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Türchen #12

Auch heute wieder gibt es einen Schnipsel aus

Warlords

Dieser Ausschnitt aus dem ersten Band von DarkFairys Senfs und meinem Projekt zeigt eine andere Seite unseres oft leidenden Hauptcharakters … Tja, wer feiern will …

Der zehnte Schnipsel

Auch Coelestin ließ sich auf dem Boden nieder.
„Verdammte Straße! Muss die so holprig sein?“, murrte er und massierte seine Stirn. Sein Schädel brummte immer noch.
„Alles in Ordnung?“, fragte Grace besorgt und strich ihm zärtlich über die rechte Schläfe.
„Mhm… der Abt hat mich gestern Abend zum Wein eingeladen. Wir haben bis spät in die Nacht getrunken. Aber keine Angst ich hab nichts gesagt, was ich bereuen müsste. Ich kann mich noch an alles erinnern. Ich hab nur tierische Kopfscherzen“, erklärte der junge Mönch und schloss die Augen.
Corwyn grinste und nahm ein Hemd und eine Hose aus dem Sack.
Liebevoll strich Grace ihm über die Wange und gab ihm einen Kuss auf die Schläfen, dann lehnte sie sich mit einem Lächeln an ihn. Pride musste aufgrund der Erklärung laut auflachen.
„Der Herr Abstinenzler hat ’nen Kater, wie find ich das denn…“, scherzte er.
„Nicht so laut bitte“, grummelte Coelestin, „und außerdem, wer sagt, dass ich gar nichts trinke? Nur halt nicht sehr oft…“ Corwyn lachte.
„Stimmt, ich kann mich daran erinnern wie du einen Abend betrunken ins Kloster zurückgekehrt bist. Du wolltest ja nicht bei mir übernachten. Pride ich sage dir, wenn der Kerl was trinkt, dann auch richtig!“ Der Gaukler schwelgte in Erinnerungen.
Coelestin machte ein leicht säuerliches Gesicht.
„Das hättest du auch für dich behalten können“, murmelte Coelestin ohne die Augen zu öffnen.
Ihm war es hier eindeutig zu hell und zu laut und zu holprig. Er legte einen Arm um Grace und war kurz darauf eingeschlafen.
„Er hat mal wieder zu wenig geschlafen“, kommentierte Corwyn und lächelte.(bearbeitet)
„Dann sollten wir alle wohl mal einen Trinken, wenn das ganze hier vorbei ist!“, schlug Pride heiter vor.
„Du solltest dir mal eine andere Beschäftigung angewöhnen.“, murmelte Grace.
„Das könnte interessant werden. Auch wenn Coelestin stockbesoffen ist, ist er irgendwie erstaunlich klar. Er lallt zwar sehr und torkelt. Am nächsten Morgen hat er dann auch einen tierischen Kater, aber er weiß trotzdem immer noch was er gemacht oder gesagt hat. Zu hoffen, dass er im Suff ein Geheimnis ausplaudern wird, ist bei ihm vergebens“, überlegte Corwyn laut.
Coelestin kuschelte sich derweil enger an Grace.
„Pride findet alles lustig wenn er stockbesoffen ist…“, erklärte Grace angriffslustig und schloss Coelestin in die Arme.
„Und du schläfst nach nen paar Schlucken ein!“, konterte ihr Bruder.

Hinter den Kulissen

Für diejenigen, die unserem Projektblog noch nicht folgen:
Coelestin und Corwyn sind Marinas Charaktere. Pride und Grace werden von mir geschrieben.

Merkt man das eigentlich?

Anne

Türchen #11

Auch heute nochmal ein kleiner Ausschnitt aus

The Unnamed One

Nach dem ersten Schreibversuch an Michaels Geschichte in 2004, habe ich es 2008 noch einmal aus einem anderen Blickwinkel versucht.
Dieser Teil spielt mehr als 100 Jahre nach dem ersten Schnipsel und ist tatsächlich in der Ich-Perspektive geschrieben gewesen. Da ich diesen Unterschied interessant fand, habe ich mich dafür entschieden, die Perspektive für den Schnipsel nicht anzupassen.
Die Handlung wird es so ähnlich in die richtige Fassung schaffen, aber erstmal muss ich mich für einen Erzählstil entscheiden.

Aber nun zum neunten Schnipsel:

Wo bin ich? Was ist passiert? Warum ist meine Atmung so schwer? Mein Herz rast, meine Hände zittern, mein gesamter Körper bebt.

„Was ist hier los?“, höre ich jemanden Fragen.

Die Stimme klingt als wäre sie weit weg. Auch die anderen Geräusche um mich herum sind wie gedämpft. Jemand packt mich am Arm und schüttelt mich.

„Josh! Josh! JOSH KOMM ZU DIR! Das ist nicht witzig!“

Eine andere Stimme, diese kommt mir aber bekannt vor.

„Josh! Was ist passiert?!“

Mimm. Meine kleine Schwester. Die von diesem Arschloch beleidigt wurde. Wieder spüre ich die Wut in mir aufsteigen. Wo ist der Mistkerl hin? Und warum stehen hier so viele Menschen? Sie stehen in einem Kreis. Um was? Mich. Ich stehe in diesem Kreis. Auf meiner linken Seite kniet Bernie, er hält sich den Bauch. Hat er Schmerzen? Mimm zerrt immer noch an meinem rechten Arm.

Was ist hier los?

Und warum nehme ich alles wie durch einen Schleier wahr? Wieso hocken die da alle auf dem Boden und zerren an etwas herum? Da liegen Beine. Die zerren an einem Menschen. Ist das? Ja das ist Jerry! Oh mein Gott, was ist passiert?

„ER ATMET NICH MEHR! ER IST TOT! DER FREAK HAT IHN UMGEBRACHT!“

Der Kerl, der das gerade geschrien hat, zeigt auf mich. Ich ihn getötet? Aber ich habe doch gar nichts getan?

ER IST TOT!

Das war ich nicht! Doch ich bin nicht in der Lage zu sprechen.

ER IST TOT!

Das muss ein Traum sein. Ein Alptraum.

ER IST TOT!

Das ist nicht meine Schuld. Meine Beine fühlen sich an wie Pudding. Sie knicken ein. Jetzt knie ich auf dem Boden und starre Jerrys Leiche an. Der Schleier ist immer noch da. Ich kann nur noch vor mich hinstarren. Ich begreife immer noch nicht was hier vor sich geht. Mimm umarmt mich und ich spüre Tränen, die mir über die Wangen laufen. Aber all das nehme ich nur halb wahr. Es ist alles so unwirklich. Ich will endlich aufwachen aus diesem Alptraum. Jemand streicht mir über den Rücken. Meine Atmung ist noch immer stockend. Mein Oberkörper kippt nach vorne und meine Hände krallen sich ins Gras. Einer der Halme sorgt für einen stechenden Schmerz in meiner Handfläche. Wie in Zeitlupe hebe ich sie vor mein Gesicht, dabei fällt ein Teil der Erde und des Grases aus ihr heraus, dass ich zuvor herausgerissen hatte. Zwischen all dem Dreck erblicke ich feine weiße Linien mit roten Umrissen. Mimm fast meine Hand.

„Josh du blutest!“.

Blut? Mein Blut? Sie wischt mit einem Taschentuch über die Wunden, die ich einfach nur anstarre.

Hinter den Kulissen

Was meint ihr? Kann man eine Geschichte nicht nur aus verschiedenen Blickwinkeln, sondern auch mit unterschiedlichen Erzählperspektiven schreiben? Die Sprechweise von Josh gefällt mir immer noch gut für den Charakter, aber ein Er-Erzähler würde wahrscheinlich seriöser wirken …

Übrigens ist Josh der Sohn von Michael. Falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte. 😀

Anne

Türchen #10

Und wieder beginnen wir die Woche mit dem

Eishörnchen

Soll ich euch verraten, dass der nächste Schnipsel auch am Montag kommt? Ne, oder? 😀

Passend zum gestrigen Schnipsel aus meinem Aktionstag bei der Bücherhexe auf Facebook , wollte ich noch etwas aus einer anderen Unterhaltung zwischen Magnus und Carlos aussuchen, aber diese Stelle gefiel mir dann doch besser.

Kommen wir zum achten Schnipsel:

“Stör ich?”, fragte jemand von der Seite und man konnte ihm das Grinsen bereits anhören.
Schnell zog Magnus seine Hand zurück und blickte auf. “Nicholas, ist was passiert?”
Dieser schüttelte nur den Kopf. “Nein, ich wollte nur sehen, ob alles in Ordnung ist, aber anscheinend bist du ja in guten Händen,” erklärte er mit einem Nicken zu Carlos.

Dieser sprang schnell auf, Flecken auf seinen Wangen, die von Sekunde zu Sekunde dunkler wurden. Er wollte ganz offensichtlich so schnell wie möglich weg. Allerdings blockierte auf der einen Seite Magnus, auf der anderen der Stuhl und der Schreibtisch seinen Weg, wenn er Nicholas nicht wegschubsen wollte.
“Wie geht es eigentlich Katrin?”, drehte Magnus den Spieß um und hielt Nicholas einen Stapel Papiere hin.
Verwundert las dieser die Zeilen und sein Gesicht wurde immer dunkler. “Ich – also wir – sie – Katrin ist nicht schwanger”, platzte es schließlich aus ihm heraus und stotternd fügte er hinzu: “Außerdem haben wir no-noch gar nicht über Ki-kinder gesprochen, was wenn -”
“Lies weiter”, unterbrach Magnus ihn, da er seinen Freund gut genug kannte, um zu wissen, dass er die Unterlagen selbst noch nicht gelesen hatte.
“Oh, da-das ist beruhigend … “ Nicholas atmete tief ein und aus. Seine potentiellen Kinder hatten keine höhere Wahrscheinlichkeit, der nächste Krampus zu werden und würden keine körperlichen Merkmale des Monsters übernehmen. Den Blick noch immer auf die Seite gerichtet zogen sich seine Augenbrauen zusammen, blätterte um und sah dann die beiden vor sich an. “Ich glaube, ich weiß, wer das geschrieben hat”, verkündete er ihnen.

Hinter den Kulissen

Wie man im letzten Adventskalender schon erahnen konnte, ist Nicholas ein „kleiner“ Geschichtsnerd, aber mehr wird in dieser Stelle noch nicht verraten. 😉

Anne

Türchen #8

Mehr als ein Jahr ist seit der Veröffentlichung der Anthologie vergangen. Noch länger ist es her, seit ich das letzte Kapitel veröffentlicht habe, deswegen gibt es heute einen Schnipsel aus dem

Neubrandenwolf

Zwölf Kapitel sind geplant und teilweise auch schon angeschrieben, aber eben noch nicht digitalisiert.
Extra für euch habe ich für den Kalender zwei Stellen rausgesucht, abgetippt und übersetzt!

Aber nun zum siebten Schnipsel:

„Warum du nicht Wolf?“, fragte Amir und sah Rasha verwirrt an.
„Weil ein gewisser Jemand Angst hat, mich zu verwandeln…“ Sie warf einen Seitenblick auf Nina, hielt aber ein vergnügtes Lächeln auf ihren Lippen.
„Was? Wenn ich dich verwandle und wir uns trennen, wirst du für immer sauer auf mich sein!“, protestierte Nina und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Dann lass Jan mich verwandeln!“ Sie haben dieses Gespräch so oft geführt, dass es war, als würden sie nur eine kaputte Schallplatte abspielen.
„Nein! Ich sollte es sein, aber….“ Nina blickte zur Seite, konnte ihre Verlobte nicht ansehen.
„Wir werden uns nicht trennen!“ Rasha seufzte lange.
„Das weißt du nicht!“, konterte Nina schwach und wusste, dass ihre Argumente auf taube Ohren stießen. „Warum beendest du nicht das Studium und wir -“
„Nachdem ich mit dem Studium fertig bin, heiraten wir und dein Hochzeitsgeschenk sollte besser sein, mich zu verwandeln!“ Rasha unterbrach sie, beendete das Gespräch und ließ sie in einer unangenehmen Stille zurück.
„Was studierst du?“, fragte Amir schließlich.
„Ich werde Anwalt“, rief sie stolz aus.
„Das ist Gesetzmensch?“, wollte Amir sichergehen.
„Ja. Wenn du in Schwierigkeiten gerätst, kann ich dich eines Tages vor Gericht verteidigen!“, bot Rasha aufgeregt an.
„Das sein nett.“ Ein kleines Lächeln zierte Amirs Lippen, als seine Augen auf den ruhigen See vor ihnen hinausblickten.

Hinter den Kulissen

Tatsächlich stammt dieser Auszug aus dem nächsten Kapitel „Flower Moon“ und ist die zweite Stelle überhaupt, die ich übersetze.

Besonders Amirs gebrochenes Deutsch war eine Herausforderung.
Aus „Why you not wolf?“ wollte deepl.com tatsächlich „Warum wolfst du nicht?“ machen und anstatt jemanden zu verwandeln, reichte es ihm, sie „umzudrehen„. 😀

Anne

Türchen #7

Heute gibt es einen weiteren Schnipsel aus

Der Wunsch der Königin

Mit diesem Ausschnitt gehen wir zurück an den Anfang und werfen einen Blick auf die Kindheit eines Charakters. Leider hat keiner der Protagonisten eine wirklich glückliche Kindheit, so ist auch dieser Schnipsel recht fies …

Wie ihr im ersten Schnipsel lesen konntet, gibt es in der Welt der Königin Magie. Diese manifestiert sich im Kindesalter und kann nur vererbt, nicht erlernt, werden. Jede Art der Magie ist in ihrem Kern an eines der vier Elemente geknüpft. Es gibt unterschiedliche Kombination in welchen Formen man sie nutzen kann. Obwohl Magie erlaubt ist, wird sie nicht gerne gesehen und es gibt gewisse Regeln und Gesetze, denen sich das magische Volk beugen muss.

Ein solches Gesetz ist die Brandmarkung zur direkten Erkennbarkeit der Fähigkeiten, die auch vor Kindern keinen Halt macht …

Aber nun zum sechsten Schnipsel:

Der Junge schwankte stark unter der Last der vollen Wassereimer, die er an einem Stock über seinen schmalen Schultern trug. Immer wieder schwappte ein bisschen Wasser auf den trockenen Marktplatz oder gesellte sich zu den Schweißtropfen, die seine Kleidung durchnässten. Er konzentrierte sich auf jeden Schritt, denn sein Herr würde böse mit ihm sein, wenn er das Wasser verschüttete. Dennoch fand sein Fuß ein Loch und knickte um. Mit lautem Klappern fiel die Konstruktion über ihm zusammen. Die Eimer rollten über den Boden, während das Wasser darin versickerte.
„Du Taugenichts! Bist du überhaupt für irgendetwas gut?!“, hörte er bereits seinen Herrn schreien, der beim Lärm aus dem Fenster gesehen hatte.
Mit schnellen Schritten kam dieser auf ihn zu und der Junge versuchte sich aufzurichten, doch er konnte seinen Fuß nicht aufsetzen. Er kroch von seinem Herrn weg, doch dieser hatte ihn bald eingeholt, den Gürtel gezückt und hieb bereits auf ihn ein, noch bevor er weit gekommen war.
„Ich mach es wieder gut! Ich mach es wieder gut!“, heulte der Junge bei jedem Schlag, versuchte sich so klein wie möglich zu machen.
„Seht!“, rief eine erschrockene Frau und deutete auf die Eimer.
Der Mann sah auf und der Junge krümmte sich auf dem Boden zusammen, die Arme schützend um seinen Kopf geschlungen. Hinter ihm hatten sich die Eimer wieder aufgestellt. In kleinen Strömen floss das Wasser aus dem Boden in sie zurück.
„Das Balg ist ein Zauberer!“, entfuhr es einem anderen.
„Schnappt ihn!“, schrie ein weiterer.
Sein Herr ließ den Gürtel fallen und packte den schmächtigen Jungen an Schulter und Arm, ein weiterer Mann nahm seine andere Seite. Zusammen zehrten sie ihn in Richtung der Schmiede, der bereits ein Brandeisen in die Esse hielt.
„Herr! Herr! Ich hab‘ es wieder gut gemacht! Ich hab‘ es wieder gut gemacht!“, flehte der Junge und versuchte sich gegen die Männer zu wehren, aber sie waren stärker als er.

Hinter den Kulissen

Ursprünglich stammt die Königin ja aus einer Sammlung von Ideen, die ich zu einem „Zwergenzyklus“, einer Aneinanderreihung von lose zusammenhängenden Geschichten über ein Zwergenvolk, zusammenführen wollte. Diese Ideen hatte ich dem Projekt Myra angeboten und wir hatten auch schon mal geschaut, in welche Reiche sie passen.

Je mehr ich allerdings an der Königin arbeitete, umso mehr stellte sich heraus, dass die Charaktere irgendwie so gar nicht zwergisch sind … und ich bin mir auch immer noch unsicher, ob sie wirklich auf die Insel Aurinia passen … wir werden sehen …

Anne

Türchen #6

Ich weiß, ich hatte gesagt, das ich nur unveröffentlichte Sachen teile, aber heute ist Nikolaus und was eignet sich da besser, als etwas Werbung für die frisch geschlüpfte Anthologie „Entzünde den Funken“ von Siiri Saunders und Adrian R. Stiller zu machen, in der meine Geschichte

Ein neuer Tag

enthalten ist?

Der Ausschnitt ist daher auch entsprechend kurz, unterscheidet sich denoch um einiges von der Fassung, die vor zwei Jahren hier auf dem Blog erschien.

Aber nun zum fünften Schnipsel:

Dort, wo die Erde frisch aufgeschüttet worden war, stand nun ein heller Baum, dessen Blätter gläsern in allen Farben des Regenbogens schimmerten. Bunte Lichtflecken huschten über den dunklen Grund und die Gesichter der Dorfbewohner. Der Wind stieß die Blätter gegeneinander und das gleichmäßige, leise Klirren erschuf diese wunderschöne Melodie.
Gebannt standen sie davor und lauschten.

Hinter den Kulissen

Na, seid ihr neugierig geworden, wie die alte Geschichte für die Benefiz-Anthologie aufgearbeitet wurde?

Dann husch, auf in den TwentySix Shop (*klick*) und ab damit in den verspäteten Nicholas … äh … Nikolaus-Stiefel oder sogar unter den Weihnachtsbaum!

Mit jedem Kauf unterstützt ihr eine gemeinnützige Organisation, denn der Gewinn wird zu 100% gespendet.

Viel Spaß beim Lesen. 😉

Passend zum Nikolaus hat mir die wunderbare Gesa F. Roberts aka Cupric – die auch die Coverdesignerin der Anthologie ist – ein Adventskalenderbild gebastelt! Danke dir!

Anne

Türchen #5

Heute schauen wir uns ein weiteres Projekt an, dass nicht nur auf meinem, ähm, Mist gewachsen ist:

Warlords

Zusammen mit Marina von DarkFairys Senf tauchte ich vor fast zehn Jahren in diese Welt rund um den Mönch Coelestin ein. Es geht langsam voran. Hin und wieder könnt ihr ein paar Hintergrundinfos auf unserem gemeinsamen Blog erhaschen: DF.PP Entertainment. Die Geschichte basiert auf einem RPG.

Diese Szene spielt im zweiten Band und zeigt einen unserer Lieblingscharaktere …

Der vierte Schnipsel:

Als die beiden Frauen verschwunden waren machte sich Conan auf die Suche nach einem geeigneten ‚Opfer‘. Nicht lange und Conan hatte eine junge Frau entdeckt, die ganz seinen Vorstellungen entsprach. Er ging zielstrebig auf sie zu.
„Guten Abend, was verschlägt eine Schönheit wie dich in die Tristesse eines solchen Ortes?“, sprach er sie an.
„Guten Abend, mein Herr. Ich bin hier, weil ich den Ruf des Herrn vernommen habe“, entgegnete die junge Nonne selbstbewusst.
„Den Ruf des Herrn? Wie konnte er dich den hier her locken?“, fragte er weiter.
Skeptisch beobachtete er die junge Frau, wenn das so weiter ging könnte er sich sein kleines Abenteuer wohl an den Hut stecken.
„Ich habe erkannt, dass mein bisheriges Leben reine Sünde war“, erklärte die Nonne und lächelte.
„Sünden sind doch menschlich… was hast du denn so sündiges getrieben?“, wollte er mit einem einladenden Lächeln wissen und stützte seine Hand an der Wand ab um sich ein bisschen dichter zu ihr zu beugen.
„Bevor ich hier her kam, habe ich Männer wie dich für Geld getötet“, meinte sie und warf dem Rebellen einen eiskalten Blick zu.
„Obwohl… manchmal habe ich sie auch lediglich entmannt…“, lächelte sie diabolisch.
„Ich denke nicht, dass du auch nur die geringste Chance hättest derlei bei mir zu versuchen…“, hauchte er ihr ins Ohr, während seine Hand auf dem Schwertgriff ruhte.
„Ach, glaubst du?“, säuselte sie zurück und Conan verspürte etwas Spitzes und kaltes an seinem Hals.
„Ich bin noch nicht lange hier und ich kenne Kerle wie dich, gleich als ich dich das erste Mal sah, habe ich meinen Dolch geholt. Den, den die Mutter Oberin bisher nicht gefunden hat.“, sie entfernte sich ein Stück von Conan und lächelte ihn kalt an.
„Ich war einst Assassine. Gegen mich bist du ein Nichts, Süßer“, hauchte sie und ging davon.

Hinter den Kulissen

Na gut … vielleicht war das eben geflunkert, denn Conan ist der Charakter, den wir am wenigsten mögen. Es war daher besonder schwer, ihn überhaupt in Szenen einzubauen. Sehr oft gab es ein „Müssen wir den schon wieder schreiben?“ oder „Ach, der pennt einfach noch …“, zu hören.
Allerdings macht es auch Spaß, sich mit ihm zu beschäftigen, denn er ist derjenige, der öfter die dümmsten Sprüche ablässt und wir somit absurde Situationen direkt mitkommentieren können …

Naja, mal gucken, was das mit ihm noch wird. 😀

Anne

Türchen #4

Heute bekommt ihr mal was richtig Exklusives. Einen Blick in

The Unnamed One

Sie ist eine meiner ältesten Geschichten und – wie ich schon ein paar mal erwähnt habe – die unbenannte Geschichte von Michael und seiner Familie.
Heute und an zwei weiteren Tagen werde ich euch drei kleine Ausschnitte zeigen.
Dieser hier stammt aus der Ursprungsfassung von 2004, wo es noch eine Art Buffy-Fanfiction war – damals wusste ich das nur noch nicht. Mittlerweile bin ich davon auch meilenweit entfernt.
Eigentlich wollte ich euch den Ausschnitt unbearbeitet zeigen, aber das konnte ich nicht … Das war so grausam … Habe daher einige Formulierungen erträglicher gemacht, verändern wird es sich vermutlich trotzdem nochmal, wenn ich mich an die Überarbeitung setze, aber so könnt ihr vorab eine verhängnisvolle Szene für eine meiner Hauptcharaktere lesen.

Nun zum dritten Schnipsel:

Alexandra saß bereits den halben Tag am Steg und wusch die Wäsche, während ihre Brüder auf den Feldern halfen. Ein Großteil hing auf den Leinen vor dem Haus, zum Teil bereits getrocknet von der heißen Sommersonne. Einen neuen Stapel häufte sie sorgfältig Stück für Stück in einen Korb. Es war eine monotone Arbeit. Ein Korb leerte sich, ein anderer füllte sich. Tief in ihre Arbeit versunken, bemerkte sie den Neuankömmling erst, als seine Finger sich in ihre Seiten bohrten und er ihr ein lautes „Buh!“ entgegenrief. Erschrocken zuckte sie zusammen. Die Hände, die gerade ein sauberes Kleidungsstück ablegen wollten, schubsten stattdessen den fast vollen Korb in den See. Mit einem Schrei versuchte sie noch danach zu greifen, doch es gelang ihr nicht mehr. All ihre Arbeit der letzten Stunde verteilte sich auf dem kühlenden Nass, der hölzerne Korb wippte leicht auf und ab. Wütend sprang sie auf die Beine und drehte sich um. „Sag mal spinnst du?!“, schrie sie ihn an und stieß ihm die Hände gegen die Brust.
Alfred taumelte einen Schritt zurück, konnte sich aber noch fangen, bevor er ebenfalls ins Wasser fiel.
„Ich –“, setzte der Stallbursche an, wurde jedoch sogleich unterbrochen.
„Was ist hier los?“, rief Paolo ihnen entgegen, als er mit Joseph im Schlepptau auf sie zugeeilt kam.
„Ich hab mich erschreckt und die saubere Wäsche in den See gestoßen“, erklärte Alexandra kleinlaut. So wütend sie auch auf ihn war, sie wollte Alfred nicht die Schuld in die Schuhe schieben.
„Du hast dich erschreckt oder hat er dich erschreckt?“, hakte Paolo stur nach, sein finsterer Blick wanderte von ihr zu ihm.
Alexandra schluckte. Vermutlich hatten sie ihren Ausruf gehört. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Alfred war schneller: „Es tut mir leid. Ich habe mir einen Spaß erlaubt und ihre Schreckhaftigkeit nicht erwartet …“ Er blickte zu Boden.
„Ich bring den Kerl zu Vater und du hilfst dem Tollpatsch hier die Wäsche einzusammeln, einverstanden?“, wandte sich Paolo seinem Stiefbruder zu.
Joseph nickte nur und ging dichter auf seine Schwester zu. Paolo indes packte Alfred am Kragen und zog ihn Richtung des Haupthauses.

Vom Steg aus betrachteten die Geschwister die Wäsche. Ein Teil hatte sich bereits am Ufer wieder gesammelt, ein paar Stücke hatten sich um die Pfähle gewickelt. Mit einem Seufzen entledigte Joseph sich seines Hemdes und seiner Schuhe, bevor er in den See sprang. Als erstes reichte er seiner Schwester den Korb, dann vereinzelte Kleidungsstücke, die er ihr entgegenwarf. Mit jedem Wurf, wurde der Steg nasser, sodass ein ungünstiger Schritt Alexandra ebenfalls ins Wasser beförderte. Mit einem Schnauben durchbrach sie die Oberfläche, nur um in das grinsende Gesicht ihres Bruders zu blicken. Sie schickte ihm eine Welle Wasser entgegen, die er ihr in gleichem Maße zurückzahlte. Immer dichter brachte ihr Spiel die beiden zusammen, bis Joseph sie gegen einen der Pfähle drückte. Schwer atmend rangen die beiden nach Luft, ihr Lachen verklang. Josephs Füße erreichten gerade so den Grund des Sees, Alexandra hingegen wurde nur vom sanften Druck seines Körpers gegen den ihren gehalten. Langsam beugte er sich dichter. Seine Augen zeigten ihr Emotionen, die sie nicht zuordnen konnte. Schließlich presste Joseph seine Lippen gegen ihre. Alexandras Augen weiteten sich. Was tat er da? Sie wollte ihn wegstoßen, doch ihre Hände passten nicht zwischen sie.

Hinter den Kulissen

Auch wenn es hier so klingt, als ob ich über Inzest schreibe: Nope, die beiden sind zwar als Geschwister aufgewachsen, und denken zu diesem Zeitpunkt noch, dass sie es sind. Biologisch gesehen sind sie aber nicht miteinander verwandt.

Der Text hat aber noch GEWALTIGE Arbeit vor sich … *hust*

Anne

Türchen #3

Die erste Woche voller Schnipseleien beginnt mit keinem anderen als dem

Eishörnchen

Letztes Jahr war die Geschichte von Katrin und Nicholas in meinem Adventskalender versteckt, mittlerweile haben Irina Christmann und ich ein bisschen weitergesponnen. Eine grobe Zählung der Datei, in der wir einfach drauf los schreiben, ergab ~23k Wörter und noch einige Lücken. Irinas Charakter Carlos bekommt dabei eine etwas größere Rolle.

Hier trifft er zum Beispiel auf Magnus, einem von Nicholas‘ drei besten Freunden.

Aber nun zum zweiten Schnipsel:

Mit dem Ellenbogen drückte Carlos den Türgriff nach unten, schob einen Fuß in den sich öffnenden Spalt und drückt die Tür dann komplett mit dem Rücken auf. Das Gewicht in seinen Armen zog ihn immer stärker nach unten. Besorgt stellte er fest, dass der kleine Kerl sich immer noch nicht rührte. Aus dem Operationssaal hörte er die Stimmen von Nicholas und Dr. Who, sowie eine Stimme, die ihm vollkommen unbekannt war, die aber eindeutig menschlich klang.

“Ich brauche hier mal dringend Hilfe!”, rief er laut und trat mit seinem Patienten in einen der Behandlungsräume. Vorsichtig legte er ihn auf die Behandlungsliege und lauschte erneut dessen unruhigen Atem. Sofort hörte er sich nähernde Schritte und Nicholas besorgte Stimme.
“Was ist denn passiert?”, fragte dieser bereits im Flur und betrat mit Dr. Who und dem Unbekannten das Zimmer.
“Kann ich nicht genau sagen. Ich habe es nur poltern gehört, bin rüber in den Verteilerraum und da lag er am Boden, eine Kiste neben sich. Ich nehme an, er hat sie auf den Kopf bekommen, wenn ich mir das so ansehe. Aber er reagiert auf gar nichts.”

“Lass mich mal sehen …” Dr. Who schob Carlos Beiseite und öffnete eines der Augenlider des Wichtel, um mit einer kleinen Lampe hineinzuleuchten. “Ach das sieht doch ganz in Ordnung aus. Ein bisschen Ruhe und dann ist wieder fit”, stellte er fest und drehte sich zu Magnus um. “Neben den menschlichen Bewohnern des Dorfes gibt es wie Sie sehen auch noch die Wichtel, deren Anatomie sich doch ein wenig von der unseren unterscheidet, aber da will ich jetzt nicht zu sehr in die Details gehen …”
Magnus starrte den bewusstlosen Wichtel mit offenem Mund an. “Ein … Wichtel …”, wiederholte er schließlich.
“Hast du dir kleiner vorgestellt oder?”, scherzte Nicholas, auch wenn man die Sorge aus seiner Stimme heraushören konnte.
“Eventuell auch mit Flügeln …”, bestätigte Magnus mit einem Nicken.

”Das wären Feen, haben wir hier aber nicht”, merkte Carlos an. Er lächelte. Feen fehlten trotz allem noch in seiner Sammlung fantastischer Lebewesen. Tatsächlich war niemand sich sicher, ob es sie nun gab oder nicht. Ebenso wie die Elfen. Von beiden Arten gab es genug Geschichten und Legenden, dass sie durchaus existieren konnten. Genausogut konnten es eben aber auch nur Geschichten sein. Aber immerhin hatte er das von Santa Claus, dem Krampus und fliegenden Schlitten ja auch lange genug gedacht.
“Für die wäre es auch viel zu kalt hier …”, bestätigte Nicholas und legte seinem Freund die Hand auf die Schulter. “Das ist übrigens Carlos, der Chef unserer Post. Und das ist Magnus, ein sehr guter Freund, noch aus Schulzeiten”, stellte Nicholas die beiden einander vor.
Magnus streckte Carlos die Hand entgegen, das war immerhin etwas, dass er verstand. Post war normal, Post war nicht phantastisch. “Freut mich dich kennen zu lernen.”

“Hallo.” Carlos nickte kurz.

Unschlüssig zog Magnus seine Hand wieder zurück und blickte kurz zu Nicholas, der nur knapp mit den Schultern zuckte.

Hinter den Kulissen

„Dr. Who“ ist tatsächlich eine Referenz zum gleichnamigen Seriencharakter, allerdings ist es auch nur ein Platzhalter, bis wir uns auf einen Namen für den alten Herren einigen konnten. 😀

Ein kleiner Hinweis noch zu den Wichteln: Sie sind Aasfresser.

Heute könnt ihr außerdem in Anja Buchmann’s Adventskalender – über Facebook, gern aber auch als Kommentar hier – Weihnachtspost von mir gewinnen.
Schaut einfach in der Veranstaltung oder auf meiner Seite vorbei.

Anne

Türchen #1

Und schon geht es los … Eröffnen möchte ich den Kalender mit einem Schnipsel aus

Der Wunsch der Königin

Die Geschichte ist  – wie ich an mehreren Stellen schon erzählt habe – aus einer Idee während eines Orgelkonzertes entstanden und sehr schnell von einer Kurzgeschichte auf Novellenlänge angewachsen (aktueller Stand: ~55k Wörter) und noch immer hat sie Lücken, die es zu füllen gilt. Leider wartet die Königin schon eine Weile auf meinem Stapel. Ein paar Überarbeitungen und Ergänzungen habe ich auf dem vorletzten Rockharz gemacht,  auf dem letzten dagegen kam ich kaum dazu. Irgendwann schreib ich es aber noch zu Ende.

Während des Adventskalenders werdet ihr vier Schnipsel bekommen. Diesen hier habe ich auf der LBM18  vorgelesen. Auch wenn die Story etwa in der Mitte der Handlung beginnt, finde ich, ist es ein guter Start. Vielleicht bekomme ich auch irgendwann mal hin, das Video so zu überarbeiten, dass man den Ton halbwegs vernünftig versteht …

Aber nun zum ersten Schnipsel:

Szene:  Königin Ahnya und ihr Gemahl Gunther befinden sich auf dem Weg zu ihrer Tante, die ihr schwächeres Reich an die jüngere Königin abtreten soll. Auf ihrer Reise wird die zweispännige, magisch geschützte, Kutsche von einer Reihe Wachen, Ahnyas Vertrauter, Beraterin und Freundin Mahri, dem Hofzauberer Emry, sowie dessen ehemaligen Mitschülern Andres und Marrtin, begleitet. Sie alle dienen der Königin, um sie vor Angriffen der verfeindeten und machtgierigen Tante zu schützen.

„Achtung!“, rief eine der Wachen und deutete auf einen großen, schwarzen Schatten, der sich zwischen den Wolken immer weiter auf sie zubewegte.
„Ein riesiger Adler!“
„Mit vier Beinen?!“, fragte ein Weiterer laut, als das Wesen ein Stück dichter gekommen war.
Sogleich ging ein Ruck durch die Reihe der Wachen und der Zug kam zum Stehen. Rings um die Kutsche spannten die Schützen ihre Bögen und einige Krieger zogen ihre Schwerter. Emry überlegte für einen Augenblick, ob er vom Pferd absteigen sollte, entschied sich aber dagegen. So gut es ging, suchte er einen festeren Sitz, sodass sein Pferd nicht bei jeder Bewegung gleich lostraben würde. Wieso hatte er nur zugestimmt zu reiten? Neben ihm stiegen das Königspaar und Mahri aus der Kutsche. Unruhig sahen sie sich um, bis ihr Blick auf dem potentiellen Angreifer ruhen blieb.

Als das Wesen dicht genug herangekommen war und angriffslustig aufschrie, gab Ahnya den Befehl zum Angriff. Pfeile schossen durch die Luft, doch das Wesen wich ihnen gekonnt aus. Die wenigen, die es erreichten, prallten einfach ab. Immer tiefer stürzte es hinab, immer dichter kam es den Pferden. Gerade noch rechtzeitig baute Emry einen magischen Schild über ihnen auf. Das Wesen stieß dagegen, schwebte einen Moment unschlüssig in der Luft und stieg erneut hinauf.
„Ein-ein Greif!“, entfuhr es Kurth ungläubig, der in seiner Kindheit Geschichten über diese Wesen gehört hatte. „Keine Waffe kann ihm etwas anhaben!“
Besorgt blickte Ahnya zu Emry hinauf. „Gibt es einen Zauber mit dem ihr die Pfeile verstärken könnt?“
Emry durchsuchte sein Gedächtnis nach einer Antwort, er hatte für die Reise so viel über Schutzzauber gelesen, dass er sich nicht mehr an Waffenzauber erinnern konnte. Doch bevor er die Möglichkeit hatte, weiter darüber nachzudenken, erschienen zwei weitere Greife am Himmel. Während der erste Greif noch in einiger Ferne schwebte, stürzten die anderen beiden mit ausgefahrenen Krallen in die Tiefe. Nun hoben alle drei Zauberer den Schild und die Bestien prallten daran ab. Einer versuchte, die unsichtbare Barriere zu zerkratzen, gab jedoch auf, als er sie nicht durchbrechen konnte. Gerade als sie den Schild wieder senken wollten, griff der erste Greif erneut an.

„Sie versuchen, euch auszulaugen“, bemerkte Gunther, als sich dieses Schauspiel noch mehrere Male wiederholte.
„Ja, und wenn uns nicht bald etwas einfällt, schaffen sie es auch …“, bestätigte Emry.
Mittlerweile hatten die Greife ihre Taktik geändert: Sie rammten mit voller Wucht ihre Schulter gegen den Schutzzauber. Jeder Stoß ließ Emry auf dem Pferd wanken, Andres und Marrtin auf dem Boden erging es nicht besser.
„Emry!“, rief Andres zu ihm hinauf. Seine ausgestreckten Hände zitterten und Schweißperlen rannen über seine Stirn. „Greife haben einen magischen Schild über der Haut“, erklärte er zwischen zwei Angriffen, „Wenn wir den durchbrechen, könnten wir sie verwunden.“
Ein Lächeln breitete sich auf Emrys Gesicht aus. „Dann weiß ich, was wir tun können.“ Doch bevor er weiterreden konnte, wurde er nach hinten gestoßen und trat dem Pferd dabei in die Seite. Es stieg hoch und warf ihn beinahe ab. Unfähig den Schild zu senken und die Zügel zu ziehen, presste Emry seine Unterschenkel gegen den Bauch des Pferdes, um nicht aus dem Sattel geschleudert zu werden und versuchte, mit dem Körper Gleichgewicht zu halten, sah sich allerdings schon stürzen. Beherzt griff Gunther nach den Zügeln und verhinderte somit Schlimmeres.
„Danke.“ Emry nickte dem König knapp zu und sah dann zur Königin: „Ich kann nicht gleichzeitig den Zauber halten und alle Pfeile verzaubern.“

Ahnya sah sich um. Die Schützen in ihrer Nähe hatten ihre Sehnen gelockert, waren aber schussbereit. Die reitenden Krieger und Fußsoldaten standen unnütz und mit gezogenen Waffen zwischen ihnen. Ihr Blick fiel auf Kurth, der hinter einem Wagenrad kauerte.
„Kurth! Köcher und Bogen!“, befahl sie dem jungen Knappen, der sogleich losspurtete, um die Gegenstände von einem der Transportpferde zu holen. Stolpernd kam der Knappe vor der Königin zum Stehen, als er sie ihr brachte. Ahnya nahm den Köcher und hielt ihn Emry entgegen. Dieser wartete bis der einzelne Greif wieder an der Reihe war und überließ den Schild den anderen beiden Zauberern. Mit der Hand über dem gefüllten Köcher schloss er die Augen und legte seine Magie um die Spitzen, die in ein leichtes Glühen gehüllt wurden. Als er fertig war, nickte er Ahnya zu und konzentrierte sich wieder auf den Schild. Diese nahm Kurth den Bogen ab und reichte ihm den Köcher. Einen Pfeil nahm sie heraus und befahl ihm knapp: „Verteil sie.“
Während der Knappe durch die Reihen der Bogenschützen flitzte, kletterte sie auf den Kutschbock. Ein Glück, bin ich noch nicht so dick, schoss ihr für einen Moment der Gedanke an ihren durch Emrys Illusion verdeckten Bauch in den Kopf.
Ehrfürchtig rutschte der Kutscher beiseite, nachdem er ihr aufgeholfen hatte. Wie sie es gelernt hatte, suchte sie sich einen festen Stand auf der schmalen Kutschbank.
„Bogenschützen, Aufstellung! Alle auf einen!“, befahl sie und spannte ihren eigenen Bogen. Ihre ganze Konzentration war auf den Greif gerichtet, der direkt auf sie zustürzte.
„Emry, auf meinen Befehl – Schild runter!“, rief sie.
Ihr Herz schlug wie wild in ihrer Brust. Die Männer schwiegen, die Pferde scharrten angespannt mit den Hufen, doch die mächtigen Flügelschläge des Greifens übertönten alles andere. Wenn der Zauber versagte …, nein, Emrys Zauber würde nicht versagen. Der Greif kam dichter, aber noch immer nicht in die Reichweite ihrer Bögen.
Dann endlich.
„Feuer!“
Der Greif setzte an, um den Schild zu attackieren, doch bevor er ihn treffen konnte, löste dieser sich unter seinen Klauen auf und elf Pfeile schossen auf ihn zu …

Hinter den Kulissen

Drei weitere Schnipsel aus diesem Roman werdet ihr noch zu sehen bekommen.
Seid gespannt. 🙂

Anne