfte noch einmal komplett umschreiben muss, damit der Spannungsbogen und das Finale besser funktionieren. Da bedeutete unter anderem: Das Magiesystem ĂŒberarbeiten, Personen streichen, am zeitlichen Ablauf feilen … Aber im Endeffekt war es all die Verzweiflung wert.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Von RotkĂ€ppchen: „Cruel Beauty“ von Rosamund Hodge. Von „Die Schöne und das Biest“: „Crimson Bound“, ebenfalls von Rosamund Hodge. Beide BĂŒcher haben eine einmalige AtmosphĂ€re und Protagonistinnen mit Ecken und Kanten, sie dĂŒrfen scheitern und eben dadurch siegen.

FĂŒr „Dornröschen“ fĂ€llt mir vor allem der Film „Maleficient“ ein, der schafft es auch auf ganz wundervolle Weise, das MĂ€rchen bezaubernd dĂŒster neu zu erzĂ€hlen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Definitiv Samira Wiley als JĂ€ger  – sobald ich sie als Moira in „Handmaid’s Tale“ gesehen habe, hatte ich ich sie beim Schreiben immer vor Augen. Und Naomie Harris ist als Prinzessin im Turm auch gesetzt, vor allem ihre Darstellung von Tia Dalma in „Fluch der Karibik“ hat mich sehr beeinflusst. Bei Crop fĂ€llt mir die Wahl etwas schwerer 
 Vielleicht Trevante Rhodes („Moonlight“) oder Michael B. Jordan („Black Panther“).

Mehr zu Anne gibt es hier:

Interview zu Spielmannsbraut

Homepage: Anne Danck
Instagram: @annedanck

Christian Handel – Schattengold

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Liebesgeschichte zwischen der MĂŒllerstochter und dem König. Im Original zwingt der König die MĂŒllerstochter als seine Gefangene ja, Stroh zu Gold zu spinnen und bedroht sie bei NichterfĂŒllung mit dem Tod. Als es ihr gelingt, nimmt er sie zur Frau. Ziemlich gruselig. Es hat eine Weile gedauert, bis ich einen Lösungsansatz gefunden habe: Aus dem König im MĂ€rchen wurde ein Prinz, die Rolle des Königs ĂŒbernimmt – ganz mĂ€rchenhaft – eine Stiefmutter. Bei der Liebesgeschichte hat mir auch grundsĂ€tzlich meine Lektorin Julia Adrian sehr geholfen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Zeit zwischen der dritten Nacht, in der der Spinnenmann fĂŒr Farah Stroh zu Gold spinnt und seinem Auftauchen nach der Geburt von Farahs Kind. Beim Planen hatte ich mir ĂŒber diese Phase nicht allzu viele Gedanken gemacht – beim Schreiben habe ich dann realisiert, dass ich die nicht einfach mit einem Sprung ĂŒberbrĂŒcken konnte: Die Liebesgeschichte zwischen Farah und ihrem Prinzen, seine Besteigung des Thrones, Schwangerschaft und Geburt – all das wollte und konnte ich nicht in einer kurzen einzelnen RĂŒckblende-Szene erzĂ€hlen. Zumal ich einen plausiblen Grund finden musste, warum Farah und der Prinz so schnell heiraten und sich nicht mehr Zeit lassen. Und dann war da ja auch noch die Sache mit dem Kind, das 
 nein, das wĂ€re ein Spoiler


3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

TatsĂ€chlich fand ich die ARD-Verfilmung von 2009 mit Robert Stadtlober ganz charmant. Allzu viele Adaptionen des MĂ€rchens gibt es sonst bisher ja leider nicht. Die US-Autorin Patricia Briggs (Mercy Thompson-Reihe) hat allerdings unter dem Titel „Der Preis“ eine wunderschöne Kurzgeschichte zum MĂ€rchen geschrieben, die ich in meiner zweiten MĂ€rchenanthologie „In HexenwĂ€ldern und FeentĂŒrmen“ in deutscher Sprache veröffentlichen durfte.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Eine schöne Frage, aber selbst beim Schreiben sehe ich die Gesichter meiner Figuren nur verschwommen. Wie sollte ich da eine real existierende Schauspielerin nennen können? Wenn es eine deutschsprachige Schauspielerin sein soll, fÀnde ich Henriette Confurius ziemlich cool.

Mehr zu Christian gibt es hier:

Interview zu Rosen & Knochen: Christian Handel
Interview zu Rowan & Ash und Palast aus Gold und TrÀnen

Homepage: Christian Handel
Twitter: @DarkstarGermany
Facebook: Christian Handel Autor
Instagram: @christian.handel

Vielen Dank Anne und Christian!

Anne/PoiSonPaiNter

#CroMĂ€r: Kapitel 17

Auch in diesem MĂ€rchensommer möchte ich die Geschichte um Regina weitererzĂ€hlen und habe ein Update des #CroMĂ€r fĂŒr euch vorbereitet.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Doch zunĂ€chst …

Was bisher geschah …

Regina soll ihrer kranken Oma etwas zu Essen vorbeibringen. Auf dem Weg dahin begegnet sie ihrer Tante, die ihr einen DiĂ€t-Apfel andreht und ihrem Jugendschwarm Wolf, der sie zum Wunderjunggesellenball einlĂ€dt. Hin und hergerissen schließt Regina einen Deal um den ersten Kuss des Abends mit einem seltsamen Förster, damit sie den Apfel, den sie grad erst entsorgt hat, zurĂŒckbekommt.
Allerdings war das erst der Anfang der bizarren Ereignisse, denn bald stellt sich heraus, dass ihre Oma keine geringere als Frau Holle ist und mit der Baba Yaga eine ernstzunehmende Rivalin hat.
Das am Ende des Ballabends Wolf dann ein Frosch ist, war auch nicht das was Regina davon erwartet hatte.

Am nĂ€chsten Morgen hat Regina ein schleimiges Erwachen, denn sie hat Wolf mit nach Hause genommen. Mit Hilfe ihrer Familie und dem Förster, der eigentlich Ralf heißt und sich als Rumpelstilzchen vorstellt, macht Regina sich daran in wieder zurĂŒckzuverwandeln. Was gar nicht so leicht ist, da er einsehen muss, wie sehr sein Handeln sie verletzt hat …

AusfĂŒhrlich könnt ihr es hier nachlesen: #CroMĂ€r

Ein paar Monate spĂ€ter trifft Regina erneut mit Marie zusammen, die verzweifelt ihre mal wieder ausgebĂŒchste Ziege sucht. Doch bald stellt sich heraus, dass sie nicht nur gerne Ralfs Rapunzeln frisst, sondern auch ein verzauberter Mensch ist. Gemeinsam befreien sie die junge Frau von ihrem Fluch. Doch Regina erfĂ€hrt dabei ein Geheimnis ĂŒber Ralf, denn Rumpelstilzchen ist nur ein Deckname. FrĂŒher nannten sie ihn Koscheii und er ist der Sohn eines Aspekts der Baba Yaga.

Und nun geht es wieder ein paar Monate spÀter weiter mit:

Kapitel 17

Regina war schon wieder viel zu spĂ€t dran. Sie hielt die Schlinge ihrer Laptoptasche fest im Griff als sie schnellen Schrittes auf das UnigebĂ€ude zulief. Warum musste ihre Mutter auch darauf bestehen, dass sie jetzt jeden Morgen MagieĂŒbungen machte, bevor sie aus dem Haus ging? Damit verbrachte sie schon nahezu alle Nachmittage, Abende und Wochenenden. Sie hatte dadurch kaum noch Zeit fĂŒr ihre Freunde, denn wenn sie nicht ĂŒbte, musste sie Unikram nachholen, den sie deswegen hinauszögerte. Es war zum Kotzen. Viel lieber wĂŒrde sie in die Zeit zurĂŒckkehren, in der sie eine ganz normale Informatikstudentin gewesen war. Ohne den ganzen magischen Firlefanz. Sollte doch wer anderes den Mantel der Holle ĂŒbernehmen. Bisher hatte sich noch immer eine passende Frau fĂŒr die Rolle gefunden.

»Die Magie befindet dich fĂŒr wĂŒrdig, du wirst die nĂ€chste Holle!«, klingelten ihr die Worte ihrer Oma in den Ohren und Regina schĂŒttelte sie energisch weg.

Algorithmen und Datenstrukturen, das war jetzt wesentlich wichtiger als Wetterzauber oder Backmischungen mit dem gewissen Etwas.

»Entschuldigung?«, riss eine verÀngstigte Stimme sie aus ihrer Eile.

Regina hielt inne und fand eine merkwĂŒrdig gekleidete junge Person an die Hauswand gedrĂ€ngt. »Ja?«

»Ich brauche Hilfe«, eröffnete die Person, als wenn das nicht offensichtlich wÀre.

Die Jacke war viel zu groß, die Hose hingegen zu kurz und Schuhe trug sie gar nicht erst.

»Brauchst du die Polizei? Wurdest du ĂŒberfallen?«

Die Person schĂŒttelte den Kopf. Aus ihrem androgynen Aussehen konnte Regina nichts ableiten, dass ihr bei der weiteren Identifizierung helfen konnte.

»Ich suche meine Herrin, aber ich bin neu in der Stadt und kenne mich noch nicht mit all dem aus.«

Ein GefĂŒhl beschlich Regina, dass dies ein magisches Problem war, aber sie verdrĂ€ngte den Gedanken. Stattdessen fragte sie nach einem Namen und stellte sich selbst ebenfalls vor.

»Ich heiße Mischa.« Ihr GegenĂŒber grinste so breit, dass Regina scharfe EckzĂ€hne erkennen konnte. Auch das sprach fĂŒr ihre BefĂŒrchtung, aber noch gab es dafĂŒr keine Beweise. Stattdessen fragte sie nach dem Geschehen.

Nach ein wenig rumdrucksen packte Mischa aus. »Meine alte Herrin ist gestorben und ich soll jetzt ihrer Enkelin zur Seite stehen, also habe ich eine menschliche Gestalt angenommen und mich auf den Weg gemacht. Aber als ich hier ankam, habe ich mich verlaufen und in einer Gasse mich zum Schlafen gelegt. Als ich aufgewacht bin, waren die Sachen weg, die meine alte Herrin mir geschenkt hatte. Inklusive meiner Stiefel! Meiner wunderbaren Stiefel!« Mischa schnupfte, wischte sich mit dem Handgelenk ĂŒber die Nase.

Regina klappte die Kinnlade runter. Hatte sie das gerade richtig gehört? Menschliche Gestalt angenommen? Sie wiederholte die Worte skeptisch.

»Ja, ich bin ein waschechter gestiefelter Kater!«, verkĂŒndete Mischa stolz.

Wie zur BestÀtigung nieste Regina. Kein es-kribbelt-in-der-Nase-Niesen, nein, ein Allergie-Niesen. Regina stöhnte. Es war ein magisches Problem.

»Ein gestiefelter Kater, nur, dass  «, sie sah zu seinen schuhlosen FĂŒĂŸen, »du keine trĂ€gst.«

»Das ist Teil meines Problems.«

Wieder stöhnte Regina, den Kopf gen Himmel gestreckt. Das konnte heiter werden.

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder mÀrchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier thematisiert ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Der ungestiefelte Kater.

NĂ€chsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter

Was passiert danach? – Eine Schreibaktion von Gipfelbasilisk

Heute stellt euch Gipflebasilisk in seinem MĂ€rchensommer Gastbeitrag eine sehr coole Aktion vor, die seit letztem Jahr thematisch auf den Sommer abgestimmt ist!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Was ist das, „Was passiert danach?“

Es ist ein monatlich stattfindender kleiner Schreibwettbewerb, bei dem die Freude am Schreiben vermittelt werden soll. Jeden Monat gibt es drei bis vier AnfĂ€nge + eine Sonderaufgabe. Die Teilnehmer*innen sollen sich im Idealfall von AnfĂ€ngen und Sonderaufgabe inspirieren lassen und dazu einen Text schreiben. Aber wie ich schon sagte, die Freude am Schreiben ist das, was mir wichtig ist zu vermitteln. Sprich, wenn euch meine Überschrift inspiriert, der Rest aber nicht interessiert, ist das vollkommen okay. Ich möchte mit diesem Projekt Menschen zum Schreiben ermutigen, den Spaß vermitteln.

Im September diesen Jahres wird das „Was passiert danach?“ Drei Jahre alt. Was bedeutet, es gab 36 Aufgabenstellungen, von denen fĂŒnf ein MĂ€rchenthema hatten.

Das „Was passiert danach?“ nimmt in diesem Jahr zum zweiten Mal am MĂ€rchensommer teil.

MĂ€rchen im „Was passiert danach?“

MĂ€rchen haben mich schon immer fasziniert. Sie waren auch schon immer Teil meines Twitch-Kanals und im ersten Wpd? Jahr (ein Wpd? Jahr beginnt im September) hatten wir im Januar 2020 den MĂ€rchenadaptionsmonat.

Ich war zu diesem Zeitpunkt noch neu auf Twitch und hatte nur wenige Zuschauer*innen. Zu dem Zeitpunkt hatte auch nur Chaotisch_Aber_Liebenswert und ich am „Was passiert danach?“ teilgenommen. Es gab auch noch keine Gewinne und nur einen Anfang in diesem Fall ein MĂ€rchen: Rumpelstilzchen.

Ich kann mich an Chaotisch_Aber_Liebenswerts Geschichte noch hervorragend erinnern, sie hatte ihre Adaption in die Moderne gezogen und Influencer-Marketing als Thema gesetzt.

Zitat: »Heute feil ich, morgen peel ich,
ĂŒbermorgen bin ich die berĂŒhmteste der Welt;
Ach, wie gut ist, dass niemand weiß,
dass ich Stella Kuppström heiß!«

Ich weiß noch, wie ĂŒberrascht ich war, als ich den Text das erste Mal las, und habe mich ĂŒber die Reaktionen im Chat sehr gefreut, denn ich find’ die Idee und den Witz des Textes recht gelungen. An meine eigene Adaption erinnerte ich mich gar nicht. Ich musste sie fĂŒr diesen Text nachlesen. Offen gestanden, weiß ich, warum ich sie verdrĂ€ngt hatte, ich finde sie nicht sonderlich gelungen. Ich habe mich mit dem Namen vom Rumpelstilzchen auseinandergesetzt, genauer gesagt mit dem Umstand, dass der Name Macht ĂŒber das kleine Wesen hat.

Im Februar 2022 kehrte das: „Was passiert danach?“ mit dem Thema MĂ€rchenadaption zurĂŒck. Der goldene SchlĂŒssel, Der Froschkönig und Rapunzel standen zur Wahl. Als Sonderaufgabe sollte ein LGBTQIA+ Aspekt in die Geschichte eingebaut werden.

Es gab vier Einsendungen, zwei zum goldenen SchlĂŒssel und zwei zum Froschkönig. Auch hier wurden die Geschichten zum Teil modern, zum Teil mit VerĂ€nderungen, aber in alter Zeit erzĂ€hlt.

Ich habe zugegebenermaßen mir diese Aufgabe mit ebendiesen MĂ€rchen gewĂŒnscht, weil mich schon immer genervt hat, dass der Froschkönig am Ende die Prinzessin heiratet, obwohl die ihn schlecht behandelt hat. Weshalb in meiner Variante der Froschprinz am Ende den eisernen Heinrich geheiratet hat. Ich finde, gerade bei diesem MĂ€rchen bot sich die Gay-Romance an, weil der eiserne Heinrich, als hingebungsvoller Diener schon im OriginalmĂ€rchen angelegt ist. Warum, wenn er ihn nicht wirklich innig liebt, sollte er sich eiserne Bande ums Herzen legen lassen? Es war auch mein zweites Jahr auf Twitch, ich habe sehr viel gelernt und sehr viel in der Zeit geschrieben und bin wesentlich zufriedener mit diesem Text, als mit meiner ersten MĂ€rchenadaption.

Im Juni und Juli 2022 gab es dann im Rahmen des MĂ€rchensommers zwei weitere mĂ€rchenhafte Themen. Im Juni innerhalb der Sonderaufgabe, man sollte seinem Text einen mĂ€rchenhaften Aspekt beimischen, das konnte mehr oder weniger direkt umgesetzt werden und im Juli, dienten MĂ€rchenlieder als Inspiration fĂŒr den Text. Im Juni gab es sechs und im Juli fĂŒnf Texte. In beiden Monaten erinnere ich mich sehr an die Texte von Palandurwen, die in beiden Texten mĂ€rchenhafte Motive eingebaut hatte, aber es geschafft hat, schwierige Themen in ihren Geschichten zu verarbeiten.

Die Teilnehmer*innen gehen die Aufgabenstellungen sehr unterschiedlich an. Am „Was passiert danach?“ im Allgemeinen, aber insbesondere bei den MĂ€rchenthemen, finde ich, merkt man erst wie unterschiedlich. Wir alle kennen die MĂ€rchen, wir interpretieren sie oft aber völlig unterschiedlich, je nach individueller Wahrnehmung. Jede schreibende Person hat einen anderen Blick und gewichtet die Themen innerhalb des Textes unterschiedlich. Ich glaube, gerade hier zeigt sich, dass obwohl wir alle denselben Startpunkt haben, sehr unterschiedliche Texte am Ende entstehen.

Das ist das, was mich nach wie vor an diesem Projekt fasziniert und weswegen ich es seit fast drei Jahren jeden Monat durchfĂŒhre.

Im Juli 2023 haben wir nun erneut eine Aufgabe zum Thema MĂ€rchenadaption. Zur Auswahl stehen drei Klassiker der BrĂŒder Grimm: Frau Holle, Sneewittchen und Die Wassernix. Die Sonderaufgabe fordert, sich mit dem Thema Gut gegen Böse auseinanderzusetzen und der damit einhergehenden schwarz/weiß Malerei. Es geht darum, ebendiese aufzubrechen. Stellt euch die Frage, was wĂ€re, wenn die böse Königin aus Sneewittchen einen triftigen Grund außer Eitelkeit gehabt hĂ€tte, so zu handeln. Was wĂ€re, wenn es gar keine wirklich bösen Charaktere in einem diesen MĂ€rchen geben wĂŒrde und alle grau wĂ€ren?

Hier geht es zur Aufgabe – bis 26.07. könnt ihr eure Texte noch einreichen!

Ich freue mich schon sehr auf eure Interpretationen dieser klassischen MĂ€rchen.

(Alle angesprochenen Texte findet ihr hier)

Der Gastautor

Gipfelbasilisk wurde in Hannover geboren und verbrachte seine Jugend in Langenhagen. Der Liebe wegen zog es ihn in den Harz, wo er seit 2011 zusammen mit seinem Mann in einem 300 Jahre alten Haus wohnt. Er liebt den Harz, die Natur und seinen verwilderten Garten. Sein BĂŒcherregal wird von den Genres Horror und Fantasy dominiert. Wenn er nicht gerade schreibt, streamt er regelmĂ€ĂŸig auf Twitch als Gipfelbasilisk. Im Sommer 2023 wird sein erster Roman: Die Myzelchroniken ein High Fantasy Abenteuer erscheinen.

Website: https://gipfelbasilisk.de/
Twitter: GipfelBasilisk
Facebook: Gipfelbasilisk
Instagram: @gipfelbasilisk/
Patreon: Gipfelbasilisk
Twitch: Gipfelbasilisk
TikTok: @gipfelbasilisk
Mastodon: https://literatur.social/@Gipfelbasilisk

Anne/PoiSonPaiNter

MĂ€rchensommer Buchvorstellung #1

Willkommen in der zweiten Woche des MĂ€rchensommers!

Auch dieses Mal stelle ich euch wieder MĂ€rchenadaptionen vor, die seit dem letzten Mal erschienen, bzw. die ich seit dem letzten Mal entdeckt habe!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.
Cover "Es war einmal im dunklen Wald"
Cover "WĂŒnsche so schwarz wie Ebenholz"

Seit dem letzten MĂ€rchensommer war Anne Danck fleißig. Sie hat nicht nur mit „WĂŒnsche so schwarz wie Ebenholz“ ihre mĂ€rchenhaften Kurzgeschichten zu einer Anthologie zusammengefĂŒhrt, sondern auch einen weiteren Roman beim Drachenmond Verlag veröffentlicht.

UrpsprĂŒnglich bekannt unter dem Arbetistitel „Die Schöne und die Bestien“ ist „Es war einmal im dunklen Wald“ eine etwas andere Adaption von u.a. RotkĂ€ppchen und Die Schöne und das Biest. Ein wahrliches Crossover MĂ€rchen!

Cover "Schattengold"

In seiner neusten MĂ€rchenadaption Ach wie gut, dass niemand weiß … Schattengold widmet Christian Handel sich Rumpelstilzchen. Eine NeuerzĂ€hlung in einer dĂŒsteren Welt mit Feen und DĂ€monen erwartet euch.

Übrigens finde ich es sehr spannend, das Christian im November in Rostock liest, also bei mir um die Ecke. Ich hab mir den Termin auf alle FĂ€lle schon notiert, jetzt muss es nur noch mit dem Brotjob klappen, dass ich auch Zeit habe!

Zu beiden Romanen wird es dieses Jahr noch ein Interview-Update geben, bleibt also gespannt!

Habt ihr eines der BĂŒcher schon gelesen?

Anne/PoiSonPaiNter

Sommerzeit ist MĂ€rchenzeit!

Es ist soweit!

Wir starten in den siebten MĂ€rchensommer!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Ich bin immer noch erstaunt darĂŒber, dass wir das hier jetzt schon zum siebten Mal machen und freue mich euch wieder hier begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen!

Was erwartet euch?

Es wird wieder interessante Buchvorstellungen und Interviews geben, aber auch wieder live BilderrĂ€tsel auf dem Twitch-KanĂ€len von Elenor Avelle, Carolin Summer (Weltenwechsler) und Frau_Nami. Dazu noch ein interessantes „Was passiert danach?“ von Gipfelbasilisk und dessen Auswertung auf seinem Twitch-Kanal sowie wieder ein MĂ€rchenspinnerei-Spezial auf dem Kanal von Laura Kier (Weltenpfad) mit Christina Löw, Rabea Blue und Katherina Ushachov zum Thema „Moderne MĂ€rchen“. Bei beiden entstehen faszinierende neue Geschichten, ich bin schon gespannt!

Dieses Jahr gibt es mindestens zwei GastbeitrÀge, darauf könnt ihr euch schon jetzt freuen, sie sind sehr interessant!

Auch das CroMĂ€r geht dieses Jahr ein StĂŒckchen weiter, eine neue Geschichte um Regina auf ihrem Weg Frau Holle zu werden. Diesmal mit katzigem Chaos!

Je nachdem wie ich es schaffe, bekommt ihr auch wieder ein paar Videos, vielleicht nur in Rohfassung, vielleicht aber auch ein paar Schnitte aus dem letzten Jahr. Mindestens zwei Aufnahmen möchte ich auf alle FĂ€lle noch machen, diesmal von alten „OriginalmĂ€rchen“, mal schauen, ob das alles klappt.

Am Donnerstag 06.07. ab 17 Uhr schwingt auf alle FĂ€lle Elenor wieder den digitalen Pinsel fĂŒr euch, damit ihr ein MĂ€rchen anhand von vier Bildern erraten könnt!

Behaltet ansonsten die Übersichtseite und meine Social Media KanĂ€le, z.B. die Facebook Gruppe, im Auge und ihr seid immer auf dem neusten Stand!

Gerne könnt ihr euch auch wieder an der Lesechallenge an sich beteiligen, taggt mich und ich teile eure BeitrÀge entsprechend! (Falls ihr den Banner braucht, einfach kurz Bescheid geben)

Anne/PoiSonPaiNter