Kennt ihr das?
Ihr unternehmt was mit Freunden, irgendwer nimmt was fĂŒr den anderen mit, damit es „spĂ€ter“ abgeholt werden kann und zack sind fast zwei Jahre vergangen bis man sich live wiedersieht?
Zumindest ging es mir im Rahmen dieser wunderprÀchtigen Pandemie so. Kurz bevor es 2020 richtig losging konnte ich mit lieben Menschen meinen Geburtstag feiern, seit dem habe ich Cupric nur digital gesehen. Bis letzten Montag.
Allerdings hatte ich mich dazu entschieden an der BuchBerlin teilzunehmen um live mitzuerleben, wie die frisch geschlĂŒpfte Anthologie „Dunkle Federn, Scharfe Krallen“ ankommt. Es war eine egoistische, wenn auch fĂŒr mich und meine „Beziehung“ zu meiner Schreibe richtige Entscheidung. Denn neben der Leserunde in der mir mehrere Leute schon sagten, dass sie gerne mehr aus der Welt hören möchten, durfte ich auch mehrere Anthologie-Exemplare signieren. Was fĂŒr mich ein ganz neuer Aspekt des Autor:innenlebens ist. (Und ich konnte am Sonntag Tetris spielen!11^^1)
Das alles Ă€ndert jedoch nichts daran, dass wĂ€hrend Cupric und ich uns nach einem Jahr und zehn Monaten das erste Mal wieder gegenĂŒberstanden und Geschenke von „damals“ gegen frisch erworbene BĂŒcher fĂŒr ihren Knirps tauschten, wir Abstand hielten.
Aber genug vom selbstverschuldeten Mimimi, worauf ich eigentlich hinauswollte:
Ich habe Storycubes geschenkt bekommen!
Alle, die sich in irgendeiner Form kreativ betĂ€tigen, vor allem die Schreibenden unter uns, wissen, wie einfach es ist von wilden Plotbunnies angefallen zu werden. Genauso gibt es allerdings jene Momente, wo sie nur aus der Ferne betrachten wie du vor einer Wand stehst und nicht weiterweiĂt. Storycubes sind da eine Möglichkeit, um aus dieser Blockade wieder herauszukommen. Zumindest wenn man sich damit nicht Projekt #12445 aufhalst und dann noch weniger Zeit fĂŒr die Sachen hat, die man eigentlich beenden wollte … wenn man denn zu denjenigen gehört, die in der Lage sind Dinge zu beenden …
Warum erzĂ€hle ich euch davon (abgesehen vom Freuen ĂŒber ein cooles Geschenk)? FĂŒr diesen Beitrag war ich kurz davor gewesen, sie mal auszuprobieren, um euch nach dem Spuk im Tierpark ein weiteres Geschichtchen zu prĂ€sentieren. Da ich allerdings immer noch daran sitze den #Neubrandenwolf endlich abzuschlieĂen und vom Alea Libris Schreibbattle noch drei Geschichten zu eben solchen WĂŒrfelbildern liegen habe … schieb ich das erstmal auf und quatsch ein bisschen ĂŒber generelle Motiva-dingsta.
Moti-was-noch-gleich?
Das wohl schwierigste am Schreibenden-Dasein ist die Motivation. Einige Leute schaffen es, sich diszipliniert (und motiviert) jeden Tag an Projekte zu setzen, um sie voranzubringen. Ich gehöre nicht dazu. Nach einem anstrengenden Brotjob-Tag prokrastiniere ich lieber, als mich noch gedanklich mit meinen Welten auseinandersetzen zu mĂŒssen … Was natĂŒrlich nicht gerade förderlich fĂŒr deren Fortschritt ist.
Gerade ist der National Novel Writing Month (NaNoWriMo – der schon lange nicht mehr „national“ sondern „international“ ist) im Endspurt, eine Aktion bei der Leute animiert werden sollen, im November fĂŒnfzigtausend Wörter (Novellen haben durchschnittlich diese Anzahl von Wörtern) eines Projektes zu verfassen. Nicht editieren, einfach nur runterschreiben (das was ich wĂ€hrend des o.g. Battles auch machen musste in einer Zeitspanne von 15 Minuten). FĂŒr einige ist das DIE Möglichkeit alle ihre Schreibe soweit fertig zu bekommen, dass sie den Rest des Jahres nur noch ĂŒberarbeiten brauchen.
FĂŒr mich ist es purer Stress.
Ich finde es so schon anstrengend, mich hinzusetzen, um am Wolf zu arbeiten und dann obendrauf den Druck zu haben, dass ich ein bestimmtest Wortziel pro Tag erreichen muss? Ne, das wĂŒrde mich leider eher blockieren als motivieren. Abgesehen davon, dass ich gerade in der Ăberarbeitungsphase bin und da eher Wörter gelöscht als hinzugefĂŒgt werden.
NatĂŒrlich, können sich alle eigene NaNo-Ziele setzen, ich versuche jedoch weiter dem WaschbĂ€ren-Rhythmus (15 Minuten pro Tage, 5 Tage zwischen den Streams) zu folgen, damit ich mir in Elenor Avelles Mittwoch-Stream eine WaschbĂ€r-Laola abholen kann. Gelang mir die letzten Wochen relativ gut, gerade hĂ€nge ich aber wieder in der Flaute.
Denn bei Motivation spielt fĂŒr mich leider auch RĂŒckmeldungen mit rein. FĂŒr die Geschichte aus der Antho habe ich, wie oben erwĂ€hnt, ein paar groĂartige Kommentare bekommen. Lesende wollten mehr aus der Welt haben. Was macht mein Hirn daraus? Wollen wir nicht das Projekt wechseln und den Wolf ignorieren? Eine wirklich grandiose Idee, wenn mittlerweile Sensitivity Reader und Lektorat darauf warten … und sieben Kapitel noch nicht mal bei der zweiten Testleserin waren. Also heiĂt es fĂŒr mich einfach ransetzen und machen.
Und hin und wieder die „Notlösung“ Fanfiction nutzen … ich mein, fĂŒr’s Ego tut es wirklich gut, kurz nach der Veröffentlichung einer „nichtigen“ Geschichte ein paar Likes (Kudos) oder sogar Kommentare zu bekommen! Das zeigt mir, dass meine Schreibe nicht soo schlecht sein kann, wie mir mein innerer Kritiker immer sagen will.
Was lernen wir daraus: Gebt Schreibenden Feedback, das motiviert!
Und mit diesen verwirrenden Gedanken entlasse ich euch in das Monatsende.
Ăbrigens: Werft Morgen einen Blick auf meine SoMe Seiten! Denn der Dezember-Kalenderbeitrag des Nornenetzes wird eine Neuauflage der Geschichte „Ruinenzauber“ aus meinem Adventskalender von 2014 sein.
Also dann, alles Gute!
Anne