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Din(n)er Time!

Ich “schulde” euch noch einen Hintergrund-Beitrag zu meiner neusten Anthologie-Veröffentlichung in Din(n)er4One vom Alea Libris Verlag.

Cover Din(n)er4One

In meiner Geschichte „Versetzt“ zum Gericht „Chicken Wings wird die Elfin Anwyn von ihrem besten Freund, dem Ork Goduk, versetzt. Stattdessen bekommt sie unerwartete Gesellschaft – und ein etwas anderes Gericht als bestellt.

Es war eine interessante Erfahrung diese Geschichte zu schreiben, vor allem da es romantische Elemente drin hat, die eher nicht so mein Stil sind. Natürlich darf auch eine ordentliche Portion Humor nicht fehlen.

Wer meine Schreiberei schon etwas länger verfolgt, dem werden die Namen der beiden Charaktere vielleicht bekannt vorkommen, denn, die beiden habe ich schon 2016 in einer Kurzgeschichte genutzt, in der ich das erwähnte Blind Date für einen Adventskalender beschrieb. Die Geschichte ist online nicht mehr vorhanden und müsste bestimmt mal überarbeitet werden, aber ich habe sie noch.

Ein kleines Easter Egg, dass ich mir in Anbetracht des Diner Menüs nicht nehmen lassen konnte waren die Waffeln, die ebenfalls in der Geschichte auftauchen. Als langjährige Unterstützerin von The Gamers musste das einfach sein.

Und auch die Chicken Wings sind im Prinzip eine kleine Referenz auf die Angel Chicken Wings über die ich einst im Urlaub philosophierte.

Vor Jahren habe ich übrigens das ursprüngliche Date auf einer Lesebühne vorgetragen und wurde danach gefragt, warum der Ork ein Tablett hat, entsprechend ist in diesen Text dann die Erklärung eingeflossen, dass Smartphones zu klein für ihn sind.

Übrigens ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Geschichte in der gleichen Welt spielt wie meine Geschichten in Dunkle Federn, Scharfe Krallen and Dunkle Pfade Scharfe Zähne. Ich weiß noch nicht, ob die Charaktere sich jemals begegnen, aber es fühlt sich zumindest nach der gleichen Welt an.

Also dann, guten Hunger!

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6 Monate #Neubrandenwolf

Es ist kaum zu glauben, dass bereits ein halbes Jahr vergangen ist, seit mein Debütroman „Das Jahr des Mondes“ aka der #Neubrandenwolf erschienen ist!

Ich nutze die Gelegenheit für einen Rückblick …

Was bisher geschah …

Seit Veröffentlichung zur BuchBerlin ist einiges passiert. Ich hatte nicht nur diverse Lesungen, sondern auch unerwartete Kooperationen und Verkaufsmöglichkeiten.

Wie ich neulich schon erzählt habe, steht der Wolf in drei regionalen Buchläden, aktuell sogar in vier, da ein Thalia in Rostock für den Welttag des Buches eine Aktion mit Selfpublishenden aus der Region plant und uns jetzt schon in der Auslage präsentiert, aber dazu später mehr!

Auf der LBM durfte der Wolf beim Stand vom Alea Libris Verlag einziehen, sodass ich es vergangenes Wochenende auf die 100 verkauften Exemplare geschafft habe. Etwas, dass ich bisher als gering empfand, aber bereits gelernt habe, dass es von einigen Schreibenden, deren Arbeit ich bewundere noch nicht erreicht wurde …

Ein weiterer Aspekt, der mich immer wieder überrascht ist, dass dir im Selfpublishing häufig gesagt wird, dass die meisten Verkäufe E-Books sind. Ich habe aktuell nicht mal 10 E-Book Verkäufe. Das meiste sind bei mir tatsächlich die Prints, die weggehen, teilweise in erster Linie durch die Kooperationen mit den Buchhandlungen.

Was allerdings in diesen sechs Monaten ausblieb, sind Rezensionen. Aktuell gibt es nur eine auf Amazon, die mich beim Lesen etwas verwirrt hat. Ich empfinde den romantischen Aspekt zwischen zwei Charkateren als nicht so präsent wie die Leserin. Ja, sie verlieben sich und es wird gezeigt, dass sie gerne zusammen wären, aber sie sind es am Ende des Buches nicht. Entsprechend spannend, dass es bei der Rezensentin als romantisch angekommen ist …

Wer also den Wolf gelesen hat – oder als Rezensent lesen möchte – ich würde nicht „nein“ sagen!

Was steht an?

Ich habe schon jetzt drei feste Lesungstermine, zwei weitere sind noch in der Planungsphase. Darüber hinaus werde ich morgen beim Osterfeuer auf Schlossgut Broock einen Stand für unser Projekt betreuen – und da der Wolf im Tollensetal spielt, diesen mit dabei haben.

Ende April steht dann seitens des Projekts ein „Tollensemarkt“ in Altentreptow an, auch dort werde ich meine Sachen zusammen mit anderen Schreibenden aus der Region präsentieren.

Zusätzlich dazu bin ich wieder auf der Buchmesse Nord-West-Mecklenburg und mit den Kelpies auf der BuchBerlin. Es wird also noch ein paar Möglichkeiten geben Wölfe (und andere Geschichten von mir) zu adoptieren!

Ich muss auf alle Fälle demnächst neue Bücher bestellen, damit ihr sie auch bekommt …

Bis dahin

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Noch zwei mal Lesen …

… dann ist das Jahr vorbei.

Verging die Zeit für euch auch so schnell? Der November war wie im Flug vorbei und morgen fangen wir schon wieder an Türchen zu öffnen, um die Weihnachtszeit einzuläuten.

Apropos Türchen!

Auch dieses Jahr nehme ich wieder am Lebendigen Adventskalender der Kirchengemeinde meiner Heimatstadt teil. Dafür und für eine Lesung im Gutshaus Waldberg drei Tage vorbei zu einem derer Adventsmärkte, habe ich mir ein paar Geschichten aus meinem Adventskalender von 2014, meinem allerersten, vorgenommen und aufgearbeitet.

Wer neugierig ist, was ich damals so fabriziert habe, diese Geschichten habe ich gewählt:

Dazu vielleicht noch die überarbeitete Fassung des Ruinenzaubers (Veste Landskron), die ich vor ein paar Jahren anfertigte und vielleicht einen Auszug aus meiner Geschichte aus den Acht Wochen Dunkelheit.

Das Lichtlein war tatsächlich die einfachste Überarbeitung, der Stern die schwerste. Letzterer ist auch nicht mehr mit der verlinkten Fassung vergleichbar. Auch der Weihnachtsmarkt hat eine andere Wendung genommen, denn ich habe ihn zu einer Bonusszene für den Neubrandenwolf gemacht! (Und ja, ich muss da immer noch die Seite für überarbeiten … XD).

Hier alle Daten auf einen Blick:

Grafische Darstellung der im Beitrag genannten Termine

Adventsmarkt
Thema: Phantastisches MV
Wann? 10.12.2023, 16 Uhr
Wo? Gutshaus Waldberg, Waldberg 1, 17109 Demmin

Lebendiger Adventskalender
Wann? 13.12.2023, 18 Uhr
Wo? Kaminzimmer des Gemeindehaus Jarmen, Neuer Markt 6, 17126 Jarmen

Vielleicht sehen wir uns ja, ich würde mich freuen!

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P.S. Merkt euch das Gutshaus Waldberg, denn da darf ich am 2.2.24 aus dem Wolf lesen!

Ein Kürbisfest an Halloween

Das ich mittlerweile einen neuen Brotjob habe, dürfte den meisten bekannt sein, heute darf ich mich dort auf dem Kürbisfest im Dorfladen ein bisschen ausprobieren.

Denn ich darf nicht nur einen Büchertisch mit Büchern aus der Region und darüber hinaus (inklusive meiner eigenen) – hab es mir nicht nehmen lassen, da meine eigenen Kontakte zusätzlich zu denen aus dem beruflichen Netzwerk spielen zu lassen, um eine bunte Mischung zu bekommen – betreuen, sondern auch das Kürbisschnitzen!

Es ist schon eine Weile her, dass ich das das letzte Mal gemacht habe, aber ich freue mich darauf, Interessierten die Geschichte der Jack O Lantern zu erzählen und es ihnen zu zeigen. Dann gibt es nächstes Jahr ein neues Bild mit dem ich euch in diese Nacht voller Seelen und Monster entlassen kann!

Letztes Jahr habe ich euch von der Idee einer Gruselantho erzählt. Ich bin leider noch nicht darüber hinaus, die Geschichten zusammengestellt zu haben, aber ein paar davon habe ich mir für heute rausgesucht, um sie vorzutragen, wenn es zur Gelegenheit passt. Ich merke bei sowas immer wieder, wie schwierig es mir fällt, die Altersfreigabe meiner Geschichten einzuschätzen. Vielleicht liege ich damit richtig, vielleicht aber auch total daneben!

Ausgewählt habe ich folgende Titel:

Dabei fiel mir übrigens auf, dass ich sowohl das Gruselwusel, als auch den Spuk im Tierpark in meiner Datei vergessen hatte! Ich sollte mir dringend mal meine Geschichten besser sortieren, um einen Überblick zu behalten … habe neulich festgestellt, dass ich um die 70 Kurz- und Kürzestgeschichten habe, da könnte das hilfreich sein!

Ich bin gespannt, wie sich das heute alles abspielt, ob ich zum Lesen komme – und für wen, ob der Tisch und das Schnitzen angenommen wird. Auf alle Fälle freue ich mich darüber, dass ich mich hier ausprobieren darf!

Welche Pläne habt ihr heute Nacht?

Hier schon mal eine Laterne als Begleitung

Geschnitzter Kürbis mit Eckzähnen und einem winzigen und einem riesigen Auge.

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Wölfe in die freie Wildbahn entlassen!

Vor fast einem Monat ist es endlich geschehen! Der #Neubrandenwolf bzw. wie er richtig heißt „Das Jahr des Mondes“, mein Debütroman, ist erschienen!

Könnt ihr das glauben? Es ist schon fast ein ganzer Monat rum und ich habe es immer noch nicht so ganz begriffen.

Direkt zur BuchBerlin hatte ich ihn dabei und seit dem – und schon vorher – sind schon mehr als 42 verkauft worden. Wie krass ist das bitte?

Ich denke jedes Mal wieder, dass ich mich da irgendwo verrechnet haben muss, dass das gar nicht stimmen kann …

Hinzukommt, dass ich heute ein Belegexemplar in die Regionalbibliothek Neubrandenburg bringe – und diese mir auch die Möglichkeit nächstes Jahr dort zu lesen angeboten haben. Es stehen also noch ein paar spannende Dinge an, die ich noch gar nicht genauer benennen kann!

Für alle, die sich fragen, ob der Wolf was für sie ist, hier nochmal alle Fakten auf einen Blick:

Mockup des Covers als E-Book und Buch. Cover: Drei Wolfssilhoutten stehen auf dem Weg vor einem gotischen Tor (Stargarder Tor Neubrandenburg) über dem der Vollmond zu sehen ist. Alles in einem blauen Licht gehalten und der Titel prangt groß über dem Tor.

Titel: Das Jahr des Mondes

Erscheinungsdatum: 29.09.2023

Preis: 14,99 € (+ 2,25 € Porto) – E-Book 9,99 €

Seitenzahl: 356 (360 im Print, weil der Einfachheit halber im Druck noch 2 Leerseiten hinzugefügt wurden …)

Klappentext:
Vier Tore.
Drei Wölfe.
Zwei Leben.
Ein Jahr.

Thomas führt ein ganz normales Leben im mecklenburgischen Neubrandenburg – oder zumindest so normal, wie es für einen unter Menschen lebenden Wolf geht. Alles ändert sich, als er nach zehn Jahren auf andere seiner Art trifft.
Gemeinsam stellen sie sich gegen Bürokratie und Vorurteile und lernen mehr darüber, was es bedeutet, ein Werwolf zu sein. In ihrer unerwarteten Freundschaft finden sie dabei einen Zusammenhalt, der ihnen lange Zeit gefehlt hat.

Positive Tags: Werwölfe, #FoundFamily, Gesellschaftskritik, queere Charaktere und Beziehungen (Casual Queerness), (kulinarischer) Lokalkolorit

Content Notes: Alkoholkonsum, Gewalt gegen (Wer)Wölfe, Verlust eines Partners und damit verbundene Trauer, nicht detailliert beschriebenes Massaker, Angedeutete Homophobie, (sexuell konnotierter) Übergriff, Alltagsrassismus, traumabedingte Disasoziation, rassistisch motiviertes Attentat, Selbstjustiz

Verkaufslink: BoD Amazon

Irgendwann schaffe ich auch noch alle Informationen auf der entsprechenden Seite einzupflegen …

Ich habe noch einige Exemplare hier, also falls ihr ein signiertes Buch möchtet, meldet euch gern auf den gängigen Kanälen bei mir!

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Unten im Fluss

Dieser September ist für mich geprägt von Veröffentlichungen. Zum einen ist die Broschüre zur Bild-Schreib-Werkstatt erschienen, zum anderen die Nachfolge-Anthologie zu Dunkle Feder, scharfe Krallen. Und übermorgen erscheint dann auch noch der #Neubrandenwolf passend zum Aufbau der BuchBerlin, wo ihr ein paar Exemplare direkt bei mir erwerben könnt – ich nehme aber auch Bestellungen entgegen.

Aber heute geht es um die Anthologie.

Dunkle Pfade, scharfe Zähne

Cover Dunkle Pfade, scharfe Krallen

Schon kurz nach der Veröffentlichung des ersten Kurzgeschichtenbandes, war klar, dass Herausgeberin Mika M. Krüger eine weitere Anthologie mit uns herausbringen will.

Bald darauf stellte lud sie drei weitere Schreibende in unsere Runde und stellte uns ihre Idee vor: Geschichten zu Yokai, Japanischen Geisterwesen. Und da auch dies wieder eine Spendenanthologie ist, gehen alle Einnahmen an die Deutsch-Japanische-Gesellschaft Berlin.

Wir alle durften uns eines Aussuchen – natürlich mussten wir schauen, dass wir nicht die gleichen erwischen – und unsere Geschichten bis zum Ende letzten Jahres verfassen. Mein Yokai: Ein Kappa.

Übrigens gibt es in der Anthologie nicht nur die Namen der Yokai in Kanji, sondern auch einen kleinen Beschreibungstext zu ihnen – und ein entsprechendes Glossar für die genutzten Begrifflichkeiten.

Zitategrafik. Der Hintergrund ist zart Rosa gehalten mit getuschten Bäumen am unteren Rand. Links ist ein Frauenkopf an deren Hinterkopf eine Oni-Maske befestigt ist. Text: ”Er nennt mich Schneewittchen”, änderte die Schlange das Thema. Taki war sich sicher, dass sie grinsen würde, wenn sie es könnte. Unten: Aus “Unten im Fluss” von Anne Zandt

Ich weiß nicht mehr genau, warum ich mich für ein Kappa entschieden habe. Von Anfang an wusste ich jedoch, dass eine Figur aus meiner Geschichte „Stadtgeschichte“ aus der ersten Anthologie mit Taki interagieren würde. Dass sich dann auch eine zweite dazugesellte, kam eher überraschend. Aber ich finde, es ist schön zu sehen, was aus Schneewittchen, die dort ihren großen Moment hatte, wiederzutreffen.

Taki ist die Blickwinkelfigur/der Hauptcharakter der Geschichte. Was für mich sehr spannend war, da ich viele Gegenstände beschreiben musste, für die Taki keine Worte kennt. Smartphones, Badesachen und Motorräder sind halt Dinge, die unten im Fluss keine Relevanz haben.

Zitategrafik. Der Hintergrund ist zart Rosa gehalten mit getuschten Bäumen am unteren Rand. Links ist ein Frauenkopf an deren Hinterkopf eine Oni-Maske befestigt ist. Text: “Nach dem fünften Mal hatte Taki keine Lust mehr und spritzte dem stöhnend am Boden liegenden Landwesen eine Ladung Wasser aus seinem Schnabel ins Gesicht.” Unten: Aus “Unten im Fluss” von Anne Zandt

Diese Spielerei ist übrigens auch der Grund, warum es von Takis Geschichte bereits ein Spin-Off gibt. Über das MentoringKUNST Programm habe ich Christine Lengtat kennengelernt, die für ein Kunst Heute Projekt zu Radkappen Geschichten suchte.

Das Ergebnis könnt ihr in den Neuen Räume 2023 Wismar sehen, wo es am 30.9. 19 Uhr eine Lesung mit Performance gibt.

Ich bin schon sehr gespannt, wie das Projekt ankommt – vor allem, da ich meinen Text auch eingelesen habe. Nachzuhören auf Youtube.

Doch das ist noch lange nicht alles, hier noch ein paar weitere interessante Termine zur Anthologie:

  • Erschien am 23.09.2023
  • Lesung auf der Buch Berlin: 30.09. 14:00 -14:30 Uhr
  • Lesung auf Twitch bei Saskia Dreßler: 19.10. 17 Uhr
  • Lesung Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin: 25.10. 18 Uhr (<-da bin ich dabei!)

Und soweit ich das richtig im Kopf habe, wird es auch wieder eine Leserunde auf lovelybooks geben.

Bleibt also gespannt!

Bis dahin

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#CroMär: Kapitel 21

Heute endet das diesjährige #CroMär, hoffe, es hat euch gefallen!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kapitel 21

Entsetzt drückte Becky Regina von sich weg und sprang auf. »Verarschen kann ich mich alleine!«

Sie wollte gerade davonstürmen, da stellte Ralf sich ihr in den Weg. Wie er sich so schnell bewegen konnte, war für Regina noch immer ein Rätsel.

»Lass es dir erklären«, bat er sie ruhig und Regina sah Becky an, dass sie zunächst drauf und dran war abzuhauen, aber sich dann doch wieder setzte.

»Mischa ist ein kleiner, dürrer, uralter, grau-getigerter Kater, kein Mensch.« Den Worten fehlte jegliche Emotion und Regina setzte an, Ralf wegen des Magiegebrauchs zu maßregeln, doch er schüttelte nur den Kopf.

»Ich bin ja auch kein Mensch!«, mischte Mischa sich ein und hockte sich mit angewinkelten Beinen auf den Tisch.

Wie in Trance folgte Becky der Bewegung, dann riss sie die Augen auf und Regina bemerkte dadurch, dass Mischa sich vor ihnen zurückverwandelte.

Für einen Moment beobachteten sie, wie der Kater sich aus der Kleidung wühlte, nur um sich dann ausgiebig zu putzen.

»Das ist doch alles nur ein Traum, das ist nicht real!«, entfuhr es Becky, sobald Ralf den Zauber von ihr löste.

»Oh, glaub mir, dass wünsche ich mir seit Monaten!«, pflichtete Regina ihr bei und verschränkte die Arme.

Nun sah Becky Regina verwirrt an, doch bevor sie entsprechende Fragen stellen konnte, schlug Regina vor, den Rest des Tages zu schwänzen, damit sie ihr alles erklären konnte.

Und das tat sie dann auch, nachdem sie es sich im Campus-Park mit Kakao und Keksen auf einer Decke gemütlich gemacht hatten, die Ralf beiläufig herbeigezaubert hatte. Dass es Regina war, die die Kekse gebacken hatte, war Teil ihrer Erklärung. Mit jedem Zaubertrick schien Becky mehr zu verstehen und zu begreifen, die dazugehörigen Geschichten waren ihr allerdings zu absurd.

»Können wir dann jetzt endlich meine neuen Stiefel besorgen?«, drängte Mischa sich in eine Pause der Unterhaltung.

Als Ralf ihr auch das erklärt hatte, stand Regina genervt schnaubend auf und hielt Becky ihre Hand entgegen. »Sieht so aus, als müssten wir dann wohl erstmal shoppen gehen.«

Becky ließ sich aufhelfen, dann fing sie an zu lachen. »Deine Oma ist Frau Holle.«

»Ja?« Regina verstand nicht, worauf ihre Freundin hinauswollte und was daran so lustig war.

»Weißt du noch, als ich im ersten Semester mal bei dir übernachtet habe und sie morgens bei euch war?«

Regina zermarterte sich das Hirn nach der Begebenheit, dann fiel es ihr wieder ein. Gleichzeitig zitierten sie: »Habt ihr auch die Betten ausgeschüttelt?«

Diesmal brachen sie beide in schallendes Gelächter aus und nahmen einander dabei fest in den Arm. Hoffnung und Freude durchströmte Regina, endlich hatte sie ihre beste Freundin wieder und musste ihr nichts mehr verheimlichen!

Und das Katerproblem konnten sie nun gemeinsam lösen.

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder märchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier thematisiert ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Des Katers neue Kleider

Ich hoffe, es hat euch gefallen!

Anne/Poisonpainter

#CroMär: Kapitel 20

Das #CroMär geht weiter.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kapitel 20

Während die Illusionskatzen Mischas neue Besitzerin – Regina wollte sie nicht Herrin nennen – suchten, konnte sie zumindest noch den Rest der Vorlesung mitnehmen, da Ralf auf den Kater aufpasste. Die Antworten auf Beckys Fragen konnte sie zumindest bis zur Pause aufschieben. Gemeinsam gingen sie anschließend dafür in die Mensa, um dort die Zeit bis zur nächsten Vorlesung mit einem schnellen Mittagessen zu verbringen. Was Regina nicht erwartete, war Ralf und Mischa ebenfalls dort zu finden. Gezielt lenkte Regina Becky zur Seite und setzte sich mit dem Rücken zu den anderen, bevor diese sie entdeckten. Gerade wollte sie nicht über Magie und stiefellose Kater nachdenken, sondern einfach nur ein bisschen Zeit mit ihrer besten Freundin verbringen.

»Was ist passiert? Irgendetwas mit deiner Oma?«

Der Ton von Beckys Frage verwirrte Regina, es schwang etwas mit, dass sie nicht zuordnen konnte. Sie schüttelte den Kopf. »Nein, meiner Oma geht’s gut. Ich musste nur wieder -« jemandem mit einem magischen Problem helfen, konnte sie leider nicht sagen. »eine Besorgung erledigen, die natürlich nicht aufgeschoben werden konnte.« Die Lüge schmerzte, aber somit hatte sie sich in den letzten Monaten immer herausgeredet. Bei ihren Freunden, bei ihren Dozierenden, bei ihrem Nebenjob. Sie alle bekamen Ausreden und Lügen. Dass sie noch nicht über ihr eigenes Netz gestolpert war, grenzte an ein Wunder.

»Entschuldigung?«, beendete eine unerwünschte Stimme die Unterhaltung, bevor sie überhaupt richtig starten konnte.

Regina musste ein verächtliches Schnauben unterdrücken und drehte sich mit genervt zusammengezogenen Brauen zum Kater. Doch dieser beachtete sie nicht, sein Blick starr auf Becky gerichtet, seine Hände strichen nervös übereinander.

»Hannchen?«, fragte Mischa, die Hoffnung deutlich in diesen einem Wort.

Becky sog scharf die Luft ein und Regina schaute verwirrt zwischen den beiden hin und her.

»So-so hat meine Oma mich immer genannt …«, kommentierte Becky im Flüsterton.

Mischa nickte begeistert und setzte sich neben Regina auf die schmale Bank und legte die Hände über Beckys. »Sie schickte mich zu dir«, verkündete er ihr sanft.

Die Augen weit aufgerissen, traf Regina die Erkenntnis wie ein Schlag. Ihre beste Freundin hatte ihre Großmutter verloren und sie war so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie nichts davon mitbekommen hatte. »Warum hast du nichts gesagt?«, presste sie hervor.

»Ich wollte dich nicht belasten, du hast so viel um die Ohren«, gab Becky kleinlaut zu und Tränen stiegen in ihre Augen.

Ohne Umschweife stand Regina auf, umrundete den Tisch und nahm ihre Freundin in die Arme. »Egal wie beschäftigt ich bin, du kannst mir alles erzählen! Du belastest mich damit nicht!«

Sogleich ließ Becky den Tränen freien Lauf, klammerte sich an Regina und erzählte mit belegter Stimme, wie ihre Oma plötzlich eingeschlafen war.

»Es war ihre Zeit«, kommentierte Mischa trocken als sie endete. Sein Nicken wirkte selbstgefällig und überzeugt. »Es tat ihr leid, dass sie sich nicht mehr persönlich verabschieden konnte, aber sie war froh noch mit euch feletoniert zu haben bevor sie sich zur ewigen Ruhe bettete.«

Becky richtete sich von ihrer Position gegen Reginas Schulter auf. Regina konnte sich das Augenrollen nicht verkneifen, aber Katzen hatten vermutlich kein Verständnis für Taktgefühl.

»Es heißt telefonieren«, korrigierte Ralf unvermittelt, der sich in der Zwischenzeit zu ihnen geschlichen hatte.

Mit einem »Oh« begann Mischa das Wort wiederholt vor sich herzusprechen.

»Was? Wer? Was?« Verwirrt starrte Becky sie nacheinander an.

Regina seufzte. Es war Zeit die Katze aus dem Sack zu lassen. »Das ist Mischa, der Kater deiner Oma.«

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder märchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier thematisiert ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Der Kater aus dem Sack

Nächsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter

#CroMär: Kapitel 19

Das #CroMär geht weiter.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kapitel 19

Als Ralf endlich ankam, stand Regina mehrere Meter von Mischa entfernt. Ihre Nase lief, ihre Augen tränten und am liebsten wäre sie einfach weggerannt und hätte den Kater stehen lassen. Ihr schlechtes Gewissen ließ das nicht zu.

»Du siehst -«, noch bevor Ralf den Satz beenden konnte, tat Regina es für ihn: »Scheiße aus. Ich weiß.«

Ohne, dass sie fragen musste, reichte er ihr eine Tinktur, die sie sogleich hinunterstürzte. Zum Glück dauerte es nicht lange bis die Wirkung einsetzte, sodass sie endlich wieder frei atmen konnte. Nach einem knappen Danke, brachte sie ihn auf den aktuellen Stand während sie zu Mischa zurückkehrten.

»Der Zauber des gestiefelten Kater, lässt das Tier die neue Person spüren, wenn der Besitz wechselt«, erklärte Ralf ruhig. »Das heißt, wenn du dich weiter durch die Stadt bewegst, wirst du irgendwann Hannchen begegnen und sie erkennen.«

»Dann is doch alles geregelt?«, wollte Regina die Situation so schnell wie möglich beenden. Vielleicht konnte sie so doch noch ein paar Vorlesungen heute mitmachen.

»So einfach ist das leider nicht. Ja, ohne die Stiefel aktiv zu tragen, kann die Verwandlung aufrechterhalten werden, aber nur für einen begrenzten Zeitraum.« Ralf sah Mischa eindringlich an. »Je länger es dauert, deine Stiefel oder deine neue Herrin zu finden, umso mehr wirst du vergessen wen du suchst und was deine Aufgabe ist.«

»Ich hasse Zeitfenster«, brummte Regina genervt und verschränkte die Arme. Das hätte ihr bei der Entzauberung von Wolf schon mal fast das Genick gebrochen. »Wie schlimm wäre es, wenn das passiert?«

»Das kommt auf Mischa an«, entgegnete Ralf und hob eine Augenbraue in Richtung des Katers. »Wenn du ein ganz normaler Kater werden willst, kannst du den Zauber auslaufen lassen.«

Entsetzt riss Mischa Augen und Mund auf. »Niemals!«, schrie er ihnen entgegen und Regina war sich sicher, ein Fauchen hinter dem Wort zu hören. »Meine Herrin hat mich Hannchen vermacht und ich werde sie unterstützen und beschützen, bis sie im hohen Alter einschläft und mich weitergibt!«

Regina war sich nicht sicher, was sie davon halten sollte. Wenn sie den Zauber richtig verstand, war der Kater nahezu ein Sklave der Magie, allerdings schien er ihm auch gewisse Freiheiten wie den Gestaltwandel und die damit verbundenen Möglichkeiten zu geben. Und wer war sie ihm seinen Lebensstil auszureden?

»Seit wie vielen Generationen bist du schon Gestiefelt?«, fragte Ralf unvermittelt und kramte nebenbei in seiner Tasche.

Mischa kratzte sich mit der eingeknickten Hand am Ohr, sah hin und her, dann zuckte er mit den Schultern. »Die Zeit ist so lang, ich habe die ersten mittlerweile vergessen. Vor meiner alten Herrin erinnere ich mich an vier andere, aber ich weiß, da waren mehr.«

»Und du bleibst immer bei ihnen bis sie sterben?«, hakte Regina nach, während sie im Kopf nachrechnete, wie alt der Kater sein musste und ob er dadurch älter war als Ralf.

»Oder sie mich weiterschicken«, kommentierte Mischa nur mit einem erneuten Schulterzucken.

»Es gibt einen Weg, wie wir die Suche beschleunigen können«, verkündete Ralf und setzte sich im Schneidersitz auf den Boden.

Mischa folgte ihm sogleich in die Hocke und sah ihn neugierig an, Regina betrachtete die Szene vor sich skeptisch. Auf Ralfs Schoß lag ein Zeichenblock, neben ihm ein schwarzes Kästchen mit einem seltsamen Stein und einem Pinsel. Aus einer Flasche tropfte Ralf etwas Wasser in das Kästchen und rieb dann in langsamen Kreisen den Stein darüber. Diesen Vorgang wiederholte er einige Male, dann sah er Mischa erwartungsvoll an.

»Ich brauche einen Tropfen Blut von dir für den Zauber.«

Erschrocken fiel Mischa auf den Hosenboden, aber dann streckte er pflichtbewusst die Hände über die Flüssigkeit, die sich im Kästchen gesammelt hatte, und piekte sich mit dem spitzen Fingernagel in den Finger der anderen Hand. Ein einzelner Tropfen fiel in die seltsame Mischung und Ralf zog erneut einen Kreis, diesmal mit dem Pinsel. Dann setzte er diesen auf das Papier und begann zu zeichnen. Erst jetzt verstand Regina, dass er eine Art Kalligraphie-Technik verwendet, um den Zauber zu wirken.

Einen Zauber, der ein reales Ebenbild der gezeichneten Katze aus dem Papier steigen ließ.

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder märchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier thematisiert ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Der Zauberer der Katzen malte

Nächsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter

#CroMär: Kapitel 18

Das #CroMär geht weiter.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Kapitel 18

Resigniert nahm Regina das Handy aus der Tasche und schrieb Becky, dass sie es nicht schaffen würde und dass sie sie bitte abmelden und ihr die Mitschrift schicken solle. Auf die Nachfrage, ob etwas Schlimmes sei, kommentierte Regina nur, es sei nervig und fragte sich wiederholt, ob sie ihre Freundin einweihen sollte und ob sie das überhaupt durfte. Uni für den Tag abgehakt, ging sie ein paar Schritte Beiseite und rief ihren Joker in Sachen magische Probleme an. Es dauerte einen Moment bis er mit einem verschlafenen »Guten Morgen« antwortete.

Verdammter Langschläfer, sie wollte auch zurück ins Bett!

»Raaaalf! Du musst mir helfen!«, flehte sie durch den Hörer. »Ich habe einen gestiefelten Kater ohne Schuhe und Herrin und muss die ganze Zeit niesen. Das pack ich nicht allein, wenn ich ihm helfen soll!« Zur Bestätigung tat sie genau das.

»Kannst du nicht deine Oma fragen?«

»Was meinst du, von wem ich die Katzenhaar-Allergie habe?« Sie wusste nicht, ob das so stimmte, aber so konnte sie jemanden anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Immerhin hatte der Kater sie vermutlich aufgrund ihrer Magie oder magischen Aura oder so etwas überhaupt erst angesprochen.

Ralf seufzte, rieb sich vermutlich die Augen, wie sie es schon oft gesehen hatte, wenn sie sich verquatscht hatten und es spät geworden war. »Okay«, sagte er schließlich. »Was ist genau passiert?«

Regina murmelte eine Kurzfassung, beschäftigt damit, ihre laufende Nase zu bändigen.

Wieder seufzte Ralf, verstand sie ohne viele Worte. »Wo bist du?«

»In der Uni, wo ich eigentlich die Vorlesung hätte, auf die ich mich schon die ganze Woche freue!« Ihr Frust war unverkennbar in ihrer Stimme. Im Augenwinkel sah sie, wie Mischa sich zusammenkrümmte, aber das war ihr nur recht.

»Gib mir zwanzig Minuten, dann bringe ich dir was für deine Nase. Bis dahin hast du vielleicht schon mehr aus dem Katerchen herausbekommen.«

»Einverstanden. Danke!«

Sie drehte sich wieder zu Mischa und nahm den vorherigen Faden wieder auf. »Du hast dir dann also Klamotten besorgt und bist hergekommen?«

»Genau, die hingen auf einer Leine!«

Regina nickte, das erklärte zumindest die unpassende Kleidung, aber eine Sache nicht: »Wie kannst du überhaupt menschliche Gestalt annehmen ohne Stiefel?«

»Ich muss meine Stiefel nicht tragen, um es zu können, aber sie dürfen nicht zerstört werden, dann verwandel ich mich wieder zurück. Außer meine neue Herrin schenkt mir neue Stiefel.«

»Hast du denn den Namen von ihr?«

»Hannchen«, verkündete er stolz.

»Und sie geht hier zur Uni?«

Das ließ ihn in sich zusammensinken. »Meine Herrin hat immer gesagt, was für ein kluges Mädchen ihr Hannchen ist.«

»Das ist keine Antwort auf meine Frage.«

»Ich habe Orte gesucht, wo kluge Menschen sind und dann habe ich Euch bemerkt.« Der Kater verbeugte sich, was Regina noch mehr irritierte als die Förmlichkeit. Immerhin wusste sie jetzt, dass er ihre Magie tatsächlich erkannt.

»Du hast also keine Ahnung, wer sie ist, wo sie wohnt und wie du sie finden kannst«, fasste Regina die Situation zusammen.

Mischa zuckte mit den Schultern, ein unschuldiges Lächeln im Gesicht.

»Großartig.«

Nachwort

Auch diesmal behandeln die einzelnen Kapitel wieder märchenhafte Aspekte. Könnt ihr erraten, welches hier angedeutet ist?

Übrigens heißt das Kapitel in meinen Notizen: Der Kater der auszog, sein neues Zuhause zu finden

Nächsten Mittwoch geht es weiter!

Anne/Poisonpainter