Monthly Archives: Juni 2020

Märchensommer Buchvorstellung #4

Willkommen in der fünften Woche des Märchensommers!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Nun, da alle Neuerscheinungen der Märchenspinnerei vorgestellt sind, möchte ich euch zwei Anthologien zeigen, die ihr als Hauptpreis des Sommers gewinnen könnt:

Cover Frühlingserwachen im Märchenwald
Cover Die koboldhafte Welt der Waldwesen

Frühlingserwachen im Märchenwald und Die koboldhafte Welt der Waldwesen sind Anthologien der Textgemeinschaft. Von beiden hat Carola, die Chefin, mir jeweils fünf E-Book Exemplare zur Verfügung gestellt.

Während im Frühlingserwachen der Fokus auf Märchen für Erwachsenen liegt (Adaptionen und Eigenkreationen), dreht sich in der frisch geschlüpften (5.5.) koboldhaften Welt alles um die (Märchen)Waldbewohner, inklusive aktueller Thematiken wie Klimawandel und Coronaviren.

(Wo wir grade vom Märchenwald sprechen: Die Märchenrallye hat auch eine Station bei der Textgemeinschaft, findet ihr euren Weg dahin und bis zum Ende?)

Wolltet ihr schon immer mal selbst ein Märchen schreiben? Dann gibt es hier ein paar Tipps und Gedanken, was ihr bei der Benamsung eurer Figuren beachtet solltet: Märchen schreiben – wie finde ich gute Namen für Figuren?

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Als Carola mir ein Print-Exemplar des Frühlingserwachens schickte, erkannten wir, dass wir in der gleichen Stadt geboren wurden. B)

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #130

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Leser:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das vierte Märchenrätsel werfen:

Vom Wind verwehte Wegweiser führen zu amphibischen Beistand

Welches Märchen suche ich?

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Anne/PoiSonPaiNter

Brüder Grimm Festspiele in Hanau

Im heutigen Märchensommer Gastbeitrag nimmt uns Jule Reichert mit zu den Brüder Grimm Festspielen nach Hanau.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Märcheninszenierungen für Groß und Klein

Die Corvid-19-Pandemie wirft dieses Jahr alles durcheinander. Diverse Veranstaltungen wurden abgesagt, darunter auch die Brüder Grimm Festspiele in Hanau.

Ja, Hanau. Ihr habt richtig gelesen. Hanau ist die Geburtsstadt der Brüder Grimm und bildet somit auch den Anfang der Deutschen Märchenstraße. Seit 35 Jahren finden in Hanau daher die Brüder Grimm Festspiele statt.

Die Premiere der Märchenfestspiele war 1985, zum 200 Geburtstag Jacob Grimms. Den Auftakt machten “Rumpelstilzchen” und “Rotkäppchen” als die ersten Aufführungen der Festspiele. Neben zahlreichen anderen bekannten Märchen kehrten beide im Laufe der Jahre wieder zurück auf die Bühne, Rotkäppchen zuletzt als Musical.

Dabei wurden auch die Inszenierungen immer einfallsreicher und moderner. So trat Rotkäppchen im Musical als Lotte auf, ein phantasievolles Mädchen, dass “in der perfekten Stadt” wohnt. Ihre Großmutter ist selbst eine – nicht ganz so gute – Hexe und der böse Wolf kommt mitsamt seines Neffen daher. Der ist übrigens Vegetarier und sehr fasziniert von Pflanzen. Irgendjemanden fressen will er nicht, stattdessen freundet er sich mit Rotkäppchen und deren neuen Freundin Petunia an. Am Ende landet übrigens die Bürgermeisterin in ihrer wahren Gestalt im Bauch des Wolfes.

Neben den Inszenierungen für Kinder, wie Rotkäppchen, gibt es natürlich auch welche, die sich an ein erwachsenes Publikum richten. In den letzten Jahren kamen zusätzlich Stücke der Zeitgenossen Grimms wie Johann Wolfgang von Goethe oder von Franz von Kobell dazu.

Seit 2000 finden die Märchenfestspiele im Amphitheater Hanau in einer passenden und märchenhaften Atmosphäre statt.

Von den Brüder Grimm Festspielen könnt ihr euch selbst ein Bild machen, am besten natürlich, in dem ihr nächstes Jahr ein Stück besucht. So lange könnt ihr euch auf der Webseite http://www.festspiele.hanau.de tummeln und vielleicht Merchandise erwerben. Unter anderem auch das Musical Rotkäppchen. Es lohnt sich auch ein Blick auf Instagram und natürlich in den YouTube-Kanal. Dort wurden in den letzten Wochen Live-Aufnahmen ganzer Stücke veröffentlicht, mit denen man sich – trotz heiserer Fee in „Dornröschen“ – doch einen gemütlichen Streaming-Abend machen kann.

Die Gastautorin

Vollzeitmutter, Teilzeitbibliothekarin und Möchtegernautorin – so beschreibt sich Jule Reichert mit einem Augenzwinkern selbst. 1981 in Hessen geboren, entdeckte sie bereits in der Schulzeit ihre Liebe zu Geschichten; insbesondere zum Fantasy-Genre. Heute lebt und arbeitet sie im Großraum Frankfurt. Wann immer es ihr möglich ist, frönt sie ihrer größten Leidenschaft: dem Schreiben. Dabei ist ihre Familie nicht nur ihre beste Motivation, besonders ihre Kinder sind auch die besten Zuhörer.

Autorinnenblog: moechtegernautorin
Twitter: @JMH_Reichert
Instagram: moechtegernautorin_jr

Anne/Poisonpainter

Märchenspinnerei im Interview: Tina Skupin, Janna Ruth & Mira Lindorm

Das heutige Märchensommer Interview mit den  Märchenspinnerinnen gibt es in einem Dreigespann. 
Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Grad erst vorgestellt, geht es mit diesen dreien weiter:

Tina Skupin: Wild Hunt Casino

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Die Show. Mein Buch spielt ja in Las Vegas, und Brüderchen und Schwesterchen sind Artisten. Die Show, Fire and Stag, die sie auf die Beine stellen, ist der emotionale Kern des Buches.

Eine Show ist etwas Visuelles, ist ja schon im Namen SHOW! Es lebt von den Elementen auf der Bühne, und gleichzeitig von dem Live-Gefühl. Ein Video eines Konzerts ist nicht das gleiche Gefühl wie das Konzert selbst! Ich musste dieses Gefühl vermitteln, und gleichzeitig die Show, und ich glaub, das war eine der Schwierigsten Sachen überhaupt, die ich je in einem Buch gemacht hab.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Mein Hauptcharakter, Ti. Die basiert ja auf der bösen Stiefmutter im Originalmärchen. Ich wollte einen moralisch grauen Charakter, eine Person, mit der man mitfiebert, die sich aber nicht immer ok verhält, und manchmal sogar absolut scheußlich. Den ersten Rückmeldungen nach zu urteilen, ist mir das gelungen, aber das hat einige Durchgänge gebraucht, und die tatkräftige Hilfe meiner Schreibschwester Janna Ruth, die das Märchen aus der Richtung von Schwesterchen interpretiert hat. Wir haben uns gegenseitig lektoriert, und sie hat immer den Finger auf Wunde gelegt, wenn Ti gar zu böse wurde.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich bin da Traditionalist: das Original-Grimmärchen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Ganz eindeutig Cate Blanchett als Ti – Ti ist Cate Blanchetts beste Rollen der letzten Jahre: Galadriel, Oceans 8 und Hela. Zendaya als Anita, ein sehr junger Antonio Banderas als Ernesto. Viggo Mortensen als Arawn und als Oberon… hmm, schwierig. Vielleicht Leonardo di Caprio? Ich glaube der hätte Spaß daran, mal so richtig richtig böse zu sein!

Mehr zu Tina gibt es hier:

Interview zu Hollerbrunn: Tina Skupin
Meine Rezension zu Die Supermamas

Homepage: Tina Skupin
Facebook: Tina Skupin Autor
Twitter: @TinaSkupin

Janna Ruth – Der Herr der wilden Jagd

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Mit Sicherheit war das Schwerste Dylans Autismus auf eine Art darzustellen, die realistisch aber unaufdringlich ist. Dazu habe ich mir sogar zum ersten Mal einen Sensitivity Reader dazugeholt.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Eigentlich nichts. Kompliziert war es eine gute Adaption des Mords an Schwesterchen, ihrer Geistwerdung und letztendlichen Wiederbelebung zu finden, die immer noch in dieses eher realistisch gehaltene Märchen passt.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Ich kenne ehrlich gesagt keine andere Fassung außer dem Original. Mittlerweile weiß ich zwar, dass es schon ein paar Mal umgesetzt wurde, wenn auch längst nicht so oft wie bekanntere Märchen, aber gelesen oder gesehen habe ich noch keine.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Oje, da muss ich schon wieder passen. Ich sehe meine Charaktere recht selten mit Schauspielern besetzt. Eigentlich fast nie. Aber die Briten haben so wunderbare Jungschauspieler, vielleicht findet sich unter ihnen jemand, der noch nicht durch lauter andere Rollen bekannt ist und Arawn, Carys und Dylan seine ganz eigene Farbe geben kann.

Mehr zu Janna gibt es hier:

Interview zu Im Bann der Zertanzten Schuhe: Janna Ruth

HomepageJanna Ruth
FacebookAuthor Janna Ruth
Twitter@Janna_Mobs

Mira Lindorm – Ein Kind der Magie

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Am meisten Schwierigkeiten machte mir die Liebesgeschichte, die auch in der Handlung steckt. Ich hätte sie am liebsten weggelassen, aber dann wäre ein Happy End, wie es das Märchen haben sollte, nicht möglich gewesen.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Ganz prosaisch die Zeit. Als ich das Märchen schrieb, war es ja noch für eine Veröffentlichung im Zeilengold-Verlag bestimmt, und ich hatte eine enge Deadline. Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass ich es letzten Endes erst ein Jahr später und ganz woanders veröffentlichen würde, wäre die Arbeit um einiges leichter gewesen.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Der Film „Rumpelstilzchen“ von 2006 mit Katharina Thalbach als Rumpelstilzchen.

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Niemand bestimmtes, fürchte ich. Rumpelstilzchen sollte hager und klein sein, etwas struppig und mit ungehobelten Manieren, und die Müllerstochter ein schlichtes, ländlich naives Mädchen – denn der König im Märchen heiratet sie ganz bestimmt nicht wegen ihres Aussehens, sondern nur, weil sie das Gold beschafft hat.

Mehr zu Mira gibt es hier:

Interview zu Herzenswünsche kommen teuer: Mira Lindorm

Autorenblog: Mira Lindorm
Facebook: 1002 Märchennacht

Vielen Dank, Tina, Janna & Mira!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

Märchensommer Buchvorstellung #3

Willkommen in der dritten Woche des Märchensommers – und meinem sechshundertsechsundsechzigsten Beitrag!

Auch heute möchte ich euch nicht vorenthalten, welche neuen Märchenadaptionen seit dem vergangenen Jahr erschienen sind – oder was ich neu entdeckt habe.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Weiter geht es mit einem weiteren „Licht und Schatten“ Novellenpaar der Märchenspinnerei:

Nachdem wir letzte Woche vorweg gesprungen sind, heute wieder einen Schritt zurück zum zweiten Novellenpaar von Tina Skupin und Janna Ruth: Die Wylde Jagd.

Nach ihren Adaptionen Hollerbrunn (Frau Holle) und Im Bann der zertanzten Schuhe (Die zertanzten Schuhe – Gewinner Indie Seraph 2018) widmen sich die beiden dem Märchen Brüderchen und Schwesterchen, das Ganze verknüpft mit Elementen aus walisischer Mythologie und der Legende von der Wilden Jagd.

Die Wilde Jagd während der Rauhnächte thematisiertet Tina ja bereits in Hollerbrunn. Mit Wyld Hunt Casino geht sie einen Schritt weiter und nimmt Leser:innen, in skupinsch humoristischer Manier, mit auf einen Oceans-würdigen, ausgeklügelt geplanten Überfall (Heist) in Las Vegas.

Ruhiger, und vor allem romantischer erzählt Jannas anschließend die Geschichte des Herr der wilden Jagd in Wales weiter. Besonders interessant hier, ein autistischer Nebencharakter. Nach der Posttraumatischen Belastungsstörung widmet sie sich somit einem weiteren Thema, das in der Literatur oft untergeht.

Die Schreibstile der beiden sind so unterschiedlich wie faszinierend, dass ich schon sehr gespannt bin, in diese Welt einzutauchen.

Seid ihr schon mit der Wylden Jagd geritten?

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #129

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Lese:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das dritte Märchenrätsel werfen:

Verwandlungsfluch durch egoistischen Instrumentendiebstahl

Welches Märchen suche ich?

Hinweis: Es ist in erster Linie ein Märchenfilm!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Anne/PoiSonPaiNter

Märchenspinnerei im Interview: Rabea Blue

Heute im Interview im Rahmen des Märchensommers: Märchenspinnerin Rabea Blue.

Banner der Märchenspinnerei. Es zeigt links ein Spinnrad auf dessem Faden zur Spindel verschiedene Märchenfiguren sitzen, stehen oder laufen.

Rabea Blue – Autorin von „Saving Rapunzel“

Ein paar Daten zu ihr:

Hi, ich bin Rabea, Jahrgang 1985 und lebe in Südhessen, am Rande des Odenwalds. Schon als Kind habe ich Geschichten über z.B. Außerirdische geschrieben und habe dieses Hobby nach meinem BWL-Studium glücklicherweise wieder aufgenommen, denn es ist ein für mich ein wunderbarer Ausgleich zu Familie und Brotjob.

Ich schreibe hauptsächlich Fantasy und habe bereits zwei Teile einer Reihe, eine Science-Fiction Novelle als auch mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht.

Vorneweg ein paar Fragen zu deinem Band „Saving Rapunzel“ und der Märchenspinnerei:

1. Welches Element deines Märchens war am Schwierigsten umzusetzen?

Ehrlich gesagt das offensichtlichste: Rapunzels lange Haare.

Es war schwierig sich zu überlegen, wie lang die Haare sein durften, ohne dass Jane von den Mitgliedern der Sekte, in der sie aufwuchs, als zu ungewöhnlich auffiel.

2. Was hat dich bei der Arbeit am Märchen am meisten zur Verzweiflung gebracht?

Die Testleser in Form einiger anderer Märchenspinnerinnen waren nicht überzeugt von dem ursprünglichen Plot und ich war kurz davor alles einzustampfen. Irgendwann reifte die Idee, den Aufbau etwas individueller zu gestalten und so hat es sich schließlich durchgesetzt.

3. Welche Fassung (Film, Erzählung, Adaption) deines Märchens, außer deiner eigenen, magst du am liebsten?

Disneys Rapunzel – Neu verföhnt 🙂

4. Ein Film-Mensch kommt auf dich zu und möchte dein Märchen umsetzen, wen siehst du in den Hauptrollen?

Puh, vielleicht Jake Gyllenhaal als Diego und Emilia Clarke als Jane.

5. Was wünscht du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Dass wir weiter wachsen und nicht müde werden, mehr und mehr Märchen zu adaptieren 😉

Schauen wir uns deine Märchenleidenschaft mal etwas genauer an…

6. Was ist deine schönste Erinnerung, wenn es um Märchen geht?

Dass mein Papa früher meiner Schwester und mir an den Wochenenden Märchen aus riesigen Bilderbüchern vorgelesen hat.

7. Was magst du lieber? Happy End oder Bad End?

Happy 🙂

8. Was stört/begeistert dich bei Märchen am meisten?

Es steckt meistens eine Warnung oder ein Appell dahinter.

9. Was ist für dich typisch an einem Märchen?

Die Originalfassungen sind oft echt grausam.

Zum Schluss noch ein paar märchenhafte Fragen:

10. Du triffst auf ein sprechendes Tier, das dir weismachen will, dass es ein verzauberter Mensch ist. Was würdest du tun?

Es fragen, wie man helfen kann, es wieder zurückzuverwandeln.

11. Eine gute Fee will dir drei Wünsche erfüllen, was würdest du dir wünschen?

Ewige Gesundheit für mich und meine Lieben, Hermines Zeitumkehrer und einen Blick in ein alternatives Leben.

12. Welchen Märchenweg würdest du wählen um jemanden aus dem Weg zu räumen?

Vermutlich die Art, wie die Geißlein den Wolf losgeworden sind: in den Brunnen schmeißen. Aber auch nur, weil wir einen uralten Brunnen in unserem Hof stehen haben.

13. Bonusfrage: Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne tauschen?

Mit Disneys Arielle 😉

Mehr zu Rabea gibt es hier:

Facebook: Rabea Blue Autorin
Twitter: @RabeaBlue
Instagram: BlueRabea

Vielen Dank, Rabea!

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Anne/PoiSonPaiNter

Märchensommer Buchvorstellung #2

Willkommen in der dritten Woche des Märchensommers!

Wie bereits erwähnt, wird es in diesem Jahr keine Montagsfragen geben, ich möchte euch dennoch nicht vorenthalten, welche neuen Märchenadaptionen seit dem vergangenen Jahr herausgebracht wurden – oder was ich neu entdeckt habe.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

weiter geht es mit den Neuerscheinungen in der Märchenspinnerei

Letztes Jahr hatte ich euch Ein Funke Magie von Elena Münscher bereits vorgestellt, seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Ursprünglich im Zeilengold Verlag erschienen, mussten die Spinnerinnen nach Ende des Verlags umdenken und umstrukturieren.

Gemeinsam mit dem Verlag wollten sie Novellenpaare schaffen, die unter der Prämisse „Die Bösen und die Guten“ standen und jeweils ein Märchen von der Seite des „Bösewichts“ und der Held:innen beleuchtete. In eigener Regie – in Zusammenarbeit mit dem Machandel Verlag für die kombinierten Print-Ausgaben – wurde das Konzept nun zu „Licht und Schatten“ umgearbeitet.

Offiziell sind diese beiden das Dritte Pärchen, da Ein Kind der Magie von Mira Lindorm erst im Mai erschienen ist. Dennoch wollte ich mit den beiden anfangen, aufgrund der oben genannten Situation.

Diese Adaption – gemeinsam als Versprechen der Magie bezeichnet – geht es um Rumpelstilzchen und die Gründe, warum der Gnom Kinder sucht. Dies geschieht einmal in der Vergangenheit (Funke) und in der Gegenwart (Kind) mit einer Folgegeneration aus dem ersten Band.

Ein wirklich interessantes Konzept. Wenn ihr nun auch neugierig geworden seid, dann empfehle ich euch, genügend Märchenpunkte zu sammeln, denn der Machandel Verlag stellt drei E-Books des Sammelbandes als Preise zur Verfügung.

Habt ihr schon eines der Novellenpaare gelesen? Schreibt gern eine Rezension dazu, auch damit könnt ihr Punkte verdienen!

Anne/Poisonpainter

The Weekend Guess #128

Eine Gedankenblase mit dem Schriftzug "The Weekend Guess" auf blauem Grund und in einem braunen Rahmen

Was ist der Weekend Guess?

Ein von mir formuliertes Rätsel, das Wortwitze und Wortspiele über die Antwort selbst enthalten könnte, wird hier zum Lösen für meine Leser:innen eingestellt.

Worum geht es bei den Fragen?

Diese sieben speziellen Fragen drehen sich um Märchen, schließlich ist Märchensommer. 😉

Was ist deine Aufgabe dabei und was bringt das für dich?

Du kannst versuchen das Rätsel zu lösen und damit fünf Punkte für die gesammte Märchensommer Challenge sammeln!

Lasst uns einen Blick auf das zweite Märchenrätsel werfen:

Wintereinbruch birgt fatale Umsatzeinbußen

Welches Märchen suche ich?

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Wenn ihr die Antwort kennt, benutzt NICHT die Kommentare, sondern sendet eure Antwort über das Formular!

Anne/PoiSonPaiNter

Es war einmal… und wird immer wiedererzählt

Teilnehmerin der ersten Stunde, reiht sich Anne Danck nun in die Reihen der Märchensommer Gastbeitragschreiber:innen ein und erzählt euch ein bisschen was zu verschiedenen Märchenadaptionen.

Das Märchensommer Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer" über einem aufgeschlagenen Buch streut. Alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund.

Märchenadaptionen im Vergleich

Ob als Film, Serie oder Buch – es gibt so viele verschiedene Märchenadaptionen und (beinahe) jede bedient einen anderen Aspekt des Märchens, hat einen anderen Blickwinkel. Da ich genau diese kleinen Unterschiede spannend finde, habe ich hier mal einen Überblick zusammengestellt, mich dabei allerdings auf die Adaptionen in Buchform konzentriert (da es sonst den Rahmen gesprengt hätte). Ich weise daraufhin, dass es sich natürlich nur um meine eigene persönliche Interpretation / Meinung handelt.

Eine schöne Zusammenfassung darüber, was für allgemeine „Typen“ der Märchenadaption es gibt, hat Janna Ruth im Märchensommer 2017 erstellt. Und falls ihr noch mehr über die einzelnen Varianten wissen wollt, sind außerdem die Blogartikel und Rezensionen von Poisonpainter verlinkt.

Aschenputtel

Aschenputtel wurde tausendfach als Film adaptiert und wenn man das Märchen auf seine Grundhandlung herunterbricht (hilflose Außenseiter:innen werden auf quasi magische Weise aus ihrem Schicksal erlöst), findet man vermutlich fast in jeder Geschichte Aschenputtel-Elemente. Doch es gibt viele Möglichkeiten, wieder Schwung in die vermeintlich abgenutzte Geschichte zu bringen:

Aschenkindel (Roman von Halo Summer) – Ihre gute Fee hat es einfach nicht drauf und Aschenputtel will eigentlich auch gar nicht auf den Ball, weil sie den Prinzen noch als sehr anstrengend und weinerlich von einem Kindergeburtstag in Erinnerung hat. Eine Adaption mit sehr viel Augenzwinkern.

Das Auge des Hähers (Von Fuchsgeistern und Wunderlampen, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Nina Blazon) – Aschenputtel muss in der Asche schlafen, weil das böse Zauber fernhält, und Putzen ist eine Tradition, die alle im entsprechenden Alter durchmachen müssen.

Guilded Ashes (Novelle von Rosamund Hodge) – Warum ist Aschenputtel trotz ihres Schicksals immer fröhlich und gut gelaunt? Ganz klar, weil sie den Geist ihrer Mutter bei Laune halten muss, der jedem etwas antut, der sie zum Weinen bringt

Ein Happy End ist harte Arbeit (Es war einmal… ganz anders, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Tina Skupin) – Aschenputtel aus Sicht der Fee, die den Ball für den Prinzen organisiert. Hierbei sind einige Rollen anders als man sie erwartet.
[Anm.: Einen Ausschnitt aus dieser Geschichte könnt ihr euch hier anhören: Märchenlesung]

Wie Monde so silbern (Luna-Chroniken Band 1, Roman von Marissa Meyer) – Aschenputtel trifft SciFi. Und als Cyborg verliert sie natürlich nicht ihren Schuh… sondern gleich den ganzen Fuß.

Dornröschen

Dornröschen ist mehr als nur das Märchen über den Schlaf, über ein unbeeinflussbares Schicksal und einen plötzlichen Retter. Gerade in der Frage danach, wie es zu diesem Schlaf kam, und woher der Retter kommt, werden in den Adaptionen unter die Lupe genommen.

Die dreizehnte Fee: Erwachen (Band 1 der Die dreizehnte Fee-Reihe, Roman von Julia Adrian) – Interessanterweise sind hier Dornröschen und die böse Fee, die sie in den Schlaf versetzt, ein und dieselbe Person. Sie ist manchmal etwas melodramatisch veranlagt, ansonsten ist es aber sehr interessant, sie dabei zu beobachten, wie sie nach ihrem Erwachen zusehends entsetzt über die Person ist, die sie früher war. Außerdem begegnet sie dabei diversen anderen Märchengestalten (die bekannten Hexen / Feen aus anderen Märchen sind hier ihre Feen-Schwestern).

Als ich Dornröschen war (Es war einmal… ganz anders, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Barabara Schinko) – Eine sehr kurze und sehr treffende Geschichte darüber, dass man nicht sein Leben verschlafen sollte.

Hänsel und Gretel

Die Unschuld gegen das Böse: gegen die Eltern, gegen den Wald, gegen den Hunger, gegen die Hexe. Interessant ist hierbei natürlich, dass die Unschuld im Doppelpack auftritt, und daher auch die Beziehung zwischen den Geschwistern häufig eine Rolle in den Adaptionen spielt.

Ansell & Greta (Von Fuchsgeistern und Wunderlampen, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Trudi Canavan) – Hänsel und Gretel als Urban Fantasy, in einer fast schon dystopischen Welt ohne Mitgefühl, in der nicht Steine gestreut, sondern Graffiti Tags gesprayt und Kinder des Geldes wegen weggegeben werden.

Kein Schnee im Hexenhaus (Roman von Susanne Eisele) – Hänsel und Gretel als drogenabhängige Teenager, das Hexenhaus als Entzugsklinik. Ergibt insgesamt keine ganz Runde Geschichte, enthält aber viele unterhaltsame Einzelelemente.

Der Kamm der Hexe (Palast aus Glas, Kurzgeschichten-Anthologie zur Reckless-Reihe von Cornelia Funke) – Hier gibt es einen ganzen Schlag Hexen („Kinderfresserinnen“), die ihre Häuser alle nach einem bestimmten Muster bauen, um Kinder anzulocken. Denn nur, wer sich von der Unschuld ernährt, kann wahrhaft dunkle Zauber wirken.

Die kleine Meerjungfrau

Die kleine Meerjungfrau verkörpert meiner Meinung nach vor allem das Motiv der Sehnsucht: nach dem Meer, nach dem Land, nach dem Unbekannten oder dem, was man nicht haben darf. Das spiegelt sich auch in den Adaptionen wider:

Elian und Lira – Das wilde Herz der See (Roman von Alexandra Christo) – Die kleine Meerjungfrau als skrupellose Prinzenjägerin und der Prinz als skrupelloser Sirenenjäger. Da treffen auf jeden Fall zwei Fronten aufeinander.

Meerschaum (Roman von Anna Holub) – Wie fühlt sich eine Meerjungfrau an Land, fern ihrer Heimat, unter Leuten, deren Sprache sie nicht spricht und deren Gewohnheiten sie nicht kennt? Das Märchen als Krimi bzw. Thriller, aus Sicht eines Journalisten, der auf der Suche nach der Frau auf einem Foto ist und dabei auf Menschenschmuggel stößt.

Ein Teil deiner Welt (Es war einmal… ganz anders, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Sabrina Schuh) – Ein Mädchen, das nur heimlich schwimmen darf, weil ihr streng muslimischer Vater es verbietet, dass sie ihren Körper in Badekleidung zur Schau stellt. Unter diesen Umständen ist es natürlich auch unerhört, dass sie einen Jungen aus dem Wasser rettet und wiederbelebt.

Way of Being a Mermaid‘s Daughter (desires and dreams and powers, Kurzgeschichten-Athologie von Rosamund Hodge) – Wenn die Meerjungfrau tatsächlich ihren Menschen heiratet und Kinder bekommt: Was wird aus ihren Töchtern? Wie kommen sie mit der Sehnsucht ihrer Mutter nach dem Meer klar? Was macht das selbst aus ihnen? Eine etwas verstörende Zusammenstellung verschiedener Möglichkeiten.

Rapunzel

Das Motiv, das ich in Rapunzel sehe, ist die Einsamkeit: die der Zauberin, denn warum sonst sollte sie ein Mädchen (auf mehr oder weniger legalem Weg) aufnehmen? Und natürlich auch die von Rapunzel, die weitgehend isoliert von ihrer Umwelt aufwächst.

Bitter Greens (Roman von Kate Forsyth) – Hier wird zugleich Rapunzels Geschichte erzählt, die der Zauberin und die der Frau, die das Märchen vor vielen Jahrhunderten aufschrieb. Vor allem letzteres gibt sehr interessante Einblicke und lassen das Märchen in neuem Licht erscheinen.

Das einsame Herz (Durch Eiswüsten und Flammenmeere, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Julia Dessalles) – Rapunzel trifft die Artussage. Die Hexe Morgaine kann es nicht ertragen, dass Rapunzels Vater für das gemeinsame Kind doch zu seiner Frau zurückkehrt, und nimmt ihm deswegen das Kind weg.

Wie Sterne so golden (Luna-Chroniken Band 3, Roman von Marissa Meyer) – Rapunzel trifft SciFi. Selbstverständlich sitzt Rapunzel deswegen hier auch nicht in einem Turm, sondern in einem Satelliten fest und ist in ihrer Einsamkeit auch ein ganz kleines Bisschen verrückt geworden.

Schneewittchen

In Schneewittchen geht es ohne Zweifel ums Aussehen, aber auch um jede Menge Beziehungen und (fehlende?) Liebe – die einer Mutter zu ihrem Kind und des Kind zu seiner Mutter, die des Vaters zur Mutter und des Vaters zu seiner Tochter. Erstaunlicherweise geht es in den Adaptionen, die ich kenne, eher selten um den Prinz.

Eine Krone für die Freundschaft (Es war einmal… ganz anders, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Christina Löw) – Hier geht um die Schönste im ganzen Land: Dahlia möchte Schönheitskönigin werden und muss überlegen, wie weit sie dafür bereit zu gehen ist.

Wie Schnee so weiß (Luna-Chroniken Band 4, Roman von Marissa Meyer) – Schneewittchen trifft SciFi. Schneewittchen kommt vom Mond und ist halb verrückt, weil sie zu viel Grausamkeit gesehen hat und sich außerdem weigert, ihre Magie einzusetzen, um sich äußerlich zu verschönern, wie alle anderes es tun.

The Lamps Thereof Are Fire and Flames (desires and dreams and powers, Kurzgeschichten-Athologie von Rosamund Hodge) – Hier vermischen sich die Perspektiven von Schneewittchen und ihrer Mutter so sehr, bis man nicht mehr weiß, wer wer ist, wer gut und wer böse und ob nicht vielleicht alle das gleiche wollen: gesehen und geliebt werden.

Schwarz wie Ebenholz (Durch Eiswüsten und Flammenmeere, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Christian Handel) – Schneewittchen, ihre Mutter und deren Mutter, alles Zauberinnen, deren Geschichte sich wiederholt, auf der Suche nach Liebe und gefangen in ihrem Aussehen. Ich hatte leider den Nachteil, die oben genannte Geschichte zuerst gelesen zu haben, danach kam mir diese sehr ähnlich vor und hatte leider nicht mehr viele Überraschungen.

Die Schöne und das Biest

Die Schöne und das Biest geht im Wesentlichen darum, dass das Innere zählt und man nicht nach Oberflächlichkeiten oder Vorurteilen gehen sollte. Das ist eine Handlung, die man in tausenden Geschichten wiederfinden könnte, sei es Stolz und Vorurteil von Jane Austen, Pocahontas oder Avatar. Vielleicht ist es deswegen nicht so einfach, Adaptionen zu finden, die nicht in Klischees abdriften und die Botschaft im Blick behalten.

Cruel Beauty (Roman von Rosamund Hodge) – Hier ist das Biest zwar äußerlich schön, aber der Herrscher über die Dämonen und Grund für einige schreckliche Schicksale. Die Schöne wiederum ist ebenfalls nur äußerlich schön und sie heiratet das Biest nur, um es zu zerstören. Eingebettet in eine Welt basierend auf der griechischen Mythologie und ihrem Sinn fürs Makaber-tragische.

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen (Das Reich der sieben Höfe Band 1, Roman von Sarah J. Maas) – Das Biest ist hier ein wunderschöner Elf, die anfängliche Abneigung basiert eher auf Vorurteilen. Verlor dadurch für mich leider die eigentliche Bedeutung des Märchens.

Wintersong (Erlkönig-Saga Band 1, Roman von S. Jae-Jones) – Auch hier ist das Biest leider wunderschön. Tatsächlich ist die Sicht der Protagonistin meiner Meinung nach dermaßen mit Diskriminierungen aufgrund von Äußerlichkeiten (vor allem gegenüber den Kobolden), die auch im Laufe der Geschichte nicht verbessert werden, dass es der Botschaft des Märchens vollkommen widerspricht und einen unschönen Beigeschmack hinterlässt.

Rotkäppchen

Auch Rotkäppchen ist eine sehr beliebtes Märchen für Adaptionen, schließlich geht es vermeintlich simpel um den Kampf des Unschuldigen gegen das Böse. Doch die Gestalt, die das Böse annehmen kann, ist sehr vielfältig, und auch das Rotkäppchen kann mal mehr oder weniger unschuldig sein. Interessant finde ich hierbei, dass auch die Vermischung von Rotkäppchen und dem Jäger ein beliebtes Motiv zu sein scheint.

Crimson Bound (Roman von Rosamund Hodge) – Rotkäppchen jagt Bestien und ist durch einen roten Faden an den Wolf gebunden (nur, dass er hier beinahe menschliches Aussehen hat). Sie ist schuld daran, dass ihre Großmutter starb und kämpft daher permanent gegen ihre Schuldgefühle. Düster und verbunden mit weiteren Märchen, unter anderem „Das Mädchen ohne Hände“ (hier übrigens männlich). Eingebettet in die Kulisse des absolutistischen Königshofs in Frankreich.

Böser Wolf (Roman von Nele Neuhaus) – Eigentlich ein Krimi, in dem die Bedeutung des Wolfs im Märchen (Missbrauch, hier sogar Kindesmissbrauch) jedoch sehr eindrücklich thematisiert wird.

Das Labyrinth des Fauns (Roman von Cornelia Funke) – Sieht vielleicht auf den ersten Blick nicht nach einer Märchenadaption aus, steckt aber jede Menge drin. Angefangen mit dem Stiefvater, der nur als „der Wolf“ bezeichnet wird, über eine verschollene Prinzessin, die magische Aufgaben lösen muss, bis hin zum Kinderfresser, der seine Beute mit Essen anlockt. Das alles vor dem Hintergrund der spanischen Faschisten.

Die Seele der Bestie (Durch Eiswüsten und Flammenmeere, Märchen-Anthologie, Kurzgeschichte von Michelle Natascha Weber) – Rotkäppchen auf der Jagd nach dem Wolf, um sich selbst etwas zu beweisen. Nur sind nicht alles Monster gleich als solche zu erkennen.

Das Vermächtnis der Grimms (Grimm-Chroniken Band 1, Roman von Nicole Böhm) – Halb Urban Fantasy, halb Thriller. Kristin kann zwischen den Zeilen lesen und wird dabei in Visionen hineingezogen, in denen sie der Grimm jagt und sie sich in Albion befindet – das Land, in dem alle Märchen spielen.

Wie Blut so rot (Luna-Chroniken Band 2, Roman von Marissa Meyer) – Rotkäppchen trifft SciFi. Rotkäppchens Großmutter wurde entführt und der Straßenkämpfer Wolf (ja, wirklich) könnte ihr dabei helfen, sie zu finden.

Eine weitere Interpretation stammt übrigens von mir 😉

Die Schöne und die Bestien (Noir Anthologie 1, Kurzgeschichten-Anthologie, Kurzgeschichte von Anne Danck) – Rotkäppchen ist zur Bestienjägerin geworden, sie fürchtet keine Wölfe, sondern die Nähe von Menschen. Hier steckt, wie der Name schon verrät, auch ein bisschen Die Schöne und das Biest mit drin.

Die Gastautorin:

Anne Danck, geboren 1991 und aufgewachsen in Berlin, war von jeher von zwei Dingen fasziniert: Vom Schreiben und von der Biologie. Letzteres führte sie zum Studium aus Berlin fort und anschließend zurück, um dort als begeisterte Verhaltensbiologin zu promovieren. Ersteres wiederum ist die tägliche Therapie, die ihr beim Sortieren der Gedanken hilft. Mit fünfzehn Jahren erhielt sie ihre erste Auszeichnung für eine Kurzgeschichte, es folgten diverse Veröffentlichungen in Anthologien, darunter auch die „Anthologie Noir 1“, die mit dem Deutschen Phantastik Preis 2019 ausgezeichnet wurde. Wiederkehrende Themen sind düstere Zukunftsszenarien und Märchen, auf den Kopf gestellt und aus anderen Blickwinkeln beleuchtet.

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Anne/Poisonpainter