Category Archives: Random Book

Christian Handel: Rosen & Knochen

Read in English

Letzten Märchensommer hatte ich mir gerade vorgenommen, Rosen & Knochen, den ersten Band der Hexenwald-Chroniken, vorzustellen, dann kam Janna Ruth’s Gastbeitrag „Wie man ein Märchen adaptiert„, in dem sie genau das gemacht hat.
Dieses Jahr bekommt ihr die Rezensionen zu dieser Adaption von „Schneeweißchen und Rosenrot“ in einem „Hänsel und Gretel“ Abenteuer.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose aka Schneeweißchen und Rosenrot werden von einem Dorf um Hilfe gebeten. Es wird vom Geist einer toten Hexe geplagt, der feurige Hirsche, aggressive Vogelschwärme und andere Dinge auf jeden jagt, der es wagt den Wald zu betreten.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Spuks erfahren die beiden nicht nur mehr über die schrecklichen Dinge, die im Hexenhaus geschehen sind, sondern auch mehr über sich selbst.

Können sie diesen Auftrag unbeschadet überstehen?

Das Leseerlebnis

Das Buch hat nicht nur ein aufwendig gestaltetes Cover, sondern auch auf jeder Seite Äste, die die Seite umrahmen. Was anfangs doch etwas erschlagend wird, fällt bald nicht mehr auf.

Die Geschichte wechselt zwischen der Beschreibung der aktuellen Ereignisse und Visionen in die Vergangenheit. Beides ist ausführlich und fesselnd beschrieben und es war, als wenn ich mit den beiden zusammen im Hexenhaus festsaß.

Sehr klasse fand ich auch die Kurzgeschichte „Der Flötenspieler“ am Ende, die ebenfalls in der Welt der Hexenwald Chroniken spielt.

Die Charaktere

Da die Geschichte aus Muireanns Perspektive erzählt wird, hatte ich die größte Verbindung zu ihr und konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Mit Rose bin ich nicht wirklich warm geworden. Was dadurch natürlich ein Nachteil für einige der Plotelemente war. Die Beziehung der beiden wirkte z.B. für mich etwas gezwungen, bei der Interaktion in diese Richtung fehlte mir etwas, dass es für mich glaubwürdig gemacht hat. Irgendwie eine emotionale Komponente, die mich hätte fühlen lassen, dass die beiden zusammengehören. So wirkte es eher, doch etwas einseitig, aber das kann durchaus daran liegen, dass wir alles aus Muireanns Sichtweise erfahren haben und nie in Rose‘ Kopf gucken konnten.

Die kämpferischen Fähigkeiten der beiden sind leider viel zu wenig gezeigt worden, aber das, was sie anwandten, machte Lust auf mehr.

Die Hexe ist ne fiese Möp und die Kinder waren für ihren kurzen Auftritt gut charakterisiert.

Generelle Meinung

Die Integration der Märchenelemente aus „Hänsel und Gretel“ ist wunderbar gelungen und ist in einer Variation, die ich so nicht erwartet hätte. „Schneeweißchen und Rosenrot“ kommt nur namentlich zum Tragen, aber die Hintergründe der beiden lassen so viel vermuten, was es noch zu erzählen gibt, dass das nicht weiter stört. Nur die Verbindung zu ihnen war für mich etwas holprig.

Mit dieser Geschichte wurde eine faszinierende Welt erschaffen aus der ich gerne mehr lesen möchte. Mehr über diese beiden Jägerinnen, mehr neue Geschichten und ich bin gespannt, was noch kommen wird.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Ein paar von euch können Goodies zu diesem Buch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Morgen gibt es dann auch noch ein Interview mit Christian.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

Last Märchensommer I was about to introduce Rosen & Knochen (Roses & Bones), the first volume of the Hexenwald-Chroniken (Witchforest Chronicles), then came Janna Ruth’s guest post „Adapting a fairy tale„, in which she did just that.
This year you get the review of this adaptation of „Snow White and Rose Red“ in a „Hansel and Gretel“ adventure.

What is it about?

4 of 5 stars

The demon hunters Muireann and Rose aka Snow White and Rose Red are asked by a village for help. It is plagued by the ghost of a dead witch who sics a blazing deer, an aggressive flock of birds and other things on anyone who dares to enter the forest.

In their search for the origin of the spook, the two learn not only more about the terrible things that happened in the witch’s house, but also more about themselves.

Can they survive this mission unscathed?

The reading experience

The book has not only an elaborately designed cover, but also branches on every side that frame the page. What at the beginning is a bit overwhelming, soon doesn’t stand out anymore.

The story changes between the description of current events and visions into the past. Both are described in captivating detail and it was as if I was stuck in the witch house with them.

I also liked the short story „Der Flötenspieler“ (The Flutist) at the end, which also plays in the world of the Hexenwald Chronik.

The characters

Since the story is told from Muireann’s perspective, I had the strongest connection to her and was able to understand her actions well. With Rose, I didn’t really warm up. This of course was a disadvantage for some of the plot elements. For example, the relationship between the two seemed somewhat forced to me, and when interacting in this direction, something was missing that made it believable to me. Somehow an emotional component that would have made me feel that they belonged together. This way it seemed rather one-sided, but that may well be because we learned everything from Muireann’s point of view and could never look into Rose’s head.

Unfortunately, the fighting skills of the two were not shown enough, but what they used made me want more.

The witch is a nasty puppy and the children were well characterized for their short appearance.

General Opinion

The integration of the fairy tale elements from “ Hansel and Gretel “ has been wonderfully done and is in a variation that I would not have expected. „Snow white and rose red“ only comes into play through their names, but the backgrounds of the two make one suspect there is so much more to tell that it doesn’t bother any further. Only the connection to them was a bit bumpy for me.

With this story a fascinating world was created from which I would like to read more. More about these two huntresses, more new stories and I am curious what will follow.

Stuff I’d like to add

Tomorrow there will also be an interview with Christian.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Nora Bendzko: Kindsräuber

Read in English

Im letzten Märchensommer hatte ich euch bereits die Galgenmärchen von Nora Bendzko vorgestellt.
Dieses Jahr bekommt ihr die Rezensionen zu den Büchern. Angefangen mit Band 2, weil von vorne anfangen kann ja jeder.

Worum geht’s?

5 of 5 stars

Schon seit ihrer Kindheit kann Alene Geistern sehen und ihr wurde immer eingebläut vor ihnen wegzurennen. Doch diesem einen Geist kann sie nicht entkommen.

Sie sieht das schwarze Rumpelstilzchen zum ersten Mal, als die königliche Familie in Prag einzieht und hört seinen finsteren Reim. Kurz danach verschwinden oder sterben Kinder, deren Mütter zuvor den Geist gesehen haben.

Nun ist Alene selbst schwanger und begegnet nicht nur dem Rumpelstilzchen, sondern auch ihrem Kindheitsfreund Patrik Emil erneut. Auf ihrer Suche nach Antworten gelangt sie ins Prager Schloss und erfährt mehr über das dunkle Geheimnis des Geistes …

 

Das Leseerlebnis

Die Welt, die in dieser Geschichte aufgebaut wird ist düster und faszinierend. Ich wollte das Buch streckenweise gar nicht weglegen, weil da doch wieder etwas interessantes gerade passierte und ich wissen wollte, was dahinter steckte. Einige erzählerische Elemente (wie z.B. die Schwangerschaft, die ganz andere Gründe hat, als man ursprünglich annimmt) machten das nur noch umso stimmiger.

Dadurch, dass ich grade erst ein paar Monate zuvor selbst noch einmal in Prag gewesen bin, und auf der Burg, die in dieser Geschichte ein Hauptschauplatz ist, habe ich beim Lesen versucht die Orte aus dem Text mit den Bildern in meinem Kopf zu verknüpfen. Ich muss sagen, es hat erstaunlich gut geklappt. Andersherum wäre es eventuell gruselig geworden, mal schauen, ob es mich irgendwann nochmal dahin verschlägt. 😀

Die Charaktere

Ich mag Alene. Sie macht, was sie für richtig hält, stellt sich grausigen Geistern und verliert doch nicht ihre Güte und vor allem sich selbst, auch wenn sie manchmal kurz davor ist. Sie ist ein Charakter, der viel durchmachen muss und auch entsprechend menschlich auf diese Geschehnisse reagiert.

Patrik war mir hingegen etwas zu … hmm … undurchsichtig? Man wusste nie genau, woran man bei ihm ist und ich glaube kurzzeitig hätte ich ihm auch eine Beziehung zu einem der männlichen Nebencharaktere zugetraut. Eventuell wurde darauf sogar eingegangen und ich hab es wieder vergessen, ich sollte mir wirklich angewöhnen Rezensionen zeitnaher zu schreiben … Wie auch immer. Das zwischen ihm und Alene war das einzige, was ich nicht vollkommen nachvollziehen konnte, weil er so verschlossen wirkte.

Die Königin war ein ebenso wunderbarer Charakter. Wie so oft würde hier mehr sagen, aber einiges der Geschichte vorwegnehmen. 🙁

Der Großteil der restlichen Königsfamilie und Figuren haben mich mit dem Wunsch nach mehr Informationen zurückgelassen, aber dadurch, dass die Hauptfigur so wunderbar war, kann ich darüber hinweg sehen.

Generelle Meinung

Allein durch Alenes Charakter, der Einarbeitung des historischen Materials und der Umsetzung der Märchenelemente ist Kindsräuber verdient auf der Shortlist des Indie Seraph gelandet. Ich habe mehrfach mit einem breiten Grinsen dagesessen, wenn wieder eines der oben genannten Elemente anders war, als man es erwarten würde und es hat einfach Spaß gemacht diesen düsteren Thriller im Prag des 30-jährigen Kriegs zu verfolgen.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

In der Hintergrundgeschichte eines der Charakteren gibt es ein Easter Egg zum Galgenmärchen Wolfsucht, das ich im Juli rezensieren werde. Hab ich mich sehr drüber gefreut, als ich das entdeckt habe. 😀

Letztes Jahr habe ich Nora bereits interviewed, wer also gerne nachlesen möchte, kann das gerne tun. Gerade arbeitet sie an einem weiteren Galgenmärchen zu Rapunzel.

Einen Print dieses Buches könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

Last Märchensommer I already introduced you the Galgenmärchen (hangman’s tales) by Nora Bendzko.
This year  you get the reviews for the books. Starting with volume 2, because starting from the beginning is simple.

What is it about?

5 of 5 stars

Alene has been seeing ghosts since she was a child and has always been told to run away from them. But she cannot escape this one ghost.

She sees the black Rumpelstiltskin for the first time when the royal family arrives in Prague and hears his sinister rhyme. Shortly afterwards, children whose mothers have seen the spirit disappear or die.

Now Alene herself is pregnant and meets not only Rumpelstiltskin but also her childhood friend Patrik Emil again. In her search for answers, she enters Prague Castle and learns more about the ghost’s dark secret…

The reading experience

The world that is established in this story is dark and fascinating. I didn’t even want to put the book down at times, because something interesting was happening and I wanted to know what was behind it. Some narrative elements (such as the pregnancy, which has completely different reasons than originally assumed) only made this all the more consistent.

Having just been back to Prague, and at the castle, which is the main stage in this story, a few months before, I tried to link the places in the text with the images in my head while reading it. I must say, it worked out surprisingly well. The other way around, it might have been spooky, let’s see if I will ever visit it again. 😀

The characters

I like Alene. She does what she thinks is right, faces gruesome spirits and yet does not lose her goodness and above all herself, even if she is sometimes on the brink. She is a character who has to go through a lot and also reacts humanly to these events.

Patrik, on the other hand, was a little too… hmm … obscure? You never knew exactly where you stood with him and I think for a moment I would have thought he had a relationship with one of the male side characters. Maybe it was even discussed and I forgot again, I should really get used to writing reviews sooner… However. The thing between him and Alene was the only thing I couldn’t fully understand, because he seemed so withdrawn.

The queen was an equally wonderful character. As so often would telling more reveal too much of the story. 🙁

Most of the rest of the royal family and characters left me wanting more information, but because the main character was so wonderful, I can overlook it.

General Opinion

Through Alene‘ s character alone, the incorporation of the historical material and the implementation of the fairy tale elements, Kindsräuber deserved to be placed on the Shortlist of the Indie Seraph. I have sat here several times with a broad grin when one of the above elements was different than one would expect and it was simply fun to follow this dark thriller in Prague during the 30-year war.

Stuff I’d like to add

In the background story of one of the characters there is an Easter Egg to the Galgenmärchen Wolfsucht, which I will review in July. I was very happy when I found this. 😀

Last year I already interviewed Nora, so if you’d like to read it, you’re welcome to do so. She is currently working on another Galgenmärchen  about Rapunzel.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Sabrina Schuh: Unter schwarzen Federn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum elften Band der Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn von Sabrina Schuh, einer Adaption von Hans-Christian Andersen’s „Das hässliche Entlein“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Egal wo Fee hinkommt, irgendwann wird sie überall ausgeschlossen und gemobbt. Es zerrt an ihr und irgendwann sieht sie keinen anderen Ausweg als es permanent zu beenden.

Grade noch rechtzeitig kommt Markus hinzu und kann sie davon abhalten, schafft es sogar sie dazu überreden sich Hilfe in einer Therapie zu suchen.

Doch wird es Fee schaffen, sich ihrer inneren Dunkelheit zu stellen oder wird sie nur wieder enttäuscht werden?

Das Leseerlebnis

In recht kurzen Kapiteln wechselt der Erzähler zwischen Fee und Markus, was oft interessant, teils aber auch anstrengend ist. Ich mag es, wenn Geschehnisse von mehreren Seiten beleuchtet werden, hier hat es mich hin und wieder gestört, denn die Ich-Erzähler reden mit dem Leser ähnlich wie mit einem Tagebuch, wodurch die Stimmung, die der eine Charakter geschaffen hat, von der Reaktion des Zweiten gelegentlich geschmälert wird. Aber vielleicht störe ich mich hier zu sehr an den jugendlichen Reaktionen, die die doch noch recht jungen Charaktere mit sich bringen. Man könnte das Buch durchaus zu Young Adult zählen und das ist ja eher nicht so meins.

Der Verlauf der Geschichte, die gezeigten Therapie-Ansätze und der Kampf, den Fee durchmacht, macht das Ganze wieder wett. Bei einigem davon fühlte ich mich an mich selbst erinnert, denn wie ich beim Axolotl schon schrieb, habe ich ähnliches durchgemacht, nur nicht so schlimm wie die beiden jeweiligen Protagonistinnen. Ihre Entwicklung war gut nachzuvollziehen und wenn man auf die Scherenschnitte am Seitenende achtet, sieht man auch, wenn sie einen wichtigen Schritt gemacht hat. Ein Daumenkino ist das auch. 😀

Die Charaktere

Fee schwankte für mich ein wenig zwischen nervigem/zickigem Teenager und jemand den ich einfach nur in den Arm nehmen wollte, um ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Für viele Dinge habe ich daher Verständnis aufgebracht, hin und wieder hätte ich sie doch gerne geschüttelt. Ihr Wandel war nachvollziehbar und gut gezeigt.

Markus war allerdings noch frustrierender was das anging. Ich bin mir nicht sicher, wie gut ich es finde, dass er sich in Fees Leben eingemischt hat und wie falsch die eigenen Dinge waren, die er gelegentlich eingebracht hat um ihr zu helfen und es dadurch schlimmer gemacht hat, weil er sie nicht ganz durchdacht hat.

Die Freundschaft/Beziehung der beiden wirkte zum Teil etwas konstruiert, etwas zu … passend (convenient) … ich fand es gut, dass gerade auch das von den Charakteren selbst angesprochen wurde und vor allem, dass die beiden auch wirklich über Dinge gesprochen haben. Offene Kommunikation ist ja doch etwas, dass in Geschichten oft untergeht, um ja noch etwas mehr Konflikt zu erzeugen. Hier ist es ein Mittel um die Charaktere vorwärts zu bringen, um ihnen einen neuen Weg aufzuzeigen und das wurde wunderbar umgesetzt.

Die Nebencharaktere wurden nicht sehr ausgezeichnet, aber man merkte ihnen ihre Bestimmung an. Die positiven Helfer in der Klinik, die Unbeteiligten in Markus‘ Band und die Mobber als Gegenspieler. Für die Erzählung, die doch darauf beruhte Fees Entwicklung zu folgen, war das auch nicht notwendig und hätte nur von der Tiefe abgelenkt.

Generelle Meinung

Fees Teil der Geschichte spielt eigentlich hauptsächlich in der Klinik, aber es fällt nicht auf und es stört auch nicht, denn ihre Entwicklung vom Entchen zum Schwan steht im Fokus. Ein Szenenwechsel wäre hier sicherlich nicht hilfreich gewesen und den bekommen wir durch Markus Außensicht etwas.

Wie schon der Axolotl ist diese Geschichte wichtig, denn viel zu viele Leute leiden unter ähnlichen Problemen. Mobbing, Suizidgedanken und Depressionen sind leider viel zu häufig in unserer Gesellschaft. Ohne Zeigefinger wird gezeigt, dass es Hilfe gibt, das es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu holen und vor allem, das man nicht alleine ist. Und das manchmal die Hilfe aus ganz unerwarteten Quellen kommen kann. Und das ist die beste Botschaft, die man dieser Adaption entnehmen kann.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Dieses Buch ist immer noch eine Märchenadaption. Das heißt, einige Dinge wurden verschönert, so zum Beispiel das wunderbare Klinikpersonal, dass Fee auf ihrem Weg begleitet und essentiell zu ihrer Veränderung beiträgt. Leider ist eine solch individuelle Behandlung und vor allem positive Behandlung nicht immer gewährleistet. Sei es, weil das Personal überfordert ist oder sie einfach alle Patienten über den gleichen Kamm geschert wird. Ich weiß es nicht, frage mich aber wie solche Menschen überhaupt in ihre jeweiligen Positionen gekommen sind, da sie ja doch nicht das tun, was in ihrer Jobbeschreibung steht …

Im Verlauf der Geschichte macht Sabrina eine Anspielung auf einen Sänger, der sich aufgrund seiner Depression das Leben genommen hat. Das hat es für mich realistischer gemacht, denn das war damals auch für mich ein Schock gewesen, dass auch er den Kampf nicht gewonnen hat. Eines seiner Lieder spielt eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte, irgendwie hatte ich nachdem die Band genannt wurde allerdings ein anderes Lied im Kopf, aber das ausgewählte passt wesentlich besser.

Oh! Schaut! Da hat sich doch tatsächlich eine Ente in diesen Beitrag verirrt und die Kombination 13-H mitgebracht!

Wenn ihr auf Facebook der Spur des Hashtags #Märchenente folgt, könnt ihr noch zwölf weitere Position-Buchstaben-Kombinationen finden! Alle zusammen ergeben ein Lösungswort mit dem ihr hier: #Märchenente an der Verlosung von tollen Preisen teilnehmen könnt! (U.a. ein E-Book und jede Menge signierte Goodies), wenn du Hilfe brauchst schau hier vorbei: Hilfe!

Ein weiteres E-Book von Unter schwarzen Federn könnt ihr auch während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Morgen gibt es dann hier ein Interview mit Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eleventh volume of the Märchenspinnerei: Unter schwarzen Federn (Under Black Feathers) by Sabrina Schuh, an adaption of Hans-Christian Andersen’s „The ugly duckling“.

What is it about?

4 of 5 stars

No matter where Fee goes, at some point she is excluded and bullied everywhere. It draws on her and at some point she sees no other way out than to end it permanently.

Just in time Markus arrives and can stop her, even manages to persuade her to seek help in a therapy.

But will Fee be able to face her inner darkness or will she only be disappointed again?

The reading experience

In quite short chapters the narrator changes between Fee and Markus, which is often interesting, but sometimes exhausting. I like it when events are illuminated from several sides, here it bothered me now and then, because the first-person narrators talk to the reader in a manner similar to a diary, whereby the mood created by one character is occasionally diminished by the reaction of the second. But maybe I’m too bothered here by the youthful reactions that the still quite young characters bring with them. You could count the book to Young Adult and that’s rather not mine.

The course of the story, the therapy approaches shown and the struggle that Fee is going through make up for this. Some of them reminded me of myself because, as I wrote with the Axolotl, I’ve been through similar things, not as bad as the two respective protagonists. Her development was easy to understand and if you look at the silhouettes at the bottom of the page, you can also see when she took an important step. Making it a flipbook. 😀

The characters

Fee wavered for me a little between annoying/bitchy teenager and someone I just wanted to hug to prove to her that she is not alone. That’s why I showed understanding for many things, now and then I would have liked to shake her. Her metamorphosis was understandable and well demonstrated.

Markus was even more frustrating in that respect. I’m not sure how good I think it was that he interfered in Fee’s life and how wrong the things he occasionally brought in to help her were, which made matters worse because he hadn’t thought them through.

The friendship/relationship between the two seemed to be somewhat constructed, something too… convenient … I liked the fact that this was also mentioned by the characters themselves and above all that they really talked about things. Open communication is something that often falls short in stories in order to create even more conflict. Here it is a means to bring the characters forward, to show them a new way and this was done wonderfully.

The side characters weren’t very distinguished, but you could tell their purpose. The positive helpers in the clinic, the uninvolved in Markus‘ band and the mobbers as opponents. For the story, which was based on Fee’s development to follow, this wasn’t necessary and would have only distracted from its depth.

General Opinion

Fee’s part of the story actually takes place mainly in the clinic, but it goes unnoticed and doesn’t interfere, because the focus is on her development from duckling to swan. A change of scene would certainly not have been helpful here and we get it from Markus‘ outside view.

Like with the Axolotl, this story is important, because far too many people suffer from similar problems. Bullying, suicidal thoughts and depression are unfortunately far too frequent in our society. Without lecturing it is shown that there is help, that it is not bad to get help and above all, that you are not alone. And that sometimes the help can come from quite unexpected places. And this is the best message that can be taken from this adaptation.

Stuff I’d like to add

This book is still a fairy tale adaptation. This means that some things have been brightened up, such as the wonderful clinic staff who accompany Fee on her way and make an essential contribution to her improvement. Unfortunately, such individual treatment and above all positive treatment is not always guaranteed. Be it because the staff is overwhelmed or because all patients are simply lumped together. I don’t know, but I wonder how such people got into their respective positions, since they don’t do what is written in their job description…

In the course of the story Sabrina makes an allusion to a singer who has taken his own life because of his depression. That made it more realistic for me, because it was a shock for me at the time that he did not win the fight either. One of his songs plays an important role in the course of the story, somehow after the band was named I had another song in mind, but the selected one fits much better.

Tomorrow there will be an interview with Sabrina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Julia Maar: Der Siebte Sohn

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum neunten Band der Märchenspinnerei:Der Siebte Sohn von Julia Maar, einer Adaption von „Aschenputtel“.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Robin ist mit seinem Leben als Lehrling in der Schmiede eigentlich ganz zufrieden, doch viel lieber würde er ein echter Ritter sein und gemeinsam mit seinen royalen Halbbrüdern an Turnieren teilnehmen. Als sein ältester Bruder Dante ihn schließlich zu seinem Knappen macht, könnte er nicht glücklicher sein.

Seine Freude wird jedoch schnell getrübt, als er einen seiner Brüder davon abhält, wie er sich an der jungen Magd Vivienne vergehen will.
Doch diese Tat könnte das Ende seines Traums bedeuten …

Das Leseerlebnis

Auch wenn ich das Buch kurz nach erscheinen auf der BuchBerlin – inklusive Autogramm von Julia – erstanden habe, habe ich es erst kurz vor dem Märchensommer tatsächlich gelesen. Zu dem Zeitpunkt war es bereits auf der Long- und später auf der Shortlist des  Deutschen Phantastik Preises (noch könnt ihr abstimmen dafür). D.h. meine Erwartungen waren relativ hoch, auch wenn ich versucht habe sie zu drücken.

Da es ein relativ kurzes Buch ist, hatte ich es auch relativ schnell durch, was aber auch bedeutete, dass einige Handlungsstränge oder Hintergrunde nur angedeutet und nicht ausgebaut wurden.
Das störte in den meisten Fällen allerdings nicht, da selbst das schon genügte das entsprechende Bild zu zeichnen.

Der finale Twist wirkte etwas sehr konstruiert, aber doch auf eine gewisse Art glaubwürdig. Man konnte es sich denken, vielleicht nicht unbedingt so, aber es war doch recht offensichtlich, das hinter dem Charakter mehr steckte.

Die Charaktere

Robin ist ein Niemand, ein Außenseiter, der Bastard des Königs, der eher geduldet als gemocht wird. Ich gehöre ja zu denen, die eher Kontakt zu den Außenseiter knüpfen kann, wodurch er mir sehr sympatisch war. Auch wenn mich seine Naivität gegenüber seinen Brüdern doch etwas genervt hat. Glücklicherweise hat er das ja schnell abgelegt.

Vivienne und Karl waren eine wunderbare Ergänzung. Clever, witzig und gefühlvoll, neugierig und loyal.
Hinter allen dreien steckt noch so viel mehr Geschichte, die leider auf den Seiten keinen Platz mehr gefunden hat.

Über die Prinzen hingegen muss ich gar nicht mehr wissen, es würde mich vermutlich zu sehr aufregen … solche Kotzbrocken … *grummel* oder in anderen Worten: Sehr gute, unsympathische Charaktere.

Die Eltern der ganzen Leute hier spielten zwar eine Nebenrolle, so ganz genau konnte ich ihren Argumentationen allerdings nicht folgen. Einiges erschien mir zu unlogisch, aber vielleicht bin ich hier auch wieder zu sehr Realist und mein romantisches Unverständnis lässt das nicht zu. 😀

Welchen Charakter ich allerdings nicht wirklich verstanden habe, war der Hund – und ein bisschen das doch recht menschliche Pferd … Die Enthüllung zu ihm, war für mich ein „Hä? Wie jetzt?“- Moment und mir fehlt hier einfach die essentielle Information wer zuerst da war … und wie das überhaupt funktioniert …

Generelle Meinung

Das Originalmärchen wurde auf wunderbare Weise eingebaut. Der Schuh, die Magie und das alles ohne tote Eltern und Stiefgeschwister. 😀 Na gut, nicht ganz ohne tote Eltern, aber die waren nicht auf Aschenputtels, ähm, Robins Seite der Familie …

Meiner Meinung nach hat das Buch seinen Platz auf der Liste verdient, selbst wenn für mich hier und da noch an Schräubchen gedreht oder noch was ergänzt werden könnte, damit es komplett rund ist.

Alles in Allem hat die Geschichte einfach ein Happy End, das man den Charakteren von Herzen gönnt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Die Märchenspinnerei ist dafür bekannt, ungewöhnliche Adaptionen zu schreiben. Zusammen mit der Anthologie „Es war einmal …. ganz anders“ ist dies die erste von drei Aschenputtel-Adaptionen, die nicht den traditionellen Geschlechterrollen entsprechen. Auf Twitter habe ich mich ein bisschen genauer dazu ausgelassen: Cinderella Funfacts.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Julia. Ein E-Book von Der Siebte Sohn könnt ihr während des Sommers gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the nineth volume of the Märchenspinnerei: Der Siebte Sohn (The Seventh Son) by Julia Maar, an adaptation of the Cinderella.

What is it about?

4 of 5 stars

Robin is quite happy with his life as an apprentice in the forge, but he would much rather be a real knight and take part in tournaments together with his royal half-brothers. When his eldest brother Dante finally makes him his squire, he couldn’t be happier.

However, his joy is quickly clouded when he prevents one of his brothers from wanting to molest the young maid Vivienne.
But this act could mean the end of his dream…

The reading experience

Even though I bought the book shortly after it was published on BuchBerlin – including Julia’s autograph – I only read it shortly before the fairytale summer. At that time it was already on the long list and later on the shortlist of the Deutschen Phantastik Preises (German Fantasy Prize – you can still vote for it). Meaning my expectations were relatively high, even if I tried to push them down.

Since it is a relatively short book, I went through it relatively quickly, which also meant that some storylines or backgrounds were only hinted at and not expanded.
This did not disturb in most cases, however, since even that was already enough to draw the corresponding pictures.
The final twist seemed very constructed, but in a certain way credible. You could have figured it out, maybe not necessarily like that, but it was quite obvious that there was more to the character.

The characters

Robin is a nobody, an outsider, the king’s bastard, who is tolerated rather than liked. I am one of those who rather like to socialize with the outsiders, which made me very fond of him. Even if I was a little annoyed by his naivety towards his brothers. Fortunately, he got rid of that quickly.

Vivienne and Karl were a wonderful addition. Smart, funny and soulful, curious and loyal.
Behind all three of them there is so much more to tell, which unfortunately has not found a place on the pages.

About the princes, however, I don’t need to know any more, it would probably agitate me too much… such scoundrels … *grumble* or in other words: Very good, unsympathetic characters.

The parents of all the people here played a supporting role, but I couldn’t follow their arguments exactly. Some things seemed too illogical to me, but maybe I am too much of a realist here again and my romantic incomprehension does not allow that. 😀

However, the character I didn’t really understand was the dog – and a little bit the quite human horse… The revelation regarding him was a „Huh? What now?“ moment for me and I just lack the essential information of who was there first… and how that even works…

General Opinion

The original Fairy Tale was wonderfully incorporated. The shoe, the magic and all this without dead parents and stepsiblings. Well, not entirely without dead parents, but they weren’t on Cinderella’s, um, Robin’s side of the family…

In my opinion, the book deserves its place on the list, even if here and there I would have liked to have some fine tuning or something added so that was completely round.

All in all, the story just has a happy ending, which you grant the characters from the bottom of your heart.

Stuff I’d like to add

The fairy tale spinning mill is known for writing unusual adaptations. Together with the anthology „Es war einmal …. ganz anders“ (Once upon a time…. quite different), this is the first of three Cinderella adaptations that do not conform to traditional gender roles. On Twitter I explained a little bit more about it: Cinderella Funfacts.

Tomorrow there will be an interview with Julia.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Katherina Ushachov: Zarin Saltan

Read in English

Und weiter geht der Märchensommer mit meiner Rezension zum achten Band der Märchenspinnerei: Zarin Saltan von Katherina Ushachov, einer Adaption von des russischen Märchens „Zar Saltan„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Slavistik Studentin Anna will eigentlich nur eins: Endlich ihren Abschluss in der Tasche haben. Es kommt dann allerdings doch alles anders, als Viktor in einer kitschigen Russenbar begegnet.

Als ihre Freundinnen sie schließlich einfach zu einer russischen Heiratssendung anmelden und sie in gerade dieser Sendung erneut auf Viktor trifft, ist gar nichts mehr so, wie sie es sich vorstellt.

Ihre Freundinnen allerdings gönnen ihr ihr neues Glück nicht und hecken einen perfiden Plan aus. Nur eine kann Anna nun noch helfen: Eichhörnchen Irina.

Das Leseerlebnis

Anfang des Jahres habe ich Katherina bei ihrer Aktion #Schusselhörnchen unterstützt, kurz darauf, habe ich dann angefangen es endlich selbst zu lesen.

Mit einer netten Prise Humor führt sie leicht durch die Handlung, die Streckenweise aber auch sehr dunkle und psychotische Züge annimmt.

Das Originalmärchen habe ich erst im Zusammenhang mit der Veröffentlichung gelesen und finde, dass die Elemente des Originalmärchens auf faszinierende Weise eingebunden wurden. Besonders die Umsetzung des schnell heranwachsenden Sohns fand ich klasse, auch wenn das für werdende Mütter vielleicht keine allzu nette Szene ist. Im „echten Leben“ wäre das aber SEHR merkwürdig gewesen … und eher in Richtung Science Fiction als Fantasy.
Was ich auch hier wieder großartig fand, ist das es das Märchen im Märchen gibt und darauf Bezug genommen wird, wie schon bei Hollerbrunn.

Allerdings merkt man der Geschichte an, dass Katherina selten Romantik schreibt, denn in der Hinsicht habe ich an einigen Stellen nicht so sehr mit den Charakteren mitgefiebert, wie ich es bei anderen getan hätte. Nichtsdestotrotz waren die Szenen während der Heiratssendung zum Fremdschämen gut geschrieben. 😀

Die Charaktere

Anna ist eine kluge, unabhängige Frau. Selbst als sie mit Viktor zusammenkommt schmeißt sie nicht sofort alles hin um nur noch Hausfrau zu sein, sondern kümmert sich weiterhin um ihren Abschluss. Wunderbar, ganz anders als die Zarin im Märchen. Selbst als alles verloren scheint, gibt sie nicht auf, reißt sich zusammen und tut was ihr das sprechende Eichhörnchen sagt. 😀

Viktor hingegen wirkt etwas platt, da sein Hauptstreben ist, der Frau in die er verliebt ist hinterherzutrauern oder sie zu vergöttern. Also genau das, was normalerweise die Rolle der Frau ist, was es wieder irgendwie … lustig macht. Dennoch hat auch er ein paar Momente, vor allem in Interaktion mit seinem Kollegen Kurschakov, die das wieder etwas wett machen.

Was mich am meisten störte, war der schnelle Abriss der Beziehung zwischen Anna und Viktor. Auf nur einer Seite rast Katherina durch genau die Momente, die für mich die Beziehung glaubhaft und mich den Charakteren näher gebracht hätte. Dadurch konnte mich der Schicksalsschlag, der Anna widerfährt erst viel später treffen und das fand ich schade. Diese kleinen Szenen und Momente, die fast zum Schluss erzählt werden hätte ich mir viel früher gewünscht.

Annas Freundinnen waren den Schwestern der ursprünglichen Zarin nachempfunden und waren so hinterhältig und arg, dass ich mich mehrmals fragte, warum Anna immer noch mit ihnen befreundet war, warum sie ihnen immer wieder eine Chance gab.

Die anderen Charaktere spielten nur kleinere Rollen, hatten aber zum Teil trotzdem ein bisschen Hintergrundgeschichte, wie zum Beispiel die Moderatorin der Heiratssendung.

Wen ich noch vergessen habe ist natürlich das quirlige Eichhörnchen, das Anna zu ihrem Glück verhilft. Zu viel will ich über sie gar nicht verraten, nur, dass ich bei jeder Erwähnung eines Eichhörnchens bereits die Ohren gespitzt hatte. 😀

Generelle Meinung

Als jemand, der mit russischen Märchenfilmen und den Überbleibseln der ehemaligen russischen Besatzungszone/DDR aufgewachsen ist, hatte ich, denke ich, eine andere Herangehensweise an diese Adaption. Ich wusste, wie bizarr russische Märchen sein können. Bei Lesern, die diesen Hintergrund nicht haben, könnte es sein, dass hier ein bisschen der Bezug und dadurch der Wunsch es zu lesen, fehlen könnte, was sehr schade ist.

Auch wenn Katherina an der Romantik und die dadurch verbundene Nähe zu den Charakteren noch etwas feilen muss, fühlte ich mich gut unterhalten. Humor und Ernsthaftigkeit wechselten sich passend ab und langweilig war die Geschichte nie. 😀

Dinge, die ich hinzufügen möchte

In „Magisches Erbe“ aus der Reihe „Schuld der Ahnen“ von Anna Kleve, hat das Buch sogar einen Gastauftritt, aber dazu mehr, wenn ich das Buch in ein paar Wochen rezensiere.

Morgen gibt es hier ein Interview mit Katherina. Ein Exemplar von Zarin Saltan könnt ihr in der Märchenrallye nächste Woche als E-Book und durch das Sammeln von Punkten während des Sommers als E-Book und signiertem Print gewinnen. (Das Schreiben eigener Rezensionen zu Märchen(adaptionen) bringt übrigens auch 3 Punkte. 😉 )

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

And the Märchensommer continues with my review of the eighth volume of the Märchenspinnerei: Zarin Saltan(Tzaritza Saltan) by Katherina Ushachov, an adaptation of the Russian Fairy Tale „Tzar Saltan„.

What is it about?

4 of 5 stars

Slavic studies student Anna only wants one thing: to finally have her degree. But then everything goes differently when she meets Viktor in a kitschy Russian bar.

When her friends eventually register her for a Russian marriage show and she once again meets Viktor on this show, nothing is the way she imagined it.

Her friends, however, do deny her her new happiness and hatch a perfidious plan. Only one can help Anna now: Squirrel Irina.

The reading experience

Earlier this year I supported Katherina with her promotion #Schusselhörnchen, shortly afterwards, I finally started to read it myself.

With a nice pinch of humor she leads easily through the plot, which also takes on very dark and psychotic features.

I read the original fairy tale only in context with the publication and think that the elements of the original fairy tale were incorporated in a fascinating way. I especially liked the realization of the rapidly growing son, even though this may not be too nice a scene for expectant mothers. But in „real life“ this would have been VERY strange… and more science fiction than fantasy.
What I found great here again is that there is the fairy tale in the fairy tale and it is referred to, like it was in Hollerbrunn.

But you can tell from the story that Katherina seldom writes romance, because in that respect I wasn’t as excited about the characters in some places as I would have been with others. Nevertheless, the scenes during the marriage show were well written to feel ashamed for them (fremdschämen as we call it in German). 😀

The characters

Anna is a smart, independent woman. Even when she meets Viktor, she doesn’t immediately throw everything away to be just a housewife, but continues to take care of her graduation. Wonderful, very different from the Tsarina in the fairy tale. Even when everything seems lost, she doesn’t give up, pulls herself together and does what the talking squirrel tells her to. 😀

Viktor, on the other hand, seems a little bland because his main striving is to mourn or worship the woman he is in love with. So exactly what is normally the role of the woman, which somehow makes it … funny. Nevertheless, he also has a few moments, especially in interaction with his colleague Kurschakov, which make up for that somewhat.

What bothered me the most was the quick breakdown of the relationship between Anna and Viktor. On only one page Katherina races through exactly the moments that would have made the relationship credible for me and brought me closer to the characters. Thus, the blow of fate that happens to Anna only hit me much later and that was unfortunate. Those little scenes and moments that are told almost at the end I would have wished for much earlier.

Anna’s friends were based on the sisters of the original Czarina and were so deceitful and despicable that I asked myself several times why Anna was still friends with them, why she always gave them another chance.

The other characters only played smaller roles, but still had some background stories, like for example the host of the marriage show, which was a nice addition.

Who I forgot is of course the lively squirrel, which helps Anna achieve her happiness. I don’t want to tell you too much about her, only that I had already pricked up my ears every time a squirrel was mentioned. 😀

General Opinion

As someone who grew up with Russian fairy tale films and the remnants of the former Russian occupation zone / GDR, I think I had a different approach to this adaptation. I knew how bizarre Russian fairy tales could be. For readers who do not have this background, it could be that the connection and therefore the desire to read it could be missing, which is a pity.

Even though Katherina still needs to work on the romance and the resulting closeness to the characters, I felt well entertained. Humour and seriousness alternated and the story was never boring. 😀

Stuff I’d like to add

In „Magisches Erbe“ (Magical Heritage) from the series „Schuld der Ahnen“ (Sins of the Ancestors) by Anna Kleve, the book even has a guest appearance, but more about that when I review the book in a few weeks.

Tomorrow there will be an interview with Katherina.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Anna Holub: Meerschaum

Read in English

Auch in diesem Märchensommer werde ich wieder ein paar Bücher rezensieren. Anfangen möchte ich dabei mit dem siebten Band der MärchenspinnereiMeerschaum von Anna Holub, einer Adaption von Hans-Christian Andersens „Kleinen Meerjungfrau„.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Journalist Oliver steckt in der Krise, die Schreibblockade hat ihn voll erwischt. Als er auf drängen seiner „Chefin“ endlich etwas abliefert, kommt er vom Regen in dir Traufe. Anstatt seines Enthüllungsberichts über illegalen Menschenhandel in einem Großkonzern, soll er eine Jobhudelei auf eben jenen verfassen. Doch hinterrücks bittet der junge Firmenchef ihn ein paar weitere Nachforschungen für ihn anzustellen.

Und was hat das Ganze eigentlich mit der unbekannten Schönheit zu tun, von dem sein Freund Mathieu so angetan ist?

Die Kleine Meerjungfrau als Skandinavien-Krimi.

Das Leseerlebnis

Meerschaum war der letzte Band, der während des letzten Sommers herausgekommen ist. Schon die ersten Veröffentlichungsteaser hatten mich neugierig gemacht und das obwohl ich nicht unbedingt ein Krimileser bin, die schaue ich mir lieber als Serien an. Anna hat die Geschichte um Oliver und die stumme Fremde jedoch so gut aufgearbeitet, dass es ich es nicht weiter bemerkte, denn der eigentliche Krimi Aspekt war eher in eine hautnah-Recherche umgewandelt.

An ein paar Stellen gingen mir die Übergänge zu schnell, da hätte ich mir etwas mehr Inhalt, mehr Erklärung gewünscht, um besser nachvollziehen zu können, warum ein Charakter was nun gerade macht – und wie viel Einfluss tatsächlich die Undine darauf hatte.

Die Einbindung dieser Sagengestalten ist einerseits gut gelungen, andererseits für meinen Geschmack etwas kurz geraten, aber ich bin jemand der gerne ausschweifende Erklärungen über magische Wesen liest. Selbst zum Schluss wusste ich leider nicht genau, was die Undinen dieser Geschichte nun eigentlich konnten.

Was auch sehr offen geblieben ist, ist das Ende an sich und solange Anna nicht explizit irgendwo schreibt, dass der eine Charakter tatsächlich tot ist, werde ich der festen Überzeugung sein, dass es noch eine Rettung gab … und selbst wenn, werde ich es eventuell einfach öhm … ignorieren. 😀

Die Charaktere

Wie ich bereits im letzten Sommer gesagt habe, war mir Oliver von vornherein sympatisch und er ist es auch im Verlaufe des Buches geblieben. Seine doch recht zynische Art die Dinge anzugehen, machen ihn definitiv zu einem der Highlights des Buches.

Mathieu hingegen war mir schon zu anstrengend, zu sehr versessen darauf das Mädchen zu finden und zu labil, was nur darauf hinweist, dass seine Charakterisierung als der besessene Freund gut funktioniert.

Neben Oliver war Komissarin Berg mir noch am sympatischsten, die zwar den Regel folgt, aber doch ihren eigenen Weg geht, ihr Kollege ging mir einfach nur auf den Keks, aber das war vermutlich so beabsichtigt.

Die Meerjungfrau selbst schwankte zwischen sehr genialen Momenten und solchen, die sich für mich nur schlecht mit diesen verbinden ließen. Als wäre sie zwei verschiedene Personen. Was in gewisser Weise ja auch irgendwie stimmt …

Viele der Nebencharaktere werden nur kurz eingeführt und verschwinden dann, um später nochmal einen kleinen Auftritt zu haben, was dafür sorgte, dass hin und wieder die Zusammentreffen leider schon etwas konstruiert wirkten.

Generelle Meinung

Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut. Je mehr Details zum Vorschein kommen, umso mehr fügt sich das große Rätsel zu einem stimmigen Ganzen zusammen, so wie es bei einem guten Krimi der Fall sein muss. Auch wenn mir wie gesagt, kleinere Details dann doch fehlten.

Die Stimmung des Ganzen ist wunderbar festgehalten, die Charaktere wirken für ihre Zwecke realistisch, trotz konstruierter Treffen und ich staune über den Kaffeekonsum der Dänen …

Ich hätte mir wie gesagt auch ein bisschen mehr zur Undinenlegende gewünscht, aber das ist persönliche Meinung.

Gefallen hat es mir definitiv und meine Vorfreude wurde bestätigt.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Aus irgendeinem Grund habe ich mich sehr schwer getan mit dieser Rezension. Ob Olivers Schreibblockade abgefärbt hat? Ich weiß es nicht … es kann also sein, dass ich den Text oben immer mal wieder noch ein Stück anpasse, wenn mir etwas einfällt, an das ich bisher nicht gedacht habe.

Morgen gibt es dann nicht nur hier ein Interview mit Anna, sondern bei Trimagie und Drachengeschichten und Nordlichter auf Facebook auch die ersten Bilderrätsel.

Anne/PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

This Fairy Tale Summer I will again review a few books. I would like to start with the seventh volume of the Märchenspinnerei: Meerschaum by Anna Holub, an adaptation of Hans-Christian Andersen’s „Little Mermaid„.

What is it about?

4 of 5 stars

Journalist Oliver is in a slump, the writer’s block has hit him hard. When he finally delivers something at the insistence of his „boss“, he comes out of the frying pan into the fire. Instead of his disclosure report about illegal human trafficking in a large corporation, he is to write an adulation of the same. But behind closed doors the young company boss asks him to do some more research for him.

And what does all this have to do with the unknown beauty his friend Mathieu is so taken with?

The Little Mermaid as a Scandinavian thriller.

The reading experience

Meerschaum was the last volume that came out during the last summer. Already the first release teasers had made me curious and this although I am not necessarily a detective story reader, I prefer to watch them as series. Anna worked out the story about Oliver and the mute stranger so well, however, that I didn’t notice it further, because the actual thriller aspect was rather transformed into first-hand research.

In a few places the transitions went too fast for me, I would have wished for a bit more content, more explanation, in order to be able to understand better why a character does something – and how much influence the Undine actually had on it.

The integration of these legendary creatures has succeeded well on the one hand, on the other hand it is a little short for my taste, but I am someone who likes to read excessive explanations about magical beings. Even at the end I didn’t know exactly what the undines of this story actually could do.

What also remained very open is the end itself and as long as Anna does not explicitly write somewhere that one character is actually dead, I will be convinced that there was still a rescue… and even if she does, I might just, um … ignore it. 😀

The characters

As I said last summer, I liked Oliver right from the start and he remained so throughout the book. His cynical way of doing things definitely makes him one of the highlights of the book.

Mathieu, on the other hand, was already too stressful, too eager to find the girl and too unstable, which only indicates that his characterization as the obsessed friend works well.

Besides Oliver, Commissioner Berg was the one I liked most, she follows the rules but still goes her own way, her colleague just got on my nerves, but that was probably the intention.

The mermaid herself wavered between very ingenious moments and moments that I found difficult to connect to them. Like she’s two different people. Which is in a way somehow true…

Many of the side characters are introduced only briefly and then disappear in order to have a small performance later on, which unfortunately made the encounters seem somewhat constructed now and then.

General Opinion

The story has a fascinating composition. The more details come to light, the more the big mystery merges into a coherent whole, as it must be with a good thriller. Even though, as I said, some minor details were missing.

The mood of the whole thing is wonderfully captured, the characters seem realistic for their purposes, despite constructed meetings and I am amazed about the coffee consumption of the Danes…

As I said, I would have liked a little more on the undine legend, but that is my personal opinion.

I definitely liked it and my anticipation was justified.

Stuff I’d like to add

For some reason I had a hard time with this review. I wonder if Oliver’s writer’s block has rubbed off? I don’t know… so it may be that I adjust the text above every now and then, if I remember something I have not thought of so far.

Tomorrow there will not only be an interview with Anna here, but also the first picture puzzles at Trimagie and Drachengeschichten und Nordlichter  on Facebook.

Anne/PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.

Marion B. Harmon: Karriere: Superheldin

Read in English

Im Rahmen meiner Nerdwoche zum Thema Superheldinnen erhaltet ihr meine Rezension für Karriere: Superheldin, dem ersten Band der Wearing the Cape Reihe von Marion B. Harmon.

Worum geht’s?

3 of 5 stars

In einer Welt in der es seit mehr als einem Jahrzehnt Superhelden gibt, deren Kräfte plötzlich erwachten, ist Hope eine ganz normale Schülerin kurz vorm College. Zumindest bis sie in einen Angriff des Tea Time Anarchist gerät und plötzlich das Dach ihres Autos mit bloßen Händen aufdrücken kann.
Schnell wird sie von Atlas, dem Anführer des Chicagoer Prestige Teams Sentinels eingesammelt und sie beginnt ihr Training zur Superheldin als sein Side Kick. Bald stellt sich heraus, dass der Anschlag vielleicht doch nicht vom Anarchist verübt wurde und Hope, nun Astra, versucht der Verschwörung auf die Schliche zu kommen.

Das Leseerlebnis

Nachdem ich das Buch bei der Blogtour zur Veröffentlichung beim Feder&Schwert Verlag gewonnen und die entsprechenden Beiträge gelesen hatte, war ich neugierig, denn die Welt und das Buch klangen interessant. Ich bin mir relativ sicher, dass ich vorm Lesen allerdings Booknappings Rezension schon vorher gelesen habe, denn dadurch bin ich schon mit einem gemilderten Enthusiasmus an die Sache herangegangen.

Das Buch an sich hat auf die relativ vielen Seiten eine extrem kleine Schrift, man gewöhnt sich daran, aber es ist trotzdem anstrengend. Woran ich mich nicht gewöhnen konnte, war die Vorhersehbarkeit der Handlung in gewissen Aspekten … was mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat … Und die wenigen Twists DIE es gab, waren dann doch etwas arg … abstrus …

Auch sehr schwierig war es zu folgen von welchen Charakteren nun die Rede war, denn die ich-Erzählerin Astra wechselte gerne mal zwischen Superheldenname und Realnamen oder sogar einem Spitznamen … und das gefühlt ständig …

Die Charaktere

Hauptsächlich waren es aber die Charaktere, die mir regelmäßig ein Augenrollen entlockten mit ihrer Klischeehaftigkeit.

Hope ist mal wieder der typische Hauptcharakter: Kaum hat sie ihre Kräfte, muss sie alles im Alleingang erledigen. Und von Geheimhaltung hält sie auch nicht viel, denn als alle ihr Raten niemandem etwas davon zu erzählen und sie damit anzulügen, tut sie das genaue Gegenteil.
Sie wird uns als die tragische Charakterin verkauft, die schreckliches mitgemacht hat und trotzdem ihren eigenen Weg weitergeht, aber ich finde hier wurde es übertrieben: Tote Schwester, Tote beste Freundin, schlimme Krankheit überstanden, in Katastrophe verwickelt wodurch sie erwacht ist und das alles hübsch verpackt in einem „elfenähnlichen“ doch gar nicht soo hübschen Körper …

Ihr männlicher Counterpart Atlas ist aber auch nicht viel besser … oder seine Kollegen von den Sentinels. Im Prinzip sind sie alle Abziehbilder bekannter Superhelden und Schurken. Ein paar interessantere Fähigkeiten und Hintergrundgeschichten sind mit bei, aber die sind von unbedeutenden Nebencharakteren.

Wobei ob nun Haupt- oder Nebencharakter, eine wirkliche Verbindung konnte ich zu keinem von ihnen aufbauen und meine eigene Emotionalität zum Ende hin galt der Szene an sich, nicht ihnen, mit Beerdigungszeremonien komm ich selten klar.

Auch Astras Entwicklung, wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte, folgte dem bekannten Prinzip und ich wusste schon sehr schnell, dass eine andere Figur ihr Love Interest wird und habe nur noch drauf gewartet, dass sie es doch endlich mal tun. Als gut erzogenes katholisches Mädchen, natürlich erst nach der Hochzeit und er hat auch seine ganze Art für sie geändert und fand sie die stärkste Frau, die er je kennengelernt hat, will sie aber trotzdem auf immer beschützen und  … ARG … diese Entwicklung hat mir im Prinzip die ganze Welt und das Buch kaputt gemacht … was wirklich schade ist … denn die war wirklich großartig.

Kurz gesagt: Wo ich die Supermamas für ihre Menschlichkeit loben konnte, wirkt hier leider alles sehr gekünstelt…

Generelle Meinung

Wie eben schon gesagt, fand ich die Welt großartig. Superkräfte entstehen, die Welt wird neu geordnet, Konflikte, Teams, die nur als glorifizierte Rettungs- und Einsatzkräfte genutzt werden, Kräfte, die einer Aufgabe entsprechend entstehen und eingesetzt werden. Alles super. Alles sehr faszinierend, hätte ich gerne mehr von gelesen, aber die Charakterentwicklung schreckt mich einfach ab mir weitere Bände zu Gemüte zu führen.

Auch der letzte Twist erscheint mir unplausibel. Abgesehen davon, dass es ein mutiger Schritt ist diverse Haupt- und Hauptnebencharaktere zu töten, war die Erklärung – und der ganze Zeitreiseaspekt, der der Geschichte beschwang – irgendwie unglaubwürdige, irgendwie ZU viel des Guten … getrennte Plots, eine Auflösung im zweiten Teil, soetwas hätte der Story vermutlich geholfen etwas mehr zu atmen und die Charaktere hätten sich dann vielleicht auch besser entwickelt.

Wirklich schade, dass sie so enttäuschend waren, ich hatte mich wirklich auf das Buch gefreut …

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Als zusätzlichen Preis zum Buch habe ich eine Zeichnung gewonnen, aber davon werde ich an anderer Stelle vielleicht einmal mehr erzählen.

Morgen geht es dann weiter mit einem Gastbeitrag von Diandra Linnemann in dem sie mal ein bisschen über die Arbeitskleidung von Superheld*innen erzählt.

Anne

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

As part of my nerdweek on superheroes, you’ll receive my review for Karriere: Superheldin, the first volume in Marion B. Harmon’s Wearing the Cape series.

What is it about?

3 of 5 stars

In a world where superheroes have been around for more than a decade whose powers have suddenly awakened, Hope is a normal student close to college. At least until she is caught in an attack by the Tea Time Anarchist and can suddenly push the roof of her car open with her bare hands.
Quickly collected by Atlas, leader of the Chicago Prestige Team Sentinels, she starts her superhero training as his side kick. Soon it turns out that the attack may not have been carried out by the anarchist after all and Hope, now Astra, tries to unravel the conspiracy.

The reading experience

After winning the book during the blog tour for the publication at Feder&Schwert Verlag and having read the corresponding articles, I was curious, because the world and the book sounded interesting. I’m relatively sure that I’ve read Booknapping’s review before reading it, because I’ve already approached the matter with a softened enthusiasm.

The book itself has an extremely small font on the relatively many pages, you get used to it, but it is still exhausting. What I couldn’t get used to was the predictability of the plot in certain aspects… which didn’t necessarily make reading it easier for me… And the few twists that existed were a quite … abstruse…

It was also very difficult to follow which characters were actually mentioned, because the narrator Astra liked to switch between superhero name and real name or even a nickname… and it felt like she was doing it all the time…

The characters

But it was mainly the characters who regularly enticed me to roll my eyes because of their clichédness.

Hope is once again the typical main character: As soon as she has her powers, she has to do everything on her own. And she doesn’t think much of secrecy either, because when everybody advises her not to tell anyone about it and to lie to them, she does the exact opposite.
She is sold to us as the tragic character who has gone through terrible things and still continues on her own path, but I think it was exaggerated here: Dead sister, dead best friend, survived a bad illness, got involved in a catastrophe which caused her to awaken and all this nicely packed in an „elf-like“ but not so pretty body…

But her male counterpart Atlas is not much better… or his colleagues from the Sentinels. Basically, they’re all decals of well-known superheroes and villains. A few interesting abilities and background stories are included, but they are from insignificant side characters.

I could not establish a real connection to any of them and my own emotionality towards the end was directed at the scene itself, not to them, I can rarely cope with funeral ceremonies.

Also Astra’s development, if you want to call it that, followed the well-known principle and I knew very quickly that another character would become her love interest and I was just waiting for them to finally do it. As a well brought up catholic girl, of course only after the wedding and he also changed his whole nature for her and found her the strongest woman he’s ever met, but still wants to protect her forever and… ARG… this development basically ruined the whole world and the book for me… which is a real pity… because it was really great.

In short: Where I could praise the Supermamas for their humanity, everything seems very artificial here…

General Opinion

As I said above, I really liked the world. Superpowers are emerging, the world is being reorganized, conflicts, teams that are only used as glorified rescue and emergency troops, powers that arise and are deployed according to a task. Everything’s great. Everything is very fascinating, I would have liked to have read more about it, but the character development just deterred me from reading more volumes.

Even the last twist seems implausible to me. Apart from the fact that it is a courageous step to kill several main and main supporting characters, the explanation – and the whole time travel aspect that influenced the story – was somehow unbelievable, somehow Too much overkill… separate plots, a resolution in the second part, that would probably have helped the story to breathe a little more and the characters might have developed better.

Too bad they were so disappointing, I was really looking forward to the book…

Stuff I’d like to add

As an additional prize to the book I won a drawing, but perhaps I will talk about it some more later.

Tomorrow we continue with a guest post by Diandra Linnemann in which she tells a little bit about the work clothes of superhero*ines.

Anne

© For the cover belongs to its rightful owner.

Tina Skupin: Die Supermamas

Read in English

Im Rahmen meiner Nerdwoche zum Thema Superheldinnen erhaltet ihr meine Rezension für  Die Supermamas – Windeln wechseln und Welt retten von Tina Skupin, deren Werk Hollerbrunn ich bereits letztes Jahr im Märchensommer vorgestellt habe.

Worum geht’s?

4 of 5 stars

Maira ist schwanger und obwohl sie regelmäßig sie umkreisende Monde sucht, ist alles normal, bis … bis ihr Sohn Peter unter schwierigen Umständen zur Welt kommt. Plötzlich ist da nicht nur ein neues Leben, um das sie sich kümmern muss, sondern auch die Tatsache, dass sie nicht mehr ganz auf dem Boden der Tatsachen ist: Maira kann fliegen.

Bald begegnet sie anderen Frauen, die ähnliches wie sie erlebt haben und auch Kräfte davongetragen haben, mit deren Hilfe sie nun einer finsteren Verschwörung auf die Schliche kommen. Den gemeinsam sind sie Die Supermamas.

Das Leseerlebnis

Wie schon bei Hollerbrunn hat Tinas Schreibstil mich schnell gefesselt und mir regelmäßig ein Schmunzeln oder Lachen entlockt. Als nicht-Mutter habe ich zwar mit vielen der beschrieben Sachen keine Verbindung, kann aber vollkommen verstehen, wenn die Protagonistin von den „Windeln des Todes“ und anderen Sachen spricht.

Besonders toll fand ich die ganzen Superhelden-Referenzen, Maira war z.B. so hungrig wie Hulk und noch vieles mehr, was ich jetzt nicht vorweg nehmen möchte. Man merkt aber auf alle Fälle, dass Tina nicht nur Informationen des Genres aneinandergeklatscht hat, sondern weiß, wovon sie redet. Sie ist halt auch nur ein Nerd. 😀

Das Buch selbst hat ein recht großes Format, was es etwas unhandlich macht, aber das ist eher ein Luxusproblem.

Die Charaktere

Maira hatte zwar ein paar „ernsthaft?!“ Momente, aber im Großen und Ganzen war sie ein sehr sympathischer Charakter. Ihre Entwicklung ist dennoch verständlich und nicht erzwungen in die Superheldinnen-Rolle gepresst.

Ihre Schwester Jenny und Mairas Mann haben dahingegend mir wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereitet mit ihren doch nicht so ganz nachvollziehbaren Handlungen – auch wenn Putin, der Pinguin schon ziemlich lustig war.

Besonders schwierig war für mich Maira und Jenny nicht mit Pegg und Marie aus Hollerbrunn zu vergleichen, aber irgendwann ging es dann, weil die beiden Geschwisterpaare doch sehr verschieden sind. Mal gucken, ob es wieder Schwestern in der Valkyrie gibt, in ihrer Geschichte in der Märchenspinnerei Anthologie hat sie ja auch wieder welche. 😉

Die anderen Mamas hatten eine gute Balance zwischen „Nach mir die Sintflut“-Attitüde, stink normale Mama und „Badass“-ness und besonders fand ich die Interaktionen zwischen den Charakteren wieder herrlich.

Tina schreibt einfach super MENSCHEN. 😀

Generelle Meinung

Ich hätte bitte gerne eine Fortsetzung, einen Comic und eine Fernsehserie über die Supermamas. Danke! 😀
Spaß Beiseite: Ich finde das Konzept klasse und das Lesen hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich würde gerne mehr aus der Welt der Supermamas erfahren. Die Verbindung vom alltäglichen Mutterdasein mit den Kräften und Abenteuern ist einfach so unbeschreiblich passend.

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Hat euch gefallen, was ihr hier gelesen habt? Dann schaut nächsten Samstag wieder vorbei und hüpft in den Lostopf, um ein von Tina signiertes Exemplar zu gewinnen!

Wenn ihr außerdem einer Supermama oder Superheldin aus eurem eigenen Umfeld sagen möchtet, wie super ihr sie findet, könnt ihr euch von Trimagie einen Heldenbutton abholen: Wer ist eure Superheldin?

(Wer nicht auf Facebook ist, kann sich den Button auch gern hier abholen, ich leite dann weiter. )

Morgen geht es dann weiter mit einem Gastbeitrag von Sarah Wagner, die uns etwas über die Schwächen von Superheld*innen erzählt und ihr könnt selbst testen, welcher Typ Held*in ihr seid.

Leider konnte meine eigene Supermama dieses Buch nie lesen und auch wenn sie nicht alle Referenzen verstanden hätte, bin ich mir sicher, dass es ihr gefallen hätte.
Alles Gute zum Geburtstag, Mama.

Anne

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.
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Lies auf Deutsch

As part of my nerd week on the topic of Superheroines, you will receive my review for „Die Supermamas – Windeln wechseln und Welt retten“ (The Supermamas – Changing diapers and saving the world) by Tina Skupin, whose novel Hollerbrunn I reviewed last year during the Fairy Tale Summer.

What is it about?

4 of 5 stars

Maira is pregnant and although she regularly looks for orbiting moons, everything is normal until… until her son Peter is born under difficult circumstances. Suddenly there is not only a new life to worry about, but also the fact that she is no longer completely down to earth: Maira can fly.

Soon she meets other women who have experienced something similar to her and have also gained abilities, with whose help they now come to grips with a sinister conspiracy. Together they are: The Supermamas.

The reading experience

As with Hollerbrunn, Tina’s writing style quickly captivated me and regularly made me smile or laugh. As a non-mother I have no connection with many of the things described, but I can fully understand when the protagonist talks about the „diapers of death“ and other things.

I especially liked all the superhero references, Maira was as hungry as Hulk and many more things I don’t want to spoil. But you can definitely see that Tina isn’t just sprinkling information of the genre into it, but knows what she is talking about. She’s after all a nerd. 😀

The book itself is quite large, which makes it a bit unwieldy, but that’s more of a luxury problem.

The characters

Maira had some „seriously?!“ moments, but on the whole she was a very likeable character. Her development is nevertheless understandable and not forced into the role of a superheroin.

Her sister Jenny and Maira’s husband, on the other hand, caused me much more headaches with their not quite comprehensible actions – even if Putin, the penguin, was actually quite funny.

It was especially difficult for me not to compare Maira and Jenny to Pegg and Marie from Hollerbrunn, but at some point it worked because the two siblings are very different. I’m curious if there are sisters in the Valkyrie again, in her entry in the Märchenspinnerei anthology she also has them. 😉

The other mamas had a good balance between „devil-may-care“-attitude, totally normal mum* and „Badass“-ness and especially  the interactions between the characters were amazing again.

Tina simply writes amazing PEOPLE*. 😀

General Opinion

I’d like to have a sequel, a comic book and a TV series about the Supermamas, please. Thank you! 😀
All kidding aside: I think the concept is great and the reading was unbelievably fun and I would like to learn more about the world of Supermamas. The connection of being a mother in everyday life with the powers and adventures is simply so indescribably fitting.

Stuff I’d like to add


Tomorrow we will continue with a guest post by Sarah Wagner, who tells us something about the weaknesses of superhero*ines and you can test yourself which type of hero*ine you are.

Unfortunately, my own Supermama could never read this book and even if she wouldn’t have understood all the references, I’m sure she would have liked it.
Happy birthday, Mom.

Anne

© For the cover belongs to its rightful owner.

* This post was translated using deepl.com and a few very funny mistranslations were involved.

A*3+B oder von Antibiotika, Adventskalender, Anthologie & BuchBerlin

As this post will be mostly in German again, I’ll give you a short recap at the end of it. Jump to the end

Am Titel ist es bereits erkennbar, es gibt ein paar Dinge zu erzählen.
Dank einer Mandelzündung und Antibiotika, die nicht anschlagen wollten – wie sich nach zwei Wochen Anwendung herausstellte – hat sich meine Adventskalender Planung ja etwas hinausgezögert, aber einige sehr tolle Autorinnen haben nach und auch schon vor meinem Aufruf geholfen ihn zu füllen und ich denke wir sind auf einem guten Weg, dass er rechtzeitig fertig wird, wenn auch dieses Jahr eventuell zum ersten Mal nicht zweisprachig, aber das wird sich noch zeigen. Wer genau dabei ist, hab ich zwar schon bei Twitter (und Facebook) verraten, aber da werde ich noch etwas genauer drauf eingehen im Prequel. 😉

Was ich euch nicht vorenthalten möchte, auch wenn ich es selbst noch nicht so ganz realisiert habe:

Das erste Kapitel des Neubrandenwolfs (Wintermond*) ist in einer längeren, deutschen Fassung Teil der Weihnachtsanthologie des Bundesamts für magische Wesen!

Es gab ein bisschen hin und her während der Entstehung, aber nun ist es soweit, das Buch kann bestellt werden – das E-Book jetzt schon, das Print ab Samstag – und meine Geschichte kann von wildfremden Menschen gelesen und bewertet werden. Ich muss ehrlich sagen ich bin panisch und aufgeregt zu gleich. Na gut, es ist ja auch meine erste offizielle Veröffentlichung…

Apropos Samstag: Da werde ich auf der BuchBerlin sein – wie das Amt auch, [eventuell] mit den Druckausgaben der Antho *bibber* – und mir das Ganze zusammen mit Anni Mal vom Märchensommer mal ansehen.
In erster Linie freu ich mich darauf ein paar Damen der Märchenspinnerei zu treffen. Sylvia Rieß, Tina Skupin, Susanne Eisele, Janna Ruth, sowie Julia Maar und Kathrin Koitka – mit denen ich noch kein Interview geführt habe 😉 – werden da sein. Und auch ein paar Nornen vom Nornennetz. Ich bin schon sehr gespannt, ob das alles so klappt, wie wir uns das vorstellen und vor allem mit wie vielen Büchern ich wieder nach Hause fahre. 😀

So und nun zu einem kleinen

Gewinnspiel.

Wenn du mich auf der BuchBerlin siehst und einen von sieben Sätzen Märchensommer Postkarten gewinnen möchtest, dann sprich mich einfach auf den gestiefelten Kater an. Natürlich nur solange der Vorrat reicht. 😉

Woran du mich erkennst?

Ich werde mein DF.PP T-Shirt tragen, auf dem auch mein Nickname drauf steht – ein Shirt nur für mich habe ich (noch?) nicht.

Bin gespannt, wie viele Postkarten ich wieder mit nach Hause nehmen muss. 😉

Also dann, vielleicht sieht man sich auf der BuchBerlin – oder vielleicht lest ihr von mir in der BafmW-Antho. *bibber*

Bis demnächst

PoiSonPaiNter

* Der Weberglockenmarkt, Schauplatz des besagten Kapitels, wird gerade passenderweise aufgebaut und öffnet am 27.11. seine Pforten. Da wird dieses Jahr definitiv ein Glühwein oder Punsch auf den Neubrandenwolf getrunken. 😉
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Lies auf Deutsch

A*3+B or of Antibiotics, Advent Calendar, Anthology and BuchBerlin

Basically what I wrote above:
Thanks to a tonsillitis and antibiotics that did not want to work properly I was knocked out for a while and called out for help for this year’s Advent Calendar, which is a continuation of last year’s short story Santa’s Helper. I’ve found a few incredible ladies that helped me out (I’ll make a proper introduction with the prequel post, but I already spoiled it a bit on Twitter and Facebook) and it’s looking good that we will actually finish it. Though I’m not so sure about the translation…might be that it will only be a German version this year. Keep your fingers crossed and send encouragement my way if you don’t want to see that happen.

In other news will the first chapter of the Neubrandenwolf be published in a longer German version in an anthology by the Bundesamt für magische Wesen. The release is somewhere during this week, the e-book is already available, the prints starting Saturday and I’m quite horrified and excited by that.

Speaking of Saturday: Those prints will [probably] also be at the BuchBerlin a small-ish book fair in our capital city that I also will be attending with Anni Mal from the Märchensommer. I’m excited to meet some of the ladies of the Märchenspinnerei, as Sylvia Rieß, Tina Skupin, Susanne Eisele, Janna Ruth, just as Julia Maar and Kathrin Koitka – whom I have not interviewed yet 😉 – have their own booth there.
As probably none of my English readers will be there as well, I don’t need to tell you about the little raffle for Märchensommer post cards – so in the off-chance that someone is there look for the italic text above. 😉

So yeah, that’s pretty much it.

See you around

PoiSonPaiNter

Janna Ruth: Im Bann der zertanzten Schuhe

Read in English

Im Rahmen des Märchensommers bekommt ihr meine Rezension zu Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth.

Worum geht’s?

5 of 5 stars

Auch nach zwei Jahren hat der Krieg immer noch Einfluss auf Jonas und Albträume und Visionen sind seine ständigen Begleiter. Als er eines Tages durch eine neue Stadt wandert, erreicht er die DeModie und die fröhliche Sophie, die daraus herausstolpert, verzaubert ihn unerwartet mit ihrer Lebendigkeit. Kurz danach erfährt er, dass der Job, für den er sich bewirbt, von ihrem Vater ist, der ihn einstellen will, um zu wissen, was seine Tochter jeden Abend macht. Wie Jonas bald herausfindet, tanzt die ehemalige Ballerina mit ihrem Prinzen Luca im DeModie, einem verzauberten Reich mitten im Nachtleben.

Die zertanzten Tanzschuhe mit weniger Prinzessinnen, aber noch magischer durch die Märchenspinnerei.

Das Leseerlebnis

Auch hier habe ich einige Gedanken in der Lesegruppe auf Facebook (Märchenspinnerei Turmcafé) aufgeschrieben und auch auf Goodreads festgehalten, so dass die meisten Dinge vielleicht vertraut klingen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jonas und Sophie erzählt, aber nicht in der ersten Person. Die Kapitel sind viel länger als die der anderen Märchenspinnerei-Bücher und es ist eine schöne Abwechslung. Jeder Kapiteltitel verwendet eine Phrase und Silhouette aus dem Ballett, da es ein integraler Bestandteil von Sophies Leben ist. Wo Sophies Kapitel meist magisch und phantastisch sind, bringt Jonas‘ einen realistischeren Blick auf die Seiten und es ist ein toller Kontrast, die Dinge mit ihren ganz anderen Augen zu sehen. An einem Punkt bekommen wir sogar eine Szene aus beiden Perspektiven zu sehen, was mir in verschiedenen Medien immer Spaß macht. Die Geschichte selbst schafft es, zwischen sehr weichen, ruhigen Passagen und energetischen Höhepunkten zu wechseln, wie in einer guten Ballade.

Apropos Musik: Als ich anfing, das Buch zu lesen, musste ich meine Musik hervorholen, damit ich mich auf das Lesen konzentrieren konnte, aber mein Shuffle wählte bereits sehr passende Musik, die den Übergang in die Geschichte noch magischer machte. Ich bin sicher, wenn ich mehr Musik gehört hätte, wäre auch das noch passendere „To Hell and Back“ von Sabaton aufgetaucht. (Wie bei YouTube, als ich diese Rezension vorbereitet habe) 😉

Im Kern ist das Buch eine Liebesgeschichte und hat daher die notwendigen Elemente: Ein Mädchen mit einer rosaroten Brille, einem Liebesschwur und sofortiger Zuneigung. Einiges davon wird durch die Charaktereigenschaften und -situationen erklärt, aber für jemanden wie mich, der nicht so sehr auf Romantik steht, ist es schwer, es ernst zu nehmen. Dennoch bekommt es nicht allzu viel Aufmerksamkeit und ist schön und natürlich integriert – vor allem die Reaktionen in manchen Situationen. Im Allgemeinen sind die Wechselwirkungen zwischen den Charakteren und ihren jeweiligen Reaktionen auf bestimmte Ereignisse sehr natürlich. So fühlt es sich nicht wie das Lesen eines Buches an, sondern eher wie das Verfolgen der Reise an ihrer Seite.
Da es sich um eine Adaption handelt, wurden einige Dinge vom ursprünglichen Märchen wie die Alte Dame und natürlich der Fluch selbst geändert – und dass es nur eine „Prinzessin“ ist, aber die anderen Elemente sind schön integriert: Der Unsichtbarkeitsmantel, der goldene und silberne Wald, der Fluss und die Boote. Die herrliche Beschreibung ließ einen alles direkt vor Augen sehen und der gelegentliche Blick hinter die Kulissen des DeModie ist ebenso unglaublich gut gelungen.

Dazu kamen noch ein paar sehr starke Kapitel, vor allem zwei kurz nach der unglaublichen Sylvester-Szene, die für die Charakterentwicklung notwendig waren. Sie waren faszinierend und spannend, aber auch herzzerreißend und emotional. Und ich war sicher nicht auf diese Friedhofs-Szene vorbereitet….

Abgesehen davon ist die Stärke des Zaubers meist durch den Kontrast zwischen allem, was außerhalb des DeModie geschieht und allem, was innerhalb des DeModie geschieht, dargestellt, es ist einfach aufregend, so wie die Veränderungen, die wir durch Sophies Augen sehen, je mehr die Geschichte fortschreitet. Durch Jonas‘ Augen sehen wir, was PTSD dem Leben einer Person antun kann und es ist etwas das sich viel zu wenige Leute trauen zuzugeben, dass es passiert und noch weniger Autoren, die darüber schreiben.
Die Autorin selbst sprach von einem Punkt ohne Wiederkehr beim Lesen, und ich kann das durchaus nachvollziehen, da ich das Buch nicht wirklich weglegen wollte…. Ich habe sogar von mindestens zwei Aspekten des Abschnitts geträumt, den ich vorher gelesen hatte….
Das Buch rief mir wirklich laut zu, als ich es beiseite legte, und es ist etwas gruselig, wenn der gleichnamige Zauber die Seiten verlässt…. >_<

Und ich möchte das Finale immer noch als Tanzwettbewerb bezeichnen, auch wenn es das gar nicht beschreibt =D Obwohl ich zugeben muss, dass ich ein wenig verwirrt war über die verschiedenen Orte, an denen der Kampf stattfand, und mich nur auf die Charaktere und nicht auf ihre Bewegungen konzentrierte.

Die Charaktere

Während der Release-Party für dieses Buch hat Janna selbstgezeichnete Bilder der Charaktere gepostet, so dass ich bereits ein Bild von ihnen im Kopf hatte, bevor ich anfing zu lesen (und Luca sieht für mich immer noch wie Benedict Cumberbatch aus….), was nicht bedeutet, dass ich daran festhielt, sondern nur erwähnen wollte, dass es sie gibt. 😉

Wie ich bereits erwähnt habe, sind die Interaktionen zwischen den Charakteren sehr natürlich, was das Verfolgen ihrer Geschichte so viel einfacher macht. Man kann diese Interaktion besonders bei Jonas und Sophie sehen: Sie motivieren und helfen sich gegenseitig, ohne etwas dafür zu wollen. Das Beste an den Charakteren ist, dass sie alle fehlerhaft sind. Sophie ist stur (genau wie ihre Cousine ;)) und weiß nicht, wann sie aufhören soll, jemandem zu helfen (Helper-Syndrom) und stattdessen auf sich selbst aufpassen soll. Jonas hat seine PTSD Rückblenden und Luca kann ein arroganter Arsch sein. Willst du wissen, was noch besser ist? Dass diese Dinge tatsächlich behandelt werden! Das PTSD wird nicht als eine nicht-konsequente Überreaktion beiseite gelegt, es macht Jonas sogar zu einem sichtbar gefährlicheren Charakter als andere. Die Wendung(en) dazu gehören zu den besten Teilen des Buches. Sophie wird immer wieder mit anderen Menschen konfrontiert, die sich um sie sorgen, während sie sich um jemand anderen sorgt, aber das bedeutet nicht, dass nicht alles auf sie einstürzt. Was mir auch gefallen hat, ist, dass Jonas, obwohl man wusste, dass er ziemlich schnell in Sophie verknallt war, sie nicht gedrängt hat oder besonders eifersüchtig auf Luca war. Er trat einfach zur Seite und respektierte ihre Wahl.
Kurzum: Ihre Reise ist einfach unglaublich und ihre Charakterentwicklung ist sehr natürlich und keineswegs erzwungen.

Je weiter die Geschichte ging, desto mehr machten mir das DeModie und die hübschen Prinzchen Angst, vor allem ihre sprudelnden Energizer und ihre Apathie gegenüber allem, was Sophie betrifft, aber hier mehr zu sagen würde den Spaß verderben.

Sogar die anderen Charaktere wie Sophies Vater, Luca’s Brüder und Jonas‘ Familie, die nicht so lange auftauchen, haben ihre eigene, einzigartige Atmosphäre. Im Fall von Jonas‘ Familien gibt es auch einen weiteren großen Kontrast, wenn es darum geht, mit seiner PTBS umzugehen, und es ist einfach großartig.

Generelle Meinung

Ich weiß, ich habe mich immer wieder wiederholt, wie toll ich bestimmte Aspekte gefunden habe, aber ich kann einfach nicht anders. Ich schreibe Rezensionen, wie ich Dinge sehe, und dieses Buch war wirklich etwas Besonderes, das mich sicherlich in seinen Bann gezogen hat (Wortspiel beabsichtigt ;)).

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass ich kein Buch, sondern eine geschriebene Komposition gelesen habe. Die Sprache des Tanzes ging in das Erzählen der Geschichte über und verwandelte den Fluss des Lesens in ein Leseerlebnis, das zwischen schnellen, spannenden Hauptthemen, emotionalen Höhepunkten und langsamen Einlagen variierte. Die angesprochenen Themen (PTSD, Helfersyndrom, Abhängigkeit, Verlust) wurden realistisch dargestellt und die Charaktere reagierten und interagierten natürlich und individuell.

Alles in allem eine schöne Komposition über das Leben in seinen vielen Facetten. 🙂

Dinge, die ich hinzufügen möchte

Weißt du noch, was ich dir gesagt habe, als ich über Märchen-Crossover sprach? Sophie ist die Cousine von Leonie vom Axololtkönig. (Der übrigens eine Bonusszene über Leonies ersten Schultag bekommen hat! Sieh dir das an: Bonusszene!)

Zur Erinnerung: Als Teil der Herausforderung kannst du Punkte sammeln, indem du selbst Märchen rezensierst. 😉 Man kann auch weiterhin an der von Janna organisierten Märchenrallye teilnehmen.

Am Donnerstag gibt es ein Interview mit Janna über das Buch und andere Märchensachen und am Samstag spricht sie ein wenig über die Adaption von Märchen. Also bleibt gespannt!

PoiSonPaiNter

© Für das Cover gehören den rechtmäßigen Besitzern.

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Lies auf Deutsch

As part of the Fairy Tale Summer you get my review for Im Bann der zertanzten Schuhe (Under the Spell of the worn-out Dancing Shoes) by Janna Ruth.

What is it about?

5 of 5 stars

Even after two years  the war still has its hold on Jonas and nightmares and visions are his constant companions. As he one day wanders through a new town he reaches the DeModie and stumbling out of it is the cheerful Sophie who unexpectedly enchants him with her liveliness. Shortly after he learns that the job he’s applying for is from her father who wants to hire him to know what his daughter is doing every night. As Jonas soon finds out is the former ballerina off to dance with her prince, Luca, in the DeModie, an enchanted realm right within the nightlife.

The worn-out dancing Shoes with less princesses, but even more magical by the Märchenspinnerei.

The reading experience

For this one I as well wrote down some thoughts in the Reading Group on Facebook (Magical Book Reading) and also kept track of them on Goodreads, so most things might sound familiar.

The story is told in turns from Jonas‘ and Sophie’s perspectives, but not in first person. The chapters are much longer than the ones from the other Märchenspinnerei books and it’s a nice change. Every chapter title uses a phrase and silhouette from ballet, as it is an integral part of Sophie’s life. Where Sophie’s chapters are mostly magical and phantastic, Jonas‘ brings a more realistic view to the page and it’s a great contrast to see things through their very different eyes. At one point we even get to see a scene from both their perspectives, something I always enjoy in different media. The story itself manages to switch between very soft, quiet passages and energetic climaxes, just like in a good ballad. 😀

Speaking of music: When I started reading the book I had to take out my music, so I could concentrate on reading, yet my shuffle already picked some very fitting music that just made the transition into the story even more magical. I’m sure if had listened to more music the even more fitting „To Hell and Back“ by Sabaton would have come up too. (Like the YouTube one did when I prepared this review) 😉

At the core of it, the book is a love story and therefore has the necessary elements: A girl with rose-coloured glasses, a lover’s oath and instant affection. Some of it is explained through the characters situations and characteristics, but for someone like me, who’s not that much into romance it’s hard to take serious. Still, it doesn’t get too much attention and is integrated nice and naturally – especially the reactions in some situations. In general are the interactions between the characters and their respective reactions to certain turns of events very natural. Thus it doesn’t feel like your just reading a book, it feels more like you’re following their journey by their side.
As it is an adaptation some things were changed from the original Fairy Tale like the Old Lady and of course the curse itself – and that it was only one „princess“, but the other elements where nicely integrated: The invisibility cloak, the golden and silver forest, the river and the boats. The beautiful description made you see everything right before your eyes and the occasional peek behind the curtains of the DeModie is just as incredibly well done.

In addition to that were there a few very strong chapters, especially two shortly after the incredible Sylvester scene, that were necessary for the characters development. They were fascinating and thrilling, but also heart-wrenching and emotional. And I was certainly not prepared for that cemetery scene…

Other than that is the strength of the spell mostly portrayed by the contrast between everything happening/said outside and everything happening/said inside the DeModie it’s just thrilling, just as the changes we witness through Sophie’s eyes the more the story progresses. Through Jonas‘ eyes we see what PTSD can do to a persons life and it’s something far too few people dare to admit is happening and even less authors to write about.
The authoress herself talked about a point of no return while reading and I can certainly relate to that as I did not really want to put down the book…I even dreamed about at least two aspects of the part I had previously read…
The book was really loudly calling out to me when I put it aside and it’s a bit creepy when the eponymous spell leaves the pages… >_<

And I still want to call the finale a dance-off, even if that does not describe it, at all. =D Though I do have to admit that I was a little confused about the different places the fight took place in and started to only concentrate on the characters and not their movements.

The characters

During the release party for this book Janna posted self-drawn images of the characters so I already had a picture of them in my head before I started reading (and Luca still looks like Benedict Cumberbatch to me…), which doesn’t mean that I stuck to it, but well just wanted to mention that they exist.  😉

As I’ve mentioned before are the interactions between the characters very natural, which makes following their story so much easier. You can see this interaction especially with Jonas and Sophie: They motivate and help each other without wanting anything in return. What’s best about the characters is that all of them are flawed. Sophie is stubborn (just like her cousin 😉 ) and doesn’t know when she should stop helping someone (Helper Syndrome) and take care of herself instead. Jonas has his PTSD flashbacks and Luca can be quite the arrogant prick. You want to know what’s even better? That these things are actually dealt with! The PTSD isn’t put aside as some non-consequential overreaction, it even makes Jonas a more visibly dangerous character than others. The twist(s) regarding it are amongst the best parts of the book. Sophie is again and again confronted with others worrying about her, while she worries about someone else, but it doesn’t mean it all doesn’t come crashing down on her. What I also enjoyed is that even though you knew Jonas had a crush on Sophie pretty fast, he didn’t push her or was especially jealous towards Luca. He just stepped aside and respected her choice.
In Short: Their journey is just incredible to follow and their character development is very natural and not at all forced.

The further the story went the more did the DeModie and the pretty princelings creep me out especially their bubbly energizers and their apathy towards anything concerning Sophie, but saying more here would spoil the fun. 😉

Even the other characters like Sophie’s father, Luca’s brothers and Jonas‘ family, who don’t get that much screen time, have their own unique air about them. In Jonas‘ families case there is also another great contrast when it comes to them dealing with his PTSD and it’s just awesome.

General Opinion

I know I’ve repeated myself over and over how great I found certain aspects, but I just can’t help it. I write reviews the way I see stuff and this book really was something special that certainly put me under its spell (pun intended 😉 ).

The more I thought about it, the more I believed that I didn’t read a book but a written composition. The language of the dance crossed over into the telling of the story and turned the flow of reading into a reading experience that varied between fast, exciting main themes, emotional climaxes and slow interludes. The addressed topics (PTSD, Helper Syndrome, Dependency, Loss) were portrayed realistically and the characters reacted and interacted naturally and individually.

All in all a beautiful composition about life in its many complexities. 🙂

Stuff I’d like to add

Remember what I told you when I talked about Fairy Tale Crossovers? Sophie is the cousin of Leonie from the Axololtking. (Which by the way got a bonus scene about Leonie’s first day in school! Check it out: Bonusszene!)

As a reminder: As part of the challenge you can collect points by reviewing Fairy Tales yourself. 😉 You can also still participate in the Märchenrallye that Janna organized.

On Thursday you’ll get an interview with Janna about the book and some other Fairy Tale related stuff and on Saturday she’ll talk a bit about adapting Fairy Tales. So stay tuned!

PoiSonPaiNter

© For the cover belongs to its rightful owner.