Ein letztes Mal stelle ich euch wieder MĂ€rchenadaptionen vor, die seit dem letzten Jahr erschienen, bzw. die ich seit dem entdeckt habe!
Des Nachts im finstren Wald von Jana Oltersdorff und Die MĂ€rchenhochzeit fĂ€llt aus von David Pawn sind etwas andere MĂ€rchenbĂŒcher. WĂ€hrend das eine die bekannten Stoffe dĂŒster in verschiedenen Kurzgeschichten verarbeitet, geht das andere eher humorvoll mit der Dornröschen-Geschichte um. Wer will auch schon einen Menschen heiraten, den sie kaum kennen?
Beide habe ich auf Messen entdeckt und konnte ich nicht stehen lassen. Gerade diese anderen Blickwinkel faszinieren mich an Adaptionen.
Wie sieht es bei euch aus?
Auch Chwedlau Tywyll von Nadja Losbohm ist eine Kurzgeschichtensammlung. Diesmal basieren die Geschichten jedoch eher auf keltischen Motiven und Thematiken, die sich mal dĂŒster, mal emotional, mal humorvoll prĂ€sentieren.
Als Abschluss des diesjĂ€hrigen MĂ€rchensommers gibt es fĂŒr euch noch RosenweiĂ von Elenor Avelle.
Frisch geschlĂŒpft ist dies die Fortsetzung von Schneerot und somit der zweite Teil ihrer Solarpunk/Clockpunk MĂ€rchenadaption der SchneeweiĂchen und Rosenrot Fabel. Im Crowdfunding finanziert, konnte die Geschichte um Rota, Wite und Jiulano [Anm. ich vertippe mich nahezu immer bei seinem Namen] weitergehen und wird im Winter mit (dem ungeplanten) Band 3 SonnengrĂŒn beendet werden.
Der Kampf geht in die nĂ€chste Runde und nun stehen sie Koschei dem Unsterblichen gegenĂŒber, kann der Zar der Gezeiten ihnen helfen? Der FĂŒrst von Frost und Gebein schleiĂt die Reihe mit einem Verrat und einer Frage ab: Können sie das Reich wirklich retten?
Ganz anders Kaja Paulans „Ragnamar – Einbruch der DĂ€mmerung„, dem ersten Teil einer Young Adult Adaption, die viele MĂ€rchenelemente verbindet und zu einer faszinierenden Welt zusammenbaut. Kann die junge Protagonistin ihren Freund retten, bevor das Zwielicht alles verschlingt?
Neben Katharina und Ria wird es auch noch ein Interview mit Kaja geben, bleibt also gespannt!
Auch dieses Mal stelle ich euch wieder MĂ€rchenadaptionen vor, die seit dem letzten Mal erschienen, bzw. die ich seit dem letzten Mal entdeckt habe!
Mit SchÀtze neu erzÀhlt hat Katharina Gerlach eine ganze Reihe Kurzgeschichten-MÀrchenadaptionen erschaffen, die ich euch heute vorstelle. Mehrere von ihnen gibt es auch jeweils in SammelbÀnden!
In einer Welt, in der Technik (Steampunk) und MĂ€rchen aufeinandertreffen, wandelt Katharina die bekannten und weniger bekannten MĂ€rchen ein wenig ab.
Der Zwerg und die Zwillinge (SchneeweiĂchen und Rosenrot) wir der Zwerg zum Flcuhthelfer, noch ehe die Schwestern geboren werden, Die Stiefmutter (BrĂŒderchen und Schwesterchen) wandelt die im MĂ€rchen dargestellte böse in eine besorgte Stiefmutter und Des Königs Mechanikerin (Die Schöne und das Biest) ist eine begabte junge Frau, die ihren Bruder und sich mit ihrer Handfertigkeit vor Unheil bewahrt oder doch eher stiftet?
Die WaldhĂŒtte (Die HĂŒtte im Wald) ist tatsĂ€chlich ein MĂ€rche, dass ich noch nicht kenne. Ein Fluch auf einer HĂŒtte im Wald und ein Mechanik-Verbot, dass eindeutig nach einer Folge des letzten Bandes klingt … Hannes und Maggie (HĂ€nsel und Gretel) sind zur Abwechslung mal keine Geschwister! Und werden entsprechend auch nicht ausgesetzt, stattdessen werden junge MĂ€dchen aus der Stadt entfĂŒhrt. Können sie das RĂ€tsel lösen? In Bellarosa (Dornröschen) finden wir heraus, was sie in ihrer langen Schlafenszeit trĂ€umt oder doch erlebt?
In der Schwanenprinz (Die wilden SchwĂ€ne) begeben wir uns in die MĂ€rchenwelt des Hans Christian Andersen und folgen der Geschichte von in SchwĂ€nen verwandelten BrĂŒdern, deren Flug ein jĂ€hes Ende findet. Im Der Wettstreit (Das kalte Herz) bekommt Willhelm Hauffs dĂŒsteres MĂ€rchen eine ganz anderen Hintergrund und nicht mehr der Schatzhauser, sondern zwei Wettstreitende experimentieren hier mit dem Herzen eines Menschen. Amber Ash gibt dem altbekannten Aschenputtel ein bisschen mehr Eigeninitiative und spannenderweise einen Stiefvater an die Seite.
Das Erbe (Der gestiefelte Kater) bedient ein MĂ€rchen, dass mich diesen MĂ€rchensommer ein bisschen verfolgt und auch hier gibt es einen Twist, denn das sprechende Katertier ist selbst verflucht! Die Talkshow (Der Teufel mit den drei goldenen Haaren) zeigt, wie der der Teufel seine goldenen Haare wiederbekommt – und warum er ĂŒberhaupt so viel Unheil anrichten musste. Obsidianherz (Die Schwestern mit den Glasherzen) ist auch wieder ein mir unbekanntes MĂ€rchen von Richard von Volkmann-Leander und verbindet den Inhalt mit dem Lied âJet Black Heartâ von 5 Seconds of Summer und gibt auch hier wieder den Charakteren mehr Handlungsmacht.
Als Teaser der Reihe gibt es auch noch das ganz kurze Die Wiege (Der kleine HÀvelmann) in dem die Geschichte aus der Perspektive der Mutter erzÀhlt wird.
Zusammengefasst, lĂ€sst sich die Reihe beschreiben als: Was wĂ€re wenn die BrĂŒder Grimm/Andersen/etc. einen Aspekt der Geschichte falsch verstanden/interpretiert oder nicht berĂŒcksichtigt hĂ€tten?
Auch dieses Mal stelle ich euch wieder MĂ€rchenadaptionen vor, die seit dem letzten Mal erschienen, bzw. die ich seit dem letzten Mal entdeckt habe!
Seit dem letzten MĂ€rchensommer war Anne Danck fleiĂig. Sie hat nicht nur mit „WĂŒnsche so schwarz wie Ebenholz“ ihre mĂ€rchenhaften Kurzgeschichten zu einer Anthologie zusammengefĂŒhrt, sondern auch einen weiteren Roman beim Drachenmond Verlag veröffentlicht.
UrpsprĂŒnglich bekannt unter dem Arbetistitel „Die Schöne und die Bestien“ ist „Es war einmal im dunklen Wald“ eine etwas andere Adaption von u.a. RotkĂ€ppchen und Die Schöne und das Biest. Ein wahrliches Crossover MĂ€rchen!
Ăbrigens finde ich es sehr spannend, das Christian im November in Rostock liest, also bei mir um die Ecke. Ich hab mir den Termin auf alle FĂ€lle schon notiert, jetzt muss es nur noch mit dem Brotjob klappen, dass ich auch Zeit habe!
Zu beiden Romanen wird es dieses Jahr noch ein Interview-Update geben, bleibt also gespannt!
Kennt ihr noch das alte Die Ărzte Lied Monsterparty (oder zumindest den Film Hotel Transsilvanien)? Eine solche soll heute hier ganz in der NĂ€he stattfinden. Mal sehen, ob ich mich reinschleichen und euch davon berichten kann …Â
Am Tor hĂ€ngt ein groĂer Spiegel (Narzissa aus Der tote Prinz von Katherina Ushachov – meine Rezension). FĂŒr einen Moment betrachte ich mein Spiegelbild darin, dann flimmert die OberflĂ€che und eine Stimme sagt: âNutzer nicht erkannt, bitte identifizieren Sie sich.â Verwirrt blicke ich mich um, bis ich begreife, dass der Spiegel mit mir sprach. Meinen richtigen Namen sollte ich vermutlich nicht verwenden. âĂhm Poison.â âNeuer Eintrag: Poison, Mensch-â âNicht so laut!â, unterbreche ich die Ansage in Angst um meine Tarnung. âLautstĂ€rke gesenkt um 3%.â Oh, Sofortreaktion auf Anweisungen. Ob der Spiegel eine durch ein neuronales Netz gesteuerte KI war? Die Chance muss ich nutzen, das bisschen verbleibende Wissen aus meiner Bachelorarbeit auszuprobieren. Doch bevor ich Fragen stellen kann, erklĂ€rt mir der Spiegel: âMenschen sind auf dieser Feier nicht zugelassen.â Verdammt. Moment. Mit einem Grinsen ziehe ich meinen Bardic Immunity Badge aus der GĂŒrteltasche und halte ihn hoch. âIch bin kein normaler Mensch. Ich bin ErzĂ€hlerin von Geschichten und ich möchte den Leuten von dieser Feier berichten.â Der Spiegel verarbeitet die Informationen fĂŒr einen Moment, dann zitiert er JourneyQuest [mein altes Review], Wrenâs Stimme unverkennbar: âItâs bad luck to kill a bard.â Ich nicke und nutze die Chance, um mich ĂŒber die bereits angekommenen GĂ€ste zu informieren.
Am Buffet erkenne ich die Invitros (aus der Reihe Die verfallene Welt von Elenor Avelle), die sich ihre Teller fĂŒllen, vermutlich die erste gute Mahlzeit seit langem. Soweit ich das verstanden habe, sind sie Menschen noch am Ăhnlichsten, wenn auch kĂŒnstlich gezĂŒchtet und mit auĂergewöhnlichen FĂ€higkeiten ausgestattet. Sich einfach mal so mit einem Rechner verstöpseln um ihn mit den Gedanken zu steuern hat definitiv was ⊠wĂŒrde mir nicht die Warnung ânicht gut auf Menschen zu sprechenâ in den Ohren klingeln, wĂŒrde ich mich vielleicht zu ihnen gesellen.
Am Punschkessel erkenne ich den Vampir und Nachtclubbesitzer Damien Moreau (aus Blood and Guilt von Sophie Grossalber) und die Hexen Helena Weide (aus der Reihe Magie hinter den sieben Bergen von Diandra Linnemann) und Aya Mammini (aus Occult von J. Helmond). Letztere glaubt anscheinend sie sei unauffĂ€llig dabei, wie sie direkt neben der magischen Ermittlerin etwas in das GetrĂ€nk tropfen lieĂ. Narzissa hatte mir erzĂ€hlt, dass Mammini der Kopf einer Gangsterbande war, was das GesprĂ€ch zu einer sehr interessanten Konstellation machte.
Ich beschloss einen Bogen um dieses GetrĂ€nk zu machen und mir lieber an der Bar etwas zu holen, um nicht noch mehr aufzufallen. Die Barkeeperin, ein Racheengel (aus Michaela Harichâs Kurzgeschichte aus der Anthologie A Night on the Rocks), wie ich vom Spiegel wusste, beĂ€ugt mich skeptisch. âDu solltest nicht hier sein.â UnauffĂ€llig lege ich meinen Badge auf die Theke. âIch dokumentiere bloĂ.â FĂŒr einen Moment runzelt sie die Stirn dann zuckt sie mit den Achseln. âDeine Entscheidung. Komm nicht bei mir Jammern, wenn dich einer von den weniger netten Leuten auffrisst. Die interessiert ein StĂŒck Metall nicht, wenn sie Appetit auf Menschenfleisch haben.â Ich schaue sie verunsichert an. Kurz darauf steht ein Becher mit warmen Met vor mir. âNa dann viel SpaĂâ, verabschiedet sie sich mit einem amĂŒsierten Grinsen und widmet sich einem Gast, der sich lautstark darĂŒber beschwert, dass in seiner Bloody Mary kein Blut ist. Ah, der andere Bluttrinker. Der DĂ€mon Buluc Chabtan (aus Die Götter der DĂ€mmerung von Jasmin Engel), Gott der Blutopfer. Kein Wunder, dass ihm der Tomatensaft nicht schmeckte. Ich stecke das Heftchen mit dem Badge wieder ein, nehme den Met und gehe mit einem flauen GefĂŒhl im Magen weiter. Mit Blutsaugern konnte man zur Not noch argumentieren, dass sie noch was ĂŒbrig lieĂen, aber Menschenfresser – wenn es diese hier gab, hatte Narzissa das nicht erwĂ€hnt. Blöderweise hatte ich aber auch nicht explizit danach gefragt. GefĂ€hrlich werden konnten mir hier alle.
Plötzlich hĂŒpfte mir etwas auf die Schulter und ich lieĂ fast meinen Metbecher fallen. âHallo, hallo, hallo.â Die Worte kamen in einem Sing-sang, als das Wesen auf und ab wippte. âDu solltest nie nicht hier sein nicht!â Anscheinend war meine Verkleidung doch nicht so gut, wie ich gedacht hatte. Verdammt. Obwohl. Als das federleichte Wesen meinen Arm hinabkletterte, um daran zu baumeln erkannte ich es. Das Gruselwusel (aus Das Gruselwusel von mir)! NatĂŒrlich wĂŒrde es mich wiedererkennen! âIch bleib bei dir, dann bist du nicht so allein, nicht!â, verkĂŒndete es mit blitzenden gelben Augen. Ohje, das konnte ja heiter werden.
Doch viele Möglichkeiten etwas anzustellen hatte es nicht, denn es verschwand sobald das Licht ausging. Ein Spotlight richtet sich auf die BĂŒhne in deren Mitte ein Barhocker stand. Obendrauf, das Mikro in der Hand: Ein Tentakel. Bob (aus Andrea, die lĂŒsternde und die und die lustigen Tentakel des Todes von Diandra Linnemann), wenn ich mich richtig an die Worte des Spiegels erinnere. Damit startet also das Unterhaltungsprogramm, eine Comedy-Show. Nach ein paar Witzen muss ich mir eingestehen, dass ich schon weitaus bessere gesehen habe âŠ
WĂ€hrend alle gebannt dem AuĂerirdischen lauschen, gehe ich zum Fenster. Unter mir erstreckt sich ein KĂŒrbisbeet, oder eher das, was davon ĂŒbrig ist, ein wahres KĂŒrbisgemetzel(gleichnamige Anthologie von und mit Roxane Bicker) ⊠vermutlich waren das die Werwölfe (aus dem #Neubrandenwolf von mir), die sich noch immer zwischen den Ăberresten jagen. Es ist heute schlieĂlich nicht nur Halloween, sondern auch Vollmond.