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Adventskalender: Türchen #4

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(Un)erwarteter Besuch

Katrin war mit dem Buch über der Nase in ihrem Sessel im Wohnzimmer eingeschlafen, wie es ihr bei guten Büchern, die sie einfach nicht aus der Hand legen konnte, viel zu oft geschah.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel und im ersten Moment erschrak sie, merkte dann aber, dass glücklicherweise Sonnabend war und sie nicht arbeiten musste.

Da es ein schöner Sommertag zu werden versprach, machte sie sich daran, die Milch von der Kommode zu nehmen und schalt sich innerlich dafür, dass sie das leicht verderbliche Lebensmittel hatte draußen stehen lassen. Aber was solls, es hätte ja sowieso niemand Interesse an der Milch und den Keksen haben können – und eine herumstreunende Katze gab es in ihrer Wohngegend nicht, soweit sie wusste. Sie hob das Glas und den Teller, die sie gestern Abend neben den Briefumschlag gestellt hatte, an, um sie in die Küche zu tragen, als ihr plötzlich bewusst wurde, dass der Brief weg war! Ungläubig starrte sie aufs Bord, stellte den Teller und das Glas wieder hin, sah nach, ob der Wind den Brief vielleicht heruntergeweht haben konnte, und blickte dann auf die Kekskrümelchen. Nicht nur der Brief war weg, sondern tatsächlich auch ein paar Happen der Kekse. Und vielleicht etwas von der Milch?
Katrin blieb der Mund offen stehen.
Sollte tatsächlich… der Brief… das kann doch gar nicht…
Katrin beschloss, die Milch und die Kekse einfach stehen zu lassen und erst einmal richtig wach zu werden. Sie sprang unter die Dusche, drehte den Temperaturregler nach kurzer Zeit auf ‚kühl‘ und ließ sich vom Wasser erfrischen.

Weil es draußen schon fast sommerlich warm und es außerdem ein freier Tag war, rief sie ihre Freundin an und lud sie zu einem verspäteten Frühstück im Sonnenschein ein. Bei Marmeladenbrot, Orangensaft und gekochten Eiern ließen die beiden jungen Frauen es sich gut gehen, unterhielten sich über das neueste Geschehen in der Stadt und in ihrem Freundeskreis und schon bald dachte Katrin nicht mehr an das merkwürdige Erlebnis vom Morgen.
Nachdem die beiden noch Bummeln und auf einen Cocktail in einem kleinen Laden in der Fußgängerzone eingekehrt waren, wo sie noch ein paar Freunde trafen, fiel Katrin schließlich erschöpft ins Bett, griff nach der Fernbedienung ihrer kleinen Stereoanlage, schaltete ein Hörbuch ein und war nach zehn Minuten eingeschlafen.

Nach einem ausgiebigen Ausschlafen betrat Katrin am Sonntag ihr Wohnzimmer, um dort zuende aufzuräumen. Das Geschirr vom gestrigen Frühstück stand noch herum, nur die Marmelade war schon im Kühlschrank verschwunden. Seufzend stellte Katrin Teller und Tassen auf ein Tablett, wischte die Krümel vom Tisch und wandte sich um, als ihr Blick auf den Keksteller und das halbleere Glas Milch fiel. Ihr Herz begann zu pochen. Nicholas! Da fiel es ihr wieder ein. Der Brief. Der Wunsch, ihn wiederzusehen. Dass sie das Tablett, das sie in den Händen trug, in die Küche bringen wollte, hatte sie völlig vergessen.

Während sie noch in ihrem Wohnzimmer stand, hörte sie hinter sich ein Geräusch. Es klang, als hätten sich die Fenstervorhänge bewegt, obwohl kein Lüftchen zu spüren war, gefolgt von kurzen Schritten. Intuitiv umfasste sie das Tablett fester, um sich zu verteidigen, hielt dann aber inne und drehte sich langsam um, als sie einen leichten Geruch nach gebrannten Mandeln wahrnahm. Ihr Schreck und ihr Erstaunen wichen großer Freude, als sie Nicholas, diesmal nicht in entsprechender Winterkluft sondern nur mit Bluejeans und sportlichem Pulli sowie mit flachen Schuhen statt der schweren Stiefel bekleidet erkannte.
Katrin war noch immer sprachlos, während Nicholas schon auf sie zutrat, ihr die Hand entgegen streckte und eine leichte Verbeugung andeutete.
„Du wolltest mich sprechen? Da bin ich.“ Er zwinkerte ihr zu. Katrin wurde rot, stellte das Tablett ab, nahm vor lauter Verlegenheit den Keksteller von der Kommode und hielt ihn ihm hin. „Möchtest du?“
Nicholas lachte schallend, nahm aber einen der halb übrig gebliebenen Kekse. „Na, da haben die Schlaraffen mir ja sogar noch was übrig gelassen, wie es scheint! Naja, sie sind, was Kekse betrifft, Zuhause einfach unheimlich verwöhnt. Es geht eben nichts über die Hausgemachten von Mama!“
Katrin wurde erneut rot und dachte daran, dass sie die Kekse nicht selbst gebacken hatte. Schnell stellte sie den Teller wieder auf die Kommode. „Wo kommst du denn so plötzlich einfach her?“ Die junge Frau schien ihre Sprache wiedergefunden zu haben. Sie ließ ihn gar nicht zu Wort kommen, sondern legte, genau wie die Kinder im Kindergarten ein paar Tage zuvor, sofort mit einem großen Redeschwall los. „Wie schaffst du es, dich so schnell und vor allem so ungewöhnlich fortzubewegen? Wo sind deine Rentiere und dein Schlitten? Fährst du im Sommer mangels Schnee Kutsche? Wie hat der Brief dich so schnell erreicht? Kein Wunder, dass die Kinder und erst recht wir Erwachsenen nicht nachvollziehen können, wie es denn so etwas wie einen Weihnachtsmann geben kann, wenn dieser wie du so unglaubliche Sachen vollbringt! Und …“
Nicholas lächelte gutmütig. „Immer mit der Ruhe! Ich bin hier, um auf viele deiner Fragen zu antworten.”
„Wollen wir uns setzen?“, bot Katrin an.
„Aber warum denn? Lass uns doch ein wenig spazieren gehen! Wir haben bei uns im hohen Norden fast ein halbes Jahr lang viel zu lange dunkle Tage.“
Nickend willigte Katrin ein und nahm lachend Nicholas‘ Angebot an, sich bei ihm einzuhaken.

Während sie an sommerlichen Feldern am Stadtrand entlang gingen, gab Katrin viele der Fragen, die ihr die Kinder gestellt hatten, an Nicholas weiter. Sie berichtete ihm, wie es dazu kam, dass sie ihnen von ihrem Treffen letztes Weihnachten erzählt hatte.
„Hoffentlich warst du nicht allzu glaubwürdig“, spöttelte Nicholas, ließ Katrin aber nicht merken, wie sehr er dabei an den Satz seines Vaters denken musste. ‚Sie darf nicht über, was auch immer da vorgefallen ist, sprechen. Aber das versteht sich ja von selbst. Erinnere sie daran.‘ Leichter gesagt als getan und offensichtlich sowieso zu spät – aber gut, Kindergärtnerinnen wissen es sicherlich gekonnt, eine einmal erzählte Geschichte als genau das zu verkaufen – eine Geschichte.
Ernster fuhr er deshalb fort: „Du bist dir aber darüber im Klaren, was passiert, wenn die reale Welt, die Welt, in der du lebst und in der Weihnachtsmänner dicke, alte, gutmütige Männer mit angeklebtem Rauschebart und ausstaffierten roten Wintermänteln sind, davon Wind bekommen, dass es mich und meine Familie wirklich gibt, oder?“
„Nein,“ antwortete Katrin. „Was wäre denn daran so schlimm? Sie werden euch schon nicht besuchen kommen!“
„Nein, wahrscheinlich nicht“, antwortete Nicholas, scheinbar in Gedanken versunken. Ein paar Minuten gingen sie schweigend nebeneinander her. Katrin hatte ihre Hände in die Hosentaschen gesteckt. Der Mann neben ihr schien plötzlich zu einer Figur aus einer Geschichte geworden zu sein. Nicht real. Und das machte ihr Angst.
„Du meinst, wenn die reale Welt von euch erführe… was ist denn deine Welt? Warum ist sie nicht Teil unserer Realen?“
„Das kann ich dir nicht beschreiben. Wir sind Teil eurer Welt. Wir sind da und doch wieder nicht. Niemand, der uns und unser Dorf suchen wollte, könnte uns finden. Das geht nur auf Einladung.“
Nicholas zögerte einen Moment. Dann blieb er stehen, drehte sich zu Katrin um und hob eine Hand. „Ich habe eine Idee. Ich beschreibe es dir nicht, ich zeige es dir. ‚Auf Einladung‘ habe ich eben gesagt – wenn du magst, lade ich dich hiermit zu uns ein.“

Behind the Scenes

Das heutige Gastkapitel ist tatsächlich dank meines Aufrufs entstanden. Nebu, sah ihn und bot gleich an zwei Kapitel zu übernehmen. Dieses ist das Erste, das auch wieder der Teilschere zum „Opfer“ gefallen ist, sodass es letztendlich drei Kapitel geworden sind. Teil 2 gibt es dann morgen. 😉
An dem Kapitel mussten wir vom Weltenbau und Zeitplan her noch etwas herumdoktern.
Wie lange braucht der Brief um von Katrin zu Nicholas zu kommen und wann reagiert er darauf? War nur eine der Fragen, die wir uns stellten.

PoiSonPaiNter

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Adventskalender: Türchen #3

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Missetat begangen

Noch immer unentschlossen betätigte er den Klingelknopf und „Bacardi Feeling“ ertönte hinter der Tür und Carlos grinste. Die Tochter des Chefs hatte schon einen schrägen Humor.

„Hey Carlos“, begrüßte ihn Nicole.
„Hey Blondie“, gab er freundlich zurück. „Sind deine Eltern da?“ Er wedelte mit dem Brief.
„Ja klar, wir haben gerade Kaffee getrunken. Magst du auch ein Stück Torte?“
Ohne seine Antwort abzuwarten ging Nicole durch den Flur und überließ es Carlos die Tür zu schließen und ihr zu folgen.

Um den Küchentisch versammelt saß ein Großteil der Familie. Die Torte hatte ganz sicher Nicole gebacken, was er aus ihrer Vorliebe für Schokolade schloss, denn es war eine Schokotorte mit dunkler Schokocreme und mit Schokokugeln garniert. Alles an der Torte schrie laut „Zuckerschock“ und Carlos Zähne protestierten alleine bei der Vorstellung daran, ein Stück davon zu essen. Trotzdem setzte er sich brav an den Tisch, ließ sich einen Teller mit einem Stück Torte reichen und nahm eine Tasse Kaffee entgegen.
„Was führt dich her, Carlos? Ich nehme mal nicht an, dass es die Torte war“, stellte der Chef gütig lächelnd fest und Carlos nickte eifrig. Schnell reichte er seinem Chef den Brief, den dieser natürlich längst gesehen hatte. Schweigend überflog er die wenigen Zeilen, sein Gesicht verdüsterte sich. Am Ende brummte er und fuhr mit der Hand mehrmals über seinen Bart.
„Nicholas?“, fragend sah er seinen jüngsten Sohn an. Der sah überrascht auf. Wie so oft war er mit seinen Gedanken wohl woanders gewesen.
„Far?”
„Kannst du das erklären?“ Der Chef reichte ihm den Brief und beobachtete seinen Sohn beim lesen aufmerksam. Carlos wollte am liebsten die Flucht ergreifen. Das hier ging ihn nichts an. Er sollte nicht hier sein. Warum nur hatte er den Brief selbst hergebracht, statt einen der Wichtel damit zu beauftragen?
„Oh“, meinte Nicholas lediglich, faltete das Papier sorgfältig zusammen und wollte es gerade einstecken, als Nicole ihm den Brief aus der Hand schnappte. Es entspann sich ein kleines Handgemenge um das Papierstück, in das die Chefin mahnend eingriff.
„Kinder, bitte. Benehmt euch doch wenigstens, wenn wir Gäste haben, als wärt ihr erwachsen und vernünftig“, rügte sie die beiden. Verschmitzt und peinlich berührt grinsend setzten sie sich wieder auf ihre Plätze. Allerdings hatte Nicole den Brief ergattert und las diesen nun ebenfalls.
„Katrin“, zitierte sie, hielt ihre Nase an das Blatt Papier. „Kein Parfüm“, kommentierte sie dann und gab den Brief ihrer Mutter weiter, die bereits mit ausgestreckter Hand neben ihr stand.
„Also“, fragend hob sie eine Augenbraue und musterte ihren Sohn.
Erneut hatte Carlos das Bedürfnis zu verschwinden. Vorsichtig stand er auf, schob seinen Stuhl zurück und erhob sich. Er war sich der Blicke der Familie, insbesondere der beiden jüngeren Mitglieder durchaus bewusst. Er lächelte den beiden zu und ging langsam in Richtung Küchentür. Einen letzten bedauernden, aber auch insgeheim erleichterten, Blick auf den nicht angerührten Kuchen werfend, schickte er sich an die Küche zu verlassen.
„Danke Carlos“, meinte die Chefin noch und Carlos nickte stumm, bevor er in den Flur trat. Er schloss die Küchentür hinter sich und die Stimmen wurden sofort lauter.
„Nicholas, was zum Krampus…“, hörte er noch dann ging er schnell den Flur hinunter und zur Haustür hinaus. So gerne er seinen Chef und dessen Familie auch hatte, damit wollte er lieber nichts zu tun haben. Im Zweifel würde er sowieso für Nicole oder Nicholas Partei ergreifen und etwas tun oder sagen, das er später bereuen würde.

Nicholas rutschte derweil unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Natürlich erinnerte er sich genau an den Zwischenfall. Und er hatte ihn auch aus einem guten Grund verschwiegen. Einerseits weil er sich nicht sicher war, dass er an dem Aussetzer des Schlittens schuld war und sich nicht von Nicole aufziehen lassen wollte, die in diesen Dingen einfach ein besseres Händchen hatte. Andererseits weil niemand von Katrin und der Sonderwunscherfüllung hatte erfahren sollen. Es ließ sich nicht immer vermeiden, dass man gesehen oder angesprochen wurde. Und dann gab es ja auch noch die Gelegenheiten, wo sie nach draußen gingen, um “normale Dinge” zu erledigen. So hatte das Dorf zwar einen Allgemeinarzt, aber für Zahn- oder Facharztbesuche mussten sie in die nächste Stadt.
„Es war ein Versehen“, erklärte er leise, da seine Familie ihn nach wie vor anstarrte. „Der Schlitten funktionierte nicht richtig und ich brauchte Hilfe. Mehr war da nicht …“ Sein Vater brummte, wie er immer brummte, wenn er über etwas nachdachte. Seine Mutter stand hinter diesem und massierte ihm die Schultern, während Nicole Nicholas mit schief gelegtem Kopf ansah.
„Du wirst das wieder in Ordnung bringen …“, erklärte das Familienoberhaupt seinem Sohn, der etwas verdattert aussah.
„Wie soll ich das denn in Ordnung bringen? Ich hab ja nichts weiter getan, als mir eine Ofenbürste zu leihen.“
„Und was ist dann das tolle Geschenk?“, verlangte Nicole zu wissen.
„Das war nur ein Buch, nichts Besonderes. Nichts was wir nicht schon tausendmal vorher gemacht hätten“, verteidigte Nicholas sich. „Sonst war da nichts, ehrlich“, ergänzte er dann noch.
„Du wirst zu dieser Katrin gehen, und sehen, was sie will“, verlangte sein Vater nachdrücklich. „Sie darf nicht über, was auch immer da vorgefallen ist, sprechen. Aber das versteht sich ja von selbst. Erinner sie daran. Und dann kommst du wieder zurück.“
Sicher hätte sich an diesen Befehl eine längere Standpauke angeschlossen, wären nicht in diesem Moment die beiden jüngsten Mitglieder des Hauses hereingeschossen. Tyler und Steven stoben durch die Küche, brachten einen Schwall kalte Luft mit herein, schnappten sich Kekse von der Anrichte und waren dann auch schon wieder nach draußen verschwunden.

Behind the Scenes

Wie gestern angekündigt, heute der zweite Teil von Irina Christmanns Kapitel. Und ja, Carlos ist gegangen ohne auch nur einen Happen von der Monster-Schokoladentorte gegessen zu haben. Was aber vermutlich auch besser so ist… (Wer mutig ist und nachsehen will, Irina hat ein Bild davon vor einer ganzen Weile auf meiner Facebook Sseite gepostet: Kuchen)

Übrigens war Irina diejenige, die einfach mal entschieden hat, dass <Helper>, wie sie bis dahin im Dokument hieß, Katrin heißt. Den Namen hatte ich zwar auch schon im Kopf gehabt, aber vorerst wieder verworfen gehabt, aber für Irina fühlte sie sich einfach wie eine Katrin an. Was soll man dagegen noch sagen? 😀

PoiSonPaiNter

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Adventskalender: Türchen #2

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Merkwürdige Post

Leicht gelangweilt blätterte der Angestellte die Buchseite um. Noch war die Story nicht wirklich fesselnd, obwohl der Klappentext deutlich etwas anderes versprochen hatte. Allerdings war er gerne bereit, ihr noch etwas Zeit zu geben. Der tollpatschige Protagonist gefiel ihm. Er erinnerte in ein klein wenig an seinen kleinen Bruder, den er schon viel zu lange nicht mehr besucht hatte. Für den nahenden Sommer hatte er jedoch fest einen Urlaub Zuhause eingeplant, auch wenn es ihm in Spanien mittlerweile eigentlich immer viel zu warm war.

Noch heute war er dem Schicksal dankbar, dass ihn in diese abgelegene Gegend geführt hatte. Eigentlich hatte er nur eine Weile raus gewollt aus seiner Routine und weit weg von seinem nervigen Chef, seiner Familie, überhaupt allem. Kurzentschlossen war er daher dem heißen spanischen Sommer entflohen und in den Norden Europas gereist. Er hatte kein genaues Ziel vor Augen gehabt, als er in Oslo aus dem Flugzeug gestiegen war. Nach ein paar Tagen in der Hauptstadt war er weiter nach Norden gefahren. Die Landschaft um ihn herum hatte ihn fasziniert und auf eine Art angezogen, die er bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Als er kurz vor dem Ende seines Urlaubs am Nordkap angekommen war, hatte er sich geschworen, so bald wie möglich wieder zu kommen. Dann kam der Schneesturm und erwischte ihn als er alleine draußen unterwegs war. Orientierungslos und halb erfroren war er durch die Schneewüste gestapft, als der Sturm sich gelegt hatte. Das Letzte, an das er sich erinnern konnte, war ein Rentierschlitten, eine Blondine im roten Schneeanzug … Dann war er in einem warmen Bett aufgewacht, wurde von einer netten Dame im Alter seiner eigenen Mutter umsorgt, die eine angenehme Wärme ausstrahlte, die bis in sein Innerstes vorzudringen schien.

Das Geräusch des herannahenden Transporters riss ihn aus seinen Gedanken und Carlos trat an das Fenster seines Büros und öffnete dieses. Er liebte die Frühlingsluft und spürte das kribbeln der Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Genoss es in vollen Zügen hier mit der Natur eins sein zu können. Er rechnete nicht mit viel Post heute. Wahrscheinlich ein paar verspätete Reklamationen und letzte Dankesschreiben für die Weihnachtsgeschenke. Immerhin war das Fest nun schon fünf Monate her. Trotzdem wichtelten die kleinen Helfer jahrein jahraus durch die Menschenwelt und sammelten Briefe ein, die an Santa adressiert waren.

Er trat hinaus vor die Tür und begrüßte den Fahrer fröhlich. Sie waren hier mehr oder weniger alle eine große Familie. Schon allein aus Geheimhaltungsgründen. Und sie konnten ja auch nicht einfach raus, denn das Weihnachtsdorf lag total abgeschieden. Dass Nicole damals über ihn gestolpert war, war reiner Zufall.

Gewissenhaft öffnete er die eingegangen Briefumschläge und notierte die Eingänge in seinem Buch. Drei waren Dankesschreiben mit Fotos von den Kindern und ihren Geschenken. Carlos lächelte beim Anblick des kleinen Mädchens in der pink-glitzernden Reituniform, die ihm Santa geschenkt hatte, und dem kleinen weißen Pony mit regenbogenbunt gefärbter Mähne und einem kleinen Knubbelhorn auf der Stirn. Er steckte die Briefe in die entsprechenden Fächer und wendete sich dann dem letzten Brief zu, der augenscheinlich als einziger von einer erwachsenen Person stammte. Aus Erfahrung wusste er, dass diese Briefe immer etwas Besonderes waren. Schließlich verloren die Menschen im Lauf der Zeit den Glauben an den Weihnachtsmann oder wie auch immer er im jeweiligen Land hieß.

Bereits die Anrede ließ ihn erschrocken zusammenfahren. Niemand kannte die Vornamen der Santas. Jedenfalls niemand außerhalb ihres Dorfes. Und was sollte das heißen „unser Treffen“ … Kontakt mit den Menschen war streng verboten. Jedenfalls durften sie sich nicht zu erkennen geben. Irgendetwas war da gewaltig schief gelaufen. So viel stand fest.

Mit dem Brief in der Hand verließ Carlos hastig sein Büro. Natürlich nicht ohne eine Nachricht zu hinterlassen, wohin er gegangen war. Auf dem Weg zum Haus des Chefs überlegte er, wie er die Sache am besten erklären konnte. Er hatte sogar das Postbuch des letzten Jahres herausgesucht, um zu beweisen, dass er keinen Fehler gemacht hatte.

Behind the Scenes

Und schon sind wir beim ersten Gastkapitel angelangt. Heute von der wunderbaren Irina Christmann, die außerdem gleich Carlos mit in die Geschichte gebracht hat. Ursprünglich war das heutige und das morgige Kapitel eines, da es aber etwas länger geworden ist, ist es der Umsortierung zum Opfer gefallen, d.h. morgen bekommt ihr den zweiten Teil  mit der Reaktion auf den Brief.

Das Pony mit Horn hat Irina übrigens kurz nachdem sie das Kapitel geschrieben hat als kleines Figürchen von mir bekommen. Als ich es im Prater gesehen habe, musste ich es ihr einfach mitbringen. 😉

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Adventskalender: Türchen #1

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Santas Helfer

BUMM BUMM!

„Was ist das für ein Geräusch?“, fragte sie sich und legte das Buch weg, das sie gerade gelesen hatte.
Es schien von draußen zu kommen und einen Moment lang fragte sie sich, ob sie nachsehen sollte, was es war – oder eher gewesen war, da es scheinbar aufgehört hatte. Zögerlich erhob sie sich von ihrem Sessel und trat zum Fenster. Langsam zog sie den Vorhang zur Seite, allerdings nur weit genug, um gerade so hinausspähen zu können. Das Licht hinter ihnen zeichnete eine feine Linie auf ihren verschneiten Rasen, und ihr war bewusst, das was auch immer da draußen war, vielleicht bemerkte, dass sie hinaussah. Plötzlich verängstigt schloss sie den Vorhang wieder und trat vom Fenster fort.

Dennoch, ihre Neugierde war noch nicht befriedigt, daher beeilte sie sich, das Licht, bis auf ihre Lichterketten, auszuschalten und kehrte zum Fenster zurück, langsam zog sie den Vorhang zurück. Sie drehte den Kopf zu jeder Seite. Links sah sie nichts. Auf der rechten Seite sah sie einen Schlitten auf ihrem weißen Rasen stehen. Er war rot und grün angestrichen, mit schwarzen Borten als Akzente. Hinten drauf erblickte sie einen großen, fest verschnürten Sack; allerlei Formen standen aus allen Seiten in jede Richtung hervor. Sie schaute zu Boden und sah schwarze Zügel vor dem Schlitten im Schnee liegen. Ihr Blick folgte ihnen und sie sah ein paar Rentiere nervös im Gras scharren; ihre Köpfe mit dem großen Geweih wendeten sich von Seite zu Seite. Sie blinzelte wiederholt und konnte nicht glauben, was sie hier vor sich sah.

Ohne Vorwarnung hörte sie wieder das laute Geräusch. Erschrocken sprang sie vom Fenster zurück. Sie spähte über das Fensterbrett hinweg und versuchte es erneut. Der weiße Schnee hatte nun schwarze Spuren hinter dem Schlitten, als sie aufblickte, bemerkte sie ein Auspuffrohr. Sie runzelte die Stirn; ein Schlitten mit Motor?

Plötzlich tauchte ein kräftiger Mann in braunroter Robe hinter der Rückseite des Schlittens auf und trat gegen den Auspuff, ein grimmiger Ausdruck auf dem Gesicht. Für einen Moment starrte er lediglich abwechselnd Auspuff und Sack an, irgendwann seufzte er sichtbar, seine ganze Gestalt erzitterte. Leicht besorgt und noch immer neugierig erhob sie sich ein wenig höher. Der Mann tappte mit dem Fuß und verschränkte die Arme. Unerwarteterweise fiel sein Blick auf das Fenster und ihre Augen trafen sich. Sein Stirnrunzeln wandelte sich in ein breites Lächeln und sie konnte ihn nur anstarren. Sie schloss für lediglich eine Sekunde die Augen und als sie sie wieder öffnete, war er fort.

Sie stand vollends auf und presste ihr Gesicht gegen das Fenster, um zu sehen, wohin der Mann verschwunden war.
„Ho ho ho“, hörte sie plötzlich hinter sich. Erschrocken stieß sie sich den Kopf am Glas und fuhr herum.
Da war er, stand in ihrem Wohnzimmer und strahlte sie mit breitem Grinsen an.
Gaffend stand sie sprachlos da, ein leichter Schmerz pulsierte in ihrer Schläfe.
„Hast du zufällig eine Flaschenbürste oder etwas Ähnliches?“, fragte er sie.

Sie begriff die Situation noch immer nicht ganz und musterte ihn. Er sah um einiges jünger aus, als sie erwartet hatte; sein Vollbart war nicht mal annähernd weiß. Das Haar, das unter dem grünen Beany hervorlugte, war von einem tiefen Braun, ebenso wie seine Augen, die gleichermaßen aus Freude und aus Angst glühten. Ihre Augen erreichten seine schwarzen Stiefel und die kleine Pfütze, die sich bereits um sie herum geformt hatte. Ihre Augen weiteten sich.
“Mein Boden!”, schimpfte sie.
“Ah, sorry”, entschuldigte er sich und hob einen schweren Stiefel. “Also, hast du eine Flaschenbürste?” Er wechselte das Thema mit Dringlichkeit in seiner Stimme.
“Aber“, begann sie, ihre Brauen krausziehend. “Ich habe keine Flaschenbürste”, sagte sie schließlich, noch immer seine nassen Stiefel anstarrend.
“Das ist ungünstig …”, antwortete er bedrückt und seufzte.
“Ich hätte eine Ofenbürste”, fügte sie widerwillig hinzu.
“Perfekt!” Er strahlte. “Könnte ich sie ausborgen?”
“Wenn du aufhörst, meinen Boden zu ruinieren …” stimmte sie mürrischer als notwendig zu.
“Natürlich, vielen, vielen Dank”, antwortete er.
Mit einem Nicken ging sie zu ihrem Kamin hinüber und griff das Werkzeug.
“Hier hast du … und jetzt raus aus meinem Wohnzimmer!”, schimpfte sie.
“Wie du wünscht”, akzeptierte er mit dröhnendem Lachen.

Sie verließ das Zimmer um ihr Wischzeug zu holen, als sie mit Mob und Eimer in ihren Händen zurückkehrte war er verschwunden, ebenso wie die Pfütze.
“Echt jetzt?!”, rief sie aus, ließ das Wischzeug fallen und lief zum Fenster. Draußen sah sie ihn, hinter dem Schlitten kniend, wie er die Bürste in den Auspuff stieß. Nach kurzer Überlegung öffnete sie das Fenster und rief hinaus: “Warum hat der Schlitten überhaupt einen Motor?”
Er hob den Blick, grinste sie an und erklärte: “Hilft den Rentieren wenn der Wind zu stark ist.” Sie schnaubte und konnte das Ausbreiten eines Grinsens über ihr Gesicht nicht verhindern.

Nachdem er fertig war, legte er die Bürste auf den Boden und ging um den Schlitten herum. Kurz darauf versuchte er erneut, den Motor zu starten. Dieses Mal war kein “Bumm” zu hören und grauer Rauch stieg gleichmäßig vom Auspuff auf, bis der Motor wieder ausgeschaltet wurde.

Ohne ein einziges Geräusch erschien er direkt vor dem Fenster: “Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich die Bürste bis morgen behalte?”, und fügte mit einem Nicken zu seinem Sack hinzu: “Ich verspreche, sie zurückzubringen, wenn ich fertig bin.”
Sie sah ihn und den Schlitten an, dann seufzte sie. “Okay”, gab sie nach.
“Du hast meine tiefste Dankbarkeit.”
“Mh, ja. Viel Glück, schätze ich”, stimmte sie einfach in Richtung des Schlittens nickend zu.
“Danke sehr und fröhliche Weihnachten”, grinste er.
“Fröhliche Weihnachten”, erwiderte sie mit einem Lächeln, während er zu seinem Schlitten zurückkehrte und die Rentiere zu einem Trott antrieb.
Sie sah dabei zu, wie sie schneller und schneller die Straße hinabrannten und anschließend in den Himmel stiegen. Sie grinste. Niemand würde ihr das jemals glauben.

Nach einer Weile schloss sie ihr Fenster und trat zurück ins Zimmer.

Am nächsten Morgen lehnte gegen den Tisch unter ihrem kleinen Weihnachtsbaum die Bürste und gegen ihren Stil ein kleines Geschenk. An den Stil gebunden war eine kleine Karte auf der stand: “Vielen Dank, Nicholas”.
Neugierig packte sie das Geschenk aus und fand ihr liebstes Kinderbuch in ihren Händen, das sie vor langer Zeit verloren hatte und nie in der Lage gewesen war, zu ersetzen; bis jetzt.
“Gern geschehen, Santa”, murmelte sie, heiter lächelnd.

Ein Brief voller Fragen

Es war spät im Frühling und eines der Kindergartenkinder hatte sich für die Lesestunde eine Weihnachtsgeschichte ausgesucht. Katrin hatte das Buch auf dem Schoß und die Kinder um sich geschart, doch bevor sie anfing, klappte sie es wieder zu.
“Wisst ihr eigentlich, dass ich Santa letztes Weihnachten begegnet bin?”, fragte sie lächelnd in die Runde.
Ungläubige Blicke schauten ihr entgegen und auch ein paar “Wow”s und “Geht ja gar nicht”, mischten sich unter das Gemurmel.
“Doch, doch”, beteuerte Katrin und begann, ihren Schützlingen von ihrem kleinen Abenteuer mit Santa zu erzählen. Vom lauten Knall, vom Schlitten mit dem Auspuff, von den nervösen Rentieren und ihrer Ofenbürste. Und natürlich von der verschwundenen Pfütze. Mit Begeisterung hingen die Kinder an ihren Lippen.
Ein besonders aufmüpfiger kleiner Junge ließ es sich dennoch nicht nehmen, zu behaupten: “Pah, Santas Schlitten hat doch keinen Auspuff!”
“Das habe ich auch immer gedacht”, pflichtete sie ihm bei, “Aber er hat gesagt, der Motor hilft den Rentieren, wenn es zu windig ist.”
Kaum hatte sie ihren Satz beendet, wurde sie auch schon mit Fragen bombardiert.
“Wo wohnt Santa?”
“Wie heißen die Rentiere?”
“Kommt er uns Weihnachten besuchen?”
“Hast du auch ein Geschenk bekommen?”
“Bekomm ich dieses Jahr ein Geschenk?”
“Warum habe ich kein Geschenk bekommen?”
Und was den kleinen Rackern nicht sonst noch einfiel. Katrin lachte nur und versuchte, auf ein paar davon zu antworten. Schließlich zupfte sie ein kleines Mädchen am Ärmel:
“Kannst du Santa fragen, ob er nächstes Weihnachten ein Geschenk für meine kleine Schwester hat?”
“Liebes, ich habe ihn nur getroffen und nicht seine Telefonnummer bekommen”, erinnerte sie es beschwichtigend.
“Aber du brauchst ihm doch nur einen Brief schreiben!”, gab ein anderer Junge zu bedenken.
“Einen Brief?”, hakte sie nach.
“Na klar! So wie wir unsere Wunschzettel schreiben, kannst du einen Brief an Santa schreiben und ihm all unsere Fragen stellen!”, erklärte er mit stolzgeschwellter Brust.
“Na, wenn du das sagst, werde ich es wohl mal versuchen müssen”, stimmte sie lachend zu.

Schon seit mehreren Tagen grübelte sie nun über den Brief nach. Es hatte so einfach geklungen, als der Kleine es vorgeschlagen hatte, jetzt saß sie vor einem fast leeren Stück Papier und wusste nicht, wie sie anfangen sollte.
Lieber Santa, stand einsam und allein auf dem Blatt.
Ich wollte fragen, nein, sie strich es durch, hi, hier ist die mit der Ofenbürste, dies bekam gleich zwei Striche. Nun strich sie auch die Anrede. Sie schnaubte und das Blatt flatterte leicht. Das konnte doch wohl nicht so schwer sein! Erneut setzte sie auf einem neuen Blatt zum Schreiben an.

Lieber Nicholas,

danke für das wirklich schöne Geschenk.
Ich vermute, du hast gerade Urlaub und möchtest nichts von Weihnachten hören, aber leider bleibt mir nichts anderes übrig, als dir zu schreiben.
Unser Treffen ist mir immer noch in guter Erinnerung geblieben und ich habe noch so viele Fragen an dich, die ich dir sehr gerne persönlich stellen möchte.

In Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen

Katrin

Noch einmal betrachtete sie den Brief, doch bevor sie auch ihn zerknüllte und auf den Haufen auf dem Boden warf, legte sie ihn in den Briefumschlag, auf den sie bereits “Für Santa” geschrieben hatte.

Und nun was? Wie schickte sie den Brief nun ab? Die Kinder hatten etwas von Keksen und Milch erzählt, vielleicht würde das helfen. Allerdings hatte sie keine selbst gebackenen Kekse. Und ob die Milch noch frisch war, wusste sie auch nicht so recht. Seufzend stand sie auf, schaute sicherheitshalber nach. Ihre Befürchtung wurde bestätigt. Keine Kekse mehr und nur abgelaufene Milch im Kühlschrank.

Sie kam sich albern vor, als sie im Supermarkt nach den gewünschten Zutaten suchte, und beschloss letztlich, dass gekaufte Kekse es genauso tun würden. In ihrer Wohnung räumte sie schließlich eine Ecke auf einer Kommode leer und platzierte einen Teller Kekse, ein Glas Milch und den Brief darauf. Wie das allerdings seinen Weg zu Nicholas finden würde, war ihr schleierhaft. Mit einem Schulterzucken tat sie weitere Gedanken ab und widmete sich stattdessen einem Buch.

Behind the Scenes

Willkommen zum diesjährigen Adventskalender!

Als erste Tür habe ich mir überlegt, das ursprüngliche Kapitel vom letzten Jahr, sozusagen Kapitel 0, zu übersetzen und der Geschichte vorweg zu stellen, damit alle Leser – ob neu oder alt – auf dem gleichen Stand sind.
Ein großes Dankeschön für die Übersetzung geht wieder an Cupric!

Danach ging es dann mit „Ein Brief voller Fragen“ frisch weiter mit dem wirklich ersten Teil der Fortsetzung, bei dem ich feststellen musste, dass meine tolle Adventskalender Schriftart in kursiv irgendwie nicht funktioniert, da sie schon kursiv ist, also musste sie weichen und dieses Jahr gibt es dann eben eine stink normale Schriftart, mit ein paar „klassischen“ Akzenten. 😉

Ob der Brief wohl wirklich beim Weihnachtsmann ankommt. 😉

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I’m sorry so far there is no translation of this door, unless you count the original chapter Santa’s Helper that I started with.

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Adventskalender Prequel

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Die Entstehungsgeschichte

Schon kurz nachdem ich Santa’s Helper geschrieben hatte, kamen mir die ersten Gedanken, wie man die Geschichte weiterführen könnte. Je weiter dann das neue Jahr voran schritt umso mehr reifte in mir der Wunsch sie weiterzuerzählen.

Was genau mich schließlich dazu veranlasste andere Autorinnen zu fragen, ob sie gerne mitschreiben würden, weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls habe ich dafür den Roten Faden, sowie die Grundlagen der Welt und der Charaktere ausgearbeitet und ihnen zur Verfügung gestellt. Natürlich merkten wir an einigen Stellen erst beim Schreiben oder kurz danach das etwas fehlte, aber so ist das ja immer. Etwas das von Anfang an fehlte waren allerdings Namen der Charaktere, wer welchen beigesteuert hat, erfahrt ihr aber erst im Verlauf des Kalenders. 😉

Kurz vor Schluss musste ich dann nochmal einen Hilferuf absetzen, da ich Angst hatte, dass wir – bzw. ich – nicht fertig werden und da hat sich dann tatsächlich noch jemand gefunden!

Die Mitschreiber

Nun zu den wichtigen Sachen: Die Damen, die mir bei der Erstellung des Adventskalenders geholfen haben! Wer welches Kapitel dabei übernommen hat, das wird natürlich noch nicht verraten. 😉

Irina Christmann

Seit 2017 schreibt sie unter diesem Pseudonym alles, was nicht zur Gay Romance gehört. Die Einhornfreundin ist eine Vielleserin, aber auch Vielschreiberin. Täglich schreibt sie in „ihrem“ Café, ob nun von verliebten Jungs, historischen Charakteren oder nun auch phantastische Geschichten.

Facebook: Irina Christmann
Twitter: Ridani76

Eva-Maria Obermann

Eva-Maria Obermann ist Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Bloggerin. Aktuell arbeitet sie an ihrer Dissertation und beendet den letzten Teil ihrer „Zeitlose“-Trilogie, wenn ihre drei Kinder nicht gerade das Haus auf den Kopf stellen. Sie mag ungewöhnliche Gedankengänge, Vielfalt und Details, die es zu entdecken gilt.

Autorenblog: Schreibtrieb
Facebook: Eva-Maria Obermann
Twitter: Variemaa

Marina aka DarkFairy

Marina ist seit Jahren als DarkFairy im Netz unterwegs. Schon immer mit einer unbändigen Liebe zum geschriebenen Wort und einem großen Mitteilungsbedürfnis gesegnet, entdeckte sie im Januar 2013 das bloggen für sich. Neben dem Bloggen liebt sie das Lesen und Schreiben – v.a. von Fantasy-Geschichten.

Blog: DarkFairys Senf
Facebook: DarkFairys Senf
Twitter: DarkfairySenf

Anne Danck

Hat Biologie studiert, um die Fabelwesen der realen Welt kennenzulernen, und arbeitet jetzt daran, sie weiterzuerforschen. War schon immer von Geschichten und allen voran Märchen fasziniert. Spinnt mit Vorliebe fantastische Kurzgeschichten, verweigerte sich jedoch nicht, als eine von ihnen besondere Blüten trieb und zum Romanmanuskript wurde.

Facebook: Anne Danck

Paula Roose

Neben dem Schreiben phantastischer Geschichten über Drachen, haben es Paula auch Adventskalender angetan. Ursprünglich aus der Idee geschlüpft, das sie Leseadventskalender auch für Erwachsene haben wollte, kann sie nun schon mehrere ihr eigen Zählen. Einige von ihnen sind außerdem Teil der Kampagne des Vereins „Leichte Sprache„.

Homepage: Paula Roose

Nebu

Als Bloggerin schreibt sie über phantastische und kriminelle Bücher und das Schreiben, in ihren Geschichten geht sie gern auch auf düsteren Wegen in die Gefilde des Horrors oder versucht sich an Kindergeschichten mit Plüschtieren. Seit 2013 nimmt sie mit Begeisterung am NaNoWriMo teil und lässt sich dabei seit diesem Jahr von zwei Motivationsmonstern unterstützen.

Homepage: Nebu
Twitter: NebuMonsterchen

Ich hoffe ihr freut euch auf genauso wie ich auf die Geschichte. Es ist eine bunte Mischung aus verschiedensten Schreibstilen geworden, aber wir alle erzählen doch die gleiche Geschichte und das finde ich persönlich einfach toll und faszinierend. Und die Gastkapitel sind so wunderbar toll geworden…also auch an dieser Stelle noch mal

vielen, vielen Dank an meine lieben Mitautorinnen! 🙂

Koordinierung

Wenn sieben Leute an der gleichen Geschichte schreiben, dann kann es schon mal etwas chaotisch werden, vor allem wenn sich einige etwas mehr Zeit für ihre Kapitel lassen als andere. Manche fingen mit den hinteren Kapitel eher an, als die vorderen standen und manchmal fiel erst bei einem späteren Kapitel auf, dass in einem anderen etwas komisch ist – oder gar fehlte. In den Fällen musste dann geschaut werden, wer nun was anpassen musste und wie es eigentlich sein sollte. Da den Überblick zu behalten war gar nicht so einfach, aber ich denke wir/ich haben das ganz gut hinbekommen und können euch eine runde Geschichte präsentieren.

Das nervenaufreibendste war sicherlich das Warten auf Rückmeldungen und Anpassungen, denn ohne das konnte ich sehr schlecht die Beiträge hier fertig machen…das war/ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Aufgabe in letzter Minute…

Der Kalender

Wie immer werden die Beiträge um 7 Uhr automatisch veröffentlicht und über meine SoMe Kanäle geteilt. So wie ich es schaffe werden sie dann in den Übersichts-Adventskalender eingebunden.
Also dann: Viel Spaß!

PoiSonPaiNter

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Lies auf Deutsch

I’m sorry so far there is no translation of this.

PoiSonPaiNter

Santa’s Helper

Lies auf Deutsch

Remember when I said, the next post will be the review? Yeah, I’m pretty sure I also said „probably“. 😀
Sometime earlier this year I started playing a silly online game and they currently have an option where you send other players little gifts with random game items and if you want a small message. Another player and I decided to send them to each other on a daily basis and at some point she added the message „BOOM!“ and my brain went: Let’s turn this into a story!

I hate my brain sometimes … even if I like what came out of it. 😀

Anyway, here is the story that I created, have fun reading it:

Santa’s Helper

BOOM! BOOM

„What’s that noise?“ She wonders turning her head around and putting down the book she was reading.

It seemed to come from outside and for a moment she wondered whether she should check out what it is or rather what it had been, as it seemed to have stopped. Hesitantly she gets up from her armchair and walks over to her window. Slowly she draws the curtain to the side, but only far enough to peek outside. The light behind her paints a fine line onto her snowy lawn and she knows, whatever is out there, might notice that she is watching. Suddenly afraid she shuts the curtains again and takes a step away from the window.

Still, her curiosity is not satisfied so she hurries to turn out the lights, except for the fairy lights, and returns to the window, slowly opening the curtains. Looking outside she turns her head to each side. On her left she sees nothing. To her right she sees a sleigh standing on the white lawn. It’s painted red and green with black borders accenting it. In the back she sees a large, tightly tied sack; different shapes sticking out of its side every which way. She looks down and sees black reins lying in the snow at the foot of the sleigh. Following them she sees a couple of reindeer pawing the snow nervously; their heads with the large antlers turning from side to side. She blinks a few times not believing what she is seeing before her.

Without warning she hears the loud noise again. Startled she jumps away from the window. Peeking over the windowsill she gives it another try. The white snow now had streaks of black behind the sleigh and looking up she notices an exhaust pipe beneath it. She frowns; a sleigh with an engine?

Suddenly a burly man dressed in brownish red robes appears behind the rear end of the sleigh and kicks the pipe, a grumpy look on his face. For a moment he just stares in turn at it and the large sack, eventually he sighs visibly; his whole frame shaking. Slightly concerned and still curious she rises up a bit higher. The man taps his foot impatiently and crosses his arms. Unexpectedly his gaze lands on the window and their eyes meet. His frown turns into a bright smile and all she can do is stare back at him. For just a second she closes her eyes and when she opens them again, he is gone.

She stands up straight and presses her head against the window to see where the man had gone.
„Ho ho ho“ She suddenly hears from behind. Startled she bumps her head against the glass and turns around.
There he was, standing in her living room, beaming at her with a big grin.
She stands agape not knowing what to say, slight pain pulsing in her temple.
„Do you happen to have a bottle brush or something akin to it?“ He asks her.

Still, not quite understanding the situation she looks him up and down. He looks a lot younger than she expected; his full beard not even remotely white. The hair looking out beneath the green beany was of a deep brown, as were his eyes that seemed to glow with joy and fear alike. Her eyes land on his black boots and the small puddle that had already formed around them. Her eyes widen.
„My floor!“ She yells at him.
„Ah, sorry about that“, he simply apologizes, lifting a heavy boot. „So, do you have a bottle brush?“ He changes the topic, urgency in his voice.
„But…“, she starts, her brows furrowed.
„I don’t have a bottle brush“, she finally says still looking at his wet boots.
„Well, that is unfortunate…“, he replies sadly and sighs.
„But I have a chimney broom“, she adds reluctantly.
„Brilliant!“ He beams. „Could I borrow it?“
„If you stop ruining my floor…“ she agrees more grumpily than would have been necessary.
„Of course, thank you, oh, so much“, he replies.
With a nod she walks over to her chimney and grabs the instrument. „Here you go, now get out of my living room!“ She scolds.
„As you wish“, he accepts with a booming laugh.

She leaves to get her cleaning supplies, when she returns with mop and bowl in hand he is gone again, as is the puddle. „Seriously?!“ She exclaims, drops the supplies and runs to the window.
Outside she sees him kneeling behind the sleigh and thrusting the broom into the exhaust pipe.
Eventually she opens the window and calls out: „Why does the sleigh have an engine anyway?“
He looks up, grins at her and simply explains: „It helps the reindeer when the wind is too heavy.“
She snorts at that and can’t help the grin spreading across her face.

After he is done he puts the broom on the ground and goes around the sleigh. Shortly afterwards he tries to start the engine again. This time no ‚Boom‘ is heard and grey smoke evenly rises from the pipe before the engine is turned off again.

Without a sound he appears in front of the window: „Would you mind if I kept the broom until tomorrow?“, and adds nodding towards the sack. „I promise to bring it back when I’m done“
She looks at him and at the sleigh, then sighs. „Okay“, she gives in.
„You have my deepest gratitude“
„Yeah. Good luck, I guess“, she only agrees, nodding towards the sleigh.
„Thank you and Merry Christmas“ He grins.
„Merry Christmas“, she replies with a smile as he returns to the sleigh and urges the reindeer into a trot.
She watches as they run faster and faster down the road and eventually set off into the sky. She grins. No one will ever believe her.

After a while she closes the window and returns inside.

The next morning, leaning against the table beneath her small Christmas tree stood the broom and at its feet a small gift. Tied to the staff of the broom is a small card that reads: „Thank you, Nicholas.
Curiously she unwraps the present and inside she finds her favourite childhood book that she had lost long ago and was never able to get a hold of again; until now.
„You’re welcome, Santa“, she murmurs, smiling brightly.

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Hope you had a great Christmas!

All the best

PoiSonPaiNter

P.S. The story I finished last Christmas was way worse than this … and had nothing to do with Christmas. >_<

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Read in English

Erinnert ihr euch, als ich sagte, dass der nächste Beitrag die Review sein wird? Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch „wahrscheinlich“ gesagt habe. 😀
Irgendwann Anfang dieses Jahres fing ich an, ein albernes Online-Spiel zu spielen, und sie haben derzeit eine Option, bei der man anderen Spielern kleine Geschenke mit zufälligen Spielgegenständen schickt und, wenn man möchte, eine kleine Nachricht. Ein anderer Spieler und ich beschlossen, sie uns täglich zu schicken und irgendwann fügte sie die Nachricht „BOOM!“ hinzu und mein Hirn beschloss: Lass uns das in eine Geschichte umwandeln!

Ich hasse mein Gehirn manchmal…. auch wenn mir gefällt, was dabei herauskam. 😀

Wie auch immer, hier ist die Geschichte, die ich geschrieben habe, viel Spaß beim Lesen:

Santas Helfer

BUMM BUMM!

„Was ist das für ein Geräusch?“, fragte sie sich und legte das Buch weg, das sie gerade gelesen hatte.
Es schien von draußen zu kommen und einen Moment lang fragte sie sich, ob sie nachsehen sollte, was es war – oder eher gewesen war, da es scheinbar aufgehört hatte. Zögerlich erhob sie sich von ihrem Sessel und trat zum Fenster. Langsam zog sie den Vorhang zur Seite, allerdings nur weit genug, um gerade so hinausspähen zu können. Das Licht hinter ihnen zeichnete eine feine Linie auf ihren verschneiten Rasen, und ihr war bewusst, das was auch immer da draußen war, vielleicht bemerkte, dass sie hinaussah. Plötzlich verängstigt schloss sie den Vorhang wieder und trat vom Fenster fort.

Dennoch, ihre Neugierde war noch nicht befriedigt, daher beeilte sie sich, das Licht bis auf ihre Lichterketten auszuschalten und kehrte zum Fenster zurück, langsam zog sie den Vorhang zurück. Sie drehte den Kopf zu jeder Seite. Links sah sie nichts. Auf der rechten Seite sah sie einen Schlitten auf ihrem weißen Rasen stehen. Er war rot und grün angestrichen, mit schwarzen Borten als Akzente. Hinten drauf erblickte sie einen großen, fest verschnürten Sack; allerlei Formen standen aus allen Seiten in jede Richtung hervor. Sie schaute zu Boden und sah schwarze Zügel vor dem Schlitten im Schnee liegen. Ihr Blick folgte ihnen und sie sah ein paar Rentiere nervös im Gras scharren; ihre Köpfe mit dem großen Geweih wendeten sich von Seite zu Seite. Sie blinzelte wiederholt und konnte nicht glauben, was sie hier vor sich sah.

Ohne Vorwarnung hörte sie wieder das laute Geräusch. Erschrocken sprang sie vom Fenster zurück. Sie spähte über das Fensterbrett hinweg und versuchte es erneut. Der weiße Schnee hatte nun schwarze Spuren hinter dem Schlitten, als sie aufblickte, bemerkte sie ein Auspuffrohr. Sie runzelte die Stirn; ein Schlitten mit Motor?

Plötzlich tauchte ein kräftiger Mann in braunroter Robe hinter der Rückseite des Schlittens auf und trat gegen den Auspuff, ein grimmiger Ausdruck auf dem Gesicht. Für einen Moment starrte er lediglich abwechselnd Auspuff und Sack an, irgendwann seufzte er sichtbar, seine ganze Gestalt erzitterte. Leicht besorgt und noch immer neugierig erhob sie sich ein wenig höher. Der Mann tappte mit dem Fuß und verschränkte die Arme. Unerwarteterweise fiel sein Blick auf das Fenster und ihre Augen trafen sich. Sein Stirnrunzeln wandelte sich in ein breites Lächeln und sie konnte ihn nur anstarren. Sie schloss für lediglich eine Sekunde die Augen und als sie sie wieder öffnete, war er fort.

Sie stand vollends auf und presste ihr Gesicht gegen das Fenster, um zu sehen, wohin der Mann verschwunden war.
„Ho ho ho“, hörte sie plötzlich hinter sich. Erschrocken stieß sie sich den Kopf am Glas und fuhr herum.
Da war er, stand in ihrem Wohnzimmer und strahlte sie mit breitem Grinsen an.
Gaffend stand sie sprachlos da, ein leichter Schmerz pulsierte in ihrer Schläfe.
„Hast du zufällig eine Flaschenbürste oder etwas Ähnliches?“, fragte er sie.

Sie begriff die Situation noch immer nicht ganz und musterte ihn. Er sah um einiges jünger aus, als sie erwartet hatte; sein Vollbart war nicht mal annähernd weiß. Das Haar, das unter dem grünen Beany hervorlugte, war von einem tiefen Braun, ebenso wie seine Augen, die gleichermaßen aus Freude und aus Angst glühten. Ihre Augen erreichten seine schwarzen Stiefel und die kleine Pfütze, die sich bereits um sie herum geformt hatte. Ihre Augen weiteten sich.
„Mein Boden!”, schimpfte sie.
„Ah, sorry”, entschuldigte er sich und hob einen schweren Stiefel. „Also, hast du eine Flaschenbürste?” Er wechselte das Thema mit Dringlichkeit in seiner Stimme.
„Aber“, begann sie, ihre Brauen krausziehend. „Ich habe keine Flaschenbürste”, sagte sie schließlich, noch immer seine nassen Stiefel anstarrend.
„Das ist ungünstig …”, antwortete er bedrückt und seufzte.
„Ich hätte eine Ofenbürste”, fügte sie widerwillig hinzu.
„Perfekt!” Er strahlte. „Könnte ich sie ausborgen?”
„Wenn du aufhörst, meinen Boden zu ruinieren …” stimmte sie mürrischer als notwendig zu.
„Natürlich, vielen, vielen Dank”, antwortete er.
Mit einem Nicken ging sie zu ihrem Kamin hinüber und griff das Werkzeug.
„Hier hast du … und jetzt raus aus meinem Wohnzimmer!”, schimpfte sie.
„Wie du wünscht”, akzeptierte er mit dröhnendem Lachen.

Sie verließ das Zimmer, um ihr Wischzeug zu holen, als sie mit Mob und Eimer in ihren Händen zurückkehrte, war er verschwunden, ebenso wie die Pfütze.
„Echt jetzt?!”, rief sie aus, ließ das Wischzeug fallen und lief zum Fenster. Draußen sah sie ihn, hinter dem Schlitten kniend, wie er die Bürste in den Auspuff stieß. Nach kurzer Überlegung öffnete sie das Fenster und rief hinaus: „Warum hat der Schlitten überhaupt einen Motor?”
Er hob den Blick, grinste sie an und erklärte: „Hilft den Rentieren, wenn der Wind zu stark ist.” Sie schnaubte und konnte das Ausbreiten eines Grinsens über ihr Gesicht nicht verhindern.

Nachdem er fertig war, legte er die Bürste auf den Boden und ging um den Schlitten herum. Kurz darauf versuchte er erneut, den Motor zu starten. Dieses Mal war kein „Bumm” zu hören und grauer Rauch stieg gleichmäßig vom Auspuff auf, bis der Motor wieder ausgeschaltet wurde.

Ohne ein einziges Geräusch erschien er direkt vor dem Fenster: „Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich die Bürste bis morgen behalte?”, und fügte mit einem Nicken zu seinem Sack hinzu: „Ich verspreche, sie zurückzubringen, wenn ich fertig bin.”
Sie sah ihn und den Schlitten an, dann seufzte sie. „Okay”, gab sie nach.
„Du hast meine tiefste Dankbarkeit.”
„Mh, ja. Viel Glück, schätze ich”, stimmte sie einfach in Richtung des Schlittens nickend zu.
„Danke sehr und fröhliche Weihnachten”, grinste er.
„Fröhliche Weihnachten”, erwiderte sie mit einem Lächeln, während er zu seinem Schlitten zurückkehrte und die Rentiere zu einem Trott antrieb.
Sie sah dabei zu, wie sie schneller und schneller die Straße hinabrannten und anschließend in den Himmel stiegen. Sie grinste. Niemand würde ihr das jemals glauben.

Nach einer Weile schloss sie ihr Fenster und trat zurück ins Zimmer.

Am nächsten Morgen lehnte gegen den Tisch unter ihrem kleinen Weihnachtsbaum die Bürste und gegen ihren Stil ein kleines Geschenk. An den Stil gebunden war eine kleine Karte auf der stand: „Vielen Dank, Nicholas”.
Neugierig packte sie das Geschenk aus und fand ihr liebstes Kinderbuch in ihren Händen, das sie vor langer Zeit verloren hatte und nie in der Lage gewesen war, zu ersetzen; bis jetzt.
„Gern geschehen, Santa”, murmelte sie, heiter lächelnd.

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Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest!

Alles Gute

PoiSonPaiNter

P.S. Die Geschichte, die ich letztes Weihnachten beendet habe, war viel schlimmer als das hier…. und hatte nichts mit Weihnachten zu tun. >_<

On the Road: Through a bit of Germany 2014 – Pt. 1

As my plans for a visit to London are thickening and I’ve already talked a bit about travelling this year (Most ridiculous experiences, Worst experience), is it high time that I catch up with my travel logs, so here is the first part from my Journey through a bit of Germany 2014.

A different experience

That year I thought I’d try something different by travelling a part of my Journey by myself. I wanted to experience what it was like to not be confined to anyone not willing/able to participate or waiting for me to pick them up/drop them off.

So, what did I do?

For the first three days of my vacation I selected destinations for the end of the day (2 youth hostels and my aunt’s place in this case) and just stopped everywhere I felt like stopping along the way.
Through this I wanted to explore all those things that I had noticed while driving by but never had the chance to actually look at. And it felt like I stopped a lot of times.

Day 1:

Start: Neubrandenburg
Destination: Youth Hostel Ravensbrück, Fürstenberg/Havel

Stop 1: Prillwitz

When you drive down the B96 (B = Bundesstraße/Federal Highway) you see quite a bunch of brown signs beside the road; each one advertising a local cultural place. The first one I saw was for the Jagdschloss (Hunting Lodge) Prillwitz  and the Schloss (Manor) Hohenzieritz, so I made a detour.
Before I go into more details about this stop I’d like to add a few thoughts on the translation:
In German we often use the word Schloss to describe different larger buildings that were mainly inhabited by nobles and the actual translation would be castle. However, most people associate castles with high towers and maybe even draw bridges and stuff, but most of the German castles aren’t like that. So in case of the Jagdschloss I chose the term Hunting Lodge, while the other one feels more like a Manor. If you know a better term to describe those two, let me know!
Arriving in Prillwitz I first looked for a place to park my car, which I found beside the old church. It is a simple and quite shabby looking church, but with the coat of arms on the benches, grave plates and the carved mural (?) behind the altar it was still quite charming.


Still, my actual goal was to take a look at the Jagdschloss, but unfortunately it was closed and I could only take a glimpse at it through the trees and hedges. It didn’t look as fancy as I would have expected and I didn’t like that it was closed.
Realising that, I went a bit alongside the area of the Lodge and found a lake behind it. Just in the middle of it was an artificial island that was buzzing with birds that I do believe were either seagulls or cormorants.
After that I turned back to the road and went on to

Stop 2: Hohenzieritz

The Manor in Hohenzieritz used to be the residence of the (grand) duke Karl (Charles) II. of Mecklenburg-Strelitz and his family, but he himself wasn’t really what made this place important. It was his daughter Luise (Louise) whose name is still deeply interwoven with it.
Luise was not just a duchess, she married beyond her rank and became the wife of King Friedrich Wilhelm I. of Preußen (King Frederick William I. of Prussia). She was a well loved ruler and her death at 34 was devastating to her family. Therefore her father created a memorial in her death room in the Manor.
You can still visit the memorial and some other rooms of the Manor for a small entrance fee , but most of it is used by an office of the Müritz National Park. In an adjacent building you could also see the remains of the exhibition from the anniversary of the memorial in 2013. I looked at both things and at some point I felt a bit ridiculed by the repetitive description. I understood after the first time that there was the memorial of Queen Louise of Prussia in Hohenzieritz, I didn’t need to be told that it was for several more times…
Behind the Manor there is a huge park. It is quite beautiful and tranquil and I would have liked to explore it more, but as the sun was burning down on me and the distances seemed rather far I only looked at a few places. While walking through it I thought about taking my parents – especially my Mum – there, as I am certain they would (have) enjoy(ed) it. For a moment I rested in one of the rose hedge constructions and made notes for this post, while enjoying the quietness of the place – except the buzzing of bees and bumblebees.

Stop 3: Weisdin

After that I returned to the main road and continued down and made couple of minor stops. In Weisdin I wanted to look at the church – I really like looking at churches -, but it was closed and instead I went a bit down a side road and found a small Manor at the end of a pebble road. That one still seems to be in private usage, as I saw sun loungers in the backyard that also had direct access to a lake.
Also beside a lake was one of the many private accommodations you have in the area. Whenever I drove by I saw the sign advertising it and wondered who would actually stay in a place that close to the road and honestly a bit creepy looking. Curious as I am, I stopped and asked what exactly they were offering. Confused at first the owner was quite nice and showed me the small bungalows that looked directly onto the lake behind the house. The bungalows reminded me of the way most Lauben (small houses in gardens, but not as big as the translation summer house might suggest) I know are build. For 5 to 15 Euro you cloud rent them and even get a rowing boat as well. If anyone is interesting in such a thing: Just let me know. 😉

Stop 4: Neustrelitz

Another town that is deeply associated with Louise and her family is Neustrelitz which not just has the Neustrelitz Manor (Schloss Neustrelitz), with the Manor Park (Schlosspark), but also several other places I did not visit.
What I did take a look at – or at least tried – was the cemetery church, but too many people were lingering around and I only admired the architecture from the outside. Interestingly the cemetery itself seems to have quite a number of mausoleums or buildings similar to that.
In the end I went on and decided to get some lunch in the restaurant „Am Glammi“ (At the Glammi; with Glammi being a shortened nickname for the Glambecker See/Lake) overlooking the Glambecker Lake. Unusual for me I even decided to sit on the porch and order a fish dish. I can’t say I regret that decision. 😉

Stop 4 1/2: Godendorf (Ortsteil/district: Scheidemühle)

On leash/lead area for dogs and grumpy guests.

On leash/lead area for dogs and grumpy guests.


The next stop wasn’t really a stop but more of a not-wanting-to-get-lost-and-finding-something-funny-instead kind of thing. I actually wanted to reach the Müritz National Park, but the entrance didn’t want to appear before me, though through this I came across the Hilly & Billy Town ranch.
At first I couldn’t believe my eyes when I saw the entrance sign to a ranch in the middle of Mecklenburg-Vorpommern that was something I did not expect to encounter.
So I had to stop.
I parked in the ranches parking lot and went on to take a look around. Soon I was greeted not just by funny signs (see picture), but also a quite nice and large dog (I think some kind of Dogge/Mastiff?).
Soon my looking around was discovered as I got closer to the inn on the grounds and – I think it was the owner – chatted me up, asking if they could help me.
She told me that you could rent bungalows on the ground, participate in riding lessons or ride a pony or bring your own horse for tours. Pretty convenient for a holiday for a rider. Though not for me then. 😀

Stop 5: Fürstenberg/Havel

Isn't it stunning?

Isn’t it stunning?


For quite some time now the church in Fürstenberg had caught my attention while passing by it on our way to Berlin. From the outside it looks stunning, as it thrones above the market place and now I finally had the chance to see it for myself.
As I needed to drive a bit further to reach the hostel I parked my car in a parking lot near the turn and walked towards the church. In that short distance I could personally experience why the inhabitants of Fürstenberg want the highway (B96) out of their town. It’s no fun walking beside the road on a small walkway while trucks pass by directly beside you… For twenty years the initiative „B96 raus!“ tries to get rid of the highway with little to no success and for their sakes, I really hope they will succeed one day.
After a short walk in the sun I finally made it to the church. I enjoyed the view from the outside for a moment, circling around it before I entered through the main gate.
Well, I was quite disappointed.
On the inside the church tries to be semi-modern. It has a few abstract paintings and murals, modern chandeliers and a simple wooden organ.
Not at all what I was expecting. 🙁
To overcome this I got myself some (self-made) ice cream and went to the harbour, sat down on a bench and ranted at my Mum over the phone…
After that little break I drove to the Hostel and checked in before I went to my last stop.

Stop 6: Himmelpfort

Remember when I told you about writing to Santa when I was a kid? Well, Himmelpfort is the place I wrote to.
But long before Santa settled here there were monks that not just founded the local monastery, but also gave the village its name.
As two monks stood on a nearby hill they looked up to where Himmelpfort now lies and were awestruck by the light falling down before them and declared that this  certainly was the gate to heaven (Himmelpfort or Himmelspforte means Heavens‘ Gate or in Latin: coeli porta). And thus they founded their monastery and from it and around it the town was build.


By now there is only the ruin of the monastery left. Beside it now stands a church, a bell and even a small labyrinth. Within the church you can find the Coat of Arms of the family von Trott (Trottsche Wappen) and according to the flyer from the church its origin is similar to the legend of the Merseburger Raven that I mentioned in one of my stories over at DF.PP Entertainment, but with a nicer twist as the people who were accused of stealing the family jewellery were not killed, like the ones from the other legend. Still, both families decided to include the thievish animal into their Coat of Arms.
Nearby is also a lake that has some more stories to it regarding a greedy fisherman, but I wont go into more detail here.
All in all a quite a beautiful side this whole area.
But let’s get to the interesting stuff: The Santa Clause Post Office.
The Post Office consist of a letterbox outside of the main house which includes offices for the helpers, a restaurant and I believe some rooms for travellers. In the yard behind it there is Santa’s House and I really couldn’t resist taking a look around.
The house is stuffed with Christmas trinkets, memorabilia and all thinks Chrismas-y. To see this in the summer was a bit weird, but well, I chose to go there that time of the year. 😉
In the winter months there are all kinds of events and a Santa will be around for visitors, but of course not during the summer.
So after I got some refreshment I followed a couple of elderly people into a herb garden nearby and saw one of the largest Insect Hotels I ever came across – needless to say I got my dad a small one for Christmas that year.
 

Stop 7: Ravensbrück

After exploring Himmelpfort I went back to the Hostel and already did some first exploring on the side of the KZ (concentration camp), but I’ll talk about this experience in a separate post.
This concludes day one of this part of the Journey. I hope it wont take me that long to get the other parts up. I decided to split it here as the log was already quite long and the other days would have made it even longer.
What you can expect from the upcoming posts:

  • The KZ Ravensbrück
  • Day 2: Fürstenberg -> Radis
  • Day 3: Radis -> Halle (Saale)
  • (The rest of the Journey: Halle, Koblenz, Kassel)

Stay tuned.
PoiSonPaiNter

Frohe Weihnachten

or Merry Christmas as you would say in English. Alternatively I could wish you many other things for all those other holidays that are celebrated around this time of the year, but I stick with this one today.
A few weeks ago I was asked by the Fairytale Traveler Christa Thompson to write a guest post about the Christmas traditions in Germany.
Between writing my Bachelor’s thesis, getting sick and my laptop deciding to bit its final farewell, I managed to write a bit about how Christmas is celebrated around here. You can find the full post on her website: Christmas Traditions in Germany.
Thanks to TheFairytaleTraveler again for publishing my post. 🙂

Adventskranz (by SolLuna from Wikimedia)


Christmas is a time for the family to get together, a time of light and a time of wonder. Experiences you gain from your childhood sip into your adult life. For a long time now Santa Claus is just a man in a suit for me, but I still think it’s great that children do believe in this being, this guardian of wonders (A few weeks ago I reflected on my experiences on this Guardian of Childhood).
The lights that shines through the streets at this time of year. The candles that are lighted in the rooms. The Christmas pyramids turning their wheels and creating magical picture on the ceiling. It all has something special, something unique, that isn’t quite the same at any other time of the year. In short you could say: Halloween is fascinating for me because of the darkness surrounding it, Christmas because of its lights.

Weberglockenmarkt in Neubrandenburg (by Weberglockenmarkt)


Also the Christmas markets that you can spend hours at with friends and families. Drinking Glühwein (hot spiced wine), eating Mutzen or roasted almonds. If you pass through a market on an every day basis like I have to with the Weberglockenmarkt in Neubrandenburg you could think you’d become tired of it, but it’s different. If you go there in private the atmosphere becomes different than just going there for lunch or passing through. I can’t explain why, but it just is that way and I don’t mind. This way a Christmas market can still be nice even though you’ve been at it several times.
So far I haven’t been at that many different markets. The most times I was at the ones in Neubrandenburg and Greifswald.
And only this year did I read the story behind the name of the Weberglockenmarkt, which is quite interesting as I might add

In a cold winter night a weaver (Weber) made his way home to Neubrandenburg, home to his family for Christmas. Shortly before he reached his destination he ended up in a horrible snow storm. The storm was that bad that he could not see where he was going. Whether he was coming closer to the city or straying further away.
For hours he wandered through the snowy forests until he heard the bells (Glocken) of the St. Marien church. The sound of those bells finally helping him to find his way or he would have frozen outside the gates of his home town.
In his memory the bells ring throughout Christmas and the market (Markt) gained its name.
(Read the full story in German here: Weberglockengeschichte)

Greifswald was always closer to my home town than Neubrandenburg. But it is a quite charming one with occasionally a Ferris Wheel that allows you to look high above the city, an area for children with booths were different Fairy Tales are portrayed and just a nice atmosphere in the more historic part of the city.
One time visits include Schwerin, Berlin (Gendarmenmarkt) and a small one in Hamburg and passing through the one in Elmshorn.
Schwerin was in my school time when we made a visit to the art museum and finished the trip with a stroll over the market. I can’t really remember it any more though.
The Gendarmenmarkt is a smaller and secluded market in Berlin where you even have to pay a small entrance fee. When I was there with Conan and Plusquamperfekt from The Forum and a childhood friend of mine, several years ago, it was just 1 Euro (as I just found the ticket in a book I try to finish until the 31st). It was also quite full. Full of people and full of interesting (and quite expensive) self made goods. It still had a nice atmosphere for chatting about projects and Fantasy stuff.
I can’t remember which one we visited in Hamburg, but it was only a small one we had chosen for the Christmas staff party for the Eventteam (a small student project team for creating events for the students). It still was a great evening with some former, some current and new members of the team and a nice market.
I would like to see a couple of more markets in the future, even some bigger ones. They, however, have so many attendees that it’s far more stressful than fun and maybe not worth the trouble.
Even though there is much good done throughout the season for my family it unfortunately is also a time of mourning.
It was this day, five years ago that my grandfather passed away.
The first passing I consciously experienced within the direct family and it is still a sad memory. He will always be dearly remembered. Christmas time is a time to remember after all.
To remember what we have, what he have lost and to decide where we can go from there.
With this I wish you all a Merry Christmas and hope you will have some quiet time with your loved ones.
PoiSonPaiNter

Guardians of my childhood

This is somewhat a follow up to my review of Rise of the Guardians.
I reflected on how I experienced the Guardians of Childhood when I was a kid and originally had added it to that post, but it was just too off topic so I put it into a post of its own. Like many children I used to believe in the „big four“ or at least to some extent.

Sandmann, lieber Sandmann…

An old still from „Unser Sandmännchen“


The Sandman was a constant companion, as we have a children’s show here in Germany called „Unser Sandmännchen“ (Our little Sandman) that uses stop-motion technique to tell the story of a little man with white hair and goatee, a red cape and a pointed hat, always carrying his bag of sand wherever he went.
And he visited many places and everywhere he went the children asked him for a bedtime story. And of course he told them. We learned about the kobold Pittiplatsch and his friends Schnatterinchen (a duck) and Moppi (a dog); of Herr Fuchs (Mr. Fox) and Frau Elster (Mrs. Magpie); of the water goblin Plumps and the baby chicken Kücken and, when the versions from East and West Germany merged, also of the the piglets Piggeldy [a]nd Frederick. (Note on this: During the Division of Germany there was a version of The Sandman on both sides of the country. Nowadays they use the figurine of the East, but stories of both sides and of course new additions.)
So nearly every evening my parents would change the channel to let me watch it and let me accept that when he threw his dream sand it was time to go to bed. 😉

The Man in Red

Santa Claus or the Weihnachtsmann (literally: Christmas-man) as we call him was a phenomenon until I was about six when I realized that the guy behind the mask was in fact my dad and it was made of plastic. I think the following year I even took the mask and played Santa for my parents. Breathing was difficult underneath that plastic thing, but it was fun nonetheless. 😀
Before that it was great to tell dad that he had just missed Santa. 😀
Until I knew the truth he was pretty much a figure of respect for me, you had to do well reciting your poems if you wanted to get your present from him after all. When I knew it was just an adult dressing up I tried not to spoil the fun for the other kids, though I think I failed at that occasionally by loudly thinking…(like I did with some other things as well, but that is a story for another time).
There is a city called „Himmelpfort“ (Heavens Gate) that has one of Germany’s Christmas post offices, where kids can write to and get a reply by Santa or the „Christkind“ (Christchild) or the „Nikolaus“ – which are two other beings, said to bring presents to children. When I was a kid I once wrote them and got a reply I still have somewhere. A printed letter on green paper with drawings all around it. I don’t remember what stood actually in it, but I remember that I used a pen to redraw the angels and stars on the paper. 😀 It’s a nice idea for kids to have the chance to write the imaginary person and get a reply. And of course having this imaginary person in the first place. 🙂

Searching for eggs

Easter is still a holiday where we hide eggs for fun, though there is not much talk about the Easter Bunny any more – unless it is about the bunny that ends up as lunch. *cough*
But when we were at my grandpa’s at Easter the adults would hide little things in his garden and we kids (my cousins and I) then went to look for them. Everyone was gathered, everyone searched. It was fun.
This year was, I think, the first Easter after he passed away that we were able to spent with the family again, but we were only a few people and the only child being my cousins daughter. But my aunt wouldn’t miss the chance to also hide something for her children and me. And of course my dad and I played our little game of: „I saw this many eggs, how much have you found?“ Leaving the actual search for the others. 😀

The unknown legends

The Tooth Fairy wasn’t that present, I’m not even sure if she was mentioned at all, probably only one or two times when I lost my baby teeth…
I roughly remember complaining about the weirdness of the idea of putting my tooth under my pillow and waiting for someone to pick it up. I kind of think my mum made me put it there anyway and exchanged it for a coin somehow. Though I guess I mostly learned about her from television and I still think it’s a weird tale to tell a kid…

Väterchen Frost from the movie „Abenteuer im Zauberwald“ (Adventures in the Enchanted Forest)


And here is when it becomes weird:
The first time I ever heard about „Jack Frost“ was in the „The Santa Clause 3“ movie, where he was portrayed by Martin Short. By then I wasn’t really a kid any more. The only frost „spirits“ I new were Väterchen Frost (Father Frost) from the Russian Fairy Tales and Frau Holle (Mother Hulda) from the Grimm’s Fairy Tales and the movie adaptations I watched as a child. I still feel closer to them.
The Bogeyman never really played a role either and I’m pretty sure that Pitch from RotG was only the fourth I had ever encountered. I think some of the „friends“ I had throughout childhood talked about „the Black Man“ (der Schwarze Mann, as one of his German versions is called) lurking in the dark, but my parents never tried scaring me with that.
Still lying in my room all alone at night was a completely different matter, though my room was never really dark as I had a street lamp right in front of my window. As soon as a limb would make its way out underneath the bedsheets it would be drawn in again.  Even faster if it came anywhere near the floor. My bed did not have space underneath it, but there still was the floor where something could be crawling at you. But I have to admit that even now, after I’ve watched (or read) something supposedly scary the shadows seem to be even darker as they usually are.
Well, the „Fear of the Dark“ is after all something basic that is settled deep within us and I don’t think it will ever go away. It might not frighten us as it did during childhood, but you will still have this weird feeling of something watching you, just not as strongly.
As I said, Pitch was only Nr. 4 and it took me a while to learn about the concept of the Bogeyman.
My first Bogeyman ever was Oogie Boogie from The Nightmare before Christmas the main antagonist and well, the singing sack of bugs, that tried to torture „Sandy Claws„. Not really frightening, but still a Bogeyman.
Number 2 and 3 both live(d more or less) in the city of Ankh Morpork which I learned about when I read (and later watched) „Hogfather“ by Terry Pratchett. A brilliant story about an assassin „killing“ the Hogfather (the Discworld version of Santa) and DEATH fills in for him. The first Bogeyman was a minor character that got clobbered by DEATH’s granddaughter Susan in the beginning of the story. The other is the first Bogeyman ever <spoiler for anyone who still hasn’t heard about it>that became the Tooth Fairy of the Discworld, which is pretty funny if you look at the story of the RotG movie 😉 </spoiler>.
I can’t really remember any other entities that I was told about as a kid, so I guess I’ll leave it at that.
It’s always nice to rethink stuff you experienced in your childhood when learning about it in a different way and this is just one of many examples I had faced recently.
The series Once Upon a Time and Grimm made me rethink the fairy tales I grew up with. Rise of the Guardians made me think about this. And probably many more stuff I have yet to remember.
But it’s nice that a simple story can do that. 🙂
PoiSonPaiNter
© Rights for the pictures belong to their rightful owners.

Rise of the Guardians

I know the movie was released some time ago in 2012, but as I already have a habit of posting stuff way later then when they happened, I thought I might as well write a bit about this as I just re-watched it and felt like sharing my thoughts.

I first read about the movie on the deviantArt page of the artist Johanne Matte (aka rufftoon) that was involved in its creation. To celebrate the release of the Trailer she posted a series of cartoons that introduced one of the characters she had been working on, a character that was only eyes in the shadows of a closet at first, but then fully visible in the conclusion when the trailer was finally out and he could take revenge on another character that had previously mocked him about not being allowed into the light – which was by the way Zhao from Avatar – The Last Airbender.
This in combination with the trailer made me curious about the movie. It looked like a fun family movie. As a result I asked Iron Eve if she wanted to accompany me into the cinema as soon as I knew when the movie would hit the German theaters.

But what’s the movie about?

(Might be that there are still people who haven’t watched it)

Official poster

One of the official posters of the movie.

The Rise of the Guardians is an Animation Movie by Dreamworks Animation and is about the Guardians of Childhood: Santa Clause, the Easter Bunny, the Tooth Fairy and the Sandman protecting the children of Earth with a strong hand…wait…no, that last one was nearly a line from Avantasia’s song „The Tower„. Let’s try again: Those four were chosen by The Man in the Moon to protect the children from any danger. Each of them protecting a certain aspect of childhood: Dreams, Hopes, Memories and Wonders. But of course something does in fact endanger these things: The Fear created by the Bogeyman. He had been weakened over the centuries and now tries to regain the powers he had throughout the dark ages, because all mystical beings can only exist as long as people believe in them. And no one really believes in the Bogeyman anymore. Therefore – much to the dislike of the Guardians – he tries to make children believe in him through turning their dreams into nightmares and stopping their belief in the Guardians to weaken them instead. With the help of a newly appointed and still not so happy about it Guardian – Jack Frost – they try to fight off the new threat and protect the last believer, the boy Jamie, at all cost. But Jack first has to decide which side he choses, as no one ever truly believed in him before.

The watching experience

As I mentioned I watched the movie in the cinema for the first time and as it nowadays is a must-have to show everything in 3D it was also only shown as such.
I have to say I am not a fan of this trend. On the one hand it is pretty annoying to wear the 3D glasses above your actual glasses and on the other hand do 3D movies have the tendencies to either only include short sequences where it is nearly a waste to use it at all or use it in sequences that are that fast that you get dizzy while watching it. Well, at least we have a 3D-capable theater by now and did not have to watch the 3D material in a 2D cinema…(I had that when I watched „The Last Airbender“ and it made some scenes even worse…)
Instead of doing either of it RotG did use the 3D effects quite nicely for the dream- and the nightmare-sand and general movement and perspectives. I kind of think it makes more sense to use these effects in an already animated movie than in a real-people movie, where you can’t actually get the same experience.
Other than that was it also interesting to see when we laughed and when the actual children laughed about certain jokes. It is always fun to be in a children’s movie as a semi-adult. 😀
As we watched it in German we also had the German synchronization and I think it was quite well done, especially now that I’ve watched the original version. The voices are quite similar and even the translation was quite on spot. Though they did change the calling name of the Tooth Fairy from Tooth to Fairy (Fee), they probably just didn’t want the characters to shout „Zahn“ all the time. 😉
Other than that: North (Santa) also has the Russian accent, Bunnymund (Easterbunny) calls everyone a mate (though in the Berlin-way: „Keule“), Sandy (Sandman) doesn’t speak at all. Oh, and Pitch (Bogeyman) is voiced by Son Goku (Dragonball Z), but he can pull off the tragic villain as good as the universe savior. 😀
I really liked that Sandy communicated only through sand-pictures and the Baby-Tooths only through whistling instead of actual talking.

The characters

What I liked about the characters of this movie, is that all of them have enough quirks and antics to not seem as „perfect“ as protagonist in movies often tend to be. It is rare for me, but I don’t think that I really do NOT like any of the characters, especially none of the main cast. (I will probably cover this at some point in time with a separate post)
Maybe it’s because of these things:
North changes from childish to Warrior in seconds.
Bunny is the big and bossy Australian *cough* kangaroo *cough*, that can also be adorably cute.
Tooth is all business, but quite obsessive when it comes to teeth and children.
Sandy slightly silly, but the secret badass of the four.
Jack, the childish prankster that just wants to be seen.
Pitch, the „bad boy“ that just wants children to remember him.
And the kids, that are just kids being silly kids. 😀

As I already have a tendency to like villains I couldn’t help myself but to be taken in by Pitch Black as well…
Apart from sympathy for his chosen colour I felt pity for him at the end of the movie. All he did was trying to regain the powers he had held centuries ago and that allowed him to be seen by people – and not just children. Of course his way was by far not the nicest – or even the cleverest – but he probably just didn’t knew what else he should do to change his demise. There are much scarier things in this world than the Bogeyman, but I’ll come to that later. What also made me like him more were rufftoons comics about his past that can be found in her gallery here. Incredible comics that partly show a different back story than the official one portrayed in special comics and other stuff from Dreamworks and of course the books by William Joyce (The Guardians of Childhood).

The Sandy-toy facing in a weird direction

The Sandy-toy facing in a weird direction

After that I think it would be a tie between North with his weird jokes, the yetis and the elves, Bunnymund and his walking eggs and of course Sandy, though he might even be on par with Pitch. I even have the McDonalds figurine of Sandy standing/lying in my book shelf. 😀 (Eve got Bunny by the way). Though the magnet used to move him is weird. It always gets stuck when he is nearly facing the holding thing, but it’s a fun toy nonetheless. 🙂

Jack and Tooth, though I do not dislike them and they do have some nice scenes, are just a bit too plain to be among my favourites.

Among the kids I consider Cupcakes to be the funniest. Typical bully turned friend, but still fun, just as much as Monty, the kid with glasses, whose reactions were sometimes hilarious…. 😀

It is also great that you can see why the characters act the way they do. Common sense makes you understand the competitiveness between Bunny and North, Christmas is after all the much more celebrated holiday. But you also can understand why both Jack and Pitch strife for being believed in. I think it must be one of the worst feelings to see all these people around you and knowing that they cannot see you in return. It is already awful to be ignored as normal person, but as personification of an aspect of life (Fear, Frost) it must be even worse. At least in our cases others would bump into us, instead of walking right through you.

General opinion

The Rise of the Guardians is a great movie. It has just the right amount of silliness and seriousness needed to portray an important message: Without belief in Wonders, without Hope, Dreams and good Memories there would only be Fear in children and children are our future that we must protect at all cost.
It also shows that even though children do not believe in the Bogeyman himself anymore, there is still enough Fear for him to still exist. Sure what people fear has greatly changed throughout mankind’s history, but it is still there and I could write a whole post about that alone – in fact I once wrote quite a long article about it, maybe I’ll translate it one day.

The movie has some really precious scenes and well portrayed characters.
Angry Sandy, not-believed in Easter Bunny, silly Elves and annoyed Yetis and all that wrapped in great animations (though a bit edged at times).
They also do well with playing with the viewers emotions.
When I first watched it, I didn’t really know what I should feel, when the scene moved on to the next big thing after the previous one had just happened.
You could argue that the movie therefore is a bit rushed, but I’d still say it was the pace needed to properly tell the story – even though the characters themselves did not really get time to process things or have much time for development, but you could say the movie portrays a war and you don’t really have much time in those either.

Regardless of the fact that it is a children’s movie does it have the potential and the ability to capture an older audience with its charms and jokes as well. Awws and laughter could also be heard from adults as much as from children, though not as loudly. 😉

Simply put: I really enjoyed the movie and I gladly bought the DVD, to watch it again whenever I feel like it. Even though some scenes don’t work as much as they used to during the first time watching, as you know what will happen later on. 😉
And I am curious about the books and comics accompanying it, but it’s always quite annoying to buy something in a different currency as I am not sure whether they are even available in Germany. But maybe will I get my hands on them anyway sometime. 🙂

Stuff I’d like to add

For those who didn’t know: „Mare“ is an old word for a female horse, so Nightmare basically means Night-horse and do you remember what shape the Nightmares had? 😉 It is a bit more complicated than that, seeing that the word derives from a creature called „Nachtmahr“ in German that sometimes was portrayed in the shape of a horses head, but that’ll get too off-topic.

What also is too off-topic but what I still would like to add is a bit about my experiences with these characters/guardians in my childhood.
So you can look forward to that some time in the future. 😉

PoiSonPaiNter

© Rights for the poster and the figurine belong to Dreamworks (the latter probably also to McDonalds).