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#CroMär: Kapitel 5

Reginas Oma hat ihr letzte Woche eine unglaubliche Geschichte erzählt, ob sie sich dadurch vom Ball abbringen lässt? Wies es weiter mit dem fünften Kapitel des #CroMär, des Crossover Märchens, könnt ihr heute lesen.

Kapitel 5 – Eingeschneit

Als Regina unten vor die Haustür trat, traute sie ihren Augen kaum: Schnee! Wohin sie auch blickte, alles war unter einer weißen Decke verborgen, ihr Fahrrad eingeschlossen. Sie blinzelte und kniff sich zur Sicherheit kurz in den Arm, doch der Schnee blieb. Sanft segelten noch einige Flocken vom Himmel und landeten auf ihrer ausgestreckten Hand, wo sie sogleich zu kleinen, kalten Wassertropfen wurden.
Regina schüttelte den Kopf. Ob sie nun auch noch halluzinierte? Wenn ja, lag das eindeutig an dem vermaledeiten Apfel, den Tante Susi ihr angedreht hatte. Wenn nein … War das überhaupt möglich, dass so schnell, so viel Schnee fiel? Sie war doch nur ein paar Minuten drinnen bei Oma gewesen.
Mit beiden Händen schaufelte Regina den Fahrradkorb frei, in dem sie das Essen für ihre Großmutter verstaut hatte. Vorsichtig schaute sie in die Plastikdose, die neben dem Kuchen auch den angebissenen Apfel enthielt, und zuckte zusammen: Der Apfel war wieder ganz, als hätte sie nie hineingebissen! Doch irgendwie sah der Kuchen anders aus. Vorhin war er noch saftig gewesen, jetzt wirkte er trocken und krümelig – als hätte er schon mehrere Wochen in der Dose zugebracht und nicht nur etwas mehr als eine Stunde.
Schnell drückte sie den Deckel fest zu, ergriff die Dose mit spitzen Fingern und schaute sich nach dem nächsten Mülleimer um. Dort verstaute sie den Plastikbehälter unter einer alten Zeitung, damit bloß niemand auf die Idee kam, Dose und Inhalt mitzunehmen.
Mit dem restlichen Essen kehrte Regina in die Wohnung zurück.

Während sie noch ihre Schuhe an der Fußmatte abstreifte, hörte sie ihre Oma aus dem Wohnzimmer rufen: „Komm schnell! Sie haben eine ganz sonderbare Eilmeldung durchgegeben!“
Regina hängte ihre Jacke an der Garderobe auf und stapfte dann auf Socken zu ihrer Oma.
„Du wirst nicht glauben –“ Ihre Oma stockte. Sie musterte Regina und an ihrem Gesicht konnte die sehr gut ablesen, wie die Rädchen hinter der Stirn ihrer Oma ratterten. „Was ist mit deinen Haaren passiert?“
Regina strich sich eine feuchte Strähne aus der Stirn. „Schnee“, sagte sie schlicht.
„Schnee?“ Ihrer Oma blieb der Mund offen stehen.
Regina deutete auf die flimmernde Mattscheibe des Fernsehers. „Das da.“
Ihre Oma folgte ihrem Blick. Zusammen sahen sie zu, wie ein sichtlich verwirrter Wettermann auf die hinter ihm eingeblendete Deutschlandkarte zeigte und den Zuschauern mitteilte: „Wie Sie sehen, gibt es in allen Teilen des Bundesgebiets Sonnenschein bei angenehmen, für die Jahreszeit schon fast überraschend hohen Temperaturen. Nur in einem Teil nicht. Dort ist ein drastischer Temperatursturz zu vermelden – mit Schneefall. Wir warnen vor plötzlicher Glätte und bitten Sie, vorsichtig zu sein.“ Er lachte nervös. „Schließlich wissen wir nicht, was das Wetter als Nächstes für uns bereithält. Vielleicht die nächste Eiszeit.“
Ihre Oma stellte den Ton aus und wandte sich Regina zu. „Schnee?“, wiederholte sie.
Regina nickte nur.
Ihre Oma schüttelte den Kopf. „Normal hätte ich das ja für einen schlechten Scherz gehalten. Versteckte Kamera oder so etwas, du weißt schon. Aber wenn du den Schnee gesehen hast …“
„Und gespürt.“
Ihre Oma schüttelte erneut den Kopf, doch zu Reginas Überraschung blieb sie stumm. Das passierte nicht oft. Normal hatte ihre Oma zu allem einen Spruch auf den Lippen – meistens ein Zitat aus einer ihrer Lieblingssoaps.

Statt weiter auf das Thema einzugehen, trug Regina die Plastikdosen in die Küche und stellte sie auf der Arbeitsplatte ab. „Hast du Hunger, Oma?“, rief sie über ihre Schulter. „Ich könnte dir etwas Lasagne aufwärmen.“
„Nein, nein, Liebling“, rief ihre Oma zurück. „Ich habe mir vorhin eine Tütensuppe gemacht. Das reicht erst mal.“
Regina grinste. Was das Essen anging, kam sie wirklich eher nach ihrer Oma als nach ihrer Mutter – die wiederum würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie wüsste, was die beiden verspeisten, wenn sie nicht dabei war. Also räumte Regina das Essen und die zusätzlichen Lebensmittel, die ihre Mutter ihr mitgegeben hatte, in Omas Kühlschrank.
Dabei nahm sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung war. Sie blinzelte und schaute noch einmal hin. Das konnte doch nicht sein … Hatte der Backofen ihr gerade wirklich zugeblinzelt? Nein, das war unmöglich. Sie rieb sich über die Augen und wandte sich zur Tür, um die Küche zu verlassen. Heute war wirklich der Wurm drin – erst recht seit Tante Susis Apfel!
Trotzdem verharrte sie auf der Schwelle und blickte noch einmal über die Schulter zurück. Ein leises Pling ertönte und das Licht im Backofen ging an. Regina zuckte zusammen, dennoch lief sie instinktiv auf das Gerät zu. „Oma? Hast du etwas im Ofen?“
Es war unwahrscheinlich, aber wie sonst sollte sie sich die plötzliche Interaktion des Backofens erklären? Sie bückte sich, schaute durch die Scheibe in den Ofen und sah ein Brot darin. „Oma? Da ist Brot in deinem Ofen!“
Sie wollte den Backofen ausschalten, denn wenn ein Pling ertönte, war das Brot darin sicherlich fertig, doch in dem Moment sah sie, dass dieser gar nicht an war. Wenn sie nach dem Temperaturregler ging, sollte nicht einmal das Licht an sein. Regina runzelte die Stirn, öffnete aber dennoch die Klappe – und der Duft von frisch gebackenem Brot stieg ihr in die Nase. Vorsichtig streckte sie die Hand aus und berührte das Brot mit einem Finger. Es war warm – nicht so heiß, wie es eigentlich sein sollte, wenn es gerade noch gebacken worden war. Aber doch so, als hätte man es vor einer halben Stunde gebacken und dann zum Abkühlen nach draußen gestellt.
Sie hörte langsame Schritte, die kurz hinter ihr verstummten. Regina drehte sich um und sah ihre Oma, die sich am Türrahmen festhielt. Sie schnupperte und dann richtete sie sich plötzlich auf und wirkte wieder fit, als hätte allein der Duft des Brots sie gesund gemacht.
„Oma, da ist Brot im Ofen“, wiederholte Regina, obwohl ihre Oma das natürlich längst selbst gesehen hatte. Doch etwas anderes fiel ihr nicht ein.
Als sie sich erneut zum Ofen umdrehte, bemerkte sie, dass sich dessen Inhalt in der Zwischenzeit noch weiter ›vermehrt‹ hatte: Das ganze Blech war voller Teigwaren – Brot, Brötchen, Croissants –, als wäre eine Großfamilie zum Brunch eingeladen.
Ganz vorsichtig und mit zwei Topflappen – von Reginas Mutter gestrickt, nicht von ihrer Oma – holte sie das Brot schließlich aus dem Ofen und stellte es auf der Arbeitsplatte ab. Skeptisch begutachtete sie es von allen Seiten, doch es sah aus wie ein ganz normales Gebäck, es roch so gut wie frisch vom Bäcker und auch sonst konnte Regina nichts erkennen, das sonderbar war. Nachdem sie auch die anderen Backwaren auf den Tisch gestellt hatte, blickte sie zu ihrer Oma auf. Die war allerdings bereits ins Wohnzimmer zurückgekehrt und schaute wahrscheinlich weiter Telenovelas.
Nachdem Regina sich eine Limo eingegossen hatte, fläzte sie sich neben ihrer Großmutter in einen Sessel und beobachtete sie für einen Augenblick. Eingekuschelt in ihre Decke starrte ihre Oma wie gebannt auf den Bildschirm. Mit einem Kopfschütteln versuchte Regina, das Geschehene zu verdrängen. Vermutlich konnte Oma sich nur nicht dran erinnern, dass sie etwas in den Ofen getan hatte. Schließlich zog Regina ihr Handy hervor und schaute, wie es um ihre Monster stand. Sie freute sich, dass eines der schon ewig liegenden Eier endlich geschlüpft war – da hatte sich die Wegstrecke von zu Hause zu ihrer Großmutter ja irgendwie doch noch ausgezahlt.

Erst in der nächsten Werbeunterbrechung schnitt Oma das andere Thema wieder an, dem Regina mit ihrem Gang nach draußen aus dem Weg gegangen war. „Wieso willst du eigentlich ausgerechnet mit Wolf zum Wunderjunggesellenball?“, fragte sie und schaute Regina stirnrunzelnd an. „Du könntest auch allein gehen oder mit einer deiner Freundinnen. Wäre das nicht einfacher?“

Hinter den Kulissen

Dieses Kapitel von Märchenspinnerin Christina Löw, musste auch noch ein bisschen überarbeitet werden. Ursprünglich hatte sie nämlich nicht geplant die Oma zu Frau Holle zu machen, aber so finde ich es irgendwie passender. 😀

Nächste Woche wird es hier ein bisschen mehr zu ihr geben. Nicht nur meine Rezension zu „Träume voller Schatten„, ihrer Zwerg Nase Adaption, sondern auch ein Interview mit ihr und meine Station ihrer Kreativtour #IchAlsZwerg zum Buch.

Im Verlauf des Märchensommers könnt ihr das Buch auch als E-Book gewinnen.

Anne/PoiSonPaiNter

The Weekend Guess #117

Read in English

wegWas ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Leser*innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das fünfte Märchenrätsel werfen:

Vogelbewacherin am Wasserloch

Welches Märchen suche ich?
Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Morgen gibt es wieder ein weiteres #CroMär Kapitel!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

wegWhat is the Weekend Guess?

A riddle formulated by me that could contain puns and wordplays on the answer itself are put on here for my readers to answer.

What are the questions about?

These seven special Question are all about Fairy Tales, it’s the Fairy Tale Summer after all. 😉

What is your part in this and what is in it for you?

You can try to solve the riddle and my German readers can earn points by solving this for the overall prices. You can try as well, but won’t be getting any points for it.

Let’s take a look at the fifth Fairy Tale Riddle

Bird keeper at the waterhole

Which Fairy Tale am I looking for?
If you know the answer do NOT answer in the comments and send your answer via the form above!

Anne/PoiSonPaiNter

Christian Handel: Rosen & Knochen

Read in English

Letzten Märchensommer hatte ich mir gerade vorgenommen, Rosen & Knochen, den ersten Band der Hexenwald-Chroniken, vorzustellen, dann kam Janna Ruth’s Gastbeitrag „Wie man ein Märchen adaptiert„, in dem sie genau das gemacht hat.
Dieses Jahr bekommt ihr die Rezensionen zu dieser Adaption von „Schneeweißchen und Rosenrot“ in einem „Hänsel und Gretel“ Abenteuer.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose aka Schneeweißchen und Rosenrot werden von einem Dorf um Hilfe gebeten. Es wird vom Geist einer toten Hexe geplagt, der feurige Hirsche, aggressive Vogelschwärme und andere Dinge auf jeden jagt, der es wagt den Wald zu betreten.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Spuks erfahren die beiden nicht nur mehr über die schrecklichen Dinge, die im Hexenhaus geschehen sind, sondern auch mehr über sich selbst.

Können sie diesen Auftrag unbeschadet überstehen?

Das Leseerlebnis

Das Buch hat nicht nur ein aufwendig gestaltetes Cover, sondern auch auf jeder Seite Äste, die die Seite umrahmen. Was anfangs doch etwas erschlagend wird, fällt bald nicht mehr auf.

Die Geschichte wechselt zwischen der Beschreibung der aktuellen Ereignisse und Visionen in die Vergangenheit. Beides ist ausführlich und fesselnd beschrieben und es war, als wenn ich mit den beiden zusammen im Hexenhaus festsaß.

Sehr klasse fand ich auch die Kurzgeschichte „Der Flötenspieler“ am Ende, die ebenfalls in der Welt der Hexenwald Chroniken spielt.

Die Charaktere

Da die Geschichte aus Muireanns Perspektive erzählt wird, hatte ich die größte Verbindung zu ihr und konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Mit Rose bin ich nicht wirklich warm geworden. Was dadurch natürlich ein Nachteil für einige der Plotelemente war. Die Beziehung der beiden wirkte z.B. für mich etwas gezwungen, bei der Interaktion in diese Richtung fehlte mir etwas, dass es für mich glaubwürdig gemacht hat. Irgendwie eine emotionale Komponente, die mich hätte fühlen lassen, dass die beiden zusammengehören. So wirkte es eher, doch etwas einseitig, aber das kann durchaus daran liegen, dass wir alles aus Muireanns Sichtweise erfahren haben und nie in Rose‘ Kopf gucken konnten.

Die kämpferischen Fähigkeiten der beiden sind leider viel zu wenig gezeigt worden, aber das, was sie anwandten, machte Lust auf mehr.

Die Hexe ist ne fiese Möp und die Kinder waren für ihren kurzen Auftritt gut charakterisiert.

Generelle Meinung

Die Integration der Märchenelemente aus „Hänsel und Gretel“ ist wunderbar gelungen und ist in einer Variation, die ich so nicht erwartet hätte. „Schneeweißchen und Rosenrot“ kommt nur namentlich zum Tragen, aber die Hintergründe der beiden lassen so viel vermuten, was es noch zu erzählen gibt, dass das nicht weiter stört. Nur die Verbindung zu ihnen war für mich etwas holprig.

Mit dieser Geschichte wurde eine faszinierende Welt erschaffen aus der ich gerne mehr lesen möchte. Mehr über diese beiden Jägerinnen, mehr neue Geschichten und ich bin gespannt, was noch kommen wird.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Ein paar von euch können Goodies zu diesem Buch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Morgen gibt es dann auch noch ein Interview mit Christian.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

Last Märchensommer I was about to introduce Rosen & Knochen (Roses & Bones), the first volume of the Hexenwald-Chroniken (Witchforest Chronicles), then came Janna Ruth’s guest post „Adapting a fairy tale„, in which she did just that.
This year you get the review of this adaptation of „Snow White and Rose Red“ in a „Hansel and Gretel“ adventure.

What is it about?

4 of 5 stars

The demon hunters Muireann and Rose aka Snow White and Rose Red are asked by a village for help. It is plagued by the ghost of a dead witch who sics a blazing deer, an aggressive flock of birds and other things on anyone who dares to enter the forest.

In their search for the origin of the spook, the two learn not only more about the terrible things that happened in the witch’s house, but also more about themselves.

Can they survive this mission unscathed?

The reading experience

The book has not only an elaborately designed cover, but also branches on every side that frame the page. What at the beginning is a bit overwhelming, soon doesn’t stand out anymore.

The story changes between the description of current events and visions into the past. Both are described in captivating detail and it was as if I was stuck in the witch house with them.

I also liked the short story „Der Flötenspieler“ (The Flutist) at the end, which also plays in the world of the Hexenwald Chronik.

The characters

Since the story is told from Muireann’s perspective, I had the strongest connection to her and was able to understand her actions well. With Rose, I didn’t really warm up. This of course was a disadvantage for some of the plot elements. For example, the relationship between the two seemed somewhat forced to me, and when interacting in this direction, something was missing that made it believable to me. Somehow an emotional component that would have made me feel that they belonged together. This way it seemed rather one-sided, but that may well be because we learned everything from Muireann’s point of view and could never look into Rose’s head.

Unfortunately, the fighting skills of the two were not shown enough, but what they used made me want more.

The witch is a nasty puppy and the children were well characterized for their short appearance.

General Opinion

The integration of the fairy tale elements from “ Hansel and Gretel “ has been wonderfully done and is in a variation that I would not have expected. „Snow white and rose red“ only comes into play through their names, but the backgrounds of the two make one suspect there is so much more to tell that it doesn’t bother any further. Only the connection to them was a bit bumpy for me.

With this story a fascinating world was created from which I would like to read more. More about these two huntresses, more new stories and I am curious what will follow.

Stuff I’d like to add

Tomorrow there will also be an interview with Christian.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Der Weg zum Märchen

Schon in meiner Nerdwoche: Superheldinnen gab es einen Beitrag über deren inspirierende Wirkung, doch auch von einfachen Dingen in der Natur kann man Inspiration für märchenhafte Geschichten finden.

Dabei nimmt euch Laura Kier mit auf ihren Weg durch den heimatlichen Wald und zeigt euch, welche Geschichten sich hinter jedem Baum und unter jedem Strauch verborgen halten.

Folgt ihr hier entlang: Sonne, Wind und die Abenddämmerung – ein märchenhafter Inspirationsspaziergang

Wenn euch das noch immer nicht genug inspiriert hat, um eure eigenen Märchengeschichten zu schreiben, dann empfehle ich euch ihre Märchenzeit vom vergangenen Jahr, wo ihr den Anfang einer märchenhaften Geschichte erschaffen könnt.

Hier entlang: Märchenzeit

Wen es interessiert, so sieht mein Anfang aus:

Es war einmal … eine Eishexe, die wünschte sich nichts sehnlicher, als den Regen zurückzuholen und damit die dürren Felder zu wässern. Doch eine Schneezauberin hat sämtliche Wolken gestohlen und über die Berge davon getrieben.

Meine Charakterin heißt übrigens Neata. Sehr neat. B)

Mal sehen, ob ich irgendwann mal die Geschichte schreibe … oder vielleicht diese Figuren bereits im Eishörnchen eingebaut habe? Wir werden sehen …

Viel Spaß und lasst euch inspirieren!

Die Autorin

In Märchen, Romanen und Blogbeiträgen erzählt Laura Kier davon, den eigenen Träumen zu folgen. 1985 wurde sie im Ruhrgebiet geboren, studierte in Düsseldorf Biologie, schwenkte nach dem Diplom in die Softwareentwicklung um und lebt nun in Niedersachsen. Neben dem Schreiben gehören Malen und Zeichnen zu ihrem Leben dazu.

Homepage: Weltenpfad
Facebook: Laura Kier
Twitter: @weltenpfad
Instagram: Weltenpfad

Anne/PoiSonPaiNter

Märchensommer: Spruchreif

Herzlich willkommen zur fünften Woche des Märchensommers! Schön das ihr euren Weg hergefunden habt!

Auch heute könnt ihr wieder einen Punkt für die Gesamtpreise des Märchensommers ergattern indem ihr die unten gestellte Frage in den Kommentaren beantwortet.

Doch vorweg eine kleine Buchvorstellung …

Eine etwas andere Märchensammlung sind die Rosenmärchen von Marlies Lüer.
Darin kombiniert sie selbst geschriebene Märchen, wie auch Märchenadaptionen, die sie zuvor einzeln herausgebracht hatte mit drei unveröffentlichen Geschichten.

Allen Märchen liegen altbekannte und noch immer „moderne“ Themen zugrunde: Missgunst, Ausgrenzung, aber auch Liebe und Heldentum.

Der Salzprinz und Schneeweißen und Rosenrot bilden die Grundlagen für zwei der enthaltenen Geschichten.

Aber nun zur Tagesfrage:

Welchen Spruch aus einem Märchen wirst du nie wieder vergessen?

Ich glaube in meinem Fall könnte ich getrost sagen: (so gut wie) alle.
Wie ich bereits beim Lieblingsmärchen im vergangenen Jahr erzählt habe, kann ich den Spruch der Gänsemagd auf Stichwort zitieren und auch bei anderen Märchen ist es nicht anders.

“Oh, Falada, der du da hangest”
“Oh, Jungfer Königin, die du da gangest. Wenn das deine Mutter wüsst, das Herz im Leib tät ihr zerspringen.

Vielleicht können sich ja ein paar von euch an die Spruch-Rätsel erinnern, die es letztes Jahr auf Twitter gab, da musste ich nur nachgucken, wie sie buchstabiert wurden. 😀
Für dieses Jahr stand die Überlegung im Raum das auch zu machen, es vielleicht sogar in die Punkte einfließen zu lassen, aber so richtig, hat es dann nicht mehr reingepasst.

Wer sein Märchensprüche-Wissen aber mal auffrischen möchte, kann u.a. diese Seite nutzen: Märchenatlas: Wer hat das gesagt?

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehört den rechtmäßigen Besitzern. Es dient hier lediglich zur Veranschaulichung.

#CroMär: Kapitel 4

Regina hat letzte Woche mit sich gehadert, wird sie tatsächlich in den fragwürdigen Apfel beißen? Wies es weiter mit dem vierten Kapitel des #CroMär, des Crossover Märchens, könnt ihr heute lesen.

Kapitel 4 – Fischige Angelegenheiten

Bevor Regina noch einmal die Zweifel überkommen konnten, biss sie in den Apfel. Er war tatsächlich saftig, sofort tropfte es ihr übers Kinn. Er schmeckte auch nicht schlecht, aber trotzdem… irgendwie falsch. Als wäre es ganzer Apfelkuchen, nicht nur ein Apfel.
Vorsichtshalber nahm sie keinen zweiten Bissen, sondern stapfte zurück zu ihrem Fahrrad und steckte den Apfel in eine der unzähligen Plastikdosen, die ihre Mutter für ihre Oma mitgeben hatte. Der Kuchen wurde dadurch zwar ein Bisschen gedrückt, aber ansonsten verstanden sie sich bestimmt gut. Jedenfalls würde sie erst einmal die Wirkung abwarten. Neuen Code testete man schließlich auch erst einmal Häppchenweise.
Sie kettete das Fahrrad ab, prüfte ihr Handy – das Spiel lief noch, alles gut – und schob das Fahrrad den lästigen Stück des Weges, der zu dicht bewachsen war. Seltsam, dass ausgerechnet hier heute so viele Leute unterwegs waren. Und am seltsamsten war definitiv dieser Förster gewesen. Einen Kuss wollte er. Ihren ersten richtigen mit Wolf, Sandkasten Küsschen zählten da nicht.
In Reginas Magen gurgelte es, der Apfel war an der Arbeit.
Jedenfalls würde sie ihm weder ihren ersten noch sonst einen geben. So ein Unsinn! Der Kerl hatte überhaupt nichts in der Hand, womit er sie zwingen könnte. Und wenn es doch darauf ankäme, dann wäre wenn dann sie diejenige, die hier im Vorteil wäre. Einen Kuss, pah. Wenn das nicht eindeutig unter sexuelle Belästigung fiel!
Die Geräusche aus ihrem Bauch wurden noch unheimlicher. Als würden kleine Blubberblasen in ihr aufsteigen. Und tatsächlich, wenn sie den Mund öffnete, hatte sie sogar das Gefühl, sie würde Marzipangeruch ausatmen. Was das wohl bedeutete?
Erleichtert sah sie, dass der Pfad wieder befahrbar wurde und schwang sich auf den Sattel. Was auch immer mit ihr passierte, es sollte am besten nicht hier unbeobachtet mitten im dichten Wald geschehen, wo man sie erst nach Tagen finden würde. Obwohl sie bei der Besucherfrequenz heute vielleicht wiederum Glück hätte, aber man musste es ja nicht darauf ankommen lassen.
Eine schöne Geschichte war das, jetzt wurde ihr auch noch übel. Was hatte ihr ihre Tante da nur angedreht? Regina trat rascher in die Pedale.

Sie war selten so froh gewesen, selbst einen Schlüssel zur Wohnung ihrer Oma zu haben, wie in diesem Moment. Das Nicht-darauf-warten-müssen, dass die Tür von innen geöffnet wurde, verschaffte ihr wertvolle Sekunden. Sie stürzte zur Tür hinein, mitsamt Schuhen durch den Flur und direkt zum Klo. Dann war alles vorbei.
„Bist du das, Regina?“, kam es aus dem Wohnzimmer, begleitet von gedämpften Gesprächen des Fernsehers.
„Ja“, schniefte sie.
„Was?“
Den Kopf über der Kloschüssel wartete sie noch eine Salve ab. „Ja!“, brüllte sie dann.
„Warum machst du so komische Geräusche?“
Regina verdrehte gedanklich die Augen, hatte praktisch jedoch gerade andere Dinge zu tun. Verdammt, das war doch nicht normal! Und das war nur die Wirkung von einem einzigen Bissen. So bekamen sechs Kilo in einer Woche natürlich einen ganz anderen Beigeschmack. Und so viel stimmte natürlich auch: Sie hatte jetzt definitiv keinen Hunger mehr.
Dann, endlich, war es vorbei. Zittrig kam Regina auf die Füße, spülte erst das Klo, dann den Mund. Noch während sie das Bad verließ, wählte sie bereits die Telefonnummer ihrer Tante.
„Hallo, Susi. Du, dein Apfel ist furchtbar zum Kotzen.“
„Hallöchen Regina. Was ist dir denn über die Leber gelaufen? Probier ihn doch erst einmal, dann wirst du sehen, dass ich –“
„Ich hab ihn schon gekostet, das ist doch das Problem!“
Reginas Oma lag auf dem Sofa, die Decke bis zur Brust gezogen und winkte Regina mit der Fernbedienung zu. Regina signalisierte ihr, dass sie den Fernseher leiser stellen sollte und diese kam augenblicklich der Bitte nach. Für Skandälchen war sie ganz Ohr, eigene Erkrankung hin oder her. Und am besten wandelte sie die danach gleich in eine kleine, fragwürdige Geschichte um, die sie bei nächster Gelegenheit zum Besten gab.
„Du meinst, er hat zu Erbrechen geführt?“
„Wie der beste Magen-Darm-Infekt.“
„So war das aber nicht gedacht. Die bisherigen Tests an Tieren haben nichts dergleichen ergeben. Es wirkt leicht abführend, das ist richtig, aber von Erbrechen wurde nicht berichtet.“
„Frag sie, welche Tiere es waren“, forderte Reginas Oma.
War ihr Handy so laut, dass sie das hatte mithören können? „Welche Tiere waren es denn?“
„Ratten und Kaninchen, so weit ich weiß. Die Routine eben.“
„Kein Wunder, dass sie nichts festgestellt haben. Die können auch nicht erbrechen“, behauptete ihre Oma.
Regina schirmte das Mikro mit einer Hand ab. „Woher weißt du das denn bitte?“
Ihre Oma deutete vielsagend auf den Fernseher.
„Das stimmt zwar“, hörte Regina Tante Susi in deutlich pikiertem Tonfall sagen (die hatte anscheinend auch viel zu gute Ohren!), „aber du kannst Mama ausrichten, dass Übelkeit bei Ratten sozusagen einen Fressflash verursacht und das hätte wohl kaum zum gewünschten Ergebnis geführt. Das haben zumindest die zuständigen Experten gesagt.“
Das wurde Regina eindeutig zu viel Spekulation. „Egal, was der Grund ist, es war jedenfalls eine Sauerei und du solltest alle anderen Testkandidaten vorwarnen. Ich werde jedenfalls keinen weiteren von diesen Höllendingern essen.“
Und um ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen, legte sie auf.
„Das war aber unhöflich.“
Regina schnauffte nur und ließ sich dann neben ihrer Oma aufs Sofa sinken. Jetzt saßen sie hier und waren beide krank. Und vielleicht, ging ihr verspätet auf, war sie doch etwas zu unhöflich zu ihrer Tante gewesen. Was, wenn diese gar nichts dafür konnte, und stattdessen dieser Polizist etwas an dem Apfel gedreht hatte? Immerhin hatte er ihn sogar in seiner Tasche gehabt!
„Was sollte der Apfel überhaupt bewirken?“, fragte ihre Oma neugierig.
„Er sollte mich abnehmen lassen.“
„Und was sollte er wirklich bewirken?“
Regina ließ den Kopf zurücksinken. Sie fühlte sich zittrig und elend. Sie wollte gar nicht wissen, was ein ganzer Apfel bewirkt hätte. Mindestens Bewusstseinsverlust, so viel stand fest.
„Gibt es da etwa einen jungen Herren?“, neckte ihre Oma.
Was half es da, es zu leugnen? „Er hat mich zum Wunderjunggesellenball eingeladen“, brummte Regina. „Und mir sogar das Kleid gezeigt, in dem er mich am liebsten sehen will.“
„Ich kann dich sehr gut verstehen. Als ich in deinem Alter war…“
Na also, hier kam sie schon, eine ihrer Geschichten. Das hatte ja nicht lange gedauert.
„Da hatte ich, ob du es glaubst oder nicht, auch ein paar Pfunde mehr auf den Rippen. Außerdem gab es da einen Jungen… ach, alle Mädchen der Klasse waren hinter ihm her. Er sah aber auch unverschämt gut aus, mit seinen Grübchen. Und witzig war er! Ich konnte mein Glück kaum fassen, als er mich einlud, beim Frühlingsball seine Begleitung zu sein. Aber es gäbe eine Bedingung, meinte er. Es gäbe einen Kostümwettbewerb und den müssten wir unbedingt gewinnen. Da er schon sein Kostüm ausgewählt hatte und als Wassermann gehen würde, müsste ich meins anpassen und als Meerjungfrau gehen. Mit Fischschwanz und Muschel-BH.“
Regina runzelte die Stirn. Na klar.
„Ich hatte natürlich meine Bedenken“, fuhr ihre Oma fort. „Der enganliegende Fischschwanz würde mich wie eine Leberwurst aussehen lassen und noch dazu bauchfrei… Aber es war mein Schwarm, also verkaufte ich meine Seele und wurde zur Meerjungfrau.“ Sie seufzte melodramatisch. „Was ich jedoch nicht wusste, war, dass der Wettbewerb in Wahrheit eine Wette war und die ging darum, wer seine Begleitung dazu bringen konnte, im absurdesten Aufzug zu erscheinen. Und natürlich hatte er mich ausgewählt, weil er wusste, dass er mit mir das leichteste Spiel haben würde. Tatsächlich getanzt hat er dann den ganzen Abend mit einer anderen.“ Sie klopfte Regina sacht auf den Arm. „Deswegen, meine Liebe, sollte man vorsichtig sein und sich nicht für jemanden verbiegen, nur weil er einem einmal angelächelt hat.“
„Muschel-BH? Schwarm? Aus welcher Telenovela hast du denn diese Geschichte? Die muss ja ganz schrecklich gewesen sein.“
„Aber sie hätte mir so passieren können.“
„Ach, Oma. Ich bin doch keine zehn mehr, ich bin zu alt für Märchen. Du hattest nie Gewichtsprobleme, ich kenn doch die alten Fotos von dir.“
„Es ist doch die Botschaft, die zählt.“
„Eigentlich ist es die Wahrheit, die zählt.“ Regina schälte sich wieder vom Sofa. „Ich hol mal die Sachen rein, die Mama für dich mitgegeben hat, bevor sie noch jemand aus dem Fahrradkorb klaut.“
„Das heißt, du willst trotzdem zum Ball.“
Natürlich wollte sie trotzdem. Es war nun mal nicht irgendjemand, es war Wolf. Und zum Glück würde sie nicht als Meerjungfrau gehen, sondern ein normales Kleid anziehen. Nun ja, mit Glitzersteinen. Und zu viel Ausschnitt. Aber was tat man nicht alles.
„Dann lass wenigstens deine Mutter deine gute Fee sein und das Kleid für dich anpassen“, rief ihr ihre Oma hinterher. „Damit es wenigstens dein Kleid wird und nicht das für eines dieser super skinny Models.“
Wo auch immer sie diesen Begriff schon wieder aufgeschnappt hatte. Regina seufzte. Manchmal wünschte sie sich, sie könnte auch einfach eine dieser ganz normalen Omas haben, die Tee kochten, Kuchen backten und strickten. Aber diese Fähigkeiten waren irgendwie alle direkt zu ihrer Mutter übergegangen.

Hinter den Kulissen

Letztes Jahr hat sie noch mitgerätselt, in diesem Märchensommer ist Anne Danck, die selbst auch an eigenen Märchenadaptionen schreibt, direkt beteiligt. Wer weiß, vielleicht ist sie dann in Auflage 3 mit ihrem eigenen Buch vertreten. 😀

Anne/PoiSonPaiNter

The Weekend Guess #116

Read in English

wegWas ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Leser*innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das vierte Märchenrätsel werfen:

Pauschalreise mit Federvieh

Welches Märchen suche ich?
Kleiner Tipp: Es ist kein traditionelles Märchen.
Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Morgen gibt es wieder ein weiteres #CroMär Kapitel!

Anne/PoiSonPaiNter
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Lies auf Deutsch

wegWhat is the Weekend Guess?

A riddle formulated by me that could contain puns and wordplays on the answer itself are put on here for my readers to answer.

What are the questions about?

These seven special Question are all about Fairy Tales, it’s the Fairy Tale Summer after all. 😉

What is your part in this and what is in it for you?

You can try to solve the riddle and my German readers can earn points by solving this for the overall prices. You can try as well, but won’t be getting any points for it.

Let’s take a look at the fourth Fairy Tale Riddle

Package trip with poultry

Which Fairy Tale am I looking for?
Little hint: It’s not a traditional Fairy Tale
If you know the answer do NOT answer in the comments and send your answer via the form above!

Anne/PoiSonPaiNter

Nora Bendzko: Kindsräuber

Read in English

Im letzten Märchensommer hatte ich euch bereits die Galgenmärchen von Nora Bendzko vorgestellt.
Dieses Jahr bekommt ihr die Rezensionen zu den Büchern. Angefangen mit Band 2, weil von vorne anfangen kann ja jeder.

Worum geht’s?

5 of 5 stars

Schon seit ihrer Kindheit kann Alene Geistern sehen und ihr wurde immer eingebläut vor ihnen wegzurennen. Doch diesem einen Geist kann sie nicht entkommen.

Sie sieht das schwarze Rumpelstilzchen zum ersten Mal, als die königliche Familie in Prag einzieht und hört seinen finsteren Reim. Kurz danach verschwinden oder sterben Kinder, deren Mütter zuvor den Geist gesehen haben.

Nun ist Alene selbst schwanger und begegnet nicht nur dem Rumpelstilzchen, sondern auch ihrem Kindheitsfreund Patrik Emil erneut. Auf ihrer Suche nach Antworten gelangt sie ins Prager Schloss und erfährt mehr über das dunkle Geheimnis des Geistes …

 

Das Leseerlebnis

Die Welt, die in dieser Geschichte aufgebaut wird ist düster und faszinierend. Ich wollte das Buch streckenweise gar nicht weglegen, weil da doch wieder etwas interessantes gerade passierte und ich wissen wollte, was dahinter steckte. Einige erzählerische Elemente (wie z.B. die Schwangerschaft, die ganz andere Gründe hat, als man ursprünglich annimmt) machten das nur noch umso stimmiger.

Dadurch, dass ich grade erst ein paar Monate zuvor selbst noch einmal in Prag gewesen bin, und auf der Burg, die in dieser Geschichte ein Hauptschauplatz ist, habe ich beim Lesen versucht die Orte aus dem Text mit den Bildern in meinem Kopf zu verknüpfen. Ich muss sagen, es hat erstaunlich gut geklappt. Andersherum wäre es eventuell gruselig geworden, mal schauen, ob es mich irgendwann nochmal dahin verschlägt. 😀

Die Charaktere

Ich mag Alene. Sie macht, was sie für richtig hält, stellt sich grausigen Geistern und verliert doch nicht ihre Güte und vor allem sich selbst, auch wenn sie manchmal kurz davor ist. Sie ist ein Charakter, der viel durchmachen muss und auch entsprechend menschlich auf diese Geschehnisse reagiert.

Patrik war mir hingegen etwas zu … hmm … undurchsichtig? Man wusste nie genau, woran man bei ihm ist und ich glaube kurzzeitig hätte ich ihm auch eine Beziehung zu einem der männlichen Nebencharaktere zugetraut. Eventuell wurde darauf sogar eingegangen und ich hab es wieder vergessen, ich sollte mir wirklich angewöhnen Rezensionen zeitnaher zu schreiben … Wie auch immer. Das zwischen ihm und Alene war das einzige, was ich nicht vollkommen nachvollziehen konnte, weil er so verschlossen wirkte.

Die Königin war ein ebenso wunderbarer Charakter. Wie so oft würde hier mehr sagen, aber einiges der Geschichte vorwegnehmen. 🙁

Der Großteil der restlichen Königsfamilie und Figuren haben mich mit dem Wunsch nach mehr Informationen zurückgelassen, aber dadurch, dass die Hauptfigur so wunderbar war, kann ich darüber hinweg sehen.

Generelle Meinung

Allein durch Alenes Charakter, der Einarbeitung des historischen Materials und der Umsetzung der Märchenelemente ist Kindsräuber verdient auf der Shortlist des Indie Seraph gelandet. Ich habe mehrfach mit einem breiten Grinsen dagesessen, wenn wieder eines der oben genannten Elemente anders war, als man es erwarten würde und es hat einfach Spaß gemacht diesen düsteren Thriller im Prag des 30-jährigen Kriegs zu verfolgen.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

In der Hintergrundgeschichte eines der Charakteren gibt es ein Easter Egg zum Galgenmärchen Wolfsucht, das ich im Juli rezensieren werde. Hab ich mich sehr drüber gefreut, als ich das entdeckt habe. 😀

Letztes Jahr habe ich Nora bereits interviewed, wer also gerne nachlesen möchte, kann das gerne tun. Gerade arbeitet sie an einem weiteren Galgenmärchen zu Rapunzel.

Einen Print dieses Buches könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

Last Märchensommer I already introduced you the Galgenmärchen (hangman’s tales) by Nora Bendzko.
This year  you get the reviews for the books. Starting with volume 2, because starting from the beginning is simple.

What is it about?

5 of 5 stars

Alene has been seeing ghosts since she was a child and has always been told to run away from them. But she cannot escape this one ghost.

She sees the black Rumpelstiltskin for the first time when the royal family arrives in Prague and hears his sinister rhyme. Shortly afterwards, children whose mothers have seen the spirit disappear or die.

Now Alene herself is pregnant and meets not only Rumpelstiltskin but also her childhood friend Patrik Emil again. In her search for answers, she enters Prague Castle and learns more about the ghost’s dark secret…

The reading experience

The world that is established in this story is dark and fascinating. I didn’t even want to put the book down at times, because something interesting was happening and I wanted to know what was behind it. Some narrative elements (such as the pregnancy, which has completely different reasons than originally assumed) only made this all the more consistent.

Having just been back to Prague, and at the castle, which is the main stage in this story, a few months before, I tried to link the places in the text with the images in my head while reading it. I must say, it worked out surprisingly well. The other way around, it might have been spooky, let’s see if I will ever visit it again. 😀

The characters

I like Alene. She does what she thinks is right, faces gruesome spirits and yet does not lose her goodness and above all herself, even if she is sometimes on the brink. She is a character who has to go through a lot and also reacts humanly to these events.

Patrik, on the other hand, was a little too… hmm … obscure? You never knew exactly where you stood with him and I think for a moment I would have thought he had a relationship with one of the male side characters. Maybe it was even discussed and I forgot again, I should really get used to writing reviews sooner… However. The thing between him and Alene was the only thing I couldn’t fully understand, because he seemed so withdrawn.

The queen was an equally wonderful character. As so often would telling more reveal too much of the story. 🙁

Most of the rest of the royal family and characters left me wanting more information, but because the main character was so wonderful, I can overlook it.

General Opinion

Through Alene‘ s character alone, the incorporation of the historical material and the implementation of the fairy tale elements, Kindsräuber deserved to be placed on the Shortlist of the Indie Seraph. I have sat here several times with a broad grin when one of the above elements was different than one would expect and it was simply fun to follow this dark thriller in Prague during the 30-year war.

Stuff I’d like to add

In the background story of one of the characters there is an Easter Egg to the Galgenmärchen Wolfsucht, which I will review in July. I was very happy when I found this. 😀

Last year I already interviewed Nora, so if you’d like to read it, you’re welcome to do so. She is currently working on another Galgenmärchen  about Rapunzel.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Webcomics: Chapter 4 – Märchenhaft

Read in English

Webcomics: Kapitel 4 – Märchenhaft

Nicht nur Bücher haben märchenhafte Themen, auch (Web-)Comics nehmen sich ihnen an. Im Rahmen des Märchensommers möchte ich euch zwei von vielen vorstellen.

Peritale

Peritale von Mari Costa erzählt die Geschichte der Fee Periwinkle. Doch eine Sache unterscheidet sie gravierend von ihren Mitschülern und Geschwistern: Sie hat keinerlei magische Begabung. Trotzdem wird auch ihr die Aufgabe gegeben eine gute Fee zu werden und ihrem menschlichen Schützling zu einem richtigen Happy End zu helfen. Dafür muss sie die Feenwelt verlassen und sich den Abenteuern in der ihr völlig fremden Menschenwelt stellen.

Das das ohne magische Hilfe nicht ganz so einfach ist, wird ihr sehr schnell bewusst, hält sie aber nicht davon ab mit Chaos und Herz ihren Weg zu gehen.

Der Webcomic hat zwar gerade erst sein dreijähriges Bestehen gefeiert, ist mit ~300 Seiten allerdings noch recht kurz – laut Autorin ist das auch erst ein Viertel der Geschichte. Trotzdem bietet Peris Welt eine bunte Mischung aus Charakteren, dunkle Geheimnissen, eine gute Priese Humor und liebenswerte Charaktere.

Also ich bin gespannt, wie das Happy End aussieht, das Peri für ihren Schützling fabriziert, aber ich vermute es wird ganz anders, als man es denkt. 😀

Cautionary Fables & Fairy Tales (Belehrende Fabeln & Märchen)

Eine Reihe von Märchen aus aller Welt sind die Cautionary Fables & Fairy Tales von Kel McDonald und Kate Ashwin. Bisher gibt es die drei Sammelbände Europa, Afrika und Asien, in denen verschiedene Märchen und Fabeln aus den jeweiligen Regionen von verschiedenen Zeichner*innen neu erzählt werden.

Der Fokus wird nicht nur auf die  Bekannteren wie – z.B. in Europa –  Rapunzel und dem Rattenfänger von Hameln gesetzt, sondern auch andere Geschichten erzählt, die eher seltener im Fokus stehen. Besonders faszinierend finde ich auch, dass mit Afrika, Asien und bald Ozeanien Regionen ein Teil davon sind, die ganz andere Traditionen und Geschichten pflegen, mit denen man hier in Europa ja doch eher selten in Kontakt kommt.

Auf Kels Seite kann man sich ihre Beiträge – neben ihren anderen fantastischen Comics – ansehen und allein dadurch reizt es mich die Produktion von Band vier Ozeanien zu unterstützen.

Nachwort

Einen weiteren Webcomic mit Märchenthema habe ich bereits in Kapitel 1 „Reluctant Heroines“ vorgestellt: Namesake, zusätzlich dazu hatte ich auf Twitter nach Tipps gefragt und einige interessante Vorschläge bekommen. Falls jemand noch mehr Lesestoff möchte: Twitter-Anfrage.

Eines der Prints, die ihr im Verlauf des Märchensommers gewinnen könnt, ist übrigens der „Traumafabel Short„, ein Teil einer Rotkäppchen Erzählung aus zwölf verschiedenen Blickwinkeln, der mit wunderbaren Zeichnungen von Blätterklingen und Mohnfuchs versehen ist. Einige der Zeichnungen sind ebenfalls in den Postkartenpaketen enthalten.

Kennt ihr die Comics oder andere Werke der Zeichnerinnen? Würden sie euch reizen?
Welche märchenhaften Comics sind euch noch über den Weg gelaufen?

Anne/PoiSonPaiNter

© Für die Bilder liegen bei ihren jeweiligen Schöpfern. Ich habe sie lediglich als Beispiel für ihre Arbeit benutzt und hoffe, dass das in Ordnung ist.

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Lies auf Deutsch

Not only books have fairy tale themes, also (web-)comics deal with them. As part of the Märchensommer I would like to introduce you to two of many.

Peritale

Peritale by Mari Costa tells the story of the fairy Periwinkle. But there is one thing that sets her apart from her classmates and siblings: she has no magical talent. Nevertheless, she is assigned the task of becoming a fairy godmother and helping her human ward to a real happy end. For this she has to leave the fairy world and face the adventures in the human world that is completely foreign to her.

She quickly realizes that this is not that easy without magical help, but this does not stop her from pursuing her path with chaos and compassion.

The web comic has just celebrated its three-year anniversary, but with ~300 pages it is still quite short – according to the author this is only a quarter of the story. Nevertheless, Peri’s world offers a colorful mixture of characters, dark secrets, a good dose of humor and endearing characters.

So I’m curious to see what the happy ending Peri creates for her ward will look like, but I guess it will be quite different from what you think. 😀

Cautionary Fables & Fairy Tales

A series of fairy tales from all over the world are the Cautionary Fables & Fairy Tales by Kel McDonald and Kate Ashwin. So far there are the three anthologies Europe, Africa and Asia, in which various fairy tales and fables from the respective regions are newly told by different illustrators.

The focus is not only on the more familiar ones such as – for example in Europe – Rapunzel and the Pied Piper, but also other stories are told, which are rather rarely in the spotlight. I also find it particularly fascinating that with Africa, Asia and soon Oceania there are regions that have very different traditions and stories with which one rarely comes into contact here in Europe.

On Kel’s site you can see her contributions – besides her other fantastic comics – and just because of them I’m tempted to support the production of volume four Oceania.

Afterword

I have already introduced another web comic with a fairy tale theme in Chapter 1 „Reluctant Heroines“: Namesake, in addition to that I had asked on Twitter for tips and got some interesting suggestions. If anyone wants more reading material: Twitter request.

Do you know the comics or other works of the artists? Do they sound interesting to you?
What other fairy tale comics have you come across?

Anne/PoiSonPaiNter

© For the pictures lie with their respective creators. I merely used them as example of their work and hope that’s okay.

Märchensommer: Crossover

Herzlich willkommen zur vierten Woche des Märchensommers! Schön das ihr euren Weg hergefunden habt!

Auch heute könnt ihr wieder einen Punkt für die Gesamtpreise des Märchensommers ergattern indem ihr die unten gestellte Frage in den Kommentaren beantwortet.

Doch vorweg eine kleine Buchvorstellung …

Bereits bei der Nerdwoche erzählte sie uns vom Kleidungsstil von Superheld*innen, heute geht es um ihre „Märchen“:
Magie hinter den Sieben Bergen von Diandra Linnemann

In den bisher erschienenen sechs Bänden der neunteiligen Reihe erzählt Diandra die Geschichte der Hexe Helena Weide, die sich als Magic Consultant mit allerlei fragwürdigen, magischen, aber auch gefährlichen Gestalten und Fällen herumschlagen muss.
Dabei nutzt sie Figuren, die es sonst nur in Märchen gibt und versetzt sie in ein Deutschland, dessen Regeln ein wenig anders sind, als wir es gewohnt sind.

Aber nun zur Tagesfrage:

Märchen-mix! Welches Crossover-Fassung hat dich umgehauen?

Wie auch schon im letzten Jahr, bin ich immer noch vom 10. Königreich fasziniert.

Ich mag ja Crossover, gut gemachte Crossover zumindest, und finde es jedes Mal aufs neue spannend zu sehen, wie verschiedene Geschichten und Charaktere miteinander verknüpft werden.
Ich finde die Geschichte und die Charaktere einfach unglaublich toll und muss es auch dringend noch mal wieder schauen…

Habe es übrigens immer noch nicht geschafft, es mal wieder anzuschauen, geschweige denn das Buch dazu zu lesen …

Wie auch immer. Gerade läuft ja auch noch ein anderes Crossover, dass ich wunderbar finde, ihr könnt euch vielleicht an meine Ankündigung erinnern: #CroMär.
Schaut einfach auf der Übersichtsseite vorbei und lest nach, was bisher geschah …

Anne/PoiSonPaiNter

© Für die Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern. Sie dienen hier lediglich zur Veranschaulichung.