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Advent Calendar: Door/Türchen #24

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Damian

Anders als Damian es erwartet hatte, war die Arbeit beim Schmied keine wirkliche Strafe. Er musste den Stall ausmisten, den Lehrlingen helfen Kohle zu schippen oder den Ofen mit dem Blasebalg gleichmäßig heiß zu halten oder das Haus, den Hof und die Schmiede fegen. Es waren keine einfachen Aufgaben und teilweise Schwerstarbeit, aber jeder im Dienst des Schmieds musste diese Arbeiten verrichten. Der Schmied und seine Frau stellten sich als sehr liebevolle Menschen heraus, die ihm schlichtweg eine zweite Chance geben wollten.
Eines Abends hatte Kurt Damian zu sich gerufen. Er saß auf einem alten Schaukelstuhl und rauchte gemütlich eine Pfeife, während im Kamin ein warmes Feuer prasselte und forderte Damian auf, sich hinzusetzen. Dieser nahm auf einem flauschigen Schafsfell vor dem Kamin Platz.
„Warum stielst du, Damian?“, wollte Kurt nach einem Moment wissen.
Der Junge schaute verwirrt zu ihm auf. „Weil ich es kann?“, fragte Damian mehr als das er begründete.
„Möchtest du nicht lieber ein anderes, ehrliches Handwerk erlernen?“, fragte Kurt weiter.
„Ich – Kein Lehrmeister würde mich einstellen“, gab Damian niedergeschlagen zu und blickte zu Boden.
„Als Dieb bist du Fingerfertig, der Beruf des Goldschmieds könnte etwas für deine Fähigkeiten sein“, überlegte Kurt laut und zog an seiner Pfeife.
„Überleg es dir. Ich werde dir ein paar Aufgaben geben, damit du es mal ausprobieren kannst und wenn es nichts für dich ist, dann hast du wenigstens gelernt, dass dein bisheriges Handwerk Konsequenzen mit sich bringt“, eröffnete Kurt ihm und fügte nach einem Moment hinzu: „Jetzt geh schlafen. Morgen wird ein anstrengender Tag“
Damian verbrachte die nächsten Tage damit sich hin und wieder an kleineren Schmuckstücken oder Ausschmückungen auf Rüstungen und Schilden zu versuchen. Zu seinem Erstaunen machte es ihm Spaß, aber in seinem Inneren zog es ihn weiter und besonders schlimm wurde es, als der Fremde kam. Er war hoch gewachsen und schlank und kein Mensch, das wusste Damian. Da er ebenfalls im Stall untergebracht war, erfuhr er bald, dass es sich bei dem Fremden um einen Felsling handelte. Damian verbrachte fast die ganze Nacht mit Sasha, wie er – kin, wie es die Felslinge nannten, wenn sie übereinander sprachen – sich vorgestellt hatte und löcherte ihn – kin – mit Fragen zu seinem – gazem – Volk. Und schon hatte ihn das Fernweh wieder.
Am nächsten Tag hatte er eine Entscheidung gefasst und so fragte er den Felsling beim späten Frühstück, ob er kin begleiten konnte. Sasha verneinte und empfahl ihm hierzubleiben, aber das wollte Damian nicht und so schritt er nun den Speiseraum auf und ab und überlegte, wie er den Felsling doch noch überreden konnte, als er plötzlich Schritte hörte. Damian versteckte sich aus Gewohnheit hinter einem Vorhang, der zur Abstellkammer führte und beobachtete durch einen Spalt, wie Kurt und Sasha in den Raum kamen und Kurt seine Frau rief. Nach einem kurzen Gespräch ging Sasha wieder und stattdessen kam Marie in den Raum. Kurt erklärte ihr, dass sie ein Essenspacket für Sasha bereiten sollte. Kin wollte also abreisen, er hatte kin vertrieben.
Nach einem Moment ging auch Kurt wieder aus dem Speiseraum und Marie kam auf die Abstellkammer zu. Damian wich in die andere Ecke aus und versteckte sich auf der anderen Seite des Vorhangs, bis sie wieder nach draußen trat – sicher, dass niemand anderes mehr im Raum war, unsicher, warum er sich noch immer versteckte, aber es jetzt zu erklären war ihm mehr als unangenehm.
Es dauerte nicht lange, dann stellte Marie ein Packet auf den Tisch und verließ den Raum wieder zu den Waschräumen. Damian war gerade dabei aus seinem Versteck hervorzukommen, als sich die Tür, die zum Hof führte erneut öffnete und Sasha den Raum erneut betrat. Kin begutachtete das Packet und holte dann ein paar Münzen aus einem kleinen Beutel, den kin am Gürtel trug und legte diese auf den Tisch und ging mit dem Packet hinaus. Nun endlich konnte Damian hinter dem Vorhang hervor kommen. Für einen Moment blieb er vor den Münzen stehen, hob eine von ihnen auf und betrachtete sie. Er wollte sowieso gehen und Kurt hatte Sasha gesagt, dass er keine Entlohnung wollte, also könnte er sich einfach ein wenig Startkapital nehmen und sich davon machen.
Energisch schüttelte Damian den Kopf und warf die Münze regelrecht zurück. Etwas in seinem Inneren sträubte sich dagegen, von diesen Menschen zu nehmen. Dennoch hatte er einen Entschluss gefasst und so eilte er hinab in den Stall und packte eilig seine Sachen.
„Du hast dich also entschieden…“, bemerkte eine ruhige Stimme hinter ihm und Damian schreckte auf.
Kurt lehnte sich an die Tür der Buchte und betrachtete ihn mit einer Mischung aus Trauer und Enttäuschung. Damian konnte ihm nicht in die Augen sehen und senkte den Blick. Kurt seufzte und ging fort. Damian blickte ihm kurz hinterher und widmete sich anschließend wieder seinem Gepäck. Er schulterte seinen Rucksack als er Huftritte hinter sich hörte. Kurt hielt eines der älteren Pferde an der Leine, eine kleine Haflingerstute, die er die vergangenen Wochen hatte hin und wieder striegeln müssen. Ohne Vorwarnung streckte Kurt Damian die Zügel entgegen.
„Dein Lohn. Du hast gute Arbeit geleistet und ich hätte dich gern als Lehrling behalten, aber es zieht dich weiter, also werde ich dich nicht aufhalten. Ich hoffe nur du hast deine Lektion gelernt und wirst dir eine richtige Lehre suchen“, eröffnete er mit einem traurigen Lächeln.
„Ich-“, Damian war sprachlos und nahm nur zögerlich die Zügel entgegen.
Wie vom Blitz getroffen umarmte er den Schmied.
„Danke“, murmelte er mit Tränen erstickter Stimme.
Nie war jemand so herzlich zu ihm gewesen, der wusste, was er war. Ein Dieb und Schmarotzer, Abschaum, ein Niemand und doch hatte er ihm eine Chance gegeben und dafür würde Damian ihm ewig dankbar sein. Kurt klopfte ihm auf den Rücken und Damian löste sich von ihm und bestieg sein Pferd.
„Passt gut auf euch auf!“, forderte Kurt und strich der Stute über den Hals.
Damian nickte und trieb sie sogleich an. Vielleicht schaffte er es ja noch Sasha einzuholen.

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Sasha

Sasha war bereits ein gutes Stück unterwegs als kin plötzlich Hufschritte hinter sich hört. Kin dachte sich nichts dabei, da dies eine vielberittene Straße der Stadt war, also kümmerte kin sich nicht weiter darum. Es dauerte nicht lange, dann hatte kin die beschauliche Stadt hinter sich gelassen, aber das andere Pferd konnte kin immer noch hinter sich hören. Noch immer hielt kin es für nichts Besonderes, auch wenn kin doch seinen Schritt verlangsamte, damit der andere aufholen konnte, doch die Schritte blieben gleichmäßig hinter kim. Kurz hinter der Stadt kam kin in einen Wald und dort schien es kim, dass die Schritte sich ins Unterholz verlegt hatten. Tief in gazem Inneren machte kin sich bereit für einen Angriff aus dem Hinterhalt, mit der einen Hand hielt kin die Zügel fest, mit der anderen umfasste kin gaz Schwert. Aber der Angriff blieb aus. Hinter dem Waldstück kam eine Weidefläche und nun war es kim zu bunt und kin drehte sich mitsamt gazem Pferd zu gazem Verfolger um. Hinter kim war ein Haflinger, dessen Reiter mühsam versuchte das Tier und sich selbst vor gazem Blick zu verstecken. Ohne Bäume und hohes Gras stellte sich das allerdings als relativ trauriges Schauspiel des hin- und her Schwankens heraus.
Sasha ritt auf den anderen zu bis kin schließlich den Reiter erkannte.
„Du?! Was hast du hier verloren? Warum bist du nicht beim Schmied geblieben?!“, fuhr kin den Jungen an.
„Ich-ich wollte, konnte nicht mehr dableiben“, gab der andere kleinlaut zu.
„Und deswegen bestiehlst du deinen Herrn um ein gutes Pferd und läufst mir feige hinterher?!“, beschuldigte Sasha und packte ruckartig die Zügel.
„Ich habe es nicht gestohlen!“, verteidigte sich Damian und konnte sich gerade noch so auf dem Tier halten, dass sich beim Ruck erschrocken hatte.
„Wie kommst du zu diesem Tier?“, wollte Sasha als nächstes wissen.
„Der Meister hat es mir geschenkt! Als Lohn!“, schrie Damian kin regelrecht an.
„Als Lohn?“, fragte kin nun etwas verwirrt und lockerte gazen Griff an den Zügeln.
„Ja, er hat eingesehen, dass ich nicht an einem Ort bleiben wollte, aber will, dass ich ein vernünftiges Leben, ohne stehlen anfange und hat mir deshalb das Pferd gegeben!“, erklärte Damian und fügte hinzu: „Ich habe nicht mal dein Geld genommen, auch wenn ich die Chance dazu gehabt hätte!“
„Mein Geld?“, fragte Sasha verdutzt.
„Ja, ich war die ganze Zeit in der Stube und hatte mich versteckt – aus Gewohnheit“, gab Damian geknickt zu.
„Ich habe dir gesagt, dass ich nicht mit dir Reisen will und du ignorierst meine Worte und folgst mir. Was erwartest du jetzt von mir?“, wollte Sasha wissen.
„Bitte, Sasha! Gib mir eine Chance! Ich möchte mich bessern! Und ich habe das Gefühl, dass ich an deiner Seite ein besserer Mensch werden kann!“, flehte Damian kin an.
Sasha betrachtete ihn für einen Moment. Kin sah Aufrichtigkeit in seinen Augen und kin erkannte klar den Wunsch nach Veränderung in den Zügen des anderen. Kin seufzte.
„Na gut. Du darfst mich begleiten, aber sobald du jemanden bestielst werde ich ohne dich weiterziehen, haben wir uns verstanden?“, entschied kin sich.
„Ja“, erwiderte Damian lediglich mit einem Nicken.
Sasha ließ die Zügel los und drehte gaz Pferd wieder Richtung Straße und ritt voran. Damian folgte kim schweigend und für eine Weile sprach keiner von ihnen ein Wort.
Die Sonne verschwand bereits am Horizont als die beiden an einer hohen Stadtmauer ankamen. Die Höhe konnte bei Weitem nicht mit Sasha’s heimatlichen Bergen mithalten, aber es war beeindruckend so etwas um eine Menschensiedlung herum zu sehen. Kin wusste nicht, was sie auf der anderen Seite erwartete, aber kin war jetzt schon gespannt darauf, wie es mit kim und dem Dieb weitergehen würde.

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Mina

„Ihr kennt ihn?“, fragte Mina verdutzt.
„Ja, der Bengel hat versucht meine Kundschaft auszurauben, aber wir haben ihn auf frischer Tat ertappt!“, erzählte der Wirt stolz.
„Was hast du mit dem zu schaffen?“, wollte er sogleich wissen und schien bereit sie auf der Stelle zu verjagen.
„Er hat auch mich bestohlen“, gab Mina missmutig zu.
„Schätzchen, da wirst du nicht die einzige sein!“, lachte der Wirt über ihr Eingeständnis.
„Was habt Ihr mit ihm gemacht, nachdem Ihr ihn erwischt habt?“, wollte Mina nachdrücklich wissen.
„Der Schmied hat ihn mitgenommen. Bei ihm muss er seine Strafe abarbeiten, auch wenn wir viel lieber seine Hände hätten rollen gesehen…“, fantasierte der Wirt.
„Wo kann ich den Schmied finden?“, fragte Mina ungeduldig und der Wirt erklärte es ihr.
Sogleich machte sie sich auf und war im nu bei der Schmiede angelangt. Sie stieg vom Pferd ab, eine Mischung aus Wut und Erwartung brodelte in ihr, und ging auf den Hof.
„Hallo?“, rief sie vorsichtig, als sie niemanden sehen konnte.
Ein hochgewachsener, kräftiger Mann mit vollem Bart kam aus einem der Gebäude heraus und wischte sich die Hände an seiner Schürze ab.
„Wie kann ich dir helfen? Stimmt etwas nicht mit deinem Pferd?“, grüßte er sie freundlich.
„Nein. Danke. Ich suche Damian“, sprang sie gleich zum wichtigen Thema.
„Damian? Den hast du knapp verpasst. Er ist weitergereist, warum?“, erklärte er ruhig.
„Weiter gereist? Das kann nicht sein!“, beschwerte sie sich, den Tränen nahe.
Sie war so dicht dran gewesen und nun war alles umsonst.
„Hat er dich bestohlen?“, fragte der Schmied und bekam nur ein Nicken als Antwort.
„Soweit ich weiß ist er mit einem Haflinger Richtung Süden unterwegs, vermutlich mittlerweile zusammen mit einem Reiter auf einem Rappen. Vielleicht holst du die beiden noch ein“, schlug er Mina vor, Mitleid in seiner Stimme.
„Süden?“, versicherte sich Mina sogleich mit neuem Mut und stieg wieder auf ihr Pferd.
Aus dem Stand war es nicht einfach für sie, da sie eher Ponys gewöhnt war, aber mittlerweile hatte sie sich daran gewöhnt und schaffte es ohne große Probleme.
„Genau“, bestätigte der Schmied und erklärte ihr, welchen Straßen sie folgen musste.
Mina trieb ihr Pferd an so schnell sie konnte. Eine Pause könnte ihr nur kostbare Zeit kosten. Sie ritt durch einen kleinen Wald und wirbelte Blätter hinter sich auf. Sie ritt über ein Feld und eine Staubwolke bildete sich hinter ihr. Dann endlich, als der Tag sich seinem Ende entgegen neigte, sah sie zwei Reiter am Horizont, die zu einer hohen Stadtmauer empor blickten und zur Beschreibung des Schmiedes passten. Wieder stieg Wut in ihr auf, endlich hatte sie ihn.
„Verzeih mir“, bat sie ihr Pferd und schickte ihre Kräfte durch es hindurch.
Ohne Vorwarnung sprossen mehrere Wurzeln vor dem Haflinger aus dem Boden und das Tier bäumte sich auf und warf seinen Reiter ab. Mina hatte die anderen fast erreicht als sie nun selbst vom Pferd, das gerade langsamer wurde, sprang. Wütend rannte sie auf den am Boden liegenden zu.  Gerade wollte dieser sich wieder aufrappeln, als sie ihn auch schon ansprang und erneut zu Boden warf.
„Du Mistkerl!“, brüllte sie ihn an und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige, bevor sie ihm am Kragen packte und schüttelte.
„Was hast du mit meinem Geld gemacht? Dachtest du, du würdest ungeschoren davonkommen?“, schrie sie und um sie herum bebte die Erde ein wenig.
„Ich habe es noch! Ich habe es noch!“, schrie Damian ihr entgegen und verdutzt ließ Mina ihn los.
„Außer für die Zeche, habe ich nichts davon benutzt! Ich konnte es einfach nicht über mich bringen!“, offenbarte er ihr, die Hände schützend vors Gesicht haltend.
„Dann gib es mir wieder!“, forderte Mina ihn auf und schlug ihm wie ein störrisches Kind auf die Brust.
„Es ist in meinem Rucksack“, bedeutete Damian und deutete etwas weiter weg, wo er bei seinem Sturz liegen geblieben war.
Mina erhob sich und warf ihm den Rucksack hin. Damian hatte sich mittlerweile aufgesetzt. Unter Aufsicht kramte er nun kurz darin und holte schließlich Mina’s Geldbeute hervor.
„Hier, fast alles noch drin“, sagte er und warf ihn ihr zu.
„Tut mir Leid“, ergänzte er als Mina den Beutel mit Freudentränen in den Augen betrachtete.
Der andere Reiter räusperte sich.
„Es wird Zeit, dass wir uns ins Innere der Stadt aufmachen, bevor die Tore schließen“, schlug er vor.
Mina schaute zu ihm auf, noch nie war sie einem Felsling begegnet. Seine Größe allein, war beeindruckend für sie, aber zusammen mit seiner ruhigen Haltung fühlte sie sich kindisch, für ihr eigenes Verhalten. Ein leichter Rotschimmer huschte über ihre Wange als sie zu ihrem eigenen Rucksack ging, den sie beim Abspringen einfach hatte fallen lassen.
„Darf ich dich einladen? Als Entschädigung?“, fragte Damian vorsichtig nachdem er aufgestanden war.
„Bezahlst du von deinem eigenen Geld?“, erwiderte Mina spöttisch und Griff die Zügel ihres Pferdes, den Rucksack und darin das Geld wieder auf ihrem Rücken.
„Ja“, antwortete Damian zögerlich.
„Heute Nacht werde ich für uns drei bezahlen. Du, Damian, musst dir erst Geld verdienen“, beschloss der Felsling, wandte sich Richtung Tor und trieb sein Pferd an.
Damian und Mina folgten ihm schweigend, wissend, dass jedes weitere Wort vorerst unnütz war.

Hinter den Kulissen

Und hier endet sie die Geschichte von Mina, Damian und Sasha. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich sie weiterführen werde, aber ein paar Ideen habe ich schon. Spätestens nächstes Jahr im Dezember wird sich dann zeigen, ob ich es wieder auf diese Weise mache. 😉
Aber jetzt lasst doch mal von euch hören:
Hat euch die Geschichte gefallen?
Wie gefiel euch die Lesart (verschiedenen Charakteren folgen)?
Wen mochtet ihr besonders und wen gar nicht?
Auf alle Fälle wünsche ich euch:

Frohe Weihnachten!

Viele Geschenke und eine schöne Zeit mit euren Lieben!
Wir sehen uns dann demnächst, dann wird es vermutlich auch noch eine Zusammenfassung der Geschichte geben. Seid gespannt. 😉
Bis dann
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Damian

Contrary to what he had expected was the work for the Smith not that much of a punishment at all. He had to muck the stables, help the apprentices to shovel coals or to keep the furnace evenly heated with bellows or sweep the house, court yard or smithy. They weren’t easy tasks and partly heavy labour, but everyone in the service of the smith had to do these tasks. The smith and his wife turned out to be quite loving people, that simply wanted to give him a second chance.
One evening Damian had been ordered to see Kurt. Kurt sat in an old rocking chair and smoked his pipe, while a warm fire crackled in the fireplace and urged Damian to sit down. Damian took the fluffy sheepskin in front of the fireplace as seat.
“Why do you steal, Damian?” Kurt wanted to know after a moment.
Puzzled the boy looked up to him. “Because I can?” Damian asked more than he reasoned.
“Wouldn’t you rather like to learn an honest craft?” Kurt continued.
“I – No teacher would take me”, Damian admitted disheartened and looked to the floor.
“As a thief your nimble-fingered, the profession of a gold smith could be just right for your skills”, Kurt thought loudly and smoked his pipe.
“Think about it. I will give you a few task so you can try it and if it isn’t for you, then you’ve at least learned that your current craft has consequences”, Kurt revealed to him and added after a moment: “Now go to bed. Tomorrow will be an exhaustive day”
Every now and then over the next few days Damian tried his skills with small trinkets or armour or shield ornaments. To his amazement did he enjoy it, but deep inside he was pulled onwards and it even more so, when the foreigner arrived. He was tall and slim and no human, that much Damian knew. As he was staying in the stables as well he soon learned that the foreigner was a Stoneling. Damian nearly spent the whole night with Sasha, as he – kin, as Stoneling talked about each other – had introduced himself – kimself – and peppered him – kim – with questions regarding his – gaz – folk. And the Fernweh was back.
The next day he had made up his mind and so he asked the Stoneling during the late breakfast if he could accompany kim. Sasha denied and advised him to stay, but that was not what Damian wanted. He walked the dining room up and down and thought of ways to convince the Stoneling to change gaz when he heard footsteps. Out of habit Damian hid behind a curtain that lead to the storeroom and watched through gap how Kurt and Sasha came into the room and Kurt called for his wife. After a short conversation Sasha went out again and in his place Marie came into the room. Kurt told her that she should prepare a packet of food for Sasha. Kin wanted to leave then, he had driven kim away.
After a moment Kurt left the dining room as well and Maria came towards the storeroom. Damian sidestepped into the other corner and hid on the other side of the curtain until she went out again – knowing, that no one would be in the room, unsure, why he was still hiding, but to explain things would be too awkward now.
It didn’t take long until Marie put the packet on the table and left the room towards the laundry rooms. Damian was just about to leave his hideout as the door towards the courtyard opened again and Sasha came back into the room. Kin looked at the packet and then took a few coins out of a small purse that kin was wearing at gaz belt and put them on the table and took the packet with kim as he walked out. Now finally Damian could come out behind the curtain. For a moment he stood before the coins, took one of them and looked at it. He wanted to leave after all and Kurt had told Sasha that he did not want any payment, so he could simply take a little seed money and get going.
Forcefully Damian shook his head and practically threw the coin back. Something inside of him was reluctant to take from these people. Still, he had made a decision and thus he hurried to the stables and hastily packed his things.
“So you made up your mind…” A calm voice noted behind him and Damian startled.
Kurt leaned against the door of the box and watched him with a mixture of sadness and disappointment. Damian couldn’t look him in the eyes and lowered his gaze. Kurt sighed and went away. Damian shortly watched him go and then went back to his luggage. He shouldered his backpack when he heard the clacking of horse shoes. Kurt held one of the oldest horses at the reins, a small Haflinger that he had had to groom every now and again during the last weeks. Without warning Kurt held out the reins towards Damian.
“Your payment. You worked well and I would have liked to take you as an apprentice, but your driven onwards, so I can’t hold you back. I hope you have learned your lesson and will try to find a proper apprenticeship”, he revealed with a sad smile.
“I-“, Damian was speechless and hesitantly took the reins.
Thunderstruck he hugged the smith tightly.
“Thank you”, he murmured with a tear chocked voice.
No one, who knew what he was, had ever been this cordially to him. A thief and moocher, scum, a no one and he still had given him a chance and for that Damian would forever be thankful. Kurt patted him on the back and Damian broke away from him and mounted the horse.
“Take good care of the two of you!” Kurt demanded and stroked the mares neck.
Damian nodded and spurred her right away. Maybe he’d manage to catch up with Sasha.

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Sasha

Sasha’s been on gaz way for quite a bit as kin suddenly heard the sound of hooves behind kim. Kin didn’t think anything about it, as this was an often ridden road, so kin didn’t deal with it further. It didn’t take long and kin had left the picturesque town behind kim, but kin could still hear the other horse behind kim. Still kin didn’t take it for anything special, even though kin slowed down so the other could ride up to kim, but the steps remained steadily behind kim. Shortly after the town kin came into a forest and it seemed to kim as if the steps had relocated to the brushwork. Deep inside kin readied kimself for an ambush, with one hand kin took the reins, with the other kin clasped gaz sword. But the ambush never came. A meadow rose behind the woods and now kin had had enough and turned around with gaz horse towards gaz pursuer. Behind him was Haflinger whose rider painstakingly tried hiding himself and his horse from gaz view. Without any tress or high grass this was a rather sorry display of swaying back and forth.
Sasha rode towards him until kin finally recognized the rider.
“You?! What are you doing here? Why did you not stay in the smithy?” Kin snapped at the boy.
“I-I wanted, couldn’t stay there longer”, the other meekly replied.
“And that is why you steal a good horse from your master and come cowardly running after me?!” Sasha accused him and took the reins with a jerk.
“I didn’t steal it!” Damian defended himself and was just about able to stay on the beast that startled due to the jerk.
“How did you get this beast?” Sasha demanded to know.
“The master gave it to me! As payment!” Sasha practically yelled at kim.
“As payment?” Kin asked now confused and loosened his grasp on the reins.
“Yes, he understood that I did not stay in one place, but wants me to start a proper life without stealing and therefore gave me the horse!” Damian explained and added: “I didn’t even take your money, even if I had the chance!”
“My money?” Sasha asked puzzled.
“Yes, I was hiding in the dining room the whole time – out of habit”, Damian admitted bummed.
“I told you that I do not want to travel with you and you ignored my words and followed me. What do you expect me to do now?” Sasha wanted to know.
“Please, Sasha! Give me a chance! I want to better myself! And I have the feeling that by your side I can become a better person!” Damian pleaded.
Sasha watched him for a moment. Kin saw sincerity in his eyes and recognized the wish to change in the other’s features. Kin sighed.
“All right. You can accompany me, but if you steal from someone I will continue my journey without you, are we understood?” Kin decided.
“Yes”, Damian only returned with a node.
Sasha let go of the reins and turned gaz horse back towards the road and rode ahead. Damian followed kim silently and for a while neither of them spoke a word.
The sun was vanishing behind the horizon as the two of them reached high city walls. The height was nowhere near keep up with Sasha’s native mountains, but it was impressive to see something like this around a human settlement. Kin did not know what awaited them on the other side, but kin was already curious how things would continue with kim and the thief.

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Mina

“You know him?” Mina asked perplexed.
“Yes, that rascal tried stealing from my customers, but we caught him red handed!” The innkeeper told her proudly.
“What do you have to do with him?” He right away wanted to know and seemed ready to shoo her off on the spot.
“He stole from me, too”, Mina admitted discontented.
“You won’t be the only one, Sweetie!” The innkeeper laughed at her confession.
“What did you do with him, after you caught him?” Mina insistently wanted to know.
“The smith took him. There he has to work off his sentence, even if we had preferred to see his hands rolling…” The innkeeper fantasized.
“Where can I find the smithy?” Mina asked impatiently and the innkeeper explained it to her.
Right away she continued on her way and soon reached the smithy. She unhorsed, a mixture of rage and anticipation bubbling inside auf her, and went onto the courtyard.
“Hello?” She cautiously called when she couldn’t see anyone.
A tall, strongly build man with a full beard came out of one of the buildings and cleaned his hands with his apron.
“How can I help you? Is something wrong with your horse?” He greeted her friendly.
“No. Thanks. I’m looking for Damian”, she jumped to the important topic right away.
“Damian?” You’ve just missed him. He journeyed on, why?” He explained calmly.
“Journeyed on? That can’t be!” She complained, close to tears.
She had been so close and now everything would be for naught.
“He stole from you, didn’t he?” The smith asked and received a nod as answer.
“As far as I know did he ride southwards on a Haflinger; by now probably together with a rider on a black horse. Maybe you’ll catch up with them”, he suggested to Mina, pity in his voice.
“South?” Mina made sure immediately with new courage and got back on her horse.
It wasn’t easy for her to do that from a standing position, as she was used to ponies, but by now she had gotten used to it and managed it without a lot of trouble.
“Exactly”, the smith confirmed and told her which roads she had to take.
Mina spurred her horse as fast as she could. A break would cost her precious time. She rode through a small forest and leaves swirled behind her. She rode across a field and a cloud of dust followed her. Then finally, as the day was drawing to its end, she saw two riders on the horizon that looked up to a tall city wall and fit the description the smith had given her. Anger again boiled inside of her, she had finally found him.
“Forgive me”, she begged her horse and send her powers through it.
Without warning several roots shot up from the ground in front of the Haflinger and the beast reared up and threw down his rider. Mina had nearly reached them as she jumped down from her own horse that had just gotten slower. Angrily she ran to the one lying on the ground. Just as he wanted to get up again, she jumped at him and threw him back down.
“You bastard!” She yelled at him and hit him hard in the face, before she took him by the collar and shook him.
“What did you do with my money? Did you think you’d get away with this?” She shouted and around them the ground shook a little.
“I still have it! I still have it!” Damian yelled back at her and Mina let go of him, puzzled.
“Except the bill, I did not use it for anything! I just couldn’t do it!” He revealed to her, holding his hands protectively before his face.
“Then give it back!” Mina demanded and hit him on the chest like a stubborn child.
“It’s in my backpack”, Damian implied and waved a little away where it had dropped during the fall.
Mina got up and threw the backpack at him. Damian had sat up by now. Under her watchful eye he rummaged in it shortly and then finally took out Mina’s purse.
“Here, nearly everything still inside”, he told her and threw it towards her.
“I’m sorry”, he added when Mina looked at it with tears of joy in her eyes.
The other rider cleared his throat.
“It is time to enter the city before the gates close”, he suggested.
Mina looked up at him, she had never met a Stoneling before. His height alone was impressive to her, but together with his calm composure she felt childish for her own behaviour. A hue of read flittered across her face as she went over to her own backpack that she had dropped when she had jumped down.
“Would it be alright if I paid for you tonight? As compensation?” Damian cautiously asked after he had gotten up.
“Are you paying with your own money?” Mina retorted sneeringly and took the reins of her horse, the backpack and the money inside it again on her back.
“Yes”, Damian answered hesitantly.
“Tonight I will pay for the three of us. You, Damian, still have to earn money”, the Stoneling decided and turned his horse towards the gate and spurred it.
Damian and Mina followed him silently, knowing that any more words would be useless right now.

Behind the Scenes

And here ends the story of Mina, Damian and Sasha. I’m not sure yet, how I will continue it, but I do already have a few ideas. Next december at last it’ll be revealed, if I’ll continue it like this. 😉
But now I want to hear from you:
Did you like the story?
How did you like this way of reading (following different characters)?
Whom did you like most and whom not at all?
In any case do I wish you:

Frohe Weihnachten! (A Merry Christmas! 😉 )

A lot of presents and a great time with your loved ones!
We’ll see us in a few days, as there probably will be a collection of the story. Stay tuned. 😉
Until then
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #23

Read in English

Sasha

Am nächsten Morgen erwachte Sasha ausgeruht wie schon lange nicht mehr. Die ganze Zeit auf der Straße hatte kin immer Augen und Ohren offen gehalten, falls kin jemand überfallen wollte. Aber hier in der Scheune fühlte sich Sasha vorerst sicher. Nachdem kin sich angezogen hatte ging kin in den Wohnbereich der Schmiede und fragte, ob der Schmied bereits angefangen hatte gaz Pferd zu beschlagen. Die Frau des Schmieds sagte kim, dass er vermutlich gerade dabei war und schlug vor, dass kin doch zur Schmiede hinüber gehen und zusehen sollte. Sasha fand den Vorschlag gut und machte sich sogleich auf den Weg.
Aus der Schmiede kam kim heiße und stickige Luft entgegen und kin wandte sich zu gazem Pferd, das direkt davor an eine Holzstange angeleint war. Kin begrüßte es und sah sich dabei nach dem Schmied um.
„Morgen, Sasha!“, grüßte kin stattdessen der Lehrling.
„Guten Morgen, Damian“, erwiderte kin den Gruß.
„Dein Pferd ist gleich dran, der Alte bereitet schon die Hufeisen vor“, erzählte Damian.
Es dauerte nicht lange bis der Schmied Anweisungen nach draußen rief. Die beiden sollten das Pferd drehen, also taten sie wie befohlen und positionierten sich auf beiden Seiten des Pferdes um dies zu tun. Sogleich kam der Schmied mit einem glühenden Hufeinsen nach draußen und wies sie an, den Huf zu heben. Damian übernahm diese Aufgabe, da Sasha unsicher aussah und nicht wusste wie kin das anstellen sollte. Interessiert beobachtete der Krieger die Arbeit des Schmieds und seines Lehrlings.
„Tut das dem Tier nicht weh?“, fragte kin, als der Schmied einen Nagel in den Huf trieb.
„Nur wenn es falsch gemacht wird. Die Hufe sind wie große Fingernägel, bis zu einer bestimmten Tiefe spüren sie nichts“, erklärte der Schmied, während er arbeitete.
Sobald er mit dem Huf fertig war ging der Schmied zurück in die Schmiede um das zweite Eisen vorzubereiten. Die Prozedur wiederholte sich und Sasha schaute noch immer zu. Als der Schmied fertig war richtete er sich auf und fragte Sasha: „Hast du überhaupt schon gefrühstückt?“
Sasha verneinte woraufhin der Schmied Damian auftrug: „Bring ihn in die Küche und zeig ihm wo das Essen steht“
„Kin“, verbesserte Damian ihn.
„Was?“, entgegnete der Schmied lediglich.
„Bring kin und zeig kin, heißt es richtig“, erwiderte Damian Vorlaut.
Sasha lachte auf als kin den verwirrten Blick des Schmieds sah.
„Es müsste kin und kim sein“, berichtigte kin und fügte hinzu: „Wir Felslinge verwenden andere Wörter für er und sie“
„Ah, kin ist das richtige Wort dann, ja?“, erkundigte sich der Schmied.
„Ja, das ist die Grundform“, bestätigte Sasha.
„Ich versuche daran zu denken, aber ich kann nichts versprechen“, gab der Schmied zu.
„Das ist in Ordnung. Die Wenigsten wissen überhaupt, dass dieses Wort existiert“, beschwichtigte Sasha.
Damian und Sasha machten sich auf den Weg in den Speiseraum. Gemeinsam deckten sie den Tisch und der Lehrling gesellte sich zu kim.
Sie sprachen über alles Mögliche und nach einer Weile fragte Damian: „Kann ich mit dir kommen?“
„Warum?“, fragte Sasha und fügte hinzu: „Du hast ein gutes Leben hier, eine Lehre, einen guten Meister. Warum solltest du weg wollen?“
„Weil es nicht eine Entscheidung war bei ihm anzufangen“, eröffnete Damian und blickte betreten auf die Tischplatte.
Sasha sah ihn fragend an und schließlich fügte er hinzu: „Naja, ich hab scheiße gebaut“
Der Felsling war nur noch verwirrter, aber ließ den Jungen ausreden.
„Ich hab im Gasthaus die Gäste beklaut und wurde erwischt. Und der Schmied hat dann gesagt, ich soll das Ganze hier abarbeiten“, erklärte Damian.
„Dann hast du noch weniger Grund mich zu begleiten. Du musst hier bleiben und deine Schuld begleichen. Alles andere wäre unehrenhaft und feige“, entschied Sasha und strafte Damian mit einem finsteren Blick.
„Ja, aber – “, setzte dieser an.
„Nichts aber. Von anderen nehmen ist falsch und jemand, der so etwas für richtig hält und nicht mit den Konsequenzen leben kann, soll mich nicht auf meinem Weg begleiten“, erklärte der Krieger und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.
Kin ging zurück zur Schmiede und erzählte dem Schmied von der Unterhaltung.
Der Schmied bestätigte kim: „Ja, er hat gestohlen und die Stadt wollte ihn fast schon hinrichten dafür. Ich wollte ihm noch eine Chance geben, um ein richtiges Handwerk zu erlernen“
„Ich meine als Dieb sollte er die nötige Fingerfertigkeit für die kleinen Dinge mitbringen, aber vielleicht habe ich mich geirrt. Vielleicht will er sich gar nicht ändern“, fügte er mit einem Seufzen hinzu.
„Das scheint mit leider auch so. Wenn es Euch recht ist würde ich gerne noch heute abreisen, damit er nicht noch weiter in Versuchung gerät“, offenbarte Sasha.
„Natürlich. Dein Pferd ist fertig. Ich werde meine Frau bitten dir noch etwas Proviant zu machen“, erklärte der Schmied sich einverstanden.
„Danke, aber das ist nicht notwendig. Ich werde mir bei Gelegenheit etwas erstehen oder jagen“, lehnte Sasha das Angebot ab.
„Unsinn. Du bekommst etwas von uns. Komm mit“, beschloss der Schmied und winkte kin zurück in Richtung Haus.
Die beiden gingen zurück in den Speiseraum und der Schmied rief nach seiner Frau, die ein paar Zimmer weiter die Wäsche machte. Die Reste vom Frühstück standen noch auf dem Tisch, aber von Damian war nichts mehr zu sehen.
„Was schulde ich Euch für Eure Dienste?“, fragte Sasha und zog gazen Geldbeutel hervor.
„Lass gut sein. Das geht aufs Haus“, winkte der Schmied erneut ab.
„Habt dank, aber das kann ich nicht annehmen“, widersprach Sasha.
„Doch kannst du“, bestimmte der Schmied und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter.
„Jetzt geh und pack deine Sachen, du kannst dein Essen dann hier abholen. Hab eine gute Reise und sei gut zu deinem Pferd“, forderte der Schmied.
„Habt dank und ich werde mein Bestes geben, damit es dem Tier gut geht!“, versprach Sasha und machte sich auf den Weg.
Es dauerte nicht lange, da hatte kin gaze Sachen auch schon wieder verstaut und an gazem Pferd befestigt. Kurz danach ging kin zurück in die Küche und fand dort ein fest verschnürtes Packet auf dem abgeräumten Tisch. Weder der Schmied, noch seine Frau waren im Raum also entschied kin ihnen eine kleine Spende dazulassen. Kin ließ ein paar Münzen mit Felslings-Prägung auf den Tisch liegen und verließ dann den Raum. Nicht viel später war kin wieder auf gazem Weg.

Hinter den Kulissen

Mit Sasha’s Geschichte geht es weiter hinter dem 24. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei Türchen 1 und entscheidet euch zwischen Damian und Mina.
Falls die ganzen Pronomen für Sasha verwirrend sind verweise ich an dieser Stelle nochmal auf die Übersicht aus 20. Türchen.
Ansonsten: Wer Damian’s Geschichte verfolgt hat, wird wissen, dass der Schmied Kurt heißt, aber da er sich nie wirklich Sasha vorgestellt hat, wollte ich ihn nicht beim Namen nennen. Wer jetzt noch verwirrter ist als eh schon, sollte wohl die Kapitel von Damian nachholen. 😉
Abgesehen davon ist mir aufgefallen, das Sasha am Corwyn-Syndrom leidet, benannt nach einem von DarkFairys Charakteren aus unserer Geschichte Warlords, der einem gerne mal große Weisheiten an den Kopf knallt und dann einfach abhaut. 😀
Wie auch immer, ich hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

The next morning Sasha woke up as rested as kin hadn’t been in a while. The whole time on the road kin always had gaz eyes and ears open in case someone wanted to ambush kim. But here in the stables Sasha felt safe for now. After kin had gotten dressed kin went to the living quarters of the smith and asked if the Smith had already started shoeing gaz horse. The smith’s wife told kim that he probably was at it about now and suggested that kin should get over to the smithy to watch. Sasha liked the suggestion and set forth right away.
Hot and sticky air flew towards kim from the smithy and kin turned towards gaz horse that was tied to a wooden bar in front of it. While kin greeted it he looked for the smith.
“Morning, Sasha!” The apprentice greeted kim instead.
“Good Morning, Damian” Kin returned the greeting.
“It’ll be your horses turn soon. The old man is already preparing the shoes”, Damian told kim.
It didn’t take long until the smith yelled orders from the inside. They should turn the horse, so they did as they were told and positioned themselves on either side of the horse to do so. At once the smith came out with a glowing horse show and ordered them to lift the hoof. Damian took up this task as Sasha looked uncertain and didn’t know what kin should do. Interested the warrior observed the work of the smith and his apprentice.
“Doesn’t it hurt the beast?” Kin asked the smith as he piled a nail into the hoof.
“Only if you do it wrong. The hooves are like large fingernails until a certain depth they don’t feel a thing”, the smith explained while he worked.
As soon as the hoof was finished the smith returned to the smithy to prepare the second iron. The procedure repeated itself and Sasha continued to watch them. When the smith was done he straightened up and asked Sasha: “Did you even have breakfast?”
Sasha denied whereupon the Smith ordered Damian: “Take him to the kitchen and show him where the food is”
“Kin”, Damian corrected him.
“What?” The smith simply returned.
“Bring kin and show kin, is what it’s called”, Damian retorted cheekily.
Sasha started laughing when kin saw the confused look on the smiths face.
“It should be kim in both cases”, kin corrected and added: “We Stonelings use different words for he and she”
“Ah, kin is the correct word than, yes?” The smith inquired.
“Yes, it’s the basic form”, Sasha confirmed.
“I’ll try to remember it, but I can’t promise a think”, the smith admitted.
“That’s all right. The fewest even know the word exists”, Sasha reassured him.
Damian and Sasha made their way to the dining room. Together they set the table and the apprentice joined kim.
They talked about all sorts of things and after a while Damian asked: “Can I join you?”
“Why?” Sasha asked and added: “You have a good life here, an apprenticeship, a good master. Why would you want to leave?”
“Because it wasn’t my decision to start working for him”, Damian revealed and looked embarrassed down onto the table.
Sasha looked at him questioningly and he finally added: “Well, I screwed up”
The Stoneling was now even more confused, but let the boy continue.
“I stole from the people in the inn and got caught. And the smith decided that I should work off my debt”, Damian explained.
“Then you have even less reason to accompany me. You have to stay here and settled your debt. Everything else would be dishonourable and cowardly”, Sasha decided and scolded Damian with a frowning look.
“Yes, but –“, he started.
“No buts. Taking from others is wrong and I will not be accompanied by someone who deems this right and cannot live with the consequences”, the warrior explained and left the room without another word.
Kin returned to the smithy and told the smith about the conversation.
The smith confirmed: “Yes, he stole and the town even wanted to hang him for it. I wanted to give him a chance, to learn a real craft”
“I mean, as thief he should bring the needed light-fingeredness for small objects with him, but maybe I was wrong. Maybe he simply doesn’t want to chance”, he added with a sigh.
“That unfortunately seems to be the case. If it is all right with you, I’d be leaving today to not tempt him further”, Sasha revealed.
“Of course. Your horse is ready. I’ll ask my wife do make some provision for you”, the smith agreed.
“Thanks, but that is not necessary. Given the opportunity I will buy or hunt something”, Sasha refused the offer.
“Nonsense. You’ll get something from us. Come on”, the smith decided and waved kim back towards the house.
The two of them returned to the dining room and the smith called out to his wife that was working on the laundry a few rooms over. The remains of the breakfast still stood on the table, but Damian was nowhere to be seen.
“What do I owe you for your services?” Sasha asked and took out gaz purse.
“Nevermind. It’s on the house”, the smith waved off again.
“Have my thanks, but I cannot accept it”, Sasha disagreed.
“Yes you can”, the smith ordered and gave him a friendly pat on the shoulder.
“Now go and pack your things, you can get the food later. Have a good journey and be good to your horses”, the smith demanded.
“Have my thanks and I will do my best to make sure the beast does well!” Sasha promised and went on his way.
It wasn’t long before gaz things were back in gaz backpack fastened to gaz horse. Shortly after that kin went back to the kitchen and found a tied up packet on the cleaned table. As kin could neither see the smith nor his wife kin decided to leave them a small offering. Kin left a few coins with Stoneling-stamping on the table and left the room. Not much later kin was already on gaz way again.

Behind the Scenes

Sasha’s story will continue behind the 24th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Mina and Damian.
In other respects: Those who follow Damian’s story know that the smith is called Kurt, but as he never really introduced himself to Sasha I didn’t want to call him by his name. Those who are now even more confused than before, probably should catch up with Damian’s chapters. 😉
Regardless of that did I notice that Sasha suffers from the Corwyn-Syndrome, named after one of DarkFairys from our story Warlords,who loves dropping huge chunks of wisdom into your face and then simply leaving. 😀
In any case do I hope you like the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #20

Read in English

Sasha

Es war fast Mittag gewesen, als Sasha seine Reise wieder angetreten war. Als er aufgewacht war, hatte er lange überlegt, ob seine Begegnung mit dem Dämmerich nur ein Traum gewesen war, aber dann hatte er sich an die Münze erinnert. Wie er im Dämmerlicht bereits erkannt hatte, war die Münze silbern, ein ihm unbekanntes Zeichen war auf die eine Seite graviert und sah seinem eigenen Wappen recht ähnlich. Auf der Rückseite fand er eine Kombination aus Strichen und Punkten, die in das Metall eingeritzt waren oder daraus hervorragten. Kurz strich Sasha mit dem Daumen darüber und konnte die unterschiedlichen Kerben deutlich spüren. Er wollte diese Münze auf keinen Fall verlieren und verstaute sie sorgfältig in seinem Reisegepäck. Nach einem kurzen Frühstück machte er sich schließlich auf den Weg.
Es dauerte mehrere Tage bis er die nächste Stadt erreichte. Auf seinem Weg dachte er oft daran, wie es wohl sein würde Begleitung zu haben und abends hatte er mehrfach überlegt den Dämmerich zu rufen, um jemanden mit jemandem reden zu können, aber er hatte sich daran gehindert und würde die Münze nur im Notfall verwenden.
In der Stadt machte er sich nun auf die Suche nach einem Schmied. Das eine Hufeisen seines Pferdes war locker, ein weiteres war abgefallen und er hoffte hier jemanden finden zu können der dem Tier half. Am späten Nachmittag fand er die Schmiede und musste sich sogleich eine Predigt des Schmieds anhören, wie unverantwortlich es sei das Pferd so zu reiten. Da er aber sah wie erschöpft Sasha war lud er ihn dennoch zum Essen ein und ließ ihn in seinem Stall schlafen. Beim Abendessen lernte er die Familie des Schmieds und seine Gesellen kennen. Sie waren nette Leute und seine Frau bat um Verzeihung für das Verhalten ihres Mannes, aber Sasha verstand es. Er hatte sich selbst nicht wohl gefühlt dabei mit dem Pferd weiter zu reiten, aber er wusste nicht wie er es dem Pferd hätte leichter machen können. Der Schmied erklärte ihm, dass das Pferd zwar auch ohne Eisen geritten werden konnte, aber es nicht gut war, wenn die anderen Hufe besohlt waren. Bei einem losen Eisen sollte er möglichst auf hartem Boden reiten, bei einem abgefallenen eher auf Weichem, in beiden Fällen aber auf dem schnellsten Wege zu einem Schmied und langsam reiten. Sasha war dankbar für die Erklärung und nahm die Informationen begierig auf.
Die Lehrlinge schauten ihn fasziniert an und einer besonders. Er saß etwas Abseits am Tisch und schien noch nicht lange im Dienst zu stehen. Die Frau des Schmieds warf dem Jungen gelegentlich einen argwöhnischen Blick zu. Wie er später lernte, schlief auch der Lehrling vorerst in der Scheune. Die beiden unterhielten sich über ihre jeweiligen Reisen, aber dann überkam die Müdigkeit Sasha und er beschloss sich bettfertig zu machen und zur Abwechslung mal seine Rüstung abzulegen. Bei dieser Rüstung brauchte er keine Hilfe, wie bei der vom Turnier, aber es war dennoch umständlich und der Lehrling betrachtete ihn neugierig. Als er alle Schnallen gelöst hatte, hob Sasha den Brustpanzer über seinen Kopf und legte ihn dann behutsam zu Boden.
Der Junge starrte ihn mit ungläubigem Blick an „Du bist `ne Frau!“, entfuhr es ihm erstaunt.
Sasha betrachtete ihn für einen Moment und blickte dann an sich herab. Natürlich hatte er eine zierliche Figur, aber das war für Felslinge ganz normal. Dann lachte er auf, als er sich an etwas erinnerte, dass Georg ihm gesagt hatte: Menschen begriffen Felsling-Anatomie nicht sonderlich gut. Der Junge schaute verwirrt zu ihm auf.
„Ich bin keine Frau. In euren Worten bin ich weder das, noch ein Mann“, offenbarte er ihm mit einem Lächeln.
„Wie jetzt?“, fragte der andere nur noch verwirrter.
„Felslinge haben keine Geschlechter wie ihr Menschen, unsere Fortpflanzung funktioniert anders und wir sind nicht darauf angewiesen“, erklärte Sasha ruhig.
Der Junge verarbeitete dies für einen Moment und setzte mehrfach an etwas zu sagen, doch schloss den Mund sofort wieder. Sasha nutzte diese Gelegenheit um sich auch vom Rest seiner Rüstung zu befreien und sein Nachtlager aufzuschlagen, dann setzte er sich auf sein Bettzeug und wartete darauf, dass der Lehrling seine vielen Fragen ausformuliert hatte und diese aussprach.
Es dauerte nicht lange da sprudelten die Fragen nur so aus ihm heraus: „Wie funktioniert das dann mit eurer Fortpflanzung? Habt ihr Familien? Wie werdet ihr aufgezogen? Und wie redet ihr übereinander ohne ‚sie‘ und ‚er‘?“
Sasha lächelte. Er freute sich darüber, dass der Junge ein solches Interesse hatte zu lernen. Sein eigenes Volk lehrte einiges über die Menschen, aber bei den Menschen sah es mit dieser Bildung eher mau aus.
„Wir erzeugen unsere Nachkommen durch Magie, dass ist die einzige Form, die wir Anwenden können, daher haben wir uns auf den Kampf ohne sie spezialisiert. Um einen neuen Felsling zu erschaffen bestimmt der Ältestenrat sieben Felslinge, die einen Teil von sich geben. Diese Teile werden dann in einem Ritual zusammengefügt zu neuem Leben. Das geschieht einmal im Jahr mit bis zu sieben Elterngruppen, um neue Felslinge zu erschaffen. Diese sieben wachsen dann gemeinsam in einem Haushalt auf und werden vom ganzen Dorf aufgezogen und erzogen“, erklärte Sasha und machte eine Pause für neue Fragen, aber der andere nickte nur und sog die Informationen in sich auf.
Natürlich hatte Sasha ihm nur eine Kurzfassung der Geschehnisse gegeben, alles andere hätte zu lange gedauert und schließlich wollte er ja eigentlich schlafen gehen.
„Und was die Bezeichnung angeht, so haben wir in unserem Dialekt das Wort ‚kin‘, das wir verwenden, um über andere zu sprechen“, fuhr er fort.
„Kinn?“, versuchte der Junge nachzusprechen.
„Nein, kin mancherorts auch kien ausgesprochen“, verbesserte Sasha ihn.
„Wie funktioniert das?“, wollte der Junge wissen.
„Wenn ihr zum Beispiel sagen würdet: ‚Er macht sich auf den Weg‘; sagen wir: ‚Kin macht sich auf den Weg‘“, gab kin ihm ein Beispiel.
„Was ist mit: ‚Das ist sein Pferd‘; ‚Das ist kin Pferd‘?“, kam sogleich die nächste Frage.
„Nein, das ist eine andere Form und heißt dann ‚Das ist gaz Pferd‘“, erklärte Sasha.
„Klingt kompliziert“, kommentierte der Junge.
„Ist es nicht. Unser er und sie ist kin und für sein und ihr-Formen verwenden wir gaz“, tat Sasha mit einem Schulterzucken ab.
„Gas?“, versuchte sich der Junge erneut an der Aussprache.
„Gaz. Mit einem Z-laut und kurzem a“, verbesserte Sasha erneut.
„Ah. Ich glaub das musst du mir morgen genauer erklären. War das jetzt richtig?“, fragte der Junge vorsorglich.
Sasha lachte auf: „Ja Du verwenden wir genauso wie ihr – und Höflichkeitsformen“
„Na dann will ich dich nicht länger vom Schlafen abhalten! Gute Nacht, Sasha!“, beschloss der Junge und stand auf.
„Gute Nacht, Damian“, erwiderte Sasha und legte sich hin.
Es dauerte nicht lange, da hatte der Schlaf kin auch schon überkommen.

Hinter den Kulissen

Mit Sasha’s Geschichte geht es weiter hinter dem 23. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei Türchen 1 und entscheidet euch zwischen Damian und Mina.
Hier haben wir ein zweites Zusammentreffen der Charaktere. Wie kommt Damian wohl in die Schmiede? Das müsst ihr schon selbst nachlesen. 😉
Auf alle Fälle an dieser Stelle ein Dankeschön an Jenni für die Infos zum Reiten mit losen/fehlenden Hufeisen!
Auch interessant ist aber denke ich die kin-Geschichte.
Aus irgendeinem Grund habe ich mir von Anfang an in den Kopf gesetzt, dass ich einen geschlechtsneutralen Charakter in die Geschichte einbauen möchte. Mein Hauptproblem war allerdings, dass es im Deutschen kein vernünftiges Wort dafür gibt bzw. die, von denen ich gelesen habe, fühlten sich für mich irgendwie seltsam und unpassend an.
Was macht man in einem solchen Fall? Man setzt sich mit der Grammtik-begeisterten Person im Bekanntenkreis zusammen und denkt sich ein eigenes aus. >_<
Naja, gefühlt habe ich nur den Grundsatz mit „kin“ geliefert (schließlich endeten die ganzen Wesen in der Geschichte bis dahin alle -ling und kin ist im Prinzip die abgewandelte Englische Form davon) und SaJaehwa hat dann die ganze Arbeit geleistet und „gaz“ (von „ingaz“, einer Urform von ling) als Possesiv-Form noch dazu getan.
Für die folgenden Kapitel mit Sasha habe ich mich entschieden – jetzt da die Katze sozusagen aus dem Sack ist – die Form auch in der Beschreibung zu verwenden, also hier eine Übersicht über die verschiedenen Formen:
er/sie – kin
seiner/ihrer- gaz
ihm/ihr – kim
ihn/ihr – kin
Possessiv:
seine/ihre – gaze
seinem/ihrem – gazem
seiner/ihrer – gazer
seinen/ihren – gazen
seines/ihres – gazes
Versucht euch doch mal selbst daran, diese Pronomen anzuwenden, vielleicht setzen sie sich ja durch. 😉
Also dann, hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

It was about midday when Sasha had continued his journey. When he had woken up, he wasn’t sure if his meeting with the Darkrich had only been a dream, but then he remembered the coin. Like he had seen in the light of dawn, was the coin made of silver, an unfamiliar sigil was engraved on one side and looked quite similar to his own coat of arms. On the backside he found a combination of lines and dots that were carved into the metal or stuck out from it. For a moment Sasha ran his thumb across it and could clearly feel the different notches. He didn’t want to lose the coin by no means so he stashed it carefully in his luggage. After a short breakfast he continued on his way.
It took him several more days until he reached the next town. On his way he had often thought about what it would be like to have a travelling companion and in the evenings he more than once considered calling the Darkrich, just to have someone to talk to, but he had decided against it and would keep the coin for emergencies.
In the town he went to search for a blacksmith. One shoes of his horse was loose, another had fallen off and he hoped to find someone that could help the beast. Late in the afternoon he found the smithy and right away got berated by the blacksmith at how irresponsible it was to ride his horse like that. But as he saw how exhausted Sasha was he invited him for dinner and let him stay in his stables. At dinner he met the smith’s family and his apprentices. They were nice people and his wife excused his husband’s behaviour, but Sasha understood. He hadn’t felt good riding the horse like that, but he didn’t know how to make it easier for the horse. The smith told him that horses could be ridden without shoes, but it wasn’t a good thing if the other hooves soled. With a loose shoe he should ride on hard ground if possible, with a missing shoe preferably on soft ground, but in both cases he should slowly ride to the nearest smith without detours. Sasha was grateful for the explanation and eagerly took in the information.
The apprentices looked at him in fascination, one of the especially. He sat a bit aside at the table and didn’t seem to be in training long. The smith’s wife occasionally looked at him in suspicion. As he later learned did the apprentice sleep in the stables as well for now. The two of them talked a bit about their respective journeys, but then tiredness overcame Sasha and he decided to get ready for bed and for once take off his armour. With this armour he didn’t need help, like with the one he had used for the tourney, but it was still difficult and the apprentice watched him curiously. When he had opened the buckles Sasha pulled the breastplate over his head and gently put it on the ground.
The boy stared at him in disbelieve “You’re a woman!” He exclaimed astonished.
Sasha looked at him for a moment and then looked down at himself. Of course he had a dainty physique, but that was normal for Stonelings. He started laughing, as he remembered something Georg had told him: Humans could rarely grasp Stoneling anatomy. The boy looked up to him in confusion.
“I’m not a woman. In your words I am neither that nor a man”, he revealed with a smile.
“What?” The other asked even more confused.
“Stonelings don’t have genders like you humans, our reproduction works different and we do not depend on that”, Sasha explained calmly.
The boy worked through this for a moment and more than once tried saying something, but closed his mouth again. Sasha used this opportunity to remove the rest of his armour and prepare his night’s lodgings then he sat down on the bedding and waited for the apprentice to formulate all the questions he had and ask them.
It didn’t take long before the question sputtered out of him: “How does your reproduction work then? Do you have families? How are you raised? And how to you talk about each other without ‘she’ and ‘he’?”
Sasha smiled. He was happy that the boy had such an interest in learning. His folk taught a lot about humans, but humans rarely had such an education.
“We create our offspring through magic, it is the only form we can use therefore we specialized in fighting without it. To create a new Stoneling the council of the Elders chooses seven Stonelings that give a part of them. These parts are then merged in a ritual into new life. This happens once a year with up to seven groups of parents to create new Stonelings. These seven grow up together in a household and are taught and raised by the whole village”, Sasha explained and paused, waiting for new questions, but the other only nodded and took in the information.
Of course Sasha had only told the short version of what was happening, everything else would have taken too long and he did want to go to bed after all.
“And regarding the pronouns, we have the word ‘kin’ in our dialect that we use when we talk about others”, he continued.
“Cin?” The boy tried pronouncing it.
“No, kin in some places even pronounced kien”, Sasha corrected him.
“How does it work?” The boy wanted to know.
“For example, if you want to say: ‘He was on the road’; we say: ‘Kin was on the road’”, kin gave him an example.
“What’s with: ‘That is his horse’; ‘That is kin horse’?” Came the next question right away.
“No, that is a different form and we say: ‘That is gaz horse’”, Sasha explained.
“Sounds complicated”, the boy commented.
“It isn’t. Our he and she is kind and for your his and her-forms we use gaz”, Sasha brushed off with a shrug.
“Gas?” The boy again tried the pronunciation.
“Gaz. With a Z-sound and a short a”, Sasha corrected him again.
“Ah. I think you have to explain that to me more thoroughly tomorrow. Was that right now?” The boy asked cautiously.
Sasha laughed: “Yes we use you the same way as you – and the polite forms of addressing someone”
“Well then I won’t keep you longer from sleeping! Good night, Sasha!” The boy decided and got up.
“Good night, Damian” Sasha returned and lay down.
It didn’t take long until sleep had already overcome kin.

Behind the Scenes

Damian’s story will continue behind the 22nd door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Mina and Sasha.
Here we have a second meeting of the characters. How does Damian get into the smithy? You’ll have to read that yourself. 😉
Either way at this point I’d like to thank Jenni for the information regarding the riding with loose/missing horse shoes!
Also interesting is probably the kin-story.
For some reason I got it into my head from the beginning that I wanted to include a gender neutral character into my story. My main problem, however, was that there isn’t a proper word for that (in German) or at least the ones I read about simply felt weird and unfitting.
What to do in such a case? You sit down with a gramma-enthusiast in your circle of friends and think up your own. >_<
Well, it feels like I only delivered the basis with „kin“ (after all, all the creatures in the story all until then ended with -ling and kin is more or less the modified English version of it) and SaJaehwa then did all the work and added „gaz“ (from „ingaz“, the original form of ling) as possesiv form.
For the following chapters with Sasha I decided – now that the cat is out of the bag so to speak – to use the form in the descriptions, so here you have an overviw of the different forms:
he/she – kin
his/her – gaz
him/her – kim
Possessive:
his/hers – gaz
himself/herself – kimself
Try using this pronoun yourself, maybe it’ll become accepted. 😉
Anyway, I hope you like the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #17

Read in English

Sasha

Sasha war bereits zwei Tage unterwegs und er näherte sich langsam aber sicher seiner ursprünglich geplanten Strecke. Bevor er aufgebrochen war, hatte er noch einmal die Karten verglichen, um auch wirklich dem richtigen Weg zu folgen. Jeden Abend, wenn er sein Nachtlager aufgeschlagen hatte, studierte er erneut die Karte, um sicherzugehen, dass er nicht wieder eine andere Richtung eingeschlagen hatte.
Am ersten Tag hatte er befürchtet das Lager im Wald aufschlagen zu müssen, aber in der Dämmerung lichtete er sich und Sasha kam endlich wieder auf weite Felder, wie sehr er doch so etwas vermisst hatte.
Am zweiten Tag hatte er die Wegkreuzung erreicht und schlug dort sein Lager auf. Von den Kriegern am Hof hatte er gehört, dass man nie an dort übernachten sollte, wo zwei Wege sich kreuzten, da Kreaturen der Dunkelheit an solchen Orten wandelten, die ahnungslose Reisende heimsuchten und in ihren Bann zogen. Sasha kümmerte sich nicht um solch menschlichen Aberglauben, für ihn war es ein Ort, wie jeder andere.
Felslinge hatten einen anderen Glauben als Menschen und auch wenn er die Geschichten kannte, die man sich über die Kreaturen in den Felsspalten erzählte, hieß das noch lange nicht, dass er ihnen Glauben schenken musste. Ebenso ging es ihm mit den Geschichten der Menschen.
Für ihn war es nur das: Geschichten.
Sasha hatte ein kleines Feuer entfacht, um sich warm zu halten, das Pferd graste hinter ihm. Es gab in der Nähe keine Quelle, also hatte er sich seine Wasserration gut eingeteilt und seinem Pferd etwas abgegeben. Das Feuer war nicht sonderlich groß, hatte er es doch nur aus losen Stöckern und Gras gemacht, aber es reichte um etwas Wärme zu spenden und etwas Essen warm zu machen. Die Nacht brach heran und er saß tief gebeugt über seine Notizen und fügte neue Gedanken hinzu als plötzlich eine tiefe, rauchige Stimme zu ihm sprach: „Wer wagt es sich des Nachts an meiner Weggabelung niederzulassen?“
Das Pferd wieherte hinter ihm und bäumte sich. Gerade noch konnte Sasha aufspringen und die Zügel fassen, um es zu beruhigen.
Inmitten der Kreuzung war eine dunkle Gestalt aufgetaucht und Sasha fragte sich, ob diese eine der Kreaturen war, von denen die anderen Krieger berichtet hatten. Verdutzt schaute Sasha das fremde Wesen an und strich seinem Pferd dabei beruhigend über die Nüstern.
„Nun?“, drängte es mit einem leicht verdutzten Unterton in der Stimme.
„Ihr seid also keine Einbildung“, stellte Sasha trocken fest.
„Natürlich nicht. Ich bin der ehrwürdige Wächter dieser Kreuzung!“, offenbarte es und breitete die Arme aus, die weiten Ärmel seiner Robe wehten leicht im Wind.
Das Wesen klang in Sasha’s Ohren alles andere als ehrwürdig und mehr wie ein kleines Kind, dem sein Spaß verwehrt wurde.
„Du solltest Angst vor mir haben, Reisender!“, mahnte es.
„Noch erkenne ich in euch keine Gefahr, verzeiht“, erwiderte Sasha unbeeindruckt.
„Ich bin gefährlicher als alles, dem du je begegnen wirst!“, prophezeite das Wesen.
Sasha war noch immer nicht überzeugt.
Das Wesen hob seine Arme in die Höhe und ein dichter Nebel stieg um ihn herum auf, aber auch das beeindruckte Sasha nicht, im Gegenteil, es faszinierte ihn.
Ruckartig ließ es die Arme fallen: „Weißt du überhaupt mit wem du es zu tun hast?“
„Nein“, bestätigte Sasha nur knapp.
„Dann hat das alles hier sowieso keinen Sinn…“, erklärte es resigniert und drehte sich um.
„Wartet! Erzählt mir doch, was Ihr seid, dann kann ich mich beim nächsten Mal gebührlich fürchten!“, schlug Sasha vor.
Dem Wesen schien der Vorschlag zu gefallen, denn es drehte sich um und kam dichter ans Feuer. Nun konnte Sasha die weiten, dunklen Roben erkennen und sah, dass unter einer Kapuze ein blasses Gesicht mit großen klaren Augen versteckt lag. Sasha betrachtete es für einen Moment bevor er auf den Boden neben dem Feuer deutete und sich setzte.
„Was seid ihr?“, fragte Sasha nachdem sie sich einen Moment über das kleine Feuer hinweg angesehen hatten.
„Ich bin ein Dämmerich“
„Dämmerich?“
„Nie von uns gehört? Wie auch, ihr miesen Menschlinge nennt uns meist Dämmerlinge“, beschwerte sich der Dämmerich.
„Auch das habe ich noch nicht gehört, aber das Problem ist mir durchaus bekannt“, erwiderte Sasha nur.
„Problem?“
„Die Menschen nannten uns einst Berglinge oder Klifflinge, aber wir konnten es ihnen austreiben“, führte Sasha weiter aus.
„Du-du bist ein Felsling? Dann ist klar, warum du keine Angst vor mir hast. Wir kommen zu selten in eure Gegend, als das ihr von uns wüsstet!“, entfuhr es dem Dämmerich und hob und senkte seine Arme theatralisch.
„Wir haben Legenden über Wesen, die in Felsspalten leben“, bot Sasha an.
„Wirklich? Das sind dann auch Dämmeriche“, bestätigte der andere.
„Aber wir haben keine direkten Weggabelungen im Gebirge“, bemerkte Sasha, auch wenn es mehr eine Frage war.
„Oh, das ist nicht wichtig. Wir haben uns nur irgendwann angewöhnt die Kreuzungen als Ausgänge zu verwenden“, winkte der Dämmerich ab.
„Ausgänge?“
„Ja. Wir leben in Tunneln unter der Erde“, erklärte er, als wäre es das normalste auf der Welt.
„Daher die Augen und die Blässe“, schlussfolgerte Sasha.
„Genau. Im Sonnenlicht sind wir nutzlos und vor allem schutzlos. Deswegen kommen wir nur im Dunkeln an die Oberfläche“, bestätigte der Dämmerich.
„Und dann lauert ihr wehrlosen Reisen auf, um sie zu fressen?“, mutmaßte Sasha.
„Fressen? Nein! Wir machen uns einen Spaß daraus mit ihnen Händel abzuschließen. Menschlinge wünschen sich immer irgendetwas und wir besitzen magische Fähigkeiten, die es uns ermöglichen Wünsche zu erfüllen und da Menschlinge meist nicht in der Lage sind ihre Wünsche vernünftig zu formulieren, müssen sie dann mit teils obskuren Resultaten leben“, erklärte der Dämmerich mit einen breiten Grinsen und fügte auf Sasha’s fragenden Blick hin, hinzu: „Wir erfüllen Wünsche nicht wortgenau. Wenn sich ein Menschling zum Beispiel Gold und Reichtum wünscht, dann nehmen wir es von einem anderen Menschling und wenn der dann rausbekommt, dass sein Eigentum zum anderen übergegangen ist, gibt es dann natürlich Ärger“
„Warum macht ihr sowas?“, wollte Sasha verständnislos wissen.
„Zeitvertreib. Es kann manchmal ganz schön langweilig da unten werden“, antwortete der andere und zuckte lediglich mit den Schultern.
„Und ihr könnt eure Kräfte nur einsetzen, wenn sich jemand etwas wünscht?“, fragte Sasha als nächstes.
„Nein, schau“, forderte der Dämmerich auf und hielt seine Hand über das Feuer, dass nun aufflackerte und mit größerer Flamme brannte.
„Und wen hast du jetzt das Feuer genommen?“, fragte Sasha skeptisch.
„Niemandem. Die Manipulation der Elemente ist die Basis unserer Fähigkeiten“, erklärte der Dämmerich beiläufig.
„Wie genau das aber zusammenhängt kann ich dir nicht sagen, da müsstest du einen unserer Ältesten fragen“, fügte er erneut mit einem Schulterzucken hinzu.
Sasha lächelte. Er war froh, dass er sich entschieden hatte an diesem Ort zu übernachten. Die Unterhaltung mit dem anderen war äußerst interessant. Der Dämmerich erklärte ihm noch mehr über sein Volk und sie sprachen bis in die frühen Morgenstunden.
Als die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont hervor kamen stand der Dämmerich auf.
„Es wird Zeit für mich zu gehen“, verkündete, ein trauriger Unterton schwang dabei mit.
Sasha erhob sich ebenfalls und reichte dem anderen die Hand über das heruntergebrannte Feuer.
„Es war mir eine Ehre“
Skeptisch nahm der andere die Hand und schüttelte sie.
„Mir ebenfalls“, erwiderte er, schien sich aber nicht sicher zu sein, ob es die richtigen Worte waren.
Er nahm seine Hand zurück und ging rückwärts einige Schritte in Richtung der Kreuzungsmitte. Sasha sah seine langen, bleichen Finger eine streichende Geste in Höhe seiner Brust vollziehen, konnte aber nicht erkennen was er tat. Im nächsten Moment warf der andere ihm etwas entgegen und Sasha fing eine kleine, silberne Münze gekonnt auf. Sasha betrachtete sie einen Moment, dann sah er fragend zum Dämmerich herüber.
„Solltest du dir an einer Kreuzung mal nicht sicher sein, welche Richtung du einschlagen sollst, dann vergrab die Münze in der Mitte der Kreuzung bei Dämmerung und ich werde kommen und dir helfen“, erklärte der Dämmerich, ein Lächeln auf den schmalen Lippen.
„Hab dank“, erwiderte Sasha, ebenso lächelnd.
„Das ist das Geringste was ich tun kann. Ich muss dir danken. Das war eine interessante Nacht. Die meisten Schrecken davor zurück überhaupt an Kreuzungen zu übernachten, geschweige denn mit uns zu reden. Das war eine nette Abwechslung“, gab der andere zu und lächelte.
Der Dämmerich hob die Hand zu einem letzten Gruß, dann stieg Nebel um ihn herum auf und als dieser sich verzogen hatte war auch er verschwunden. Sasha sah noch einen Moment auf die Stelle, dann setzte er sich wieder auf den Boden, lehnte er sich zurück und ließ seine Gedanken schweifen bis der Schlaf ihn letztendlich überkam.

Hinter den Kulissen

Mit Sasha’s Geschichte geht es weiter hinter dem 20. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei Türchen 1 und entscheidet euch zwischen Damian und Mina.
Eigentlich wollte ich nur die Waldlinge, die Felslinge und die Menschen haben, durch Sasha’s Reise haben sich dann mittlerweile auch noch die Sumpflinge und jetzt noch die Dämmeriche eingeschlichen… Jedwede Ähnlichkeit zu Crossroads-Demons aus einer gewissen Fernsehserie ist natürlich vollkommen zufälllig. >_<
Spaß Beiseite, wie das manchmal so beim Schreiben ist, merkt man erst, wenn es auf dem Papier steht, was da gerade aus seinem Hirn entfleucht. Als ich also dabei war den Aberglauben der anderen Krieger aufzuschreiben, hielt ich plötzlich inne und stellte leicht irritiert fest: „Ich schreibe gerade einen Crossroads-Demon in meine Geschichte“.
Natürlich wollte ich keine Dämonen haben, also habe ich überlegt, was sie denn stattdessen sein können und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie unterirdisch lebende, magiebegabte Wesen sind, die einen Heidenspaß daran haben Menschen aufs Korn zu nehmen. 😀
Der erste Schritt war getan, nun ging es weiter: Wie sollen die Dinger heißen?
Mit SaJaehwa überlegte ich hin und her (Dunkelling und Finsterling, waren z.B. die ersten – doof klingenden – Ideen), bis ich/wir schließlich bei den Dämmerichen angelagt war.
Ein Hintergedanke zu dieser Bezeichnung kam schnell: Alle haben einen Namen, der ein -rich enthält und teilweise in der X-ten Generation (wie schnell man doch vergisst, dass Friedrich auch in die Kategorie fällt…).
Natürlich hat auch der Dämmerich in dieser Geschichte einen Namen, auch wenn er sich Sasha nicht vorgestellt hat, aber manchmal ist das eben so, dass man sich mit Leuten unterhält und dann auseinandergeht ohne zu wissen, wie der andere eigentlich heißt (Vor allem auf Festivals und Conventions ist das ziemlich üblich).
Jedenfalls – nur um es hier mal festzuhalten – heißt der Dämmerich Richard, mal wieder… Ich hatte euch ja schon von meinem Problem mit Georg erzählt, Richard ist da noch schlimmer… In Michael’s Geschichte gibt es momentan 2-3 Richard’s und bestimmt noch ein paar mehr in anderen Geschichten. Im Gegensatz zu Georg ist das allerdings ein Name, den ich persönlich ziemlich gut finde – und absolut nicht verstehen kann, wie man ihn zu so Sache wie Richie/y oder gar Dick abkürzen kann…
So viel wieder dazu, hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Sasha

Sasha was on the road again for two days and he slowly came closer to his original chosen route. Before he had left, he had compared the maps once more to really take the right route. Every evening when he had raised his night’s lodgings, he studied the map again, to make sure he still hadn’t gone into the wrong direction again.
On the first day he had feared to make camp in the forest, but as the twilight came it grew thinner and Sasha finally came onto wide fields, oh how he had missed something like this.
On the second they he had reached the crossroads and made camp there. From the warriors in the castle he had heard that he should never spend the night where two roads crossed, as creatures of darkness haunted in such places and put innocent travellers under their spells. Sasha didn’t care for such human superstition, for him this place was just like any other.
Stonelings had a different belief than humans and even if they too told stories about creatures in the crevices, did it not mean that he had to buy into them. He felt the same about the stories of humans.
For him it was just that: Stories.
Sasha had lit a small fire to keep warm, the horse grazed behind him. There was no spring nearby so he had to divide his water ration carefully and give something to his horse as well. The fire wasn’t that large as he only could use loose sticks and grass, but it was enough the give some warmth and cook a warm meal. As the night fell he sat deep in thought over his notes and added new thoughts as suddenly a deep, husky voice talked to him: “Who dares coming to rest the night at my cross roads?”
The horse let out a whinny and reared up. Sasha could only jump up and catch the rains to calm it.
In the middle of the cross road a dark figure had appeared and Sasha wondered if this was one of the creatures the other warriors had told him about. Puzzled he looked at the strange creature and stroked his horse soothingly across the nostrils.
“So?” It urged with a slight startled undertone in its voice.
“You really are not a hallucination”, Sasha concluded dryly.
“Of course not. I am the venerable guard of this crossing!” It revealed and spread its arm, the wide sleeves of its robe swaying lightly in the wind.
The creature sounded all but venerable in Sasha’s ear and more like a small child that didn’t get his way.
“You should fear me, traveller!” It warned him.
“So far I do not see you as a threat, forgive me”, Sasha replied unfaced.
“I am more dangerous than anything that you will ever meet!” The creature prophesized.
Sasha still wasn’t convinced.
The creature lifted its arms high and thick fog rose up around him, but not even that impresses Sasha; quite contrary, it fascinated him.
Suddenly it dropped its arms: “Do you even know whom you’re dealing with?”
“No”, Sasha confirmed shortly.
“Then there is no point in all this…”, it explained resigned and turned around.
“Wait! Do tell me what you are, so I can be properly scared next time!” Sasha suggested.
The creature seemed to like the idea as it turned around and came closer to the fire. Now Sasha could distinguish the wide, dark robes and saw that underneath a hood a pale face with large, bright eyes lay hidden. Sasha studied it for a moment before he waved towards the ground next to the fire and sat down.
“What are you?” Sasha asked after they had looked at each other across the small fire for a moment.
“I’m a Darkrich”
“Darkrich?”
“Never heard of us? How could you, you wretched manlings call us Darklings”, the Darkrich complained.
“I never heard of that either, but I am aware of the problem”, Sasha only returned.
“Problem?”
“The humans used to call us Hillings or Clifflings, but we could make them stop”, Sasha explained further.
“You-you’re a Stoneling? Then it’s no surprise you’re not afraid of me. We come too rarely into your realm to make us known to you!” The Darkrich exclaimed and lifted and dropped his arms theatrically.
“We have legends about creatures that live in crevices”, Sasha suggested.
“Really? Then that are Darkriches too”, the other confirmed.
“But we don’t really have crossroads in the mountains”, Sasha noted, even though it was more of a question.
“Oh, that doesn’t matter. We simply started using crossroads as exits at one point”, the Darkrich waved off.
“Exits?”
“Yes. We live in tunnels below the ground”, he explained as if it was the most normal thing in the world.
“Hence the eyes and the paleness”, Sasha concluded.
“Exactly. We’re useless and most of all defenceless in the sunlight. That’s why we only come to the surface when its dark”, the Darkrich confirmed.
“And then you lie in ambush for defenceless travellers to eat them?” Sasha presumed.
“Eat them? No! We have fun making deals with them. Manlings always wish for something and we have magical abilities that allow us to fulfil those wishes and as Manlings aren’t able to properly formulate their wishes they have to live with quite obscure results at times”, the Darkrich explained with a wide grin and added after seeing Sasha’s confused look: “We don’t fulfil wishes verbatim. If a Manling for example wishes for gold and riches we take it from another Manling and if they find out that their property went to someone else then there obviously will be trouble”
“Why are you doing something like that?” Sasha wanted to know uncomprehending.
“Pastime. It can be quite boring down there”, the other answered and simply shrugged his shoulders.
“And you can only use your powers when someone wishes for something?” Sasha asked next.
“No, look”, the Darkrich urged and held his hand above the fire that now flared up and burned in a larger flame.
“And whose fire did you take now?” Sasha asked sceptically.
“No one. The manipulation of the elements are the basis for our abilities”, the Darkrich explained casually.
“How exactly that is connected I can’t tell you, you’d have to ask one of our elders for that”, he added with another shrug of his shoulders.
Sasha smiled. He was glad he had decided to spend the night at this place. The conversation with the other was most interesting. The Darkrich told him more about his folk and they talked until the early morning hours.
When the first rays of sunlight rose behind the horizon the Darkrich got up.
“It’s time for me to go”, he announced, a sad undertone in his voice.
Sasha got up as well and held out his hand towards the other across the burned down fire.
“It’s been an honour”
Sceptically the other took his hand and shook it.
“Same here”, he returned, but didn’t seem certain if those were the right words.
He took back his hand and walked a few steps backwards towards the middle of the crossroad. Sasha saw his long, pale fingers make a stroking gestured in front of his chest, but couldn’t see what he did. The next moment the other threw something towards him and Sasha caught a small, silver coin skilfully. Sasha looked at it for a moment then looked towards the Darkrich in question.
“If you ever are unsure which way you should take at a crossroad, simply bury the coin in the middle of the crossroad at twilight and I’ll come and help you”, the Darkrich explained, a smile on the narrow lips.
“You have my thanks”, Sasha returned, smiling as well.
“That’s the least I could do. I have to thank you. It was an interesting night. Most people are too scared to even stay at a crossroad, let alone talk with us. It was a nice change”, he admitted and smiled.
The Darkrich lifted his hand for a last greeting then fog rose around him and when it had cleared he was gone as well. For a moment longer Sasha looked at the spot then he sat down on the ground again, leaned back and let his thoughts wander until sleep overcame him.

Behind the Scenes

Sasha’s story will continue behind the 20th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Damian and Mina.
I actually only wanted to have Woodlings, Stonelings and humans, but through Sasha’s journey by now Swamplings and now the Darkriches had sneaked into the story… Any similarities to the Crossroads-Demons of a certain tv show are obviously completely coincidental. >_<
Joke aside, as it is with writing, you sometimes only notice what escaped your brain after it’s written on paper. So when I was writing about the superstition of the other warriors, I suddenly stopped and noticed slightly irritated: „I’m writing a crossroads-Demon into my story“.
Of course did I not want to have any Demons, so I thought what they could be instead and came to the conclusion that they are subterranean,  magically-skilled creatures that have a lot of fun toying with humans. 😀
The first step was taken, now it continued: What should those things be called?
With SaJaehwa I thought back and forth, until I/we eventually reached the Darkriches (actually it was amongst the first ideas, but it’s German equivalent – Dunkelling- sounded silly, so I changed that to Dämmerich, which comes from Dämmerung/Twilight).
A background thought for this name soon surfaced: They all have names that contain a -rich and sometimes even in the x-th generation (how fast one can forget that Friedrich is one of those names…).
Of course does the Darkrich in this story have a name, even if he hadn’t introduced himself to Sasha, but sometimes it’s just the case that you talk to people and then walk away without knowing the others name (especially at Festivals and Conventions this is quite common).
Anyway. – just to make a note of it here – the Darkrich is called Richard, again… I told you about my problem with Georg, Richard is worse… In Michael’s Story there are currently 2-3 Richard’s and most likely some more in other stories. Though, contrary to Georg Richard is a name that I personally do quite like – and I absolutely cannot understand how one can shorten it to Richie/y or even Dick…
I hope you like the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #14

Read in English

Sasha

In ihrer Hütte angekommen hatte die Alte sich als Yagai vorgestellt. Sie war ein Kräuterweib, das hier im Wald seiner Arbeit nachging. In ihrer Hütte roch es nach vielen verschiedenen Kräuter, die Sasha noch nie zuvor gesehen hatte. Sie brachte ihm die Namen und ihren Nutzen einiger von ihnen beiläufig im Gespräch bei, ohne dass er groß danach fragen musste, meist reichte schon ein Blick oder eine Berührung des Krautes. Die beiden saßen beim Frühstück und Sasha erzählte ihr gerade von seiner Reise.
„Dann bist du ja ganz schön vom Weg abgekommen“, kommentierte sie zu Sasha‘s erstaunen.
„Du bist nicht nach Süden, sondern nach Südosten geritten. Hier bist du schon fast im Waldlings-Territorium“, erklärte sie ihm und begann sich auf die Suche nach einer Karte zu machen.
In einer ihrer vielen Schubladen fand sie sie mit einem „Ah, hier ist sie“ und breitete sie auf einer freien Eckes des Tisches aus.
„Hier ist deine Heimat, hier ist der Hof an dem du warst und hier sind wir“, erklärte sie ihm und zeigte die Punkte auf der Karte.
„Du wolltest vermutlich diese Strecke nehmen, bist aber in diese Richtung geritten“, zeigte sie ihm weiter und fuhr mit dem Finger über die Karte.
„Ich kann mich an keine Weggabelung erinnern, an der ich die falsche Richtung gewählt habe“, überlegte Sasha und betrachtete die Karte.
„Manchmal leiten unsere Füße uns über Wege, die wir sonst nicht gehen würden“, bemerkte die Alte.
Sasha betrachtete sie mit fragendem Blick.
„Bei Reisen wie deiner leitet uns nicht nur unser Kopf, sondern auch unser Herz und unser Geist und wenn die entscheiden einen anderen Weg einzuschlagen, dann beugen sich unsere Füße“, erklärte sie weiter.
„Wollt Ihr sagen, dass mein Herz mich hierher geführt hat?“, fragte Sasha skeptisch.
„Herz, Seele; Schicksal vielleicht sogar“, bestätigte Yagai.
Sasha betrachtete sie fragend. Als Felsling hatte er kein sonderliches Verständnis für Gefühle, aber das Schicksal war ihm durchaus vertraut. Schließlich wurde gesagt, dass das Schicksal einen auf der Prüfung leiten würde, dennoch verstand er nicht, warum das Schicksal ihn in einen Wald bringen wollte. Mit einem Nicken bestätigte er dennoch erst einmal die Theorie und wechselte das Thema: „Und wie komme ich wieder auf meine ursprüngliche Strecke?“
Yagai betrachtete die Karte für einen Moment, dann setzte sie ihre Finger erneut darauf und erklärte: „Wenn du den Wald nach Süden hin verlässt und dann nach Westen einschlägst, dann solltest du innerhalb von ein bis zwei Tagen auf die Straße nach Süden gelangen“
Wieder nickte Sasha. Laut Karte schien es einen direkten Weg durch den Wald zu geben, dem er folgen konnte. Der Weg hatte auch nur wenige Abzweigungen und da er erst westlich reiten sollte nachdem der Wald hinter ihm lag, schien auch keine Gefahr zu bestehen, dass er erneut eine falsche Abbiegung nehmen würde. Noch einmal sich auf dem Weg nach Süden zu verlieren kam für ihn nicht in Frage. Allerdings konnte Sasha sich nicht erklären, warum er so versessen darauf war diese Richtung einzuschlagen. Er hatte einfach diese Ahnung, dass das was er suchte, seine Prüfung, im Süden zu finden war.
„Heute solltest du dich aber noch etwas ausruhen, du hast einen weiten Ritt vor dir“, behauptete Yagai, stand auf und schob die Karte dichter zu ihm, um Platz auf dem Tisch zu haben und begann ihn für ihre Arbeit vorzubereiten.
Sasha schaute sich die Karte genau an. Von den Ältesten seines Dorfes hatte er zwar eine Karte erhalten, aber irgendwie kam ihm diese hier anders vor, also holte er seine Karte aus dem Rucksack hervor, legte sie neben die andere und begann sie zu vergleichen.
„Wie alt ist Eure Karte?“, fragte er nach einer Weile.
„Schon ein paar Jährchen, aber da viele Reisende sich in diesen Wäldern verirren halte ich sie immer aktuell und die großen Wege ändern sich nur selten im Gegensatz zu einigen Grenzen“, erklärte Yagai beiläufig und zerstampfte einige Kräuter in einer Schale.
„Das sehe ich. Meine Karte zeig das Territorium der Sumpflinge als wesentlich größer an als Eure und auch unser Reich ist größer“, bemerkte Sasha, sein Blick schwankend zwischen den beiden Karten.
„Es gab verheerende Schlachten im Westen durch die die Sumpflinge weiter ins Meer getrieben wurden, wenn es so weiter geht wird man sie bald Meerlinge nennen“, erklärte Yagai in leichtem Scherz.
„Und dieser Weg existiert noch auf meiner Karte, ist aber auf Eurer nicht mehr zu finden“, fand Sasha und deutete auf eine Linie in der Mitte der Karte.
„Ja das ist der Thebel-Pass. Einst ein reißender Fluss, dann ausgetrocknet und als Weg benutzt. Jetzt ist es nur noch eine Sammlung von Geröll nach dem Erdrutsch, der das Tal fast vollständig geebnet hatte“, erklärte sie nur.
Mit einem Nicken bestätigte Sasha die Information und nahm einen feinen Kohlestift und ein kleines Buch aus seiner Tasche. Fein säuberlich machte er sich erst Notizen auf seiner Karte und schrieb die Erkenntnisse anschließend ebenfalls in das Buch. Fertig mit den Korrekturen beobachtete er für eine Weile Yagai bei der Arbeit und ging dann hinaus, um nach seinem Pferd zu sehen. Er wollte den Rest des Tages dafür nutzen sich etwas zu erholen und beschloss dementsprechend früh am Abend auch schon zu Bett zu gehen.

Hinter den Kulissen

Mit Sasha’s Geschichte geht es weiter hinter dem 17. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei Türchen 1 und entscheidet euch zwischen Damian und Mina.
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte bisher und natürlich ist das die gleiche Yagai, mit der auch Mina schon zu tun hatte(, wenn nicht solltet ihr das dringend nachholen). 😉
Zeitlich ist das Treffen kurz nach Mina’s Abreise anzuordnen, sie haben sich also knapp verpasst.
Der Name des Passes war für mich bis ich den Beitrag fertig gemacht habe ein ziemliches Rätsel und er hieß bis dahin nur der <>-Pass. 😀
Ich hab mir dann ein paar Flüsse vorgenommen und deren Namen zusammengebastelt und ein paar Leute gefragt, welcher davon am ehesten nach einem Fluss-Pass klingt.
Wenn es interessiert das war die Auswahl:

  • Zonane
  • Amape(e)
  • Nozeep
  • Letoni(e)
  • Ensline
  • Thebel
  • Lebhem

Von Liathano und Feuerflügel habe ich u.a. Rückmeldung bekommen und mich dann für Thebel entschieden, da dass nach mehrmaligem Sprechen irgendwie doch am Besten klang. Mein eigentlicher Favorit war Zonane, aber dass klang dann doch irgendwie unpassend.
Übrigens setzen sich die Namen aus folgenden Flüssen zusammen:

  • Amazonas + Peene: Zonane, Amape(e), Nozeep
  • Nil(e) + Tollense: Letoni(e), Ensline
  • Themse + Trebel: Thebel, Lebhem

Die vorderen drei kennt jeder, die anderen drei sind Flüsse hier in Meck-Pomm, die sich in Demmin treffen – wo ich geboren wurde – und bei mir ganz in der Nähe sind. Die Peene sozusagen direkt vor meiner Haustür. 😉
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Sasha

When they arrived in the hut the hag introduced herself as Yagai. She was a herb woman that used the forest for her work. Her hut smelled of many different herbs that Sasha had never seen before. She casually taught him about some of their names and uses while they talked, he didn’t even have to ask as must of the times him looking or touching a herb would be enough.
The two of them were having breakfast and Sasha was telling her about his journey.
“Well, that means you went quite astray”, she commented to Sasha’s surprise.
“You didn’t ride South, but South-East. You’re nearly in the Woodling-territories”, she explained and started looking for a map.
In one of her many drawers she found one with an “Ah, there it is” and spread it across a free corner of the table.
“His is your home, this is the castle you’ve been at and we are here”, she explained and showed him the points on the map.
You probably wanted to take this route, but your rode this way”, she continued to show him and ran with her finger across the map.
“I can’t remember any cross roads where I could have chosen the wrong direction”, Sasha pondered and gazed at the map.
“Sometimes our feet lead us through ways we otherwise wouldn’t have taken”, the hag remarked.
Sasha looked at her in question.
“During journeys like yours not only our head, but also our heart and spirit lead us and if they decided to take a different route then our feed succumb to it”, she explained further.
“Are you implying my heart let me here?” Sasha asked sceptically.
“Heart, soul, maybe destiny even”, Yagai confirmed.
Sasha looked at her puzzled. As Stoneling he didn’t have that much understanding for feelings, but destiny was known to him. It was said that destiny would lead them to their test, after all. Still, he did not understand why destiny would bring him into a forest. With a nod he acknowledged her theory for now and changed the topic:
“And how do I get back to my original route?”
Yagai studied the map for a moment then she put her finger onto it again and explained: “When you leave the forest in the South and then turn West, you should be able to reach the road South within a day or two.”
Sasha nodded again. According to the map there was a direct road through the forest that he could follow. There were only a few side roads and as he had to turn West after he had left the forest, the chance to take a wrong turn didn’t seem that high. Straying from the Southern direction again was simply out of question. Though, Sasha couldn’t explain why he was so bent on getting South. He just had this inkling that what he sought, his test, would lie in the South.
“Today you should rest a bit, there is a far ride ahead of you”, Yagai stated, got up and pushed the map closer to him to make space on the table and started preparing it for her work.
Sasha studied the map carefully. He had received a map from the Elders of his village, but somehow the one he had in front of him seemed different so he took his own map out of his backpack and spread it next to the other to compare them.
“How old is your map?” He wanted to know after a while.
“A couple of years, but as many travellers get lost in this forest I keep it quite up-to-date and the larger roads change seldom, unlike some borders”, Yagai explained in a passing mention and pounded some herbs in a bowl.
“That I can see. My map traces the territory of the Swamplings far larger than yours and our realm his larger as well”, Sasha noticed, his gaze switching between the two maps.
“There were devastating battles in the West through which the Swamplings are pushed farther and farther into the sea. If it continues like this they’ll be called Sealings”, Yagai explained in slight jest.
“And this road exists on my map, but can’t be found on yours”, Sasha discovered and pointed at a line in the middle of the map.
“Yes that is the Thebel-pass. Once a mighty river, then dried out and used as passage. Now it is just a collection of rubble after an earth slide that nearly levelled the valley entirely” she simply explained.
With a nod Sasha acknowledged this information and took a fine carbon pencil and a small book out of his bag. Neatly he wrote notes onto his map and then wrote his findings into the book as well. Finished with his corrections he watched Yagai working for a while and then went out to look after his horse. He wanted to use the rest of the day to rest and decided to get to bed early as well.

Behind the Scenes

Sasha’s story will continue behind the 17th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Mina and Damian.
I hope you enjoy the story so far and of course it is the sama Yagai you read about in Mina’s story (if you haven’t, you should check it out ). 😉
Time-wise the meeting takes place shortly after Mina’s departure, which means they just missed each other.
The name of the pass was a riddle for me until I edited the German version and was only called the <>-pass. 😀
I took a few rivers and combined their names and asked some people which one of them sounded most like a river-pass.
If you’re interested, these were the options:

  • Zonane
  • Amape(e)
  • Nozeep
  • Letoni(e)
  • Ensline
  • Thebel
  • Lebhem

I got feedback from Liathano and Feuerflügel amongst other and decided to take Thebel, as after repeated saying it did sound the best.
My actual favourite was Zonane, but it should did sound right.
By the way, the names were combined through the following rivers:

  • Amazon + Peene: Zonane, Amape(e), Nozeep
  • Nile + Tollense: Letoni(e), Ensline
  • Th[e]mse [River Thamse German spelling] + Trebel: Thebel, Lebhem

Everyone should know the first three, the other three are rivers here in Meck-Pomm that meet in Demmin – where I was born – and are quite close by here. The Peene is in a manner of speaking directly before my doorstep. 😉
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #12

Read in English

Sasha

Sasha war lange unterwegs, bevor er die nächste Menschensiedlung erreichte. Der Hof an dem er gewesen war, war eine der ersten menschlichen Bastionen hinter dem Land der Felslinge. Man war es dort gewohnt die Felslings-Krieger aufzunehmen, die auf der Suche nach ihrer Prüfung waren, aber sie machten immer ein Spektakel daraus.
Er wusste, dass in den Jahren vor ihm mehrere Krieger gleichzeitig dort gelebt und große Kämpfe bestritten hatten, aber in seiner Generation war er der Einzige, der dort länger geblieben ist. Die Anderen waren schnell weitergezogen, da sie nicht einfach ihren Vorfahren alles nachmachen wollten.
Sasha sah es nicht als Nachahmung und war geblieben, um zu lernen und auch wenn seine Niederlage im Turnier ihn noch immer schmerzte, so hatte er doch einen guten Freund daraus gewinnen können.
Seine Gedanken wanderten zu Georg und Sasha fragte sich, ob er bereits sicher bei seiner Familie angekommen war. Sicherlich, er hatte gesagt, von der Stelle an der sie sich getrennt hatten, waren es noch zwei Tagesritte und Sasha war bereits drei Tage alleine unterwegs. Mittlerweile hatte er sich sogar an das Reiten gewöhnt. Sein Gesäß und seine Oberschenkel schmerzten zwar immer noch ein wenig, aber Georg hatte ihm versichert, dass sich seine Muskeln mit mehr Übung daran gewöhnen würden.
Georg hatte ihm viel beigebracht und er hatte sich nicht nur wie der Lehrmeister am Hof auf Kampftechniken beschränkt. Er hatte ihm auch Sitten und Bräuche der Menschen näher gebracht und Sasha hilfreiche Tipps für den Umgang mit ihnen gegeben. Sasha fühlte sich jetzt bereit auf weitere Menschen zu treffen und das Erlernte auszuprobieren.
Allerdings ließen diese auf sich warten.
Auf seinem Weg hatte er ein paar einsame Siedler passiert, aber meist zu Zeitpunkten, die ihm ungelegen kamen, so hatte er also immer im Freien übernachten müssen. Auch dafür hatte ihm Georg Kniffe und Tricks gezeigt.
Sasha wusste, wie man sich im Gebirge einen Unterschlupf für die Nacht suchte und baute, aber im Wald oder auf Feldern war er hoffnungslos verloren. Er konnte nicht sonderlich viel mit dieser Masse von Grünzeug anfange. Die paar Bäume, die es in seiner Heimat gab, waren für ihn mehr als genug.
In der Ferne sah er einen hohen und weiten Wald aufragen und sein Weg führte ihn genau dort hin. Ihm war jetzt schon mulmig, wenn er daran dachte, sich dort eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. Er mochte Wälder einfach überhaupt nicht.
Bei Nachtanbruch hatte er die Grenze des Waldes überquert und ritt nun immer tiefer in ihn hinein. Sasha spähte nach rechts und links und versuchte am Wegesrand eine geeignete Stelle zu finden, um sich dort ein Nachtlager aufzubauen. Plötzlich hörte er ein Rascheln im Gebüsch und hielt an. Vorsichtig zog er sein Schwert aus der Scheide, die am Sattel befestigt war und richtete die Klinge auf das Gebüsch.
„Wer ist da? Zeigt Euch!“, forderte er im ernsten Ton.
Erneut raschelte es und eine gekrümmte Gestalt trat daraus hervor.
„Nur eine alte Frau auf der Suche nach etwas Feuerholz“, versicherte die Alte ihm und trat vollends auf den Weg.
Sasha senkte das Schwert. „Verzeiht“
„Ist ja nichts passiert“, winkte die Alte ab.
„Du siehst müde aus“, stellte sie fest.
Unmerklich nickte Sasha. Er hatte die vergangenen Nächte nicht sonderlich fest geschlafen, da er immer ein Auge offen hatte, um nach möglichen Feinden Ausschau zu halten.
„Was hältst du davon einer alten Frau mit ihrem Holz zu helfen und dafür eine schöne Tasse Tee, eine warme Suppe und ein Bett zu bekommen?“, schlug sie ihm sogleich vor.
Für einen Moment ließ Sasha sich das Angebot durch den Kopf gehen. Er war nicht sonderlich paranoid, aber er hatte einen ausgeprägten Drang auf Nummer sicher zu gehen. Die Frau allerdings erschien ihm aufrichtig also steckte er das Schwert zurück in die Scheide und stieg vom Pferd.
„Gern“, bestätigte er mit einem Lächeln.
„Gute Entscheidung“, kommentierte die Alte.

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Mina

Nach einigen Tagen war Mina in einer kleineren Stadt angelangt. Es war spät und sie war müde, also machte sie sich auf, einen Platz im Gasthaus zu finden.
„Das Billigste ist ein Bett im Schlafsaal. Es gibt aber nur gemischte Säle, also keine Sonderbehandlungen“, erklärte der Wirt ihr auf ihre Anfrage hin.
„Das ist in Ordnung“, erwiderte Mina, auch wenn die Vorstellung sich mit einem völlig Fremden ein Zimmer zu teilen doch etwas seltsam war.
Natürlich war auch Yagai eine Fremde gewesen, aber schließlich war sie auch eine Frau und es war ihre Hütte gewesen.
„Gut. Bezahlt wird morgen zusammen mit deiner Zeche. Der Bursche hinten am Feuer ist der andere Schlafsaal Bewohner“, erklärte er weiter und deutete auf einen jungen Mann, der alleine an einem Tisch saß.
Mina bestätigte die Aussage mit einem Nicken und der Wirt gab ihr einen alten, rostigen Schlüssel und erklärte ihr wo das Zimmer war. Mina nahm beides dankend entgegen und ging dann zu dem jungen Mann.
„Hallo“, begrüßte sie ihn und er blickte verwundert von seinem Essen auf.
„Hallo“, erwiderte er verdutzt.
„Kann ich mich zu dir setzen?“, fragte Mina höflich.
„Natürlich“, bestätigte der Junge und machte eine ausschweifende Bewegung in Richtung der Bank.
Mina nahm ihren Rucksack ab und setzte sich, sogleich kam der Wirt zu ihre geeilt.
„Du hast mir noch nicht gesagt, was du Essen und Trinken willst“, stellte er fest.
„Oh, ja“, erwiderte Mina verdutzt.
„Einen Krug Wasser oder Tee, falls ihr habt und eine Suppe wären gut“, bestellte sie beim Wirt.
„Kommt sofort“, erwiderte dieser und verschwand wieder hinter die Theke.
„Du sitzt in einem Gasthaus und bestellst nichts Alkoholisches? Beeindruckend…“, kommentierte der Andere und hob seinen Krug um wie zur Demonstration einen Schluck zu trinken.
„Ich mag Alkohol nicht sonderlich und Wasser oder Tee ist einfach besser nach einem langen Tag des Wanderns“, erklärte sie leicht beschämt und verwirrt, dass sie sich dafür rechtfertigen musste.
„Wandern? Wo kommst du denn her?“, fragte der Andere.
„Aus den Waldling-Wäldern“, entgegnete sie nur knapp, da bisher jeder ihre Herkunft sofort erkannt hatte.
Waldlinge unterschieden sich äußerlich kaum von Menschen, aber sie waren kleiner und zierlicher und ihre Gesichtszüge liefen leicht spitz zu. Ein rundes Gesicht fand man unter Waldlingen selten.
„Oh, richtig, du bist ein Waldling. Verzeih, das Licht ist nicht sonderlich gut hier“, entschuldigte sich der Mensch.
„Ist schon in Ordnung“, erwiderte sie nur knapp und musste ihm zustimmen.
Der Raum war hauptsächlich durch das große Kaminfeuer beleuchtet. Hier und da hing eine Laterne über einem oder zwischen den Tischen und so spielten viele Schatten auf den Gesichtern der Gäste.
„Und wo geht die Reise hin, wenn ich fragen darf?“, brach der Andere die Stille zwischen ihnen.
„Ich suche einen Lehrmeister für meine Gabe“, antwortet sie.
„Da wirst du hier kein Glück haben“, kommentierte der Junge und machte wieder eine ausschweifende Geste.
„Ich weiß. Ich brauche dennoch hin und wieder eine Pause vom Wandern“, erwiderte sie leicht schnippisch.
„Das ist verständlich“, entgegnete er nur.
Wieder schwiegen die Beiden und der Wirt brachte die bestellte Suppe und den Tee. Beides war nicht so gut gewürzt, wie bei Yagai, aber man konnte es essen.
„Ich bin übrigens Damian“, stellte der Andere sich vor, als sie fertig war und streckte ihr die Hand entgegen.
„Mina“, erwiderte diese und schlug ein.
„Erzähl mir ein bisschen von deiner Gabe, Mina“, forderte er sie mit einem Lächeln auf.
Mina kam seinem Wunsch nach und erzählte ihm davon und auch er erzählte etwas von sich und sie redeten bis spät in die Nacht. Als der Wirt anfing die Laternen zu löschen, beschlossen sie zu Bett zu gehen und erst jetzt bemerkte Damian, dass sie sich ein Zimmer teilen würden, hatte er doch vorgeschlagen sie zu ihrem zu begleiten. Im Schlafsaal bekam Mina das Bett an der Tür, denn Damian hatte sich bereits das am Fenster genommen. Kaum hatte sie sich hingelegt schlief Mina auch schon ein.
Am nächsten Morgen war Damian bereits gegangen ohne dass er sich verabschiedet hatte, aber damit konnte Mina leben, er hatte schließlich seine eigene Reise zu bewältigen. Kurz nach dem Frühstück kam der Wirt zu ihr und verlangte die Zeche. Mina suchte ihren Geldbeutel in ihrem Rucksack, konnte ihn aber nirgend finden. Immer nervöser werdend hatte sie schon den ganzen Inhalt ihres Rucksacks auf den Tisch verteilt. Er war verschwunden. Hilflos blickte sie den Wirt an.
„Es ist weg! Mein Geld ist weg!“, offenbarte sie ihm geschockt.
Sie hatte nicht viel gehabt und Yagai hatte ihr nur wenig vom Lohn abgegeben, den sie gemeinsam bekommen hatten, aber es hätte gereicht, um mehrere Nächte in Gashäusern zu übernachten, bevor sie sich Arbeit suchen musste.
„Dann heißt das Tellerschrubben für dich. Ohne Bezahlung kommst du hier nicht weg!“, offenbarte der Wirt und Mina blieb nichts anderes übrig, als sich ihrem Schicksal zu ergeben, denn eine Zechprellerin wollte sie nicht sein.
„Wenigstens hat der Bursche bezahlt“, murmelte der Wirt, während er sich langsam vom Tisch entfernte.
Plötzlich dämmerte es Mina.
„Wartet!“, bat sie ihn.
„Könnt Ihr wiederholen, was Ihr gerade gesagt habt?“, fragte sie den Wirt, als sie zu ihm aufgeschlossen hatte.
„Wenigstens hat der Bursche bezahlt?“, wiederholte der Wirt verwirrt.
„Das klingt, als ob Ihr das nicht erwartet hättet“, kommentierte Mina.
„Der Junge sah schon nach einem Taugenichts aus, es hätte mich nicht gewundert, wenn er versucht hätte die Zeche zu prellen“, erklärte der Wirt mit einem Schulterzucken.
„Und heute Morgen konnte er bezahlen? Habt Ihr zufällig den Geldbeutel selbst gesehen?“
Wieder blickte der Wirt sie verdutzt an, aber langsam begriff auch er worauf Mina hinaus wollte.
„Klein, rund, ledern und mit hellen Verzierungsnähten“, beschrieb er und formte mit seinen Händen den Beutel nach.
Eine Wut stieg in Mina auf, die sie bisher nicht gekannt hatte.
„Dieser miese…“, fluchte sie.
Sie fühlte sich verraten und benutzt und nun musste sie für seine Tat büßen. In ihrem Inneren brodelte es und es fühlte sich an als ob sich dieses Brodeln bereits auf den Boden übertrug. Ihr ganzer Körper schüttelte sich und auch der Wirt schien zu wackeln. Sie hörte knarren und quietschen und der Wirt streckte ihr besorgt die Arme entgegen
„Ganz ruhig, Kleines!“, versuchte er sie zu beruhigen.
Verwirrt schaute sie den Wirt an bis sei bemerkte, dass sie in ihrer Wut für ein kleines Erdbeben gesorgt hatte. Erschrocken machte sie einen Satz zurück und blickte sich um. Sie schien keine Schäden verursacht, nur alles ein wenig durchgeschüttelt zu haben.
„So wie ich das sehe, hat er deine Zeche bezahlt“, beschloss der Wirt besänftigend.
Es war klar, dass er sie nicht länger als nötig in seinem Gasthaus haben wollte. Das war Mina nur recht. Nach einem knappen Danke verstaute sie ihre Sachen wieder und machte sich auf den Weg. Diesmal aber nicht auf der Suche nach einem Lehrmeister, sondern nach dem gemeinen Dieb. Irgendwo würde sie schon eine Spur von ihm finden.

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Damian

Es dauerte nicht lange bis Damian die nächste Stadt erreicht hatte. Sie war größer als die vorherige und hatte mehrere Gasthäuser zur Auswahl. Nach genauer Überlegung entschied er sich für das am östlichen Stadtrand, da in dieser Gegend scheinbar die best-betuchtesten Leute abstiegen. Um seine Chancen zu erhöhen mietete er sich in ein Mehrbettzimmer ein. Er nahm sich gleich das Bett am Fenster für den Fall, dass er kurzfristig aus dem Zimmer fliehen musste und studierte den Fensterausweg genau, um im Vorfeld schon zu wissen, wo er lang musste.
Nun saß er im Schankraum, trank gemütlich ein Bier und beobachtete die anderen Gäste. Ein bisschen Beute würde er heute mit Sicherheit machen, auch wenn es schwer war unauffällig von seinem Platz aufzustehen, etwas zu entwenden und wieder dorthin zurückzukehren, denn es war nur noch Platz direkt vor dem Kamin freigewesen. Damian konnte sich denken warum: Es war viel zu warm und der Ruß segelte in kleinen Wolken auf den Tisch. Allerdings hatte man von hier aus auch einen guten Überblick über den Raum und jede Menge Licht im Rücken, dass es schwer machte für andere einen zu erkennen. Für diese Vorteile war es in Ordnung die Hitze zu ertragen.
Er war beim zweiten Bier angelangt als eine zierliche Frau mit einem breiten und hohen Rucksack sich zielstrebig auf seinem Tisch näherte. Aus dem Augenwinkel hatte er sie bereits beobachtet und widmete sich weiterhin seinem Essen, um sie nicht auf ihn aufmerksam zu machen.
„Hallo“, grüßte sie ihn, als sie am Tisch angekommen war.
„Hallo“, erwiderte er verdutzt und schaute von seinem Essen auf.
Sie fragte ihn, ob sie sich zu ihm setzen konnte und er erlaubte es ihr. Gesellschaft konnte sein rastloser Kopf gut vertragen, schließlich schwirrten seine Gedanken noch immer um die Ereignisse mit Chloe. Er hoffte, er konnte sie bald vergessen.
Das Mädchen schien eine gute Ablenkung zu sein. Bereits beim Hereinkommen hatte er sie als Waldling erkannt, stellte aber seine Fragen gekonnt so, als hätte er das nicht und schob es auf das Licht, dass lediglich für sie ungünstig war. Der Waldling bestellte sich etwas zu Essen und zu Trinken und die beiden kamen ins Gespräch. Anscheinend war sie auf der Suche nach einem Lehrmeister und auch wenn er so gut wie nichts über die Stadt wusste, so war ihm doch aufgefallen, dass es hier keinen Magiebegabten geben konnte, dafür war alles zu einfältig und simpel hier.
Nach einer Weile stellte er sich vor, er hatte es satt sie in seinem Kopf immer nur als ‚der Waldling‘ zu betiteln. Sie erwiderte seine Vorstellung und von nun an musste er sich den Namen ‚Mina‘ merken. Sie war ein nettes Mädchen und erzählte ihm viel über ihre Gabe. Zwar hatte er schon ein paar Sachen über Waldlingsmagie gehört, aber so ein Bericht aus erster Hand war doch immer noch etwas anderes als Hörensagen. Damian ließ sie erzählen und dachte sich ein paar Geschichten zu sich selbst aus, natürlich ohne das Entwenden zu erwähnen.
Sie redeten bis spät in die Nacht. Als der Wirt begann die Laterne zu löschen, beschlossen sie dann doch zu Bett zu gehen. Natürlich bot er ihr an sie zu ihrem Zimmer zu geleiten, aber nicht aus Höflichkeit, sondern um sich in der Nacht ihren Rucksack genauer anzuschauen. Der Weg den sie einschlug kam ihm allerdings bekannt vor und als sie vor seiner Zimmertür zum Stehen kamen dämmerte es ihm.
„Du bist auch im Schlafsaal?“
„Ja, dass hätte ich vielleicht sagen soll“, bestätigte sie schüchtern und er konnte leichte Röte in ihren Wangen erkennen.
„Der Wirt hat mir gesagt, dass du der andere Gast bist, der in dem Zimmer schläft und ich wollte dich ein bisschen kennen lernen vorher“, offenbarte sie ihm ehrlich.
Er lachte kurz auf.
„Das hätte ich mir auch denken können“
Sie lachte ebenfalls und mit einem Kopfnicken bedeutete er ihr, dass sie rein gehen sollte. Drinnen sagte er ihr, dass er das Bett am Fenster genommen hatte und fragte, ob das für sie in Ordnung war, sie bestätigte es und sie machten sich bereit für die Nacht. Damian beobachtete genau wo Mina ihre Sachen abstellte und legte sich dann hin um so zu tun, als ob er schlief.
In den frühen Morgenstunden, nachdem er selbst etwas gedöst hatte, machte er sich schließlich daran sich vorsichtig dem Rucksack am Bettende zu nähern. Er musste nicht lange im Inneren suchen, dann fand er auch schon Mina’s gut gefüllten Geldbeutel. Ausnahmsweise würde er wohl keine Probleme haben seine Zeche zu bezahlen. Damian legte sich noch für einen weiteren Moment hin, nachdem er seine Beute verstaut hatte, bevor er sich vorsichtig aus dem Zimmer schlich und sich auf die Weiterreise machte.
Von dem was er von Waldlingen gehört hatte, war es besser nicht in ihrer Nähe zu sein, wenn sie wütend war und das würde sie vermutlich sein, sobald sie feststellte, was er getan hatte.

Hinter den Kulissen

Erneut kommen alle drei Geschichten zusammen und diesmal kreuzen sie sich sogar! 😀
Wollt ihr wissen, ob Mina den miesen Dieb einholen kann, dann schaut hinter dem 15. Türchen nach.
Wollt ihr wissen, was Damian mit dem gestohlenen Geld anstellt, dann seht nach, was euch im 13. Türchen erwartet.
Wollt ihr wissen, ob die alte Frau, auf die Sasha getroffen ist, die ist, die ihr denkt, dass sie es ist, dann huscht schnell zum 14. Türchen. (Ich mag den Satz…)
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

Sasha

Sasha had been on the move for quite some time before he had reached the next human settlement. The castle he had stayed at was one of the first human bastions after the land of the Stonelings. There they were used to take on Stoneling-Warriors that were in search of their test, but they always turned it into quite a spectacle.
He knew that in the years before him several Warriors had lived there at the same time and fought in great battles, but in his generation he had been the only one that had stayed longer. The others had continued soon as they did not want to repeat what their ancestors had done.
Sasha didn’t see it as imitation and had stayed to learn and even if his defeat at the tourney still hurt he did manage to win a good friend from it.
His thoughts drifted towards Georg and Sasha wondered if he had already reached his family. Certainly, he had told him it would only be a two days ride from the place they parted ways and Sasha was already on his own for three days. By now he’d even gotten used to riding. His bottom and his upper thighs still ached a little but Georg had assured him that his muscles would get used to it with more exercise.
Georg had taught him a lot and he hadn’t focused on fighting techniques alone like the teachers at the castle. He also gave him an understanding of customs and conventions of humans and had given Sasha useful tips for handling them. Sasha now felt ready to face more humans and try what he had learned.
Though, they were a long time coming.
On his way he had passed a few desolated farmers, but usually at times when it was inconvenient for him so that he had to spend the night outside. But Georg had given him tips and tricks regarding that as well.
Sasha knew how he could find and make shelter in the mountains, but in the forest or the fields he was hopelessly lost. He wasn’t particularly fond of these masses of green stuff. The few trees they had at home were more than enough for him.
In the distance he saw a high and wide forest rising and his way let him directly towards it. He already felt queasy when he thought of having to find shelter in there. He just didn’t like forests at all.
At nightfall he had crossed into the forest and rode deeper and deeper into it. Sasha peered right and left and tried to find a place at the side of the road to build his night’s lodgings. Suddenly he heard a rustling in the bushes and stopped.
Cautiously he unsheathed his sword from the holder hanging from his saddle and pointed the blade towards the bushes.
“Who goes there? Show yourself!” He demanded in a serious tone.
The leaves rustled again and a bent figure came forth.
“Only an old woman in search for some firewood”, the hag assured and stepped fully onto the road.
Sasha lowered his sword. “Forgive me”
“Nothing happened”, she waved off.
“You look tired”, she noticed.
Sasha nodded subtly. He hadn’t slept too deep these past few nights as he always had an eye open to perceive possible foes.
“What do you think about helping an old woman with her wood and receiving a nice cup of tea, a warm soup and a bed in return?” She suggested right away.
For a moment Sasha considered the offer. He wasn’t really paranoid but he had distinct urge to play things save. Though, the woman did seem sincere so he sheathed his sword again and dismounted.
“Gladly”, he confirmed with a smile.
“Good decision”, the hag commented.
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Mina

After a few days Mina reached a small town. It was late and she was tired so she went to find a place in an inn.
“The cheapest bed is in a dormitory. But there are only mixed ones, no special treatment”, the innkeeper answered her request.
“That’s all right”, Mina returned, even if the thought of sharing a room with a total stranger was a bit unsettling.
Of course Yagai was a stranger too, but she was after all a woman and it was her hut.
“Good. You’ll pay tomorrow together with the rest of your bill. The boy at the fire is the other occupant of the dormitory”, he explained further and pointed towards a young man that said alone at a table.
Mina acknowledged the information with a nod and the innkeeper gave her an old, rusty key and explained where the room was. Mina took both with thanks and walked over to the young man.
“Hello”, she greeted him and he looked up from his meal in confusion.
“Hello“, he retorted puzzled.
“Can I sit with you?” Mina asked politely.
“Sure”, the boy confirmed and waved towards the other side of the bank.
Mina took off her backpack and put it aside as the innkeeper hurried over.
“You haven’t told me what you want to eat and drink”, he pointed out.
“Oh, right”, Mina returned perplexed.
“A tankard of water or tea if you have and a soup would be great”, she ordered.
“Coming right up”, he acknowledged and went off behind his counter.
“You sit in an inn and don’t order anything alcoholic? Impressive…” the other one commented and lifted his tankard took a gulp to prove his point.
“I don’t like alcohol that much and water or tea is better after a long day of wandering”, she explained slightly embarrassed and confused as to why she had to justify her decision.
“Wandering? Where might you be from?” The other asked.
“From the Woodling-Forests”, she simply answered as her origin was usually recognized right away.
Woodlings didn’t look that much different from humans, but they were smaller and dainty and their faces tapered slightly. A round face was rarely seen amongst Woodlings.
“Oh right, you’re a Woodling. Forgive me, the light isn’t the best here”, the human excused himself.
“It’s all right”, she retorted shortly and had to agree.
The room was lightened mostly through the fireplace. Here and there were lanterns above or between the tables and the shadows played on the faces of the customers.
“And where does your journey lead you, if I may ask?” The other finally broke the silence between them.
“I’m looking for a teacher for my gift”, she answered.
“You won’t have any luck here”, the boy commented and made another wave towards the room.
“I know. I still need a break from walking every now and then”, she replied slightly snippy.
“That is understandable”, he simply returned.
Again the two of them were silent and the innkeeper brought the ordered soup and the tea. Neither was as well spiced as it had been at Yagai’s, but it was eatable.
“I’m Damian by the way”, the other one introduced himself when she was finished and held out his hand.
“Mina”, she replied and took it.
“Tell me a bit about your gift, Mina”, he invited Mina with a smile.
Mina followed his wish and told him about it and he too told him some things about himself and they talked until late in the night. When the innkeeper started putting out the lanterns they decided to go to bed and only now Damian noticed that they would share a room, as he had suggested to accompany Mina to hers. In the dormitory Mina got the bed at the door as Damian had already taken the one close to the window. Barely did she lie, did Mina already fell asleep.
The next morning Damian was already gone without saying goodbye, but that was okay for Mina as he had his own ways to follow. Shortly after the breakfast the innkeeper came to her and wanted her to pay her bill. Mina looked for her purse in her backpack but she couldn’t find it anywhere. Getting more and more nervous she had already emptied its content onto the table. It was gone. Helpless she looked at the innkeeper.
“It’s gone! My money is gone!” She revealed shocked.
She hadn’t had much and Yagai had only given her a little of the payment they had earned together, but it was enough to be able to stay in an inn for a couple of nights before she had to look for work.
“That means scrubbing the plates for you. You won’t go anywhere without paying your bills!” The innkeeper told her and Mina didn’t have a choice as to give into her fate, she didn’t want to be a bilk.
“At least the boy paid”, the innkeeper murmured as he slowly moved away from her table.
Suddenly it hit Mina.
“Wait!” She pleaded.
“Could you repeat what you just said?” She asked the innkeeper when she caught up with him.
“At least the boy paid?” The innkeeper repeated irritated.
“That sounds as if you hadn’t expected that”, Mina commented.
“The boy looked like a scallywag, it wouldn’t have surprised me if he had tried bilking”, the innkeeper explained with a shrug of his shoulders.
“And this morning he could pay? Did you by any chance see his purse?”
Again the innkeeper looked at her puzzled, but slowly he grasped what Mina wanted to tell him.
“Small, round, leathern with light ornament stitches”, he described and showed the form of the purse with his hands.
An anger rose within Mina, that she hadn’t known before.
“That rotten…” She cursed.
She felt betrayed and used and just wanted him to pay for what he did. Inside her there was a rumbling and it felt as if it spread towards the floor. Her whole body shook and even the innkeeper seemed to wobble. She heard creaking and squeaking and the innkeeper held out his arms in worry.
“Calm down, kid!” He tried to calm her.
Confused she looked at the innkeeper until she noticed that her anger had caused a minor earthquake. Frightened she jumped back and looked around. It seemed like there weren’t any damages, everything just got a good shaking.
“The way I see it, is your bill payed”, the innkeeper decided appeasing.
It was clear, that he didn’t want to have her around longer than necessary inside his inn. That suited Mina just fine. After a short thanks she put her belongings back and got on her way. This time not in search for a teacher, but after a mean thieve. There had to be a clue somewhere.
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Damian

It didn’t take Damian long until he reached the next town. It was a bit larger than the previous one and had more than one inn to pick from. After thorough consideration he chose the one near the eastern outskirts, as the best-heeled seemed to stay here. To increase his chances he rented into a dormitory. Right away he took the bed closest to the window, in case he had to flee the room on short notice and studied the window-exit closely to know beforehand which way he’d need to take.
Now he sat in the bar room, slowly drank a bear and observed the other patrons. A little loot he’d certainly make today, even if it was difficult to get up from his place unnoticed, pilfer something and get back. Only the place directly in front of the fireplace had been empty and Damian felt like he knew why: It was far too warm and the grime landed in tiny clouds on the table. Though, this way he had a good overview over the whole room and a lot of light coming from behind that made it difficult for others to see him. This advantage was worth enduring the heat.
He was at his second beer when a dainty woman with a wide and high backpack walked directly towards his table. Out of the corner of his eyes he watched her and continued with his meal to not get her attention.
“Hello”, she greeted him when she arrived at his table.
“Hello”, he returned puzzled.
She asked him if she could sit with him and he allowed it. Company would be good for his racing mind, as thoughts of the incident with Chloe still bugged his thoughts. He hoped, he would soon be able to forget her.
The girl seemed to be a good distraction. Already when she arrived he had recognized her as Woodling, but he slickly phrased his questions as if he hadn’t and blamed it on the light that was only a disadvantage to her. The Woodling ordered food and drink and the two of them started talking. She was seemingly on the search for a teacher and even if he didn’t know the town that well, he had noticed that there wouldn’t be any magically apt people around. For this everything was too simple and crude.
After a while he introduced himself as he was tired of calling her ‘The Woodling’ in his mind. She returned his introduction and from now on he had to remember the name ‘Mina’. She was a nice girl and told him a lot about her gift. He had indeed heard a bit about Woodling-Magic but it was always something different to get a first-hand report than simple hearsay. Damian let her do the talking and thought up a few stories about himself, obviously without mentioning the pilfering.
They talked until late at night. When the innkeeper started to put out the lanterns they decided to go to bed. Of course he offered her to escort her to room, but not out of politeness, but to be able to later take a closer look at her backpack. The way they took, however, was quite familiar to him and when they stopped before his room it dawned on him.
“You’re in the dormitory as well?”
“Yes, I guess I should have said something”, she admitted shyly and he could see a red hue on her cheeks.
“The innkeeper told me that you are the other patron that would be sleeping in this room and I just wanted to get to know you a little beforehand”, she revealed to him honestly.
He briefly laughed.
“I should have thought of that myself”
She laughed as well and with a nod motioned for him to get in. Inside he told her that he had chosen the bed at the window and asked if that was all right with her, she confirmed it and they got ready for the night. Damian observed exactly where Mina put all her things and laid down pretending to sleep.
In the early morning hours, after he had dozed off a little himself he carefully made his way over towards the backpack at the end of the bed. He hadn’t looked long when he already found Mina’s well filled purse. For once he would be able to pay his bill. Damian rested for another moment after he had stashed his loot, before he cautiously sneaked out of the room to continue his journey.
From what he knew about Woodlings it would be better not to be nearby when they were angry and that she probably would be, after noticing what he had done.

Behind the Scenes

Again the three stories get together and this time they even cross paths! 😀
Do you want to know if Mina can catch up with the thief, then look behind the 15th door.
Do you want to know what Damian did with the stolen money, then see what awaits you behind the 13th door.
Do you want to know if the old woman Sasha met, is the one, you think she is then hurry towards the 14th door. (This sentence is way more fun in German…)
I hope you enjoy the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #10

Read in English

Sasha

Georg hatte Sasha in den Tagen nach dem Turnier viel beigebracht, vor allem was reiten und den Umgang mit Pferden betraf. Neben Probekämpfen im Lanzenstechen waren sie auch mit den Tieren ausgeritten, sodass Sasha mehr Erfahrung im Geländeritt erhielt. Zwischen den beiden hatte sich schnell eine tiefe Freundschaft entwickelt, was den Abschied nun umso schwerer machte.
Der Burgherr hatte Sasha erlaubt, trotz seiner Niederlage, weiter am Hof zu bleiben, er mochte einfach den Trubel, den die Anwesenheit eines Felslings mit sich brachte. Als Georg sich in seine Heimat aufmachen musste, hatte der Herr Sasha das Pferd geschenkt, das er bisher benutzt hatte, um den anderen Krieger begleiten zu können. Es war eine widerwillige Entscheidung, aber er ließ Sasha ziehen und deckte die beiden mit ausreichend Proviant ein. Die beiden Krieger hatten beschlossen, dass Sasha Georg ein Stück seines Weges begleiten und dann in eine andere Richtung weiterziehen würde. Es war eine Reise von einer guten Woche bis zu Georgs Heimat und Sasha würde am dritten Tag seiner Wege ziehen.
Viel zu schnell kam dieser dritte Tag dann auch und die beiden stiegen an einer Kreuzung von ihren Pferden.
„Jetzt ist es also soweit“, bemerkte Georg und schaute betrübt in die Ferne, in der seine Heimat lag.
„Ja, hier werden sich unsere Wege trennen“, bestätigte Sasha.
„Aber nicht für immer“, legte der andere fest und reichte Sasha seine Hand.
Dieser ergriff sie und zog den anderen in eine feste Umarmung.
„Ich danke dir“, sprach er ihm ins Ohr.
Georg klopfte ihm freundschaftlich auf den Rücken und erwiderte: „Es war mir eine Ehre“ und die beiden lösten sich voneinander.
„Eines Tages werde ich dich in meinem Heim begrüßen und du wirst die köstlichen Speisen meiner Schwester probieren können. Meine Nichten und Neffen werden neidisch sein, wenn ich ihnen erzähle, dass ich die Freundschaft eines Felslings gewinne konnte“
„Ich freue mich auf den Tag, an dem wir uns weidersehen und meine Freundschaft wird auf ewig dein sein, so wie es bei uns Sitte ist“, eröffnete Sasha und lächelte aufrichtig, auch wenn man seine Trauer dennoch in seinen Augen sehen konnte.
„Und dafür danke ich dir. Jetzt mach dich auf, mein Freund und bestehe deine Prüfung!“, forderte Georg ihn mit einem ebensolchen Lächeln auf.
„Das werde ich und ich werde dir Schreiben, wenn es soweit ist und spätestens dann dein Heim besuchen!“, versprach Sasha.
„Ich freue mich darauf eines Tages in einem Turnier gegen dich zu unterliegen“, scherzte Georg und streckte Sasha noch einmal die Hand entgegen, um den Pakt zu besiegeln.
„Es wird kein leichter Sieg werden, aber ich werde mich bemühen“, versprach Sasha auch dies und schlug ein.
„Gute Reise und Lebe wohl, Sasha“
„Lebe wohl, Georg“, verabschiedeten sie sich.
Es war ein schöner Gedanke, dass sie sich eines Tages wiedersehen würden, aber keiner von ihnen wusste wohin ihn seine Wege führen würden. Die Krieger stiegen auf ihre Pferde und winkten einander ein letztes Mal zu, bevor sie die Tiere in unterschiedliche Richtungen lenkten.

Hinter den Kulissen

Mit Sasha’s Geschichte geht es weiter hinter dem 12. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei Türchen 1 und entscheidet euch zwischen Damian und Mina
Und das wars auch schon wieder mit Georg. Lustigerweise habe ich schon eine grobe Idee dafür wie die beiden sich wiederbegegnen, obwohl ich noch nicht mal weiß, wie es mit der Geschichte nach dem 24.12. weitergehen soll…
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Sasha

Georg had taught Sasha a lot in the days after the tourney, especially in terms of riding and the handling of horses. Beside training fights in jousting they took rides so that Sasha gain more experience in cross country riding. A deep friendship soon blossomed between the two of them, which made their goodbye even harder.
The lord of the castle had allowed Sasha to stay in the castle regardless of his loss; he simply liked the hustle and bustle that the presence of the Stoneling brought with him. When Georg had to return to his home, the lord had given Sasha the horse he had been using as a gift, so he could accompany the other warrior. It was a reluctant decision, but he let Sasha leave and gave them the necessary supplies. The two warriors decided that Sasha would accompany Georg for a part of his way and then depart into another direction. It was a journey of about a week to Georg’s home and Sasha would go his ways on the third day.
Far too soon that third day came about and the two of them dismounted at a crossroad.
“The moment has arrived”, Georg remarked and gazed sadly into the distance that held his home.
“Yes, here our ways will part”, Sasha confirmed.
“But not forever”, the other one decided and held his hand out for Sasha.
He took it and pulled him into a tight embrace.
“I thank you”, he said into his ear.
Georg patted his back in friendship and returned: “It was an honour” and the two of them stepped away from each other.
“One day I will welcome you in my home and you will taste my sister’s delicious meals. My nieces and nephews will be envious when I tell them that I managed to win the friendship of a Stoneling”
“I look forward to the day we will meet again and my friendship will forever be yours, as it is our custom”, Sasha disclosed and smiled sincerely, even if you could still see his sadness in his eyes.
“And for that I thank you. Now be on your way my friend and pass your test!” Georg urged him with a similar smile.
“I will and I will write you if it is passed and then at latest I will visit your home!” Sasha promised.
“I look forward to one day being defeated by you in a tourney”, Georg joked and extended his hand towards Sasha once more to seal the pact.
“It won’t be an easy victory, but I will give it my all”, Sasha promised and took the hand.
“Have a save trip and fare well, Sasha”
“Fare well, Georg”, they said their goodbyes.
It was a nice thought that they would one day see each other again, but neither of them knew where their journey would lead them. The warriors got back on their horses and waved each other one last time before they lead their beasts into different directions.

Behind the Scenes

Sasha’s story will continue behind the 12th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Mina and Damian.
And that’s it with Georg’s part already. Strangely enough do I already have a rough idea how the two of them would meet again, even though I do not know how the story will continue after 24.12…
I hope you enjoy the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #7

Read in English

Sasha

Das Turnier war vorüber und die Feier für den Sieger hatte bereits begonnen, aber Sasha konnte sich einfach nicht dazu aufraffen, daran teilzunehmen. Er hatte noch lange darüber nachgedacht, was er falsch gemacht hatte, aber das einzige was ihm einfiel war, dass er zu schwach und unkonzentriert war.
Nachdem der Trubel vor seinem Zelt sich gelegt hatte, war Sasha zu seinem Pferd gegangen. Es war mittlerweile abgesattelt und abgerieben worden, aber die Knappen waren noch nicht dazu gekommen es zu striegeln, geschweige denn es in den Stall zu führen. Sein Pferd und auch ein paar andere standen noch immer angeleint an niedrige Zaunkonstruktionen im Schein einiger Fackeln zwischen den Zelten der Teilnehmer. Er strich dem Tier sanft über den Hals und die Seite und bedankte sich für dessen Geduld und Mühe. Er nahm die Bürste aus dem Putzeimer, der an dem kleinen Zaun hing und begann über das Fell des Tieres zu streichen. Es stellte sich allerdings als schwieriger als erwartet heraus, denn die Knappen hatten sich schnell verzogen nachdem sie ihm zum Zelt gebracht und er sich eingeigelt hatte und das ohne ihm aus der Rüstung zu helfen; mittlerweile hatten sie es sicherlich vergessen.
Seine normale Rüstung konnte Sasha alleine ablegen und sie war auch wesentlich bequemer und hatte mehr Bewegungsfreiheit, aber für das Turnier hatte er sie nicht tragen dürfen um keine Vorteile gegenüber anderen Kriegern zu haben. Mühsam versuchte er die Schnalle, die die Metalplatten zusammenhielt zu erreichen, aber die Platten auf seinen Armen machte es unmöglich sich selbst aus der Rüstung zu befreien.
„Braucht Ihr Hilfe?“, kam eine Stimme von hinter ihm.
Verwundert drehte Sasha sich um und erkannte den Krieger, der ihn vom Pferd gestoßen hatte im Halbdunkel der Fackeln. Noch einen Moment starrte er den andern an, dann nickte er kaum merklich.
„Ich habe Euch auf dem Fest vermisst“, erwähnte er beiläufig, nachdem Sasha sich zur Seite gedreht hatte und begann die Schnallen zu lösen.
„Mir war nicht danach zu feiern“, erwiderte Sasha und versuchte es wie eine nebensächliche Bemerkung klingen zu lassen.
„Warum? Ihr habt gute Kämpfe abgeliefert und es mehr als verdient gefeiert zu werden“, fragte der andere und half Sasha aus dem Brustpanzer, seine Arme waren bereits befreit.
Verwundert betrachtete Sasha den anderen Krieger.
„Ich habe versagt“, bemerkte er lediglich in Unverständnis.
Er verstand nicht warum ein Krieger, der nicht siegreich war, feiern sollte. In einem richtigen Kampf hätte sein Versagen sein Leben kosten können.
„Das ist Euer Grund?“, fragte der andere und lachte auf.
Mit einem Klappern legte er den Brustpanzer auf den Boden.
„Ein Versagen ist kein Grund dafür den Kopf einzuziehen und nicht seine Siege zu feiern. Ihr hattet Spaß und das Volk hatte Spaß Euch zuzusehen, dass es jemanden gab, der besser war als Ihr, wird immer so sein, sonst wäre das Leben langweilig. Seht die Niederlage als Herausforderung besser zu werden und nicht als Grund aufzugeben“, erklärte der andere und klopfte Sasha freundschaftlich auf die Schulter und musste sich ein wenig dafür strecken, da Sasha einen guten Kopf größer war als er.
„Ihr habt gut reden. Ihr habt gewonnen“, protestierte Sasha und wandte sich wieder seinem Pferd zu.
Er nahm die Bürste wieder auf und begann erneut das Tier zu striegeln.
„Dieses Mal vielleicht, aber ich war auch schon oft in Eurer Lage“, offenbarte der andere und Sasha wandte sich erneut zu ihm um.
„In meinem ersten Turnier habe ich wesentlich schlechter abgeschnitten als Ihr“
Ungläubig schaute Sasha den anderen an.
„Jeder fängt mal klein an, dafür sind diese Turniere da. Sie bereiten uns darauf vor, dass es immer jemanden gibt, der besser ist, den es zu bezwingen gilt. Dieses Mal war ich besser als Ihr, beim nächsten Mal kann das schon ganz anders aussehen“
Noch immer schaute Sasha den anderen ungläubig an. Dieser Mann hatte ihn bezwungen und nun war er hergekommen, von seiner eigenen Feier weggegangen und versuchte ihn aufzumuntern.
„Ich bin Georg“, stellte sich der andere nun informell vor und streckte Sasha die Hand entgegen.
Natürlich wusste jeder des anderen Namen, aber dennoch redete man sich unter den Teilnehmern meist höflich an.
„Sasha“, erwiderte er nach einem kurzen Zögern und ergriff Georgs Hand.
„Schön dich kennen zu lernen, Sasha. Wenn du es gestattest würde ich dir gerne ein paar Tricks beibringen, damit du es bei deinem nächsten Turnier leichter hast“, schlug Georg sogleich vor.
„Aber das Fest?“, wollte Sasha verwundert wissen und zog seine Hand zurück.
„Das Fest ist nicht wichtig. Feiern muss hin und wieder sein, aber das hier ist mehr für die Adligen als für uns“, erklärte der andere.
Sasha akzeptierte diese Erklärung mit einem Nicken. Beim Fest am Vortag hatte er sich bereits fehl am Platz gefühlt, vermutlich wäre es dieses Mal nicht anders gewesen.
„Es wäre mir eine Ehre, wenn du mich unterrichten würdest“, akzeptierte Sasha das Angebot und verneigte sich vor Georg.
Georg lachte leicht und richtete Sasha wieder auf.
„Ihr Felslinge seid schon ein seltsames Völkchen“, behauptete er und klopfte Sasha im Spaß auf die Schulter.

Hinter den Kulissen

Mit Sasha’s Geschichte geht es weiter hinter dem 10. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann startet neu bei Türchen 1 und entscheidet euch zwischen Mina und Damian.
In diesem Kapitel hatten wir mal einen kleinen Einblick in Felslings-Psychologie: Ich habe verloren, also bin ich unwürdig.
Gut, dass es da Leute wie Georg gibt, die einem solche Flausen aus dem Kopf treiben.
Falls es jemanden interessiert: Georg(e) ist einen von den Namen, die ich in Geschichten gefühlt irgendwie häufig nutze, dabei finde ich den Namen gar nicht so besonders, aber einige Charaktere fühlen sich halt wie Georgs an…
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Sasha

The tourney was over and the feast for the victor had begun, but Sasha just couldn’t bring himself to participate. He had long thought about what he had done wrong, but the only thing he could think of was that he had been to weak and had lacked concentration.
After the hustle and bustle in front of his tent was gone Sasha went to his horse. By now it was unsaddled and rubbed off, but the squires hadn’t managed to groom it, let alone bring it to the stables. His horse and a few others still stood leashed to a low fence construction between the participant’s tents below the light of a few torches. He stroked the beast’s neck gently and thanked it for its patience and effort. He took the brush out of the cleaning bucket that hung at the low fence and started stroking the fur of the beast. Though it was harder than he had expected as the squires had left in a hurry after they had brought him to the tent and he had curled up and that without helping him out of his armour; by now they had probably forgotten about it.
His usual armour was easy for Sasha to remove on his own and it was far more comfortable and he had a lot more mobility in it, but for the tourney he hadn’t been allowed to wear it to not have an advantage. Tediously he tried to reach the buckle that held the metal plates together, but the plates on his arms made it impossible for him to free himself from his own armour.
“Do you need help?” A voice asked from behind him.
Surprised Sasha turned around and recognized the warrior that had shoved him off his horse in the crepuscule of the torches. A moment longer he stared at the other before he nodded faintly.
“I missed you at the feast”, he mentioned casually after Sasha had turned to the side and started loosening the buckles.
“I didn’t feel like celebrating”, Sasha returned and tried to make it sound like a negligible statement.
“Why? You fought well and have more than earned it to be celebrated”, the other asked and helped Sasha out of his breast plate, his arms already freed.
Puzzled Sasha looked at the other warrior.
“I failed”, he simply said lacking understanding.
He didn’t understand why a Warrior, who hadn’t been victorious, should celebrate. In a real fight his failure could have cost his life.
“That is your reason?” The other asked and laughed.
With a clatter he put the breast plate on the ground.
“Failure is not a reason to duck one’s head and not celebrate the victories. You had fun and the crowd had fun watching you, that there was someone who was better than you, will always be the case, otherwise life would be boring. See your failure as challenge to become better and not as a reason to give up”, he explained and gave Sasha a friendly pat on the shoulder and had to stretch a bit to do so, as Sasha was a head taller than him.
“You can talk. You won”, Sasha protested and turned his attention back to his horse.
He picked the brush up and started grooming the beast again.
“This time maybe, but I was often enough in your position”, the other revealed and Sasha turned back around again.
“In my first tourney I did far more poorly than you”
Sasha looked at him in disbelieve.
“Everyone starts small and that’s what tourneys are for. They prepare you for the times when someone is better than you, whom you have to take down. This time I was better than you, next time it might look completely different”
Sasha still looked at him in disbelieve. The man had defeated him and now he had come here, went away from his own feast and tried to encourage him.
“I’m Georg”, he now introduced himself informally and reached his hand out towards Sasha.
Of course either of them new the others name, but amongst the participants they still used the formal ways to address each other.
“Sasha”, he returned after short hesitation and took Georg’s hand.
“Nice to meet you, Sasha. If you allow me I would like to teach you some tricks, so your next tourney will be easier for you”, Georg suggested right away.
“But the feast?” Sasha asked bewildered and pulled his hand away.
“The feast isn’t important. A celebration is necessary every now and again, but this one is more for the nobles than us”, he explained.
Sasha accepted this explanation with a nod. At the feast the day before he had already felt out of place, it probably wouldn’t have been any different this time.
“It would be an honour if you taught me”, Sasha accepted the offer and bowed before Georg.
Georg laughed and straightened Sasha.
“You Stonelings are a curious folk”, he claimed and patted Sasha’s shoulder in jest.

Behind the Scenes

Sasha’s story will continue behind the 10th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime, go back to the 1st door and choose between Damian and Mina.
In this Chapter we take a small peek into Stoneling-Psychology: I lost, therefore I’m unworthy.
Good that there are people like Georg that drive such nonsense out of one’s mind.
If anyone is interested: Georg(e) is one of those names, that I somehow use quite often in stories, even though I don’t really like it, but some Characters just feel like Georg’s…
I hope you enjoy the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #4

Read in English

Sasha

Das Turnier hatte gut für Sasha begonnen.
Am ersten Tag wurde der Wettstreit mit dem Schwert ausgetragen und das war eine seiner stärksten Disziplinen und so war es nicht verwunderlich, dass er einen Gegner nach dem anderen aus dem Rennen schickte. Einige Male war der Kampf knapp ausgegangen, aber er hatte immer wieder die Oberhand gewinnen können. Bei einem Kampf hatte sein Gegner es geschafft ihm das stumpfe Schwert aus der Hand zu schlagen. Es flog ein gutes Stück und blieb wackelnd auf dem Boden liegen. Als sein Gegner gerade dabei war zum finalen Schlag auszuholen, rollte Sasha sich zur Seite, riss sein Schwert hoch über seine Körper und nutzte seinen Schwung um den andere zu Boden zu werfen. Als Zeichen seines Sieges hielt Sasha seinem Gegner die Klinge an den Hals und stieß dessen Schwert mit dem Fuß davon. Die Menge tobte und feierte ihn, aber er nahm das nur gedämpft wahr, denn sein Herz schlug wild in seiner Brust und sein Blut dröhnte in seinen Ohren.
Einen Kampf nach dem anderen gelangte er weiter und weiter an die Spitze der Kämpfer und gehörte bald schon zu den Teilnehmern des Finales, das zu Pferd im Lanzenstechen ausgetragen werden sollte.
Sasha ging nervös in seinem Zelt auf und ab. Als Felsling hatte er kaum Bezug zu Pferden. Für den Transport im Gebirge hatten sie Mulis, Esel oder Stiere, aber selten Pferde, denn diese waren nicht für die steinigen und zerklüfteten Wege geeignet. Außerdem wurden die Tiere nur im Notfall geritten und in der Ausbildung lernte man es meist gar nicht erst. Sasha hatte also hier das erste Mal auf einem Pferd gesessen. Die anderen Krieger meinten, er wäre ein Naturtalent, aber er fühlte sich mehr als unwohl auf dem Rücken eines der Tiere. Am Vorabend des Turniers hatte er noch einmal mit seinem Pferd trainiert und er wusste, dass das Tier seine Nervosität in sich aufgenommen hatte, auch wenn es zu versuchen schien ihn zu beruhigen.
„Herr, Ihr seid der Nächste“, berichtete ein Knappe.
Sasha bestätigte die Information mit einem Nicken und folgte ihm dann nach draußen, aber nicht ohne noch einmal über das Wappen auf seinem Wappenrock zu streichen um sich so ein wenig Mut und Ruhe zu verschaffen. Bevor er sein Pferd bestieg strich er auch ihm über den Hals.
„Wir schaffen das“, versuchte er sich selbst und dem Tier einzureden, dann führte er es am Zügel auf den Turnierplatz und stieg auf.
Ein Knappe reichte ihm einen Helm und nachdem er ein letztes Mal durchgeatmet hatte, setzte er ihn auf. Die Lanze wurde ihm als nächstes gereicht und sogleich machte er sich auf zum Anfang des Kampffeldes. Ein hölzernes Gitter trennte die Reitbahnen und sein Gegner sandte ihm einen letzten Gruß, bevor er sein Visier schloss. Sasha tat es ihm gleich und beide warteten gespannt auf das Startsignal. Die Fanfaren ertönten und die Reiter spornten ihre Pferde an und senkten ihre Lanzen, um den anderen vom Pferd zu stoßen. Sasha befürchtete gleich im ersten Kampf zu fallen, aber er hatte seinen Gegner überschätzt. Während Sasha’s Stoß den anderen am Brustkorb traf und aus dem Gleichgewicht brachte, traf der andere ihn lediglich an der Schulter. Sasha konnte sich schnell wieder fangen, während der andere im Regen der Lanzensplitter zu Boden ging. Einen Moment lang konnte Sasha nicht begreifen, was gerade geschehen war, umso größer war seine Freude, als die Menge anfing zu jubeln und der Gedanke sich festsetzte. Er hatte gewonnen! Er war nicht im ersten Kampf vom Pferd gefallen!
Erfüllt von diesem Sieg kämpfte er sich durch weitere Gegner. Er kam gut voran, doch dann kreuzte sich sein Weg mit einem der Krieger, die ihm diese Art zu kämpfen beigebracht hatte. Es war nicht einfach, aber im dritten Versuch gelang es Sasha den anderen vom Pferd zu stoßen. Doch sein nächster Gegner wartete bereits auf ihn.
Der Krieger kam von außerhalb und war einer der anderen Favoriten. In den ersten zwei Runden konnten sich beide gerade noch auf den Pferden halten.
Der letzte Stoß war hart gegen Sasha‘s Brust geprallt und er hing nur mehr schlecht als recht auf seinem Reittier.
Mühsam hievte er sich hoch und nahm die neue Lanze entgegen, um in die nächste Runde zu reiten.
Seine Hand zitterte und mit ihr die Waffe, aber er wollte nicht aufgeben, nicht so kurz vorm Ziel.
Aber all seine Entschlossenheit nützte nichts.
Der Stoß seines Gegners erwischte ihn heftig mitten in die Brust.
Der Aufprall ließ ihn die Zügel loslassen und er verlor den Halt.
Die Menge hielt den Atem an als er hilflos, wie eine Schildkröte auf ihrem Panzer, auf dem Boden lag, die kaputte Lanze ein paar Schritte neben ihm. Sein Pferd stampfte vor ihm unruhig auf den staubigen Boden.
Er hatte versagt.
Hektisch kamen Knappen auf ihn zu und halfen ihm hoch, während das Volk seine Stimme wiedergefunden hatte und den Sieger bejubelte. Sasha wurde zu seinem Zelt geführt und ließ sich auf einen der Stühle fallen.
Er hatte versagt.
Er hatte Schande über sein Volk gebracht.
In Scham vergrub er das Gesicht hinter den Händen als Tränen sich ihren Weg aus seinen Augen bahnten.

Hinter den Kulissen

Ihr habt euch also dafür entschieden Sasha’s Geschichte zu folgen, bei ihm geht es weiter im 7. Türchen.

Wenn ihr in der Zwischenzeit bei den anderen vorbei schauen möchtet, dann versteckt sich Mina hinter dem 2. und 5. Türchen und Damian hinter dem 3. und 6. Türchen.
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte bisher.
Da ich euch nicht mit Regel-Erklärungen langweilen wollte und vieles schon durch Filme und Serien bekannt ist (BBC Merlin z.B.), habe ich mich dafür entschieden nur das wichtigstes vom Turnier zu erzählen. Wer trotzdem was dazu wissen möchte, darf sich gerne bei mir melden. 🙂
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Sasha

The tourney had started well for Sasha.
On the first day the contest was held in swordplay and that was one of his strongest disciplines and it therefore wasn’t surprising that he removed one opponent after the other from the competition. A couple of times it’s been really close, but he still managed to regain the upper hand. In one fight, one of his opponents managed to knock his dull sword out of his hand. It flew a few paces and landed wiggling on the ground. When his opponent was just striking out for the final hit Sasha rolled to the side, hoicked his sword high above his body and used his momentum to push the other to the ground. As sign of his victory Sasha put the blade at his opponent’s throat and kicked his sword away. The crowd went wild and celebrated him, but he only dully registered it, due to his heart beating wildly in his chest and his blood booming in his ears.
One fight after the other he continued higher and higher towards top of the fighters and he soon belonged to the participants of the finale, which would be carried out on horseback in a joust.
Sasha nervously walked his tent up and down. As Stoneling he barely had any connection to horses. For transport in the mountains they used mules, donkeys or bulls, rarely horses as they weren’t suited for the stony and cliffy paths. Additionally did they only ride the beasts in emergencies and in their training they rarely even learned it. During his stay here Sasha had therefore sat on a horse for the very first time. The other warriors commented that he was a natural, but he felt more than queasy on the back of one of the beasts. On the eve of the tourney he had trained once more with his horse and he knew that the beast had absorbed his nervousness, even if it seemed that it tried to calm him down.
“Master, you’re the next”, one of the squires told him.
Sasha acknowledged the information with a nod and followed him outside, but not without running his fingers across the coat of arms on his surcoat once more to gain some courage and calmness from it. Before he mounted his horse he also stroked its neck.
“We can do this”, he tried convincing himself and the beast, then he lead it by the reins to the tourney field and mounted it.
A squire gave him a helmet and after taking one last deep breath, he put it on. Next a lance was given to him and at once he went on to the beginning of the battlefield. A wooden fence parted the two riding lanes and his opponent send him a last greeting before he closed his visor. Sasha did the same and waited tensely for the starting signal. The fanfares rang out and the riders spurred their horses and lowered their lances to push the other one from their horse. Sasha feared he’d fall right in his first battle, but he had overestimated his opponent. While Sasha’s thrust caught the other one in the chest and made him lose his balance, did he in turn only receive a blow against his shoulder. Sasha was able to catch himself swiftly, while the other one fell down in a flurry of lance splints. For a moment Sasha could not conceive what had just happened, all the greater was his joy when the crowd started cheering and the thought fastened. He had won! He didn’t fall from his horse in the first match!
Spurred from his victory he fought through several more opponents. He made good way but then his paths crossed with one of the warriors that had taught him about this way of fighting. It wasn’t easy but in the third try Sasha managed to unhorse him. But his next opponent already waited for him.
The warrior had come from outside of town and was one of the other favourites. In the first two rounds both of them barely managed to stay on their horses.
The last thrust went hard against Sasha’s chest and he hung more than he sat on his mount.
With a lot of effort he lifted himself up and accepted the lance to ride into the next round.
His hand shook and with it the weapon, but he didn’t want to give up, not this close to the finish.
But all his resolution was for naught.
The thrust of his opponent hit him hard in the middle of his chest.
The impact made him drop the reins and lose his balance.
The crowd held their breath as he laid on the ground, helpless like a turtle on its shell; the broken lance a few steps away from him. His horse stomped impatiently on the dusty ground before him.
He had failed.
Fast the squires came to him and helped him up, as the crowd had found their voices again and cheered for the winner. Sasha was led to his tent and dropped down onto one of the chairs.
He had failed.
He had disgraced his people.
In shame he covered his face with his hands as tears made their way from his eyes.

Behind the Scenes

So you decided to follow Sasha’s story, this one will continue behind the 7th door.
If you want to see what the others are doing in the meantime can you find Mina behind the 2nd and 5th door and Damian behind the 3rd and 6th door.
As I did not want to bore you with rule-explanations and a lot is known through movies and series (like BBC Merlin), did I decide to only tell you the most important stuff of the tourney. Feel free to ask if you want to know more. 🙂
I hope you like the story so far.
See you tomorrow,
PoiSonPaiNter
© For the story by me. Do not use or repost either without my permission.

Advent Calendar: Door/Türchen #1

Read in English

Mina

Gestern hatte es ein großes Fest gegeben auf dem alle Bewohner des Dorfes zusammengekommen waren um sich von Mina zu verabschieden.
Es wurde gegessen, gesungen, getanzt und vor allem viel gelacht. Es war einfach ein wundervoller Abend gewesen und kein Vergleich zu der betrübten Stimmung, die jetzt über dem Dorf hing.
Viele Tränen flossen und besonders Mina’s Mutter fiel es schwer ihr kleines Mädchen ziehen zu lassen, aber sie musste es tun.
Von klein auf hatten sie diesen Tag gefürchtet. Mina hatte eine Gabe, die niemand sonst im Dorf hatte und um sie besser zu verstehen und vor allem zu erlernen musste sie ausziehen und einen Lehrmeister finden.
So war es immer gewesen und so würde es immer sein.
Waldlinge mit einer Gabe waren hoch angesehen, aber oft auch gefürchtet, aber vor Mina fürchtete sich niemand.
Sie war ein liebes Kind gewesen und wenn sie unbewusst ihre Gabe eingesetzt hatte, dann sind Blumen erblüht, wenn sie sich freute oder verwelkt, wenn sie schmollte. Mittlerweile hatte sie so viel Kontrolle, dass sie Blumen bewusst wachsen lassen konnte, aber das war auch alles was sie über ihre Gabe wusste und deswegen brauchte sie einen Lehrmeister.
In Dörfern, so wie ihrem, konnte sie allerdings niemand unterrichten. Die, die es konnten lebten entweder in den großen Städten als Hofmagier oder Berater oder Wissenschaftler. Meist nahmen sie auch nur wenige und nur gut betuchte Lehrlinge auf.
Mina machte sich keine großen Hoffnungen, dass einer von den Großen sie in die Lehre nehmen würde, schließlich kam sie aus einem kleinen, ärmlichen Dorf.
Dennoch wollte sie ihr Glück versuchen und einen Lehrmeister finden, der ihr beibrachte ihre Gabe zu beherrschen.
Sie freute sich bereits auf die Erfahrungen, die sie auf ihrer Reise sammeln und auf die Leute, denen sie dabei begegnen würde, dennoch war es jetzt schmerzhaft von all ihren geliebten Freunden Abschied zu nehmen.
Eigentlich wollte sie stark sein, aber als sie die Tränen ihrer Mutter sah wurden auch ihre Augen feucht.
Es half nichts.
Weinend lagen die beiden Frauen sich in den Armen.
„Pass auf dich auf meine Kleine“, schluchzte Mina’s Mutter und drückte ihre Tochter fest an sich.
„Du auch, Mutter. Wenn ich zurück komme erzähle ich dir alles von meiner Reise und meinen Erlebnissen und wenn ich es schaffe, schicke ich Nachrichten, versprochen“, versicherte Mina ihr und drückte sie ebenso fest.
Ihre Mutter war es, die die Umarmung löste. Eine ihrer Hände ruhte noch immer auf dem Arm ihrer Tochter, aber sie war einen Schritt zurück gegangen und wischte sich mit einem alten Leinentuch über die Augen.
„Jetzt mach dich auf, bevor ich mich umentscheide und dich nicht gehen lasse!“, forderte sie Mina neckend auf.
Mina grinste und umarmte ihre Mutter ein letztes Mal.
„Bis dann, Mama“, flüsterte sie und nutzte einen Kosenamen, den sie zuletzt als kleines Kind benutzt hatte.
„Bis dann, mein Schatz“, erwiderte ihre Mutter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Endlich löste sich Mina von ihr und ging schnurstracks zum Eingang des Dorfes. Hin und wieder drehte sie sich um, um noch einmal kurz zu winken, aber nie lange genug um stehen zu bleiben.
Das Dorf war von einem Holzzaun umgeben, der sich in den vier Himmelsrichtungen jeweils zu einem Torbogen öffnete. Wobei dieser nicht halbrund war, sondern aus einem Balken, der auf zwei stehenden Säulen lag, bestand. Sie nannten es dennoch Bogen, warum wusste Mina nicht, fragte sich aber, warum sie sich jetzt gerade darüber Gedanken machte.
Kopf schüttelnd blieb sie vor dem Tor stehen.
Noch ein Schritt und ihre Reise würde beginnen.
Sie blickte noch einmal nach hinten und suchte den Blick ihrer Mutter unter den Männern, Frauen und Kindern des Dorfes. Schließlich fand sie sie stolz lächelnd und mit dem Tuch in der Hand winkend. Mina erwiderte den Gruß und drehte sich um.
Noch einmal atmete sie tief durch, dann Schritt sie durch das Tor und die Jubelschreie begannen.
„Gute Reise!“ „Alles Gute!“ „Komm gut wieder!“ hallte es hinter ihr, aber sie wagte es nicht, sich noch einmal umzudrehen und ging stur geradeaus.
Tränen liefen ihr in Strömen über die Wange und die winkende Hand zitterte.
Nun gab es kein Zurück mehr.
Sie war auf dem Weg und würde einen Lehrmeister finden.
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Sasha

Die Burg thronte hoch über Sasha als er durch das Haupttor auf die Brücke schritt, die sie mit dem Rest der Stadt verband.
Er hatte die vergangenen Wochen an diesem Ort verbracht, um im menschlichen Heer neue Kniffe zu lernen. Der hiesige Herrscher hatte ihn gern aufgenommen, denn Felslinge waren weithin als begabte Kämpfer bekannt.
Jeder Felsling musste in seinem Leben eine Prüfung absolvieren, für die er sich auf eine Reise begeben und verschiedene Aufgaben für verschiedene Leute erfüllen musste, bis er unter ihnen die eine Prüfung fand, die ihn in den Stand der Erwachsenen erhob. Jedoch legte jeder Krieger seine Aufgaben selbst fest und damit gaben sich einige mit geringen Botengängen zufrieden, während andere sich Kämpfen oder Armeen anschlossen, um in der Schlacht Ruhm und Ehre zu erlangen. Sasha war ehrgeizig und wollte eine große Prüfung für sich finden, hatte bisher aber kein Glück dabei. Auch die Anstellung in diesem Schloss hatte ihm da nicht sonderlich geholfen.
Er hatte ein paar neue Fähigkeiten im Schwertkampf, aber auch für den Nahkampf und andere Waffen gelernt und somit brachte ihn der Aufenthalt hier als Krieger voran, aber um seine Prüfung zu bestehen, fühlte er sich hier fehl am Platz.
Am kommenden Tag fand ein großes Turnier statt und er hatte sich dafür angemeldet. Er sah es nicht als seine Prüfung, sein Können hier unter Beweis zu stellen, dennoch wollte er natürlich gewinnen und galt auch als Favorit.
Für dieses Turnier musste er sich nun aus der Stadt einen Banner abholen, den er extra hatte anfertigen lassen, denn jeder Teilnehmer musste einen solchen aufweisen, der seinen Stand und seine Herkunft aufzeigte.
Felslinge hatten solche Sachen nicht, aber er hatte einfach das Wappen seines Dorfes etwas abgewandelt, um für sich passend zu sein.
Er hätte auch einen Knappe schicken können, aber Sasha genoss es durch die Straßen zu ziehen und die Leute, denen er begegnete, zu beobachten. Als Felsling wurde er oft von weitem bereits erkannt, da er größer war als die meisten Menschen. Einige schauten ehrfurchtsvoll zu ihm hinauf, andere versteckten sich vor ihm. Es hatte sich mittlerweile herumgesprochen, dass er am Hof war, trotzdem war es noch immer ungewöhnlich, wenn er durch die Stadt ging und tatsächlich gesehen wurde. An manchen Tagen kümmerte es ihn, wenn sie ihn anstarrten, aber heute war es ihm egal. In Gedanken war er bereits beim Turnier und überlegte sich, wie er gut darin abschneiden konnte. Für die meisten der anderen Krieger am Hof war klar, dass er den Sieg davontragen würde; Sasha war sich da nicht so sicher. In einigen Disziplinen hatten die anderen einfach mehr Erfahrung als er und da würde ihm auch sein natürliches Talent für den Kampf nicht weiterhelfen. Er hatte beschlossen noch etwas zu trainieren wenn er zurückkehrte, aber nicht zu viel, um nicht völlig erschöpft in das Turnier zu starten.
Endlich kam er beim Tuchmacher an, der gerade ein paar junge Frauen beim Stoffkauf, aus der Auslage vor seinem Laden, beriet. Die Frauen schenkten ihm ein verführerisches Lächeln, Sasha hingegen erwiderte zögerlich ein Lächeln aus Höflichkeit. Für ihn war es schwer mit Menschen zu interagieren, wenn sie auf diese Weise an ihn herantraten. Er hatte an solchen Sachen kein Interesse und es war immer schwer, das einem anderen verständlich zu machen, besonders denen, für die seine Schüchternheit ihn nur noch attraktiver machte. Vor Avancen dieser beiden Damen wurde er jedoch bewahrt, als der Tuchmacher ihn bemerkte.
„Ah! Da seid Ihr ja!“, begrüßte er ihn erfreut und ergriff Sasha‘s Hand um sie zu schütteln.
Sogleich danach fasste er Sasha an die Schulter und schob ihn in den Laden. Der Tuchmacher ließ Sasha vor dem Tresen stehen und eilte an dem großen Holztisch vorbei ins Lager. Der Krieger hatte nur einen kurzen Moment sich umzusehen, bevor der Andere auch schon wieder mit den Armen voller Stoff zurückkehrte.
„Da wären wir“, verkündete er strahlend und breitete alles fein säuberlich aus.
Auf dem Tresen lagen nun neben dem Banner auch ein Wappenrock und ein Umhang.
„Ich hatte nur den Banner bestellt“, bemerkte Sasha und sah den Tuchmacher eindringlich an.
„Und auch nur den sollt Ihr bezahlen! Ich kann doch nicht den zukünftigen Champion ohne Wappenrock und Umhang antreten lassen!“, brüskierte sich der Tuchmacher.
„Habt dank, aber ich befürchte Ihr setzt auf den falschen Krieger“, versuchte Sasha das Kompliment abzuwehren.
„Seid nicht so bescheiden! Wort von Eurem Können hat mich längst erreicht! Und jetzt probiert es an, ich will sehen, wie es passt!“, drängte er.
Da er nicht weiter mit dem Mann streiten wollte, tat Sasha worum er gebeten wurde. Der Stoff saß perfekt über der Turnier-Rüstung, die er extra angezogen hatte, um sich daran zu gewöhnen und der Tuchmacher war begeistert von seiner Arbeit. Er zupfte hier und dort den Stoff zurecht und schob Sasha anschließend vor einen der Spiegel. Sasha war sprachlos. Er fühlte sich wie einer der Ritter, mit denen er trainiert hatte.
Auf seiner Brust prangte Ferron, der höchste Berg der Gebirgskette, die er seine Heimat nannte, mit feinen Nähten auf den Rumpf des Berges war das Zeichen der Felslinge gestickt. Ebenso fein waren die Sonnenstrahlen, die er für sich haben wollte, die hinter dem Berg hervortraten. Der Sonnenaufgang hinter Ferron war einer seiner liebsten Anblicke. Vorsichtig strich er über das Stickmuster und verspürte einen Stich Heimweh.
„Ich danke Euch. Das ist einfach unbeschreiblich“, erklärte er dem Tuchmacher mit erstickter Stimme.
Dieser grinste noch breiter.
„Dann kann das Turnier ja kommen“, bestätigte er und klopfte Sasha auf die Schulter.
‚Ja, jetzt kann das Turnier kommen‘, dachte auch Sasha und ein Grinsen breitete sich in seinem Gesicht aus.
Seine Angst zu versagen war wie verflogen beim Anblick seiner Heimat auf dem Wappenrock. Er fühlte sich, als könnte er so alles schaffen.
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Damian

„Verschwinde du Taugenichts!“, schrie der Wirt ihn an.
Der Mann hatte Damian ohne Vorwarnung fest im Nacken gepackt, zur Tür geschliffen und ohne dass er sich wehren konnte im Nu hinaus befördert. Benommen saß Damian auf dem harten Backsteinboden und versuchte zusammenzubekommen, was eigentlich geschehen war, als er ihm auch schon seinen armseligen Rucksack und diese Worte entgegenwarf.
Vor ein paar Tagen hatte er sich in das Wirtshaus eingemietet, leider war ihm der Wirt schnell auf die Schliche gekommen und hatte gemerkt, dass er die Zeche nicht bezahlen konnte. Daraufhin hatte er ihn gezwungen seine Schulden abzuarbeiten.
Erst musste er Böden schrubben, anschließend Töpfe und Pfannen und alles unter Aufsicht des Wirts oder einem seiner Knechte, damit er ja nicht auf die Idee kam abzuhauen.
Sie waren nicht gerade freundlich zu ihm, aber er war nichts anderes gewohnt, war er doch schon mehrfach in diese Situation gekommen.
Es war nicht so, dass er gar kein Geld hatte, aber meist lebte er dennoch über seinem Stand und versuchte sich mit kleineren Gaunereien etwas zusätzlich zu verdienen.
Normale Arbeiten waren meist nicht so sein Fall, da er zum Teil ziemlich ungeschickt war. Was aber meist daran lag, dass sein Kopf weit weg war und sich über seine Reise Gedanken machte oder darüber, wie er aus einer Situation wieder herauskam.
So geschah es dann auch, dass er während er zum Geschirrspülen eingeteilt war, den einen oder anderen Teller hatte fallen lassen, der dann auf dem Boden zerschellte. Nach dem fünften Teller hatte der Knecht ihn von der Spüle weggezogen und zum Wirt gebracht. Diesem hatte es dann gereicht und er hat ihm eine Backpfeife nach der anderen verpasst, während sein Knecht Damian’s Rucksack holen gegangen ist.
Mit angeschwollenen Wangen wurde er dann auf die Straße gestoßen.
Und da saß er nun benommen und mit verstreuten Habseligkeiten.
Ein weiteres „Verschwinde“ und „Du vergraulst mir die Kundschaft, mach, dass du weg kommst!“ kam von der Tür zu ihm herüber.
Kräftig schüttelte Damian den Kopf und machte sich daran seinen kleinen Besitz wieder in den alten Rucksack zu stopfen. Es dauerte nicht lange und er konnte ihn sich über die Schultern werfen.
Etwas drückte ihn in den Rücken, aber das versuchte er vorerst zu ignorieren, da er einfach nur weg wollte von hier, bevor der Wirt sich entschied seine Wut weiter an seinem Gesicht auszulassen.
Mit einem Seufzen ging er voran. Eigentlich hatte er gehofft noch ein wenig hier bleiben zu können, aber wie es Aussah, musste er weiter ziehen, da es hier nur dieses eine Wirtshaus gab und seine Tat vermutlich bereits durchs ganze Dorf gewandert war.
Vielleicht hatte die nächste Stadt ja mehr für ihn zu bieten.

Hinter den Kulissen

Da sind sie nun, die ersten drei Kapitel der Fortsetzungsgeschichte „Trinity“ (Trinität im Deutschen, was aber nicht ganz so nett klingt). Wie im Prequel schon beschrieben könnt ihr euch nun entscheiden, welchem Charakter ihr weiter folgen möchtet.
Möchtet ihr dem Waldlings-Mädchen Mina folgen, dann schaut im 2. Türchen vorbei.
Möchtet ihr wissen, ob Damian ein neues Gasthaus findet, dann schaut im 3. Türchen nach.
Möchtet ihr erfahren, wie sich der Felsling Sasha im Turnier schlägt, dann müsst ihr leider bis zum 4. Türchen warten.
Ich hoffe euch gefällt ihre Geschichte bisher.
Bis Morgen,
PoiSonPaiNter
© Für Geschichte und Charaktere liegen bei mir. Verwendung oder Weitergabe nicht ohne meine Zustimmung.
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Lies auf Deutsch

Mina

Yesterday there had been a huge feast, where all the people from the village came together to say their goodbyes to Mina.
There was eating, singing, dancing and most of all a lot of laughter. It had been a wonderful evening and not comparable to the sad atmosphere that now hung over the village.
Many tears were shed and it was especially hard for Mina’s mother to let her little girl go, but she had to.
Since she was little they had dreaded this day. Mina had a gift that no one else in the village had and to better understand it and especially learn to use it, she had to set forth to find a teacher.
This was how it has always been und this was how it always should be.
Woodlings with a gift very highly respected, but often also feared, but no one was afraid of Mina.
She had been a lovely child and if she had unintentionally used her gift then she had caused flowers to bloom when she was happy or to wilt when she was sad. By now she had enough control to let the flowers grow intentionally, but that was about everything she knew about her gift and that was why she needed a teacher.
In villages like hers, there was no one to teach her. Those who could usually lived in the larger cities as court sorcerers or advisors or scholars. If they took in any apprentices they only took a few and mostly the well-heeled.
Mina did not have high hopes that one of the grand ones would take her under his wings, she was only from a small, poor village after all.
Still, she wanted to try her luck and find a teacher that would show her how to control her gift.
She was excited about the experiences that she would have during her journey and the people she would meet along the way, but it was still hurtful to say farewell to her beloved friends.
In her mind she wanted to be strong, but when she saw her mother’s tears her eyes moistened up as well.
It was to no avail.
The two women cried holding each other in their arms.
“Take care my little one”, Mina’s mother sobbed and hugged her daughter close to her.
“You too, mother. When I get back I’ll tell you everything about my journey and my experiences and if I manage it, I’ll send you letters, I promise”, Mina assured her and hugged her just as tightly.
Her mother was the one that broke the embrace. One of her hands still resting on her daughter’s arm, but she stepped aside and wiped her eyes with an old linen cloth.
“Now off you go, before I change my mind and won’t let you leave!” She demanded teasingly from Mina.
Mina grinned and hugged her mother one last time.
“See you, Mama”, she whispered the nickname, she had last used when she was a little child.
“See you, my love”, her mother replied and kissed her on the forehead.
Finally Mina let go of her and went straightaway to the entrance of the village. Every now and again she turned around to wave once more, but never long enough to stand still.
The village was enclosed by a wooden fence that opened up into four archways in every point of the compass. Though the openings weren’t half-round, but consisted of a joist lying on two standing pillars. They still called it an archway, why Mina did not know, still she wondered why she was thinking about this now.
Shaking her head she stopped before the gate.
One more step and her journey would begin.
Once more she looked back and searched for her mother’s eyes amongst the men, women and children of the village. Finally she found her smiling proudly and waving with the cloth in her hand. Mina returned the gesture and turned around.
Once more she took a deep breath, then she stepped through the gate and the cries of rejoicing started.
“Have a good journey!” “All the best!” “Get back save!“, echoed behind her, but she did not dare to turn around again and stubbornly went on.
Tears streamed down her cheeks and her waving hand trembled.
There was no going back any more.
She was on her way and she would find a teacher.
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Sasha

The castle loomed high above Sasha as he walked through the main gate onto the bridge that connected it with the rest of the town.
He had spent the last weeks in this place to learn new tricks in the human host. The local ruler had gladly taken him in as Stonelings were commonly known as highly skilled warriors.
Every Stoneling had to pass a test in their lives for which they had to go on a journey and fulfil several task for different people until they found their test amongst them, which then would raise them into adulthood. However, each warrior could choose their own tasks and therefore some of them were satisfied with mere errands, while others joined battles or armies, to gain fame and glory. Sasha was ambitious and wanted to find a huge test for himself, but he hadn’t had any luck so far. Even the position at the castle had not helped him.
He had learned some new skills for swordplay, but also for close combat and other weapons and this way his stay advanced him as a warrior, but to pass his test he felt out of place here.
On the following day a large tourney would take place and he had signed up for it. He didn’t see it as his test to prove his prowess; he still wanted to win and was even counted as favourite.
For the tourney he now had to pick up a banner that he had ordered, because every participant had to hold one that showed their status and birth.
Stonelings did not have such things therefore he simply had changed the crest of his village a little to fit him.
He could have sent a squire, but Sasha enjoyed walking through the streets and watching the people he passed. As Stoneling he was often recognized from afar as he was taller than most humans. Some looked up to him in awe, others hid from him. Word had gotten around that he was staying at the castle, but it was still unusual, when he walked through the town and was actually seen. On some days he cared if they stared at him, but today he didn’t. His mind was already at the tourney and he thought about, how he could do well. Most of the other fighters at the castle were certain that he would win; Sasha wasn’t so sure about it. In some disciplines they others had more experience than him and his natural talents for fighting would do him nothing good there. He had decided to train some more when he got back, but not too much, as he did not want to start exhausted into the tourney.
Finally he reached the clothier who was advising a couple of young women in front of his store in choosing the right fabrics. The women gave him a seductive smile; Sasha in turn hesitantly returned a polite one. It was difficult for him to interact with humans when they approached him like this. He did not have any interest in such things and it was hard for him to make them understand that, especially those that thought his shyness just made him more attractive. The clothier saved him from any advances of those two ladies when he noticed him.
“Ah! There you are!”, he greeted him joyfully and took Sasha’s hand to shake it.
Right after that he took Sasha by the shoulder and shoved him into the store. The clothier left Sasha in front of the counter and hurried past the huge wooden table into the storage. The warrior only had a short moment to look around before the other already returned, his arms full of fabric.
“There we are”, he exclaimed excited and spread everything neatly.
On the counter now lay beside the banner also a surcoat and cloak.
“I only ordered the banner”, Sasha noted and intently looked at the clothier.
“And only that you should pay for! I just couldn’t let our future champion compete without surcoat and cloak!”, the clothier rebuffed.
“Have my thanks, but I’m afraid you’re putting your hopes on the wrong warrior”, Sasha tried to avoid the compliment.
“Don’t be so modest! Word of your skills has already reached me! And now try it on, I want to see if it fits!”, he urged.
As he did not want to argue with the man Sasha did what he was asked to do. The cloth sat perfectly above the tourney amour that he had put on to get used to wearing it and the clothier was thrilled at his work. He tugged the cloth here and there into place and shoved Sasha in front of a mirror. Sasha was speechless. He felt like one of the knights, with whom he had trained.
On his chest shone Ferron, the highest mountain in the mountain chain that he called his home, with fine lines the sign of the Stonelings was stitched onto the body of the mountain. Just as fine were the rays of sunlight that he had wanted for himself, that emerged behind the mountain. The sunrise behind Ferron was one of his most beloved sights. Cautiously he ran his fingers across the embroidery and felt a pang of home sickness.
“I thank you. This is beyond words”, he told the clothier with a chocked voice.
He only grinned wider.
“Then the tourney can begin”, he agreed and patted Sasha on the shoulder.
‘Yeah, now the tourney can begin’, Sasha thought as well and a grin spread on his face.
His fear to fail had dissipated at the sight of his home on his surcoat. He felt like he could accomplish anything like this.
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Damian

“Get lost you scallywag!”, the innkeeper yelled at him.
The man had grabbed Damian at the neck without warning, dragged him to the door and without him being able to resist had thrown him out. Dazzled Damian sat on the hard brick road and tried to recollect, what had even happened, as his pathetic backpack and those words were thrown at him.
A couple of days ago he had rented a room in the inn to stay a few days. Unfortunately the innkeeper had soon found out that he couldn’t pay his bill. Thereupon he had forced him to work off his debts.
He had to scrub the floors, later the pots and pans and everything under surveillance of the innkeeper or one of his workers, so that he would not think about bunking off.
They weren’t friendly towards him, but he wasn’t used to anything else as he had been in similar situations before.
It wasn’t as if he hadn’t had any money, but he usually lived above his station and tried to earn some additional income through some trickery.
Normal work wasn’t really his cup of tea, as he at times was quite clumsy. What usually was due to his mind already being far away thinking about his journey or how he would get out of a situation.
Thus it happened, as he was put to clean the dishes, that he had dropped one or the other plate, which then shattered on the ground. After the fifth plate the worker pulled him away from the sink and brought him to the innkeeper. He in turn had had enough and slapped him across the face one at a time, as the worker went to get Damian’s backpack.
With swollen cheeks he was then pushed onto the street.
And there he said now, dazzled and with scattered belongings.
Another “Get lost” and “You scare away my customers, hurry up and disappear!” came to him from the door.
Firmly Damian shook his head and moved on to push his small possessions back into his old backpack. It didn’t take him long until he could throw it over his shoulders.
Something pressed against his back, but he tried to ignore it for now, as he only wanted to get away from here before the innkeeper decided to further let out his anger at his face.
With a sigh he started walking. He actually had hoped to stay a bit longer, but from the look of it he had to continue on his way, as this was the only inn and his doings had probably already spread across the village.
Maybe the next town had more in store for him.

Behind the Scenes

Here they are now, the first three Chapters of the serial „Trinity„. As I told you in the Prequel can you now decide which character you want to follow.
Do you want follow the Woodling-girl Mina, then look no further than door 2.
Do you want to find out if Damian comes across a new inn, then take a look at door 3.
Do you want to know how well Stoneling Sasha does in the tournament, then you unfortunately have to wait for door 4.
I hope you enjoy their story so far.
See you tomorrow
PoiSonPaiNter
© For the story and characters by me. Do not use or repost either without my permission.