Category Archives: Random Book

#Mondbuchstaben – Eulengesang

Nachdem diese Woche im Zeichen der „Dunklen Federn, Scharfe Krallen“ Anthologie stand, die gestern erschienen ist, ist es doch nur passend, dass wir uns heute einem weiteren Tier mit dunklen Federn und scharfen Krallen widmen:

Die Eule

Aber nicht irgendeiner Eule, sondern jenen, die in Christina Löws Mittwoch frisch geschlüpftem Roman „Das Lied des Herbstmondes“ aus der „Licht und Schatten“ Reihe der Märchenspinnerei, eine Rolle spielen. Nach Zombie-Meerschweinchen (Träume voller Schatten) und sprechendem Kater (Der Kater unterm Korallenbaum: oder wünschen will gelernt sein) begibt sie sich in ihrer Jorinde und Joringel Adaption in luftigere Gefilde – auch wenn ein Reh mit herumspringt, dass ihr an anderer Stelle im Interview erleben könnt. (Für meinen Fairy Tale Summer hatte Christina letztes Jahr über Tiere im Märchen geschrieben, schaut gerne vorbei, wenn ihr noch etwas mehr über ihre Tierchen erfahren möchtet.)

Blaues Banner auf dem Ranken aus aus den Ecken ragen. Auf der linken Seite landet gerade eine Lichteule auf einer. Daneben Text: "Herbstmond - Buchstabenjagd (12.-16.10.2021) #MondBuchstaben". Daneben eine Vorder und Rückansicht des Buches, sowie ein Smartphone mit Cover von "Das Lied des Herbstmondes"

Flatterhafte Gruseltiere

Wusstet ihr eigentlich, dass es einen Aberglauben gibt, dass wenn eine Eule rufend am Fenster vorbeifliegt jemand (aus der Familie) stirbt? Ein Grund, neben der generellen Assoziation mit Magiebegabten, warum Eulen teils schlechte Karten hatten, wenn sie in der Nähe von Siedlungen lebten. Das hat sich zum Glück im letzten Jahrhundert gelegt und jetzt ist es „nur“ noch der Wegfall von leerstehenden Häusern und alten Gemäuern, die ihnen die Nistmöglichkeiten wegnehmen. Vermutlich ist das auch der Grund, warum die (Waldohr)Eule es auf die Schilder für Naturschutzgebiete geschafft hat.

Lustigerweise gelten sie durch die Göttin Athene als kluge bzw. sogar klügste Tiere, was aber alles andere als stimmt, auch wenn sie spezialisierte Raubvögel sind. (Vögel aus der Krähenfamilie sind wesentlich intelligenter).

Was haben Eulen eigentlich mit Jorinde und Joringel zu tun?

Einiges. In der Märchenfassung wird es zwar nur erwähnt, aber die Zauberin, die Jorinde in einen Vogel verwandelt, kann sich selbst in eine verwandeln. Ein Aspekt der in der ARD-Verfilmung aus 2011 tatsächlich aufgegriffen wurde. Wieso ist das für „Das Lied des Herbstmondes“ relevant? Na ja: Die Geschichte spielt aus der Sicht der Zauberin, bevor sie diese wurde … ob sich Protagonistin Carolin jedoch selbst in eine Eule verwandelt? Hm, das werden wir sehen.

Christina hat mir zumindest verraten, dass es mehrere Magie wirkende Personen gibt,

„durch die Augen von Vögeln blicken und auch mal als diese durch die Luft segeln.“

Außerdem gibt es

„eine Waldohreule, einen Steinkauz, einen Uhu und ein paar nicht näher spezifizierte Eulen.“

Aber da hat euch die wunderbare Stella Delaney schon ein bisschen mehr zu erzählt.

In „Das Lied des Herbstmondes“ taucht übrigens auch eine Geistereule auf, die immer wieder Carolins Weg kreuzt.

Carolin kann sie über das ganze Buch hinweg nicht so recht einschätzen, irgendwie jagt sie ihr Angst ein, aber sie greift sie auch nie an, beobachtet eher und sieht furchteinflößend aus.

#Mondbuchstaben

Ein blaues Viereck, aus allen Ecken ragen dunklere Ranken auf denen teils Lichteulen sitzen oder gerade landen. In der Mitte ist oben das Spinnrad-Logo der Märchenspinnerrei, darunter ein großes, weißes W. Am unteren Rand steht "Christina Löw Das Lied des Herbstmondes"

Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, ist dieser Beitrag eine Station der Herbstmond-Buchstabenjagd von Christina Löw, den Anfang dieser Aktion und eine Anleitung, wie das alles funktioniert, findet ihr hier.

 Als Buchstabe habe ich ein W für euch.

Den nächsten Buchstaben findet ihr auf dem Blog von Sameena Jehanzeb.
Eine Liste mit allen teilnehmenden Autor*innen und Blogger*innen sowie Links zu deren Seiten gibt es außerdem im Startbeitrag dieser Buchstabenjagd.

Also dann, noch eine erfolgreiche Jagd!

Das erinnert mich … ich sollte vermutlich meine ganzen Eulenfiguren mal entstauben …

© For the cover belongs to its rightful owner.

P.S. Falls ihr mal eine alte Geschichte von mir zum Owlman von Cornwall lesen wollt: Hier entlang.

Märchensommer Buchvorstellung #3

Willkommen in der letzten Woche des Märchensommers!
Denkt dran, euch alle Punkte zu sichern, um tolle E-Book Preise zu gewinnen!

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Vorstellungen.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.
Cover Queer durch die Märchenwelt
Cover Der Karusellkönig
Cover Märchentruhe

Ein bisschen mehr Humor als das neulich vorgestellte Rowan & Ash ist Amalia Zeichnerins Queer durch die Märchenwelt – Der Prinz, der mich liebte. Besonders gelungen finde ich ja die Landesnamen „Nebenannien“ und „Inderferne“. Ein kurzes Lesevergnügen für alle die Märchen und Romance mögen.

Düsterer klingt Der Karusellkönig by Fabienne Siegmund. Habe es neulich mehr durch Zufall entdeckt und in erster Linie gehamstert, weil es als Graphic Novel beworben wurde. Für mein Verständnis ist es das leider nicht (illustrierte Novelle, nicht gezeichnete Novelle), aber die Zeichnungen sind dennoch faszinierend. Der Plot um die Freundin, die auf einem Jahrmarkt verschwindet ist anders als dass, was man von Märchen sonst kennt.

Nochmal eine ganz andere Richtung ist die Märchentruhe by Anja Zachrau. Im Gegensatz zu eigentlich allen Geschichten, die ich bisher vorgestelt habe, ein Buch direkt für Kinder zum Vor- oder selbst lesen geeignet. Eine bunte Mischung aus Geschichten zu Feen, Waldgeistern, Außerirdischen und vielen mehr. Schaut auch auf ihrem YouTube Kanal vorbei, da liest sie einige davon vor.

Cover Phantast

Als letzte Vorstellung diesen Sommer, tu ich mal noch was ganz ungewöhnliches und verweise auf eine meiner eigenen Geschichten. In der Jubiläumsausgabe des Phantast ist „Tonloses Flötenspiel“ meine Fortsetzung des Rattenfänger von Hameln erschienen und ihr könnt sie hier nachlesen – zusammen mit weiteren tollen Inhalten.

Ein paar Ideen für eine Weiterführung der Geschichte hätte ich schon, vielleicht kehre ich irgendwann noch einmal in jene Welt zurück. Wir werden sehen.

Übrigens gab es auch bereits eine reine Märchenausgabe, falls ihr da auch einen Blick hineinwerfen möchtet: Phantast 19. Mit u.a. Interview und Rezension zu Im Bann der zertanzten Schuhe by Janna Ruth und einem Werkstattbericht von Christian Handel zu Rosen & Knochen.

Also dann, genießt die Restwoche des Märchensommers und denkt dran, alle Rätsel zu beantworten, um euch die Preise zu sichern!

Anne/Poisonpainter

Märchensommer Buchvorstellung #2

Willkommen in der fünften Woche des Märchensommers!

Wie ihr gemerkt habt, halte ich mich dieses Jahr etwas zurück mit der Vorstellung von Märchenadaptionen, doch ein paar weitere möchte ich euch nicht vorenthalten.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Im dritten Jahr als Station der Märchenrallye und Preisgeberin ist Jenny Völker dabei. Da wird es Zeit, dass ich euch noch ein paar weitere ihrer Märchenadaptionen vorstelle:

Cover Die Gefallene Fee
Cover Goldröschen
Cover Sternmarie

Die gefallene Fee ist in diesem Sommer einer der Preise und erzählt ein Märchen voller Piraten und magischen Welten. Mich würde es nicht wundern, wenn darin auch ein gewisses tickendes Krokodil einen Gastauftritt hat. Ob es stimmt, müsst ihr mir bei Gelegenheit erzählen.

Dornröschen-Flair gibt es in Goldröschen. Ein restaurierter Spiegel führt den Protagonisten in eine andere Welt, ob er die schlafende Frau retten kann?

Jennys Debutroman Sternmarie dürfen wir natürlich auch nicht vergessen. Darin verknüpft sie Fantasy Elemente mit einem abenteuerlichen Märchen über der Suche nach dem Selbst, indem auch Elfen, Zwergen und Hexen nicht zu kurz kommen.

Als zweites haben wir heute ein kleines Update zu den Märchenwerken von Christian Handel

Cover Palast aus Gold und Tränen

Palast aus Gold und Tränen ist die Fortsetzung von Rosen & Knochen, dass ich 2018 bereits im Märchensommer gelesen und (wie eben verlinkt) rezensiert habe. Das Dämonenjägerinnen Pärchen begibt sich in ein neues Abenteuer, dass sie erst auf einen Ball und dann zu niemand geringerem als der Baba Yaga führt. Russische Märchenwelt verwoben mit Grimmschen Einflüssen.

Es ist leider an mir vorbeigegangen, dass das Buch erschienen ist, aber das hat die Entscheidung ein bisschen zu #BücherHamstern direkt einfacher gemacht. Bin gespannt wie es mit Muireann und Rose weitergeht …

Rowan & Ash geht in eine komplett andere Richtung. Wo das romantische in in den Hexenwald-Chroniken nur ein Nebenschauplatz ist, steht es hier im Vordergrund. Eine arrangierte Ehe, eine unerwartete Liebe eines Prinzen zu einem nicht-Adligen und ein Königreich, dass gerettet werden muss. Ob es ein Happy End gibt ? Müsst ihe selbst herausfinden.

Von beiden Schreiberlingen könnt ihr euch übrigens noch auf ein Interview-(Update) freuen.

Anne/Poisonpainter

Märchensommer Buchvorstellung #1

Willkommen in der zweiten Woche des Märchensommers!

Auch dieses Jahr werde ich euch wieder Märchenadaptionen vorstellen, die im letzten Jahr frisch herausgekommen sind oder ich neu entdeckt habe.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Den Anfang macht traditionell wieder die Märchenspinnerei:

Cover
Cover Der Wind so frei
Cover Das Meer so tief, der Wind so frei

Während die Hauptreihe zur Zeit ruht, hat die Licht und Schatten-Reihe mit diesem Novellenpaar zum Märchen Die Gänsemagd Zuwachs bekommen.

Das Meer so tief erzählt die Geschichte aus Sicht der Magd, die im modernen Irland in das Kleid ihrer „Herrin“ – hier Mitbewohnerin – schlüpft und sich bald in einer Situation wiederfindet, die sie so nicht geplant hatte …

Der Wind so frei spielt aus der Sicht der Prinzessin, die in verarmten Verhältnissen im modernen Irland aufwächst und von ihrer Kindheitsliebe in ein Abenteuer gestürzt wird.

Beide Novellen sind als Der Meer so tief, der Wind so frei wieder gemeinsam über den Machandel Verlag erhältlich.

Leider hab ich es noch nicht geschafft, es mir zu holen, aber Setting und Märchenhintergrund sind für mich schon mal zwei interessante Punkte, immerhin ist die Gänsemagd mit ihrem Fallada eines der Märchen, die wir bestimmt am häufigsten zitieren – auch wenn Romantasy nicht unbedingt meines ist. Ich bin gespannt.

Doch auch die Nornen waren fleißig.

Cover Das Rot der Nacht
Cover Die Töchter des Henkers

Neben Katrin Ils, der ich in einem vorherigen Märchensommer ein Plotbunny verpasst habe, hat auch Jana Jeworreck sich an ein eigenes Märchen gesetzt.

In Das Rot der Nacht spielt Katrin mit verschiedenen Märchenelementen, allen voran dem Rapunzelturm im (Winter)wald, aber auch Rotkäppchen and Schneewittchen lassen sich wiederfinden. Dazu eine Priese Vampirismus und jede Menge dunkle Geheimnisse.

Ein bisschen was dazu, hatte sie auch in unserem Subgenrevideo zum Thema Märchen erzählt. Schaut gerne mal rein: Subgerne Märchen/adaption

Die Töchter des Henkers sind ein ungleiches Paar, die mit ihrem Vater im Wald leben und als Kuriosität gelten. Als die eine sich in verliebt, ergreift die andere ihre Chance aus dem Schatten herauszutreten.

Auf diese beiden bin ich auch schon sehr gespannt. Die Töchter liegen schon bei mir, das Rot der Nacht ist noch unterwegs.

Habt ihr schon was davon gelesen?

Alle drei Autorinnen haben sich übrigens auch meinen Interviewfragen gestellt, seid also gespannt!

Anne/Poisonpainter

Unknown – What’s in a name?

Cover der Unknown Anthologie.Der Titel besteht aus dem Wort KNOWN bei dem über dem ersten N das U den Buchstaben herunterdrückt wodurch es als "Unknown" und "Known" lesbar ist. Der Untertitel lautet "Erzählungen unbekannter Herkunft". Das Cover ist in verschiedenen rot und weiß Tönen gehalten, die von einem weißen spitz zulaufendem Weg schmetterlingsförmig aus Regalreihen entstehen.

Vor gut anderthalb Jahren, habe ich mich am Unknown-Kickstarter beteiligt, der ein für mich sehr faszinierendes Konzept hatte: Anhand der Schreibweise gilt es zu erkennen, ob ein Text von einem Mann, einer Frau oder einer nicht-binären Person geschrieben wurde.

Da ich selbst schon des Öfteren aufgrund meiner Chatweise für einen Mann gehalten wurde, wollte ich herausfinden, ob ich es bei fremden Texten „besser“ einschätzen könnte.

Lesegewohnheiten

Eine Vielzahl von Menschen ist durch die überwiegend männliche Buchbranche geprägt. Besonders im Fantasy-Bereich bezeichnen sich einige Herren als die Meister der Phantastik, während alle anderen unter den Teppich gekehrt werden. Wobei weiße cis Frauen noch mehr Möglichkeiten offen stehen, als zum Beispiel trans Frauen oder nicht-binären Personen. Genau darüber entstand diesen Monat auch eine Diskussion auf Twitter: Das eigene Leseverhalten sollte umgestellt werden. Nicht nur auf mehr Frauen, sondern auch auf mehr Diversität.

Eine sehr wichtige und wunderbare Idee, die uns gesellschaftlich nur voranbringen kann, allerdings stellt uns das auch vor Herausforderungen bezüglich der Aufklärungsarbeit, denn für viele, die noch in den alten Strukturen festhängen, ist der Sprung zu groß.

Geprägt von cis männlicher Schreibe kennen die meisten Personen die Feinheiten des menschlichen Daseins noch gar nicht – oder nur Vorurteilbelastet aus unzähligen schlechten Witzen und Verballhornungen. Für diese ist es schon eine gewaltige Umstellung neue Leseerfahrungen mit Autorinnen zu sammeln. Existieren dieser erst einmal, dann wächst schnell aus den gewonnenen Erkenntnissen das Bedürfnis abwechslungsreicher zu lesen. Challenges und entsprechende Aufrufe zu diverserem Lesen sind daher wichtiger denn je.

Mein eigenes Leseverhalten sah in etwa so aus:

  1. Cover sieht interessant aus
  2. Blick auf den Namen, ob er mir bekannt vorkommt oder mir noch unbekannt ist
  3. Klappentext lesen, ob er nicht meine Buzzwords enthält, die mich direkt das Buch wieder hinlegen lassen
  4. wenn alle Kriterien stimmen, mit nach Hause nehmen

Bei diesem Verhalten mag ich behaupten, dass ich tatsächlich nicht darauf geachtet habe, welches Geschlecht ich mit dem abgedruckten Namen assoziiere. Dennoch sind mehr männliche Autoren über den regulären Handel in mein Regal gewandert, da diese noch immer vermehrt ausgestellt werden.

Nun, da ich mich über meine Arbeit im Nornennetz vermehrt mit Frauen in der Literatur, Kleinverlagen und Selfpublishern befasse, fällt es mir schwer zu sagen, wann ich das letzte Mal (vom #Bücherhamstern im vergangenen März und Comics/Manga abgesehen) ein Werk eines cis Mannes bewusst gekauft habe. Stattdessen sind meine Regale nun voll mit – soweit ich weiß – weiblichen Autorinnen. Und ich bin mir sicher, da wird es nicht enden und bald schon werden sich die Werke von nicht-binären oder trans Schreibenden zu ihnen gesellen.

Mit dem Wunsch nach mehr diversem Lesen sehe ich allerdings auch einen kritischen Punkt, denn, um eine Person als nicht cis zu erkennen, muss diese sich outen. Nicht jede:r Autor:in ist bereits öffentlich als das Geschlecht bekannt, als dass sie sich privat identifizieren. Entsprechend ist es verletzend, wenn sie dennoch aufgrund der Namensassoziation z.B. in Listen für Autorinnen aufgenommen werden, obwohl sie sich nicht als Frau sehen. Doch Ottonormal-Lesenden fehlt teils das Verständnis und das Wissen in Bezug auf Diversität und die damit einhergehenden Problematiken. Daher ist es noch ein weiter Weg diese Wissenslücke zu schließen. Doch wenn es uns gelingt, dann erhöhen wir den Busfaktor der Thematik, womit wir wiederum die Leute entlasten, die sich momentan den Mund fusselig reden.

Kleiner Einschub: Was ist der Busfaktor?

Busfaktor bezeichnet die Anzahl Menschen, die von einem Bus überfahren werden müssten, um notwendiges Wissen vollständig zu verlieren.

Das Prinzip wird meist in der Projektplanung verwendet, aber ich finde es hier auch sehr passend, da jede Person ihr eigenes Wissen mit an den Diversitäts-Tisch bringt und je mehr davon gehört haben, umso größer wird der Busfaktor für dieses individuelle, spezielle Wissen.

Und ja, ich schließe mich da mit ein.

Denn wenn privilegierte Personen ihre Privilegien nutzen, um andere mit auf ihre Stufe zu ziehen, anstatt sie weiter nach unten zu treten, können wir vielleicht irgendwann eine wahre Gleichberechtigung erreichen. Momentan noch eine große Utopie, aber ohne Wünsche für die Zukunft wären wir vermutlich noch nicht mal bis hierher gekommen.

Es wird vermehrt eingefordert, dass Teilnehmer in komplett cis männlichen Panels durch Frauen von gleichem Wissensstand ausgetauscht werden. Doch bevor bewusster wird, dass da „noch mehr“ (als cis Frauen) sind, wird es an dieser Stelle nicht weitergehen. Und das ist der Punkt, der für so viele Leute, so frustrierend ist. Es ist eine berechtigte Forderung, dass dieses Austauschen nicht nur auf (weiße) cis Frauen erfolgt und auch Platz für trans oder nicht-binäre oder oder oder Personen gemacht wird. Oft jedoch geschieht dies auf Kosten der teilnehmenden cis Frauen, wodurch wir wieder eine Verschiebung der Verhältnisse haben, die so niemand von uns wünscht. Im Sinne einer intersektionalen Betrachtung sollten solche Panel und Diskussionen definitiv diverser werden und in speziellen Fällen vor allem von denjenigen geführt werden, die es tatsächlich betrifft. Eine marginalisierte Gruppe mit einer anderen zu ersetzen, anstatt beide zu Wort kommen zu lassen, ist allerdings keine schöne Lösung für das eigentliche Problem, dass den meisten cis Männern alle Möglichkeiten mit Schleifchen übergeben werden, die wir uns hart erkämpfen müssen.

Ja, (weiße) cis Frauen haben Privilegien, die trans Frauen, nicht-binäre Personen usw. verwehrt bleiben, wenn sie sich nicht konstanter Missgenderung oder Schlimmerem stellen wollen. Trotzdem finde ich es schwer nachzuvollziehen, dass cis Frauen schon jetzt Beiseite treten sollen, wenn sie selbst noch nicht nahezu genug und nur mit wackeligen Beinen ihren Status erreicht haben. Andere mit hochziehen, wenn man selbst keinen festen Stand hat ist nicht nur beim Bergsteigen unratsam. Wir sollten in all unseren Bemühungen um Gleichberechtigung nicht vergessen, dass jede Gruppe ihre eigenen, individuellen Päckchen zu tragen hat. Es ist daher durchaus legitim hin und wieder auch mal nur die eigenen Ziele im Fokus zu haben und Forderungen nur für sich zu stellen. Da darf ein Beitrag mal nur cis Frauen betreffen, genauso wie sie an anderer Stelle lediglich Reichweiteverstärker der Stimmen anderer Marginalisierter sein sollten. Wir sollten uns stets vor Augen führen, dass wir auf der gleichen Seite stehen und trotzdem nicht die Päckchen von allen gleichzeitig tragen müssen. Wir wollen eine bessere, bunte Zukunft, in der Individualität so geachtet wird, wie sie ist.

Einen Austausch und Hinweise auf Missstände ist legitim, wichtig und hilfreich, um das Bewusstsein dafür zu stärken, sozusagen den Busfaktor zu erhöhen. Ich bin dankbar für jede Erklärung zu Dingen, die mich nicht betreffen und gebe sie gerne weiter an Leute, die davon noch nichts gehört haben. Weise darauf hin, dass eine Formulierung nicht inklusiv ist – gerade erst in einer Präsentationsschulung gemacht, die „Geschlecht“ für einen wichtigen Punkt befand in den die Zielgruppe eingeordnet werden sollte – und bemühe mich selbst darum nicht ausgrenzend zu schreiben. Und das hört bei Geschlechteridentitäten nicht auf. Behinderungen, Glaubensrichtung, Hautfarbe, Sexuelle Orientierung. Das alles sind Punkte, die auch heute – trotz Gesetze – noch zu Diskriminierungen und schlimmeren Dingen führen (können). Die ebenso wichtig sind anzusprechen und mit zu behandeln. Niemand sollte unter dem Teppich leben müssen.

Doch, lasst uns nach dieser Abschweifung zurück zu den Unknown-Geschichten kommen.

Schreibverhalten

Zur Erinnerung, die Prämisse des Projekts ist:

Kann man wirklich nur anhand des Schreibstils erkennen, ob die schreibende Person männlich, weiblich oder nicht-binär ist?

Mein momentaner Stand nach 10/12 Geschichten ist: Jein.

Doch woran kann man überhaupt festmachen, als was sich die schreibende Person identifiziert?

Die beiden Herausgeberinnen Sonja Rüther and Hanka Leo haben für die Auswertungen Fragebögen bereitgestellt. Da diese öffentlich zugänglich – wenn auch nicht abschickbar ohne Kennziffer – sind, ist es denke ich kein großes Problem, wenn ich ein bisschen daraus verrate. Und ja, sie haben auch die Inklusion der Geschlechter beschränkt, daher bildet das Projekt nur einen Bruchteil dessen ab, was im Literaturbetrieb vorhanden ist. Allerdings ist eine fokussierte Untersuchung für die generelle Beantwortung der These schon einmal ein guter Anfang, um der breiten Masse das eigentliche Problem (Vorurteile gegenüber Schreibenden aufgrund des mit dem Namen assoziiertem Geschlechts) vor Augen zu führen.

Eine der Fragen bezieht sich darauf, ob der Stil der Geschichte eher sanft oder hart ist. Was für mich bereits die erste Verwirrung ist. Was macht einen sanften/harten Stil aus? Mit sanftem Stil verbinde ich romantische Geschichte, davon ist mir bisher noch nichts begegnet.

Ein Punkt, an dem ich es stattdessen versuche festmache, ist wie detailreich die Beschreibung ist. Aus meiner von früher noch männlichen Prägung und den frischen neuen Sachen von Autorinnen, hat sich momentan folgendes Bild festgesetzt:

eher männlicheher weiblich
– Kaum/keine inneren Gedanken
– Umfangreiche Umgebungsbeschreibung
– Klischeebehaftete Erzählungen
– Innere Gedankenwelt wird thematisiert
– Fortschrittlichere und sensitivere
Behandlung von Themen

Ich weiß, dass es auch genau umgekehrt sein kann und sowieso und überhaupt, aber bei den meisten Werken, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, traf es recht gut zu. Die wenigen nicht-binären Schreibenden, von denen ich bisher etwas lesen konnte/durfte, fallen zum Beispiel auch in beide Bereiche – auch wenn es noch zu wenige sind, als dass ich eine eigene Spalte für sie befüllen könnte, da werde ich mich noch verbessern müssen. Außerdem begegnet mir diese meine innere Einteilung auch eher in den Endfassungen. In Rohfassungen sind nicht-cis-Männer genauso gut darin, Motivationen und innere Gedanken im entsprechenden POV wegzulassen und die Lesenden vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Bei einigen der Unknown-Geschichten war es jedoch weniger der Stil und mehr der Umgang mit dem entsprechenden Thema, der mich eine Zuordnung vermuten lässt. Es fühlt sich einfach eher nach einer Frau an, wenn Prostitution nicht als ein Witz oder Schockmoment verwendet, sondern ernst und zu gewissem Grad (soweit ich das als Außenstehende einschätzen kann) realistisch dargestellt wird. Und im Gegensatz sehr männlich, wenn zwei Typis mit Joint-Obsession einer Astronautin dabei zugucken, wie sie ein schwarzes Loch-Dingens gebärt von dem sie anschließend aufgefressen wird und alles woran einer von ihnen denkt ist, wie er ein Date damit beeindrucken kann indem er in der Situation hilft … aber vielleicht denke auch nur ich so und andere Lesende schätzen es komplett anders ein?

Es ist auf alle Fälle nicht leicht eine Entscheidung zu treffen, vor allem, da sich Stile sehr schnell vermischen und vermutlich liege ich bei mehreren, wenn nicht sogar allen, Geschichten auch komplett daneben. Ich bin auf die Auswertung ab kommenden Monat gespannt und finde es klasse, das dieses Projekt auf die Beine gestellt wurde. Vielleicht wird es ja eines Tages eine Fortsetzung mit Geschichten von trans oder inter* Schreibenden oder mit Fokus auf andere Marginalisierungen wie Hautfarbe und Behinderungen, geben, um noch mehr zu beweisen, dass es nicht darauf ankommt, wer eine Geschichte geschrieben hat, solange Lesende daran Spaß haben.

Denn Schreibe kann so unterschiedlich und doch gleich sein. Es fließt viel vom eigenen Selbst ein, was die Trennung Werk und Autor:in ja so schwer macht. Es andersherum zu betrachten, also das Werk zu lesen ohne den Namen der schreibenden Person zu kennen, um diese Rückschlüsse zu ziehen ist ein faszinierender Prozess.

Da wird einem erst einmal bewusst, wie sehr wir gewisse Vorurteile doch verinnerlicht haben und wie viel wir noch dafür tun müssen, um bunter, diverser zu schreiben und zu konsumieren.

Also, an die Arbeit mit uns!

© For the cover belongs to its rightful owner.

Monsterparty

Kennt ihr noch das alte Die Ärzte Lied Monsterparty (oder zumindest den Film Hotel Transsilvanien)? Eine solche soll heute hier ganz in der Nähe stattfinden. Mal sehen, ob ich mich reinschleichen und euch davon berichten kann … 

Am Tor hängt ein großer Spiegel (Narzissa aus Der tote Prinz von Katherina Ushachov – meine Rezension). Für einen Moment betrachte ich mein Spiegelbild darin, dann flimmert die Oberfläche und eine Stimme sagt: “Nutzer nicht erkannt, bitte identifizieren Sie sich.”
Verwirrt blicke ich mich um, bis ich begreife, dass der Spiegel mit mir sprach. Meinen richtigen Namen sollte ich vermutlich nicht verwenden. “Ähm Poison.”
“Neuer Eintrag: Poison, Mensch-”
“Nicht so laut!”, unterbreche ich die Ansage in Angst um meine Tarnung.
“Lautstärke gesenkt um 3%.”
Oh, Sofortreaktion auf Anweisungen. Ob der Spiegel eine durch ein neuronales Netz gesteuerte KI war? Die Chance muss ich nutzen, das bisschen verbleibende Wissen aus meiner Bachelorarbeit auszuprobieren.
Doch bevor ich Fragen stellen kann, erklärt mir der Spiegel: “Menschen sind auf dieser Feier nicht zugelassen.”
Verdammt. Moment. Mit einem Grinsen ziehe ich meinen Bardic Immunity Badge aus der Gürteltasche und halte ihn hoch. “Ich bin kein normaler Mensch. Ich bin Erzählerin von Geschichten und ich möchte den Leuten von dieser Feier berichten.”
Der Spiegel verarbeitet die Informationen für einen Moment, dann zitiert er JourneyQuest [mein altes Review], Wren’s Stimme unverkennbar: “It’s bad luck to kill a bard.
Ich nicke und nutze die Chance, um mich über die bereits angekommenen Gäste zu informieren.

Am Buffet erkenne ich die Invitros (aus der Reihe Die verfallene Welt von Elenor Avelle), die sich ihre Teller füllen, vermutlich die erste gute Mahlzeit seit langem. Soweit ich das verstanden habe, sind sie Menschen noch am Ähnlichsten, wenn auch künstlich gezüchtet und mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet. Sich einfach mal so mit einem Rechner verstöpseln um ihn mit den Gedanken zu steuern hat definitiv was … würde mir nicht die Warnung “nicht gut auf Menschen zu sprechen” in den Ohren klingeln, würde ich mich vielleicht zu ihnen gesellen.

Am Punschkessel erkenne ich den Vampir und Nachtclubbesitzer Damien Moreau (aus Blood and Guilt von Sophie Grossalber) und die Hexen Helena Weide (aus der Reihe Magie hinter den sieben Bergen von Diandra Linnemann) und Aya Mammini (aus Occult von J. Helmond). Letztere glaubt anscheinend sie sei unauffällig dabei, wie sie direkt neben der magischen Ermittlerin etwas in das Getränk tropfen ließ. Narzissa hatte mir erzählt, dass Mammini der Kopf einer Gangsterbande war, was das Gespräch zu einer sehr interessanten Konstellation machte.

Ich beschloss einen Bogen um dieses Getränk zu machen und mir lieber an der Bar etwas zu holen, um nicht noch mehr aufzufallen. Die Barkeeperin, ein Racheengel (aus Michaela Harich’s Kurzgeschichte aus der Anthologie A Night on the Rocks), wie ich vom Spiegel wusste, beäugt mich skeptisch.
“Du solltest nicht hier sein.”
Unauffällig lege ich meinen Badge auf die Theke. “Ich dokumentiere bloß.”
Für einen Moment runzelt sie die Stirn dann zuckt sie mit den Achseln. “Deine Entscheidung. Komm nicht bei mir Jammern, wenn dich einer von den weniger netten Leuten auffrisst. Die interessiert ein Stück Metall nicht, wenn sie Appetit auf Menschenfleisch haben.”
Ich schaue sie verunsichert an. Kurz darauf steht ein Becher mit warmen Met vor mir.
“Na dann viel Spaß”, verabschiedet sie sich mit einem amüsierten Grinsen und widmet sich einem Gast, der sich lautstark darüber beschwert, dass in seiner Bloody Mary kein Blut ist. Ah, der andere Bluttrinker. Der Dämon Buluc Chabtan (aus Die Götter der Dämmerung von Jasmin Engel), Gott der Blutopfer. Kein Wunder, dass ihm der Tomatensaft nicht schmeckte.
Ich stecke das Heftchen mit dem Badge wieder ein, nehme den Met und gehe mit einem flauen Gefühl im Magen weiter. Mit Blutsaugern konnte man zur Not noch argumentieren, dass sie noch was übrig ließen, aber Menschenfresser – wenn es diese hier gab, hatte Narzissa das nicht erwähnt. Blöderweise hatte ich aber auch nicht explizit danach gefragt. Gefährlich werden konnten mir hier alle.

Plötzlich hüpfte mir etwas auf die Schulter und ich ließ fast meinen Metbecher fallen.
“Hallo, hallo, hallo.” Die Worte kamen in einem Sing-sang, als das Wesen auf und ab wippte. “Du solltest nie nicht hier sein nicht!”
Anscheinend war meine Verkleidung doch nicht so gut, wie ich gedacht hatte. Verdammt. Obwohl. Als das federleichte Wesen meinen Arm hinabkletterte, um daran zu baumeln erkannte ich es. Das Gruselwusel (aus Das Gruselwusel von mir)! Natürlich würde es mich wiedererkennen!
“Ich bleib bei dir, dann bist du nicht so allein, nicht!”, verkündete es mit blitzenden gelben Augen. Ohje, das konnte ja heiter werden.

Doch viele Möglichkeiten etwas anzustellen hatte es nicht, denn es verschwand sobald das Licht ausging. Ein Spotlight richtet sich auf die Bühne in deren Mitte ein Barhocker stand. Obendrauf, das Mikro in der Hand: Ein Tentakel. Bob (aus Andrea, die lüsternde und die und die lustigen Tentakel des Todes von Diandra Linnemann), wenn ich mich richtig an die Worte des Spiegels erinnere. Damit startet also das Unterhaltungsprogramm, eine Comedy-Show. Nach ein paar Witzen muss ich mir eingestehen, dass ich schon weitaus bessere gesehen habe …

Während alle gebannt dem Außerirdischen lauschen, gehe ich zum Fenster. Unter mir erstreckt sich ein Kürbisbeet, oder eher das, was davon übrig ist, ein wahres Kürbisgemetzel (gleichnamige Anthologie von und mit Roxane Bicker) … vermutlich waren das die Werwölfe (aus dem #Neubrandenwolf von mir), die sich noch immer zwischen den Überresten jagen. Es ist heute schließlich nicht nur Halloween, sondern auch Vollmond.

Ein geschnitzter und beleuchteter Kürbis mit Wolfsgesicht.

Also dann gebt auf euch acht, heut Nacht!

Poison

P.S. Mehr gruselige Geschichten findet ihr auch hier: Halloween Wanderkürbis.

Märchensommer Buchvorstellung #6

Willkommen in der siebten und letzten Woche des Märchensommers!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Habt ihr schon alle Rätsel gelöst und die Rallye durchschritten? Nein, dann wird es aber Zeit! Noch bis zum 19.7. könnt ihr eure Lösungen einreichen. Alle Links findet ihr auf der oben verlinkten Übersichtsseite.

Könnt ihr es glauben? Der Märchensommer ist schon wieder fast vorbei … selbst wenn man nicht Reisen kann, vergeht die Zeit einfach wie im Flug …

Heute möchte ich euch ein paar weitere Bücher vorstellen, auf die ich beim BücherHamstern gestoßen bin.

Cover Tatort Märchenwald
Cover Psycho im Märchenwald

Diesmal sind es keine Adaptionen sondern Sachbücher, die ich bei Edition Roter Drache entdeckt habe.

Wie die meisten von uns wissen, waren Märchen nicht immer harmlos (s.a. Das wahre Ende von Märchen) und auch in den herabgeschwächten Versionen von heute werden noch einige Straftaten begangen. Tatort Märchenwald von Rona Walter und Kristina Lohfeldt beschäftigt sich mit eben jenen. Alltbekannte Märchen werden mit Fokus auf ihre kriminalistischen Hintergründe in ein neues Licht gerückt.

Psycho im Märchenwald von Alexa Waschkau und Sebastian Bartoschek hingegen, befasst sich mit der psychologischen Analyse der kulturhistorischen Wurzeln des Materials.

Beides klang für mich sehr spannend, auch wenn ich noch nicht reingelesen habe.

Ein weiteres Sachbuch, dass aber noch kein Cover und keinen Erscheinungstermin (mehr) hat, ist zu „Behinderungen im Märchen“ von Tanja Kollodzieyski (auf Twitter als @rollifraeulein unterwegs). Es wird im Frohmann Verlag erscheinen und steht schon jetzt auf meiner zu-kaufen-Liste.

Habt ihr euch schon mal mit diesen Aspekten von Märchen beschäftigt?

Anne/Poisonpainter

Märchensommer Buchvorstellung #3

Willkommen in der dritten Woche des Märchensommers – und meinem sechshundertsechsundsechzigsten Beitrag!

Auch heute möchte ich euch nicht vorenthalten, welche neuen Märchenadaptionen seit dem vergangenen Jahr erschienen sind – oder was ich neu entdeckt habe.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Weiter geht es mit einem weiteren „Licht und Schatten“ Novellenpaar der Märchenspinnerei:

Nachdem wir letzte Woche vorweg gesprungen sind, heute wieder einen Schritt zurück zum zweiten Novellenpaar von Tina Skupin, and Janna Ruth: Die Wylde Jagd.

Nach ihren Adaptionen Hollerbrunn (Frau Holle) und Im Bann der zertanzten Schuhe (Die zertanzten Schuhe – Gewinner Indie Seraph 2018) widmen sich die beiden dem Märchen Brüderchen und Schwesterchen, das Ganze verknüpft mit Elementen aus walisischer Mythologie und der Legende von der Wilden Jagd.

Die Wilde Jagd während der Rauhnächte thematisiertet Tina ja bereits in Hollerbrunn. Mit Wyld Hunt Casino geht sie einen Schritt weiter und nimmt Leser:innen, in skupinsch humoristischer Manier, mit auf einen Oceans-würdigen, ausgeklügelt geplanten Überfall (Heist) in Las Vegas.

Ruhiger, und vor allem romantischer erzählt Jannas anschließend die Geschichte des Herr der wilden Jagd in Wales weiter. Besonders interessant hier, ein autistischer Nebencharakter. Nach der Posttraumatischen Belastungsstörung widmet sie sich somit einem weiteren Thema, das in der Literatur oft untergeht.

Die Schreibstile der beiden sind so unterschiedlich wie faszinierend, dass ich schon sehr gespannt bin, in diese Welt einzutauchen.

Seid ihr schon mit der Wylden Jagd geritten?

Anne/Poisonpainter

Märchensommer Buchvorstellung #2

Willkommen in der dritten Woche des Märchensommers!

Wie bereits erwähnt, wird es in diesem Jahr keine Montagsfragen geben, ich möchte euch dennoch nicht vorenthalten, welche neuen Märchenadaptionen seit dem vergangenen Jahr herausgebracht wurden – oder was ich neu entdeckt habe.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

weiter geht es mit den Neuerscheinungen in der Märchenspinnerei

Cover Ein Funke Magie
Cover Ein Kind der Magie
Cover Versprechen der Magia

Letztes Jahr hatte ich euch Ein Funke Magie by Elena Münscher bereits vorgestellt, seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Ursprünglich im Zeilengold Verlag erschienen, mussten die Spinnerinnen nach Ende des Verlags umdenken und umstrukturieren.

Gemeinsam mit dem Verlag wollten sie Novellenpaare schaffen, die unter der Prämisse „Die Bösen und die Guten“ standen und jeweils ein Märchen von der Seite des „Bösewichts“ und der Held:innen beleuchtete. In eigener Regie – in Zusammenarbeit mit dem Machandel Verlag für die kombinierten Print-Ausgaben – wurde das Konzept nun zu „Licht und Schatten“ umgearbeitet.

Offiziell sind diese beiden das Dritte Pärchen, da Ein Kind der Magie by Mira Lindorm erst im Mai erschienen ist. Dennoch wollte ich mit den beiden anfangen, aufgrund der oben genannten Situation.

Diese Adaption – gemeinsam als Versprechen der Magie bezeichnet – geht es um Rumpelstilzchen und die Gründe, warum der Gnom Kinder sucht. Dies geschieht einmal in der Vergangenheit (Funke) und in der Gegenwart (Kind) mit einer Folgegeneration aus dem ersten Band.

Ein wirklich interessantes Konzept. Wenn ihr nun auch neugierig geworden seid, dann empfehle ich euch, genügend Märchenpunkte zu sammeln, denn der Machandel Verlag stellt drei E-Books des Sammelbandes als Preise zur Verfügung.

Habt ihr schon eines der Novellenpaare gelesen? Schreibt gern eine Rezension dazu, auch damit könnt ihr Punkte verdienen!

Anne/Poisonpainter

Märchensommer Buchvorstellung

Willkommen in der zweiten Woche des Märchensommers!

Wie bereits erwähnt, wird es in diesem Jahr keine Montagsfragen geben, ich möchte euch dennoch nicht vorenthalten, welche neuen Märchenadaptionen seit dem vergangenen Jahr herausgebracht wurden – oder was ich neu entdeckt habe.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wie jeden Märchensommer macht die Märchenspinnerei den Anfang und nicht zu knapp, denn es hat sich einiges getan …

Cover Myalig
Cover Saving Rapunzel
Cover Fassaden

Der Werdegang einer Geschichte ist manchmal genauso spannend, wie die Geschichte selbst. Ursprünglich wollte Laura Kier eine Adaption zu Die Schöne und das Tier für die Märchenspinnerei-Anthologie schreiben. Aus ihrer ersten Idee entstand allerdings ihr dystipischer Debütroman „Perfektion – Die Veränderten„, die zweite wurde zu einem Pralinen-Märchen. Nummer drei wurde schließlich zu ihrem Spinnerei Debüt Myalig – gestohlene Leben, einer Steampunk Adaption des bekannten Materials. (Den Weg zum Herz der Rosen könnt ihr hier auf Lauras Blog nachlesen: Es war einmal … ganz anders – Psst, vielleicht gibt es dazu im Verlauf des Sommers noch ein kleines Schmankerl 😉 )

Auch hier zeigt sich, das Prinzip „was lange wärt, wird endlich gut“, denn kaum erschienen, schaffte der Band es auf die Shortlist des Indie Seraph!

Die Entstehung der Rapunzel-Adaption Saving Rapunzel by Rabea Blue war für mich etwas ganz besonderes, denn ich war eine der Testleserinnen. Meine Anmerkungen und Ideen haben zum Teil maßgeblich dazu beigetragen, wie der Roman gestaltet wurde. In diesem Fall sogar wortwörtlich, denn der Vorschlag, Vergangenheit und Gegenwart bildlich abzugrenzen stammte von mir. Ein spannendes, aber auch anstrengendes Erlebnis.

Das Endresultat habe ich allerdings nicht nochmal gelesen bisher, nur entdeckt, dass Rabea mich nicht nur in der Danksagung erwähnt, sondern ich auch eine der Annes in der Widmung bin. Eine große Ehre!

Unter Gläsernen Fassaden by Sabrina Schuh bildet den dritten Band zu ihren anderen beiden Bänden Unter schwarzen Federn and Unter pinken Sternen. Die drei sind lose miteinander verknüpft durch kleinere Charaktere, die in vorherigen Bänden ebenfalls auftauchen. Alle drei Bände sind dennoch unabhängig voneinander lesbar.

Besonders interessant in dieser Mischung aus Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte und Aschenputtel finde ich das Konzept der Kryptografie, das Sabrina eingebaut hat. Immerhin war das eine meiner Lieblingsvorlesungen im Studium. Allerdings möchte ich die Sterne vorher lesen, daher muss meine Neugierde sich noch etwas gedulden.

Wie sieht es bei euch aus: Habt ihr eines der drei bereits gelesen?

Anne/Poisonpainter