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Märchenspinnerei im Interview: Sabrina Schuh

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Wie schon im letzten Jahr, habe ich ein paar Märchenspinnerinnen im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Sabrina Schuh – Autorin von „Unter schwarzen Federn“

Ein paar Daten zu dir:

Ich heiße Sabrina Schuh, ein offenes Pseudonym, komme aus dem schönen Frankenland und lebe dort mit Mann, Sohn und Hund. Wenn ich nicht gerade schreibe, koche, backe und schwimme ich sehr gerne. Außerdem führe ich mit meinem Mann zusammen einen kleinen Buchblog und lese natürlich auch sehr gerne. Da ich arbeitstechnisch die Bücher lieber Kollegen lektoriere und vermarkte, kann man sagen, dass sich ein Großteil meines Lebens um Bücher dreht.
Veröffentlichungstechnisch ist „Unter schwarzen Federn“ mein Debütroman, allerdings habe ich außerdem in „Der Zauber des Winters“ aus dem Zeilengold Verlag, der Märchenspinnerei-AnthologieEs war einmal … ganz anders“ und im Anthologiekalender für 2018 des Machandel Verlags jeweils eine Kurzgeschichte veröffentlicht. Unter meinem echten Namen sind noch zwei Gedichte und ein Poetry Slam Text in Anthologien sowie drei Geschichten in einer Hörapp erschienen.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Unter schwarzen Federn“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich damit keine Probleme. „Das hässliche Entlein“ ist ein Märchen, das ohne fantastische oder magische Elemente auskommt und sehr nah am echten Leben gestrickt ist. An sich ist es eine klassische Mobbinggeschichte mit Happy End. Das ließ mir alle Freiheiten, die ich brauchte, daher blieben mir solche Schwierigkeiten zum Glück erspart.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Es war teilweise schwierig genügend Märchen unterzubekommen. „Das hässliche Entlein“ hat ja eine sehr überschaubare Handlung, die sich in ihren Grundzügen immer wiederholt (Begegnung mit einer Figur, Mobbing, Flucht). Das allerdings reicht nicht, um ein gutes Buch mit 300 Seiten zu schreiben. Hier musste ich ein bisschen tricksen, damit das Märchen nicht untergeht.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Das Original. Allerdings muss ich sagen, dass ich weder eine andere Adaption noch einen Film oder eine andere Erzählung zu meinem Märchen kenne, denn „Das hässliche Entlein“ ist nun nicht gerade eines der populären.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Das kann ich absolut nicht sagen. Mir persönlich wäre es tatsächlich am liebsten, dass wir zwei Teenager casten, die noch „unverbraucht“ sind. Ich kann mir keinen der aktuell bekannten Teeniedarsteller in der Rolle vorstellen, sondern möchte lieber unbekannte Schauspieler, die wirklich zu den Rollen passen. Alles andere wäre eine Kompromisslösung.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Ich wünsche mir und allen Spinnerinnen, dass wir noch viel mehr so tolle Fans bekommen, wie wir sie jetzt schon haben, außerdem ganz viele tolle Ideen und viel Energie. Leser, neue Bücher und viel Power sind für mich die drei wesentlichen Bausteine, um dieses Projekt noch ganz lange betreiben zu können.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Als ich noch sehr klein war, hat meine Oma mir ein wundervolles Sterntalerkostüm geschneidert für Fasching, das ich heiß und innig geliebt habe. Es war wirklich wunderschön.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Das Ende muss immer zum Buch passen. Wenn es das tut, mag ich lieber Bad Ends, aber diese müssen stimmig sein. Was ich allerdings weniger mag, sind die Art von Happy Ends, bei denen sich wirklich alles, selbst wenn es noch so unwahrscheinlich ist, in Wohlgefallen auflöst.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Am meisten begeistert mich bei Märchen, wenn sie hinter der Geschichte eine tolle Botschaft verstecken.
Am meisten stören mich diese ganzen Geschichten mit Prinzen und Prinzessinnen. Viele Märchen fände ich schöner, wenn sie auf bürgerlicher Ebene spielen bzw. bleiben würden.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Ich denke, da geht es mir wie vielen. Wenn ich an typisch Märchen denke, dann kommt mir als Erstes so dieses typisch Grimmsche „Es war einmal …“ Und „… und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ in den Sinn.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Vermutlich würde ich erst ungefähr hundert Mal testen, ob ich nicht nur träume. Dann würde ich ihm erstmal zuhören und mir erklären lassen, ob und wie man es erlösen kann. Vielleicht kann ich ihm selbst helfen, vielleicht auch nur dabei, jemand zu finden, der das kann.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Das ist total schwierig. Es gibt so viele gute Wünsche, die unsere Welt brauchen kann. Für mich persönlich brauche ich gar nichts, denn ich würde ebenso davon profitieren wie alle anderen.
1. Eine erneuerbare Energieform, die unsere Landschaft nicht verschandelt und weltweit jedem zugänglich ist, damit die fossilen und atomaren Energieformen abgeschafft werden können.
2. Eine „Rundumerneuerung“ für unseren Planeten, sprich Land, Wasser und Luft wieder sauber und die Ozonschicht ohne Löcher.
3. Eine weltweite Gleichverteilung des Wohlstands (Geld und Lebensmittel) auf alle Menschen.
Vermutlich würde die Fee aber bereits bei Wunsch eins vor Erschöpfung umkippen und meine Wünsche würden alle verfallen.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

In Märchen wird viel gemordet, zumindest in den Originalen. Trotzdem fällt mir die Auswahl sehr leicht, denn irgendwie fand ich den Tod der bösen Stiefmutter aus „Schneewittchen“ immer cool. Es war einfach kreativ und etwas wirklich anderes. Mein Opfer müsste sich also in glühenden Schuhen zu Tode tanzen.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Jetzt gerade, mitten im Veröffentlichungsstress (Interview ausgefüllt Ende Januar)? Dornröschen! Schlafen klingt gerade einfach zu verlockend. Das kam die letzte Zeit extrem zu kurz.
Allgemein? Mit keiner. Die Bösewichte treffen immer drakonische Strafen und die Protagonisten müssen leiden, Prüfungen bestehen, werden schikaniert etc., bis sich alles am Ende zum Guten wenden kann. Warum sollte ich also den Platz für etwas tauschen, das ich hier auch an jeder Ecke bekommen kann? Da ich ja lieber die Originalmärchen mag, ist nicht mal ein Happy End garantiert. Nein, danke. Da würde ich doch lieber gerne verzichten.

Mehr zu Sabrina gibt es hier:

Facebook: Sabrina Schuh  – Autorin

Vielen Dank, Sabrina!


Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

Like last year, I asked a few Märchenspinnerinnen (Fairy Tale spinnerettes) a few questions about their adaptations and fairy tales as part of the Fairy Tale Summer.

Sabrina Schuh – Authoress of „Unter schwarzen Federn“ (Under Black Feathers)

A few things about you:

My name is Sabrina Schuh, an open pseudonym, I am from the beautiful Franconian region and live there with my husband, son and dog. When I’m not writing, I love to cook, bake and swim. I also keep a small book blog together with my husband and of course I also enjoy reading. Since I prefer to proofread and market the books, one can say that a large part of my life is about books.
From a publishing point of view „Unter schwarzen Federn“ (Under blacke Feathers) is my debut novel, but in „Der Zauber des Winters“ ( The Sorcerer of Winter) from the Zeilengold Verlag, the Märchenspinnerei anthology „Es war einmal… ganz anders“ (Once upon a time … completely different“ and in Machandel Verlag’s anthology calendar for 2018 I also published short stories. Under my real name, two poems and a poetry slam text have appeared in anthologies as well as three stories in a listening app.

Beforehand a few Questions regarding your book „Unter schwarzen Federn“ and the Märchenspinnerei:

1. Which element of your Fairy Tale was the hardest to transfer?

To be honest, I didn’t have any trouble with that. „The ugly duckling“ is a Fairy Tale that works without fantastic or magical elements and is knitted very close to real life. It’s a classic bullying story with a happy ending. This gave me all the freedom I needed, so I was fortunately spared such difficulties.

2. What reduced you most to despair working on your Fairy Tale?

It was sometimes difficult to fit in enough Fairy Tale. „The ugly duckling“ has a very straightforward plot that repeats itself in its basic features (encounter with a character, bullying, escape). However, this is not enough to write a good book with 300 pages. I had to do some tricks here to keep the Fairy Tale from vanishing.

3. Which Version (Movie, Tale, Adaptation) of your story, except your own, do you like most?

The original. However, I must say that I know neither another adaptation nor a film or another narrative to my Fairy Tale, because „The Ugly Duckling“ is not exactly one of the popular ones.

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn your Fairy Tale into a movie, whom do you see in the leading roles?

I can’t say at all. Personally, I would really like to cast two teenagers who are still „unused“. I can’t imagine any of the currently known teen actors in the role, but rather unknown actors who really fit the roles. Anything else would be a compromise solution.

5. What’s your wish for the future of the Märchenspinnerei?

I wish for myself and all Spinnerinnen that we get even more great fans than we already have, as well as lots of great ideas and a lot of energy. Readers, new books and a lot of energy are the three essential building blocks for me to be able to run this project for a very long time to come.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tale …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

When I was very young, my grandmother made me a wonderful Star Money costume for carnival, which I loved ardently. It was truly beautiful.

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

The ending must always match the book. If it does, I prefer bad ends, but these have to be coherent. What I like less, however, is the kind of happy endings in which everything, even if it is unlikely, falls into place.

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

What excites me most about Fairy Tales is when they hide a great message behind the story.
What bothers me most are all these stories with princes and princesses. I would find many Fairy Tales much nicer if they were or would remain on a bourgeois level.

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

I think I feel like many do. When I think of typical Fairy Tales, the first thing that comes to mind is this typical Grimm‘ „Once upon a time…“ and „… and they lived happily ever after“.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

I’d probably test about a hundred times to see if I wasn’t just dreaming. Then I would first listen to it and have it explained to me whether and how it can be redeemed. Maybe I can help them myself, maybe only to find someone who can.

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

That’s really hard. There are so many good wishes our world needs. For me personally, I don’t need anything, because I would benefit as much as everyone else.
1. A renewable form of energy that does not disrupt our landscape and is accessible to everyone worldwide, so that fossil and nuclear forms of energy can be dismantled.
2. A „complete renewal“ for our planet, i.e. land, water and air clean again and the ozone layer without holes.
3. a worldwide equal distribution of wealth (money and food) among all people.
However, the fairy would probably fall over from exhaustion already upon wish one and all my wishes would be forfeit.

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

There’s a lot of murder in Fairy Tales, at least in the originals. Nevertheless, the choice is very easy for me, because somehow I always thought the death of the evil stepmother from „Snow White“ was cool. It was just creative and something really different. So my victim would have to dance themselves to death in red-hot shoes.

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

Right now, in the middle of publishing stress (interview completed end of January)? Sleeping Beauty! Sleeping just sounds too tempting. There hasn’t been enough time for that lately.
General? None. The villains always face draconian punishments and the protagonists have to suffer, pass tests, are harassed, etc. until everything can finally turn out well. So why should I change places for something I can get on every corner? Since I prefer the original fairy tales, not even a happy ending is guaranteed. No, thank you. I’d rather not do that.

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Thank you very much, Sabrina!


Anne/PoiSonPaiNter

Sabrina Schuh: Unter schwarzen Federn

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Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum elften Band der Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn von Sabrina Schuh, einer Adaption von Hans-Christian Andersen’s „Das hässliche Entlein“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Egal wo Fee hinkommt, irgendwann wird sie überall ausgeschlossen und gemobbt. Es zerrt an ihr und irgendwann sieht sie keinen anderen Ausweg als es permanent zu beenden.

Grade noch rechtzeitig kommt Markus hinzu und kann sie davon abhalten, schafft es sogar sie dazu überreden sich Hilfe in einer Therapie zu suchen.

Doch wird es Fee schaffen, sich ihrer inneren Dunkelheit zu stellen oder wird sie nur wieder enttäuscht werden?

Das Leseerlebnis

In recht kurzen Kapiteln wechselt der Erzähler zwischen Fee und Markus, was oft interessant, teils aber auch anstrengend ist. Ich mag es, wenn Geschehnisse von mehreren Seiten beleuchtet werden, hier hat es mich hin und wieder gestört, denn die Ich-Erzähler reden mit dem Leser ähnlich wie mit einem Tagebuch, wodurch die Stimmung, die der eine Charakter geschaffen hat, von der Reaktion des Zweiten gelegentlich geschmälert wird. Aber vielleicht störe ich mich hier zu sehr an den jugendlichen Reaktionen, die die doch noch recht jungen Charaktere mit sich bringen. Man könnte das Buch durchaus zu Young Adult zählen und das ist ja eher nicht so meins.

Der Verlauf der Geschichte, die gezeigten Therapie-Ansätze und der Kampf, den Fee durchmacht, macht das Ganze wieder wett. Bei einigem davon fühlte ich mich an mich selbst erinnert, denn wie ich beim Axolotl schon schrieb, habe ich ähnliches durchgemacht, nur nicht so schlimm wie die beiden jeweiligen Protagonistinnen. Ihre Entwicklung war gut nachzuvollziehen und wenn man auf die Scherenschnitte am Seitenende achtet, sieht man auch, wenn sie einen wichtigen Schritt gemacht hat. Ein Daumenkino ist das auch. 😀

Die Charaktere

Fee schwankte für mich ein wenig zwischen nervigem/zickigem Teenager und jemand den ich einfach nur in den Arm nehmen wollte, um ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Für viele Dinge habe ich daher Verständnis aufgebracht, hin und wieder hätte ich sie doch gerne geschüttelt. Ihr Wandel war nachvollziehbar und gut gezeigt.

Markus war allerdings noch frustrierender was das anging. Ich bin mir nicht sicher, wie gut ich es finde, dass er sich in Fees Leben eingemischt hat und wie falsch die eigenen Dinge waren, die er gelegentlich eingebracht hat um ihr zu helfen und es dadurch schlimmer gemacht hat, weil er sie nicht ganz durchdacht hat.

Die Freundschaft/Beziehung der beiden wirkte zum Teil etwas konstruiert, etwas zu … passend (convenient) … ich fand es gut, dass gerade auch das von den Charakteren selbst angesprochen wurde und vor allem, dass die beiden auch wirklich über Dinge gesprochen haben. Offene Kommunikation ist ja doch etwas, dass in Geschichten oft untergeht, um ja noch etwas mehr Konflikt zu erzeugen. Hier ist es ein Mittel um die Charaktere vorwärts zu bringen, um ihnen einen neuen Weg aufzuzeigen und das wurde wunderbar umgesetzt.

Die Nebencharaktere wurden nicht sehr ausgezeichnet, aber man merkte ihnen ihre Bestimmung an. Die positiven Helfer in der Klinik, die Unbeteiligten in Markus‘ Band und die Mobber als Gegenspieler. Für die Erzählung, die doch darauf beruhte Fees Entwicklung zu folgen, war das auch nicht notwendig und hätte nur von der Tiefe abgelenkt.

Generelle Meinung

Fees Teil der Geschichte spielt eigentlich hauptsächlich in der Klinik, aber es fällt nicht auf und es stört auch nicht, denn ihre Entwicklung vom Entchen zum Schwan steht im Fokus. Ein Szenenwechsel wäre hier sicherlich nicht hilfreich gewesen und den bekommen wir durch Markus Außensicht etwas.

Wie schon der Axolotl ist diese Geschichte wichtig, denn viel zu viele Leute leiden unter ähnlichen Problemen. Mobbing, Suizidgedanken und Depressionen sind leider viel zu häufig in unserer Gesellschaft. Ohne Zeigefinger wird gezeigt, dass es Hilfe gibt, das es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu holen und vor allem, das man nicht alleine ist. Und das manchmal die Hilfe aus ganz unerwarteten Quellen kommen kann. Und das ist die beste Botschaft, die man dieser Adaption entnehmen kann.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Dieses Buch ist immer noch eine Märchenadaption. Das heißt, einige Dinge wurden verschönert, so zum Beispiel das wunderbare Klinikpersonal, dass Fee auf ihrem Weg begleitet und essentiell zu ihrer Veränderung beiträgt. Leider ist eine solch individuelle Behandlung und vor allem positive Behandlung nicht immer gewährleistet. Sei es, weil das Personal überfordert ist oder sie einfach alle Patienten über den gleichen Kamm geschert wird. Ich weiß es nicht, frage mich aber wie solche Menschen überhaupt in ihre jeweiligen Positionen gekommen sind, da sie ja doch nicht das tun, was in ihrer Jobbeschreibung steht …

Im Verlauf der Geschichte macht Sabrina eine Anspielung auf einen Sänger, der sich aufgrund seiner Depression das Leben genommen hat. Das hat es für mich realistischer gemacht, denn das war damals auch für mich ein Schock gewesen, dass auch er den Kampf nicht gewonnen hat. Eines seiner Lieder spielt eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte, irgendwie hatte ich nachdem die Band genannt wurde allerdings ein anderes Lied im Kopf, aber das ausgewählte passt wesentlich besser.

Oh! Schaut! Da hat sich doch tatsächlich eine Ente in diesen Beitrag verirrt und die Kombination 13-H mitgebracht!

Wenn ihr auf Facebook der Spur des Hashtags #Märchenente folgt, könnt ihr noch zwölf weitere Position-Buchstaben-Kombinationen finden! Alle zusammen ergeben ein Lösungswort mit dem ihr hier: #Märchenente an der Verlosung von tollen Preisen teilnehmen könnt! (U.a. ein E-Book und jede Menge signierte Goodies), wenn du Hilfe brauchst schau hier vorbei: Hilfe!

Ein weiteres E-Book von Unter schwarzen Federn könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Morgen gibt es dann hier ein Interview mit Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eleventh volume of the Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn (Under Black Feathers) by Sabrina Schuh, an adaption of Hans-Christian Andersen’s „The ugly duckling“.

What is it about?

4 of 5 stars

No matter where Fee goes, at some point she is excluded and bullied everywhere. It draws on her and at some point she sees no other way out than to end it permanently.

Just in time Markus arrives and can stop her, even manages to persuade her to seek help in a therapy.

But will Fee be able to face her inner darkness or will she only be disappointed again?

The reading experience

In quite short chapters the narrator changes between Fee and Markus, which is often interesting, but sometimes exhausting. I like it when events are illuminated from several sides, here it bothered me now and then, because the first-person narrators talk to the reader in a manner similar to a diary, whereby the mood created by one character is occasionally diminished by the reaction of the second. But maybe I’m too bothered here by the youthful reactions that the still quite young characters bring with them. You could count the book to Young Adult and that’s rather not mine.

The course of the story, the therapy approaches shown and the struggle that Fee is going through make up for this. Some of them reminded me of myself because, as I wrote with the Axolotl, I’ve been through similar things, not as bad as the two respective protagonists. Her development was easy to understand and if you look at the silhouettes at the bottom of the page, you can also see when she took an important step. Making it a flipbook. 😀

The characters

Fee wavered for me a little between annoying/bitchy teenager and someone I just wanted to hug to prove to her that she is not alone. That’s why I showed understanding for many things, now and then I would have liked to shake her. Her metamorphosis was understandable and well demonstrated.

Markus was even more frustrating in that respect. I’m not sure how good I think it was that he interfered in Fee’s life and how wrong the things he occasionally brought in to help her were, which made matters worse because he hadn’t thought them through.

The friendship/relationship between the two seemed to be somewhat constructed, something too… convenient … I liked the fact that this was also mentioned by the characters themselves and above all that they really talked about things. Open communication is something that often falls short in stories in order to create even more conflict. Here it is a means to bring the characters forward, to show them a new way and this was done wonderfully.

The side characters weren’t very distinguished, but you could tell their purpose. The positive helpers in the clinic, the uninvolved in Markus‘ band and the mobbers as opponents. For the story, which was based on Fee’s development to follow, this wasn’t necessary and would have only distracted from its depth.

General Opinion

Fee’s part of the story actually takes place mainly in the clinic, but it goes unnoticed and doesn’t interfere, because the focus is on her development from duckling to swan. A change of scene would certainly not have been helpful here and we get it from Markus‘ outside view.

Like with the Axolotl, this story is important, because far too many people suffer from similar problems. Bullying, suicidal thoughts and depression are unfortunately far too frequent in our society. Without lecturing it is shown that there is help, that it is not bad to get help and above all, that you are not alone. And that sometimes the help can come from quite unexpected places. And this is the best message that can be taken from this adaptation.

Stuff I’d like to add

This book is still a fairy tale adaptation. This means that some things have been brightened up, such as the wonderful clinic staff who accompany Fee on her way and make an essential contribution to her improvement. Unfortunately, such individual treatment and above all positive treatment is not always guaranteed. Be it because the staff is overwhelmed or because all patients are simply lumped together. I don’t know, but I wonder how such people got into their respective positions, since they don’t do what is written in their job description…

In the course of the story Sabrina makes an allusion to a singer who has taken his own life because of his depression. That made it more realistic for me, because it was a shock for me at the time that he did not win the fight either. One of his songs plays an important role in the course of the story, somehow after the band was named I had another song in mind, but the selected one fits much better.

Tomorrow there will be an interview with Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Märchenspinnerei im Interview: Julia Maar

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Wie schon im letzten Jahr, habe ich ein paar Märchenspinnerinnen im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Julia Maar – Autorin von „Der siebte Sohn“

Ein paar Daten zu dir:

Ich bin 1993 im Rheinland geboren worden und lebe dort bis heute. Neben meinem Brotjob mache ich Ende diesen Jahres hoffentlich meinen Betriebswirt und habe danach wieder mehr Zeit zum Schreiben.
Meine Begeisterung für Bücher und das Schreiben hat bereits in der Grundschule begonnen und am häufigsten zieht es mich dabei in fantastische Welten. Im Oktober 2017 erschien mit der Aschenputtel-Adaption „Der siebte Sohn“ mein Debüt. Außerdem stammt die Kurzgeschichte „Der Informatiker und das Biest“ in „Es war einmal … ganz anders“ aus meiner Feder.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Der siebte Sohn“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Mit den Märchenelementen an sich hatte ich keine Probleme, was mir hingegen Schwierigkeiten bereitet hat war das Leben im Mittelalter möglichst authentisch darzustellen. Die Turnierszenen haben mich wahnsinnig gemacht und Christina war im Lektorat gnadenlos und hat mir jede unrealistische Kleinigkeiten gnadenlos um die Ohren gehauen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Eventuell sollte ich erstmal alle Fragen durchlesen, bevor ich mit dem Beantworten anfange. *lach* Aber abgesehen von den mittelalterlichen Fakten hat mich das Überarbeiten generell in den Wahnsinn getrieben. Schreiben macht da doch deutlich mehr Spaß.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Als Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und die Luna-Chroniken unter den Büchern. Wie cool ist bitte die Idee aus Aschenputtel einen Cyborg zu machen? Allerdings fehlt mir noch der letzte Band, also bitte nicht spoilern!

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ui schwierige Frage. Schwierig vor allem, weil ich mir Namen und Gesichter wirklich schlecht merken kann – Schande über mich. Für Robin stelle ich mir eher einen ruhigen und zurückhaltenden Teenager vor. Vielleicht Dylan Minnette aus „Tote Mädchen Lügen nicht“. Und Vivienne muss richtig Wumms haben, aber da fällt mir grade niemand in ihrem Alter ein.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Dass noch viele weitere Geschichten das Licht der Welt erblicken und wir unsere Leser damit langfristig begeistern können. Und natürlich, dass die tolle Zusammenarbeit der Märchenspinnerinnen anhält und sich festigt.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Ich denke das war, als meine Mutter mir mein erstes, und auch sehr lange einziges, Märchenbuch geschenkt hat. Es ist eine illustrierte Ausgabe und vermutlich eher für Kinder gedacht, aber ich hatte nicht damit gerechnet und sie hat sich bei der Auswahl wirklich Mühe gegeben, sodass es wundervolles Geschenk war.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Sagen wir mal, dass mich Happy Ends im Normalfall glücklicher machen. Aber ich weiß ein Bad End zu schätzen, wenn es gut umgesetzt ist.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Mir gefällt, dass in Märchen alles möglich ist. Stroh zu Gold spinnen, an Haaren einen Turm hinaufklettern oder einer Bohnenranke in ein anderes Reich folgen – nichts ist unmöglich. Auf Anhieb fällt mir gerade nichts ein, dass mich an Märchen stört. Gut, vielleicht hätte Rapunzel zum Beispiel gerne ihre Freiheit genossen statt zu heiraten, aber die meisten Märchen stammen eben aus einer anderen Zeit.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Der Konflikt zwischen Gut und Böse. Ich habe das Gefühl Märchen sind was das angeht immer schwarz-weiß. Man ist entweder gut oder böse, ein Mittelding gibt es nicht.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Naja erstmal würde ich mich mit ihm unterhalten, um etwas mehr herauszufinden. Aber so unwahrscheinlich ist es doch gar nicht, dass ein sprechendes Tier vorher ein Mensch war. Und dann mal schauen, ob man ihm irgendwie helfen kann, aber vielleicht möchte das Tier ja auch einfach nur eine Runde quatschen.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Weltfrieden klingt jetzt ziemlich pathetisch und nach Schönheitswettbewerb, oder? Ich würde mich auch damit zufrieden geben, wenn jeder einfach ein bisschen mehr Rücksicht auf seine Umwelt nimmt. „Bitte“ und „Danke“ haben noch niemandem wehgetan. Dann würde ich mir noch Gesundheit für meine Familie und Freunde wünschen und zuletzt, dass der Tag ein paar Stunden mehr hat, damit ich alle Sachen machen kann für die mir aktuell die Zeit fehlt.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Das ist eine schwierige und eine gefährliche Frage. *lach* In extremen Fällen würde ich vermutlich ganz hinterhältig Gift nehmen, aber generell finde ich die Variante mit dem Turm ganz gut. So macht man nichts, dass man nicht mehr rückgängig machen kann.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Wenn, dann mit Rotkäppchen. Wer einen Wolf fertig macht, den kriegt auch sonst nichts aus der Fassung gebracht. Aber eigentlich bin ich ganz froh in keinem Märchen zu stecken.

Mehr zu Julia gibt es hier:

Facebook: Julia Maar

Vielen Dank, Julia!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch
Like last year, I asked a few Märchenspinnerinnen (Fairy Tale spinnerettes) a few questions about their adaptations and fairy tales as part of the Fairy Tale Summer.

Julia Maar – Authoress of „Der siebte Sohn“ (The Seventh Son)

A few things about you:

I was born in 1993 in the Rhineland and still live there today. In addition to my dayjob, I hope to become a business economist at the end of this year and then have more time to write again.
My enthusiasm for books and writing began in primary school and most often I am drawn to fantastic worlds. My debut came in October 2017 with the Cinderella adaptation „Der Siebte Sohn“ (The Seventh Son). I also wrote the short story „Der Informatiker und das Biest“ (The IT guy and the beast) in „Es war einmal… ganz anders“ (Once upon a time … completely different“).

Beforehand a few Questions regarding your book „Unter schwarzen Federn“ and the Märchenspinnerei:

1. Which element of your Fairy Tale was the hardest to transfer?

I had no problems with the fairy tale elements themselves, but what caused me difficulties was to present life in the Middle Ages as authentically as possible. The tournament scenes drove me crazy and Christina was merciless in editing and smashed every unrealistic little thing mercilessly into my face.

2. What reduced you most to despair working on your Fairy Tale?

Maybe I should read through all the questions before I start answering them. *laugh* But apart from the medieval facts, reworking has driven me crazy in general. Writing is much more fun.

3. Which Version (Movie, Tale, Adaptation) of your story, except your own, do you like most?

As a film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (Three Wishes for Cinderella) and the Lunar-Chronicles among the books. How cool is the idea of making a cyborg out of Cinderella? But I’m still missing the last volume, so please don’t spoil!

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn your Fairy Tale into a movie, whom do you see in the leading roles?

Gee difficult question. Difficult above all, because I can‘ t remember names and faces very well – shame on me. For Robin, I imagine a quiet and reserved teenager. Maybe Dylan Minnette from „13 Reasons Why“. And Vivienne must have some real oomph, but I can’t think of anyone her age right now.

5. What’s your wish for the future of the Märchenspinnerei?

That many more stories are born and that we can inspire our readers for many years. And of course, that the great cooperation of the Märchenspinnerinnen continues and strengthens.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tale …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

I think that was when my mother gave me my first, and for a very long time the only, Fairy Tale book. It is an illustrated edition and probably intended more for children, but I hadn’t expected it and she really made an effort to make it a wonderful gift.

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

Let’s say happy endings usually make me happier. But I appreciate a bad end when it’s well done.

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

I like that anything is possible in Fairy Tales. Spinning straw into gold, climbing up a tower by hair or following a beanstalk into another realm – nothing is impossible. Right off the bat, I can’t think of anything that bothers me about Fairy Tales. Well, maybe Rapunzel would have preferred to enjoy her freedom instead of getting married, but most Fairy Tales are from a different time.

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

The conflict between good and evil. I have the feeling that fairy tales are always black and white when it comes to that. You’re either good or bad, there’s no such thing as medium.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

Well, first, I’d talk to it to learn some more. But it is not so unlikely that a talking animal was a human being before. And then we’ll see if there’s anything I can do to help him, but maybe the animal just wants to have a chat.

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

World peace sounds pretty pathetic and beauty pageant now, doesn’t it? I would also be satisfied if everyone simply showed a little more consideration for their environment. „Please“ and „thank you“ have never hurt anyone. Then I would wish for health for my family and friends and finally that the day has a few more hours so that I can do all the things for which I currently lack the time.

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

This is a difficult and a dangerous question. laugh* In extreme cases I would probably use poison quite sneakily, but in general I think the alternative with the tower is quite good. You don’t do anything you can’t undo.

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

If, then with Little Red Riding Hood. Anyone who takes down a wolf will never get upset. But I’m actually glad I’m not in any Fairy Tale.

More about Julia here:

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Thank you very much, Julia!
Anne/PoiSonPaiNter

Julia Maar: Der Siebte Sohn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum neunten Band der Märchenspinnerei:Der Siebte Sohn von Julia Maar, einer Adaption von „Aschenputtel“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Robin ist mit seinem Leben als Lehrling in der Schmiede eigentlich ganz zufrieden, doch viel lieber würde er ein echter Ritter sein und gemeinsam mit seinen royalen Halbbrüdern an Turnieren teilnehmen. Als sein ältester Bruder Dante ihn schließlich zu seinem Knappen macht, könnte er nicht glücklicher sein.

Seine Freude wird jedoch schnell getrübt, als er einen seiner Brüder davon abhält, wie er sich an der jungen Magd Vivienne vergehen will.
Doch diese Tat könnte das Ende seines Traums bedeuten …

Das Leseerlebnis

Auch wenn ich das Buch kurz nach erscheinen auf der BuchBerlin – inklusive Autogramm von Julia – erstanden habe, habe ich es erst kurz vor dem Märchensommer tatsächlich gelesen. Zu dem Zeitpunkt war es bereits auf der Long- und später auf der Shortlist des  Deutschen Phantastik Preises (noch könnt ihr abstimmen dafür). D.h. meine Erwartungen waren relativ hoch, auch wenn ich versucht habe sie zu drücken.

Da es ein relativ kurzes Buch ist, hatte ich es auch relativ schnell durch, was aber auch bedeutete, dass einige Handlungsstränge oder Hintergrunde nur angedeutet und nicht ausgebaut wurden.
Das störte in den meisten Fällen allerdings nicht, da selbst das schon genügte das entsprechende Bild zu zeichnen.

Der finale Twist wirkte etwas sehr konstruiert, aber doch auf eine gewisse Art glaubwürdig. Man konnte es sich denken, vielleicht nicht unbedingt so, aber es war doch recht offensichtlich, das hinter dem Charakter mehr steckte.

Die Charaktere

Robin ist ein Niemand, ein Außenseiter, der Bastard des Königs, der eher geduldet als gemocht wird. Ich gehöre ja zu denen, die eher Kontakt zu den Außenseiter knüpfen kann, wodurch er mir sehr sympatisch war. Auch wenn mich seine Naivität gegenüber seinen Brüdern doch etwas genervt hat. Glücklicherweise hat er das ja schnell abgelegt.

Vivienne und Karl waren eine wunderbare Ergänzung. Clever, witzig und gefühlvoll, neugierig und loyal.
Hinter allen dreien steckt noch so viel mehr Geschichte, die leider auf den Seiten keinen Platz mehr gefunden hat.

Über die Prinzen hingegen muss ich gar nicht mehr wissen, es würde mich vermutlich zu sehr aufregen … solche Kotzbrocken … *grummel* oder in anderen Worten: Sehr gute, unsympathische Charaktere.

Die Eltern der ganzen Leute hier spielten zwar eine Nebenrolle, so ganz genau konnte ich ihren Argumentationen allerdings nicht folgen. Einiges erschien mir zu unlogisch, aber vielleicht bin ich hier auch wieder zu sehr Realist und mein romantisches Unverständnis lässt das nicht zu. 😀

Welchen Charakter ich allerdings nicht wirklich verstanden habe, war der Hund – und ein bisschen das doch recht menschliche Pferd … Die Enthüllung zu ihm, war für mich ein „Hä? Wie jetzt?“- Moment und mir fehlt hier einfach die essentielle Information wer zuerst da war … und wie das überhaupt funktioniert …

Generelle Meinung

Das Originalmärchen wurde auf wunderbare Weise eingebaut. Der Schuh, die Magie und das alles ohne tote Eltern und Stiefgeschwister. 😀 Na gut, nicht ganz ohne tote Eltern, aber die waren nicht auf Aschenputtels, ähm, Robins Seite der Familie …

Meiner Meinung nach hat das Buch seinen Platz auf der Liste verdient, selbst wenn für mich hier und da noch an Schräubchen gedreht oder noch was ergänzt werden könnte, damit es komplett rund ist.

Alles in Allem hat die Geschichte einfach ein Happy End, das man den Charakteren von Herzen gönnt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Die Märchenspinnerei ist dafür bekannt, ungewöhnliche Adaptionen zu schreiben. Zusammen mit der Anthologie „Es war einmal …. ganz anders“ ist dies die erste von drei Aschenputtel-Adaptionen, die nicht den traditionellen Geschlechterrollen entsprechen. Auf Twitter habe ich mich ein bisschen genauer dazu ausgelassen: Cinderella Funfacts.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Julia. Ein E-Book von Der Siebte Sohn könnt ihr während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the nineth volume of the Märchenspinnerei: Der Siebte Sohn (The Seventh Son) by Julia Maar, an adaptation of the Cinderella.

What is it about?

4 of 5 stars

Robin is quite happy with his life as an apprentice in the forge, but he would much rather be a real knight and take part in tournaments together with his royal half-brothers. When his eldest brother Dante finally makes him his squire, he couldn’t be happier.

However, his joy is quickly clouded when he prevents one of his brothers from wanting to molest the young maid Vivienne.
But this act could mean the end of his dream…

The reading experience

Even though I bought the book shortly after it was published on BuchBerlin – including Julia’s autograph – I only read it shortly before the fairytale summer. At that time it was already on the long list and later on the shortlist of the Deutschen Phantastik Preises (German Fantasy Prize – you can still vote for it). Meaning my expectations were relatively high, even if I tried to push them down.

Since it is a relatively short book, I went through it relatively quickly, which also meant that some storylines or backgrounds were only hinted at and not expanded.
This did not disturb in most cases, however, since even that was already enough to draw the corresponding pictures.
The final twist seemed very constructed, but in a certain way credible. You could have figured it out, maybe not necessarily like that, but it was quite obvious that there was more to the character.

The characters

Robin is a nobody, an outsider, the king’s bastard, who is tolerated rather than liked. I am one of those who rather like to socialize with the outsiders, which made me very fond of him. Even if I was a little annoyed by his naivety towards his brothers. Fortunately, he got rid of that quickly.

Vivienne and Karl were a wonderful addition. Smart, funny and soulful, curious and loyal.
Behind all three of them there is so much more to tell, which unfortunately has not found a place on the pages.

About the princes, however, I don’t need to know any more, it would probably agitate me too much… such scoundrels … *grumble* or in other words: Very good, unsympathetic characters.

The parents of all the people here played a supporting role, but I couldn’t follow their arguments exactly. Some things seemed too illogical to me, but maybe I am too much of a realist here again and my romantic incomprehension does not allow that. 😀

However, the character I didn’t really understand was the dog – and a little bit the quite human horse… The revelation regarding him was a „Huh? What now?“ moment for me and I just lack the essential information of who was there first… and how that even works…

General Opinion

The original Fairy Tale was wonderfully incorporated. The shoe, the magic and all this without dead parents and stepsiblings. Well, not entirely without dead parents, but they weren’t on Cinderella’s, um, Robin’s side of the family…

In my opinion, the book deserves its place on the list, even if here and there I would have liked to have some fine tuning or something added so that was completely round.

All in all, the story just has a happy ending, which you grant the characters from the bottom of your heart.

Stuff I’d like to add

The fairy tale spinning mill is known for writing unusual adaptations. Together with the anthology „Es war einmal …. ganz anders“ (Once upon a time…. quite different), this is the first of three Cinderella adaptations that do not conform to traditional gender roles. On Twitter I explained a little bit more about it: Cinderella Funfacts.

Tomorrow there will be an interview with Julia.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Märchensommer: Gruslig, gruslig …

Herzlich willkommen zur zweiten Woche des Märchensommers! Schön das ihr euren Weg hergefunden habt!

Auch heute könnt ihr wieder einen Punkt für die Gesamtpreise des Märchensommers ergattern indem ihr die unten gestellte Frage in den Kommentaren beantwortet.

Doch vorweg eine kleine Buchvorstellung …

Auch heute geht es nochmal um die Märchenspinnerei.
Neben den Bänden, die ich letzte Woche vorgestellt habe, habe die fleißigen Spinnerinnen im November auch eine Anthologie herausgebracht:
Es war einmal … ganz anders
Für diese Anthologie, die ebenfalls für die Shortlist des Deutschen Phantastik Preis nominiert ist, haben die Spinnerinnen ihre – damaligen – Feen gefragt, was denn deren Lieblingsmärchen sind. Bald darauf wurden die Märchen unter den Spinnerinnen aufgeteilt, sogar einigen, die bis dahin noch nicht unter dem gemeinsamen Banner veröffentlicht hatten, und zur BuchBerlin gingen dann die fertigen Anthologien bis zum letzten Exemplar über den Tisch – und eines auch in meine Hände, (bis auf 3 Unterschriften, habe ich auch alle Autogramme. :D).
Entstanden sind daraus 13 Kurzgeschichten, manchmal zum gleichen Märchen, aber auch zu ganz verschiedenen, u.a. mit bei: AllerleirauhDie Schöne und das Biest und Aschenputtel in mehrfacher Ausführung sogar.

Gelesen hab ich es noch nicht, aber dafür ist der Sommer ja da.

Aber nun zur Tagesfrage:

Welches Märchen findest du am gruseligsten und warum?

Auch diese Frage ist wieder aus dem vergangenen Jahr übernommen. Ich mochte sie einfach zu sehr.
Damals habe ich mit „Das kalte Herz“ geantwortet und bleibe auch weiterhin dabei. Es ist einfach nur creepy …

Ich denke das Märchen ist für mich am gruseligsten, weil es einfach die Tiefe der menschlichen Schlechtheit aufzeigt – und wegen der Herzwand…

Was so von der Ferne betrachtet eine interessanter Blickwinkel ist, finde ich doch gut gemachte Bösewichte durchaus faszinierend … wie ich gerade erst bei Gotham wieder gemerkt habe, aber das ist eine andere Geschichte …

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehört den rechtmäßigen Besitzern. Sie dienen hier lediglich zur Veranschaulichung.

Märchenspinnerei im Interview: Katherina Ushachov

Read in English

Wie schon im letzten Jahr, habe ich ein paar Märchenspinnerinnen im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Katherina Ushachov – Autorin von „Zarin Saltan“

Ein paar Daten zu dir:

Ich wurde 1990 in Odessa geboren und habe russische Märchen mit der Muttermilch aufgesogen, wie die deutschsprachigen Kinder die Märchen der Brüder Grimm. Geschichten erzählt habe ich schon immer – mit Hilfe von Bildern und krakeligen kyrillischen Blockbuchstaben, die ich dann herumgezeigt und aufgeschlüsselt habe. Als ich dann schreiben lernte, stellte ich fest, dass Geschichten ohne die ganzen Bilder dazu einfach viel schneller gehen. Seit ich 2001 Microsoft Office für mich entdeckt habe – und die Tatsache, dass Tippen noch mal schneller geht, als handschriftlich zu schreiben, gab es kein Halten mehr. Neben einer Potter-Fanfiction war mein erster Romanversuch mit zehn die Geschichte eines fußballspielenden Mädchens, das es mit einem fiesen Lehrer zu tun bekommt.
Bis ich meinen ersten Roman vollenden konnte, vergingen aber acht weitere Jahre. Er erscheint unter dem Titel „2145 – die Verfolgten“ bald bei O’Connell Press.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Zarin Saltan“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die, die ich weggelassen habe. Ich konnte weder mit dem Babyjungen, der innerhalb eines Tages zum Mann heranreift noch mit der Schwanenprinzessin arbeiten – ich wusste nicht, was ich mit denen tun soll. Schwierig war auch die dritte Frau – neben den Schwestern der jungen Zarin gab es noch eine im Märchen nicht näher beschriebene Frau, die Teil der Intrigen war. Ich musste lange überlegen, ehe ich für die dritte Intrigantin eine Lösung hatte, mit der ich zufrieden war.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Romantikanteile. Das geht schon damit los, dass die zwei Figuren sich in den ersten zwei Kapiteln auf den ersten Blick ineinander verlieben und zieht sich dann durch einen weiteren Teil des Anfangs. Es fiel mir wesentlich leichter, den vertrauten Umgang zwischen dem Paar zu beschreiben, sobald es als solches etabliert war. Das kann ich. Kleine Gesten, Blicke, sowas.
Aber das ganze Verliebtheitsgeplänkel, das hat mir bestimmt ein paar graue Haare eingebracht!

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Es gibt glaube ich gar nicht so viele davon … Die Spielfilmfassung habe ich irgendwie kein bisschen in Erinnerung. Als Kind mochte ich die Trickfilmfassung von Sojusmultfilm. Inzwischen sehe ich sie deutlich kritischer, aber andererseits kann der Trickfilm auch nichts für seinen Inhalt, optisch ist er grandios.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Als gesichtsblinde Person, die sich keine Schauspieler*innen merken kann … Öhm … Es ist alles möglich, dank Kontaktlinsen und Co. müssten sie nicht mal die gleiche Augenfarbe haben wie die Charaktere.
Aber ich hätte den Wunsch, dass man auch wirklich Schauspieler*innen mit russischsprachigem Migrationshintergrund castet. Ob es solche im deutschsprachigen Raum gibt, weiß ich allerdings gar nicht. Wobei, bestimmt! Und wenn keine bekannt sind, muss man eben welche casten.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Weiterhin so viel Leidenschaft. Wir haben unglaublich viel erreicht, wenn man mal darüber nachdenkt. Im Grunde genommen starteten wir als kleine Gruppe, die zeigen wollte, dass man im SP gemeinsam mehr erreicht als alleine. Und inzwischen sind wir doch wesentlich bekannter, als vor einem Jahr.
Ich wünsche mir, dass wir dranbleiben und immer weiter durchstarten – mit Energie, Elan und Buchideen, bei dem der Zauber alter Märchen mit der Lebenswelt der heutigen Generation verbunden wird.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Kurz bevor wir nach Deutschland ausgewandert sind, saß ich mit meiner inzwischen verstorbenen Oma zusammen und sie hat mir Märchen vorgelesen, meine Lieblinge, und das Ganze gleichzeitig auf Kassette aufgenommen. Die Kassette habe ich immer noch, obwohl ich nichts mehr habe, womit ich sie abspielen könnte. Zwischendrin plappert mein sechsjähriges Ich rein oder kommentiert die Märchen. (Oder gibt vollkommen random ein Statement dazu ab, wie hübsch die Barbiepuppe heute aussieht)

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Das richtige Ende. Ich hasse Enden, die unnötig traurig oder grausam sind genauso, wie das in letzter Zeit um sich greifende „Am Ende müssen alle ein Happy End haben. Die Protagonistin, ihre Mutter, die Cousine ihrer besten Freundin und natürlich auch deren Katze“, wobei sich natürlich das Happy End in einer Hochzeit o.ä. zu äußern hat.
Schön sind Happy Ends mit Wermutstropfen. So nach dem Motto „Das Gute hat zwar gewonnen, aber es sind Menschen gestorben und andere nun traumatisiert“. Das ist einfach realistisch.

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Ich liebe es ja, wie sich russische Märchen herrlich verschachteln lassen. Im Prinzip kannst du nach einem Baukastensystem neue volksmärchenartige Geschichten zusammenstecken. Zu den Bauteilen für den Anfang gehören Elemente wie „Prinz heiratet Prinzessin“, „Von drei Brüdern ist einer dumm“ oder „Es gibt ein Geschwisterpaar“. Danach kannst du wählen, ob du hilfreiche Tiere möchtest, einen König mit unmöglichen Aufgaben etc. Wenn du all diese Elemente aufeinanderstapelst, kannst du Märchen von fast endloser Länge schaffen, die trotzdem Sinn ergeben. Und einfach Spaß machen.
Dagegen bin ich kein Fan sehr kurzer Märchen. Die geben oft nicht genug her, um sich so richtig reinzuträumen.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Es muss dieser Nachhall enthalten sein, das tiefe Gefühl, dass sich unter der offensichtlichen Erzählschicht eine tiefere Wahrheit verbirgt, die sich nicht intellektuell und in Worten erfassen lässt. Die sich nur in einem Gefühl unbewusster Größe erahnen lässt. Das, was einen tiefer einatmen lässt.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Fragen stellen, um herauszufinden, wie viel an dieser Behauptung dran ist. Schöne, fiese Fangfragen. Und nebenbei meine Umgebung auf Mikrophone und versteckte Menschen absuchen.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Einen Zeitumkehrer und einen begehbaren Bücherschrank, der von innen größer ist als von außen. Wunsch drei würde ich erstmal bunkern, man weiß ja schließlich nie.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Ich bin eine Slytherin. Eine eingehende Kenntnis vieler Märchen zeigt mir, dass – egal welchen Weg ich wähle, am Ende ich diejenige bin, die ein grausliges Ende nimmt und das möchte ich eigentlich aus naheliegenden Gründen nicht. Ich hänge an meinem Leben.
Ich würde also je nach Setting ganz unmärchenhaft versuchen, irgendjemand anders gegen die Figur auszuspielen – am Ende beseitigen sich die Streithähne gegenseitig.
Ich selbst … naja, ich kann doch kein Wässerchen trüben!

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Mit keiner. Ich mag mein Leben. Mir fällt jedenfalls keine Märchenfigur ein, die permanent mit Büchern arbeitet :D. Nein, Belle zählt nicht. Die liest nur und tut sonst nix :P.

Mehr zu Katherina gibt es hier:

Homepage: Keller im 3. Stock
Lektorat: Phoenixlektorat
Weltenbau: Weltenschmiede
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Vielen Dank, Katherina!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

Like last year, I asked a few Märchenspinnerinnen (Fairy Tale spinnerettes) a few questions about their adaptations and fairy tales as part of the Fairy Tale Summer.

Katherina Ushachov – Authoress of „Zarin Saltan“ (Tsaritza Saltan)

A few things about you:

I was born in Odessa in 1990 and absorbed Russian fairy tales with my mother’s milk, just as the German-speaking children absorbed the tales of the Brothers Grimm. I have always told stories – with the help of pictures and scrawly Cyrillic block letters, which I have then shown around and decoded. When I learned to write, I realized that stories are much faster without all the pictures. Since I discovered Microsoft Office for myself in 2001 – and the fact that typing is even faster than writing by hand, there has been no stopping me. Besides a Potter fan fiction, my first attempt at ten was the story of a football-playing girl dealing with a nasty teacher.
But it took me eight more years to complete my first novel. It will be published soon by O’Connell Press under the title „2145 – die Verfolgten (The Persecuted)“.

Beforehand a few Questions regarding your book „Zarin Saltan“ and the Märchenspinnerei:

1. Which element of your Fairy Tale was the hardest to transfer?

The one I left out. I couldn’t work with the baby boy who matures into a man within a day or with the Swan Princess – I didn’t know what to do with them. The third woman was also difficult – besides the sisters of the young tsaritza, there was another woman not described in more detail in the Fairy Tale, who was part of the intrigue. I had to think long and hard before I had a solution for the third intriguer that I was satisfied with.

2. What reduced you most to despair working on your Fairy Tale?

The romance parts. This starts with the two characters falling in love at first sight in the first two chapters and then runs through another part of the beginning. It was much easier for me to describe the intimate relationship between the couple once it was established as such. I can do that. Little gestures, looks, stuff like that.
But all that infatuation, that must have given me some gray hair!

3. Which Version (Movie, Tale, Adaptation) of your story, except your own, do you like most?

I don’t think there are that many of them… I somehow don’t remember the feature film version at all. As a child I liked the cartoon version of Sojusmultfilm. Meanwhile I see it much more critically, but on the other hand can’t the animated film be blamed for its content, visually it is terrific.

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn your Fairy Tale into a movie, whom do you see in the leading roles?

As a face-blind person who can’t remember any actor*esses… uhm … It’s all possible, thanks to contact lenses and Co. they wouldn’t even have to have the same eye color as the characters.
But I would also like to see actors*esses with a Russian-speaking migration background cast. Whether there are such in the German-speaking area, however, I do not know at all. Of course, I’m sure! And if none are known, one has to cast some.

5. What’s your wish for the future of the Märchenspinnerei?

Continuing to have so much passion. We have achieved an incredible amount, if you think about it. Basically we started as a small group that wanted to show that you can achieve more together in SP than alone. And in the meantime we are much better known than a year ago.
I wish we’d stick with it and keep going – with energy, vigour and book ideas that combine the magic of old Fairy Tales with the world of today’s generation.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tales …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

Shortly before we emigrated to Germany, I sat together with my now deceased grandmother and she read me Fairy Tales, my favourites, and recorded the whole thing on tape at the same time. I still have the tape, although I have nothing left to play it on. In between, my six-year-old self babbles in or comments on the Fairy Tales. (Or gives a completely random statement about how pretty the Barbie doll looks today)

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

The right ending. I hate endings that are unnecessarily sad or cruel just as much as the recent „In the end everyone must have a happy ending. The protagonist, her mother, her best friend’s cousin and of course her cat“, whereby of course the happy ending has to express itself in a wedding or the like.
Happy endings with drops of bitterness are beautiful. According to the motto „Good has won, but people have died and others have now been traumatised“. That’s just realistic.

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

I love how Russian Fairy Tales can be wonderfully nested. In general, you can put together new folk-like stories using a modular system. Elements such as „Prince marries Princess“, „One of three brothers is stupid“ or „There is a brother and sister“ belong to the components for the beginning. Then you can choose whether you want helpful animals, a king with impossible tasks, etc. If you stack all these elements on top of each other, you can create tales of almost endless length that still make sense. And are simply fun.
But I’m not a fan of very short Fairy Tales. They don’t always give enough to really dream themselves into them.

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

There must be this resonance, the deep feeling that under the obvious narrative layer there is a deeper truth that cannot be grasped intellectually and in words. Which can only be guessed in a feeling of unconscious greatness. The one that makes you take a deeper breath.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

Ask questions to find out how much of this claim is true. Nice, nasty trick questions. And while I‘ m at it, check my surroundings for microphones and hidden people.

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

A Time Turner and a walk-in bookcase that is larger from the inside than from the outside. I’d bunker wish three for now, you never know.

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

I’m a Slytherin. A detailed knowledge of many fairy tales shows me that – no matter which way I choose, in the end I am the one that comes to a gruesome end and for obvious reasons I don’t want that. I’m hanging on to my life.
So, depending on the setting, I would try to play someone else off against the character in an unlikely manner – in the end, the squabblers eliminate each other.
I myself… well, I don’t have a mean bone in my body!

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

None. I like my life. Anyway, I can’t think of a Fairy Tale character who works with books all the time :D. No, Belle doesn’t count. She just reads and doesn’t do anything else :P.

More about Katherina here:

Homepage: Keller im 3. Stock
Lektorat: Phoenixlektorat
Weltenbau: Weltenschmiede
Facebook: Katherina Ushachov – Autorin
Twitter: @evanesca

Thank you very much, Katherina!

Anne/PoiSonPaiNter

Katherina Ushachov: Zarin Saltan

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum achten Band der Märchenspinnerei: Zarin Saltan von Katherina Ushachov, einer Adaption von des russischen Märchens „Zar Saltan„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Slavistik Studentin Anna will eigentlich nur eins: Endlich ihren Abschluss in der Tasche haben. Es kommt dann allerdings doch alles anders, als Viktor in einer kitschigen Russenbar begegnet.

Als ihre Freundinnen sie schließlich einfach zu einer russischen Heiratssendung anmelden und sie in gerade dieser Sendung erneut auf Viktor trifft, ist gar nichts mehr so, wie sie es sich vorstellt.

Ihre Freundinnen allerdings gönnen ihr ihr neues Glück nicht und hecken einen perfiden Plan aus. Nur eine kann Anna nun noch helfen: Eichhörnchen Irina.

Das Leseerlebnis

Anfang des Jahres habe ich Katherina bei ihrer Aktion #Schusselhörnchen unterstützt, kurz darauf, habe ich dann angefangen es endlich selbst zu lesen.

Mit einer netten Prise Humor führt sie leicht durch die Handlung, die Streckenweise aber auch sehr dunkle und psychotische Züge annimmt.

Das Originalmärchen habe ich erst im Zusammenhang mit der Veröffentlichung gelesen und finde, dass die Elemente des Originalmärchens auf faszinierende Weise eingebunden wurden. Besonders die Umsetzung des schnell heranwachsenden Sohns fand ich klasse, auch wenn das für werdende Mütter vielleicht keine allzu nette Szene ist. Im „echten Leben“ wäre das aber SEHR merkwürdig gewesen … und eher in Richtung Science Fiction als Fantasy.
Was ich auch hier wieder großartig fand, ist das es das Märchen im Märchen gibt und darauf Bezug genommen wird, wie schon bei Hollerbrunn.

Allerdings merkt man der Geschichte an, dass Katherina selten Romantik schreibt, denn in der Hinsicht habe ich an einigen Stellen nicht so sehr mit den Charakteren mitgefiebert, wie ich es bei anderen getan hätte. Nichtsdestotrotz waren die Szenen während der Heiratssendung zum Fremdschämen gut geschrieben. 😀

Die Charaktere

Anna ist eine kluge, unabhängige Frau. Selbst als sie mit Viktor zusammenkommt schmeißt sie nicht sofort alles hin um nur noch Hausfrau zu sein, sondern kümmert sich weiterhin um ihren Abschluss. Wunderbar, ganz anders als die Zarin im Märchen. Selbst als alles verloren scheint, gibt sie nicht auf, reißt sich zusammen und tut was ihr das sprechende Eichhörnchen sagt. 😀

Viktor hingegen wirkt etwas platt, da sein Hauptstreben ist, der Frau in die er verliebt ist hinterherzutrauern oder sie zu vergöttern. Also genau das, was normalerweise die Rolle der Frau ist, was es wieder irgendwie … lustig macht. Dennoch hat auch er ein paar Momente, vor allem in Interaktion mit seinem Kollegen Kurschakov, die das wieder etwas wett machen.

Was mich am meisten störte, war der schnelle Abriss der Beziehung zwischen Anna und Viktor. Auf nur einer Seite rast Katherina durch genau die Momente, die für mich die Beziehung glaubhaft und mich den Charakteren näher gebracht hätte. Dadurch konnte mich der Schicksalsschlag, der Anna widerfährt erst viel später treffen und das fand ich schade. Diese kleinen Szenen und Momente, die fast zum Schluss erzählt werden hätte ich mir viel früher gewünscht.

Annas Freundinnen waren den Schwestern der ursprünglichen Zarin nachempfunden und waren so hinterhältig und arg, dass ich mich mehrmals fragte, warum Anna immer noch mit ihnen befreundet war, warum sie ihnen immer wieder eine Chance gab.

Die anderen Charaktere spielten nur kleinere Rollen, hatten aber zum Teil trotzdem ein bisschen Hintergrundgeschichte, wie zum Beispiel die Moderatorin der Heiratssendung.

Wen ich noch vergessen habe ist natürlich das quirlige Eichhörnchen, das Anna zu ihrem Glück verhilft. Zu viel will ich über sie gar nicht verraten, nur, dass ich bei jeder Erwähnung eines Eichhörnchens bereits die Ohren gespitzt hatte. 😀

Generelle Meinung

Als jemand, der mit russischen Märchenfilmen und den Überbleibseln der ehemaligen russischen Besatzungszone/DDR aufgewachsen ist, hatte ich, denke ich, eine andere Herangehensweise an diese Adaption. Ich wusste, wie bizarr russische Märchen sein können. Bei Lesern, die diesen Hintergrund nicht haben, könnte es sein, dass hier ein bisschen der Bezug und dadurch der Wunsch es zu lesen, fehlen könnte, was sehr schade ist.

Auch wenn Katherina an der Romantik und die dadurch verbundene Nähe zu den Charakteren noch etwas feilen muss, fühlte ich mich gut unterhalten. Humor und Ernsthaftigkeit wechselten sich passend ab und langweilig war die Geschichte nie. 😀

Dinge, die ich hinzufügen möchte

In „Magisches Erbe“ aus der Reihe „Schuld der Ahnen“ von Anna Kleve, hat das Buch sogar einen Gastauftritt, aber dazu mehr, wenn ich das Buch in ein paar Wochen rezensiere.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Katherina. Ein Exemplar von Zarin Saltan könnt ihr in der Märchenrallye nächste Woche als E-Book und durch das Sammeln von Punkten während des Sommers als E-Book und signiertem Print gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eighth volume of the Märchenspinnerei: Zarin Saltan(Tzaritza Saltan) by Katherina Ushachov, an adaptation of the Russian Fairy Tale „Tzar Saltan„.

What is it about?

4 of 5 stars

Slavic studies student Anna only wants one thing: to finally have her degree. But then everything goes differently when she meets Viktor in a kitschy Russian bar.

When her friends eventually register her for a Russian marriage show and she once again meets Viktor on this show, nothing is the way she imagined it.

Her friends, however, do deny her her new happiness and hatch a perfidious plan. Only one can help Anna now: Squirrel Irina.

The reading experience

Earlier this year I supported Katherina with her promotion #Schusselhörnchen, shortly afterwards, I finally started to read it myself.

With a nice pinch of humor she leads easily through the plot, which also takes on very dark and psychotic features.

I read the original fairy tale only in context with the publication and think that the elements of the original fairy tale were incorporated in a fascinating way. I especially liked the realization of the rapidly growing son, even though this may not be too nice a scene for expectant mothers. But in „real life“ this would have been VERY strange… and more science fiction than fantasy.
What I found great here again is that there is the fairy tale in the fairy tale and it is referred to, like it was in Hollerbrunn.

But you can tell from the story that Katherina seldom writes romance, because in that respect I wasn’t as excited about the characters in some places as I would have been with others. Nevertheless, the scenes during the marriage show were well written to feel ashamed for them (fremdschämen as we call it in German). 😀

The characters

Anna is a smart, independent woman. Even when she meets Viktor, she doesn’t immediately throw everything away to be just a housewife, but continues to take care of her graduation. Wonderful, very different from the Tsarina in the fairy tale. Even when everything seems lost, she doesn’t give up, pulls herself together and does what the talking squirrel tells her to. 😀

Viktor, on the other hand, seems a little bland because his main striving is to mourn or worship the woman he is in love with. So exactly what is normally the role of the woman, which somehow makes it … funny. Nevertheless, he also has a few moments, especially in interaction with his colleague Kurschakov, which make up for that somewhat.

What bothered me the most was the quick breakdown of the relationship between Anna and Viktor. On only one page Katherina races through exactly the moments that would have made the relationship credible for me and brought me closer to the characters. Thus, the blow of fate that happens to Anna only hit me much later and that was unfortunate. Those little scenes and moments that are told almost at the end I would have wished for much earlier.

Anna’s friends were based on the sisters of the original Czarina and were so deceitful and despicable that I asked myself several times why Anna was still friends with them, why she always gave them another chance.

The other characters only played smaller roles, but still had some background stories, like for example the host of the marriage show, which was a nice addition.

Who I forgot is of course the lively squirrel, which helps Anna achieve her happiness. I don’t want to tell you too much about her, only that I had already pricked up my ears every time a squirrel was mentioned. 😀

General Opinion

As someone who grew up with Russian fairy tale films and the remnants of the former Russian occupation zone / GDR, I think I had a different approach to this adaptation. I knew how bizarre Russian fairy tales could be. For readers who do not have this background, it could be that the connection and therefore the desire to read it could be missing, which is a pity.

Even though Katherina still needs to work on the romance and the resulting closeness to the characters, I felt well entertained. Humour and seriousness alternated and the story was never boring. 😀

Stuff I’d like to add

In „Magisches Erbe“ (Magical Heritage) from the series „Schuld der Ahnen“ (Sins of the Ancestors) by Anna Kleve, the book even has a guest appearance, but more about that when I review the book in a few weeks.

Tomorrow there will be an interview with Katherina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Märchenspinnerei im Interview: Anna Holub

Read in English

Wie schon im letzten Jahr, habe ich ein paar Märchenspinnerinnen im Rahmen des Märchensommers ein paar Fragen über ihre Adaptionen und Märchen gestellt.

Anna Holub – Autorin von „Meerschaum“

Ein paar Daten zu dir:

Anna Holub lebt zwischen Computer, Katzen und Chaos in ihrer Wahlheimat Schweden. Wenn sie nicht Computerprogramme in die Tasten klopft, schreibt sie unter anderem Science-Fiction (Mission: Levity: Gute Leute, Schlechte Zeiten bei iFuB), Fantasy, Märchenadaptionen und Krimis.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Meerschaum“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich wollte der kleinen Meerjungfrau ein besseres Anliegen geben als nur die Liebe. Ich fand eigentlich nie, dass sie im Original (oder auch in der Disney-Version, die wohl den meisten geläufig ist) besonders passiv ist, doch genau das wird ihr oft angelastet. Meine Meerjungfrau ist kämpferisch, stark, doch gleichzeitig in einem fremden Element, dessen Regeln sie nicht kennt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Wie gibt man einer Stimmlosen eine Stimme? Wie kann sie für diejenigen sprechen, die immer noch heute auf der Flucht, verfolgt oder unterdrückt sind?

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Als Kind mochte ich den Disney-Film total. Aber meine wunderschön illustrierte Ausgabe des Originalmärchens möchte ich auch nicht missen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Oje, bei Promi-Namen tu ich mir schwer *lach* Aber als meine Meerjungfrau würde ich gerne eine Kickass-Frau sehen!

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Viele neue Bücher und viel Bekanntheit natürlich.

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Meine großen roten Märchenbücher, die ich als Kind fast auswendig kannte.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Ich mochte immer die Kunstmärchen am liebsten, je trauriger desto besser. Ein bisschen bittersüß schadet nie!

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Ich mag das zeitlose Format, die fantastischen Elemente, und die Art, wie Märchen mit ihren Themen noch heute Menschen begeistern können.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Siehe oben – ein echtes Märchen verliert nicht an Sinn oder Bedeutung, wenn es neu erzählt, umgedeutet oder in eine andere Zeit versetzt wird. Gleichzeitig müssen Märchen aber nicht realistisch sein – sie erzählen Geschichten, deren Essenz wahr ist, auch wenn sie nie geschehen sind.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Oh hallo, bin ich mal wieder auf einer Furry-Con gelandet?

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Hmm, mal sehen… Unsterblichkeit, Superkräfte und ein Raumschiff mit einem Unendlichkeitsantrieb? Oder die TARDIS… OK, ich begnüge mich mit einer TARDIS.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Muhahaha! Ich bin die böse Fee! Und mit meiner TARDIS reise ich jetzt in die Vergangenheit und arrangiere es so, dass deine Eltern sich nie treffen und du also nie geboren wirst!

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Ich hätte eigentlich nichts dagegen, eine Meerjungfrau zu sein. Unter dem Meer ist es schön!

Mehr zu Anna gibt es hier:

Facebook: Anna Holub – Autorin
Twitter: @plumologie

Vielen Dank, Anna!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

Like last year, I asked a few Märchenspinnerinnen (fairy tale spinnerettes) a few questions about their adaptations and fairy tales as part of the Fairy Tale Summer.

Anna Holub – Authoress of „Meerschaum“

A few things about you:

Anna Holub lives between computers, cats and chaos in her adopted country Sweden. When she’s not tapping computer programs into the keys, she writes science fiction (Mission: Levity: Gute Leute, Schlechte Zeiten – Mission: Levity: Good people, bad times at iFuB), fantasy, fairy tale adaptations and detective stories.

Beforehand a few Questions regarding your book „Meerschaum“ and the Märchenspinnerei:

1. Which element of your Fairy Tale was the hardest to transfer?

I wanted to give the little mermaid a better purpose than just love. I never really thought that she is particularly passive in the original (or even in the Disney version that most people are familiar with), but that’s exactly what she is often accused of. My mermaid is combative, strong, but at the same time in a strange element, which rules she does not know.

2. What reduced you most to despair working on your Fairy Tale?

How do you give a voice to a voiceless person? How can she speak for those who are still on the run, persecuted or oppressed today?

3. Which Version (Movie, Tale, Adaptation) of your story, except your own, do you like most?

When I was a kid, I really liked the Disney movie. But I wouldn’t want to miss my beautifully illustrated edition of the original Fairy Tale either.

4. A Movie-Person comes to you and wants to turn your Fairy Tale into a movie, whom do you see in the leading roles?

Oh dear, I have a hard time with celebrity names *laugh* But as my mermaid I would like to see a kickass woman!

5. What’s your wish for the future of the Märchenspinnerei?

Many new books and a lot of fame of course.

Let’s take a closer look at your passion for Fairy Tales …

6. What is your loveliest memory regarding Fairy Tales?

My big red Fairy Tale books, which I knew almost by heart as a child.

7. What do you prefer? Happy End or Bad End?

I always liked the artificial tales best, the sadder the better. A little bittersweetness never hurts!

8. What bothers/enthuses you the most about Fairy Tales?

I like the timeless format, the fantastic elements, and the way Fairy Tales and their themes can still inspire people today.

9. What is typically for a Fairy Tale for you?

See above – a real Fairy Tale does not lose its meaning or significance when it is told anew, reinterpreted or taken to another time. At the same time, however, Fairy Tales do not have to be realistic – they tell stories whose essence is true, even if they never happened.

At the End a few fantastical Questions:

10. You meet a talking animal, that makes you believe they’re an enchanted human. What would you do?

Oh hello, have I ended up at a Furry-Con again?

11. A Fairy Godmother wants to grand you three wishes, what would you wish for?

Hmm, let’s see… immortality, superpowers and a spaceship with an infinity drive? Or the TARDIS… OK, I’ll settle for a TARDIS.

12. Which Fairy Tale way would you choose to get rid of someone?

Muhahaha! I am the evil fairy! And now with my TARDIS I travel back in time and arrange everything so that your parents never meet and you are never born!

13. Bonusquestion: With which Fairy Tale character would you like to trade places?

I wouldn’t mind being a mermaid, really. It’s beautiful under the sea!

More about Anna here:

Facebook: Anna Holub – Autorin
Twitter: @plumologie

Thank you very much, Anna!

Anne/PoiSonPaiNter

Anna Holub: Meerschaum

Read in English

Auch in diesem Märchensommer werde ich wieder ein paar Bücher rezensieren. Anfangen möchte ich dabei mit dem siebten Band der MärchenspinnereiMeerschaum von Anna Holub, einer Adaption von Hans-Christian Andersens „Kleinen Meerjungfrau„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Journalist Oliver steckt in der Krise, die Schreibblockade hat ihn voll erwischt. Als er auf drängen seiner „Chefin“ endlich etwas abliefert, kommt er vom Regen in dir Traufe. Anstatt seines Enthüllungsberichts über illegalen Menschenhandel in einem Großkonzern, soll er eine Jobhudelei auf eben jenen verfassen. Doch hinterrücks bittet der junge Firmenchef ihn ein paar weitere Nachforschungen für ihn anzustellen.

Und was hat das Ganze eigentlich mit der unbekannten Schönheit zu tun, von dem sein Freund Mathieu so angetan ist?

Die Kleine Meerjungfrau als Skandinavien-Krimi.

Das Leseerlebnis

Meerschaum war der letzte Band, der während des letzten Sommers herausgekommen ist. Schon die ersten Veröffentlichungsteaser hatten mich neugierig gemacht und das obwohl ich nicht unbedingt ein Krimileser bin, die schaue ich mir lieber als Serien an. Anna hat die Geschichte um Oliver und die stumme Fremde jedoch so gut aufgearbeitet, dass es ich es nicht weiter bemerkte, denn der eigentliche Krimi Aspekt war eher in eine hautnah-Recherche umgewandelt.

An ein paar Stellen gingen mir die Übergänge zu schnell, da hätte ich mir etwas mehr Inhalt, mehr Erklärung gewünscht, um besser nachvollziehen zu können, warum ein Charakter was nun gerade macht – und wie viel Einfluss tatsächlich die Undine darauf hatte.

Die Einbindung dieser Sagengestalten ist einerseits gut gelungen, andererseits für meinen Geschmack etwas kurz geraten, aber ich bin jemand der gerne ausschweifende Erklärungen über magische Wesen liest. Selbst zum Schluss wusste ich leider nicht genau, was die Undinen dieser Geschichte nun eigentlich konnten.

Was auch sehr offen geblieben ist, ist das Ende an sich und solange Anna nicht explizit irgendwo schreibt, dass der eine Charakter tatsächlich tot ist, werde ich der festen Überzeugung sein, dass es noch eine Rettung gab … und selbst wenn, werde ich es eventuell einfach öhm … ignorieren. 😀

Die Charaktere

Wie ich bereits im letzten Sommer gesagt habe, war mir Oliver von vornherein sympatisch und er ist es auch im Verlaufe des Buches geblieben. Seine doch recht zynische Art die Dinge anzugehen, machen ihn definitiv zu einem der Highlights des Buches.

Mathieu hingegen war mir schon zu anstrengend, zu sehr versessen darauf das Mädchen zu finden und zu labil, was nur darauf hinweist, dass seine Charakterisierung als der besessene Freund gut funktioniert.

Neben Oliver war Komissarin Berg mir noch am sympatischsten, die zwar den Regel folgt, aber doch ihren eigenen Weg geht, ihr Kollege ging mir einfach nur auf den Keks, aber das war vermutlich so beabsichtigt.

Die Meerjungfrau selbst schwankte zwischen sehr genialen Momenten und solchen, die sich für mich nur schlecht mit diesen verbinden ließen. Als wäre sie zwei verschiedene Personen. Was in gewisser Weise ja auch irgendwie stimmt …

Viele der Nebencharaktere werden nur kurz eingeführt und verschwinden dann, um später nochmal einen kleinen Auftritt zu haben, was dafür sorgte, dass hin und wieder die Zusammentreffen leider schon etwas konstruiert wirkten.

Generelle Meinung

Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut. Je mehr Details zum Vorschein kommen, umso mehr fügt sich das große Rätsel zu einem stimmigen Ganzen zusammen, so wie es bei einem guten Krimi der Fall sein muss. Auch wenn mir wie gesagt, kleinere Details dann doch fehlten.

Die Stimmung des Ganzen ist wunderbar festgehalten, die Charaktere wirken für ihre Zwecke realistisch, trotz konstruierter Treffen und ich staune über den Kaffeekonsum der Dänen …

Ich hätte mir wie gesagt auch ein bisschen mehr zur Undinenlegende gewünscht, aber das ist persönliche Meinung.

Gefallen hat es mir definitiv und meine Vorfreude wurde bestätigt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Aus irgendeinem Grund habe ich mich sehr schwer getan mit dieser Rezension. Ob Olivers Schreibblockade abgefärbt hat? Ich weiß es nicht … es kann also sein, dass ich den Text oben immer mal wieder noch ein Stück anpasse, wenn mir etwas einfällt, an das ich bisher nicht gedacht habe.

Morgen gibt es dann nicht nur hier ein Interview mit Anna, sondern bei Trimagie und Drachengeschichten und Nordlichter auf Facebook auch die ersten Bilderrätsel.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

This Fairy Tale Summer I will again review a few books. I would like to start with the seventh volume of the Märchenspinnerei: Meerschaum by Anna Holub, an adaptation of Hans-Christian Andersen’s „Little Mermaid„.

What is it about?

4 of 5 stars

Journalist Oliver is in a slump, the writer’s block has hit him hard. When he finally delivers something at the insistence of his „boss“, he comes out of the frying pan into the fire. Instead of his disclosure report about illegal human trafficking in a large corporation, he is to write an adulation of the same. But behind closed doors the young company boss asks him to do some more research for him.

And what does all this have to do with the unknown beauty his friend Mathieu is so taken with?

The Little Mermaid as a Scandinavian thriller.

The reading experience

Meerschaum was the last volume that came out during the last summer. Already the first release teasers had made me curious and this although I am not necessarily a detective story reader, I prefer to watch them as series. Anna worked out the story about Oliver and the mute stranger so well, however, that I didn’t notice it further, because the actual thriller aspect was rather transformed into first-hand research.

In a few places the transitions went too fast for me, I would have wished for a bit more content, more explanation, in order to be able to understand better why a character does something – and how much influence the Undine actually had on it.

The integration of these legendary creatures has succeeded well on the one hand, on the other hand it is a little short for my taste, but I am someone who likes to read excessive explanations about magical beings. Even at the end I didn’t know exactly what the undines of this story actually could do.

What also remained very open is the end itself and as long as Anna does not explicitly write somewhere that one character is actually dead, I will be convinced that there was still a rescue… and even if she does, I might just, um … ignore it. 😀

The characters

As I said last summer, I liked Oliver right from the start and he remained so throughout the book. His cynical way of doing things definitely makes him one of the highlights of the book.

Mathieu, on the other hand, was already too stressful, too eager to find the girl and too unstable, which only indicates that his characterization as the obsessed friend works well.

Besides Oliver, Commissioner Berg was the one I liked most, she follows the rules but still goes her own way, her colleague just got on my nerves, but that was probably the intention.

The mermaid herself wavered between very ingenious moments and moments that I found difficult to connect to them. Like she’s two different people. Which is in a way somehow true…

Many of the side characters are introduced only briefly and then disappear in order to have a small performance later on, which unfortunately made the encounters seem somewhat constructed now and then.

General Opinion

The story has a fascinating composition. The more details come to light, the more the big mystery merges into a coherent whole, as it must be with a good thriller. Even though, as I said, some minor details were missing.

The mood of the whole thing is wonderfully captured, the characters seem realistic for their purposes, despite constructed meetings and I am amazed about the coffee consumption of the Danes…

As I said, I would have liked a little more on the undine legend, but that is my personal opinion.

I definitely liked it and my anticipation was justified.

Stuff I’d like to add

For some reason I had a hard time with this review. I wonder if Oliver’s writer’s block has rubbed off? I don’t know… so it may be that I adjust the text above every now and then, if I remember something I have not thought of so far.

Tomorrow there will not only be an interview with Anna here, but also the first picture puzzles at Trimagie and Drachengeschichten und Nordlichter  on Facebook.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Märchensommer: Lieblingsmärchen

Herzlich willkommen zur zweiten Runde des Märchensommers! Schön das ihr euren Weg hergefunden habt!

Ab heute könnt ihr wieder jeden Montag einen Punkt für die Gesamtpreise des Märchensommers ergattern indem ihr die unten gestellte Frage in den Kommentaren beantwortet.

Doch vorweg eine kleine Buchvorstellung …

Letztes Jahr, habe ich euch ja viele Bücher der Märchenspinnerei vorgestellt, damit soll es heute gleich weitergehen, denn während hier auf dem Blog Advenstkalender und Nerdwoche Einzug hielten, waren die fleißigen Spinnerinnen ja nicht untätig. In den Monaten, seit der letzte Sommer geendet ist, wurden nämlich fünf neue Märchenadaptionen veröffentlicht!

Mit Zarin Saltan geht Katherina Ushachov den Weg in die Russische Märchenwelt und erzählt sie die Geschichte von Zar Saltan auf etwas andere Weise und vor allem mit wesentlich mehr Text für die Zarin.

Der Siebte Sohn von Julia Maar, ist nicht nur auf der Shortlist für den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie „Bestes Debüt“ nominiert, sondern sie dreht darin das Aschenputtel Prinzip um. Denn hier stellt sich Königssohn und Bastard Robin seinen älteren Brüdern.

Herzenswünsche kommen teuer von Mira Lindorm erzählt die Geschichte von 1001 Nacht weiter mit Sheherezades Tochter und einem Dschinn, der Dinge etwas zuu wörtlich nimmt.

Unter schwarzen Federn von Sabrina Schuh widmet sich dem Hässlichen Entlein auf düstere und doch moderne Weise und beleuchtet, wie einst Der Axolotlkönig das Thema Mobbing.

Das frisch geschlüpfte Träume voller Schatten von Christina Löw versetzt die Geschichte von Zwerg Nase in eine Welt der Models und Zombie-Meerschweinchen.

In Vorbereitung auf den Sommer habe ich bereits Zarin Saltan, Der Siebte Sohn und Unter schwarzen Flügeln gelesen, dazu wird es also definitiv Rezensionen geben, die anderen kommen dann nach und nach an die Reihe.

Wie bereits erwähnt, könnt ihr einige Exemplare dieser Bücher oder Goodies dazu, auch als E-Books und Prints im Verlaufe des Sommers gewinnen. Sammelt also fleißig Punkte dafür

Aber nun zur Frage des Tages:

Was ist dein Lieblingsmärchen und warum?

Bei dieser – und einigen anderen – Fragen habe ich ein bisschen geschummelt und sie wiederverwendet.
Letztes Jahr habe ich euch von der Gänsemagd erzählt:

„Ich bin mir nicht sicher was ich an diesem Märchen mag, aber ich denke es könnten die Täuschung, die schüchterne Prinzessin, die sich in ihr Schicksal ergibt, das sprechende, tote Pferd und die Magie oder das (ziemlich fiese) Happy End.“

Viel geändert hat sich seitdem bei mir nicht. Also eigentlich gar nichts. Durch die Bücher im letzten Jahr und ein paar neue Verfilmungen habe ich neue Sachen kennen gelernt, aber die meisten, die mich beeindrucken konnten, waren eher Abwandlungen von bekanntem Material oder Sagenerzählungen.

Und ob Sagen wirklich Märchen sind … tja, das werden wir an anderer Stelle erfahren …

Mal sehen, wer seine Meinung vom letzten Jahr beibehalten und wer sie geändert hat.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für die Cover gehört ihren rechtmäßigen Besitzern und dienen hier lediglich zur Veranschaulichung.