Monthly Archives: Juli 2021

The Weekend Guess #140

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes RĂ€tsel, das Wortwitze und Wortspiele ĂŒber die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen fĂŒr meine Leser:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um MĂ€rchen, schließlich ist MĂ€rchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das fĂŒr dich?

Du kannst versuchen das RĂ€tsel zu lösen und damit fĂŒnf Punkte fĂŒr die gesammte MĂ€rchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das siebte MÀrchenrÀtsel werfen:

Heptafein

Welches MĂ€rchen suche ich?

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort ĂŒber das Formular!
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Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Christian Handel

Ein kleinen Interview-NachzĂŒgler gibt es diesen MĂ€rchensommer gibt es noch. Christian Handel hat sich fĂŒr seine neusten Werke dem Mini-Bogen noch einmal gestellt.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Palast aus Gold und TrÀnen

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

In Palast aus Gold und TrĂ€nen verwebe ich vor allem osteuropĂ€ische MĂ€rchen in meine Geschichte. Eine bedeutende Rolle nimmt vor allem die berĂŒhmte Hexe Baba Yaga ein. In den Sagen, Mythen und MĂ€rchen, die sich um sie ranken, ist sie mal die Antagonistin, mal die Helferin der Held:innen. Ihr zwielichtiges Wesen so einzufangen, dass ihr auch die Leser:innen nicht ganz ĂŒber den Weg trauen, war eine Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Der Lektoratsprozess. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Ich arbeite sehr gern mit meinen Lektoren zusammen. Beim Palast merkte mein Lektor jedoch an, dass fĂŒr ihn zum einen das Buch mit einem anderen Antagonisten besser funktionieren wĂŒrde, zum anderen der Anfang zu ausfĂŒhrlich geschildert sei und sich dadurch arg zöge. Das Dumme war: er hatte recht. Das hatte zur Folge, dass ich ca. 200 Seiten noch mal gelöscht und neu geschrieben habe. Durch das Raffen des Anfangs lernten sich manche Figuren anders kennen als zunĂ€chst geplant. Und das war in den Überarbeitungsrunden wirklich extrem anstrengend, weil so eine Änderung Auswirkung auf spĂ€tere Kapitel hatte. Das war echt noch mal krass viel Arbeit. Auch fĂŒr meinen Lektor. Allerdings bin ich froh, dass wir das gemacht haben, das Ergebnis liest sich meinem Empfinden nach jetzt so viel besser.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Spontan fÀllt mir der Roman Wildwood Dancing von Juliet Marillier ein. Sie erzÀhlt zwar eigentlich das MÀrchen von den Zertanzten Schuhen, versetzt es jedoch nach Transsilvanien und arbeitet osteuropÀische MÀrchenmotive mit ein. Diese Vorgehensweise fand ich faszinierend und ich liebe den Roman.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Eigentlich ist sie dafĂŒr zu schön, aber Adelaide Kane (Reign) wĂ€re sicher als Muireann phantastisch. Und Marlehn Loose wĂ€re eine großartige Rose. Wenn wir dann gleich beim TrĂ€umen sind: Was hĂ€ltst du von Helen Mirren als zwielichtige Baba Yaga?

Rowan & Ash

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Rowan und Ash beginnt mit einer mĂ€rchenhaften ErzĂ€hlung um eine Schattenhexe, die eine augenzwinkernde Verbeugung an das Grimm’sche MĂ€rchen Die sechs SchwĂ€ne darstellt. Es kommt zwar nicht zu einer Schwanen-Verwandlung. Aber die Hexe, die zur bösartigen Königin wird und Schlossbewohner ihrer menschlichen Gestalt beraubt: das sind wichtige Elemente. In der zweiten HĂ€lfte des Romans, in der es darum geht, dass Rowan sich aufmacht, seine große Liebe Ash zu retten, erfĂ€hrt er mehr ĂŒber die Herkunft der Schattenhexe – und diese Erkenntnisse in die Handlung einfließen zu lassen, ohne dass die Spannungskurve einknickt, war eine Herausforderung.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Zur Verzweiflung gebracht hat mich bei diesem Roman eigentlich nichts. Es war ein wunderbares Abenteuer.

Rowans Prozess, zu sich selbst zu stehen, fĂŒr sich anzunehmen, dass er schwul ist und sich auf einen jungen Mann einzulassen stellt fĂŒr mich den Kern des Romans dar. Ich wollte ein Buch schreiben, in dem sich sowohl queere Menschen wiederfinden und das ihnen Mut gibt, als auch eines, das heterosexuellen Menschen zeigt: so fĂŒhlt sich (fĂŒr manche von uns) das Coming Out an. Diese Sorgen und Ängste quĂ€len viele von uns in dieser Phase. Kein Coming Out gleicht jedoch dem anderen. Ich habe mich also an meinen Erinnerungen orientiert, noch mal alte TagebucheintrĂ€ge gelesen – und das hat teilweise schmerzliche Erlebnisse wieder stark in Erinnerung gerufen.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Rowan & Ash erzĂ€hlt mehr ein eigenes MĂ€rchen, als dass es eine Adaption ist. Da aber Elfen eine große Rolle spielen, möchte ich euch unbedingt die Comicreihe ElfQuest – Abenteuer in der Elfenwelt ans Herz legen. Diese wunderschöne, epische Fantasy-ErzĂ€hlung hat mich sehr geprĂ€gt.

[Anm. In Zusammenarbeit mit The Fantasy Network wird gerade ein Audiomovie erschaffen nachdem es ĂŒber Crowdfunding finanziert werden konnte.]

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Die Schauspieler, an die ich gerade denke, sind eigentlich inzwischen zu alt, aber Ash sah vor meinem inneren Auge Sam Claflin in seiner Rolle als Finnick Odair aus den Hunger Games sehr Ă€hnlich. Und da zwischen den beiden die Chemie zu stimmen scheint, wĂŒrde Josh Hutcherscon (Peetah) als Rowan gut passen.

Mehr zu Christian gibt es hier:

Interview zu Rosen & Knochen: Christian Handel

Homepage: Christian Handel
Twitter: @DarkstarGermany
Facebook: Christian Handel Autor

Vielen Dank, Christian!

Anne/PoiSonPaiNter

MĂ€rchensommer Buchvorstellung #3

Willkommen in der letzten Woche des MĂ€rchensommers!
Denkt dran, euch alle Punkte zu sichern, um tolle E-Book Preise zu gewinnen!

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Vorstellungen.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.
Cover Queer durch die MĂ€rchenwelt
Cover Der Karusellkönig
Cover MĂ€rchentruhe

Ein bisschen mehr Humor als das neulich vorgestellte Rowan & Ash ist Amalia Zeichnerins Queer durch die MĂ€rchenwelt – Der Prinz, der mich liebte. Besonders gelungen finde ich ja die Landesnamen „Nebenannien“ und „Inderferne“. Ein kurzes LesevergnĂŒgen fĂŒr alle die MĂ€rchen und Romance mögen.

DĂŒsterer klingt Der Karusellkönig von Fabienne Siegmund. Habe es neulich mehr durch Zufall entdeckt und in erster Linie gehamstert, weil es als Graphic Novel beworben wurde. FĂŒr mein VerstĂ€ndnis ist es das leider nicht (illustrierte Novelle, nicht gezeichnete Novelle), aber die Zeichnungen sind dennoch faszinierend. Der Plot um die Freundin, die auf einem Jahrmarkt verschwindet ist anders als dass, was man von MĂ€rchen sonst kennt.

Nochmal eine ganz andere Richtung ist die MĂ€rchentruhe von Anja Zachrau. Im Gegensatz zu eigentlich allen Geschichten, die ich bisher vorgestelt habe, ein Buch direkt fĂŒr Kinder zum Vor- oder selbst lesen geeignet. Eine bunte Mischung aus Geschichten zu Feen, Waldgeistern, Außerirdischen und vielen mehr. Schaut auch auf ihrem YouTube Kanal vorbei, da liest sie einige davon vor.

Cover Phantast

Als letzte Vorstellung diesen Sommer, tu ich mal noch was ganz ungewöhnliches und verweise auf eine meiner eigenen Geschichten. In der JubilĂ€umsausgabe des Phantast ist „Tonloses Flötenspiel“ meine Fortsetzung des RattenfĂ€nger von Hameln erschienen und ihr könnt sie hier nachlesen – zusammen mit weiteren tollen Inhalten.

Ein paar Ideen fĂŒr eine WeiterfĂŒhrung der Geschichte hĂ€tte ich schon, vielleicht kehre ich irgendwann noch einmal in jene Welt zurĂŒck. Wir werden sehen.

Übrigens gab es auch bereits eine reine MĂ€rchenausgabe, falls ihr da auch einen Blick hineinwerfen möchtet: Phantast 19. Mit u.a. Interview und Rezension zu Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth und einem Werkstattbericht von Christian Handel zu Rosen & Knochen.

Also dann, genießt die Restwoche des MĂ€rchensommers und denkt dran, alle RĂ€tsel zu beantworten, um euch die Preise zu sichern!

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #139

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes RĂ€tsel, das Wortwitze und Wortspiele ĂŒber die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen fĂŒr meine Leser:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um MĂ€rchen, schließlich ist MĂ€rchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das fĂŒr dich?

Du kannst versuchen das RĂ€tsel zu lösen und damit fĂŒnf Punkte fĂŒr die gesammte MĂ€rchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das sechste MÀrchenrÀtsel werfen:

Das Superheldenteam der MĂ€rchenwelt holt sich den gerechten Lohn

Welches MĂ€rchen suche ich?

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

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Anne/PoiSonPaiNter

Antisemitismus in MĂ€rchen

Heute widmet sich Rachel in ihrem MĂ€rchensommer Gastbeitrag einem Thema, dass, wenn es um MĂ€rchen geht, hĂ€ufig verschwiegen wird. Dennoch bildet genau das die Grundlage fĂŒr so viele Anwendungen in modernen Medien.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Antisemitismus in MĂ€rchen

2017 hat Eva-Maria Obermann uns schon etwas ĂŒber die MĂ€r fĂŒrs Volk erzĂ€hlt, doch was ist ĂŒberhaupt Folklore?

Laut Wikipedia:

Die Folklore (von englisch folk „Volk“, und lore „Überlieferung“ oder „Wissen“) ist der sichtbare Ausdruck des immateriellen kulturellen Erbes einer ethnischen oder religiösen Gemeinschaft. Sie umfasst althergebrachte Traditionen des Volkes und beruht auf generationsĂŒbergreifender Überlieferung, die in mĂŒndlicher, unter UmstĂ€nden aber auch schon seit geraumer Zeit schriftlich oder bildlich fixierter Form vorliegen kann.

Folklore geht oftmals auch mit Nationalismus und dem Genre der Romantik einher. Daraus entstand im 18. Jahrhundert die Mischbewegung des romantischen Nationalismus, das als Antwort auf diverse politische Krisen. Ein gutes Beispiel ist die Französische Revolution. Religiöse Strukturen wurden massiv geschwĂ€cht, viele Technologische Fortschritte standen an einen Wendepunkt, dies in Kombination mit den politischen Ereignissen stĂŒrzte die Bevölkerung in eine tiefe IdentitĂ€tskrise. Um dem entgegen zu wirken und eine neue nationale IdentitĂ€t aufzubauen, haben einzelne LĂ€nder Heilung in einem gemeinsamen Erbe gesucht. Kultur umfasste Sprache, Geografie, Politik und Geschichte und erlaubte dem Nationalismus Fuß zu fassen.

Romantik, deren Hauptinhalte die Liebe zur Folklore, Mystik und Erhabenheit sind, ließ sich sehr gut mit den Konzepten des Nationalismus vereinen und somit wurde die Romantik das Mittel der Wahl um Nationalismus in die Gesellschaft einzufĂŒhren. So wurden z.B. in Deutschland nach der Napoleonischen Invasion, Herder dessen Ideen zur Nationsgestaltung und die Werke der BrĂŒder Grimm miteinander verschmolzen um so der Gesellschaft eine nationale IdentitĂ€t wiederzugeben.

So hatten die Nazis im 3. Reich die Geschichten der BrĂŒder Grimm instrumentalisiert und umgeschrieben, sodass ~der Jude~ jeder einzelne Bösewicht war. ~Der Jude~ wurde die böse Stiefmutter, das Monster im Wald, der Untermensch, der von Gold besessene Kobold. So wurde z.B. RotkĂ€ppchen zum unschuldigen deutschen MĂ€dchen, das dem großen jĂŒdischen Wolf zum Opfer fiel u.v.m.. So geschah es auch mit anderen Folklore Werken. Sie haben vor allem mĂŒndliche Folklore in Form von MĂ€rchen, Legenden, Witten und Sprichwörtern verwendet um „zu beweisen, dass der gesunde Menschenverstand schon lange all die negativen Eigenschaften des Juden erkannt haben.“ (Steven K. Baum, Psychologe) Antisemitismus und Folklore haben aber ein Tandem miteinander entwickelt, schon 2000 Jahre bevor Hitler ĂŒberhaupt geboren wurde. Die Nazis haben hier also nicht Sachen aus dem nichts erfunden, sondern sie einfach weiter auf die Spitze getrieben.

In der Romantik wurde z.B. das Stereotyp des wandernden Juden weiter verstĂ€rkt. Dieses Stereotyp, das schon seit dem 13. Jahrhundert existiert, stellt den Juden als ein unsterbliches Wesen da, das dazu verdammt ist auf ewig in der Welt „umherzuwandern“ als Strafe fĂŒrs verhöhnen Jesu vor seiner Kreuzigung. Es wird davon ausgegangen, dass diese Legende ihren Ursprung im Johannes Evangelium hat (18:20-22) wo von einem Beamten berichtet wird, der Jesus geschlagen haben soll. Dieses Stereotyp erlebte im Deutschland des Jahres 1602 ein Revival. Er wurde auf Pamphlete gedruckt, die in der Bevölkerung große Beliebtheit fanden und antisemitische Unruhen weiter vorantrieben und wurde spĂ€ter von Dichtern der Romantik als sehr beliebter Trope verwendet.

Auch die Darstellung spezifischer MĂ€rchengestalten, bediente sich einer Vielzahl antisemitischer Stereotype. Wie wird die klassische Hexe in einem MĂ€rchen oder Kinderbuch portraitiert? Meistens hat sie eine lange Hakennase, ist gierig, hat einen enormen Appetit auf Kinder … Klingelt da was? Lange Hakennasen, gierig, opfert Kinder…..u get it? So wurden auch JĂŒdinnen*Juden dargestellt. Ritualmord an Kindern inklusive. Als die Hexenverfolgung im Mittelalter Fahrt aufnahm, fielen auch viele jĂŒdische Menschen dem zum Opfer. Hexen wurden als Teufelsanbeter*innen angesehen und jĂŒdische Menschen, waren der Teufel selbst. Dieser galt als enorm verfĂŒhrerisch, ĂŒbermĂ€ĂŸig sexuell und zudem auch den christlichen Menschen ĂŒberlegen. Auch die Bezeichnungen fĂŒr die Hexenversammlungen waren deutlich antisemitisch markiert. Es wurde von einem ‚Hexensabbat‘ und zuvor von ‚Hexensynagogen‘ gesprochen.

Im Endeffekt waren die Hexenverfolgungen stark davon motiviert, die „Ketzer“ zu entlarven und wir alle wissen, dass das lediglich ein Synonym fĂŒr „nicht-christlich“ ist – und wer war offen nicht-christlich? Bingo! JĂŒdinnen*Juden!

Ich hatte ja auch einen Thread zu Antisemitismus in der Folklore und Romantik geschrieben, da findet ihr nochmal mehr Beispiele, aber der antisemitische Dreisatz:

  • Lange Hakennase
  • Geldgier
  • Ritualmord an Kindern

bewĂ€hrte sich anschließend oft, wie in Roald Dahls „Hexen Hexen„.

Die Gastautorin

Rachel, 27 Jahre aus Köln, ist jĂŒdische Buchbloggerin & Buchtuberin, die sich desweiteren auch als Aktivistin gegen Antisemitismus und fĂŒr jĂŒdischen Leben einsetzt.

Twitter: @livenitup_de
Instagram: @livenitup_de

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #138

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes RĂ€tsel, das Wortwitze und Wortspiele ĂŒber die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen fĂŒr meine Leser:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um MĂ€rchen, schließlich ist MĂ€rchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das fĂŒr dich?

Du kannst versuchen das RĂ€tsel zu lösen und damit fĂŒnf Punkte fĂŒr die gesammte MĂ€rchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das fĂŒnfte MĂ€rchenrĂ€tsel werfen:

Köpfchen bringt das Liebste heim

Welches MĂ€rchen suche ich?

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort ĂŒber das Formular!
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Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Jenny Völker

Seit Jahren ist sie eine feste Instanz des MĂ€rchensommer, ob als Rallyestation oder Preisgeberin, ihre BĂŒcher auch dieses Jahr wieder unter den Preisen. Nun endlich auch das Interview ihren Adaptionen!

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Jenny Völker

Ein paar Daten zu dir:

Hallo zusammen,

mein Name ist Jenny Völker und ich schreibe MĂ€rchenromane fĂŒr Erwachsene, weil ich der festen Überzeugung bin, auch wie Großen wollen fantastische Abenteuer erleben, ein magisches Portal entdecken und auf einem Ball mit einem Prinzen tanzen. Meine BĂŒcher starten immer in unserer Welt, damit ihr euch vorstellt, euch könnte auch einmal so etwas passieren. Ob es ein Zwerg ist wie beim „Sternmarie“, der euch abholt, oder Piraten, die euch entfĂŒhren wie bei „Die gefallene Fee“, oder ob ihr von heute auf morgen HexenkrĂ€fte habt und mitten in einem Wald steht, obwohl ihr euch eigentlich mitten in der Frankfurter Innenstadt befindet wie bei „Die Weltenfalten“ – durchdrungen werden meine Romane immer von Hoffnung und Magie, Spannung und Liebe.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinen MĂ€rchen:

1. Welches Element deiner MĂ€rchen war am Schwierigsten umzusetzen?

Ich finde es immer eine Herausforderung, den richtigen Weg zu finden zwischen dem kindlichen Zauber von MÀrchen und dem, was wir Erwachsenen uns vorstellen können, was wirklich passieren könnte.

2. Was hat dich bei der Arbeit an den MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Wenn ich mal in einem Loch stecke und nicht weiß, wie es weitergeht, das lĂ€sst mich verzweifeln – aber zum GlĂŒck immer nur, bis die Muse wieder zu flĂŒstern anfĂ€ngt.

3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deiner MĂ€rchen, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich finde die klassischen ErzÀhlvarianten immer am schönsten.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte deine MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Also den Piraten von „Die gefallene Fee“ könnte definitiv Colin O’Donoghue spielen!

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deiner MĂ€rchen?

Dass die Leser sich darauf einlassen. Ich glaube, solange wir MĂ€rchen lesen, bleibt die Hoffnung in unseren Herzen.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Als ich noch klein war und mir meine Mutter abends aus meinem MÀrchenbuch vorgelesen hat. Darin war zwar nur wenig Test, aber die Bilder waren traumhaft schön.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Auf jeden Fall Happy End, das ist mir sehr wichtig, um die Hoffnung zu transportieren, die in meinen Augen MĂ€rchen ausmachen.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Ich finde es wunderbar, dass egal wie aussichtslos deine Situation am Anfang ist, am Ende findest du das große GlĂŒck.

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

Die Guten werden belohnt und die Bösen bestraft.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Ich nehme das Abenteuer an und versuche, das Tier zu erlösen. Wer weiß, wen ich auf dem Weg kennenlerne und welche fantastische Geschichte ich erleben wĂŒrde.

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Mehr Zeit (was wĂŒrde eine Stunde mehr am Tag ausmachen?), Gesundheit und Gelassenheit. Ich bin definitiv zu ungeduldig 😉

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Schwere Frage. Mit der Bestrafung der Bösewichte tue ich mich in meinen BĂŒchern immer schwer. Ich bin einfach zu nett. Aber eine gerechte Strafe ist immer das Ziel.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Mit Belle aus die Schöne und das Biest. Einen Tag in der Bibliothek verbringen, zwischendurch eine Schneeballschlacht im Garten und abends ein mÀrchenhafte Ball. Wunderbar.

Mehr zu Jenny gibt es hier:

Homepage: Jenny Völker
Facebook: Jenny Völker
Instagram: jennyvoelker_autorin

Vielen Dank, Jenny!

Anne/PoiSonPaiNter

MĂ€rchensommer Buchvorstellung #2

Willkommen in der fĂŒnften Woche des MĂ€rchensommers!

Wie ihr gemerkt habt, halte ich mich dieses Jahr etwas zurĂŒck mit der Vorstellung von MĂ€rchenadaptionen, doch ein paar weitere möchte ich euch nicht vorenthalten.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Im dritten Jahr als Station der MÀrchenrallye und Preisgeberin ist Jenny Völker dabei. Da wird es Zeit, dass ich euch noch ein paar weitere ihrer MÀrchenadaptionen vorstelle:

Cover Die Gefallene Fee
Cover Goldröschen
Cover Sternmarie

Die gefallene Fee ist in diesem Sommer einer der Preise und erzĂ€hlt ein MĂ€rchen voller Piraten und magischen Welten. Mich wĂŒrde es nicht wundern, wenn darin auch ein gewisses tickendes Krokodil einen Gastauftritt hat. Ob es stimmt, mĂŒsst ihr mir bei Gelegenheit erzĂ€hlen.

Dornröschen-Flair gibt es in Goldröschen. Ein restaurierter Spiegel fĂŒhrt den Protagonisten in eine andere Welt, ob er die schlafende Frau retten kann?

Jennys Debutroman Sternmarie dĂŒrfen wir natĂŒrlich auch nicht vergessen. Darin verknĂŒpft sie Fantasy Elemente mit einem abenteuerlichen MĂ€rchen ĂŒber der Suche nach dem Selbst, indem auch Elfen, Zwergen und Hexen nicht zu kurz kommen.

Als zweites haben wir heute ein kleines Update zu den MĂ€rchenwerken von Christian Handel

Cover Palast aus Gold und TrÀnen

Palast aus Gold und TrĂ€nen ist die Fortsetzung von Rosen & Knochen, dass ich 2018 bereits im MĂ€rchensommer gelesen und (wie eben verlinkt) rezensiert habe. Das DĂ€monenjĂ€gerinnen PĂ€rchen begibt sich in ein neues Abenteuer, dass sie erst auf einen Ball und dann zu niemand geringerem als der Baba Yaga fĂŒhrt. Russische MĂ€rchenwelt verwoben mit Grimmschen EinflĂŒssen.

Es ist leider an mir vorbeigegangen, dass das Buch erschienen ist, aber das hat die Entscheidung ein bisschen zu #BĂŒcherHamstern direkt einfacher gemacht. Bin gespannt wie es mit Muireann und Rose weitergeht …

Rowan & Ash geht in eine komplett andere Richtung. Wo das romantische in in den Hexenwald-Chroniken nur ein Nebenschauplatz ist, steht es hier im Vordergrund. Eine arrangierte Ehe, eine unerwartete Liebe eines Prinzen zu einem nicht-Adligen und ein Königreich, dass gerettet werden muss. Ob es ein Happy End gibt ? MĂŒsst ihe selbst herausfinden.

Von beiden Schreiberlingen könnt ihr euch ĂŒbrigens noch auf ein Interview-(Update) freuen.

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #137

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes RĂ€tsel, das Wortwitze und Wortspiele ĂŒber die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen fĂŒr meine Leser:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um MĂ€rchen, schließlich ist MĂ€rchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das fĂŒr dich?

Du kannst versuchen das RĂ€tsel zu lösen und damit fĂŒnf Punkte fĂŒr die gesammte MĂ€rchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das vierte MÀrchenrÀtsel werfen:

Kuckucksei wird zum Mobbingopfer

Welches MĂ€rchen suche ich?

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort ĂŒber das Formular!
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Anne/PoiSonPaiNter

Schreiberlinge im Interview: Katrin Ils

Im MĂ€rchensommer ist das Plotbunny zu Das Rot der Nacht entstanden, heute beantwortet Katrin Ils die Interviewfragen dazu.

Das MĂ€rchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "MĂ€rchensommer" ĂŒber einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grĂŒnen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Katrin Ils

Ein paar Daten zu dir:

Ich bin Katrin Ils und lebe in Wien, wo ich viel zu viel Kaffee trinke und dĂŒstere Fantasy Romane schreibe. Neben dem WintermĂ€rchen „Das Rot der Nacht“, habe ich bis jetzt drei BĂ€nde der Fantasy-Serie „Unstern“ und den Einzelroman „Splitter der Nacht“ veröffentlicht. Neben dem Schreiben bastele ich auch irrsinnig gerne, mach YouTube Videos und ich habe neben der schon fast obligatorischen Notizbuch-Sucht auch eine ausgewachsene Liebe zu Stickern und Washi Tape.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem MĂ€rchen:

1. Welches Element deines MĂ€rchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Das herausgetrennte Tierherz als Beweis dafĂŒr, dass jemand tot ist. Ich wusste, dass es vorkommen wird, aber wie genau ich es so unterbringe, dass es organisch (ha!) in die Handlung einfließt und nicht aufgedrĂŒckt wirkt, wer es warum und wem ĂŒberbringt – da stand am Anfang ein großes Fragezeichen dahinter. Doch letztendlich hat es sich ganz natĂŒrlich in den Plot gefĂŒgt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am MĂ€rchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Der grĂ¶ĂŸte Knackpunkt war, wie sehr ich das Umfeld der Heldin ausbauen soll. Im MĂ€rchen bleibt es dann doch sehr vage, zu vage fĂŒr einen Roman. Und dann war die Frage, wie viel ich mich mit den Vorstellungen vom MĂ€rchenmittelalter spielen soll und wie viel „tatsĂ€chliches Mittelalter“ ich einfließen lassen soll. Und dann die Recherche zu der Zeit um 1200. Ich hatte bei dem Buch nicht damit gerechnet, dass ich Stunden danach googeln werde, wann Knöpfe in welchen Schichten an welcher Kleidung ĂŒblich waren 


3. Welche Fassung (Film, ErzĂ€hlung, Adaption) deines MĂ€rchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Red Riding Hood von Sarah Blakley-Cartwright. Es ist ein „Buch zum Film“, und den Film selbst habe ich nicht gesehen, aber das Buch fand ich toll! Die Art, wie sie Stimmung aufbaut und dann natĂŒrlich die Umsetzung des RotkĂ€ppchenstoffes ist einfach super.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein MÀrchen umsetzen. Wen siehst du in den Hauptrollen?

Schwierige Frage. Ich weiß nicht, ob ich da nach Aussehen oder schon gespielten Rollen gehen soll. Da schummle ich mich jetzt drĂŒber und lasse dem Castingteam freie Hand, solange ich einmal am Set dabei sein und zuschauen darf.

5. Was wĂŒnscht du dir fĂŒr die Zukunft deines MĂ€rchens?

Also ĂŒber den Film-Menschen wĂŒrde ich mich sehr freuen *g*

Ich wĂŒrde unglaublich gerne einmal eine MĂ€rchenlesung mit „Das Rot der Nacht“ machen, und zwar als Stationslesung nachts im Wald. Die Zuhörenden wĂŒrden von Station zu Station gefĂŒhrt werden, und an jeder wĂŒrde aus einem MĂ€rchen gelesen werden. Das fĂ€nde ich unheimlich toll, und vielleicht gelingt die Organisation ja, wenn man sich wieder nĂ€her als 2 Meter kommen darf.

Ansonsten hoffe ich, dass Belanca noch ganz viele Lesenden mit in den Winterwald nimmt, und dass die KrÀhenhexe vielleicht beim nÀchsten Schneefall ihre Geschichte erzÀhlen kann.

Schauen wir uns deine MĂ€rchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um MÀrchen geht?

Mein Großvater hat mir ein MĂ€rchenbuch geschenkt, in dem nicht nur die von den Grimms gesammelten, sondern auch andere waren und ich bin völlig in dem Buch versunken. Es ist eines der ersten BĂŒcher, wo ich mich bewusst an das Lesen von ihm erinnern kann: Die Stimmung, das Gewicht des Buches, die Seiten unter den Fingern und das GefĂŒhl, nach Hause zu kommen und eine vertraute Zeichnung auf der Seite zu sehen.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy End. Von der anderen Sorte gibt es auf der Welt bereits genug.

8. Was stört/begeistert dich bei MÀrchen am meisten?

Ich mag, dass MĂ€rchen trotz ihrer Einfachkeit so viel Raum fĂŒr Interpretation und Fantasie lassen. Obwohl die Figuren und die Handlung sehr gradlinig erzĂ€hlt werden – oder gerade weil – , lĂ€dt der Leeraum zu Fragen ein. War der König wirklich so gut? Warum waren die Stiefschwestern so böse? Warum haben Prinzen einen Fetisch fĂŒr schlafende und/oder tote Frauen?

9. Was ist fĂŒr dich typisch an einem MĂ€rchen?

MĂ€rchen sind kleine Welten ohne Grauzonen, in denen Magie alltĂ€glich ist. Es gibt klare Regeln, was gut und was böse ist, und ein falsch abgezupfter Salatkopf hat schon schlimme Konsequenzen. Über sprechende Tiere, WunscherfĂŒllung, Zwerge oder selbst deckende Tische hebt sich hingegen nicht einmal eine halbe Augenbraue. Ach ja, und drakonische Strafen. In einer MĂ€rchenwelt möchte ich mich wirklich nicht danebenbenehmen.

Zum Schluss noch ein paar mÀrchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was wĂŒrdest du tun?

Auf ein gemeinsames Abenteuer gehen! (Ich gehe einmal ganz naiv davon aus, dass er:sie erlöst werden will.)

11. Eine gute Fee will dir drei WĂŒnsche erfĂŒllen, was wĂŒrdest du dir wĂŒnschen?

Ich glaube, ich wĂŒrde erst einmal das Kleingedruckte sehen wollen. (Merkt man, dass ich der MĂ€rchenwelt nicht so recht traue?) Damit wĂ€re ein Wunsch vermutlich schon weg.

Ansonsten: Ich wĂŒrde mir wirklich von Herzen wĂŒnschen, dass Gier aufhört, zu existieren. Es ist fĂŒr mich die zerstörerischste Charaktereigenschaft, die die Menschheit hat. Weniger Gier, mehr Einsicht, mehr Geduld miteinander und weniger Stolz – wenn es das als Kombipaket gĂ€be, gĂ€be es mehr Happy Ends.

12. Welchen MĂ€rchenweg wĂŒrdest du wĂ€hlen um jemanden aus dem Weg zu rĂ€umen?

Gute Frage, vor allem nachdem MĂ€rchen uns gezeigt haben, dass die meisten Methoden sehr unzuverlĂ€ssig sind. Ich glaube, ich wĂŒrde die Backofen-Methode aus HĂ€nsel und Gretel wĂ€hlen: Da sind auch gleich alle Beweise mitbeseitigt.

13. Bonusfrage: Mit welcher MĂ€rchenfigur wĂŒrdest du gerne tauschen?

Mit jede:r, der:die gerade das Tischlein-deck-dich hat!

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Vielen Dank, Katrin!

Anne/PoiSonPaiNter